[0001] Im Rahmen der Sanierung von Banketten von Straßen, Nebenstraßen und Fahrwegen in
den verschiedensten Regionen und Gemeinden wurde festgestellt, dass es laufend und
immer wieder "Problembankette" gibt, die - trotz vorher erfolgter Bankettsanierung
- nach den ersten Starkregen und Unwettern wieder komplett ausgeschwemmt und zerstört
sind. Nicht selten müssen einzelne Bankette unter Umständen sogar mehrmals im Jahr
saniert werden.
[0002] Neben den verschiedenen Möglichkeiten der Bankettsanierung, wie insbesondere mehrmaliges
Nachfüllen von Schottermaterial im Jahr, Ausfüllen der Problemstellen mit Hartasphalt
oder Beton, Bindung des Bankettmaterials mit Spritzasphalt und/oder Auslegen von Rasengittersteinen
am Bankett, wurde in den letzten Jahren eine neue Methode der Bankettstabilisierung
entwickelt. Dabei wird im Wesentlichen ein hydraulisches Bindemittel unter Beimengung
von Wasser in das Schottermaterial am Fahrbahnrand eingearbeitet, beispielsweise eingefräst,
und das aufgelockerte Material wird anschließend wieder verdichtet.
[0003] Durch das eingebrachte Bindemittel wird das Bankettmaterial gehärtet und weist in
Folge dessen eine wesentlich längere Haltbarkeit auf. Der Vorteil der Bankettstabilisierung
liegt darin, dass das Verhältnis zwischen laufenden Kosten und Haltbarkeit wesentlich
besser ist, als bei allen anderen bekannt gewordenen Sanierungsverfahren.
[0004] Die bisherige, übliche Art der Bankettstabilisierung besteht im Wesentlichen in Folgendem:
Als Vorarbeiten muss überschüssiges Bankettmaterial abgetragen und entfernt werden
und es müssen dort beispielsweise durch Starkregen entstandene Gräben, Eindellungen
od. dgl. gereinigt und aufgefüllt werden. Diese Maßnahmen sollen bzw. müssen unabhängig
von der Bankettstabilisierungen an sich ohnehin regelmäßig ergriffen werden, denn,
wenn z.B. im Fall eines Regens das Wasser nicht abfließen kann und das Bankett beispielsweise
als Bachbett fungiert, wird dasselbe niemals standhalten.
[0006] Gegenstand der Erfindung ist nun ein neues Verfahren zum Fertigen, Stabilisieren
und Sanieren von witterungs- und befahrungsfesten, jeweils Straßen und Fahrwege randbegleitenden
Banketten, wobei nach erfolgtem, insbesondere banketthöheeinstellendem und -ausgleichendem
Verebnen derselben eine Festigungsbehandlung durch Auffräsen und Mischen des in eine
jeweils vorgegebene Tiefe flächig aufgefrästen Bankettmaterials mit einem, vorzugsweise
wasserabbindenden Bindemittel aus der Klasse Zemente, Puzzuolane, Trasse od. dgl.
und Anmachwasser vorgenommen wird und das derart aufbereitete, letztlich verfestigende
Bankettmaterial-Betongemisch in jeweils vorgegebener Höhe wieder als Bankett abgelegt
und nach flächiger Druckaufbringung auf dasselbe verfestigen gelassen wird, welches
dadurch gekennzeichnet ist,
- dass im Zuge eines kontinuierlichen Verfahrens
- in einem ersten Schritt von einem langsam entlang des Straßen- bzw. Wegrandes fahrenden
Streuwagen - mittels vom Fahrerhaus aus einstellbarer Steuerungseinrichtung unabhängig
von der Fahrgeschwindigkeit - pro Längeneinheit, insbesondere Laufmeter Bankett, kontinuierlich
eine jeweils vorgegebene bzw. auf das Bankettmaterial abgestimmte, während der Fahrt
online angepasste Menge eines rasch abbindenden, hydraulischen Bindemittels, in trockenem,
insbesondere pulverartigem, Zustand auf das Bankett aufgebracht und dort nur zur Sicherung
gegen spätere Staubentwicklung mit geringen Mengen Anfeucht-Wasser angefeuchtet wird,
- erst in einem zweiten Schritt mittels mit vom Spezial-Streuwagen mitgeführtem Bindemittel-Anmachwasser
mit hohem Druck beaufschlagter mit Mischkammer ausgerüsteter Bankett-Fräseinrichtung
das im ersten Schritt vorbereitete mit dem Bindemittel beaufschlagte Bankettmaterial
zu einer Art erdfeuchtem Bankettmaterial-Magerbeton verarbeitet wird,
- welcher an der Stelle des vorher bestandenen Banketts in im Wesentlichen dessen ursprünglicher
Breite entsprechender Breite wieder abgelegt und zur finalen Verfestigung mittels
flächig Druck auf das neu abgelegte Bankett ausübender Rüttelplatte od. dgl. nachbehandelt,
und
- gegebenen- bzw. nötigenfalls auf den abgelegten, erdfeuchten Bankettmaterial-Magerbeton
eine Verdunstungs-Hemmschicht aufgebracht wird.
[0007] Es wurde also ein in seiner Art ganz neues kontinuierliches Bankettstabilisierungs-Verfahren
entwickelt, das im Wesentlichen folgende Schritte umfasst:
Mittels eines Streuwagens wird ein trockenes, meist staubförmiges Bindemittel, wie
z.B. Zement, möglichst gleichmäßig in der jeweils erforderlichen Menge auf das Bankett
aufgetragen. Ein nachfolgendes Tankfahrzeug, z.B. ein Traktor mit Wasserfass, befeuchtet
das auf das Bankett aufgetragene Bindemittel, damit dieses sich während des nachfolgenden
Fräsvorgangs nicht unter Staubentwicklung verflüchtigt. Gleichzeitig ist das Wasserfass
dieses Fahrzeugs mittels Schlauch mit der Fräse verbunden und befeuchtet als Anmachwasser
das Bankettmaterial mit dem Zement mit hohem Druck, sodass das gefräste, mit Zement
durchmischte Bankettmaterial erdfeuchte Konsistenz aufweist. Mittels einer gleich
angebauten, folgenden Rüttelplatte od. dgl. wird das gefräste Material abschließend,
beispielsweise mit etwa 50 kN, druckverdichtet. Insbesondere bei trockener Wetterlage
muss das Bankett anschließend möglichst über zwei bis drei Tage mittels Verdunstungs-Hemmmittel
feuchtgehalten werden.
[0008] Zum Stand der Technik ist ergänzend die
DE 102012107530 A1 zu erwähnen, welche ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Stabilisierung von an
die Decke von Fahrbahnen angrenzenden Bodenrandzonen, also Banketten, betrifft.
[0009] Gemäß dieser A1 wird zuerst die Bodenrandzone mit dem Anmachwasser befeuchtet, dann
mit einem Bindemittel versetzt, das Material der Bodenrandzone erst dann unter Einmischung
des aufgebrachten Bindemittels aufgelockert und das aufgelockerte, das Bindemittel
enthaltende Bankett- bzw. Bodenmaterial verdichtet. Das dort geoffenbarte Verfahren
umfasst als Vorrichtung für die Verfahrensdurchführung ein auf der Fahrbahndecke entlang
der Bodenrandzone, also des Banketts, verfahrbares Geräteträgerfahrzeug mit einem
sich quer zur Fahrtrichtung erstreckenden Ausleger für die Ankopplung von Bearbeitungsgeräten.
[0010] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein neues Bankettfertigungs-,
-stabilisierungs- und -sanierungs-Fahrwerk für die Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 1 mit einer das Material eines vorher jeweils entsprechend banketthöhenausgleichend
vorbereiteten, die feste Straßendecke randbegleitenden Banketts auffräsenden und mit
einem hydraulischen Bindemittel und der jeweils nötigen Menge Anmachwasser vermischenden
Bankettfräse-Einrichtung, welche den in und mit demselben bereiteten, erdfeuchten
Bankettmaterial-Beton als stabilisiertes Bankett straßenrand-begleitend an der Stelle
des ursprünglichen Banketts wieder ablegt.
[0011] Dieses erfindungsgemäß einzusetzende Fahrwerk ist dadurch gekennzeichnet,
- dass es als Bankettstabilisier- und -sanier-Zug mit
- einem Spezial-Streuwagen mit vom Fahrerhaus aus einstellbarer Steuerungseinrichtung
für ein pro Bankett-Längeneinheit, insbesondere -Laufmeter, jeweils eine vorgegebene
Menge an in trockenem, pulverartigen Zustand auf das bzw. auf dem vorher höhen-ausgeglichene(n)
Bankett aufzubringendes bzw. abzulegendes hydraulisches Bindemittel und für ein Anfeuchten
desselben mit Anfeuchtwasser zur Vermeidung von Staubentwicklung ausgebildet ist,
- einer - dem Streuwagen, gegebenenfalls mit im Abstand, folgende - über einen an denselben
angeschlossenen Hochdruckschlauch mit der, ebenfalls mittels Steuerungseinrichtung
kontrollierbaren, jeweils nötigen Menge Anmachwasser für das Bindemittel versorgbare
- Bankettfräse-Einrichtung für das Auffräsen des - wie beschrieben - vorbereiteten,
pulvrigen und angefeuchteten Materials des zu sanierenden ursprünglichen Banketts
und dessen intensives Vermischen mit dem Bindemittel und dem Anmachwasser und Ablegen
des auf diese Weise zubereiteten erdfeuchten Bankettmaterial-Magerbetons an der Stelle
des ursprünglichen Banketts
- weiters einer der Bankettfräse-Einrichtung, gegebenenfalls im Abstand, folgenden mit
Druckaufbringungs-Einrichtung mit Rüttelplatte für die Letzt-Verfestigung des abgelegten
Bankettmaterial-Magerbetons,
- letztlich gefolgt von einer Verdunstungs-Hemmschicht-Auftrageinheit ausgebildet ist.
[0012] Der im neuen Bankettfertigungszug erfindungsgemäß einzusetzende, neue Spezial-Streuwagen
ist insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass er, vorzugsweise mit einem hydrostatischen,
ebenfalls mittels der Steuerungseinrichtung steuerbaren Fahrantrieb für präzise einstellbare,
geringe Fahrgeschwindigkeit ausgestattet, mit einer nach abwärts hin mit jeweils im
Winkel schräg aufeinander zu laufende seitliche Flanken aufweisenden, vorzugsweise
länglichen, mit dem trockenen, pulverartigen, vorzugsweise hydraulischen Bindemittel
zu befüllenden Transportmulde mit Kratzboden-Förderband und Austragsschieber und an
den von demselben ausgehenden, nach abwärts gerichteten Austragsschacht, vorzugsweise
auf einem an den Spezial-Streuwagen lösbar gebundenen, eigenen Fahrgestell, angeordneten,
quer zur Fahrtrichtung des Streuwagens ausgerichtet angeschlossenen, ihrerseits ebenfalls
mittels der Steuerungseinrichtung längs-verschiebbarer Förderrinne mit in derselben
- jeweils fahrgeschwindigkeits-abhängig stufenlos einstellbar - rotierbarer, je nach
gewünschter bzw. erforderlicher Breite des wieder abzulegenden Banketts, vorzugsweise
zumindest nach rechts, mitverschiebbarer Querförderschnecke mit Bindemittel-Austragsrohr,
-schlauch od. dgl. ausgestattet ist.
[0013] Das Herzstück der Erfindung ist also insbesondere ein neuartiger Spezial-Streuwagen
mit Mulde und Einrichtung zum Dosieren und Ausbringen von hydraulischem Bindemittel
kombiniert mit Wassertanks, die eigens für die erfindungsgemäße Bankettstabilisierung
entwickelt worden sind. Der Aufbau soll vorzugsweise auf einen 3- oder 4-Achs-LKW
aufgesetzt werden, welcher beim Fräsvorgang meist im Abstand vor dem eigentlichen
Bankett-Fräsfahrzeug mit einstellbarer, gleichbleibender Geschwindigkeit, also z.B.
mit ca. 1,0 km/h, fährt und auf das rechts vom Fahrzeug liegende Straßenbankett ein
trockenes, pulverförmiges, hydraulisches Bindemittel, wie Zement, präzise an der Asphaltkante
der Straßendecke ablegt. Mittels, insbesondere im Fahrerhaus untergebrachter, elektronischer
Steuerungseinheit wird sichergestellt, dass auch bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten
des Fahrzeugs immer die gleiche Menge an Bindemittel, z.B. etwa 6,5 kg pro Laufmeter
Bankett, abgelegt wird. Die jeweils aufzubringende Menge Bindemittel pro Laufmeter
ist vom Fahrhaus des Spezial-Streuwagens aus über die Steuerungseinheit stufenlos
einstellbar.
[0014] Als zweites wesentliches Merkmal ist der Aufbau des neuen Streuwagens mit einem Wassertank,
z.B. mit einem Fassungsvolumen von beispielsweise mindestens 7.000 I ausgestattet,
welcher vorsorglich ausschließlich über Hydranten od. dgl., also mit reinem Wasser,
gefüllt wird. Das Wasser wird während des Fahrens mittels einer Hochdruckpumpe, z.B.
mit 25 Bar, über einen Hochdruckschlauch in den Mischraum bzw. in die Mischkammer
der nachfolgenden Bankettfräse dosiert.
[0015] Der mit einem LKW gebildete Streuwagen ist vorteilhafterweise mit einem hydrostatischen
Fahrantrieb für den Arbeitseinsatz bei niedriger Geschwindigkeit von z.B. 0 bis 2
km/h ausgestattet, sodass die Fahrgeschwindigkeit des Spezial-Streuwagens stufenlos
an jene des nachfolgenden Fahrzeugs mit der Bankettfräse angepasst werden kann.
[0016] Der neue Spezial-Streuwagen mit der Kombination von Bindemittelmulde und Wassertank
ist so konstruiert, dass sich in der Mitte des schmalen Muldenbodens ein Kratzboden
mit einer Breite von z.B. 600 mm mit Mitnehmleisten befindet, welcher das Bindemittel
über die ganze Aufbaulänge z.B. 7.500 mm nach rückwärts transportiert. Am hinteren
Ende befindet sich ein Aus- bzw. Abwurfschacht, der mit einem elektronischen Füllstandsensor
ausgestattet ist und den Antrieb des Kratzbodens steuert.
[0017] Am Fuße des Abwurfschachts befindet sich eine Austragsrinne mit Dosierschnecke, welche
insbesondere mittels Hydraulikzylinder, Hub z.B. 700 mm, selbstverständlich auch über
die Steuerungseinheit gesteuert vom Fahrerhaus aus, das Bindemittel kontinuierlich
genau am gewünschten Platz ablegt.
[0018] An der Förderschnecke sind beispielsweise zwei Kameras angebracht, die dem Maschinisten
im Fahrerhaus die Position der Ablege- bzw. Austragsvorrichtung für das trockene Bindemittel
auf einen Monitor übertragen.
[0019] Mittels der elektronischen Steuerungseinheit wird sichergestellt, dass auch bei unterschiedlichen
Geschwindigkeiten des Fahrzeugs immer die gleiche Menge Bindemittel pro Laufmeter
Bankett, also z.B. ca. 6,5 kg, abgelegt wird.
[0020] Der Bindemittel-Tank mit einem Fassungsvolumen von z.B. 20 m
3 hat am Aufbau z.B. eine Breite von z.B. 2.500 mm und geht konzentrisch mit schrägen
Flanken nach abwärts auf den Kratzboden mit z.B. 600 mm Breite. Somit bleibt nun links
und rechts der schräg aufeinander zu laufenden, beidseitigen Flanken der Mulde je
ein frei bleibendes Dreiecksprisma, welches über die gesamte Aufbaulänge für die Anordnung
beiderseitiger Wassertanks genutzt werden kann. Die beiden Wassertanks werden aus
Stahlblech mit innen liegenden Schwallwänden gefertigt und sind vorteilhafterweise
als Korrosionsschutz feuerverzinkt.
[0021] Die Vorteile des im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten, neuen Spezial-Streuwagens
sind im Wesentlichen folgende:
Mittels der vom Fahrerhaus des Spezial-Streuwagens aus regulierbaren elektronischen
Steuerungseinrichtung wird bei jeder Geschwindigkeit des neuen Streufahrzeugs immer
die gewünschte, gleiche Menge an Bindemittel pro Laufmeter Bankett abgelegt. Das abgelegte
Bindemittel wird anschließend über eine Pumpe mit, insbesondere aufgesprühten, geringen
Mengen, Wasser befeuchtet; gleichzeitig wird durch einen Hochdruckschlauch mit hohem
Druck Wasser in den Mischraum der dem Spezial-Streuwagen folgenden Bankettfräse gepumpt.
Der Streuwagen vereint also die Eigenschaften eines herkömmlichen Streuwagens mit
jenen eines Wassertransportfahrzeugs.
[0022] Was den neuen Streuwagen betrifft, so ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass in den
längs-prismatischen Hohlräumen, beidseitig der schräg nach abwärts aufeinander zu
laufenden Flanken der Transportmulde desselben jeweils ein diese beiden Hohlräume
im Wesentlichen füllender Tank für die Aufnahme von letztlich der der dem Streuwagen
im Abstand folgenden Bankett-Fräseinrichtung für das Auffräsen des vorher mit dem
trockenen und gegen Staubentwicklung bloß angefeuchteten Bindemittel bestreuten bzw.
belegten Bankettmaterials zuzuführenden, in seiner Menge ebenfalls mittels der Steuerungseinrichtung
laufend kontrollierten Anmachwasser für dessen Vermischung in der Mischkammer der
Bankett-Fräseinrichtung zu dem erdfeuchten Bankettmaterial-Magerbeton angeordnet ist.
[0023] Das neue Verfahren und die neue Vorrichtung zur Bankettstabilisierung bietet folgende
wesentliche Vorteile:
Das Abtragen des zu sanierenden Banketts auf gleichmäßige Höhe und die Beseitigung
von überschüssigem oder bindigem Material, wie Lehm oder Humus, muss als Vorarbeit
immer durchgeführt werden. Die Bankettstabilisierung erfolgt ausschließlich in einem
Zug, also kontinuierlich mit folgenden aufeinanderfolgenden Unterschritten:
- 1. Gleichmäßiges Ablegen des Bindemittels am vorbereiteten Bankett mittels des neuen
Spezial-Streuwagens.
- 2. Befeuchtung des abgelegten Bindemittels, ebenfalls durch den Spezial-Streuwagen,
wodurch eine Vertragung desselben, z.B. durch Wegblasen in Folge von Windböen verhindert
wird und dafür das Bindemittel beim nachfolgenden Fräsvorgang sich nicht in Form von
Staub verflüchtigt.
- 3. Es erfolgt eine Versorgung des Mischraums der Bankettfräse mit Anmachwasser mit
hohem Druck ebenfalls vom neuen Spezial-Streuwagen aus.
- 4. Einbringen des Bindemittels in das Bankett mittels das Bankettmaterial mit dem
vorher auf das Bankett aufgebrachten, trockenen Bindemittel innig vermischender Fräse,
vorzugsweise im Frontbau an einem nachfolgenden Fräsen-Trägerfahrzeug, wie z.B. Traktor.
- 5. Verdichtung des mittels der Fräse innig durchmischten und aufgelockerten Bankettmaterials
durch Druckaufbringung mittels Rüttelplatte, z.B. in einem Heckanbau des Fräsen-Trägerfahrzeugs,
sowie nachfolgende Reinigung des Asphaltrands mittels eingebauter Kehrbesen.
- 6. Üblicherweise Anbringung einer Verdunstungs-Hemmschicht unmittelbar nach der beschriebenen
Verdichtung, um vor allem in der warmen Jahreszeit ein zu rasches Austrocknen der
oberen Schicht des stabilisierten Banketts zu verhindern.
[0024] Die Erfindung wird anhand der Zeichnung näher erläutert:
Es zeigen die Fig. 1 schematisch das neue kontinuierliche Verfahren der Bankettstabilisierung
mittels neuem Bankettstabilisierungszug und die Fig. 2a bis 2c den neuen Spezial-Streuwagen
als wesentliche Kernkomponente für die konkrete Durchführung des neuen Verfahrens.
[0025] Die Fig. 1 erläutert das neue kontinuierlich durchführbare Verfahren zur Stabilisierung
von Banketten und den Bankett-Stabilisierungszug 100 gemäß der Erfindung.
[0026] Der auf der festen Fahrbahn 6 fahrende Spezial-Streuwagen 1 führt mit sich einerseits
das hydraulische Bindemittel 7 und das Anmachwasser 75 für dasselbe. Er fährt in Fahrtrichtung
E mit geringer Geschwindigkeit parallel zum Rand der jeweiligen festen Straßendecke
6 und weist hier rückwärts eine Einrichtung 700 zur Aufbringung des trockenen, hydraulischen
Bindemittels 7, üblicherweise Zement, auf, welche seitlich über den Spezial-Streuwagen
1, und zwar in einer Breite b1, welche maximal der Breite b2 des jeweils wiederherzustellenden,
stabilisierten Banketts 8, meist jedoch der im Wesentlichen geringeren Breite b1,
entspricht, hinausragt.
[0027] Unmittelbar nach dem Aufbringen des trockenen, pulverförmigen Bindemittels 7 erfolgt
ein leichtes Anfeuchten desselben mittels Aufsprühen geringer Mengen des aus dem Spezial-Streuwagen
1 stammenden Anmachwassers 75 um unangenehme Staubentwicklung, insbesondere durch
die nachfolgende Fräse 35, zu vermeiden.
[0028] Die Aufbringung des hydraulischen Bindemittels 7 und des Anmachwassers 75 erfolgt
in immer jeweils vom Fahrerhaus 10 aus einstellbaren und auf die Fahrgeschwindigkeit
des Spezial-Streuwagens 1 abgestimmten Mengen pro Laufmeter Bankett 8.
[0029] Die entsprechende Mengenregelung des trockenen Bindemittels 7 pro Laufmeter Bankett
8 erfolgt mittels einer dafür vorgesehenen, vom Fahrerhaus 10 regelbaren und dort
üblicherweise eingebauten Steuerungseinheit 9 des Spezial-Streuwagens 1, welcher die
Ausbringmenge an Bindemittel 7 aus der Transportmulde 12, siehe Fig. 2, desselben
regelt.
[0030] In gewissem Abstand vom Spezial-Streuwagen 1 folgt die, z.B. an einen Traktor 4 gekoppelte,
Einrichtung 300 zur Bereitung des - letztlich stabilisierten - Bankettmaterials 80
mit dem auf dasselbe durch den Spezial-Streuwagen 1 aufgebrachten trockenen Bindemittel
7 mit Mischkammer 3 und Bankettfräse 35, in welcher Mischkammer 3 das von der Bankettfräse
35 abgehobene Bankettmaterial 80 zusammen mit dem vorher auf dasselbe aufgebrachten,
trockenen Bindemittel 7 mit dem über den Hochdruckschlauch 78 aus dem Spezial-Streuwagen
1 in seiner Menge auf die jeweilige Menge des aufgebrachten Bindemittels 7 abgestimmten
Anmachwassers 75 innig vermengt wird und als erdfeuchter Bankettmaterial-Bindemittel-Beton
87 wieder an der Stelle des ursprünglich bestandenen Banketts 8 in entsprechender
Menge aufgebracht wird. Der Bankett-Bereitungseinrichtung 300 folgt - meist in gewissem
Abstand - eine Bankett-Stabilisiereinheit 501 mit Rüttelplatte 55 für die Verdichtung
des erdfeuchten Bankettmaterial-Bindemittel-Betons 87 mit Kehrbesen 56 für die Beseitigung
von Übermaterial von der festen Straßendecke und letztlich, insbesondere wenn die
Atmosphäre trocken ist, eine Einrichtung 5 für die Aufsprühung einer Verdunstungs-Hemmschicht
50, um ein zu schnelles Trocknen des Bankettmaterial-Bindemittels-Betons 87 zu verhindern.
[0031] Mittels dieses neuen, kontinuierlich arbeitenden Bankett-Aufbereitungs- und -Stabilisierungs-Fahrwerks
100 liegt nach Durchführung des beschriebenen Verfahrens ein voll stabilisiertes Bankett
8' vor, das keiner speziellen, jährlich womöglich mehrmals notwendigen Sanierung und
Nachstabilisierung mehr bedarf.
[0032] Der in der Fig. 2a bis 2c - bei sonst gleich bleibenden Bezugszeichenbedeutungen
- gezeigte Spezial-Streuwagen 1 kann ein an sich übliches, hier 4-achsiges Transportfahrzeug
für trockenes, gegebenenfalls pulverförmiges, Material, insbesondere Baumaterial,
mit einer Transportmulde 12 mit schräg im Winkel α nach abwärts aufeinander zu laufenden
Flanken 11 sein, an deren, z.B. 60 cm schmalem, Grund ein Kratzband 13 mittels Motor
131, dessen Geschwindigkeit mittels der vom Führerhaus aus einstellbaren Steuerungseinheit
9 regelbar ist, antreibbar ist, mittels welchem die jeweils auszubringende Menge Bindemittel
7 auf eine im Wesentlichen quer zur Fahrzeugachse bzw. zur Fahrtrichtung F des Spezial-Streuwagens
1 ausgerichtete Förderrinne 16 mit Austragsschnecke 17, welche üblicherweise rechts
seitlich über den Spezial-Streuwagen 1 in einem üblicherweise weniger als der jeweiligen
Bankettbreite b2 entsprechendem Überstand b1 hinausragt.
[0033] Das mittels der Austragsschnecke 17 geförderte, trockene Bindemittel 7 wird etwa
in Bankettbreite b über ein Austragsrohr oder einen Austragsschlauch 18 auf das bestehende
Bankett 8 ausgetragen.
[0034] Gleich unmittelbar hinter der Bindemittel-Austragseinheit 700 ist eine Düse zur leichten
Anfeuchtung des trockenen, soeben ausgetragenen Bindemittels 7 mittels in geringen
Mengen aus den beiden in dem zwischen den beiden schrägen Flanken 11 der Transportmulde
12 und den äußeren Seitenwänden des Spezial-Streuwagens 1 angeordneten Tanks 180 angelieferten,
zur Befeuchtung dienenden Anmachwassers 75 angeordnet.
[0035] An die beiden Tanks 180 für das Anmachwasser 75 ist eine hier nicht näher gezeigte
Hochdruckpumpe angeschlossen, an deren Ausgang der Hochdruckschlauch 78 für die Versorgung
der in Fig. 1 gezeigten Bankettfräse 35 bzw. von deren Mischkammer 3, welche das eingebrachte
Bankettmaterial 80 und das Bindemittel 7 mit dem Anmachwasser 75 vermengt, anschließbar
ist.
1. Verfahren zum Fertigen, Stabilisieren und Sanieren von witterungs- und befahrungsfesten,
jeweils Straßen und Fahrwege randbegleitenden Banketten, wobei nach erfolgtem, insbesondere
banketthöhe-einstellendem und -ausgleichendem Verebnen derselben eine Festigungsbehandlung
durch Auffräsen und Mischen des in eine jeweils vorgegebene Tiefe flächig aufgefrästen
Bankettmaterials mit einem, vorzugsweise wasserabbindenden Bindemittel aus der Klasse
Zemente, Puzzuolane, Trasse od. dgl. und Anmachwasser vorgenommen wird und das derart
aufbereitete, letztlich verfestigende Bankettmaterial-Betongemisch in jeweils vorgegebener
Höhe wieder als Bankett abgelegt und nach flächiger Druckaufbringung auf dasselbe
verfestigen gelassen wird,
dadurch gekennzeichnet,
- dass im Zuge eines kontinuierlichen Verfahrens
- in einem ersten Schritt von einem langsam entlang des Straßen- bzw. Wegrandes fahrenden
Streuwagen - mittels vom Fahrerhaus aus einstellbarer Steuerungseinrichtung unabhängig
von der Fahrgeschwindigkeit - pro Längeneinheit, insbesondere Laufmeter Bankett, kontinuierlich
eine jeweils vorgegebene oder auf das Bankettmaterial abgestimmte, während der Fahrt
online angepasste Menge eines rasch abbindenden, hydraulischen Bindemittels, in trockenem,
insbesondere pulverartigem, Zustand auf das Bankett aufgebracht und dort zur Sicherung
gegen spätere Staubentwicklung mit geringen Mengen Anfeucht-Wasser angefeuchtet wird,
- erst in einem zweiten Schritt mittels - mit vom Spezial-Streuwagen (1) mitgeführtem
Bindemittel-Anmachwasser mit hohem Druck beaufschlagter mit Mischkammer ausgerüsteter
- Bankett-Fräseinrichtung das im ersten Schritt vorbereitete mit dem Bindemittel beaufschlagte
Bankettmaterial zu einer Art erdfeuchtem Bankettmaterial-Magerbeton verarbeitet wird,
- welcher an der Stelle des vorher bestandenen Banketts in im Wesentlichen dessen
ursprünglicher Breite entsprechender Breite wieder abgelegt und zur finalen Verfestigung
mittels flächig Druck auf das neu abgelegte Bankett ausübender Rüttelplatte od. dgl.
nachbehandelt, und
- gegebenen oder nötigenfalls auf den abgelegten, erdfeuchten Bankettmaterial-Magerbeton
eine Verdunstungs-Hemmschicht aufgebracht wird.
2. Bankettfertigungs-, -stabilisierungs- und -sanierungs-Fahrwerk für die Durchführung
des Verfahrens nach Anspruch 1 mit einer das Material (80) eines vorher jeweils entsprechend
banketthöhen-ausgleichend vorbereiteten, die feste Straßendecke randbegleitenden Banketts
(8) auffräsenden und mit einem hydraulischen Bindemittel (7) und der jeweils nötigen
Menge Anmachwasser (75) vermischenden Bankettfräse-Einrichtung (300), welche den in
und mit demselben bereiteten, erdfeuchten Bankettmaterial-Beton als stabilisiertes
Bankett straßenrand-begleitend an der Stelle des ursprünglichen Banketts (8) wieder
ablegt,
dadurch gekennzeichnet,
- dass es als Bankettstabilisier- und -sanier-Zug (100) mit
- einem Spezial-Streuwagen (1) mit vom Fahrerhaus (10) aus bedien- und einstellbarer
Steuerungseinrichtung (9) für ein pro Bankett(8)-Längeneinheit, insbesondere
- Laufmeter, jeweils eine vorgegebene Menge an in trockenem, pulverartigen Zustand
auf das oder auf dem vorher höhen-ausgeglichene(n) Bankett (8) aufzubringendes oder
abzulegendes hydraulisches Bindemittel (7) und für ein Anfeuchten desselben mit Anfeuchtwasser
(75) zur Vermeidung von Staubentwicklung ausgebildet ist,
- einer - dem Streuwagen (1), gegebenenfalls mit im Abstand, folgende - über einen
an denselben angeschlossenen Hochdruckschlauch (78) mit der, ebenfalls mittels Steuerungseinrichtung
(9) kontrollierbaren, jeweils nötigen Menge Anmachwasser (75) für das Bindemittel
(7) versorgbare - Bankettfräse-Einrichtung (300; 3, 35) für das Auffräsen des - wie
beschrieben - vorbereiteten, pulvrigen und angefeuchteten Materials (8+7+75) des zu
sanierenden ursprünglichen Banketts (8) und dessen intensives Vermischen mit dem Bindemittel
(7) und dem Anmachwasser (75) und Ablegen des auf diese Weise zubereiteten erdfeuchten
Bankettmaterial-Magerbetons (87) an der Stelle des ursprünglichen Banketts (8) und
- weiters einer der Bankettfräse-Einrichtung (300), gegebenenfalls im Abstand, folgenden
mit Druckaufbringungs-Einrichtung mit Rüttelplatte (35) für die Letzt-Verfestigung
des abgelegten Bankettmaterial-Magerbetons (87), sowie
- letztlich gefolgt von einer Verdunstungs-Hemmschicht-Auftrageinheit (5) ausgebildet
ist.
3. Spezial-Streuwagen (1) des Bankettstabilisier- und -sanier-Zuges (100) gemäß Anspruch
2, dadurch gekennzeichnet, dass er, vorzugsweise mit einem hydrostatischen, ebenfalls mittels der Steuerungseinrichtung
(9) steuerbaren Fahrantrieb für präzise einstellbare, geringe Fahrgeschwindigkeit
ausgestattet, mit einer nach abwärts hin mit jeweils im Winkel (α) schräg aufeinander
zu laufende seitliche Flanken (11) aufweisenden, vorzugsweise länglichen, mit dem
trockenen, pulverartigen, hydraulischen Bindemittel (7) zu befüllenden Transportmulde
(12) mit Kratzboden-Förderband (13) und Austragsschieber (14) und an den von demselben
ausgehenden, nach abwärts gerichteten Austragsschacht (15), vorzugsweise auf einem
an den Spezial-Streuwagen (1) lösbar gebundenen, eigenen Fahrgestell (10), angeordneten,
quer zur Fahrtrichtung (F) des Streuwagens (1) ausgerichtet angeschlossenen, ihrerseits
ebenfalls mittels der Steuerungseinrichtung (9) längs-verschiebbarer Förderrinne (16)
mit in derselben - jeweils fahrgeschwindigkeits-abhängig stufenlos einstellbar - rotierbarer,
je nach gewünschter oder erforderlicher Breite (b2) des wieder abzulegenden Banketts,
vorzugsweise zumindest nach rechts, mitverschiebbarer Querförderschnecke (17) mit
Bindemittel-Austragsrohr (18), oder -schlauch ausgestattet ist.
4. Spezial-Streuwagen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in den beiden längs-prismatischen Hohlräumen, beidseitig der schräg nach abwärts
aufeinander zu laufenden Flanken (11) der Transportmulde (12) desselben jeweils ein
jeden dieser beiden Hohlräume im Wesentlichen füllender Tank (180) für die Aufnahme
von - letztlich der dem Streuwagen (1) im Abstand folgenden Bankett-Fräseinrichtung
(300; 3, 35) für das Auffräsen des vorher mit dem trockenen und gegen Staubentwicklung
bloß angefeuchteten Bindemittel (7) bestreuten oder belegten Bankettmaterials (8+7+75)
zuzuführendem - in seiner Menge ebenfalls mittels der Steuerungseinrichtung (9) laufend
kontrolliertem Anmachwasser (75) für dessen Vermischung in der Mischkammer (3) der
Bankett-Fräseinrichtung (300) zu dem erdfeuchten Bankettmaterial-Magerbeton (87) angeordnet
ist.