[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufheizen einer ausgemauerten Einrichtung
nach dem Oberbegriff von Anspruch 1, sowie ein Verfahren zum Aufheizen eines Gegenstands
nach dem Oberbegriff von Anspruch 13.
[0002] Das Aufheizen des Mauerwerks von ausgemauerten Einrichtungen, z.B. Pfannen auf dem
Gebiet der Stahlerzeugung, erfolgt herkömmlich unter Berücksichtigung einer vorbestimmten
Temperaturkurve, die von den Herstellern der Ausmauerung vorgeschrieben wird. Solche
vorbestimmten Temperaturkurven können in der Praxis durch eine geeignete Einstellung
der thermischen Leistung eines Brenners oder durch die Regulierung der Luftzahl des
Brenners realisiert werden.
[0003] DE 199 35 451 A1 zeigt ein Pfannenvorwärmungssystem und ein Pfannenvorwärmungsverfahren, bei dem die
Wärmezuführungsrate zu der Pfanne berechnet und über die gesamte Vorwärmungsperiode
überwacht wird. Hierbei wird die veränderliche durchschnittliche Steigung, die die
Änderung der Wärmezuführungsrate mit dem Ablauf der Zeit repräsentiert, berechnet.
Weiters wird die veränderliche durchschnittliche Steigung in Bezug auf unvermeidbare
Schwankungen bei den Messungen der Wärmezuführungsrate korrigiert. Schließlich wird
die Änderung der veränderlichen durchschnittlichen Steigung mit dem Ablauf der Zeit
errechnet, wobei auf Grundlage dessen dann die Betriebsbereitschaft der Pfanne angezeigt
wird, wenn diese veränderliche durchschnittliche Steigung unter ein Sollwert-Kriterium
fällt, das eine vollständig vorgewärmte Pfanne anzeigt. Die Technologie gemäß
DE 199 35 451 A1 dient somit zur Realisierung einer genauen Anzeige, wann eine feuerfeste Auskleidung
bzw. Ausmauerung einer Pfanne gleichmäßig durchgewärmt - und somit betriebsbereit
- ist. Spezifische Parameter in Bezug auf das Material der Ausmauerung einer Pfanne
werden hierbei jedoch nicht berücksichtigt.
[0004] WO 2008/154595 A2 offenbart ein Verfahren zum Aufheizen von Pfannen für die Stahlerzeugung. Die Temperatur
beim Aufheizvorgang wird verändert, indem ein Brenner einer Aufheizeinheit auf Grundlage
von Messungen des feuerfesten Materials der Pfanne kontrolliert wird. Zur Reduzierung
von Wärmeverlusten und für ein effizientes Aufheizen umfasst die Aufheizeinheit einen
Ventilmechanismus, mit dem eine Flammengröße des Brenners der Aufheizeinheit während
eines Leerlaufs des Aufheizprozesses variiert werden kann.
[0005] Aus
KR 20120009104 A ist ein Aufheizsystem für eine Gießpfanne bekannt, bei dem ein Temperatursensor in
einem Pfannendeckel angebracht ist, um die Temperatur im Inneren der Pfanne zu messen.
Das Signal von dem Temperatursensor, welches die Temperatur im Inneren der Gießpfanne
anzeigt, wird von einem Regler empfangen. Der Regler steuert dann eine Energiequelle
des Aufheizsystems, so dass das Innere der Pfanne durch eine voreingestellte Temperatur
kontrolliert werden kann.
[0006] KR 20130075280 A offenbart ein Aufheizsystem für eine Gießpfanne, das einen Deckel, einen Brenner,
eine Fotografie-Einrichtung und ein Ausgabeteil umfasst. Der Brenner heizt die Innenfläche
eines Innenraums einer Pfanne auf, indem eine Flamme in den Innenraum gerichtet wird.
Die Fotografie-Einrichtung nimmt Bilder von der Innenfläche des Innenraums der Pfanne
auf, um thermische Bilder der Innenfläche des Innenraums zu erzeugen und damit die
Temperatur der Innenfläche des Innenraums zu berechnen. Das Ausgabeteil gibt die thermischen
Bilder und die Oberflächentemperatur des Innenraums aus.
[0007] Die obigen herkömmlich bekannten Verfahren zum Aufheizen von ausgemauerten Eirichtungen,
unter Berücksichtigung einer vorbestimmten Temperaturkurve wie vorstehend erläutert,
unterliegen dem Nachteil, dass für vorgegebene Aufheiz- bzw. Temperaturkurven keine
lokalen Temperaturgradienten für die Ausmauerung, in örtlicher oder zeitlicher Hinsicht,
berücksichtigt werden. Insoweit sind hohe Sicherheitsbereiche für die Aufheizkurven
vorzusehen, um in jedem Fall eine Schädigung der Ausmauerung zu vermeiden. Diese Sicherheitsbereiche
führen dann nachteilig zu einer relativ langen Aufheizzeit, bis für die Ausmauerung
eine Zieltemperatur erreicht wird.
[0008] Fig. 6 zeigt ein Diagramm nach dem Stand der Technik für eine Aufheizkurve T
B, in Verbindung mit einem Temperaturgradienten, der sich in der Ausmauerung einer
Gießpfanne bei deren Aufheizen ausbildet. Dieser Temperaturgradient wird gebildet
zwischen einer Oberfläche der Ausmauerung und einem Abschnitt der Ausmauerung, der
z.B. 10 mm von der Oberfläche beabstandet ist. Beim Aufheizen sind die größten Temperaturgradienten
an der Innenseite der Ausmauerung zu erwarten. Das Diagramm von Fig. 6 verdeutlicht,
dass einerseits die Aufheizkurve T
B linear und gleichmäßig ansteigt, und andererseits der Temperaturgradient, ausweislich
der Temperaturkurven bezüglich der Oberfläche der Ausmauerung und eine Stelle, die
wie erläutert etwa 10 mm von der Oberfläche beabstandet ist, bei zunehmender Temperatur
der Energiequelle zunimmt. Die Zunahme dieses Temperaturgradienten ist dadurch begründet,
dass die Temperaturzunahme innerhalb der Ausmauerung (T
innen) im Vergleich zur Temperaturzunahme an der Oberfläche der Ausmauerung (T
Oberfläche) "nacheilt", bzw. lediglich mit einer Verzögerung ansteigt. Mit einer solchen Temperaturentwicklung
innerhalb der Ausmauerung ist eine gewünschte Verkürzung von Aufheizzeiten entweder
nur eingeschränkt oder gar nicht möglich.
[0009] Entsprechend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, das Aufheizen einer ausgemauerten
Einrichtung bzw. eines Gegenstands effizienter - nämlich mit einer verkürzten Aufheizzeit
bis zum Erreichen einer vorgegebenen Zieltemperatur - und gleichzeitig schonend für
das Material der Ausmauerung bzw. Gegenstands zu gestalten.
[0010] Die obige Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch 1 und durch
ein Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch 13 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
[0011] Das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung dient zum Aufheizen einer ausgemauerten
Einrichtung, bei dem die Ausmauerung der Einrichtung durch eine Energiequelle erhitzt
wird. Die Energiequelle wird während des Aufheizens der Ausmauerung bis zum Erreichen
einer vorgegebenen Zieltemperatur der Ausmauerung als Funktion bzw. in Abhängigkeit
eines vorbestimmten Sollwertes für einen Temperaturgradienten, der sich innerhalb
der Ausmauerung bildet bzw. darin einstellt, gesteuert. Hierbei wird der vorbestimmte
Sollwert für diesen Temperaturgradienten unter Berücksichtigung zumindest eines Material-Kennwertes
der Ausmauerung bestimmt, wobei ein solcher Material-Kennwert der Ausmauerung aus
einer Gruppe von Kennwerten gebildet aus spezifischer Wärmekapazität c
p, Wärmeleitfähigkeit (λ), Dichte (ρ) und/oder maximal zulässige thermische Spannung
(σ
Tmax) gewählt wird.
[0012] Bezüglich des innerhalb der Ausmauerung gebildeten Temperaturgradienten und des entsprechenden
vorbestimmten Sollwertes darf darauf hingewiesen werden, dass es sich hierbei um einen
lokalen Gradienten handelt, der nachfolgend auch mit dT/dx bezeichnet wird.
[0013] Der Erfindung liegt die wesentliche Erkenntnis zugrunde, dass das Aufheizen der Ausmauerung
einer ausgemauerten Einrichtung in Kenntnis bzw. unter Berücksichtigung von zumindest
einer Materialeigenschaft bzw. eines Material-Kennwertes der Ausmauerung erfolgt,
nämlich spezifische Wärmekapazität, Wärmeleitfähigkeit, Dichte und/oder maximal zulässige
thermische Spannung der Ausmauerung. Mit zumindest einem solchen Material-Kennwert
kann der vorbestimmte Sollwert für den Temperaturgradienten bestimmt werden, der für
das Aufheizen der Ausmauerung einzuhalten ist und als Grundlage für die Ansteuerung
der Energiequelle dient. Hierdurch ist es möglich, die Energiemenge, die in die Ausmauerung
zu deren Aufheizen einzubringen ist, zeitlich zu maximieren. Insbesondere für den
Fall, dass ein solcher vorbestimmter Sollwert für den Temperaturgradienten auch unter
Berücksichtigung einer maximal zulässigen thermischen Spannung bestimmt worden ist,
wird nach der vorliegenden Erfindung zuverlässig gewährleistet, dass beim Aufheizen
der Ausmauerung maximal zulässige thermische Spannungen innerhalb der Ausmauerung
nicht überschritten werden und entsprechend das Steinmaterial der Ausmauerung nicht
geschädigt wird. Anders ausgedrückt, führt die Kenntnis bzw. eine Berücksichtigung
einer maximal zulässigen thermischen Spannung für das Material der Ausmauerung, in
Verbindung mit einer Prozessführung, bei der eine maximal zulässige thermische Spannung
nicht überschritten wird, vorteilhaft zu einer schonenden Materialaufheizung und zu
einer Erhöhung von Standzeiten, z.B. für Gießpfannen oder dergleichen.
[0014] Ergänzend ist es möglich, die Aufheizkurve zum Aufheizen der Ausmauerung in Abhängigkeit
von deren Dicke, z.B. von einer radialen Dicke der Ausmauerung in einer Gießpfanne
oder dergleichen, einzustellen.
[0015] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann beim Aufheizen der Ausmauerung
ein darin erzeugter Temperaturgradient erfasst werden, der dann als Regelgröße für
eine Ansteuerung der Energiequelle verwendet wird. Die Erfassung eines Temperaturgradienten,
der sich innerhalb der Ausmauerung bildet, liefert eine Information über einen zeitlich
und örtlich lokalen thermischen Zustand der Ausmauerung. Basierend auf dieser Information
ist es nach der vorliegenden Erfindung vorteilhaft möglich, die Energiequelle zum
Aufheizen der Ausmauerung entsprechend zu regeln.
[0016] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass innerhalb
der Ausmauerung zumindest eine Sensoreinrichtung zur Erfassung des in der Ausmauerung
erzeugten Temperaturgradienten angeordnet ist. Hierbei ist dann die Energiequelle
mit einer solchen Sensoreinrichtung messtechnisch über eine Regelstrecke verbunden,
wobei die Energiequelle in Abhängigkeit der Messwerte der Sensoreinrichtung und als
Funktion des vorbestimmten Sollwertes für den Temperaturgradienten geregelt wird.
Eine solcher Art innerhalb der Ausmauerung angeordnete Sensoreinrichtung ermöglicht
vorteilhaft die Bereitstellung von genauen Informationen bezüglich des zeitlich und
örtlich lokalen thermischen Zustands der Ausmauerung, womit dann eine geeignete Regelung
der Energiequelle zum Aufheizen der Ausmauerung möglich ist. Dies ist insbesondere
vorteilhaft zur Bestimmung des Verschleisszustands einer Gießpfanne, oder bei unbekannten
Materialwerten einer Gießpfanne bzw. von deren Ausmauerung.
[0017] In Bezug auf die vorstehend genannte Sensoreinrichtung ist es zweckmäßig, dass mit
ihr auch eine Temperatur direkt an einer Oberfläche der Ausmauerung erfasst wird,
die an die Einwirkung der Energiequelle angrenzt, und beispielsweise direkt an eine
Flamme eines Brenners oder dergleichen angrenzt. In dieser Weise kann durch die Sensoreinrichtung
ein Temperaturgradient für die Ausmauerung erfasst werden, der sich beim Aufheizen
der Ausmauerung zwischen einer Oberfläche der Ausmauerung, die an die Einwirkung der
Energiequelle angrenzt, und einem inneren Bereich der Ausmauerung einstellt.
[0018] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann die Energiequelle derart gesteuert
werden, dass beim Aufheizen der Ausmauerung ein darin erzeugter Temperaturgradient
bis zum Erreichen der Zieltemperatur für die Ausmauerung einen konstanten Wert annimmt.
Dies hat den Vorteil, dass das Aufheizen sowohl materialschonend als auch effizient,
d.h. mit einer kurzen Aufheizzeit erfolgt.
[0019] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann die Energiequelle derart gesteuert
werden, dass beim Aufheizen der Ausmauerung ein darin erzeugter Temperaturgradient
den vorbestimmten Sollwert für den Temperaturgradienten nicht überschreitet. Hierdurch
ist vorteilhaft sichergestellt, dass eine Schädigung des Materials der Ausmauerung
in jedem Fall vermieden wird, insbesondere dadurch, dass die maximal zulässigen thermischen
Spannungen für die Ausmauerung nicht überschritten werden.
[0020] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann die Energiequelle derart gesteuert
werden, dass beim Aufheizen der Ausmauerung ein darin erzeugter Temperaturgradient
zumindest 80%, vorzugsweise zumindest 90%, weiter vorzugsweise zumindest 95% des vorbestimmten
Sollwerts für den Temperaturgradienten beträgt. Hierdurch ist vorteilhaft gewährleistet,
dass die Energiemenge, die in die Ausmauerung einzubringen ist, zeitlich maximiert
ist und die daraus resultierende Aufheizzeit verringert bzw. minimiert ist. In dieser
Weise wird der Ausmauerung im Wesentlichen genau die Energiemenge zugeführt, die deren
Material "noch aushält", ohne dabei Schaden zu nehmen. Die Tatsache, dass in Folge
der Steuerung bzw. Regelung der Energiequelle der innerhalb der Ausmauerung erzeugte
Temperaturgradient ggf. nicht exakt 100% des entsprechenden vorbestimmten Sollwerts
entspricht, sondern beispielsweise nur 80%, 90% oder zumindest 95% dieses vorbestimmten
Sollwertes beträgt, kann als "Sicherheitsfaktor" verstanden werden, um beim Aufheizen
der Ausmauerung auf der sicheren Seite zu liegen.
[0021] Es darf darauf hingewiesen werden, dass der tatsächliche Temperaturgradient, der
innerhalb der Ausmauerung erzeugt wird, entweder konstant sein kann, oder alternativ
einen zeitlich variablen Wert aufweisen kann. Hierbei ist es möglich, dass der Temperaturgradient
für die gesamte Zeitdauer des Aufheizens der Ausmauerung oder für einen Teilbereich
dieser Zeitdauer eine beliebige zeitliche Veränderung aufweisen kann. Eine solche
zeitliche Veränderung des Temperaturgradienten wird durch eine geeignete Steuerung
der Energiequelle erzielt, wobei der Temperaturgradient, der sich in der Ausmauerung
bildet, entweder kleiner als der entsprechende vorbestimmte Sollwert gewählt wird,
oder kurzzeitig auch größer als dieser Sollwert. Beispielsweise ist es möglich, dass
der tatsächliche Temperaturgradient innerhalb der Ausmauerung in einem Bereich zwischen
40 % und 120 % des vorbestimmten Sollwertes für den Temperaturgradienten schwankt.
[0022] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Steuerung
der Energiequelle zum Aufheizen der Ausmauerung in Abhängigkeit von einer Datenbank
erfolgt, in der Messwerte in Bezug auf vorbestimmte Materialien für die Ausmauerung
gespeichert sind. Bezüglich einer solchen Datenbank darf darauf hingewiesen werden,
dass hierin entsprechende Daten in Bezug auf das Material einer Ausmauerung einer
konkreten ausgemauerten Einrichtung abgespeichert sind, wobei diese Daten beispielsweise
in Vorversuchen ermittelt worden sind. Falls eine Steuereinrichtung für die Energiequelle
signaltechnisch mit der Datenbank verbunden ist, ist es möglich, die Energiequelle
geeignet in Abhängigkeit von Daten, die in der Datenbank gespeichert sind, anzusteuern.
[0023] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass im Innenraum
der ausgemauerten Einrichtung zumindest ein Temperatursensor angeordnet ist, durch
den beim Aufheizen der Ausmauerung eine Temperatur innerhalb des Innenraums der ausgemauerten
Einrichtung gemessen wird und entsprechende Daten dann an die Datenbank übersandt
werden. Dies führt zu dem Vorteil, dass eine direkte Auswirkung der Energiequelle
auf die Temperatur des Innenraums zusätzlich für das Aufheizen der Ausmauerung berücksichtigt
wird.
[0024] Ergänzend oder alternativ zur Ansteuerung der Energiequelle auf Grundlage von Daten,
die im Wege von Vorversuchen ermittelt und entsprechend in der Datenbank abgespeichert
worden sind, ist es auch möglich, die Daten zur Ansteuerung der Energiequelle simultan
zu berechnen, nämlich auf Grundlage der Daten der Sensoreinrichtung (zur Bestimmung
eines Temperaturgradienten innerhalb der Ausmauerung) und/oder des Temperatursensors
(zur Bestimmung einer Temperatur im Innenraum der ausgemauerten Einrichtung, die aufgeheizt
werden soll).
[0025] Das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung kann auf dem Gebiet der Stahlerzeugung
eingesetzt werden. Für diesen Fall kann es sich bei einer ausgemauerten Einrichtung,
für die ein Aufheizen vorgesehen bzw. notwendig ist, beispielsweise um einen Ofen,
eine Pfanne, einen Konverter, einen Verteiler oder dergleichen handeln.
[0026] Bezüglich der Energiequelle darf darauf hingewiesen werden, dass es sich hierbei
um einen Brenner handeln kann, mit dem ein sogenanntes Pfannenfeuer zum Aufheizen
der Ausmauerung beispielsweise einer Gießpfanne erzeugt wird.
[0027] Durch ein Verfahren nach der vorliegenden Erfindung ist es möglich, benötigte Aufheizzeiten
für eine ausgemauerte Einrichtung beträchtlich zu vermindern, wobei gleichzeitig die
Lebensdauer der Ausmauerung durch ein solch beschleunigtes Aufheizen nicht reduziert
wird. Im Ergebnis lassen sich hierdurch Prozesszeiten beispielsweise auf dem Gebiet
der Stahlerzeugung, wenn es sich bei der aufzuheizenden ausgemauerten Einrichtung
um eine Gießpfanne oder dergleichen handelt, beträchtlich reduzieren. Im Sinne der
Erfindung wird der Aufheizvorgang für eine ausgemauerte Einrichtung als ein abgestimmtes
System aus Wärmequelle und aufzuheizender ausgemauerter Einrichtung verstanden, mit
der Zielsetzung, ein möglichst schnelles Aufheizen auf die vorgegebene Zieltemperatur
zu erreichen, ohne dass dabei - wie bereits erläutert - die Lebensdauer der aufzuheizenden
Ausmauerung reduziert wird.
[0028] Ein weiterer Vorteil für das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung besteht darin,
dass dessen Implementierung mit bereits bestehenden technischen Einrichtungen erfolgen
kann. Anders ausgedrückt, bedarf es zur Realisierung der Erfindung lediglich einer
geeigneten programmtechnischen Einrichtung, um - wie erläutert - eine Energiequelle
zum Aufheizen der Ausmauerung als Funktion eines vorbestimmten Sollwertes für den
innerhalb der Ausmauerung erzeugten Temperaturgradienten anzusteuern.
[0029] Weitere Vorteile der Erfindung werden begründet durch:
- Brennstoffeinsparung,
- Erhöhung der Standzeit für die Ausmauerung einer ausgemauerten Einrichtung,
- erhöhte Prozessflexibilität im Bereich der Stahlerzeugung, durch eine Reduzierung
der notwendigen Aufheizzeit für ausgemauerte Einrichtungen, Öfen, Pfannen, Konverter,
Verteiler oder dergleichen, und
- Reduzierung der notwendigen Gesamtzahl von Pfannen wegen der soeben genannten höheren
Prozessflexibilität.
[0030] Alternativ zur Anwendung auf dem Gebiet der Stahlerzeugung ist es auch möglich, die
Erfindung allgemein zum Aufheizen eines Gegenstands einzusetzen, insbesondere eines
Gegenstands aus wärmeempfindlichen Material, bei dem während des Aufheizen die Gefahr
einer Bildung von Spannungsrissen besteht. Entsprechend betrifft die Erfindung auch
ein Verfahren zum Aufheizen eines solchen aufzuheizenden Gegenstands, bei dem der
Gegenstand durch eine Energiequelle erhitzt wird. Die Energiequelle wird während des
Aufheizens des Gegenstands bis zum Erreichen von dessen Zieltemperatur als Funktion
eines vorbestimmten Sollwertes für einen innerhalb des Gegenstands gebildeten Temperaturgradienten
gesteuert wird, wobei der vorbestimmte Sollwert für diesen Temperaturgradienten unter
Berücksichtigung zumindest eines Material-Kennwertes des Gegenstands gebildet aus
dessen spezifischer Wärmekapazität c
p, Wärmeleitfähigkeit λ, Dichte ρ und/oder maximal zulässiger thermischer Spannung
σ
Tmax bestimmt wird. Zweckmäßigerweise kann der Temperaturgradient, der beim Aufheizen
des Gegenstands darin gebildet wird, durch eine geeignete Sensoreinrichtung erfasst
werden und dann als Regelgröße für eine Ansteuerung der Energiequelle verwendet wird.
[0031] Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Aufheizen eines
Gegenstands entsprechen mutatis mutandis den abhängigen Ansprüchen 2 bis 11.
[0032] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung besteht die Möglichkeit, auf eine Veränderung
der Prozessituation geeignet zu reagieren. Beispielsweise kann der Fall eintreten,
dass der Zielzeitpunkt, zu dem die Ausmauerung der ausgemauerten Einrichtung bzw.
der aufzuheizende Gegenstand die vorbestimmte Zieltemperatur erreichen soll, während
der Aufheizung verschoben wird, z.B. um 30 Minuten früher oder später. Entsprechend
ist es möglich, die Energiequelle geeignet geändert anzusteuern, so dass dann der
Aufheizvorgang an den geänderten Zielzeitpunkt angepasst wird und die Ausmauerung
der ausgemauerten Einrichtung bzw. der aufzuheizende Gegenstand dann erst genau zu
diesem geänderten Zielzeitpunkt die vorbestimmte bzw. gewünschte Zieltemperatur erreichen.
Hierbei kann der Temperaturgradient, der innerhalb der Ausmauerung bzw. dem aufzuheizenden
Gegenstand gebildet wird, zeitlich variiert werden, um beispielsweise in kürzerer
Zeit die gewünschte Zieltemperatur zu erreichen.
[0033] Nachstehend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer schematisch vereinfachten
Zeichnung näher beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine vereinfachte Prinzipdarstellung von Komponenten, zur Durchführung eines erfindungsgemäßen
Verfahrens,
- Fig. 2
- ein Diagramm für einen Temperaturgradienten, der sich beim Aufheizen einer ausgemauerten
Einrichtung darin bei Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens einstellt,
- Fig. 3
- eine vereinfachte Prinzipdarstellung von Komponenten nach einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung, zur Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig.4
- ein Diagramm zur Darstellung eines Aufheizverhaltens nach der vorliegenden Erfindung,
im Vergleich zu Aufheizverhalten nach dem Stand der Technik, und
- Fig. 5
- ein Diagramm zur Erläuterung eines Temperaturgradienten, zur Durchführung eines Verfahrens
nach der vorliegenden Erfindung.
[0034] Fig. 1 zeigt prinzipiell stark vereinfacht Komponenten, mit denen ein Verfahren nach
der vorliegenden Erfindung durchgeführt werden kann. Mit "1" ist eine ausgemauerte
Einrichtung bezeichnet, bei der es sich beispielsweise um eine Gießpfanne oder dergleichen
handeln kann. Ohne darin eine Einschränkung zu sehen, wird für die nachfolgende Erläuterung
die ausgemauerte Einrichtung stets als Gießpfanne bezeichnet.
[0035] Die Gießpfanne 1 umfasst eine Ausmauerung 2, die in Wechselwirkung mit einer Energiequelle
4 auf eine Zieltemperatur erhitzt werden kann. Bei der Energiequelle 4 kann es sich
um einen Brenner handeln. In der nachfolgenden Beschreibung - und ohne darin eine
Einschränkung zu sehen - wird die Energiequelle 4 stets nur als Brenner bezeichnet.
[0036] Ein Aufheizen der Ausmauerung 2 der Gießpfanne 1 erfolgt dadurch, dass ein Pfannenfeuer
5 des Brenners 4 in einen Innenraum I der Gießpfanne 1 gerichtet wird. In der Darstellung
von Fig. 1 ist eine Deckeleinrichtung, die mit dem Brenner 4 verbunden sein kann und
den Innenraum I der Gießpfanne 1 verschließt, zur Vereinfachung nicht gezeigt.
[0037] Der Brenner 4 ist mit einer Steuereinrichtung 6 verbunden. Die Bedeutung und die
Funktionsweise einer solchen Steuereinrichtung ist nachfolgend noch im Detail erläutert.
[0038] Innerhalb der Ausmauerung 2 der Gießpfanne 1 ist zumindest eine Sensoreinrichtung
8 angeordnet, die einen ersten Sensor 8a und einen zweiten Sensor 8i aufweist. Hierbei
kann vorgesehen sein, dass der erste Sensor 8a an einer Oberfläche 3 der Ausmauerung
2 angebracht ist, wobei der zweite Sensor 8i innerhalb der Ausmauerung 2 und somit
beabstandet zur Oberfläche 3 angeordnet ist. Jedenfalls ist es mittels der Sensoreinrichtung
8 und deren ersten Sensor 8a und zweiten Sensor 8i möglich, innerhalb der Ausmauerung
2 einen Temperaturgradienten, der sich beim Aufheizen der Ausmauerung darin bildet,
zu erfassen.
[0039] Sowohl die Sensoreinrichtung 8 als auch der Brenner 4 sind signaltechnisch mit der
Steuereinrichtung 6 verbunden, nämlich durch jeweilige Datenverbindungen 10, die in
Fig. 1 symbolisch und vereinfacht durch gestrichelte Linien angedeutet sind. Diese
Datenverbindungen 10 können beispielsweise durch Kabelstrecken oder durch Funkstrecken
realisiert sein.
[0040] Die Erfindung funktioniert nun wie folgt:
Zum Aufheizen der Gießpfanne 1 und deren Ausmauerung 2 auf eine vorgegebene Zieltemperatur
wird der Brenner 4 angrenzend zum Innenraum I der Gießpfanne 1 positioniert und durch
die Steuereinrichtung 6 geeignet angesteuert. Das Pfannenfeuer 5 des Brenners 4 wird
in den Innenraum I der Gießpfanne 1 gerichtet, in Folge dessen zunächst eine Oberfläche
3 der Ausmauerung 2 aufgeheizt wird und anschließend dieser Energieeintrag sukzessive
in die Ausmauerung 2 hineinwirkt, um innerhalb der gesamten Ausmauerung 2 eine gleichmäßig
hohe Temperatur zu erzeugen.
[0041] Die Ansteuerung des Brenners 4 durch die Steuereinrichtung 6 erfolgt als Funktion
eines vorbestimmten Sollwertes für einen Temperaturgradienten, der sich innerhalb
der Ausmauerung bei deren Aufheizvorgang bildet. Dieser vorbestimmte Sollwert für
den Temperaturgradienten wird unter Berücksichtigung zumindest eines Material-Kennwertes
der Ausmauerung gebildet aus deren spezifischer Wärmekapazität c
p, Wärmeleitfähigkeit λ, Dichte ρ und/oder maximal zulässiger thermischer Spannung
σ
Tmax bestimmt.
[0042] Für die Ansteuerung des Brenners 4 durch die Steuereinrichtung 6 ist es zweckmäßig,
wenn hierfür die Signale der Sensoreinrichtung 8, d.h. eine Information für den Temperaturgradienten,
der sich innerhalb der Ausmauerung 2 beim Aufheizen durch den Brenner 4 einstellt,
für den Betrieb des Brenners 4 als Regelgröße verwendet wird. In dieser Weise ist
es möglich, den innerhalb der Ausmauerung 2 erzeugten Temperaturgradienten auf einem
konstanten Wert zu halten. Ein solch konstanter Temperaturgradient ist prinzipiell
vereinfacht in dem Diagramm von Fig. 2 dargestellt, nämlich durch die Temperaturkurve
Ta des ersten Sensors 8a (an der Oberfläche 3 der Ausmauerung 2) und die Temperaturkurve
Ti des zweiten Sensors 8b (an einer Stelle innerhalb der Ausmauerung 2, nämlich beabstandet
von deren Oberfläche 3).
[0043] Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungsform für die vorliegende Erfindung bzw. für
die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Im Vergleich zur Darstellung von
Fig. 1 ist zusätzlich eine Datenbank DB vorgesehen, die signaltechnisch mit der Steuereinrichtung
6 verbunden ist. In dieser Datenbank DB können Messwerte in Bezug auf vorbestimmte
Materialien für die Ausmauerung 2 einer bestimmten Gießpfanne 1 gespeichert sein,
die beispielsweise in Vorversuchen ermittelt worden sind. Entsprechend kann der Brenner
4 durch die Steuereinrichtung 6 unter Berücksichtigung der Einträge in der Datenbank
DB geeignet gesteuert oder geregelt werden.
[0044] Zusätzlich kann bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 vorgesehen sein, dass in dem
Innenraum I der Gießpfanne 1 ein Temperatursensor 12 angeordnet ist, der signaltechnisch
mit der Datenbank DB verbunden ist. Somit können Temperatursignale, die von dem Temperatursensor
12 in Bezug auf den Innenraum I der Gießpfanne 1 erfasst werden, geeignet an die Datenbank
DB übersandt und darin abgespeichert werden. Auf Grundlage dessen ist dann ein Betrieb
des Brenners 4 auch unter Berücksichtigung der Informationen möglich, die mittels
des Temperatursensors 12 für den Innenraum I der Gießpfanne 1 bestimmt worden sind.
[0045] Durch ein Verfahren nach der vorliegenden Erfindung ist es möglich, die Aufheizzeit
für beispielsweise eine Gießpfanne 1 oder dergleichen wesentlich zu verkürzen, um
somit eine vorgegebene Zieltemperatur für die Ausmauerung 2 der Gießpfanne 1 in kürzerer
Zeit zu erreichen. Eine solche beträchtliche Verkürzung der Aufheizzeit auf Grundlage
der vorliegenden Erfindung im Vergleich zu herkömmlichen Aufheizzeiten nach dem Stand
der Technik ist symbolisch in dem Diagramm von Fig. 4 angedeutet. Hierin ist eine
Zieltemperatur Z, bis zu der ein erforderliches Aufheizen durchgeführt wird, durch
eine horizontal verlaufende gepunktete Linie angedeutet. Weiters ist in diesem Diagramm
eine Aufheizzeit, die mit der vorliegenden Erfindung erzielt wird, durch eine Volllinie
dargestellt. Im Vergleich hierzu sind Aufheizzeiten nach dem Stand der Technik sowohl
durch eine gestrichelte Linie als auch durch strichpunktierte Linie gezeigt.
[0046] Das Diagramm von Fig. 4 verdeutlicht, dass es mit dem Verfahren nach der vorliegenden
Erfindung möglich ist, bislang realisierbare Aufheizzeiten für Gießpfannen zumindest
zu halbieren oder noch weiter zu verkürzen.
[0047] Mögliche Verlaufskurven eines Temperaturgradienten dT/dx sind in Fig. 5 gezeigt,
nämlich in der unteren Darstellung davon. Hierin sind jeweils mit durchgehender Volllinie,
gestrichelter Linie und strichpunktierter Linie verschiedene mögliche Verlaufskurven
für den Temperaturgradienten symbolisiert. Diese Verlaufskurven sind mit den Temperaturkurven
Ti und Ta gemäß Fig. 2 korreliert, die sich während des Aufheizens der Ausmauerung
2 einstellen und in der oberen Abbildung von Fig. 5 gezeigt sind. Hierin ist angedeutet,
dass sich das Aufheizen in drei Zeitbereiche bzw. Phasen I, II und III aufteilt.
[0048] Ausweislich der oberen Abbildung von Fig. 5 kann der Temperaturgradient während der
Phase II des Aufheizens einen konstanten Wert annehmen. Prozessbedingt ergibt sich
beim Aufheizen der Ausmauerung 2 für die Temperaturkurve Ti in der Phase I eine verzögerte
Zunahme, und in der Phase III eine verzögerte Abnahme.
[0049] Ausweislich der unteren Darstellung von Fig. 5, nämlich gemäß der Variante mit durchgehender
Volllinie, kann die Energiequelle während des Aufheizens der Ausmauerung derart gesteuert
werden, dass der Temperaturgradient dT/dx in der Phase II einen konstanten Wert annimmt,
nämlich horizontal verläuft, und hierbei 100 % des vorbestimmten Sollwertes (dT/dx)
max beträgt. Alternativ hierzu, in Entsprechung der strichpunktierten Linie in der unteren
Darstellung von Fig. 5, ist es auch möglich, dass der Temperaturgradient dT/dx während
der Phase II zeitlich schwankt. Im Zuge dessen kann der Temperaturgradient dT/dx kurzzeitig
auch einen Wert größer als 100 % des vorbestimmten Sollwertes annehmen, beispielsweise
für eine gewünschte Verkürzung der Aufheizzeit. Im Ausnahmefall ist ein solches Überschreiten
des vorbestimmten Sollwertes möglich, ohne dass dabei die Ausmauerung 2 Schaden nimmt.
[0050] In der unteren Darstellung von Fig. 5 ist mit der gestrichelten Linie eine weitere
Alternative für den zeitlichen Verlauf des Temperaturgradienten dT/dx gezeigt, wobei
in der Phase II der Aufheizzeit der Temperaturgradient dT/dx durchgehend kleiner als
der vorbestimmte Sollwert (dT/dx)
max gewählt ist.
[0051] Die Varianten für den Verlauf des Temperaturgradienten, die in der unteren Darstellung
von Fig. 5 mit strichpunktierter bzw. gestrichelter Linie gezeigt sind, haben gemeinsam,
dass der Verlauf des Temperaturgradienten dT/dx insbesondere während der Phase II
des Aufheizens nicht konstant ist und zeitlich variabel sein kann.
[0052] Bei einer Anwendung der Erfindung auf dem Gebiet der Stahlerzeugung lassen sich durch
das vorstehend genannte Verfahren - bedingt durch eine Maximierung des Wärmestroms,
der in die Ausmauerung 2 eingebracht wird - die Prozesszeiten für das Aufheizen der
Gießpfanne 1 reduzieren, bei gleichbleibender Lebensdauer der Ausmauerung, weil deren
maximal zulässige thermische Spannungen eingehalten bzw. nicht überschritten werden.
Ein weiteres Ergebnis einer solch schnelleren Aufheizung der Ausmauerung 2 besteht
in einer erheblichen Reduktion der Verluste, die während der Aufheizphase in der Ausmauerung
2 auftreten. Schließlich ist es durch die Möglichkeit eines schnelleren Aufheizens
auch möglich, das Temperaturniveau, auf dem eine Gießpfanne 1 zur Bereitschaft für
einen nächstfolgenden Einsatz vorgehalten wird, vorteilhaft herabzusetzen, wodurch
ein großes Energieeinsparungspotential begründet wird.
1. Verfahren zum Aufheizen einer ausgemauerten Einrichtung (1), bei dem die Ausmauerung
(2) der Einrichtung (1) durch eine Energiequelle (4) erhitzt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Energiequelle (4) während des Aufheizens der Ausmauerung (2) bis zum Erreichen
von deren Zieltemperatur als Funktion eines vorbestimmten Sollwertes für einen innerhalb
der Ausmauerung (2) erzeugten Temperaturgradienten (dT/dx) gesteuert wird, wobei der
vorbestimmte Sollwert für diesen Temperaturgradienten (dT/dx) unter Berücksichtigung
zumindest eines Material-Kennwertes der Ausmauerung (2) gebildet aus spezifischer
Wärmekapazität (cp), Wärmeleitfähigkeit (λ), Dichte (p) und/oder maximal zulässiger thermischer Spannung
(σTmax) bestimmt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beim Aufheizen der Ausmauerung (2) ein darin erzeugter Temperaturgradient (dT/dx)
erfasst wird und als Regelgröße für eine Ansteuerung der Energiequelle (4) verwendet
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Ausmauerung (2) zumindest eine Sensoreinrichtung (8) zur Erfassung
des darin erzeugten Temperaturgradienten (dT/dx) angeordnet ist, wobei die Energiequelle
(4) mit der Sensoreinrichtung (8) messtechnisch über eine Regelstrecke verbunden ist
und entsprechend in Abhängigkeit der Messwerte der Sensoreinrichtung (8) und als Funktion
des vorbestimmten Sollwertes für den Temperaturgradienten geregelt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Sensoreinrichtung (8) auch eine Temperatur erfasst wird, die an einer Oberfläche
der Ausmauerung (2) angrenzend zu einer Einwirkung der Energiequelle (4), vorzugsweise
angrenzend zu einer Flamme eines Brenners oder dergleichen, vorliegt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Energiequelle (4) derart gesteuert wird, dass beim Aufheizen der Ausmauerung
(2) ein darin erzeugter Temperaturgradient (dT/dx) einen konstanten Wert annimmt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Energiequelle (4) derart gesteuert wird, dass beim Aufheizen der Ausmauerung
(2) ein darin erzeugter Temperaturgradient (dT/dx) zeitlich variabel ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Energiequelle (4) derart gesteuert wird, dass beim Aufheizen der Ausmauerung
(2) ein darin erzeugter Temperaturgradient (dT/dx) den vorbestimmten Sollwert für
den Temperaturgradienten nicht überschreitet.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Energiequelle (4) derart gesteuert wird, dass beim Aufheizen der Ausmauerung
(2) ein darin erzeugter Temperaturgradient (dT/dx) zumindest 80%, vorzugsweise zumindest
90%, weiter vorzugsweise zumindest 95% des vorbestimmten Sollwerts für den Temperaturgradienten
beträgt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung der Energiequelle (4) zum Aufheizen der Ausmauerung (2) in Abhängigkeit
von einer Datenbank (DB) erfolgt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass in der Datenbank Messwerte in Bezug auf vorbestimmte Materialien für die Ausmauerung
(2) gespeichert sind.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten zur Ansteuerung der Energiequelle (4) simultan berechnet werden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass im Innenraum (I) der ausgemauerten Einrichtung (1) zumindest ein Temperatursensor
angeordnet ist, durch den beim Aufheizen der Ausmauerung (2) eine Temperatur innerhalb
des Innenraums (I) der ausgemauerten Einrichtung (1) gemessen und an die Datenbank
(DB) übersandt wird.
13. Verfahren zum Aufheizen eines aufzuheizenden Gegenstands, bei dem der Gegenstand durch
eine Energiequelle (4) erhitzt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Energiequelle (4) während des Aufheizens des Gegenstands bis zum Erreichen von
dessen Zieltemperatur als Funktion eines vorbestimmten Sollwertes für einen innerhalb
des Gegenstands gebildeten Temperaturgradienten (dT/dx) gesteuert wird, wobei der
vorbestimmte Sollwert für diesen Temperaturgradienten unter Berücksichtigung zumindest
eines Material-Kennwertes des Gegenstands gebildet aus dessen spezifischer Wärmekapazität
(cp), Wärmeleitfähigkeit (λ), Dichte (ρ) und/oder maximal zulässiger thermischer Spannung
(σTmax) bestimmt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass beim Aufheizen des Gegenstands ein darin erzeugter Temperaturgradient (dT/dx) erfasst
wird und als Regelgröße für eine Ansteuerung der Energiequelle (4) verwendet wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufheizen in Abhängigkeit eines vorbestimmten Zeitpunkts für die Zieltemperatur
der Ausmauerung der ausgemauerten Einrichtung bzw. des aufzuheizenden Gegenstands
erfolgt und hierzu die Energiequelle geeignet angesteuert wird.