[0001] Die Erfindung betrifft einen Handschuh.
[0002] Handschuhe, auf welche sich die vorliegende Erfindung bezieht, werden im gewerblichen
Bereich eingesetzt und dort als Bestandteil von Sicherheits- oder Schutzbekleidung
für Personen eingesetzt, die sich in gefahrbringenden Umgebungen bewegen. Derartige
Handschuhe können dabei als Polizei-Handschuhe oder sogenannte Rescue-Handschuhe,
das heißt Handschuhe, die von Mitgliedern eines Rettungsteams getragen werden, ausgebildet
sein. Insbesondere handelt es sich bei den Handschuhen um Feuerwehr-Handschuhe. Derartige
Handschuhe bestehen beispielsweise aus hitzebeständigen, feuerfesten Materialien,
um so einen Brandschutz für die den Handschuh tragende Person zu gewährleisten.
[0003] Derartige Handschuhe, wie auch generell Brandschutz-Kleidung, bietet der jeweiligen
Person einen wirksamen Schutz im Umfeld von Bränden. Dieser Schutz ist wirksam bis
zu gewissen Grenztemperaturen. Oberhalb dieser Grenztemperaturen bricht jedoch die
Schutzwirkung plötzlich zusammen, so dass dann schwere Verletzungen für die jeweilige
Person drohen.
[0004] Diese Eigenschaften von Brandschutz-Kleidung, insbesondere Handschuhe, sind insbesondere
bei Feuerwehreinsätzen problematisch. Die in früheren Jahren verfolgte Vorgehensweise,
Brände von Gebäuden von außen mit Löschwasser zu bekämpfen, wurde in jüngerer Zeit
vermehrt deshalb aufgegeben, da oftmals die mit dem Löschwasser bewirkten Schäden
am Gebäude größer waren als die durch den Brand selbst verursachten Schäden. Daher
werden nun vermehrt zur Brandbekämpfung Trupps von Feuerwehrleuten gebildet, die in
die Räume des brennenden Gebäudes eindringen, um dort gezielt und lokal Brandherde
bekämpfen zu können. Diese Vorgehensweise birgt jedoch erhebliche Gefahren. Öffnet
das Feuerwehrpersonal beispielsweise in einem solchen Gebäude die Tür zu einem geschlossenen
Raum, in welchem noch keine Flammenentwicklung vorhanden ist, so kann es dann, wenn
die Tür geöffnet wird und dadurch Sauerstoff in den Raum gelagert, zu einer schlagartigen
Flammenentwicklung kommen. Die dadurch entstehenden Temperaturen sind dann so hoch,
dass sie Schutzbekleidung, insbesondere auch die Handschuhe, für den Feuerwehrmann
keinen Schutz mehr bieten, das heißt es besteht eine akute, hohe Verletzungsgefahr
für den Feuerwehrmann.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Handschuh der eingangs genannten
Art hinsichtlich seiner Sicherheitsfunktionalität zu erweitern.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe sind die Merkmale des Anspruchs 1 vorgesehen. Vorteilhafte
Ausführungsformen und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen beschrieben.
[0007] Die Erfindung betrifft einen Handschuh mit einer Sensoreinheit, wobei die Sensoreinheit
an einer Außenseite des Handschuhs mittels Befestigungsmitteln befestigt ist. Die
Sensoreinheit weist als Sensorkomponente einen Temperatursensor auf, welcher zur Messung
der Oberflächentemperaturen von außerhalb der Sensoreinheit angeordneten Gegenständen
ausgebildet ist.
[0008] Erfindungsgemäß bilden der Handschuh und die Sensoreinheit eine Funktionseinheit,
mittels derer eine beträchtlich erhöhte Sicherheitsfunktionalität erzielt wird. Wesentlich
hierbei ist, dass die Sensoreinheit am Handschuh selbst, und zwar an dessen Außenseite,
so befestigt ist, dass mit dem in der Sensoreinheit integrierten Temperatursensor
die Oberflächentemperatur von in der Umgebung des Handschuhs angeordneten Gegenständen
gemessen werden kann. Damit wird dem Träger des Handschuhs mit der erfindungsgemäßen
Sensoreinheit signalisiert, ob er sich in gefahrbringenden Zonen, das heißt Bereichen
vor Gegenständen mit kritischen Temperaturen aufhält oder nicht. Durch diese Information
kann der Träger des Handschuhs somit frühzeitig Gefahrenzonen mit sehr hohen Temperaturen
erkennen, insbesondere dann, wenn diese noch nicht durch Flammenbildung visuell erkennbar
sind. Durch die frühzeitige Warnung vor derartigen Gefahrenzonen kann sich der Träger
des Handschuhs von diesen fern halten und vermeidet so die Gefahr von schwerwiegenden
Verletzungen.
[0009] Der erfindungsgemäße Handschuh kann für verschiedenartige Einsatzzwecke verwendet
werden. Beispielsweise kann der Handschuh als Polizei-Handschuh ausgebildet sein.
Weiterhin kann der Handschuh als sogenannter Rescue-Handschuh verwendet werden. Derartige
Rescue-Handschuhe finden bei Rettungskräften in Bereichen wie Unfall- oder Katastrophen-Schutz
Anwendung.
[0010] Besonders vorteilhaft ist der erfindungsgemäße Handschuh als Feuerwehr-Handschuh
ausgebildet. Der Träger des erfindungsgemäßen Feuerwehr-Handschuhs kann dann, insbesondere
bei der Brandbekämpfung in Räumen von Gebäuden, rechtzeitig Gefahrenbereiche erkennen.
Bewegt sich beispielsweise der Feuerwehrmann mit seinem Feuerwehr-Handschuh auf einen
geschlossenen Raum eines in Brand geratenen Gebäudes zu, so kann er, bevor er den
Raum betritt, anhand der mit der Sensoreinheit durchgeführten Temperaturmessung der
Oberflächentemperatur der Tür erkennen, ob eine Gefahr besteht, dass aufgrund der
hohen Temperatur im Raum und damit im Türbereich des Raums bei einem plötzlichen Öffnen
der Tür durch den dann anstehenden Sauerstoffüberschuss die Gefahr einer plötzlichen
Flammenentwicklung besteht.
[0011] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist die Sensoreinheit auf
dem Handschuh-Rücken befestigt.
[0012] Dabei ist zweckmäßig im Handschuh-Rücken ein Hitzeschild vorgesehen.
[0013] Durch die Anbringung der Sensoreinheit auf dem Handrücken des Handschuhs wird der
Träger des Handschuhs bei mit der Hand durchzuführenden Tätigkeiten durch die Sensoreinheit
nicht behindert. Weiterhin kann in dieser Position am Handschuh die Temperatur, die
mit dem Temperatursensor ermittelt wird, einfach an der Sensoreinheit erkannt werden.
Der Hitzeschild am Handschuh-Rücken bietet einen effizienten Schutz gegen hohe Außentemperaturen.
Zudem bildet er eine thermische Isolierung gegen an der Sensoreinheit gegebenenfalls
vorhandene elektrische Anschlussmittel, das heißt es werden Wärmebrücken vermieden,
die Wärme über die elektrischen Anschlussmittel durch den Handschuh auf die Hand des
Trägers leiten könnten.
[0014] Besonders vorteilhaft ist die Sensoreinheit in einem Gehäuse integriert.
[0015] Dabei sind die Befestigungsmittel von Druckknöpfen gebildet, wobei an der Sensoreinheit
vorgesehene Druckknopfelemente Anschlussmittel zum Aufladen der autarken Energieversorgung
bilden.
[0016] Damit bleibt die Sensoreinheit auch bei extremen Umgebungsbedingungen voll funktionsfähig.
[0017] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung emittiert der Temperatursensor
zur Temperaturmessung Strahlung, insbesondere Infrarot-Strahlung, welche durch ein
Fenster im Gehäuse der Sensoreinheit geführt ist.
[0018] Mit dem so ausgebildeten Temperatursensor können die Oberflächentemperaturen in einem
großen Bereich sicher und genau erfasst werden.
[0019] Weiter vorteilhaft sind Anzeigemittel vorgesehen, mittels derer mit dem Temperatursensor
gemessene Temperaturen visualisiert sind.
[0020] Mit den Anzeigemitteln werden die mit dem Temperatursensor ermittelten aktuellen
Temperaturen verzögerungsfrei angezeigt, so dass der Träger des Handschuhs stets über
die aktuell gemessene Oberflächentemperatur informiert ist.
[0021] Gemäß einer ersten zweckmäßigen Ausgestaltung ist als Anzeigemittel ein im Gehäuse
der Sensoreinheit angeordnetes, durch ein Fenster in einer Gehäusewand von außen sichtbares
Display vorgesehen, mittels dessen die jeweils von dem Temperatursensor aktuell ermittelte
Temperatur anzeigbar ist.
[0022] An diesem Display wird bevorzugt die aktuell mit dem Temperatursensor ermittelte
Temperatur als Zahlenwert angezeigt, das heißt der Träger des Handschuhs erhält in
Form einer analogen Anzeige eine exakte Information über die Außentemperatur.
[0023] Zweckmäßig ist die Funktionalität dieses Anzeigemittels dadurch erweitert, dass mit
dem Display auch weitere Kenngrößen, insbesondere Statusmeldungen von in der Sensoreinheit
angeordneten elektronischen Komponenten, angezeigt werden.
[0024] Alternativ oder zusätzlich ist als Anzeigemittel eine im Gehäuse der Sensoreinheit
angeordnete, durch ein Fenster in einer Gehäusewand von außen sichtbare Leuchtdiodenanordnung
vorgesehen, wobei Leuchtdioden der Leuchtdiodenanordnung Licht mit einer ersten Farbe
abstrahlen, wenn die mit dem Temperatursensor ermittelte Temperatur oberhalb eines
Grenzwerts liegt, und wobei Leuchtdioden der Leuchtdiodenanordnung Licht mit einer
zweiten Farbe abstrahlen, wenn die mit dem Temperatursensor ermittelte Temperatur
unterhalb des Grenzwerts liegt.
[0025] Dieses Anzeigemittel bildet somit eine digitale Anzeige. Diese digitale Anzeige liefert
dem Träger des Handschuhs eine schnell erfassbare Information, die insbesondere in
einem Gefahrenfall sehr hilfreich ist, da dann der Träger des Handschuhs schnell anhand
der Anzeige geeignete Maßnahmen vornehmen kann.
[0026] Besonders vorteilhaft bildet der Grenzwert eine kritische Temperatur, oberhalb derer
eine Gefahr für den Träger des Handschuhs besteht. Bei Temperaturen oberhalb der kritischen
Temperatur wird die Gefahr vorteilhaft dadurch signalisiert, dass mit der Leuchtdiodenanordnung
rotes Licht abgestrahlt wird. Liegt die Temperatur dagegen unterhalb der kritischen
Temperatur, strahlt die Leuchtdiodenanordnung grünes Licht ab.
[0027] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weist die Sensoreinheit als
Sensorkomponente eine Leuchtdiode auf, welche als Richtstrahlen sichtbare Laserstrahlen
emittiert.
[0028] Diese Funktion ist besonders hilfreich in besonders gefahrbringenden Umgebungen,
in denen ein Rettungstrupp mit mehreren Personen tätig ist. Die den Handschuh mit
Sensoreinheit tragende Person kann dann mit dem sichtbaren Richtstrahl den anderen
Personen den Weg vorgeben, entlang dessen sie sich bewegen sollten, ohne dass hierfür
verbale Kommandos erforderlich sind.
[0029] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Sensoreinheit einen
Beschleunigungssensor auf, dessen Signale in einer Steuereinheit in Einschaltsignale
für Sensorkomponenten der Sensoreinheit umgesetzt werden.
[0030] Weiterhin werden in der Steuereinheit zeitgesteuert Ausschaltsignale für Sensorkomponenten
der Sensoreinheit generiert.
[0031] Damit kann die Aktivierung und Deaktivierung der Sensorkomponenten der Sensoreinheit
ohne umständliche manuelle Bedienung von Bedienelementen erfolgen, was insbesondere
im Gefahrenfall eine wertvolle Hilfe ist und zur Sicherheit des Trägers des Handschuhs
in gefahrbringenden Umgebungen beiträgt.
[0032] Sind beispielsweise in der Sensoreinheit als Sensorkomponenten der Temperatursensor
und die Richtstrahlen emittierende Laserdiode integriert, so kann der Temperatursensor
durch einmaliges Schlagen gegen den Handschuh aktiviert werden. Durch einen weiteren
Schlag kann dann die Laserdiode aktiviert werden, die dann durch einen dritten Schlag
wieder deaktiviert werden kann.
[0033] Die Aktivierung der Sensorkomponenten in der Sensoreinheit kann schnell und einfach
dadurch ausgelöst werden, dass die Sensoreinheit einer oberhalb eines Grenzwerts liegenden
Beschleunigung ausgesetzt wird. Dies kann einfach und schnell durch einen gezielten
Schlag gegen den Handschuh mit der Sensoreinheit bewirkt werden. Vorteilhaft hierbei
ist, dass die Ausführung der Schläge einhändig ausgeführt werden kann, das heißt der
Träger des Handschuhs behält immer noch eine Hand zur Durchführung weiterer Tätigkeiten
frei.
[0034] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist in der Steuereinheit
eine autarke Energieversorgung vorgesehen.
[0035] Insbesondere weist die Steuereinheit Anschlussmittel zum Aufladen der autarken Energieversorgung
auf, wobei die Anschlussmittel Bestandteile der Befestigungsmittel sind.
[0036] Die Sensoreinheit benötigt daher keinerlei Stromanschlüsse, was eine wesentliche
Voraussetzung dafür ist, dass sich der Träger des Handschuhs mit der Steuereinheit
ungehindert in Gefahrenbereichen bewegen kann.
[0037] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist die autarke
Energieversorgung von einem Akkumulator gebildet.
[0038] Prinzipiell können die Befestigungsmittel von Klettbändern oder dergleichen gebildet
sein.
[0039] Besonders vorteilhaft weist die Steuereinheit Anschlussmittel zum Aufladen der autarken
Energieversorgung auf, wobei die Anschlussmittel Bestandteile der Befestigungsmittel
sind.
[0040] Die Befestigungsmittel bilden damit leitfähige Elemente, die eine Doppelfunktion
erfüllen.
[0041] Besonders vorteilhaft sind die Befestigungsmittel ausgebildet, die Sensoreinheiten
reversibel lösbar am Handschuh zu fixieren.
[0042] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Handschuhs mit einer auf diesem befestigten
Sensoreinheit.
- Figur 2:
- Handschuh gemäß Figur 1 bei abgenommener Sensoreinheit.
- Figur 3:
- Draufsicht auf die Unterseite der Sensoreinheit gemäß Figur 1.
- Figur 4:
- Frontsicht auf die Unterseite der Sensoreinheit gemäß Figur 1.
- Figur 5:
- Erste Seitenansicht auf die Unterseite der Sensoreinheit gemäß Figur 1.
- Figur 6:
- Zweite Seitenansicht auf die Unterseite der Sensoreinheit gemäß Figur 1.
- Figur 7:
- Draufsicht auf eine erste in der Sensoreinheit angeordnete Platine.
- Figur 8:
- Draufsicht auf eine zweite in der Sensoreinheit angeordnete Platine.
[0043] Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Funktionseinheit bestehend
aus einem Handschuh 1 und einer auf dessen Handschuh-Rücken befestigten Sensoreinheit
2.
[0044] Der Handschuh 1 ist als Sicherheits-Handschuh, im vorliegenden Fall als Feuerwehr-Handschuh,
ausgebildet und besteht dementsprechend aus wärmeresistenten Materialien. Im Bereich
des Handschuh-Rückens ist ein Hitzeschild vorgesehen, der eine thermische Isolierung
für die darauf befestigte Sensoreinheit 2 bildet.
[0045] Die Sensoreinheit 2 ist reversibel lösbar am Handschuh 1 befestigt. Hierzu sind im
vorliegenden Fall als Befestigungsmittel Druckknöpfe vorgesehen. Diese Druckknopf-Verbindungen
sind aus den Figuren 2 und 3 ersichtlich, wobei Figur 2 den Handschuh 1 bei abgenommener
Sensoreinheit 2 und Figur 3 eine Draufsicht auf die Unterseite der Sensoreinheit 2
zeigt.
[0046] Figur 2 zeigt zwei identische erste Druckknopfelemente 3a, die auf der Oberseite
des Handschuhs 1 befestigt sind. Figur 3 zeigt an der Unterseite der Sensoreinheit
2 freiliegend zwei korrespondierende zweite Druckknopfelemente 3b. Alle Druckknopfelemente
3a, 3b bestehen aus einem metallischen Werkstoff. Die Druckknopf-Verbindung kann einfach
dadurch gebildet werden, dass die Druckknopfelemente 3b der Sensoreinheit 2 auf die
Druckknopfelemente 3a des Handschuhs 1 aufgedrückt werden.
[0047] Wie die Figuren 2 bis 6 zeigen, ist die Sensoreinheit 2 in einem Gehäuse 4 integriert.
Das Gehäuse 4 besteht aus einem nicht durchsichtigen, stoßfesten und flammenbeständigen
Kunststoff, wie zum Beispiel Polycarbonat.
[0048] Das Gehäuse 4 weist einen zweiteiligen Grundkörper, bestehend aus zwei Halbschalen
4a, 4b (Figuren 4 bis 6), auf. Die untere Halbschale 4a weist eine flache Bauform
auf, wobei die Unterseite nur eine leichte Krümmung aufweist. Die obere Halbschale
4b bildet eine stärker gewölbte, runde Konturen aufweisende Kuppel aus. Da somit das
Gehäuse 4 keine scharfkantigen Ecken oder Kanten aufweist, wird die Gefahr vermindert,
dass bei Tragen des Handschuhs 1 die darauf angeordnete Sensoreinheit 2 an Hindernissen
hängen bleibt.
[0049] Die als Kunststoff-Spritzgussteile ausgebildeten Halbschalen 4a, 4b werden mittels
eines Klebemittels miteinander verbunden. Das Klebemittel ist von einem hitzebeständigen
und schlagfesten Ein-Komponenten-Kleber gebildet. Mit diesem Klebemittel wird eine
hermetisch dichte Verbindung der Halbschalen 4a, 4b erzielt.
[0050] Die Druckknopfelemente 3b sind mittels Dichtungsringen 5 in der unteren Halbschale
4a gelagert, so dass auch hier ein hermetisch dichter Abschluss des Gehäuses 4 erzielt
wird.
[0051] In einer ersten Seitenwand des Gehäuses 4 der Sensoreinheit 2 ist eine erste Ausnehmung
vorgesehen, in welcher ein erstes transparentes Sichtfenster 6 gelagert ist (Figur
5). In der gegenüberliegenden Seitenwand des Gehäuses 4 ist eine zweite Ausnehmung
vorgesehen, in welcher ein zweites transparentes Sichtfenster 7 gelagert ist (Figur
6). Die Sichtfenster 6, 7 sind vorteilhaft mit dem Klebemittel in das Gehäuse 4 eingeklebt,
so dass auch hier hermetisch dichte Nahtstellen erhalten werden.
[0052] Wie aus Figur 4 ersichtlich, sind an der Frontseite zwei identisch ausgebildete,
in Abstand zueinander verlaufende Vorsprünge 8 des Gehäuses 4 ausgebildet. Zwischen
diesen Vorsprüngen 8 befindet sich ein im Wesentlichen ebenes Wandelement, in welchem
zwei kreisförmige Aussparungen vorgesehen sind. Beide Aussparungen sind mit Fenstern
9, 10 verschlossen, wobei die Fenster 9, 10 mit dem Klebemittel an der Innenseite
des Gehäuses 4 befestigt sind, um einen hermetisch dichten Abschluss zu erzielen.
Durch die Vorsprünge 8 liegen die Fenster 9, 10 gegen Schlageinwirkungen oder sonstige
mechanische Einflüsse geschützt im Gehäuse 4. Das erste Fenster 9 besteht aus einer
für Infrarot-Strahlung durchlässigen Silizium-Scheibe. Das zweite Fenster 10 besteht
aus einem für sichtbare Lichtstrahlen durchlässigen hitze- und schlagbeständigen transparentem
Kunststoff, insbesondere Macrolon oder Polycarbonat.
[0053] Die Figuren 7 und 8 zeigen die in der Sensoreinheit 2 integrierten elektronischen
Komponenten und Sensorkomponenten.
[0054] In der unteren Halbschale 4a des Gehäuses 4 ist eine erste Platine 11 gelagert (Figur
7). Auf der Oberseite der Platine 11 befindet sich ein Stecker 12. Weiterhin ist in
der oberen Halbschale 4b des Gehäuses 4 eine zweite Platine 13 vorgesehen, an deren
Unterseite ein zum Stecker 12 der ersten Platine 11 korrespondierender zweiter Stecker
14 angeordnet ist. Die Platinen 11, 13 sind im Gehäuse 4 mit parallel zueinander verlaufenden
Ebenen in Abstand übereinander angeordnet und mittels der Stecker 12, 14 elektrisch
miteinander verbunden.
[0055] Die Konturen der Platinen 11, 13 sind im Wesentlichen identisch und an den Querschnitt
des Gehäuses 4 angepasst. Dicht vor den Platinen 11, 13 im Bereich der Frontseite
des Gehäuses 4 sind an der unteren Halbschale 4a Aufnahmen 15, 16 vorgesehen, in welchen
die Fenster 9, 10 gelagert sind.
[0056] Auf der ersten Platine 11 ist eine Leuchtdiodenanordnung 17 angeordnet, die aus einer
Reihenanordnung von Leuchtdioden besteht, die sichtbares Licht emittieren. Die Leuchtdioden
sind im vorliegenden Fall als OLED (organische Leuchtdioden) ausgebildet und emittieren
je nach Ansteuerung rotes oder grünes Licht. Diese Leuchtdiodenanordnung 17 bildet
ein erstes Anzeigemittel, das durch das erste Sichtfenster 6 von außen sichtbar ist.
[0057] Weiterhin ist auf der ersten Platine 11 ein Akkumulator 18 als autarke Energieversorgung
vorgesehen. Wie aus Figur 7 ersichtlich, sind auch die Druckknopfelemente 3b an der
ersten Platine 11 elektrisch kontaktiert. Diese Druckknopfelemente 3b bilden somit
nicht nur Befestigungsmittel zur Befestigung der Sensoreinheit 2 am Handschuh 1, sondern
bilden zugleich elektrische Anschlussmittel an ein nicht dargestelltes Ladegerät,
mittels dessen der Akkumulator 18 aufgeladen werden kann. Das Ladegerät weist zu den
Druckknopfelementen 3b korrespondierende Anschlussmittel auf, sowie eine Halterung,
in welcher die Sensoreinheit 2 zum Aufladen des Akkumulators 18 verpolsicher gelagert
werden kann.
[0058] Auf der oberhalb der ersten Platine 11 gelagerten zweiten Platine 13 befindet sich
eine Steuereinheit 19 in Form eines Mikroprozessors, mit dem die Komponenten der Sensoreinheit
2 gesteuert werden. Weiterhin ist auf der zweiten Platine 13 ein Temperatursensor
20 angeordnet. Der Temperatursensor 20 ist als Strahlungsthermometer ausgebildet,
welcher Infrarotstrahlung zur Temperaturmessung emittiert. Zur Bestimmung der Oberflächentemperaturen
von Gegenständen außerhalb der Sensoreinheit 2 wird die Infrarotstrahlung durch das
Fenster 9 nach außen geführt.
[0059] Weiterhin ist auf der zweiten Platine 13 eine Laserdiode 21 angeordnet, welche als
Richtstrahlen sichtbare Laserstrahlen emittiert. Die Laserdiode ist hinter dem zweiten
Fenster 10 angeordnet.
[0060] Als weitere Sensorkomponente ist auf der zweiten Platine 13 ein Beschleunigungssensor
22 angeordnet. Schließlich ist an die zweite Platine 13 als weiteres Anzeigemittel
ein Display 23 angeschlossen, welches durch das zweite Sichtfenster 7 von außen sichtbar
ist.
[0061] Die Funktion der Sensoreinheit 2 wird nachfolgend unter Bezug auf die Ausführungsform
der Figuren 3 bis 8 erläutert.
[0062] Mit dem Temperatursensor 20 werden die Oberflächentemperaturen von Gegenständen außerhalb
der Sensoreinheit 2 gemessen. Die Auswertung der Messwerte erfolgt in der Steuereinheit
19. Der aktuell ermittelte Temperaturwert wird als Zahlenwert am Display 23 angezeigt.
An dem Display 23 können weiterhin auch weitere Kenngrößen angezeigt werden, insbesondere
der Ladezustand des Akkumulators 18. Weiterhin erfolgt mit der Leuchtdiodenanordnung
17 eine digitale Temperaturanzeige. Hierzu wird in der Steuereinheit 19 der mit dem
Temperatursensor 20 ermittelte aktuelle Temperaturwert mit einem Grenzwert verglichen.
Der Grenzwert entspricht einer kritischen Temperatur, oberhalb derer eine Gefahr für
den Träger des Handschuhs 1 besteht. Die kritische Temperatur beträgt typischerweise
60°C. Liegt die aktuelle Temperatur unterhalb des Grenzwerts, wird mit der Leuchtdiodenanordnung
17 grünes Licht abgestrahlt, wodurch ein unkritischer Zustand signalisiert wird. Ist
die aktuelle Temperatur größer als der Grenzwert oder entspricht dem Grenzwert, wird
mit der Leuchtdiodenanordnung 17 rotes Licht abgestrahlt, wodurch ein kritischer Zustand
signalisiert wird.
[0063] Der von der Laserdiode 21 über das Fenster 10 nach außen abgestrahlte sichtbare Laserstrahl
bildet einen Richtstrahl, das heißt ein Orientierungsmittel. Insbesondere in Gefahrenbereichen
wie Brandherden, kann so der Träger des Handschuhs 1 mit der Sensoreinheit 2 anhand
des Richtstrahls anderen Personen den Weg weisen ohne hierfür verbale Kommandos geben
zu müssen.
[0064] Prinzipiell könnten der Temperatursensor 20 und die Laserdiode fortlaufend aktiv
sein. Besonders vorteilhaft sind diese Komponenten jedoch nur zeitweise aktiv. Als
Einschaltmittel werden die vom Beschleunigungssensor 22 generierten Signale benutzt,
die in der Steuereinheit 19 mit einem Schwellwert, entsprechend einer kritischen Beschleunigung,
verglichen werden. Wird, beispielsweise durch Ausüben eines Schlags auf den Handschuh
1, ein erstes Mal der Schwellwert von den Signalen des Beschleunigungssensors 22 überschritten,
so wird der Temperatursensor 20 eingeschaltet. Der Temperatursensor 20 bleibt dann
für eine in der Steuereinheit 19 vorgegebene Zeitdauer aktiv und wird nach Ablauf
dieser Zeitdauer über die Steuereinheit 19 ausgeschaltet.
[0065] Überschreiten die Beschleunigungssensoren 22 durch einen weiteren Schlag gegen den
Handschuh 1 ein zweites Mal den Schwellwert, wird auch die Laserdiode eingeschaltet.
Die Laserdiode kann durch einen dritten Schlag gegen den Handschuh 1, der ein weiteres
Mal ein Überschreiten des Schwellwerts durch die Signale des Beschleunigungssensors
22 bewirkt, wieder ausgeschaltet werden.
Bezugszeichenliste
[0066]
- (1)
- Handschuh
- (2)
- Sensoreinheit
- (3a)
- erstes Druckknopfelement
- (3b)
- zweites Druckknopfelement
- (4)
- Gehäuse
- (4a)
- untere Halbschale
- (4b)
- obere Halbschale
- (5)
- Dichtungsring
- (6)
- erstes transparentes Sichtfenster
- (7)
- zweites transparentes Sichtfenster
- (8)
- Vorsprung
- (9)
- erstes Fenster
- (10)
- zweites Fenster
- (11)
- erste Platine
- (12)
- Stecker
- (13)
- zweite Platine
- (14)
- Stecker
- (15, 16)
- Aufnahme
- (17)
- Leuchtdiodenanordnung
- (18)
- Akkumulator
- (19)
- Steuereinheit
- (20)
- Temperatursensor
- (21)
- Laserdiode
- (22)
- Beschleunigungssensor
- (23)
- Display
1. Handschuh (1) mit einer Sensoreinheit (2), wobei die Sensoreinheit (2) an einer Außenseite
des Handschuhs (1) mittels Befestigungsmitteln befestigt ist, und wobei die Sensoreinheit
(2) als Sensorkomponente einen Temperatursensor (20) aufweist, welcher zur Messung
der Oberflächentemperaturen von außerhalb der Sensoreinheit (2) angeordneten Gegenständen
ausgebildet ist.
2. Handschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieser ein Feuerwehr-Handschuh, ein Polizei-Handschuh oder ein Rescue-Handschuh ist.
3. Handschuh nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheit (2) auf dem Handschuh-Rücken befestigt ist, wobei im Handschuh-Rücken
ein Hitzeschild vorgesehen ist.
4. Handschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheit (2) in einem Gehäuse (4) integriert ist, und dass der Temperatursensor
(20) zur Temperaturmessung Strahlung, insbesondere Infrarot-Strahlung, emittiert,
welche durch ein Fenster (9, 10) im Gehäuse (4) der Sensoreinheit (2) geführt ist.
5. Handschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass Anzeigemittel vorgesehen sind, mittels derer mit dem Temperatursensor (20) gemessene
Temperaturen visualisiert sind.
6. Handschuh nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Anzeigemittel ein im Gehäuse (4) der Sensoreinheit (2) angeordnetes, durch ein
Fenster (9, 10) in einer Gehäusewand von außen sichtbares Display (23) vorgesehen
ist, mittels dessen der jeweils von dem Temperatursensor (20) aktuell ermittelte Temperatur
anzeigbar ist.
7. Handschuh nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Display (23) weitere Kenngrößen der Sensoreinheit (2) angezeigt werden.
8. Handschuh nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Anzeigemittel eine im Gehäuse (4) der Sensoreinheit (2) angeordnete, durch ein
Fenster (9, 10) in einer Gehäusewand von außen sichtbare Leuchtdiodenanordnung (17)
vorgesehen ist, wobei Leuchtdioden der Leuchtdiodenanordnung (17) Licht mit einer
ersten Farbe abstrahlen, wenn die mit dem Temperatursensor (20) ermittelte Temperatur
oberhalb eines Grenzwerts liegt, und wobei Leuchtdioden der Leuchtdiodenanordnung
(17) Licht mit einer zweiten Farbe abstrahlen, wenn die mit dem Temperatursensor (20)
ermittelte Temperatur unterhalb des Grenzwerts liegt.
9. Handschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheit (2) als Sensorkomponente eine Leuchtdiode aufweist, welche als
Richtstrahlen sichtbare Laserstrahlen emittiert, und/oder dass die Sensoreinheit (2)
einen Beschleunigungssensor (22) aufweist, dessen Signale in einer Steuereinheit (19)
in Einschaltsignale für Sensorkomponenten der Sensoreinheit (2) umgesetzt werden.
10. Handschuh nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass in der Steuereinheit (19) zeitgesteuert Ausschaltsignale für Sensorkomponenten der
Sensoreinheit (2) generiert werden.
11. Handschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass in der Steuereinheit (19) eine autarke Energieversorgung vorgesehen ist, welche insbesondere
von einem Akkumulator (18) gebildet ist.
12. Handschuh nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (19) Anschlussmittel zum Aufladen der autarken Energieversorgung
aufweist, wobei die Anschlussmittel Bestandteile der Befestigungsmittel sind.
13. Handschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel ausgebildet sind die Sensoreinheiten (2) reversibel lösbar
am Handschuh (1) zu fixieren.
14. Handschuh nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel von Druckknöpfen gebildet sind, wobei an der Sensoreinheit
(2) vorgesehene Druckknopfelemente (3a, 3b) Anschlussmittel zum Aufladen der autarken
Energieversorgung bilden.
15. Handschuh nach einem der Ansprüche 4 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (4) der Sensoreinheit (2) hermetisch dicht ist und aus flamm- und schlagfesten
Materialien besteht.