[0001] Die Erfindung betrifft eine Schuhsohle, insbesondere zum Einsatz in Sicherheitsschuhen,
enthaltend ein Stabilitätselement.
[0002] Schuhsohlen mit Verstärkungselementen sind allgemein bekannt und werden vielfach
im Sportschuhbereich verwendet. So beschreibt beispielsweise die
DE 199 04 744 B4 einen Sportschuh mit einem Stabilitätselement, das innerhalb der Sohle angeordnet
ist, wobei sich das Stabilitätselement vom Hinterfußbereich in den Vorderfußbereich
hinein erstreckt, und wobei das Stabilitätselement sich im Wesentlichen auf der medialen
und/oder der lateralen Seite des Vorderfußbereiches erstreckt, wobei das Stabilitätselement
dafür sorgt, dass beim Abrollen des Fußes durch elastische Verbiegung Energie aufgenommen
wird, die beim Abstoßen des Fußes im Wesentlichen verlustfrei wieder abgegeben wird..
[0003] Die Vorgänge, die sich im menschlichen Fuß beim Gehen und Laufen abspielen, sind
komplex und mit verschieden Bewegungsabläufen verknüpft. Üblicherweise wird versucht,
in den Schuhkonstruktionen die Schuhe so herzustellen, dass der natürliche Bewegungsablauf
des menschlichen Fußes möglichst wenig behindert wird. Mit anderen Worten: Es wird
angestrebt, den beim Barfußlaufen entstehenden Bewegungsablauf weitgehend zu simulieren
bzw. zu erhalten.
[0004] Auch ist es bekannt, Schuhe oder Schuhsohlen mit Stabilitätselementen zu versehen,
die bestimmte Fehlhaltungen oder orthopädische Missbildungen des Fußes korrigieren.
Ein Beispiel dafür sind z.B. Verstärkungen bzw. Einlagen, die verhindern, dass der
Fuß beim Laufen um mehrere Grade nach innen oder nach außen einknickt. Bei der sogenannten
Supination erfolgt eine Hebung des inneren Fußrandes bei gleichzeitiger Senkung des
äußeren Fußrandes. Die entgegengesetzte Bewegung nennt man Pronation, hier wird also
der innere Fußrand gesenkt bei gleichzeitiger Hebung des äußeren Fußrandes.
[0005] Die vorliegende Erfindung stellt sich nicht so sehr die Aufgabe, den natürlichen
(Barfuß)Lauf zu simulieren oder Fehlhaltungen bzw. Missbildungen auszugleichen, sondern
vielmehr, den menschlichen Fuß zu einem günstigen Bewegungsablauf zu bringen, ihm
gewissermaßen einen vorteilhaften Ablauf der Bewegung "aufzuzwingen".
[0006] Erfindungsgemäß gelingt die Lösung dieser Aufgabe durch eine Schuhsohle enthaltend
ein Stabilitätselement 1, wobei das Stabilitätselement 1 jeweils ein mediales und
ein laterales Ende aufweist, und im Wesentlichen entlang des Zehenbereich der Schuhsohle
angeordnet ist und sich dabei entlang der medialen und lateralen Seiten der Sohle
im Zehenbereich erstreckt, und sich dadurch auszeichnet, dass das mediale Ende des
Stabilitätselementes 1 sich in etwa in Höhe des Großzehs und das laterale Ende des
Stabilitätselementes 1 sich in etwa in Höhe des Kleinzehs befindet. Der Abstand zwischen
dem lateralen und dem medialen Ende liegt sinnvollerweise zwischen 5 mm und 40 mm,
um die entsprechende Funktion zu erzielen.
[0007] In
Fig. 1 ist schematisch das Knochengerüst eines menschlichen Fußes dargestellt. Der Großzeh
wird mit I gekennzeichnet und die weiteren Zehen mit II, III, IV und V (Kleinzeh).
Mit Ausnahme des Großzehs haben alle Zehen II, III, IV und V drei Zehenglieder, die
als Grundglied 7, Mittelglied 6 und Endglied 5 bezeichnet werden. Der Großzeh I weist
nur das Endglied 5 und das Grundglied 7 auf.
[0008] In
Fig. 2 ist schematisch der Verlauf eines Stabilitätselementes 1 gemäß vorliegender Erfindung
dargestellt. Das halbkreisförmige Stabilitätselement 1 verläuft im Zehenbereich der
Sohle und erstreckt sich entlang der lateralen (äußeren) Seite der Sohle weiter in
Richtung Hinterfußbereich als entlang der medialen (inneren) Seite der Sohle.
[0009] Legt man den Aufbau des Knochengerüstes des menschlichen Fußes zugrunde, so zeichnet
sich die Schuhsohle bevorzugt dadurch aus, dass sich das mediale Ende des Stabilitätselementes
1 in etwa in Höhe des Grundglieds (5) des Großzehs befindet.
[0010] Das laterale Ende des Stabilitätselementes 1 befindet sich dabei bevorzugt in etwa
in Höhe des Grundglieds (7) des Kleinzehs.
[0011] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird ebenfalls gelöst durch eine Schuhsohle enthaltend
ein Stabilitätselement 2, wobei das Stabilitätselement 2 jeweils ein mediales und
ein laterales Ende aufweist, und sich vom Hinterfußbereich in den Vorderfußbereich
und im Wesentlichen entlang der medialen und lateralen Seiten der Sohle erstreckt
und dass das mediale Ende des Stabilitätselementes 2 sich unterhalb des Grundgliedes
7 des Großzehs befindet und das laterale Ende des Stabilitätselementes 2 sich unterhalb
des Grundgliedes 7 des Kleinzehs befindet, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstände
zwischen medialen Ende des Stabilitätselementes und Grundglied 7 des Großzehs sowie
zwischen lateralen Ende des Stabilitätselementes 2 und Grundglied 7 des Kleinzehs
in etwa gleich lang sind.
[0012] Fig. 3 zeigt schematisch ein solches Stabilitätselement 2, wobei dieses in der Abbildung
als "H-förmiges" Element dargestellt ist, was bevorzugt ist, aber nicht einschränkend
ausgelegt werden soll.
[0013] Die Stabilitätselemente 1 und 2 sind so angeordnet, dass sie die natürliche, schräge
Abknickung des Fußes nicht nur ermöglichen sondern sogar erzwingen. Hierdurch ist
die Schuhsohle an die Anatomie des menschlichen Fußes und dessen Bewegungsabläufe
angepasst.
[0014] In den
Fig. 2 und
3 (bzw.
4) ist dieses natürliche Abknicken durch eine Knicklinie dargestellt, die beginnend
an der medialen Seite der Sohle im Vorderfußbereich und unterhalb des Zehenbereiches
zunächst in etwa senkrecht zu der medialen Seite der Sohle verläuft und dann kurz
vor der longitudinalen Achse der Sohle in Richtung des Hinterfußbereiches im stumpfen
Winkel abknickt.
[0015] Wie bereits gesagt, wird durch die Verstärkungselemente der Sohle das schräge Abknicken
des menschlichen Fußes unterstützt bzw. erzwungen, wie sie bei einer Gehbewegung barfuß
vorkommt. Dabei knickt der menschliche Fuß beim Gehen im Bereich des Großzehs gerade
und im Bereich des Kleinzehs schräg ab.
[0016] In einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform ist die Schuhsohle mit mindestens
zwei separaten Stabilitätselementen versehen, wobei die Stabilitätselemente jeweils
ein mediales und ein laterales Ende aufweisen, wobei ein Stabilitätselement 1 entlang
des Zehenbereich der Schuhsohle angeordnet ist und sich dabei entlang der medialen
und lateralen Seiten der Sohle im Zehenbereich erstreckt, und ein weiteres Stabilitätselement
2 sich vom Hinterfußbereich in den Vorderfußbereich ebenfalls im Wesentlichen entlang
der medialen und lateralen Seiten der Sohle erstreckt, wobei die medialen und lateralen
Enden der Stabilitätselemente an den medialen und lateralen Seiten der Sohle jeweils
einen Abstand zueinander aufweisen, und zeichnet sich dadurch aus, dass die Mittelpunkte
zweier gedachter Linien zwischen diesen Abständen einander versetzt gegenüber liegen.
[0017] Eine solche erfindungsgemäße Sohle, die beide Stabilitätselemente 1 und 2 enthält,
ist in der
Fig. 4 schematisch dargestellt. Hier wirken also beide Elemente zusammen, sodass die oben
beschriebene Abknickung noch stärker erzwungen wird.
[0018] Fig. 4 zeigt, dass sich - ebenfalls bevorzugt - das mediale Ende des Stabilitätselementes
2 sogar noch weiter vorn im Vorderfußbereich befindet als das laterale Ende des Stabilitätselementes
1, sodass also ein gedachte Linie senkrecht zur Longitudinalachse der Sohle ausgehend
vom medialen Ende des Stabilitätselementes 2 das Stabilitätselement 1 vor seinem lateralen
Ende schneiden würde.
[0019] Auch beim Zusammenwirken beider Stabilitätselemente ist es wiederum bevorzugt, wenn
die Elemente so angeordnet sind, dass eine gedachte Linie vom medialen Ende des Stabilitätselementes
(1) zum lateralen Ende des Stabilitätselementes (1) bzw. eine gedachte Linie vom lateralen
Ende des Stabilitätselementes (2) zum medialen Ende des Stabilitätselementes (2) in
etwa entlang der natürlichen Abknickung des Fußes verläuft.
[0020] Das Stabilitätselement bzw. die Stabilitätselemente der Sohle gemäß Erfindung sind
bevorzugt innerhalb der Sohle integriert.
[0021] Als Sohle im Sinne der Erfindung sind alle bekannten und eingesetzten Sohlentypen
zu verstehen, wie die Laufsohle, die Brandsohle oder auch die Einlegesohle. Diese
Sohlen sind dem Fachmann bekannt. Besonders bevorzugt sind die Verstärkungselemente
in die Laufsohle integriert. Sie können jedoch auch in anderen Sohlen eingebaut sein.
Ebenso ist es möglich, dass gleichzeitig mehrere Sohlen die Verstärkungselemente beinhalten.
[0022] Darüber hinaus können die Verstärkungselemente auch separat in den Schuh eingelegt
werden, wobei natürlich darauf zu achten ist, dass die Sohle(n) im Schuh nicht der
Wirkung der Verstärkungselemente entgegen wirken.
[0023] Die Materialien, aus denen die Stabilitätselemente bestehen, sind prinzipiell nicht
eingeschränkt, bevorzugt bestehen sie aber aus Polyurethan, Polyethylen, Polypropylen
oder Mischungen aus den genannten Stoffen
[0024] Aufgrund der Wirkung der erfindungsgemäßen Sohle ist die Sohle für eine ganze Reihe
verschiedenartiger Schuhe gut geeignet, jedoch insbesondere für sogenannte Sicherheitsschuhe
bevorzugt.
[0025] Die Bevorzugung von Sicherheitsschuhen ergibt sich unter anderem daraus, das man
zusätzlich eine Schutzkappe im Zehenbereich des Schuhs bzw. der Schuhsohle anordnen
kann, wobei die Schutzkappe eine schalenartige Form aufweist und in etwa senkrecht
und parallel zu dem Stabilitätselement 1 verläuft.
[0026] Wie sich aus der Beschreibung der Erfindung und insbesondere natürlich aus den Ansprüchen
ergibt, funktioniert die Sohle bereits vorzüglich, wenn (lediglich) das Stabilitätselement
1 vorliegt.
[0027] Der Verlauf dieses Stabilitätselementes entspricht in sehr guter Näherung auch dem
Verlauf einer seitens der Anmelderin in der
DE 20 20130 09677 vorgeschlagenen Sicherheitskappe.
[0028] Das Zusammenwirken beider Elemente, also der Schutzkappe und zumindest des Stabilitätselementes
1, bewirkt einen ausgezeichneten Schutz des Fußes im Sicherheitsschuh bei gleichzeitiger
hervorragender Unterstützung bzw. Erzwingung eines natürlichen Abknickens des Fußes.
1. Schuhsohle enthaltend ein Stabilitätselement (1), wobei das Stabilitätselement (1)
jeweils ein mediales und ein laterales Ende aufweist, und im Wesentlichen entlang
des Zehenbereich der Schuhsohle angeordnet ist und sich dabei entlang der medialen
und lateralen Seiten der Sohle im Zehenbereich erstreckt, dadurch gekennzeichnet, dass das mediale Ende des Stabilitätselementes (1) sich in etwa in Höhe des Großzehs und
das laterale Ende des Stabilitätselementes (1) sich in etwa in Höhe des Kleinzehs
befindet.
2. Schuhsohle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich das mediale Ende des Stabilitätselementes (1) in etwa in Höhe des Grundglieds
(5) des Großzehs befindet.
3. Schuhsohle nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich das laterale Ende des Stabilitätselementes in etwa in Höhe des Grundglieds (7)
des Kleinzehs befindet.
4. Schuhsohle enthaltend ein Stabilitätselement (2), wobei das Stabilitätselement (2)
jeweils ein mediales und ein laterales Ende aufweist, und sich vom Hinterfußbereich
in den Vorderfußbereich und im Wesentlichen entlang der medialen und lateralen Seiten
der Sohle erstreckt und dass das mediale Ende des Stabilitätselementes (2) sich unterhalb
des Grundgliedes (7) des Großzehs befindet und das laterale Ende des Stabilitätselementes
(2) sich unterhalb des Grundgliedes (7) des Kleinzehs befindet, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstände zwischen medialen Ende des Stabilitätselementes (2) und Grundglied (7)
des Großzehs sowie zwischen lateralen Ende des Stabilitätselementes (2) und Grundglied
(7) des Kleinzehs in etwa gleich lang sind.
5. Schuhsohle, die mit mindestens zwei separaten Stabilitätselementen versehen ist, wobei
die Stabilitätselemente jeweils ein mediales und ein laterales Ende aufweisen, wobei
ein Stabilitätselement (1) entlang des Zehenbereich der Schuhsohle angeordnet ist
und sich dabei entlang der medialen und lateralen Seiten der Sohle im Zehenbereich
erstreckt, und ein weiteres Stabilitätselement (2) sich vom Hinterfußbereich in den
Vorderfußbereich ebenfalls im Wesentlichen entlang der medialen und lateralen Seiten
der Sohle erstreckt, wobei die medialen und lateralen Enden der Stabilitätselemente
an den medialen und lateralen Seiten der Sohle jeweils einen Abstand zueinander aufweisen,
dadurch gekennzeichnet, dass die Mittelpunkte zweier gedachter Linien zwischen diesen Abständen einander versetzt
gegenüber liegen.
6. Die Schuhsohle nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, sich das mediale Ende des Stabilitätselementes (2) weiter vorn im Vorderfußbereich
befindet als das laterale Ende des Stabilitätselementes (1).
7. Die Schuhsohle nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine gedachte Linie vom medialen Ende des Stabilitätselementes (1) zum lateralen
Ende des Stabilitätselementes (1) bzw. eine gedachte Linie vom lateralen Ende des
Stabilitätselementes (2) zum medialen Ende des Stabilitätselementes (2) in etwa entlang
der natürlichen Abknickung des Fußes verläuft.
8. Die Schuhsohle nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stabilitätselemente innerhalb der Sohle integriert sind.
9. Die Schuhsohle nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stabilitätselemente aus Polyurethan, Polyethylen, Polypropylen oder Mischungen
aus den genannten Stoffen bestehen.
10. Sicherheitsschuh enthaltend eine Schuhsohle nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche.
11. Der Sicherheitsschuh nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich eine Schutzkappe im Zehenbereich des Schuhs bzw. der Schuhsohle angeordnet
ist, wobei die Schutzkappe eine schalenartige Form aufweist und in etwa senkrecht
und parallel zu dem Stabilitätselement (1) verläuft.