Gebiet der Erfindung
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein modulares Gebäude, also ein Gebäude, dessen
nutzbarer Raum von mindestens zwei Modulen zur Verfügung gestellt wird. Es kann sich
um ein Gebäude mit Wohnräumen, Büroräumen oder zu anderer Nutzung handeln. Insbesondere
kommt ein Gebäude zur medizinischen Versorgung in Betracht, beispielsweise eine Krankenstation,
eine Notversorgungseinheit oder ein Feldlazarett. Die Module sollen gut transportierbar
sein und auch zum Absetzen aus der Luft, insbesondere von einem Hubschrauber aus,
geeignet sein.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Die Patentanmeldung
WO 97/49606 betrifft ein Verfahren zum gezielten Absetzen oder Aufnehmen von Gütern aus Luftfahrzeugen.
Im Rahmen dieses Verfahrens wird vorgeschlagen, dass die Güter abgesetzt werden können,
ohne dass das Luftfahrzeug landet und dass dabei ein vorgespanntes räumliches Seilfachwerk
die abzulassende Last räumlich fixiert. In der Regel soll dabei die Vorspannung im
Seilfachwerk durch das Luftfahrzeug selbst aufgebracht werden. In dieser Weise sollen
auch gängige Container transportiert werden können, wobei diese von einem Lastrahmen
getragen werden sollen.
[0003] Es erscheint so, dass dieses Verfahren besonders zur Nutzung mit Luftschiffen ("Zeppelinen")
geeignet ist. Jedenfalls erscheint es nicht einfach, einen Hubschrauber so einzusetzen,
dass er das Seilfachwerk spannt, während der Hubschrauber eine Last absetzt. Das Verfahren
illustriert allerdings, wie aufwendig es ist, Lasten aus der Luft punktgenau abzusetzen.
Die Patentanmeldung offenbart vielfältige nützliche Überlegungen, welche aber nichtsdestotrotz
sehr speziell auf den Einsatz mit Luftschiffen hin optimiert zu sein scheinen. Im
Übrigen ist es erforderlich, ein aufwendiges Seilfachwerk am Boden bereitzuhalten
und vier Seile mit dem Luftfahrzeug oder mit der Last zu verbinden.
[0004] Das deutsche Gebrauchsmuster GM 74 14 936 offenbart ein mechanisches Wechselsystem
für abstellbare Aufbauten von Lastkraftwagenanhängern oder Sattelaufliegern. Das Wechselsystem
erfordert zwei Rahmen, nämlich einen Zentrierrahmen, der mit dem Chassis des Lastkraftwagens
oder mit dem Chassis eines Anhängers verbunden wird. Das System erfordert ferner den
Einsatz eines Bodenrahmens, der die eigentliche Last, typischerweise einen Container,
tragen soll. Dieser Bodenrahmen kann mit Hilfe von Knickhebelstützen abgestützt werden.
Durch den Einsatz von zwei Rahmen erscheint das System relativ schwer. Allein schon
aus diesem Grunde erscheint es für den Lufttransport wenig geeignet.
[0005] Die Offenlegungsschrift
DE 30 07 730 A1 offenbart einen Großraumcontainer, insbesondere einen Standardcontainer nach ISO-Norm.
An diesem Container ist eine Abstützvorrichtung vorgesehen, die Bestandteil des Containers
sein soll und die mehrere (typischerweise vier) Stützbeine umfassen soll. Bei dieser
Konstruktion ist es erforderlich, dass der Container selbst eine hohe Stabilität aufweist,
um zwischen den an den äußeren Ecken des Containers vorgesehenen Stützbeinen sicher
stehen zu können. (Zumal diese sogar von den Ecken beabstandet sind.) Die Stützbeine
sind für die Justierung des Containers in der Höhe ausgelegt, erlauben aber keine
Justierung des Containers in der Horizontalen.
[0006] Die Patentanmeldung
WO 2012/038077 A1 offenbart ein Container-Transportsystem. Im Rahmen dieses Systems wird eine Umschlag-Vorrichtung
für einen Horizontalumschlag bei einem Container-Transportsystem im Bahn- und/oder
Straßenbereich offenbart. Bei dem System werden Verschub- und Hebeplatten eingesetzt,
welche hydraulisch, pneumatisch oder elektromechanisch betrieben werden können. Diese
Verschub- und Hebeplatten müssen so stabil ausgelegt werden, dass sie, während sie
nur einseitig gehalten werden, dem Container hinreichend Halt bieten. Auch diese Lösung
setzt also den Einsatz sehr biegefester Materialien voraus, welche daher schwer sind
und für den Lufttransport wenig geeignet. Im Übrigen sieht das System nur eine Verschiebung
genau senkrecht zur Containerseitenwand vor. Eine genauere Justierung ist nicht vorgesehen
und beim Transport eines Containers mit dem LKW wohl auch nicht erforderlich, da ein
LKW hinreichend leicht und präzise bewegt werden kann, um einen Container an einen
genau festgelegten Ort aufzunehmen oder zu entladen.
[0007] WO 2011/051514 offenbart ein Gebäudesystem, bei welchem verschiedene Bauelemente auf Transportanhängern
transportiert werden können. Diese Transportanhänger sind jeweils als Sattelschlepperauflieger
gestaltet. Am Einsatzort sind diese Anhänger in der gewünschten Position zu parken.
Hydraulikstützen dienen zum Anpassen der Höhe. Ein Transport aus der Luft scheint
nicht möglich zu sein, ferner scheint keine Einrichtung zur exakten Ausrichtung der
Transportanhänger zueinander vorgesehen zu sein.
[0008] WO 2012/126066 offenbart ein anderes modulares Bausystem. Bodenplatten sind so gestaltet, dass sie
weitere Stützelemente aufnehmen können, beispielsweise vertikale Stützpfosten. Hier
handelt es sich um einen Bausatz, bei dem aus den verschiedenen Teilen, im Wesentlichen
durch Handarbeit, ein Gebäude errichtet werden kann. An dem Einsatzort werden nur
die Einzelteile angeliefert, so dass der Aufbau einen erheblichen Aufwand erfordert.
[0009] Diese verschiedenen Ansätze erlauben es folglich nicht, ein schnell transportables
modulares Gebäude für den Notfalleinsatz in zufriedenstellender Weise zur Verfügung
zu stellen. Insbesondere erlauben die wenigsten der offenbarten Lösungen, die Module
für ein solches Gebäude aus der Luft anzuliefern und des danach schnell und präzise
aufzubauen.
[0010] Die vorliegende Erfindung strebt es an, verschiedene aus klassischer Ingenieurssicht
gegensätzliche Aspekte zu optimieren:
- In einem ersten Aspekt soll das modulare Gebäude einerseits leicht und andererseits
stabil sein. Seine Leichtigkeit soll die Anlieferung der Module aus der Luft sicherstellen.
Stabilität ist aber ebenso anzustreben, denn zur Krankenversorgung ist beispielsweise
auch ein OP-Saal vorzusehen und die erforderlichen Geräte sollen stabil aufgestellt
werden können.
- Eine weitere Optimierungsaufgabe ergibt sich dadurch, dass das Gebäude auch auf sehr
unebenen Böden errichtet werden soll, und zugleich die gesamte Bodenfläche des Gebäudes
horizontal und eben sein soll. Beispielsweise soll es leicht möglich sein, Krankenbetten
von einem Bereich des Gebäudes in einen anderen zu schieben.
- In einem noch weiteren Aspekt soll das modulare System universell einsetzbar sein.
Neben dem Lufttransport soll auch ein Straßentransport möglich sein. Trotz dieser
Vielfältigkeit sollen sich bei einer gegebenen Einsatzart und bei einem gegebenen
Einsatzzweck daraus keine großen Nachteile ergeben.
- In einem weiteren Aspekt ist eine vernünftige Abwägung zwischen der Einfachheit der
Konstruktion und der Einfachheit des Aufstellens auch durch ungeschultes Personal
(beispielsweise wenig geschulte Freiwillige vor Ort) und der Erfordernis einer präzisen
Aufstellung zu finden.
[0011] Diesen Ansprüchen genügen ein Verfahren zum Errichten eines modularen Gebäudes nach
Anspruch 1 und ein Bausatz für ein solches Gebäude nach Anspruch 11.
[0012] Ein modulares Gebäude im Sinne der vorliegenden Erfindung ist eines, welches aus
mindestens einem Modul besteht, in der Regel besteht es aus einer Vielzahl von Modulen.
Im Sinne der Erfindung soll das Verfahren zum Errichten eines solchen Gebäudes auf
einen Boden folgende Schritte umfassen:
- Bereitstellen eines ersten Moduls an einem Bereitstellort in der Nähe eines Aufstellortes,
- Aufsetzen des ersten Moduls auf einen Unterfahrjustierer am Bereitstellort,
- Verbringen des ersten Moduls mit dem Unterfahrjustierer zum Aufstellort,
- Justieren der Höhe des ersten Moduls über dem Boden am Aufstellort mit Hilfe des Unterfahrjustierers,
wobei dieser einen Rollrahmen aufweist,
- Justieren der horizontalen Position des ersten Moduls über dem Boden durch Verschieben
eines Rollrahmens relativ zum Unterfahrjustierer,
- Ausfahren von Stützen zur Fixierung der horizontalen und vertikalen Position des ersten
Moduls,
- Entfernen des Unterfahrjustierers.
[0013] Diese Schritte werden vorzugsweise in der Reihenfolge ihrer Aufzählung vorgenommen.
[0014] Die Natur des Bodens spielt für die Erfindung keine große Rolle, es kann sich um
eine beliebige Geländeoberfläche handeln, im Prinzip kann der Boden auch teilweise
unter Wasser stehen, etwa in einem seichten Bach oder dergleichen.
[0015] Das leichte modulare Gebäude nach der vorliegenden Erfindung umfasst typischerweise
eine Vielzahl von Modulen. Zweckmäßig sind häufig Gebäude, die vier, acht, zwölf oder
auch mehr Module, im Einzelfall durchaus bis zu zwanzig oder dreißig Module umfassen.
Diese Module können alle von gleicher Bauart sein. Es kommt auch in Frage, dass die
Module von verschiedener Bauart sind, beispielsweise dass zwei verschiedene Modultypen
verwendet werden. Dann setzt sich das modulare Gebäude also aus Modulen einer ersten
Bauart und aus Modulen einer zweiten Bauart zusammen. Zweckmäßig kann es dabei sein,
die Module zweiter Bauart so zu wählen, dass sie zu Transportzwecken die Module erster
Bauart aufnehmen können. Die Module erster Bauart müssen daher kleiner sein als die
Module zweiter Bauart. Allgemein aber lassen sich das erfindungsgemäße Verfahren und
der erfindungsgemäße Bausatz auf verschieden große Anzahlen gleicher oder verschiedener
Module anwenden.
[0016] In einem frühen Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens geht es darum, dass ein
erstes Modul bereitgestellt wird. Dieses Bereitstellen kann in verschiedener Form
erfolgen. In der Regel ist damit der Transport des Moduls von einem Lagerort zum Bereitstellort,
an dem das Modul bereitgestellt werden soll, erforderlich. Bei diesem Transportschritt
können Module einzeln oder zusammen transportiert werden. Es kann auch in Frage kommen,
dass alle für das Errichten des modularen Gebäudes vorgesehenen Module gemeinsam transportiert
werden.
[0017] Das Konzept des modularen Gebäudes ist so flexibel, dass geeignete Module auf dem
Landweg, beispielsweise mit Sattelschleppern, oder auf dem Luftweg, beispielsweise
mit Hubschraubern, transportiert werden können. Selbstverständlich kommt auch ein
Transport auf dem Seeweg in Frage. Insofern schließt das erfindungsgemäße Verfahren
zum Errichten eines modularen Gebäudes zweckmäßigerweise auch einen Schritt des Transportes
eines ersten Moduls ein, der dem Schritt des Bereitstellens des ersten Moduls vorausgeht.
Dieser Transport kann etwa von einem Lagerort zum Bereitstellort erfolgen.
[0018] Insbesondere kann es auch zweckmäßig sein, dass das erste Modul bereitgestellt wird,
in dem es am Einsatzort aus einem Transportbehälter entnommen wird. Bei dem Transportbehälter
selbst kann es sich dabei um ein Modul handeln, welches später ebenfalls Teil des
modularen Gebäudes werden kann. Zu diesem Zweck kann das Transportbehältnis ein zweites
Modul sein, welches größer ist als das erste Modul, wie oben erläutert.
[0019] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das erste Modul, nachdem es bereitgestellt
wurde, auf einem Unterfahrjustierer aufgesetzt. Bei dem Unterfahrjustierer handelt
es sich um ein Gerät, welches das Modul zumindest über kurze Strecken transportieren
kann. (In der Regel ist ein Transport über längere Strecken nicht möglich, so dass
dazu die oben erwähnten Transportfahrzeuge zum Einsatz kommen.) Der Unterfahrjustierer
ist ferner in der Lage, die relative Position eines Moduls zum Justierer selbst zu
verändern, also beispielsweise zu den Achsen des Justierers. Dabei kommt sowohl eine
Veränderung in vertikaler Richtung als auch insbesondere eine Veränderung in horizontaler
Richtung in Betracht. Es kommt auch eine Bewegung in Zwischenrichtungen in Betracht.
Diese Bewegungen dienen allesamt in erster Linie der genauen Justierung der Position
des Moduls in dem zu errichtenden modularen Gebäude. Diesem Umstand verdankt der Unterfahrjustierer
seinen Namen. Allgemein soll hierin unter einem Unterfahrjustierer ein Gerät verstanden
werden, welches ein Modul zum einen über Kurzstrecken bewegen kann und welches zum
zweiten erlaubt, die relative Position des Moduls zum Gerät zu variieren. Im Rahmen
der vorliegenden Erfindung wurden spezielle Unterfahrjustierer konstruiert, deren
verschiedenen Merkmale und Vorzüge nachfolgend noch eingehender besprochen werden.
[0020] Bei diesem Verändern der relativen Position des Moduls, dem Justieren, wird die Höhe
des Modulbodens über dem Boden (am Aufstellort) festgelegt. Je nach Untergrund kann
es günstig sein, das Modul höher oder tiefer aufzustellen. Ferner kann bei diesem
Justieren die horizontale Ausrüstung des ersten Moduls eingestellt werden. Jedes Modul
weist in aller Regel einen Modulboden auf. Insbesondere kann dafür gesorgt werden,
dass die nutzbare Bodenfläche des ersten Moduls in die Waagerechte gebracht wird.
[0021] Eine weiteres, benachbart aufgestelltes, z.B. das zweite Modul kann in gleicher Weise
justiert werden. Beim Justieren des benachbarten Moduls wird die Höhe des Bodens des
zweiten Moduls vorzugsweise so gewählt, dass die nutzbare Bodenfläche des zweiten
Moduls in gleicher Höhe wie das erste Modul liegt.
[0022] In einem weiteren Verfahrensschritt wird nach dem Aufsetzen des ersten Moduls auf
dem Unterfahrjustierer dieses mit Hilfe des Unterfahrjustierers (und zwar desselben
Unterfahrjustierers) zum Aufstellort verbracht.
[0023] Am Aufstellort wird die Höhe des Moduls über dem Boden mit Hilfe des Unterfahrjustierers
justiert. Ferner kann das Modul in der Horizontalen justiert werden. Der Unterfahrjustierer
soll zu diesem Zweck einen Rollrahmen aufweisen. Der Rollrahmen des Unterfahrjustierers
wird mit dem Modul verbunden, ist aber gegenüber anderen Teilen des Unterfahrjustierers,
beispielsweise einem unter dem Rollrahmen angeordnetem Chassis beweglich. Dabei ist
die Beweglichkeit des Rollrahmens im Wesentlichen in horizontaler Richtung vorgesehen.
[0024] Durch Verschieben des Rollrahmens relativ zum Unterfahrjustierer ist es daher in
einem nächsten Schritt möglich, die horizontale Position des Moduls über dem Boden
und/oder relativ zu einem Nachbarmodul festzulegen.
[0025] In einem weiteren Verfahrensschritt bei der Errichtung des modularen Gebäudes können
dann Stützen eingesetzt werden, welche der Fixierung der horizontalen und vertikalen
Position des ersten Moduls dienen. Diese Stützen können auch in das erste Modul intrigiert
sein. Der Einsatz von Stützen kann dann beispielsweise durch das Ausfahren von Stützen
erfolgen. Zweckmäßig sind aber auch separate Stützen, wobei das Modul typischerweise
eine Stützenaufnahme aufweisen kann, etwa in der Form eines Vierkantrohres horizontaler
oder auch vertikaler Ausrichtung.
[0026] In einem weiteren Schritt des Verfahrens wird der Unterfahrjustierer von dem soeben
in die gewünschte horizontale und vertikale Position gebrachten Moduls entfernt. Der
Unterfahrjustierer steht dann für weitere Module zur Verfügung. Insofern ist es möglich,
das Verfahren mit ein und demselben Unterfahrjustierer, aber mit einer Reihe verschiedener
Module durchzuführen. Das Verfahren kann also zunächst mit dem Bereitstellen eines
ersten Moduls beginnen und dann nach dem abschließenden Entfernen des Unterfahrjustierers
mit dem Bereitstellen eines zweiten Moduls fortgesetzt werden. Anschließend kann das
Verfahren dann auch auf ein drittes Modul, ein viertes Modul, usw. angewandt werden.
[0027] Der Unterfahrjustierer erlaubt es grundsätzlich, mehrere baulich sehr verschiedene
Module zu transportieren und zu justieren.
[0028] Wie erläutert weist der Unterfahrjustierer einen Rollrahmen auf. Dieser Rollrahmen
soll mit dem Boden des aufzustellenden Moduls in Verbindung gebracht werden. Es ist
daher möglich, dass das Modul selbst einen leichten Boden aufweist, der nicht so stabil
ist, wie es während der Aufstellung erforderlich oder wünschenswert wäre. Während
das Modul transportiert wird, wird es aber zusätzlich durch den Rollrahmen gestützt.
Der Rollrahmen kann beispielsweise Rollplatten, typischerweise relativ schwere Rollplatten
aus Stahl umfassen. Solche Rollplatten können ihrerseits auf Rollen laufen, welche
unterhalb des Rollrahmens durch den Unterfahrjustierer getragen werden. Die Kombination
von Rollflächen mit Rollen erlaubt die leichte Justierung eines aufzustellenden Moduls
in der Horizontalen. Im Sinne der mit der Erfindung anzustrebenden Vorteile ist es
mit diesem Prinzip nicht nur möglich, sehr leichte Module zu konstruieren, sondern
es ist auch möglich, diese Module gut durch ungeschultes Personal aufstellen zu lassen.
Der Rollrahmen erlaubt in der Regel eine horizontale Verschiebung der Module mit Muskelkraft.
In abgelegenen Gebieten, in denen etwa Elektrizität nur begrenzt zur Verfügung steht,
kann dies ein wesentlicher Vorteil sein.
[0029] Es sind verschiedene Formen der Lagerung des Rollrahmens auf dem Unterfahrjustierer
möglich. Es käme beispielsweise ein Walzenlager in Betracht. Vorzugsweise wird jedoch
ein Lager gewählt, welches nicht nur eine Bewegungsrichtung in der Ebene zulässt.
Bevorzugt sind Lagerungen, welche die freie Bewegung in einer Ebene erlauben. Typischerweise
ist dies die Ebene, in welcher sich der Boden eines Moduls befindet.
[0030] Vielfältige Überlegungen im Rahmen der vorliegenden Erfindung lassen ein Rollenlager
besonders vorteilhaft erscheinen. Typischerweise werden dabei Kugelrollen mit einem
Durchmesser zwischen 40 und 60 mm verwendet.
[0031] Vorteilhafterweise umfasst die Lagerung in der beschriebenen Weise eine erste Rolle.
Diese kann dann mit einer Rollplatte eines Rollrahmens zusammenwirken. Die Rolle wird
dann durch Federkraft gegen die Rollplatte gedrückt. Damit ist ein ständiger Kontakt
zwischen Rollplatte und Rolle sichergestellt.
[0032] Die Module können gleicher Bauart oder verschiedener Bauart sein. Für ein Verfahren
oder einen Bausatz nach der vorliegenden Erfindung ist es von Vorteil, wenn alle Module
äußerlich gleich sind. Es kommt aber auch in Betracht, dass einzelne Module verschieden
sind. Dabei könnte sogar ein festes Gebäude als ein Modul in das modulare Gebäude
integriert werden.
[0033] Die Module (welche auch als Leichtcontainer bezeichnet werden könnten) können zweckmäßiger
Weise aus Verbundmaterialien, insbesondere Aluminium-Verbundwerkstoffen, hergestellt
werden. Beispielsweise können die Außenwände aus Aluminiumplatten hergestellt werden;
2 mm - 4 mm, besonders 2 mm starke Aluminiumplatten haben sich gewährt. Zwischen einer
Aluminiumplatte als Außenwand und einer Aluminiumplatte als Innenwand kann eine Schaumstofffüllung
vorgesehen werden. Ein anderer zweckmäßiger Werkstoff für Wände eines Moduls, auch
für Verbundmaterialien, ist GfK. Ein erfindungsgemäßes Modul kann also mindestens
eine Wand aufweisen und die Wand und/oder die Bodenplatte können mehrschichtig aufgebaut
sein und eine poröse Schicht umfassen.
[0034] Das Verbundmaterial ist leicht stabil und wärmeisolierend. Wie aber auch zu erkennen
ist, ist gerade ein solches Verbundmaterial nicht sehr druckfest. Das Vorsehen von
Rollplatten am Rollrahmen in entsprechenden Bereichen des Modulbodens stellt aber
sicher, dass auch wenn die Lagerung durch Kugeln zur Verfügung gestellt werden wird,
der Modulboden nicht beschädigt wird. Ein Rollrahmen erlaubt also eine besonders freie
Materialwahl für die übrigen Teile des Moduls.
[0035] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung können zweckmäßigerweise auch Module in Form
von genormten Containern verwendet werden, typischerweise spricht man dabei von ISO-Containern.
Wenngleich diese Container ihren äußeren Maßen nach dem ISO-Standard entsprechen,
so müssen es nicht insgesamt Standard-Transportcontainer sein. Der innere Aufbau der
Container kann anspruchsvoller sein als bei einem Standard-Transportcontainer. Beispielsweise
kann es zweckmäßig sein, im Container Klimageräte, Stromanschlüsse und dergleichen
vorzusehen.
[0036] Es ist insbesondere zweckmäßig, solche ISO-Container als Transportcontainer zu verwenden.
Diese können dann im Rahmen des beschriebenen Verfahrens oder im Zusammenhang mit
dem beschriebenen Bausatz als zweite Module dienen. Diese zweiten Module können beim
Transport zum Bereitstellungsort die ersten Module aufnehmen. Die zweiten Module können
nach Entnahme der ersten Module auch Teil des modularen Gebäudes werden.
[0037] Wenn diese zweiten Module oder ISO-Container nach innen ragende Einrichtungen aufweisen,
wie beispielsweise ein Klimagerät, so ist es sinnvoll, in den ersten Modulen, in der
Regel in einer Wand des ersten Moduls, Ausnehmungen vorzusehen. Ein vorstehendes Element,
wie ein Klimagerät, kann dann in diese Ausnehmungen hineinragen, während das erste
Modul in dem zweiten Modul transportiert wird.
[0038] Wie die Module können die Gestelle gleicher Bauart oder verschiedener Bauart sein.
Somit können auch Rollrahmen gleicher Bauart oder verschiedener Bauart eingesetzt
werden.
[0039] Das Verfahren wird in der Regel durch einen Schritt ergänzt, bei dem das erste Modul
mit einem weiteren, z.B. zweiten, Modul fest verbunden wird. Dabei ist eine mechanische
Verbindung, und zwar in aller Regel eine lösbare mechanische Verbindung, zu bevorzugen.
Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, wenn Seitenteile der Module Bohrungen aufweisen,
durch die Bolzen geführt werden können. Die Bolzen können dann verschraubt werden.
Diese einfache und stabile Form der Befestigung setzt voraus, dass entsprechende Bohrlöcher
in benachbarten Modulen genau gegenüberliegend platziert werden können. Ebenfalls
kann es zweckmäßig sein, an den Modulen Beschläge vorzusehen, welche Bolzen oder eine
Mutter aufnehmen können. Solche Beschläge können auch an den Kanten der Module vorgesehen
sein, beispielsweise an Verstrebungen. Bei all diesen Varianten müssen also sowohl
in der Horizontalen als auch in der Waagerechten exakt ausgerichtet werden.
[0040] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auch auf einen Bausatz für ein modulares Gebäude.
Dieser Bausatz soll mindestens ein erstes Modul und einen Unterfahrjustierer umfassen,
wobei der Unterfahrjustierer das erste Modul unterfahren kann und das erste Modul
dabei eine bestimmte Strecke über einen Boden bewegen kann und ferner die Höhe des
ersten Moduls gegenüber dem Boden variieren kann, wobei bei dem Unterfahrjustierer
ferner ein Rollrahmen vorgesehen ist, welcher ein Verschieben des ersten Moduls auf
dem Unterfahrjustierer erlaubt.
[0041] Das erste Modul und weitere Module werden zweckmäßigerweise mit Stützen versehen.
Dies können im Modul intrigierte und dann ausfahrbare oder ausziehbare Stützen sein,
beispielsweise in der Form sogenannter Fallstützen. Es können auch Stützen zweckmäßig
sein, die mit den Modulen verbindbar sind und mit geeigneten Beschlägen, beispielsweise
an der Außenwand oder unter dem Boden montiert werden. Vorzugsweise werden Stützen
verwendet, welche seitlich nicht über die Bodenfläche des Moduls hinausragen.
[0042] Besonders zweckmäßig ist ein Bausatz, bei dem der Rollrahmen hydraulisch höhenverstellbar
ist. Eine hydraulische Höhenverstellung kann auch durch einen ersten Satz Hydraulikzylindern
und einem zweiten Satz Hydraulikzylindern verwirklicht werden. Der erste Satz von
Hydraulikzylindern kann dazu verwendet werden, ein Zwischenelement des Unterfahrjustierers,
beispielsweise das Chassis, gegenüber dem Boden am Aufstellort abzustützen und anzuheben.
Zu diesem Zweck ist es zweckmäßig, drei Hydraulikzylinder vorzusehen. Der erste Satz
von Hydraulikzylindern weist typischerweise Teleskopzylinder auf.
[0043] Zusätzlich kann ein zweiter Satz von Hydraulikzylindern vorgesehen sein, welcher
eine hydraulische Bewegung des Rollrahmens gegenüber einem anderen Bauteil des Unterfahrjustierers,
beispielsweise gegenüber dem Chassis, bewirkt. Der zweite Satz von Hydraulikzylindern
muss nur einen geringen Hub aufbringen, meist nur etwa 20 mm.
[0044] Eine hydraulische Höhenverstellung kann zweckmäßigerweise dadurch verwirklicht werden,
dass Kugeln, welche den Rollrahmen stützen, auf Stempeln von Hydraulikzylindern des
zweiten Satzes montiert werden. Durch die Hydraulikzylinder kann dann bequem die vertikale
Position des Rollrahmens variiert werden (zumindest zwischen einer oberen und einer
unteren Position), während horizontale Verschiebungen durch die Kugeln leicht möglich
sind.
[0045] Zweckmäßig ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung neben der Verwendung von Bolzen
auch die Verwendung von Bolzendurchführungen, Bolzenführungen, Distanzscheiben und
Dichtungen. Diese Elemente können daher auch Teile eines erfindungsgemäßen Bausatzes
sein.
[0046] Besonders zweckmäßig ist die Verwendung von Bolzen und Bolzendurchführungen auch
zur Verbindung von verschiedenen Modulen, beispielsweise zur Verbindung erster und
zweiter Module verschiedener Bauart. ISO-Container können dazu mit entsprechenden
Bolzendurchführungen versehen werden oder auch mit Beschlägen an den Außenwänden des
Containers, welche als Bolzenaufnahme dienen können.
[0047] Bezogen auf den Unterfahrjustierer ist es zweckmäßig, wenn dieser zwei Achsen aufweist.
Ein Unterfahrjustierer kann auch mehr Achsen aufweisen, zwei Achsen genügen aber in
der Regel und erlauben eine leichte Bauweise. Es ist möglich, dass alle oder zumindest
zwei Achsen des Unterfahrjustierers lenkbar sind, zweckmäßig ist aber ein Unterfahrjustierer
mit einer lenkbaren und einer nicht lenkbaren Achse.
[0048] Eine lenkbare Achse kann dabei zweckmäßig verwirklicht werden, in dem Lenkzylinder
vorgesehen werden. Beispielsweise hydraulische Lenkzylinder erlauben einen zuverlässigen
und weiten Lenkeinschlag.
[0049] Günstig ist es auch, wenn mindestens eine Achse des Unterfahrjustierers als Pendelachse
ausgeführt ist. Dies erlaubt guten Bodenkontakt auf schwierigem Gelände.
[0050] Besonders zweckmäßig ist es, wenn die Spurweite an einer Achse, zweckmäßigerweise
meist einer nicht gelenkten Achse, variabel ist. Es ist so möglich, den Unterfahrjustierer
mit einer engen Spurweite zu transportieren. Beim Überführen eines Moduls vom Bereitstellungsort
zum Aufbauort kann die Spurweite vergrößert werden (also mindestens ein Rad nach außen
verschoben werden). In dieser Weise kann der beladene Unterfahrjustierer stabiler
und kippsicherer bewegt werden. Wenn der Unterfahrjustierer unter dem Modul hervorfahren
soll, um es abgestützt an seinem Aufstellort zurückzulassen, kann die Spurbreite wieder
verringert werden. Dies erleichtert das Hinausfahren des Unterfahrjustierers zwischen
den Stützen des soeben aufgestellten Moduls. Zweckmäßig ist es, wenn das Verändern
der Spurbreite erfolgt, während sich der Unterfahrjustierer durch Hydraulikzylinder
gegenüber dem Boden am Aufstellort abstützt. Dann sind die Achsen und Räder entlastet,
was eine leichtere Veränderung der Spurbreite erlaubt.
[0051] Es hat sich im Rahmen der vorliegenden Erfindung als zweckmäßig erwiesen, wenn der
Unterfahrjustierer mit einem, besser aber mit mindestens zwei Dieselmotoren ausgestattet
ist. Diese Dieselmotoren können besonders an abgelegenen Orten vielfältige Funktionen
erfüllen.
[0052] Beim Betrieb des Unterfahrjustierers ist es zunächst vorgesehen, dass die Dieselmotoren
mit einer Einheit, in der Regel einer hydraulischen Verstellpumpe, gekoppelt sind,
die für den Antrieb des Fahrzeugs sorgt. Es kann sich hierbei also um einen hydrostatischen
Antrieb handeln. Alternativ wäre auch ein Antrieb der Räder über Elektromotoren denkbar.
Diese Form des Antriebs erlaubt es, ein an allen Rädern angetriebenes Fahrzeug zur
Verfügung zu stellen und sie erlaubt es auch, nach Art eines Differenzials, einzelne
Räder zu blockieren oder einzeln anzutreiben. Diese Art des Antriebs ist auch gut
für die Bedienung des Unterfahrjustierers über eine Fernsteuerung geeignet.
[0053] Ferner können die Dieselmotoren auch mit einer Einheit gekoppelt werden, die für
den Betrieb der Hydraulikzylinder sorgt. In der Regel ist dies eine Zahnradpumpe.
Meist genügt es, wenn nur ein Dieselmotor mit einer solchen Zahnradpumpe gekoppelt
wird.
[0054] Nach dem Aufstellen können die Dieselmotoren eine nützliche Funktion als Stromgeneratoren
erfüllen. Dies erspart den Transport zusätzlicher Generatoren in ein abgelegenes Gebiet.
[0055] Weitere Merkmale, aber auch Vorteile der Erfindung, ergeben sich aus den nachfolgend
aufgeführten Zeichnungen und der zugehörigen Beschreibung. In den Abbildungen und
in den dazugehörigen Beschreibungen sind Merkmale der Erfindung in Kombination beschrieben.
Diese Merkmale können allerdings auch in anderen Kombinationen von einem erfindungsgemäßen
Gegenstand umfasst werden. Jedes offenbarte Merkmal ist also auch als in technisch
sinnvollen Kombinationen mit anderen Merkmalen offenbart zu betrachten. Die Abbildungen
sind teilweise leicht vereinfacht und schematisch.
- Fig. 1
- ist eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen modularen Gebäudes.
- Fig. 2
- zeigt in schematischer Ansicht den Aufbau eines Moduls in erfindungsgemäßer Weise.
- Fig. 3
- zeigt die Verbindung zweier benachbarter Module in schematischer Aufsicht.
- Fig. 4
- zeigt die Lagerung des Rollrahmens.
- Fig. 5
- zeigt Verbindungsmittel für benachbarte Module.
- Fig. 6
- zeigt schematisch den Aufbau einer Vielzahl von Modulen auf unebenem Gelände.
- Fig. 7
- zeigt den Transport eines Unterfahrjustierers in einen Container.
- Fig. 8
- zeigt die Entnahme eines ersten Moduls aus einem zweiten Modul.
- Fig. 9
- zeigt in dreidimensionaler Ansicht einen erfindungsgemäßen Unterfahrjustierer.
- Fig. 10
- zeigt eine gelenkte Achse eines solchen Unterfahrjustierers.
[0056] Fig. 1 zeigt in perspektivischer Ansicht ein modulares Gebäude 10, welches aus einer
Vielzahl einzelner Module besteht. Das Gebäude 10 repräsentiert insgesamt eine typische
Sanitätsstation. Es besteht u. a. aus einem ersten Modul 12 und einem angrenzenden
zweiten Modul 14, welches von gleicher Bauart und Größe ist wie das erste Modul 12.
Neben diesen Modulen ist eine Vielzahl weiterer Module angeordnet, darunter das dritte
Modul 16 und das angrenzende vierte Modul 18. Die Module 16 und 18 sind größer als
die Module 12 und 14, so dass sie während des Transportes die kleineren Module aufnehmen
könnten.
[0057] Fig. 2 zeigt in perspektivischer Darstellung einen Schritt beim Aufbau von Modulen.
Ein erstes Modul 12 wird dabei neben einem zweiten Modul 14 platziert. Zu diesem Zweck
ist das erste Modul 12 auf den Unterfahrjustierer 20 aufgesetzt. Es muss sich daher
nicht selbständig gegen den Boden abstützen. Das zweite Modul 14 dagegen ist schon
in seine Endposition verbracht und stützt sich mit den Stützen 22a und 22b gegen den
Boden ab. Die einzelnen Module können aufeinander abgestimmte Funktionen wahrnehmen
und verschiedene zweckmäßige Elemente aufweisen. Beispielsweise können zwischen Modulen
Durchbrüche vorgesehen sein, so dass nur ausgewählte Module eine Tür 24 aufweisen
müssen.
[0058] Fig. 3 zeigt in einer schematischen Ansicht von oben bei Situation beim Aufbau, die
der Situation aus Fig. 2 im Wesentlichen entspricht. Dabei wird das erste Modul 12
zum zweiten Modul 14 hin verschoben. Das zweite Modul 14 ist dabei auf Stützen 22a,
22b, 22c, 22d stehend gezeichnet. (Diese Stützen können auch ganz in den Ecken positioniert
sein, etwa wenn sie als Fallstützen am Modulrahmen vorgesehen sind.) Es nimmt also
eine feste Position gegenüber dem Boden ein. Das erste Modul 12 steht noch auf dem
Unterfahrjustierer 20. Dieser Unterfahrjustierer 20 weist einen nicht sichtbaren Rollrahmen
30 auf, der durch Rollen 26 abgestützt wird. Der Rollrahmen 30 weist eine Vielzahl
von Rollplatten 28 auf, welche sich gegen die Rollen 26 abstützen und eine leicht
läufige Rollfläche anbieten. Daher ist es möglich, das erste Modul 12 mit geringer
Kraft und ohne Bewegung des Unterfahrjustierers 20 gegenüber dem Boden in Richtung
B auf das zweite Modul 14 hin zu verschieben. Die Module können dabei in eine exakte
Endposition gebracht werden und können mit geeigneten Verbindungsmitteln leicht verbunden
werden.
[0059] Fig. 4 zeigt in einer schematischen Querschnittsansicht eine geeignete Konstruktion
eines Rollrahmens 30. Dieser Rollrahmen 30 weist einzelne Rollplatten 28 auf. Die
Rollplatten 28 laufen auf Kugeln 26. Die Kugeln 26 wiederum werden durch das Chassiselement
32 des Rollrahmens 30 gestützt. Der Lauf der Kugeln 26 gegenüber den Rollplatten 28
ist durch Kanten 34 begrenzt. Solche Kanten 34 oder ähnlich arbeitende mechanische
Rollbegrenzer verhindern das Abrutschen des Rollrahmens 30 vom Unterfahrjustierer
20.
[0060] Fig. 5 zeigt zweckmäßige Verbindungsmittel für zwei benachbarte Module. Die Modulwände
36 weisen jeweils Bolzendurchführungen 38 auf. In Ansicht A ist ein Abschnitt einer
Modulwand 36 wiedergegeben, welche zu einem ersten Modul 12 gehören kann. In Ansicht
B ist ein Abschnitt einer Modulwand 36 wiedergegeben, welche zu einem zweiten Modul
14 gehören kann. Der Abstand der Modulwände 36 kann durch Distanzplatten 40 reguliert
werden. (Statt der Distanzplatten kann auch eine vorteilhafte äußere Kontur der Modulwände
eingesetzt werden. Im Einzelfall kommt auch der Einsatz von aufblasbaren Dichtungen
in Frage, auch zum Verbinden von Modulen mit anderen Elementen, z.B. Verbindungsgängen.)
Diese werden auf Bolzendurchführungen 42 aufgesetzt. Wie in den Ansichten C und D
gezeigt wird, können zwischen den Modulwänden 36 Dichtungen 44 vorgesehen werden,
deren Anpressdruck zweckmäßigerweise durch die Distanzplatten 40 vorbestimmt werden
kann. Für die Verbindung der entsprechend vorbereiteten Modulwände 36 sorgt ein Bolzen
46 zusammen mit seiner Mutter 48. Die folgenden Schritte des Aufbaus sind in den Ansichten
C und D illustriert, wobei die Ansicht D die fertige Verbindung zweier benachbarter
Modulwände 36 durch einen Bolzen 46 und seine Mutter 48 zeigt.
[0061] Fig. 6 zeigt in schematischer Ansicht, dass das modulare Gebäude 10 mit Hilfe des
vorliegenden Verfahrens auch gut auf unebenem Gelände aufgebaut werden kann. Nach
dem Verfahren können einzelne Module, hier dargestellt als eine Reihe von Modulen
12A, 12B, 12C, 12D und 12E, leicht nebeneinander aufgebaut werden. Da die Module nacheinander
aufgebaut werden und eine exakte Justierung mit dem Unterfahrjustierer 20 möglich
ist, kann eine einheitliche Bodenebene erzeugt werden. Dies ist insbesondere dann
praktisch, wenn zwischen den Modulen Türen oder Durchgänge existieren. Die Stützen
der Module können je nach Erfordernis genau die adäquate Höhe des Modulteils über
dem Bodenstück festlegen, auf dem sich die Stütze abstützt. Die Stützen können auch
ganz an den Kanten der Module platziert werden. Angrenzenden Module, die mit Nachbarmodulen
verbunden sind, können auch durch nur zwei Stützen abgestützt werden.
[0062] Fig. 7 zeigt, dass der erfindungsgemäße Unterfahrjustierer 20 so konstruiert ist,
dass er auch in einem Container 50 oder Modul bequem zum Bereitstellungsort gebracht
werden kann. Der Container 50 hat eine Standardbreite und ist mit gewöhnlichen Türen
50a und 50b ausgestattet. Insbesondere weil der Unterfahrjustierer 20 eine relativ
schmale Spur hat, kann er leicht in einem solchen Container 50 transportiert werden.
[0063] Fig. 8 zeigt, wie Module nicht nur zum Transport des Unterfahrjustierers 20 verwendet
werden können, sondern wie ein Modul erster, kleinerer Bauart in ein Modul mit größeren
Abmessungen transportiert werden kann. Das Modul mit größeren Abmessungen wird hier
als Container 50 dargestellt. Wie schon erläutert, kann ein solcher Container 50,
meist ein ISO-Container, später auch als Modul im modularen Gebäude 10 verwendet werden.
Zu Transportzwecken kann der Container 50 jedoch ein erstes Modul 12 aufnehmen. Dieses
kann vollständig entlang einer Einschub- und Ausschubrichtung in den Container 50
geschoben werden. Durch eine Containerstütze 54 kann der Container 50 in eine Höhe
gebracht werden, von der aus die Übergabe an den Unterfahrjustierer 20 leicht möglich
ist. (Bei der Containerstütze 54 kann es sich um eine übliche ansteckbare Containerstütze
handeln, vorteilhaft ist es, eine hydraulisch angetriebene Containerstütze zu verwenden.
(Damit kann der Container leicht angehoben werden, denn der Aufbau des modularen Gebäudes
soll so erfolgen können, dass keine Kräne erforderlich sind.) Eine sehr zweckmäßiges
Konzept im Rahmen der Erfindung ist es, wenn solche hydraulisch angetriebenen Containerstützen
auch mit Hilfe der Hydraulikeinrichtungen des Unterfahrjustierer betrieben werden
können. Dazu können über steckbare Schlauchverbindungen die Containerstützen vom Hydraulikaggregat
des Unterfahrjustierers mit Hydrauliköl versorgt werden.
[0064] Der Unterfahrjustierer 20 kann im Übrigen Module aus jeder praktisch relevanten Höhe
aufnehmen. Durch entsprechende Höheneinstellungen, typischerweise des Rollrahmens
30, kann das erste Modul 12 ohne Überwindung eines Höhenunterschiedes auf den Unterfahrjustierer
20 übernommen werden. Interessant beim Transport von einem ersten Modul 12 in einen
Container 50 ist, dass Wandöffnungen 56 des Moduls so vorgesehen werden können, dass
sie nach innen vorstehende Bauteile des Containers 50 aufnehmen können. Der Container
50 weist beispielsweise ein auch nach innen ragendes Klimaelement 58 auf. (Die Module
für das modulare Gebäude nach dieser Erfindung können Wandöffnungen aufweisen, welche
während des Transportes mit Stellwänden verschlossen sind. Das Verschließen solcher
Wandöffnungen mit Stellwänden bis zur Verbindung mit Nachbarmodulen sorgt dafür, dass
kein Schmutz in die Module eindringen kann. Solche Stellwände können im Einzelfall
auch geschickt innerhalb des Moduls weiter verwendet werden, beispielsweise als Tischelement.)
[0065] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung kann das Verfahren zum Errichten eines modularen
Gebäudes auch den Schritt der Entnahme eines ersten Moduls aus einem zweiten Modul
umfassen. Dabei kommt es insbesondere in Frage, dass im Rahmen dieses Verfahrensschrittes
das erste Modul mit Entladehilfseinrichtungen versehen wird. Solche Entladehilfseinrichtungen
umfassen zwei Schwerlastkugeln, welche an einem Ende des Moduls eingesteckt werden
können, um es gegenüber dem Boden abzustützen und leichter schiebbar zu machen. Solche
Einrichtungen können auch ein Gestell mit zwei Kugeln umfassen, welche über eine Pendelachse
verkippbar gelagert sind.
[0066] Fig. 9 zeigt in perspektivischer Ansicht die wesentlichen Elemente eines zweckmäßigen
Unterfahrjustierers 20. Dieser weist einen Rollrahmen 30 auf, der Module abstützen
kann. Dieser Rollrahmen 30 ruht auf dem Chassisrahmen 60. Der Chassisrahmen 60 wird
durch die Vorderachse 62 und durch die Hinterachse 64 abgestützt. Der Unterfahrjustierer
20 weist vier Räder auf, darunter die gut sichtbaren Räder 66a und 66b. (Hinter Rad
66b ist eine Teleskopstützte erkennbar, welche als hydraulische Stütze des ersten
Satzes von Stützen das Chassis 62 gegen den Boden abstützen kann.)
[0067] Der Unterfahrjustierer 20 weist zur Erhöhung seiner Stabilität Versteifungsstreben
auf, nämlich die Versteifungsstrebe 68a und die Versteifungsstrebe 68b. Diese verlaufen
angenähert v-förmig. Dieser Verlauf führt dazu, dass oberhalb der Versteifungsstrebe
68, aber unterhalb des Chassisrahmens 60, jeweils ein Aggregat aufgenommen werden
kann. Über der Versteifungsstrebe 68b ist der Dieselmotor (70b) platziert. Der Unterfahrjustierer
20 ist ferner mit einem zweiten Dieselmotor (70a) ausgestattet.
[0068] Fig. 10 zeigt in einer perspektivischen Ansicht eine lenkbare Achse, wie sie als
Vorderachse 62 für einen Unterfahrjustierer 20 dienen kann. Diese Achse weist ein
erstes Rad 66a und ein zweites Rad 66c auf. Wie am Rad 66c zu erkennen ist, ist die
Achse lenkbar. Dazu dient, bezogen auf das Rad 66c, der Lenkzylinder 72. Schematisch
dargestellt ist ein Verbindungsbolzen 74, mit dem die Achse am Chassis befestigt werden
kann. Es handelt sich also um eine Pendelachse.
[0069] Insgesamt erkennt man, wie sich ein trotz der beschriebenen gegensätzlichen Optimierungsaufgaben
ein zweckmäßiges und leichtes modulares Gebäude herstellen lässt.
Bezugszeichenliste:
[0070]
- 10
- modulares Gebäude
- 12
- erstes Modul
- 14
- zweites Modul
- 16
- drittes Modul
- 18
- viertes Modul
- 20
- Unterfahrjustierer
- 22
- Stütze
- 24
- Tür
- 26
- Rolle
- 28
- Rollplatte
- 30
- Rollrahmen
- 32
- Chassiselement
- 34
- Kante (Rollbegrenzer)
- 36
- Modulwand
- 38
- Bolzendurchführung
- 40
- Distanzplatte
- 42
- Bolzenführung
- 44
- Dichtung
- 46
- Bolzen
- 48
- Mutter
- 50
- Container
- 52
- Tür
- 54
- Stütze (Container)
- 56
- Wandöffnung
- 58
- Klimagerät
- 60
- Chassisrahmen
- 62
- Vorderachse
- 64
- Hinterachse
- 66
- Rad
- 68
- Versteifungsstrebe
- 70
- Motor
- 72
- Lenkzylinder
- 74
- Verbindungsbolzen
- H
- Horizontale
- B
- Bewegungsrichtung
- s
- Verschiebestrecke
1. Verfahren zum Errichten eines modularen Gebäudes (10) mit mindestens einem ersten
Modul (12) auf einem Boden, welches folgende Schritte umfasst:
- Bereitstellen eines ersten Moduls (12) an einem Bereitstellort in der Nähe eines
Aufstellortes,
- Aufsetzen des ersten Moduls (12) auf einen Unterfahrjustierer (20) am Bereitstellort,
- Verbringen des ersten Moduls (12) mit dem Unterfahrjustierer (20) zum Aufstellort,
- Justieren der Höhe des ersten Moduls (12) über dem Boden am Aufstellort mit Hilfe
des Unterfahrjustierers (20), wobei dieser einen Rollrahmen (30) aufweist,
- Justieren der horizontalen Position des ersten Moduls (12) über dem Boden durch
Verschieben eines Rollrahmens (30) relativ zum Unterfahrjustierer (20),
- Ausfahren von Stützen (22) zur Fixierung der horizontalen und vertikalen Position
des ersten Moduls (12),
- Entfernen des Unterfahrjustierers (20).
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das modulare Gebäude (10) ein erstes Modul (12)
und ein zweites Modul (14) umfasst, und das Verfahren folgende weitere Schritte umfasst:
- Bereitstellen eines zweiten Moduls (14),
- Aufsetzen des zweiten Moduls (14) auf einen Unterfahrjustierer (20),
- Verbringen des zweiten Moduls (14) mit dem Unterfahrjustierer (20) zum Aufstellort,
- Justieren der Höhe des zweiten Moduls (14) über dem Boden am Aufstellort mit Hilfe
des Unterfahrjustierers (20), wobei dieser einen Rollrahmen (30) aufweist
- Justieren der horizontalen Position des zweiten Moduls (14) über dem Boden durch
Verschieben eines Rollrahmens (30) relativ zum Unterfahrjustierer (20),
- Ausfahren von Stützen (22) zur Fixierung der horizontalen und vertikalen Position
des zweiten Moduls (14),
- Entfernen des Unterfahrjustierers (20)
3. Verfahren nach Anspruch 2, bei denen beide Module am Aufstellort durch Verbindungsmittel
miteinander verbunden werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das erste Modul (12) in
seiner Bauart vom zweiten Modul (14) verschieden ist.
5. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, bei dem es sich bei dem ersten Modul (12)
um ein Leichtbaumodul handelt, welches zumindest zum Teil aus Aluminium-Verbundplatten
oder GfK-Platten besteht.
6. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, bei dem es sich bei dem zweiten Modul
(14) um einen ISO-Container handelt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem vor dem Bereitstellen des
ersten Moduls (12) das Modul oder die Module mit einem Transportfahrzeug (verschieden
vom Unterfahrjustierer (20)) zum Bereitstellort gebracht werden.
8. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, bei dem zum Transport an den Bereitstellort
das zweite Modul (14) das erste Modul (12) aufnehmen kann.
9. Verfahren, bei dem das erste Modul (12) in mindestens einer Modulwand eine Ausnehmung
hat und bei dem Bauteile, welche in den Innenraum des zweiten Moduls (14) ragen, in
dieser Ausnehmung aufgenommen werden können.
10. Verfahren, bei dem der Rollrahmen auf dem Unterfahrjustierer (20) auf Rollen (26)
verschiebbar ist.
11. Bausatz für ein modulares Gebäude, welcher mindestens ein erstes Modul (12) und einen
Unterfahrjustierer (20) umfasst, wobei der Unterfahrjustierer (20) das erste Modul
(12) unterfahren kann und das erste Modul (12) dabei eine bestimmte Strecke über einen
Boden bewegen kann und ferner die Höhe des ersten Moduls (12) gegenüber dem Boden
variieren kann, wobei bei dem Unterfahrjustierer (20) ferner ein Rollrahmen (30) vorgesehen
ist, welcher ein Verschieben des ersten Moduls (12) auf dem Unterfahrjustierer (20)
erlaubt.
12. Bausatz für ein modulares Gebäude nach dem vorhergehenden Anspruch, bei dem das erste
Modul (12) Fallstützen aufweist.
13. Bausatz für ein modulares Gebäude nach Anspruch 11 oder 12, der neben dem ersten Modul
(12) noch zumindest ein zweites Modul (14) umfasst, welches von anderer Bauart als
das erste Modul (12) ist.
14. Bausatz für ein modulares Gebäude nach einem der Ansprüche 11 bis 13, bei dem der
Rollrahmen (30) des Unterfahrjustierers (20) auf Rollen (26) verschiebbar gelagert
ist.
15. Bausatz für ein modulares Gebäude nach einem der Ansprüche 11 bis 14, bei dem der
Rollrahmen (30) hydraulisch höhenverstellbar ist.