[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitselement zur Absicherung von Wertgegenständen,
ein Verfahren zum Herstellen eines derartigen Sicherheitselements und einen mit einem
solchen Sicherheitselement ausgestatteten Datenträger.
[0002] Datenträger, wie etwa Wert- oder Ausweisdokumente, oder andere Wertgegenstände, wie
etwa Markenartikel, werden zur Absicherung oft mit Sicherheitselementen versehen,
die eine Überprüfung der Echtheit der Datenträger gestatten und die zugleich als Schutz
vor unerlaubter Reproduktion dienen.
[0003] Bei der Echtheitsprüfung von Sicherheitselementen werden verschiedene menschliche
Sinne genutzt, beispielsweise die visuelle Wahrnehmung zum Sehen optisch variabler
Farben, die auditive Wahrnehmung zum Hören des charakteristischen Klangs eines Banknotensubstrats
oder die taktile Wahrnehmung zum Fühlen erhabener Stichdruckstrukturen auf einer Banknote.
[0004] Als Fälschungsschutz besonders interessant sind interaktive Sicherheitsmerkmale,
da diese durch die Einbeziehung des Benutzers besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen
und zudem durch die Beteiligung mehrere Sinne besonders leicht einzuprägen sind.
[0005] Bei Banknoten und anderen Wertdokumenten werden derzeit nur wenige interaktive Echtheitsmerkmale
eingesetzt. Ein bekanntes Beispiel ist ein thermochromes Sicherheitsmerkmal für Banknoten,
bei dem die Wärme einer Fingerkuppe genügt, um die Farbe der Banknote an einer bestimmten
Stelle zu verändern. Solche thermochromen Sicherheitsmerkmale funktionieren allerdings
in der Regel nur dann zufriedenstellend, wenn die Umgebungstemperatur deutlich unterhalb
der Köpertemperatur des Benutzers liegt. Ist die Umgebungstemperatur zu hoch, so ist
das Merkmal oft bereits ausgelöst oder es zeigt sich kein deutlich wahrnehmbarer Effekt.
[0006] Ausgehend davon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Sicherheitselement
der eingangs genannten Art anzugeben, das unabhängig von den Umgebungsbedingungen
eine interaktive Echtheitsprüfung erlaubt.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0008] Gemäß der Erfindung ist ein gattungsgemäßes Sicherheitselement mit zumindest einem
Merkmalsbereich ausgestattet, der ein Elastomer und eine Vielzahl von Partikeln aufweist,
die vorzugsweise aus Magnetit und/ oder superparamagnetischen Partikeln gebildet sind,
wobei die Partikel als magnetisch in ihrer Position ausrichtbare Partikel in dem Elastomer
magnetisch in Form eines regelmäßigen Gitters angeordnet worden sind, um einen photonischen
Kristall zu bilden. Der Merkmalsbereich zeigt ohne äußere Krafteinwirkung ein erstes
visuelles Erscheinungsbild, und zeigt bei Beaufschlagung von Zug- und/ oder Druckkraft
aufgrund einer Änderung der Gitterabstände des regelmäßigen Gitters des photonischen
Kristalls ein zweites visuelles Erscheinungsbild, das gegenüber dem ersten visuellen
Erscheinungsbild eine wahrnehmbare Farbtonänderung aufweist.
[0009] Vorzugsweise ist die äußere Krafteinwirkung eine mechanische Krafteinwirkung. Alternativ
oder zusätzlich ist die äußere Krafteinwirkung eine magnetische Krafteinwirkung.
[0010] Wie weiter unten genauer erläutert, erzeugt der Merkmalsbereich charakteristische
Reflexionsfarben, die im Wesentlichen durch den Abstand der Gitterebenen des von den
Partikeln gebildeten photonischen Kristalls gegeben sind. Durch Beaufschlagung des
Merkmalsbereichs mit Zug- und/ oder Druckkräften wird das Sicherheitselement elastisch
verformt und dadurch auch der farbbestimmende Abstand der Gitterebenen verändert.
Wegen der Elastizität des Elastomers kehrt das Sicherheitselement nach dem Entfernen
der äußeren Kräfte wieder in die Ausgangslage mit dem ursprünglichen Gitterabstand
und damit dem ursprünglichen Farbton zurück. Die Zug- und/ oder Druckbeanspruchung
kann durch den Benutzer beispielsweise durch Falten, Knicken oder Biegen des Sicherheitselements
oder durch lokale Ausübung von Druck, etwa mit einem Daumen oder Zeigefinger angelegt
werden. Dies entspricht insbesondere einer mechanischen Krafteinwirkung.
[0011] Die Partikel sind magnetisch in ihrer Position ausrichtbare Partikel, welche zum
Zeitpunkt der Aushärtung (/Vernetzung) des Elastomers magnetisch in dem Elastomer
in der Form des regelmäßigen Gitters angeordnet worden sind. Die relative Anordnung
der Partikel zum Elastomer ist irreversibel. Die Partikel können mit dem Elastomer
durch eine Kraft - die weiterhin auch magnetisch sein kann - in einem anderen Gitterabstand
angeordnet werden. Diese elastische Verformung ist naturgemäß reversibel.
[0012] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass der Benutzer anstelle eines Fingers auch ein
Hilfsmittel verwendet. Ein Hilfsmittel kann neben einem Stift zum Beispiel auch ein
Elektromagnet oder ein Permanentmagnet sein, um eine Deformation (mittels Zug- und
Druckkräften) des Sicherheitselements und somit eine Änderung des ursprünglichen Farbtons
zu erreichen. Vorzugsweise erlaubt das Elastomer im Falle eines Magneten als Hilfsmittels,
dass die magnetisch ausrichtbaren Partikel durch eine magnetische Kraft des Magnetfeldes
von ihrer ursprünglichen Anordnung, d.h. ohne äußere Krafteinwirkung, eine veränderte,
neue Anordnung einnehmen, wodurch eine Farbänderungen hervorgerufen wird.
[0013] Der Benutzer kann somit interaktiv eine reversible Farbtonänderung des Sicherheitselements
auslösen.
[0014] Vorzugsweise können Hilfsmittel, insbesondere Magneten eine dunkle Farbe aufweisen.
Insbesondere vorzugsweise können die Hilfsmittel eine oder mehrere dunkle bzw. schwarze
Beschichtung(en) aufweisen, so dass eine Einfärbung des Elastomers bzw. des Sicherheitselements
nicht erforderlich ist, wie später noch weiter erläutert wird.
[0015] Der Zustand ohne äußere Krafteinwirkung wird nachfolgend auch als unbelasteter Zustand,
der Zustand mit Beaufschlagung von Zug- oder Druckkräften als belasteter Zustand des
Merkmalsbereichs bzw. des Sicherheitselements bezeichnet.
[0016] In einer vorteilhaften Ausgestaltung sind die magnetisch ausrichtbaren Partikel Nanopartikel
mit einer Größe unterhalb von 100 nm. Die magnetisch ausrichtbaren Partikel können
allerdings auch Agglomerate aus Nanopartikeln sein. Die Nanopartikel weisen dabei
eine Größe unterhalb von 100 nm auf, während die Agglomeratgröße insbesondere zwischen
50 und 300 nm liegt. Vorzugsweise weisen die Nanopartikel eine Größe von unter 20
nm auf, beispielsweise von 6 bis 12 nm. Die magnetisch ausrichtbaren Partikel sind
vorzugsweise aus Magnetit, paramagnetischen Partikeln oder superparamagnetischen Partikeln
gebildet. Die Partikel mit superparamagnetischen Eigenschaften bzw. mit einer sehr
geringen Remanenz bestehen vorzugsweise aus nicht magnetisch orientierten aggregierten
Nano-Magnetit-Partikeln und/oder superparamagnetischen Partikeln (z.b. Carbonyleisen).
Der Begriff magnetisch in Ihrer Position ausrichtbare Partikel erfasst dabei sowohl
einzelne Nanopartikel als auch Agglomerate aus Nanopartikeln.
[0017] Paramagneten weisen nur so lange eine von Null verschiedene Magnetisierung auf, wie
sie sich in einem externen Magnetfeld befinden. Die magnetisch ausrichtbaren Partikel
sind also magnetisch temporär magnetisierbar.
[0018] Mit Vorteil weisen die den photonischen Kristall bildenden magnetisch ausrichtbaren
Partikel alle im Wesentlichen dieselbe Größe auf und liegen im Bereich von ±20%, bevorzugt
im Bereich von ± 10%um einen zentralen Größenwert.
[0019] Vorzugsweise ist der Merkmalsbereich maschinenlesbar bzw. maschinell auslesbar. Insbesondere
kann vorgesehen sein, dass die Farbtonänderung mittels Sensor in einem Prüfgerät erfasst
wird und die reversible Verformung des Elastomers über einen Magneten (Elektromagneten,
Permanentmagneten), einer Druckbeaufschlagung über einen mechanischen Stößel, einer
Walze und einer Zugbeaufschlagung über einen Umschlingungswinkel oder einer Differenzgeschwindigkeit
in einem Transportsystem erfolgt.
[0020] In einer vorteilhaften Ausgestaltung bleibt der Merkmalsbereich beim Kippen des Sicherheitselements
im Wesentlichen farbkonstant. Die durch die äußeren Kräfte bewirkte Farbtonänderung
ist dann leicht zu erkennen und besonders eindrucksvoll, da sie nicht von einer optischen
Variabilität des Sicherheitselements überlagert wird.
[0021] Das Sicherheitselement kann einen homogenen Merkmalsbereich mit einem einheitlichen
photonischen Kristall aufweisen. In vorteilhaften Gestaltungen wird allerdings der
Merkmalsbereich mehrere Teilbereiche mit unterschiedlichen Anordnungen der magnetisch
ausrichtbaren Partikel aufweisen, wobei die Teilbereiche mit Vorteil unterschiedliche
erste visuelle Erscheinungsbilder und/ oder unterschiedliche zweite visuelle Erscheinungsbilder
zeigen.
[0022] Das erste und zweite Erscheinungsbild können jeweils einen Farbton im sichtbaren
Spektralbereich aufweisen, beispielsweise kann die reversible Farbtonänderung zwischen
Grün und Blau oder zwischen Rot und Grün stattfinden. Es ist allerdings auch möglich,
dass die Reflexionsfarbe des photonischen Kristalls entweder im belasteten oder im
unbelasteten Zustand außerhalb des sichtbaren Spektralbereichs liegt. Der Merkmalsbereich
erscheint in diesem Zustand dann je nach der Färbung des Elastomers farblos, transparent
oder in einer durch andere Farbmittel erzeugten Farbe.
[0023] Vorzugsweise kann der zumindest eine Merkmalsbereich mehrere Teilbereiche mit unterschiedlichen
Verformungseigenschaften aufweisen. Weiterhin insbesondere können mehrere voneinander
unabhängige/ getrennte / beabstandete Merkmalsbereiche voneinander verschiedene Verformungseigenschaften
aufweisen.
[0024] Beispielsweise können unterschiedliche Verformungseigenschaften erzielt werden, indem
die Shore-Härte bzw. Dehnungseigenschaften des Elastomers durch Steuerung des Vernetzungsgrads
bzw. Vulkanisationsgrads beeinflusst werden.
[0025] Beispielsweise können zwei Teilbereiche mit verschiedener Shore-Härte bzw. Dehnungseigenschaften
erzeugt werden, indem zwei Elastomere mit unterschiedlichen Shore-Härten bzw. Elastizitäten
verwendet werden. Hierbei kann ein erstes Elastomer, welches eine höhere Elastizität
als das zweite Elastomer aufweist, in beiden Teilbereichen aufgebracht werden. Das
zweite Elastomer wird anschließend nur in dem zweiten Teilbereich aufgebracht. Folglich
weist dann der erste Teilbereich eine höhere Elastizität als der zweite Teilbereich
auf.
[0026] Dies kann bei Kautschuken beispielsweise durch den Einsatz von 0-5 % Vulkanisationsbeschleuniger
0-5%, Vulkanisationsverzögerer und 0-2 % Weichmacher im Katuschuk erzeugt werden.
[0027] Bei UV-vernetztenden Polymeren kann der Vernetzungsgrad durch eine modulierte Belichtungsmaske
beeinflusst werden. Dazu würde man ein (noch nicht vernetztes) Elastomer auf ein Trägersubstrat
auftragen. So kann zunächst mit einer ersten Strahlungsquelle und einer Blende eine
erster Teilbereich vernetzt werden und mit einer zweiten Strahlungsquelle dann der
zweite Teilbereich vernetzt werden. Wählt man zwei verschiedene Photoinitiatoren in
einem Ausgangsmaterial für ein Elastomer mit unterschiedlichen spektralen Absorptionseigenschaften
(z.B. andere Wellenlängenbereich) aus, kann man somit die Anzahl der Radikalstarter
in den Teilbereichen bestimmen und damit die Kettenlänge beeinflussen, wodurch die
Elastizität bzw. Dehnbarkeit eingestellt wird.
[0028] Beispielsweise können zwei Teilbereiche mit verschiedenen Farbtonänderungen im Falle
einer äußeren Krafteinwirkung erzeugt werden, indem ein Elastomer verwendet wird.
Hierbei wird in einem ersten Schritt das Elastomer in beiden Teilbereichen aufgebracht.
In einem zweiten Schritt wird das Elastomer nochmals, hierbei aber nur im zweiten
Teilbereich aufgebracht. Folglich weist dann der erste Teilbereich eine geringere
Schichtdicke als der zweite Teilbereich auf, wodurch sich bei äußerer Krafteinwirkung
die Dehnung der Teilbereiche unterscheidet und hierdurch unterschiedliche Farbänderungen
erzielt werden.
[0029] Beispielsweise kann ein Trägersubstrat eine variierende Schichtdicke aufweisen, so
dass eine höhere Dehnbarkeit im einem Bereich mit einer Schichtdicke vorliegt, die
geringer ist als in einem anderen Bereich (mit höherer Schichtdicke). In dem Bereich
mit der geringeren Schichtdicke stellt sich die Farbänderung früher ein, so dass entsprechend
der Schichtdickenvariation ein Muster/Motiv erkennbar wird. Weiterhin kann alternativ
oder zusätzlich eine Stabilisierungsfolie vorgesehen werden. In dem Bereich wo die
Stabilisierungsfolie vorgesehen ist, müssen dann höhere Zug- und/oder Druckkräfte
aufgebracht werden, um eine Farbänderung zu erzielen.
[0030] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung reflektiert der photonische Kristall
des Merkmalsbereichs in zumindest einem Teilbereich ohne äußere Krafteinwirkung Licht
im infraroten Spektralbereich und reflektiert bei Beaufschlagung von Zug- oder Druckkräften
aufgrund einer Änderung der Gitterabstände des regelmäßigen Gitters des photonischen
Kristalls Licht im sichtbaren Spektralbereich, insbesondere im Roten.
[0031] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung reflektiert der photonische Kristall
des Merkmalsbereichs in zumindest einem Teilbereich ohne äußere Krafteinwirkung Licht
im sichtbaren Spektralbereich, insbesondere im Blauen, und reflektiert bei Beaufschlagung
von Zug- oder Druckkräften aufgrund einer Änderung der Gitterabstände des regelmäßigen
Gitters des photonischen Kristalls Licht im ultravioletten Spektralbereich.
[0032] Auch wenn in der Erfindung die von einem menschlichen Benutzer wahrnehmbare Farbtonänderung
im Vordergrund steht, kann die Farbtonänderung auch maschinell, beispielsweise mittels
eines Sensors erfasst werden. Dies gilt insbesondere, wenn die Reflexionsfarbe des
photonischen Kristalls in einem Zustand des Merkmalsbereichs außerhalb des sichtbaren
Spektralbereichs liegt. So kann ein Sensor die vom photonischen Kristall reflektierte
IR- oder UV-Strahlung direkt erfassen, während ein menschlicher Beobachter die Änderung
der Reflexionsfarbe hin zum Infraroten oder Ultravioletten nur indirekt wahrnehmen
kann, etwa indem der Merkmalsbereich von einem farbigen Zustand in einen transparenten
Zustand übergeht.
[0033] Das Elastomer ist mit Vorteil ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus elastischen
Siliconen, Acrylaten, Polyesteracrylaten, Kautschuken, Polyisobuten, Polyurethanen
und Polyvinylbutylaten.
[0034] Vorzugsweise bildet das mit den magnetisch ausrichtbaren Partikeln versetzte Elastomer
eine Folie, deren Dicke unterhalb von 1000 µm, bevorzugt unterhalb von 600 µm und
besonders bevorzugt unterhalb von 300 µm liegt. Die minimale Dicke der Folie beträgt
vorteilhafterweise mindestens 10 µm. Vorzugsweise weist die Folie für Anwendungen
in Banknoten und/oder Karten, wie Ausweiskarten, eine Dicke im Bereich von 20 µm bis
100 µm, weiterhin vorzugsweise im Bereich von 20 µm bis 50 µm, auf.
[0035] Vorzugsweise entspricht die Dicke der Folie bzw. des Elastomers der Dicke des Wertdokuments,
so dass die Folie/das Elastomer weder eine merklich höhere noch eine merklich geringere
Dicke als das Wertdokument aufweist.
[0036] Das Elastomer ist vorteilhafterweise im Wesentlichen transparent und farblos, so
dass die wahrgenommene Farbe des Merkmalsbereichs durch die Reflexionsfarbe des photonischen
Kristalls bestimmt ist. Es ist grundsätzlich jedoch auch möglich, ein gefärbtes Elastomer
einzusetzen, so dass sich die wahrgenommene Farbe des Merkmalsbereichs aus einer Farbmischung
der Eigenfarbe des Elastomers und der Reflexionsfarbe des photonischen Kristalls ergibt.
Alternativ oder zusätzlich umfasst das Elastomer ein oder mehrere Schichten bzw. ein
oder mehrere Beschichtungen. Vorzugsweise sind solche Schichten bzw. Beschichtungen
an/ auf dem Elastomer angeordnet. Insbesondere kann das Elastomer eine dunkle Schicht/Beschichtung,
vorzugsweise eine schwarze Schicht/ Beschichtung aufweisen. Eine solche dunkle oder
schwarze Schicht/Beschichtung dient vorzugsweise dazu einen guten Kontrast zwischen
der Farbe des photonischen Kristalls und der dunklen oder schwarzen Schicht/Beschichtung
zu schaffen, so dass ein Betrachter die Farbe bzw. Farbänderung des photonischen Kristalls
gut wahrnehmen kann. In anderen Worten kann zur Sichtbarmachung des Farbtons des photonischen
Kristalls das Elastomer mit einer dunklen Beschichtung versehen werden.
[0037] Vorzugsweise weist das Elastomer eine erste Hauptfläche und eine zweite Hauptfläche
auf, die einander gegenüber stehen. Vorzugsweise ist eine dunkle Schicht/ Beschichtung
auf/an der ersten Hauptfläche angeordnet, während ein Betrachter von der Seite der
zweiten Hauptfläche auf das Elastomer blickt.
[0038] Weist ein Hilfsmittel eine oder mehrere dunkle Farbe(n) bzw. schwarze Beschichtung(en)
auf, ist eine Einfärbung des Elastomers oder eine mehrere dunkle bzw. schwarze Beschichtung(en)
auf dem Elastomer nicht erforderlich. Mit anderen Worten kann in einem Fall bei dem
das Elastomer -das den photonischen Kristall bildet- nicht auf einer opaken Schicht/
Beschichtung aufgebracht ist, ein absorbierendes/ schwarzes Hilfsmittel (z.B. ein
Stift) verwendet werden, um den Farbton bzw. die Farbänderung des Merkmalsbereichs
sichtbar zu machen.
[0039] Alternativ vorzugsweise ist eine solche dunkle Schicht/ Beschichtung eine elastische
Schicht. Vorzugsweise weist die elastische Schicht ähnliche oder gleiche Verformungseigenschaften
wie das Elastomer auf. Insbesondere kann die elastische Schicht aus dem gleichen (Grund-)Material
wie das Elastomer bestehen mit dem Unterschied, dass die elastische Schicht keine
photonischen Kristalle aufweist, sondern Farbpigmente oder Farbstoffe zur Einfärbung
der Schicht. Für die Einfärbung bieten sich zum Beispiel Ruß oder eine Mischung aus
Bundpigmenten, wie gelb, rot und blau, an, um einen schwarzen Farbeindruck zu erzeugen.
[0040] Weiterhin vorzugsweise umfasst das Elastomer eine transluzente Interferenzbeschichtung
auf. Vorzugsweise ist eine solche transluzente Interferenzbeschichtung auf der zweiten
Hauptfläche des Elastomers angeordnet. Vorzugsweise ist eine transluzente Interferenzbeschichtung
eine Flüssigkristallbeschichtung. Vorzugsweise ist eine transluzente Interferenzbeschichtung
eine Beschichtung auf Basis von Interferenzpigmenten. Im Fall von Interferenzpigmenten
sind diese in einem Bindemittel eingebracht, wobei die Interferenzpigmente die zweite
Hauptfläche des Elastomers nicht vollständig bedecken. Insbesondere kann die transluzente
Interferenzbeschichtung auf sog. STEP-Pigmenten basieren.
[0041] Wirken äußere Kräfte auf das Elastomer bzw. den Merkmalsbereich, kann ein Betrachter
eine Mischfarbe aus der Farbe des photonischen Kristalls des Elastomers und der Farbe
der transluzenten Interferenzbeschichtung wahrnehmen.
[0042] Weiterhin vorzugsweise können zwei oder mehr Merkmalsbereiche nebeneinander angeordnet
sein. In diesem Fall können sich die Elastomere bzw. die photonischen Kristalle der
Merkmalsbereiche unterscheiden. Alternativ oder zusätzlich können die Elastomere eine
oder mehrere voneinander verschiedene Schichten/ Beschichtungen aufweisen.
[0043] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die Schicht(en) / Beschichtung(en) auf verschiedenen
Hauptflächen der Elastomere angeordnet sind. Beispielsweise kann eine Schicht/Beschichtung
auf der ersten Hauptfläche des Elastomers eines ersten Merkmalsbereichs angeordnet
sein, während eine Schicht/Beschichtung auf der zweiten Hauptfläche des Elastomers
des zweiten Merkmalsbereichs angeordnet ist, der an den ersten Merkmalsbereich angrenzt.
[0044] Weiterhin kann eine oder mehrere Schicht ebenfalls Elastomere, die photonische Kristalle
bilden, umfassen, wobei sich dieses weitere Elastomer in seinem visuellen Erscheinungsbild
von dem (ersten) Elastomer, das den photonischen Kristall mit dem ersten und zweiten
visuellen Erscheinungsbild unterscheidet.
[0045] Weiterhin vorzugsweise kann eine Schicht/Beschichtung vorgesehen sein, die die Dehnbarkeit
des Merkmalsbereichs oder eines Teilbereichs des Merkmalsbereichs verringert. Beispielsweise
kann als Schicht/Beschichtung eine Stabilisierungsfolie vorgesehen sind. In dem Bereich
wo die Stabilisierungsfolie vorgesehen ist, müssen dann höhere Zug- und/oder Druckkräfte
aufgebracht werden, um eine Farbänderung zu erzielen.
[0046] Vorzugsweise kann eine Schicht/ Beschichtung ein dunkles/ eingefärbtes Elastomer
oder elastische Folie sein, die an/ auf eine Hauptfläche des Elastomers appliziert
wird.
[0047] Beispielsweise können Schichten/ Beschichtungen auf das Elastomer kaschiert werden.
Beispielsweise können Schichten/Beschichtungen auf das Elastomer mittels Gießbeschichtung
aufgebracht werden. Beispielsweise können Schichten/Beschichtungen auf das Elastomer
aufgedruckt werden bzw. drucktechnisch aufgebracht werden.
[0048] Weiterhin vorzugsweise kann das Elastomer eine oder mehrere transparente Schichten/Beschichtungen
aufweisen. Weiterhin vorzugsweise kann das Elastomer eine oder mehrere transluzente
Schichten/Beschichtungen aufweisen. Weiterhin vorzugsweise kann das Elastomer eine
oder mehrere farbige Schichten/ Beschichtungen aufweisen.
[0049] Beispielsweise kann das Sicherheitselement derart gestaltet sein, dass bei Betrachtung
des Sicherheitselements von einer Seite bzw. Hauptfläche eine Farbänderung aufgrund
des beschriebenen piezochromen Effekts sichtbar ist, während bei Betrachtung des Sicherheitselements
von einer anderen Seite bzw. Hauptfläche eine transluzente und/oder farbige Beschichtung
sichtbar ist.
[0050] In einer Weiterbildung weist das Elastomer neben den magnetisch ausrichtbaren Partikeln
weitere Merkmalsstoffe auf, insbesondere Lumineszenzstoffe oder IR-absorbierende Stoffe.
Die weiteren Merkmalsstoffe beeinflussen dabei den ohne Anregung sichtbaren Farbton
oder die Streuung des Elastomers vorzugsweise nicht oder kaum. Durch geeignete Merkmalsstoffe
kann das Elastomer insbesondere maschinenlesbar gemacht werden.
[0051] Das Elastomer kann sowohl als freitragende Folie als auch als Beschichtung auf einem
Trägersubstrat ausgebildet sein. Ein solches Trägersubstrat kann gegebenenfalls nach
einem Transfer des Sicherheitselements auf einen Zieldatenträger abgezogen werden.
[0052] Beispielsweise kann ein Trägersubstrat eine variierende Schichtdicke aufweisen. D.h.
dass bei gleichem Krafteintrag die Dehnung in einem Bereich mit einer geringeren Schichtdicke
höher ist als in einem anderen Bereich mit höherer Schichtdicke. In dem Bereich mit
der geringeren Schichtdicke stellt sich die Farbänderung früher ein, so dass entsprechend
der Schichtdickenvariation ein Muster/Motiv erkennbar wird.
[0053] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sind die magnetisch ausrichtbaren
Partikel mit einer Merkmalsbeschichtung versehen, die den Partikeln Lumineszenz- oder
IR-absorbierende Eigenschaften verleiht.
[0054] Alternativ oder zusätzlich können die magnetisch ausrichtbaren Partikel mit einer
hydrophoben Beschichtung versehen sein, bei der es sich um eine anorganische Beschichtung,
eine organische Beschichtung oder eine Hybridbeschichtung handeln kann. Bei der anorganischen
hydrophoben Beschichtung kann es sich insbesondere um eine Silanbeschichtung, bei
der organischen hydrophoben Beschichtung insbesondere um eine Schicht aus halogenierten
Polymeren, wie etwa PTFE, PVC, oder halogenierten Acrylaten, handeln.
[0055] Weiter können die magnetisch ausrichtbaren Partikel mit Vorteil mit transparenten,
mechanisch wirkenden Abstandhaltern ausgestattet sein. Die Abstandhalter können dabei
sowohl auf einer anorganischen als auch einer organischen Beschichtung beruhen.
[0056] Der Merkmalsbereich insgesamt und/ oder die oben genannten Teilbereiche mit unterschiedlichen
Anordnungen der magnetisch ausrichtbaren Partikel sind vorzugsweise in Form von Zeichen,
Mustern oder einer Codierung ausgebildet.
[0057] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist aus Betrachtungsrichtung unterhalb des
Merkmalsbereichs eine Funktionsschicht angeordnet, die durch die Farbtonänderung des
Merkmalsbereichs beeinflusst werden kann. Eine solche Funktionsschicht kann beispielsweise
durch eine UV- oder IR-absorbierende Schicht gebildet sein, die UV- oder IR-Strahlung
absorbiert, solange der photonische Kristall diese Strahlung nicht reflektiert sondern
transmittiert. Auf diese Weise kann eine Änderung der Gitterabstände des photonischen
Kristalls des Merkmalsbereichs auch mit Hilfe der darunterliegenden Funktionsschicht
erfasst werden.
[0058] Auch eine dunkle oder schwarze Beschichtung kann unterhalb des Merkmalsbereichs vorgesehen
sein, um die Erkennbarkeit der Farbtonänderung zu erhöhen. Die dunkle oder schwarze
Beschichtung kann vollflächig oder in Form von Mustern, Zeichen oder einer Codierung
vorliegen.
[0059] In einer Weiterbildung der Erfindung umfasst das Sicherheitselement im Merkmalsbereich
einen weiteren magnetischen Teilbereich. Der weitere magnetische Teilbereich kann
vorgesehen sein für eine verbesserte magnetische Krafteinwirkung auf das Sicherheitselement,
insbesondere also um mit kleinerem äußeren Magnetfeld eine ausreichende Krafteinwirkung
zu erzielen. Der weitere magnetische Teilbereich weist eine höhere Magnetisierung
bzw. Magnetisierbarkeit auf als das Elastomer mit dem photonischen Kristall, beispielsweise
wird ein anderes Material verwendet und/ oder eine höhere Konzentration (der) magnetischer(n)
Partikel. Bevorzugt sollte der weitere magnetische Teilbereich eine geringere Elastizität
als das Elastomer aufweisen, vorzugsweise unelastisch sein. Ist der weitere magnetische
Teilbereich fest/unelastisch ausgestaltet, kann ein lokaler Zusatzeffekt beobachtet
werden. Insbesondere wird das Elastomer unmittelbar neben dem festen, magnetischen
Teilbereich stärker verformt, also lokal einen anderen Farbeffekt zeigen. Der weitere
magnetische Teilbereich kann in der gleichen Schicht wie das Elastomer oder in einer
weiteren Schicht angeordnet sein. Der magnetische Teilbereich kann in der Form eines
eigenen Motivs vorgesehen sein. Vorzugsweise sind das Elastomer und der magnetische
Teilbereich auf einer gemeinsamen Schicht angeordnet, insbesondere auf einer Trägerschicht
oder auf einer aufkaschierten Schicht. Weiter vorzugsweise ist der magnetische Teilbereich
innerhalb eines Bereiches des Elastomers angeordnet (ringsum umgeben von Elastomer).
Alternativ kann der magnetische Teilbereich seitlich an zumindest einer Seite des
Elastomers - vorzugsweise an zwei Seiten und weiter vorzugsweise um das Elastomer
herum - angeordnet sein. Sofern der weitere magnetische Teilbereich in einer weiteren
(eigenen) Schicht angeordnet ist, kann er unter einer durchgehenden Schicht mit dem
photonischem Kristall angeordnet sein. Ist der unter dem Elastomer angeordnete weitere
magnetische Teilbereich opak ausgestaltet, kann ein Farbeffekt - von unten betrachtet
- nur neben dem magnetischen Teilbereich gesehen werden. Von oben betrachtet wäre
dagegen der gesamte Merkmalsbereich und dessen Farbeffekt sichtbar. Ist der weitere
magnetische Teilbereich - alternativ oder zusätzlich - fest ausgestaltet, ist ein
Farbeffekt (für beide Betrachtungsrichtungen) nur seitlich des magnetischen Teilbereiches
zu beobachten.
[0060] Das Sicherheitselement ist insbesondere ein Sicherheitsfaden, ein Aufreißfaden, ein
Sicherheitsband, ein Sicherheitsstreifen, ein Patch oder ein Etikett zum Aufbringen
auf ein Sicherheitspapier, Wertdokument oder dergleichen.
[0061] Die Erfindung enthält auch einen Datenträger mit einem Sicherheitselement der oben
beschriebenen Art. Bei dem Datenträger kann es sich insbesondere um ein Wertdokument,
wie eine Banknote, insbesondere eine Papierbanknote, eine Polymerbanknote oder eine
Folienverbundbanknote, um eine Aktie, eine Anleihe, eine Urkunde, einen Gutschein,
einen Scheck, eine hochwertige Eintrittskarte, aber auch um eine Ausweiskarte, wie
etwa eine Kreditkarte, eine Bankkarte, eine Barzahlungskarte, eine Berechtigungskarte,
einen Personalausweis oder eine Passpersonalisierungsseite handeln.
[0062] In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist der Merkmalsbereich des piezochromen Sicherheitselements
dabei in einer Aussparung des Datenträgers angeordnet, in welcher der Merkmalsbereich
des Sicherheitselements druckbeaufschlagbar ist. Vorzugsweise ist das Sicherheitselement
dabei so in der Aussparung angeordnet, dass der Merkmalsbereich von einer Datenträgerseite
her druckbeaufschlagbar ist und die resultierende Farbtonänderung auf der gegenüberliegenden
Datenträgerseite visuell wahrnehmbar ist. Die Farbtonänderung wird durch Druckbeaufschlagung
durch den Benutzer ausgelöst, beispielsweise indem der Benutzer mit Daumen oder Zeigefinger
in die Aussparung drückt und den dort angeordneten Merkmalsbereich dadurch zumindest
lokal dehnt.
[0063] Beispielsweise kann das Sicherheitselement als Fensterfolie bzw. in ein Fenster eines
Wertdokuments vorgesehen sein. Vorzugsweise weist das Elastomer in diesem Fall eine
Dicke auf, die der Dicke des Wertdokuments entspricht.
[0064] In einer anderen, ebenfalls vorteilhaften Ausgestaltung ist der Merkmalsbereich des
piezochromen Sicherheitselements in einem dehnbaren oder biegbaren Bereich des Datenträgers
angeordnet. Die Farbtonänderung wird in diesem Fall einfach durch Dehnen oder Biegen
des Datenträgers durch den Benutzer ausgelöst.
[0065] Bei einer weiteren, ebenfalls vorteilhaften Ausgestaltung weist der Datenträger in
einem Teilbereich taktile Reliefstrukturen auf und der Merkmalsbereich des piezochromen
Sicherheitselements kann durch Biegen, Falten, Knicken oder Klappen des Datenträgers
in Druckkontakt mit den taktilen Reliefstrukturen gebracht werden. Im Druckkontakt
wird der Merkmalsbereich von den taktilen Reliefstrukturen lokal gedehnt und dadurch
eine lokale Farbtonänderung ausgelöst. Der Merkmalsbereich ist dabei mit Vorteil im
Bereich einer Aussparung oder einen transparenten Fensters angeordnet, so dass die
Farbtonänderung leicht visuell wahrgenommen werden kann.
[0066] Mit Vorteil weist der Datenträger zusätzlich zumindest ein Referenzfarbelement/ Festfarbelement
auf, dessen Farbton dem Farbton des ersten oder zweiten visuellen Erscheinungsbilds
des Merkmalsbereichs entspricht. Der Farbton eines Referenzfarbelements stellt einen
festen Bezugspunkt dar, der die Farbtonänderung des Merkmalsbereichs leichter erkennbar
macht, da das menschliche Auge auf die auftretenden Farbunterschiede empfindlicher
ist als auf die Farbveränderung an sich. Die Referenzfarbelemente können beispielsweise
durch farbige Druckschichten oder andere farbige Strukturen gebildet sein.
[0067] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der Farbton des Elastomers bzw. des Sicherheitselements
durch ein Auflegen auf einem dunklen Untergrund oder eine schwarze Beschichtung auf
der Rückseite des Elastomers sichtbar wird.
[0068] Vorzugsweise weist der Merkmalsbereich Teilbereiche auf, in denen das Elastomer voneinander
verschiedene Schichtdicken besitzt. Vorzugsweise werden in diesen Teilbereichen voneinander
verschiedene Kräfte für eine Verformung benötigt, so dass es Teilbereiche mit unterschiedlicher
Verfärbung bei (gleicher) Zugbeaufschlagung/Kraftausübung gibt.
[0069] Vorzugsweise kann das Elastomer auf einem elastischen Träger beschichtet werden.
Insbesondere kann das Trägersubstrat ein elastischer Träger sein.
[0070] Vorzugsweise ist der elastische Träger mit einer dunklen Beschichtung versehen. Alternativ
ist der elastische Träger dunkel eingefärbt.
[0071] Vorzugsweise wird das Elastomer in Teilbereichen mit voneinander verschiedenen elastischen
Folien beschichtet. Vorzugsweise kann eine Schicht/ Beschichtung eine elastische Folie
sein.
[0072] Vorzugsweise wird das Elastomer mittels Gießverfahren und Rakeln und/oder Auftragen
mittels Düsen, und/oder drucktechnisch auf ein Trägersubstrat bzw. Wertdokumentsubstrat
aufgebracht. Vorzugsweise sind die magnetisch ausrichtbaren Partikel im Elastomer
in ihrer Orientierung fixiert.
[0073] Die Erfindung enthält auch ein Verfahren zum Herstellen eines piezochromen Sicherheitselements
der oben beschriebenen Art, bei dem
- in ein noch nicht gehärtetes Elastomer eine Vielzahl magnetisch ausrichtbarer Partikel
eingebracht werden,
- die magnetisch in Ihrer Position ausrichtbaren Partikel durch zumindest ein äußeres
Magnetfeld in Form eines regelmäßigen Gitters ausgerichtet werden um einen photonischen
Kristall zu bilden, vorzugsweise wird das Magnetfeld durch eine Magnetplatte mit Oberflächenrelief
und/ oder einer Vielzahl von Einzelmagneten erzeugt, und
- das Elastomer bei angelegtem Magnetfeld mit den ausgerichteten Partikeln getrocknet
und/oder gehärtet oder /und chemisch vernetzt wird.
[0074] Vorzugsweise kann die Magnetplatte und / oder die Vielzahl an Einzelmagneten aus
Permanentmagneten bestehen oder aus Elektromagneten.
[0075] Vorzugsweise wird das Elastomer in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren verarbeitet.
[0076] Ein Verfahren zum maschinellen Prüfen eines Sicherheitselements kann vorliegend vorteilhaft
ausgestaltet sein. Insbesondere kann ein piezochromes Sicherheitselement mit einem
elastischen Merkmalsbereich, beispielsweise wie es zuvor beschrieben wurde, geprüft
werden.
[0077] In einer ersten Variante umfasst das Prüfen des Sicherheitselements folgende Teilschritte:
ein Einbringen einer Zug- und/oder Druckkraft auf einen elastischen Merkmalsbereich
eines Sicherheitselements, insbesondere durch mechanische oder magnetische Krafteinwirkung;
und
ein Erfassen einer Dicke im Merkmalsbereich des Sicherheitselements in Antwort auf
die Krafteinwirkung auf den Merkmalsbereich des Sicherheitselements.
[0078] In einer zweiten Variante umfasst das Prüfen des Sicherheitselements folgende Teilschritte:
ein Einbringen einer Zug- und/ oder Druckkraft auf einen Merkmalsbereich eines Sicherheitselements
durch magnetische Krafteinwirkung;
ein Erfassen einer vorgegebenen Eigenschaft des Sicherheitselements in Antwort auf
die Krafteinwirkung auf den Merkmalsbereich des Sicherheitselements.
[0079] Eine entsprechende Prüfeinheit zum maschinellen Prüfen eines Sicherheitselements,
umfasst:
eine Krafteinbringungseinheit, welche eingerichtet ist eine vorgegebene Zug- und/oder
Druckkraft auf einen elastischen Merkmalsbereich eines Sicherheitselements einzubringen;
und
eine Erfassungseinheit, welche eingerichtet ist eine Eigenschaft des Merkmalsbereichs
des Sicherheitselements in Antwort auf die Krafteinwirkung auf den Merkmalsbereich
des Sicherheitselements zu erfassen.
[0080] Die Erfassungseinheit misst die Eigenschaft, wie z.b. eine Dicke bzw. eine Länge
des Merkmalsbereichs im Sicherheitselement bzw. des Sicherheitselements oder des Datenträgers
mit Sicherheitselement oder eine Farbe des Merkmalsbereichs in Reflexion. Insbesondere
wird eine Änderung der Eigenschaft (Dicke, Länge, Farbe ...) erfasst. Optional enthält
die Prüfeinheit zudem eine Auswertungseinheit für die Messsignale/-werte der Erfassungseinheit,
die Auswertungseinheit wertet insbesondere aus, ob eine vorgegebene Eigenschaft (oder
eine vorgegebene Änderung einer Eigenschaft) vorliegt.
[0081] Die Prüfung kann vorbereitet oder begleitet werden durch ein Erwärmen des Sicherheitselements.
Bevorzugt wird das Sicherheitselement durch ein magnetisches Wechselfeld, welches
auf die magnetisch ausrichtbaren Partikel wirkt, erwärmt. Durch die Erwärmung ändern
sich die rheologischen Eigenschaften des Elastomers. Dies führt beispielsweise dazu,
dass sich mit geringeren mechanischen oder magnetischen Kräften bereits die angestrebten
Effekte erzielen lassen wie Dickenänderung, Längenänderung, Farbtonwechsel. Ebenso
ist bei gleichen mechanischen oder magnetischen Kräften die Gitterabstandsänderung
stärker.
[0082] Beispiele für die maschinell erfassbaren Eigenschaften sind:
- Farbtonänderung in Reflexion (UV/ VIS/ IR), wobei eine Prüfung insbesondere mittels
Spektralphotometer, CCD-Kamera, Scanner erfolgt,
- Dickenänderung des Elastomeres in dem beaufschlagten Bereich, wobei die Prüfung insbesondere
mittels Ultraschallsensor, kapazitiver Prüfung oder Piezoelement erfolgt oder
- Längenänderung des Elastomeres in dem beaufschlagten Bereich, wobei die Größe eines
definierten Bereiches (z.B. Skala, Kantenlänge eines Quadrats, Durchmesser eines Kreiselementes),
beispielsweise mittels CCD-Kamera, Scanner erfasst und geprüft wird.
[0083] Die Krafteinwirkung kann auch frequenzabhängig erfolgen, so dass man bei der Prüfung
noch die Geschwindigkeit der Rückstellungskräfte des Elastomeres (Relaxationszeit)
berücksichtigt. Somit können die materialspezifischen Eigenschaften des Elastomers
bzw. des Prüfelementes in Abhängigkeit der Temperatur mit geprüft werden.
[0084] Vorzugsweise kann der Schritt des Erfassens für das Sicherheitselement zumindest
zweimal erfolgen. Insbesondere kann das Erfassen für eine vorgegebene, erste Krafteinwirkung
und eine vorgegebene, zweite Krafteinwirkung erfolgen.
[0085] Die Prüfeinheit kann die Eigenschaft beispielsweise in mindestens zwei Schritten
des Erfassens:
- mit und ohne die äußere Zug- oder/Druckkraft Kraft, und/ oder
- bei vorhandener Krafteinwirkung mit und ohne Erwärmung erfassen, und/oder
- bei vorgegebener erster und zweiter Krafteinwirkung.
[0086] Weitere Ausführungsbeispiele sowie Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand
der Figuren erläutert, bei deren Darstellung auf eine maßstabs- und proportionsgetreue
Wiedergabe verzichtet wurde, um die Anschaulichkeit zu erhöhen.
[0087] Es zeigen:
- Fig.1
- eine schematische Darstellung einer Banknote mit einem erfindungsgemäßen piezochromen
Sicherheitselement in Form eines Fenstersicherheitsfadens,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch die Banknote der Fig.1 entlang des Fenstersicherheitsfadens
im Ausschnitt, wobei (a) die Banknote in ungefaltetem Zustand und (b) die Banknote
in gefaltetem Zustand zeigt,
- Fig. 3
- schematisch im Querschnitt ein piezochromes Folienelement nach einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
- Fig. 4
- das piezochrome Folienelement der Fig. 3 bei Beaufschlagung mit Zugkräften,
- Fig. 5
- ein Ausführungsbeispiel der Erfindung in Form eines Passbuchs, wobei (a) das Passbuch
im aufgeklappten Zustand und (b) das Passbuch im zugeklappten Zustand zeigt,
- Fig. 6
- ein Passbuch mit einem auf Druckbeaufschlagung ansprechenden piezochromen Folienelement
nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung, wobei (a) das Passbuch im aufgeklappten
Zustand und (b) das Passbuch im zugeklappten Zustand zeigt,
- Fig. 7
- eine Identifikationskarte nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung, in
(a) in Aufsicht und in (b) im Querschnitt,
- Fig. 8
- eine schematische Schnittansicht eines Sicherheitselements mit einem Merkmalsbereich,
und
- Fig. 9
- eine schematische Schnittansicht eines Sicherheitselements mit zwei Merkmalsbereichen.
[0088] Die Erfindung wird nun am Beispiel von Sicherheitselementen für Banknoten und andere
Datenträger erläutert.
[0089] Figur 1 zeigt dazu eine schematische Darstellung einer Banknote 10 mit einem erfindungsgemäßen
piezochromen Sicherheitselement 12 in Form eines Fenstersicherheitsfadens, der an
bestimmten Fensterbereichen 14 an der Oberfläche der Banknote 10 hervortritt, während
er in den dazwischen liegenden Bereichen im Inneren der Banknote 10 eingebettet ist.
[0090] Figur 2 zeigt einen Querschnitt durch die Banknote entlang des Fenstersicherheitsfadens 12
im Ausschnitt, wobei Fig. 2(a) die Banknote in ungefaltetem Zustand und Fig. 2(b)
die Banknote in gefaltetem Zustand zeigt.
[0091] Im nicht gefalteten Zustand zeigt das Sicherheitselement 12 in den Fensterbereichen
14 der Banknote ein erstes visuelles Erscheinungsbild, erscheint beispielsweise gleichmäßig
mit dem Farbton Grün. Wird die Banknote 10 und damit das Sicherheitselement 12 um
eine Längsachse 16 nach hinten gefaltet, so verändert sich der Farbton des Sicherheitselements
12 im Bereich des Falzes 20 deutlich, das Sicherheitselement erscheint dort beispielsweise
blau. Im gefalteten Zustand (Fig. 2(b)) enthält das Sicherheitselement 12 somit zwei
Bereiche mit unterschiedlichem Erscheinungsbild, nämlich erste Bereiche 22 abseits
des Falzes 20, in denen in den Fensterbereichen 14 unverändert ein grünes Erscheinungsbild
sichtbar ist, und zweite Bereiche 24 im Falz 20, in denen in den Fensterbereichen
14 ein blaues Erscheinungsbild sichtbar ist.
[0092] Wird die Banknote 10 wieder aufgefaltet, so stellt sich der ursprüngliche, einheitlich
grüne Farbton wieder ein, die Farbtonänderung ist somit vollständig reversibel. Diese
reversible Farbtonänderung tritt an jeder Position des Sicherheitselements 12 beim
Falten auf und stellt wegen ihrer Interaktivität und leichten Erkennbarkeit und einfaches
und gut zu memorierendes Echtheitskennzeichen dar.
[0093] Der Aufbau erfindungsgemäßer Sicherheitselemente und das Zustandekommen der Farbänderung
werden nun mit Bezug auf die Figuren 3 und 4 näher erläutert. Das in Fig. 3 schematisch
im Querschnitt dargestellte piezochrome Folienelement 30 ist in einem Merkmalsbereich
32 im Wesentlichen durch ein farbloses Elastomer 34 gebildet, das im fertigen Sicherheitselement
physikalisch und/oder chemisch getrocknet ist und eine stabile, selbsttragende Folie
einer Dicke von etwa 250 µm bildet. Als Elastomer kann beispielsweise ein elastisches
Silikon eingesetzt werden.
[0094] Zur Erzeugung des piezochromen Farbeffekts wurden bei der Herstellung des Folienelements
30 in das noch nicht gehärtete Elastomer 34 eine Vielzahl von magnetisch ausrichtbaren
Partikeln 36 eingearbeitet, konkret Magnetit, paramagnetische und/ oder superparamagnetische
Partikel. Im Ausführungsbeispiel wurden hierzu nanoskalige Magnetite mit einem Durchmesser
von etwa 50 nm in einer Konzentration von etwa 5% in das Silikon eingearbeitet.
[0095] Aufgrund ihrer magnetischen Ausrichtbarkeit ordnen sich die Partikel 36 in dem schwachen
Magnetfeld eines externen Magneten 40 (gestrichelt in
Fig. 3) in Form eines regelmäßigen Gitters an und bilden in dem umgebenden Elastomer 34
einen photonischen Kristall. Das Elastomer 34 wird bei angelegtem Magnetfeld getrocknet
und die räumliche Anordnung der Partikel 36 und der photonische Kristall damit fixiert,
so dass der photonische Kristall auch nach Entfernen des externen Magneten 40 erhalten
bleibt.
[0096] Bei der Betrachtung erzeugt der Merkmalsbereich 32 mit dem photonischen Kristall
charakteristische Reflexionsfarben, die im Wesentlichen durch den Abstand d der Gitterebenen
38 der Partikel-Anordnung gegeben sind. Im Ausführungsbeispiel erscheint der Merkmalsbereich
in Aufsicht etwa grün. Durch eine geeignete Wahl des beim Trocknen des Elastomers
34 angelegten Magnetfelds kann der visuelle Eindruck des Merkmalsbereichs 32 in weiten
Bereichen nach Wunsch eingestellt werden.
[0097] Der Merkmalsbereich 32 kann auch mehrere Teilbereiche mit unterschiedlichen Anordnungen
der magnetisch ausrichtbaren Partikel aufweisen. Beispielsweise führen lokal unterschiedliche
starke Magnetfelder beim Trocknen zu lokal unterschiedlichen Abständen der Gitterebenen
38 und damit zu unterschiedlichen Reflexionsfarben des Merkmalsbereichs 32. Diese
unterschiedlichen Teilbereiche können, wie auch der gesamte Merkmalsbereich 32, in
Form von Mustern, Zeichen oder einer Codierung ausgebildet sein.
[0098] Wird das piezochrome Folienelement 30 nun mit Zug- oder Druckkräften beaufschlagt,
wie in
Fig. 4 am Beispiel von Zugkräften 42 gezeigt, so erlauben die elastischen Eigenschaften
des Elastomers 34 eine starke elastische Verformung des Sicherheitselements 30. Da
bei der Verformung das Volumen des Elastomers 34 im Wesentlichen erhalten bleibt,
wird eine Verlängerung in einer Raumrichtung durch entsprechende Verkürzungen in den
anderen Raumrichtungen ausgeglichen. Wird das Folienelement 30 beispielsweise wie
in Fig. 4 in einer Richtung 42 in der Ebene des Sicherheitselements gestreckt, so
verringert sich die Höhe des Elastomers und damit auch der Abstand d der Gitterebenen
38 entsprechend. Da die Reflexionsfarbe im Wesentlichen durch den Abstand der Gitterebenen
38 bestimmt ist, zeigt das zugbeaufschlagte Folienelement 30 der Fig. 4 eine Reflexionsfarbe
kürzerer Wellenlänge und erscheint beispielsweise blau. Nach Beendigung der Zugkraftbeaufschlagung
kehrt das Folienelement 30 wegen der elastischen Eigenschaften des Elastomers 34 in
die Ausgangslage der Fig. 3 zurück und zeigt dann wieder das ursprüngliche grüne Erscheinungsbild.
[0099] Dieser Ablauf erklärt auch die Farbtonänderung beim dem in Fig. 2(a) und 2(b) gezeigten
Ausführungsbeispiel, da dort der Fenstersicherheitsfaden 12 beim Falten der Banknote
im Bereich des Falzes 20 zugbeansprucht und damit gedehnt wird, so dass dort eine
Farbtonänderung von Grün nach Blau stattfindet. Außerhalb des Falzes 20 wirken beim
Falten keine Kräfte auf den Fenstersicherheitsfaden, so dass dort keine Farbänderung
erzeugt wird.
[0100] Die in Fig. 4 gezeigte Deformation des piezoelektrischen Folienelements 30 kann nicht
nur durch eine Zugbelastung 42 in der Ebene des Sicherheitselements, sondern auch
durch eine Druckbelastung 44 senkrecht zur Ebene des Sicherheitselements erzeugt werden.
Auf diese Weise können auch Druckkräfte zu Farbtonverschiebungen zu kürzeren Wellenlängen
führen, wie weiter unten anhand eines weiteren Ausführungsbeispiels erläutert.
[0101] Die Gitterabstände der Partikel 36 im Elastomer 34 können insbesondere so gewählt
sein, dass die Reflexionsbedingung entweder im unbelasteten Zustand oder belasteten
Zustand nur für Licht außerhalb des sichtbaren Spektralbereichs erfüllt ist. Beispielsweise
kann der photonische Kristall des oben gezeigten Folienelements 30 ohne äußere Krafteinwirkung
(Fig. 3) Licht im infraroten Spektralbereich reflektieren und im zugbelasteten Zustand
(Fig. 4) wegen des geringeren Abstands der Gitterebenen 38 Licht im sichtbaren Spektralbereich
reflektieren. Da das Elastomer 34 selbst farblos ist und der durch die Partikel 36
gebildete photonische Kristall im unbelasteten Zustand infrarotes Licht reflektiert,
erscheint der Merkmalsbereich 32 zunächst farblos. Bei Zugbeanspruchung verschiebt
sich die Reflexion zu kürzeren Wellenlängen hin ins Rote, so dass die belasteten Bereiche
des Merkmalsbereichs 32 nunmehr farbig erscheinen. Bei einem in Form eines Motivs
ausgebildeten Merkmalsbereich 32 scheint für den Betrachter ein zunächst nicht sichtbares
Motiv durch die Zugbeanspruchung neu zu entstehen. Wegen der Reversibilität des Effekts
verschwindet die Farbe bzw. das farbige Motiv nach Beendigung der Zugbeanspruchung
wieder. Erscheinen und Verschwinden des Motivs können vom Benutzer somit interaktiv
ausgelöst werden.
[0102] In ähnlicher Weise kann das Folienelement 30 so ausgebildet sein, dass der photonische
Kristall ohne äußere Krafteinwirkung (Fig. 3) Licht im sichtbaren Spektralbereich
reflektiert und im zugbelasteten Zustand (Fig. 4) wegen des geringeren Abstands der
Gitterebenen 38 Licht im ultravioletten Spektralbereich reflektiert. In diesem Fall
erscheint der Merkmalsbereich im unbelasteten Zustand zunächst farbig, beispielsweise
blau. Bei Zugbeanspruchung verschiebt sich die Reflexion ins Ultraviolette und die
belasteten Bereiche des Merkmalsbereichs 32 erscheinen für den Betrachter farblos.
Bei einem in Form eines Motivs ausgebildeten Merkmalsbereich 32 scheint für den Betrachter
das zunächst sichtbare Motiv bei der Zugbeanspruchung zu verschwinden und bei Beendigung
der Zugbeanspruchung wieder zu erscheinen. Auch bei dieser Ausgestaltung können das
Verschwinden und Wiedererscheinen des Motivs interaktiv ausgelöst werden.
[0103] Beim Einsatz des piezochromen Sicherheitselements auf einem Wertdokument oder anderen
Datenträger können zusätzlich Referenzfarbelemente vorgesehen sein, die den unbelasteten
Ausgangsfarbton oder den Farbton bei Zug- oder Druckbeaufschlagung wiedergeben. Durch
den Referenzfarbton der Referenzfarbelemente kann die Farbtonänderung des piezochromen
Sicherheitselements noch deutlicher erkennbar gemacht werden. Zudem wird durch das
Nebeneinander des festen Farbtons des Referenzfarbelements und des veränderlichen
Farbtons des Sicherheitselements die Aufmerksamkeit des Betrachters noch stärker auf
das Sicherheitselement gelenkt und ein Fehlen des Farbtonwechsels auffällig gemacht.
[0104] Figur 5 zeigt hierzu ein Ausführungsbeispiel in Form eines Passbuchs 50, in dessen Falz 52
ein piezochromes Folienelement 30 der oben beschriebenen Art angeordnet ist. Im aufgeklappten
Zustand des Passbuchs (Fig. 5(a)) wirken keine äußeren Kräfte auf den Merkmalsbereich
32 des Folienelements 30, so dass dieser mit seinem ersten visuellen Erscheinungsbild,
im Ausführungsbeispiel etwa grün, erscheint. Diese grüne Farbe wird von einem in unmittelbarer
Nähe des Falzes 52 auf der Innenseite 56 des Passbuchs 50 angeordneten ersten Referenzfarbelement
54 aufgenommen. Bei dem Referenzfarbelement 54 kann es sich beispielsweise um ein
aufgedrucktes grünes Musterelement handeln.
[0105] Im zugeklappten Zustand des Passbuchs 50 (Fig. 5(b)) ist das Sicherheitselement 30
zugbeansprucht und der Merkmalsbereich 32 erscheint daher mit seinem zweiten visuellen
Erscheinungsbild, im Ausführungsbeispiel etwa blau. Diese blaue Farbe wird von einem
in unmittelbarer Nähe des Falzes 52 auf der Außenseite 55 des Passbuchs angeordnetem
zweiten Referenzfarbelement 58 aufgenommen. Bei dem Referenzfarbelement 58 kann es
sich beispielsweise um ein aufgedrucktes blaues Musterelement handeln.
[0106] Für eine erfolgreiche Echtheitsprüfung muss der Benutzer daher nicht wissen, dass
das Folienelement 30 eine Farbtonänderung von Grün nach Blau zeigt, es genügt, die
Farbübereinstimmung oder fehlende Farbübereinstimmung des Merkmalsbereichs 32 mit
den Referenzfarbelementen 54, 58, festzustellen.
[0107] Das Ausführungsbeispiel der
Fig. 6 ist ein Passbuch 60 mit einem auf Druckbeaufschlagung ansprechenden piezochromen
Folienelement. Wie in am besten in der aufgeklappten Darstellung der Fig. 6(a) zu
erkennen, ist dazu der obere Buchdeckel 62 des Passbuchs mit einer Aussparung 64 versehen,
welche auf der Innenseite 66 des Buchdeckels mit einem piezochromen Folienelement
30 der oben beschriebenen Art verschlossen ist. Die gegenüberliegende Innenseite 68
des Passbuchs ist durch Prägung oder Druck mit taktilen Strukturen 70 versehen, die
so auf der Innenseite 68 angeordnet sind, dass die Aussparung 64 mit dem Folienelement
30 beim Zuklappen des Passbuchs 60 auf den taktilen Strukturen 70 zu liegen kommt.
Die taktilen Strukturen 70 können beispielsweise rot erscheinen und sind in Form eines
Motivs, beispielsweise eines grafischen Musters oder eines Schriftzugs ausgebildet.
Das Folienelement 30 erscheint wie oben beschrieben im unbelasteten Zustand grün und
im belasteten Zustand blau.
[0108] Wird das Passbuch 60 zugeklappt, wie in Fig. 6(b) gezeigt, so wird das piezochrome
Folienelement 30 auf die taktilen Strukturen 70 gedrückt und dadurch im Bereich der
reliefartigen Erhebungen der taktilen Strukturen druckbeaufschlagt und lokal gedehnt.
In diesen gedehnten Bereichen 72 ändert sich der Farbton des Folienelements daher
von Grün nach Blau, während außerhalb der Erhebungen der taktilen Strukturen der grüne
Farbton erhalten bleibt. Das von den taktilen Strukturen 70 gebildete Motiv, das im
aufgeklappten Passbuch rot erscheint, ist auch nach dem Zuklappen des Passbuchs 60
durch die Aussparung 64 sichtbar, erscheint dann allerdings blau vor grünem Hintergrund.
[0109] Die Erfindung kann auch bei Karten vorteilhaft eingesetzt werden, wie anhand des
Ausführungsbeispiels der Fig. 7 illustriert. Figur 7(a) zeigt eine Identifikationskarte
80, wie etwa eine Ausweiskarte, Bankkarte, Kreditkarte oder einen Führerschein im
Querschnitt, Fig. 7(b) zeigt dieselbe Karte 80 in Aufsicht. Bei der dreilagige Identifikationskarte
80 sind die beiden äußeren Lagen 82 in einem Teilbereich ausgespart, beispielsweise
in Form einer kreisförmigen Aussparung 86 mit einem Durchmesser von etwa 15 mm. Im
Bereich der Aussparung 86 ist in der mittleren Lage 84 ein piezochromen Folienelement
30 der oben beschriebenen Art angeordnet und mit seinem Rand zwischen den beiden äußeren
Lagen 82 eingespannt.
[0110] In unbelasteten Zustand erscheint das Folienelement 30 grün. Drückt nun ein Benutzer
beispielsweise mit den Zeigefinger oder Daumen von unten gegen das Folienelement 30
(Druckbelastung 88), so wird das Folienelement 30 druckbeaufschlagt und wegen der
Einspannung der Rändern lokal gedehnt. Bei der Betrachtung der Aussparung 86 von oben,
also der der Druckbelastung 88 gegenüberliegenden Kartenseite, wird für den Betrachter
90 dann ein Farbwechsel von grün nach blau sichtbar.
[0111] Die Querschnittsdarstellung der Fig. 7(a) zeigt das Erscheinungsbild der Karte 80
im unbelasteten Zustand, die Aufsicht der Fig. 7(b) im druckbeaufschlagten Zustand
mit ausgelöstem Sicherheitselement. In der Praxis wird sich in der Aussparung in der
Regel kein gleichmäßiger blauer Farbeindruck einstellen, da das Ausmaß die Druckbeanspruchung
vom Rand der Aussparung 86 zur Mitte hin zunimmt. Typischerweise erscheint das Folienelement
30 daher am Rand der Aussparung 64 noch grün und in der Mitte der Aussparung blau.
[0112] Figur 8 zeigt eine schematische Schnittansicht eines Sicherheitselements 800 mit einem Merkmalsbereich
810 mit Elastomer 802 und darin eingebetteten photonischen Kristallen (nicht gezeigt)
gemäß einer Ausführungsform.
[0113] Das Elastomer 802 ist in diesem Ausführungsbeispiel als Beschichtung auf einem Trägersubstrat
806 ausgebildet. Ein solches Trägersubstrat 806 kann gegebenenfalls nach einem Transfer
des Sicherheitselements auf einen Zieldatenträger abgezogen werden. Das Trägersubstrat
806 weist eine erste und eine zweite Hauptfläche HF1T, HF2T auf. Auf die Darstellung
von Klebstoffschichten und/ oder Releaseschichten wurde verzichtet und sind nicht
eingezeichnet. Insbesondere kann das Sicherheitselement 800 weitere Schichten umfassen,
die an/ auf dem Elastomer 802 bzw. dem Trägersubstrat 806 angeordnet sind. Beispielsweise
kann das Elastomer 802 auf der ersten Hauptfläche HF1T weitere Farbschichten aufweisen,
beispielsweise kann die dunkle Schicht 804 zwischen dem Elastomer 802 und solchen
weiteren Farbschichten angeordnet sein.
[0114] Vorzugsweise weist das Elastomer 802 eine erste Hauptfläche HF1E und eine zweite
Hauptfläche HF2E auf, die einander gegenüber stehen. Vorzugsweise ist eine dunkle
Schicht/ Beschichtung 804 auf/ an der ersten Hauptfläche HF1E des Elastomers angeordnet.
Ein Betrachter kann von der Seite der zweiten Hauptfläche HF2E auf das Elastomer 802
blicken, d.h. aus der Blickrichtung BR, um eine Farbänderung bei äußerer Kräfteinwirkung
wahrzunehmen.
[0115] Vorzugsweise ist die dunkle Schicht/ Beschichtung 804 eine elastische Schicht. Vorzugsweise
weist die elastische Schicht 804 ähnliche oder gleiche Verformungseigenschaften wie
das Elastomer 802 auf. Insbesondere kann die elastische Schicht 804 aus dem gleichen
(Grund-)Material wie das Elastomer 802 bestehen mit dem Unterschied, dass die elastische
Schicht 804 keine photonischen Kristalle aufweist, sondern Farbpigmente oder Farbstoffe
zur Einfärbung der Schicht. Für die Einfärbung bieten sich zum Beispiel Ruß oder eine
Mischung aus Bundpigmenten, wie gelb, rot und blau, an, um einen schwarzen Farbeindruck
zu erzeugen.
[0116] Weiterhin vorzugsweise kann auf der zweiten Hauptfläche HF2E des Elastomers 802 eine
transluzente Interferenzbeschichtung 808 aufgebracht sein. Wirken äußere Kräfte den
Merkmalsbereich 810, kann ein Betrachter eine Mischfarbe aus der Farbe des photonischen
Kristalls des Elastomers 802 und der Farbe der transluzenten Interferenzbeschichtung
808 wahrnehmen.
[0117] Weiterhin vorzugsweise kann eine Schicht/Beschichtung (nicht gezeigt) vorgesehen
sein, die die Dehnbarkeit des Merkmalsbereichs oder eines Teilbereichs des Merkmalsbereichs
verringert. Beispielsweise kann als Schicht/ Beschichtung eine Stabilisierungsfolie
verwendet werden. In dem Bereich wo die Stabilisierungsfolie verwendet wird, müssen
dann höhere Zug- und/oder Druckkräfte aufgebracht werden, um eine Farbänderung zu
erzielen. Beispielsweise könnte eine solche Stablilisierungsfolie auf einer der Hauptflächen
HF1T, HF2T des Trägersubstrats 806 aufgebracht sein. Alternativ könnte eine solche
Stablilisierungsfolie auf der Hauptflächen HF1E des Elastomers 802 bzw. auf der Schicht
804 aufgebracht sein.
[0118] Weiterhin kann eine Schicht mit einem weiteren Elastomer, das einen photonischen
Kristall bildet, vorgesehen sein. Diese Schicht kann an/auf der opaken Schicht 804
angeordnet sein, so dass sich die opake Schicht 804 zwischen dem Elastomer 802 und
der Schicht mit dem weiteren Elastomer (nicht gezeigt) befindet. Vorzugsweise unterscheidet
sich das visuelle Erscheinungsbild von dem Elastomer 802 und dem weiteren Elastomer
voneinander.
[0119] Figur 9 zeigt eine schematische Schnittansicht eines Sicherheitselements 900 mit zwei Merkmalsbereichen
910a, 910b.
[0120] Die Merkmalsbereiche 910a, 910b weisen die Elastomere 902a, 902b und darin eingebetteten
photonischen Kristallen (nicht gezeigt) gemäß einer Ausführungsform.
[0121] Die Elastomere 902a, 902b ist in diesem Ausführungsbeispiel als Beschichtung auf
einem Trägersubstrat 906 ausgebildet. Ein solches Trägersubstrat 906 kann gegebenenfalls
nach einem Transfer des Sicherheitselements auf einen Zieldatenträger abgezogen werden.
Das Trägersubstrat 906 weist eine erste und eine zweite Hauptfläche HF1T, HF2T auf.
[0122] Die Elastomere 902a, 902b weisen eine erste Hauptfläche HF1Ea bzw. HF1Eb und eine
zweite Hauptfläche HF2Ea bzw. HF2Eb auf, die einander gegenüber stehen. Im ersten
Merkmalsbereich 910a ist eine dunkle Schicht/ Beschichtung 904a auf/ an der zweiten
Hauptfläche HF2Ea des Elastomers 902a angeordnet. Ein Betrachter kann von der Seite
der zweiten Hauptfläche HF2Ea nicht auf das Elastomer 902a blicken, d.h. aus der Blickrichtung
BR1. Jedoch kann ein Betrachter von der Seite der ersten Hauptfläche HF1Ea auf das
Elastomer 902a blicken, d.h. aus der Blickrichtung BR2, um eine Farbänderung bei äußerer
Kräfteinwirkung wahrzunehmen.
[0123] Der zweite Merkmalsbereich 910b ist analog wie zu Figur 8 erläutert aufgebaut.
[0124] Die Merkmalsbereiche 910a, 910b können direkt aneinander grenzen, wie in Figur 9
gezeigt oder einen Abstand voneinander aufweisen.
[0125] Gemäß einer Ausführungsform kann das Trägersubstrat 906 eine variierende Schichtdicke
aufweisen, wie in Fig. 9 beispielshaft gezeigt.
Bezugszeichenliste
[0126]
- 10
- Banknote
- 12
- piezochromes Sicherheitselement
- 14
- Fensterbereiche
- 16
- Längsachse
- 20
- Falz
- 22
- erste Bereiche
- 24
- zweite Bereiche
- 30
- piezochromes Folienelement
- 32
- Merkmalsbereich
- 34
- Elastomer
- 36
- magnetisch ausrichtbare Partikel
- 38
- Gitterebenen
- 40
- externer Magnet
- 42
- Zugbelastung
- 44
- Druckbelastung
- 50
- Passbuch
- 52
- Falz
- 54
- Referenzfarbelement
- 56
- Innenseite
- 58
- Referenzfarbelement
- 55
- Außenseite
- 60
- Passbuch
- 62
- Buchdeckel
- 64
- Aussparung
- 66
- Innenseite
- 68
- gegenüberliegende Innenseite
- 70
- taktile Strukturen
- 72
- gedehnte Bereiche
- 80
- Identifikationskarte
- 82
- äußeren Lagen
- 84
- mittlere Lage
- 86
- Aussparung
- 88
- Druckbelastung
- 90
- Betrachter
1. Piezochromes Sicherheitselement zur Absicherung von Wertgegenständen,
mit zumindest einem Merkmalsbereich, der ein Elastomer und eine Vielzahl von Partikeln
aufweist, wobei
die Partikel in dem Elastomer in Form eines regelmäßigen Gitters angeordnet sind,
um einen photonischen Kristall zu bilden, wobei die Partikel magnetisch in ihrer Position
ausrichtbare Partikel sind, welche magnetisch in dem Elastomer in der Form des regelmäßigen
Gitters angeordnet worden sind, und wobei
der Merkmalsbereich ohne äußere Krafteinwirkung ein erstes visuelles Erscheinungsbild
zeigt, und bei Beaufschlagung von Zug- und/oder Druckkräften aufgrund einer Änderung
der Gitterabstände des regelmäßigen Gitters des photonischen Kristalls ein zweites
visuelles Erscheinungsbild zeigt, das gegenüber dem ersten visuellen Erscheinungsbild
eine wahrnehmbare Farbtonänderung aufweist.
2. Sicherheitselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die magnetisch ausrichtbaren Partikel Nanopartikel mit einer Größe unterhalb von
100 nm sind, oder dass die magnetisch ausrichtbaren Partikel Agglomerate aus Nanopartikeln
mit einer Größe unterhalb von 100 nm und mit einer Agglomeratgröße zwischen 50 und
300 nm sind.
3. Sicherheitselement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die magnetisch ausrichtbaren Partikel Magnetit, paramagnetische Partikel oder superparamagnetische
Partikel sind; und/ oder das Elastomer ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus
elastischen Siliconen, Acrylaten, Polyesteracrylaten, Kautschuken, Polyisobuten, Polyurethanen
und Polyvinylbutylaten.
4. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Merkmalsbereich mehrere Teilbereiche mit unterschiedlichen Anordnungen der magnetisch
ausrichtbaren Partikel aufweist, wobei die Teilbereiche vorteilhaft unterschiedliche
erste visuelle Erscheinungsbilder und/ oder unterschiedliche zweite visuelle Erscheinungsbilder
zeigen; und/ oder
der Merkmalsbereich mehrere Teilbereiche mit unterschiedlichen Verformungseigenschaften
aufweist.
5. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der photonische Kristall des Merkmalsbereichs in zumindest einem Teilbereich ohne
äußere Krafteinwirkung Licht im infraroten Spektralbereich reflektiert und bei Beaufschlagung
von Zug- und/oder Druckkräften aufgrund einer Änderung der Gitterabstände des regelmäßigen
Gitters des photonischen Kristalls Licht im sichtbaren Spektralbereich reflektiert,
oder dass der photonische Kristall des Merkmalsbereichs in zumindest einem Teilbereich
ohne äußere Krafteinwirkung Licht im sichtbaren Spektralbereich reflektiert und bei
Beaufschlagung von Zug- und/oder Druckkräften aufgrund einer Änderung der Gitterabstände
des regelmäßigen Gitters des photonischen Kristalls Licht im ultravioletten Spektralbereich
reflektiert.
6. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Zug- und/oder Druckkräfte durch magnetische Krafteinwirkung eingebracht werden.
7. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Elastomer mit den magnetisch ausrichtbaren Partikeln eine Folie bildet, deren
Dicke unterhalb von 1000 µm, bevorzugt unterhalb von 600 µm und besonders bevorzugt
unterhalb von 300 µm, und weiter bevorzugt oberhalb von 10 µm liegt.
8. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Elastomer im Wesentlichen transparent und farblos ist; und/oder
das Elastomer neben den magnetisch ausrichtbaren Partikeln weitere Merkmalsstoffe
aufweist, insbesondere Lumineszenzstoffe oder IR-absorbierende Stoffe; und/ oder
die magnetisch ausrichtbaren Partikel mit einer Merkmalsbeschichtung versehen sind,
die den Partikeln Lumineszenz- oder IR-absorbierende Eigenschaften verleiht.
9. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die magnetisch ausrichtbaren Partikel mit einer hydrophoben Beschichtung versehen
sind; und/ oder die magnetisch ausrichtbaren Partikel mit transparenten, mechanisch
wirkenden Abstandhaltern ausgestattet sind.
10. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Merkmalsbereich insgesamt und/ oder Teilbereiche des Merkmalsbereichs mit unterschiedlichen
Anordnungen der magnetisch ausrichtbaren Partikel in Form von Zeichen, Mustern oder
einer Codierung ausgebildet sind.
11. Sicherheitselement nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass unterhalb des Merkmalsbereichs eine Funktionsschicht angeordnet ist, die durch die
Farbtonänderung des Merkmalsbereichs beeinflussbar ist, insbesondere dass die Funktionsschicht
durch eine UV- oder IR-absorbierende Schicht gebildet ist.
12. Datenträger, insbesondere Banknote, mit einem Sicherheitselement nach einem der Ansprüche
1 bis 11.
13. Datenträger nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Merkmalsbereich des piezochromen Sicherheitselements in einer Aussparung des
Datenträgers angeordnet ist, in welcher der Merkmalsbereich druckbeaufschlagbar ist,
vorzugsweise, dass der Merkmalsbereich von einer Datenträgerseite her druckbeaufschlagbar
ist und die resultierende Farbtonänderung auf der gegenüberliegenden Datenträgerseite
visuell wahrnehmbar ist; oder
der Merkmalsbereich des piezochromen Sicherheitselements in einem dehnbaren oder biegbaren
Bereich des Datenträgers angeordnet ist; oder
der Datenträger in einem Teilbereich taktile Reliefstrukturen aufweist und der Merkmalsbereich
des piezochromen Sicherheitselements durch Biegen, Falten, Knicken oder Klappen des
Datenträgers in Druckkontakt mit den taktilen Reliefstrukturen bringbar ist.
14. Datenträger nach Anspruche 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Datenträger zumindest ein Referenzfarbelement aufweist, dessen Farbton dem Farbton
des ersten oder zweiten visuellen Erscheinungsbilds des Merkmalsbereichs entspricht.
15. Verfahren zum Herstellen eines piezochromen Sicherheitselements nach einem der Ansprüche
1 bis 11, bei dem
- in ein noch nicht gehärtetes Elastomer eine Vielzahl magnetisch in ihrer Position
ausrichtbarer Partikel eingebracht werden,
- die magnetisch ausrichtbaren Partikel durch zumindest ein äußeres Magnetfeld in
Form eines regelmäßigen Gitters ausgerichtet werden um einen photonischen Kristall
zu bilden, vorzugsweise wird das Magnetfeld durch eine Magnetplatte mit Oberflächenrelief
und/ oder einer Vielzahl von Einzelmagneten erzeugt, und
- das Elastomer bei angelegtem Magnetfeld mit den ausgerichteten Partikeln getrocknet
und/ oder gehärtet oder / und chemisch vernetzt wird.
16. Verfahren zum maschinellen Prüfen eines Sicherheitselements, insbesondere eines piezochromen
Sicherheitselements nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei das Prüfen des Sicherheitselements
folgende Teilschritte umfasst:
Einbringen einer Zug- und/oder Druckkraft auf einen Merkmalsbereich eines Sicherheitselements,
insbesondere durch mechanische oder magnetische Krafteinwirkung; und
Erfassen einer Dicke im Merkmalsbereich des Sicherheitselements in Antwort auf die
Krafteinwirkung auf den Merkmalsbereich des Sicherheitselements.
17. Verfahren zum maschinellen Prüfen eines Sicherheitselements, insbesondere eines piezochromen
Sicherheitselements nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei das Prüfen des Sicherheitselements
folgende Teilschritte umfasst:
Einbringen einer Zug- und/oder Druckkraft auf einen Merkmalsbereich eines Sicherheitselements
durch magnetische Krafteinwirkung;
Erfassen einer vorgegebenen Eigenschaft des Sicherheitselements in Antwort auf die
Krafteinwirkung auf den Merkmalsbereich des Sicherheitselements.
18. Verfahren nach Anspruch 16 oder 17, wobei
ein Erwärmen, vorzugsweise durch ein magnetisches Wechselfeld, des Sicherheitselements
erfolgt; und/oder
der Schritt des Erfassens für das Sicherheitselement zumindest zweimal erfolgt, insbesondere
für eine vorgegebene, erste Krafteinwirkung und eine vorgegebene, zweite Krafteinwirkung.
19. Prüfeinheit zum maschinellen Prüfen eines Sicherheitselements, insbesondere gemäß
einem der Verfahren nach Anspruch 16 bis 18, umfassend eine Krafteinbringungseinheit,
welche eingerichtet ist eine vorgegebene Zug- und/oder Druckkraft auf einen Merkmalsbereich
eines Sicherheitselements einzubringen; und
eine Erfassungseinheit, welche eingerichtet ist eine Eigenschaft des Merkmalsbereichs
des Sicherheitselements in Antwort auf die Krafteinwirkung auf den Merkmalsbereich
des Sicherheitselements zu erfassen.