[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Adaptieren eines Kupplungskopfes
einer Mittelpufferkupplung mit einer Gelenkhälfte einer Gelenkanordnung. Insbesondere
ist die erfindungsgemäße Vorrichtung ausgelegt, den Kupplungskopf einer Mittelpufferkupplung
der Willison-Bauart mit einer Gelenkhälfte einer Gelenkanordnung mechanisch zu verbinden.
[0002] In der Schienenfahrzeugtechnik kommen Mittelpufferkupplungen zum Einsatz, um zwei
voneinander unabhängige Fahrzeuge oder Wagenzüge zu einem Zug zu verbinden. Die Aufgabe
einer Mittelpufferkupplung besteht ausschließlich darin, Relativbewegungen entlang
der Fahrzeuglängsachse zwischen den gekuppelten Wagenkästen zu verhindern. Eine Übertragung
von Kräften in anderer Richtung oder eine Einschränkung weiterer Freiheitsgrade ist
dabei nicht erwünscht. Eine Mittelpufferkupplung ist eine ohne großen Aufwand lösbare
und wieder kuppelbare Verbindung zwischen zwei Fahrzeugen. Fahrzeuge, welche über
Mittelpufferkupplungen verbunden werden, sind sowohl im gekuppelten als auch im entkuppelten
Zustand betriebsfähig. Mittelpufferkupplungen werden in der Regel genormt ausgeführt,
so dass Fahrzeuge, welche das gleiche Kupplungssystem verwenden, beliebig untereinander
gekuppelt werden können.
[0003] Im Unterschied hierzu haben in der Schienenfahrzeugtechnik Gelenkanordnungen die
Aufgabe, Wagenkästen aneinander zu binden und dabei definierte Bewegungen zwischen
den Wagenkästen zuzulassen, aber auch bestimmte Freiheitsgrade einzuschränken. Zwei
über eine Gelenkanordnung verbundene Wagenkästen bilden zusammen ein Fahrzeug. Das
Lösen zweier mittels einer Gelenkanordnung verbundener Wagenkästen ist nur unter Zuhilfenahme
geeigneter Werkzeuge möglich und im Normalbetrieb des Fahrzeuges nicht vorgesehen.
Gelenkanordnungen übernehmen neben der Kopplung zweier Wagenkästen in Fahrzeuglängsrichtung
oft weitere Funktionen, wie z. B. das Abstützen eines Teils der Gewichtskraft oder
das Lenken des Wagenkastens. Somit ist ein Betrieb der getrennten Wagenkästen nicht
möglich; die getrennten Wagenkästen können nicht als eigenständige Fahrzeuge betrachtet
werden.
[0004] Eine Gelenkanordnung weist eine erste mit dem Untergestell eines ersten Wagenkastens
fest verbundene (fixierte) Gelenkhälfte sowie eine zweite mit dem Untergestell eines
zweiten Wagenkastens fest verbundene (fixierte) Gelenkhälfte auf, wobei diese beiden
Gelenkhälften über einen gemeinsamen, vertikal verlaufenden Gelenkbolzen gelenkig
miteinander verbunden sind. In der Regel sind die Gelenkhälften in Gestalt von Lagerböcken
ausgeführt, die beispielsweise über einen Flanschbereich mit dem Untergestell des
zugeordneten Wagenkastens verbindbar sind.
[0005] Aus dem Stand der Technik sind unterschiedliche Lösungen zum Adaptieren von Kupplungen
unterschiedlicher Bauart bekannt. Beispielsweise betrifft die Druckschrift
EP 2 384 948 A1 eine Übergangskupplung zum lösbaren Verbinden eines Kupplungskopfes einer automatischen
Mittelpufferkupplung vom Typ Scharfenberg
® mit dem Zughaken einer Schraubenkupplung.
[0006] Weiter ist aus der Druckschrift
EP 2 529 994 A1 eine Rangierkupplung für spurgeführte Fahrzeuge bekannt, wobei diese Rangierkupplung
einen Kupplungskopfwechsler aufweist, um Kupplungsköpfe unterschiedlicher Bauart oder
unterschiedlichen Typs in eine von der Rangierkupplung definierte vertikale Kupplungsebene
einzuwechseln und insbesondere einzuschwenken. Auf diese Weise kann die Rangierkupplung
wahlweise mit einem Kupplungskopf vom Typ 10, Typ 35, Typ 330, Typ 430, Typ 55 oder
Typ 140 verbunden werden.
[0007] Auch wenn aus dem Stand der Technik bereits Ansätze bekannt sind, mit denen ein gemischtes
Kuppeln zwischen einer automatischen Mittelpufferkupplung und einer Schraubenkupplung
oder AAR-Kupplung möglich ist, fehlen Lösungen, die ein Adaptieren einer Mittelpufferkupplung
mit der Gelenkhälfte einer Gelenkanordnung ermöglichen. Insbesondere sind die aus
dem Stand der Technik bekannten Übergangskupplungen zum gemischten Kuppeln zwischen
Mittelpufferkupplungen und Schraubenkupplungen oder AAR-Kupplungen in struktureller
und funktioneller Weise nicht geeignet, um auch die Adaption eines Kupplungskopfes
einer Mittelpufferkupplung mit einer Gelenkhälfte einer Gelenkanordnung zu ermöglichen.
Dies liegt insbesondere daran, dass die Gelenkhälften einer Gelenkanordnung - im Unterschied
zu den Kupplungsköpfen einer Mittelpufferkupplung - grundsätzlich nicht dafür vorgesehen
sind, eine ohne großen Aufwand lösbare und wieder kuppelbare Verbindung zwischen zwei
Fahrzeugen bzw. Wagenkästen bereitzustellen.
[0008] Demnach liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung anzugeben,
die eine mechanische Verbindung zwischen der Gelenkhälfte einer Gelenkanordnung und
dem Kupplungskopf einer Mittelpufferkupplung übergangsweise ermöglicht. Insbesondere
soll eine Lösung angegeben werden, mit welcher die einzelnen Wagenkästen eines mehrgliedrigen
und über eine Gelenkanordnung verbundenen, insbesondere spurgeführten Fahrzeuges mechanisch
mit einem Fahrzeug zu kuppeln, welches mit einer Mittelpufferkupplung, insbesondere
einer Mittelpufferkupplung vom Typ SA-3 ausgestattet ist. Insbesondere soll die erfindungsgemäße
Lösung geeignet sein, sowohl Zug- als auch Druckkräfte übertragen zu können.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den Gegenstand des unabhängigen Patentanspruchs
1 gelöst, wobei vorteilhafte Weiterbildungen hiervon in den entsprechenden Unteransprüchen
angegeben sind.
[0010] Demnach wird insbesondere eine Vorrichtung zum Adaptieren eines Kupplungskopfes einer
Mittelpufferkupplung mit einer an einem Untergestell eines Fahrzeuges fixierten oder
fixierbaren Gelenkhälfte einer Gelenkanordnung vorgeschlagen, wobei die Vorrichtung
ein Adapterteil und mindestens ein Übergangsteil aufweist. Das Adapterteil der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ist im Hinblick auf den Kupplungskopf der Mittelpufferkupplung zumindest
bereichsweise derart komplementär ausgeführt, dass dieses lösbar mit dem Kupplungskopf
verbindbar ist.
[0011] Das mindestens eine Übergangsteil dient zum (mechanischen) Verbinden des Adapterteils
mit der Gelenkhälfte der Gelenkanordnung. Zu diesem Zweck ist bei der erfindungsgemäßen
Lösung vorgesehen, dass das Adapterteil mindestens eine Lageranordnung aufweist zum
Anlenken eines kupplungskopfseitigen Endbereiches des mindestens einen Übergangsteils.
Die mindestens eine Lageranordnung weist beispielsweise ein Lagerauge auf, in welches
ein vertikal verlaufender Bolzen aufnehmbar ist, über den der kupplungskopfseitige
Endbereich des mindestens einen Übergangsteils an das Adapterteil in horizontaler
Ebene anlenkbar ist.
[0012] Andererseits ist bei der erfindungsgemäßen Lösung dem gelenkhälftenseitigen Endbereich
des mindestens einen Übergangsteils mindestens eine Aufnahme zugeordnet zum Verbinden
des Übergangsteils mit der Gelenkhälfte.
[0013] Diese dem gelenkhälftenseitigen Endbereich des mindestens einen Übergangsteils zugeordnete
Aufnahme kann beispielsweise als Lager ausgebildet sein, um den gelenkhälftenseitigen
Endbereich des Übergangsteils gelenkig mit der Gelenkhälfte zu verbinden, und zwar
insbesondere derart, dass das Übergangsteil relativ zu der Lagerhälfte in horizontaler
Ebene verschwenkbar ist. Alternativ hierzu ist es denkbar, die dem gelenkhälftenseitigen
Endbereich des mindestens einen Übergangsteils zugeordnete Aufnahme zum lösbaren Verbinden,
insbesondere lösbaren Fixieren, des Übergangsteils mit der Gelenkhälfte auszubilden.
Eine solche lösbare Verbindung kann beispielsweise über eine Schraubverbindung realisiert
werden. Selbstverständlich sind aber auch andere Ausführungsformen in diesem Zusammenhang
denkbar.
[0014] Bei der erfindungsgemäßen Lösung kommt dem mindestens einen Übergangsteil nicht nur
die Aufgabe zu, den Kupplungskopf der Mittelpufferkupplung mechanisch mit der Gelenkhälfte
zu verbinden, sondern auch die weitere Aufgabe zu, einen gegebenenfalls existierenden
Höhenversatz zwischen dem Kupplungskopf der Mittelpufferkupplung und der Gelenkhälfte
zu überbrücken.
[0015] Das Adapterteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist im Hinblick auf den Kupplungskopf
der Mittelpufferkupplung zumindest bereichsweise derart komplementär ausgeführt, dass
dieses lösbar mit dem Kupplungskopf verbindbar ist. Insbesondere ist dabei das Adapterteil
so ausgebildet, dass dieses von den Kupplungsorganen des Kupplungskopfes aufgenommen
werden kann.
[0016] Als Kupplungskopf kommen unterschiedliche Bauarten bzw. -typen in Frage, wie beispielsweise
ein Kupplungskopf der Willison-Bauart, insbesondere ein Kupplungskopf vom Typ SA-3,
oder aber auch ein Kupplungskopf beispielsweise vom Typ Scharfenberg
®.
[0017] In einer bevorzugten Realisierung der erfindungsgemäßen Lösung ist vorgesehen, dass
mindestens zwei separat voneinander ausgeführte Übergangsteile vorgesehen sind. Die
kupplungskopfseitigen Endbereiche der zwei separat ausgeführten Übergangsteile sind
dabei über die mindestens eine Lageranordnung derart mit dem Adapterteil verbunden,
dass diese relativ zu dem Adapterteil um eine gemeinsame vertikale Schwenkachse verschwenkbar
sind. Durch das Vorsehen von mindestens zwei separat voneinander ausgeführten Übergangsteilen
kann das Gewicht der einzelnen Übergangsteile möglichst gering gehalten werden, was
die Montage und Demontage der Übergangsteile entsprechend erleichtert.
[0018] Die erfindungsgemäße Lösung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass der Kupplungskopf
der Mittelpufferkupplung mechanisch mit dem mit einer Gelenkanordnung ausgerüsteten
Wagenkasten verbunden werden kann, ohne dass es hierzu erforderlich ist, die zu der
Gelenkanordnung gehörenden und mit dem Wagenkasten verbundenen Komponenten zu entfernen.
Insbesondere entfällt die Demontage der Gelenkhälfte, da lediglich die vertikal verlaufende
Mittellängsachse des Wagenkastens schneidende Gelenkbolzen der Gelenkanordnung entfernt
werden muss.
[0019] In einer vorteilhaften Weiterbildung der zuletzt genannten Ausführungsform, bei welcher
zwei separat voneinander ausgeführte Übergangsteile vorgesehen sind, ist vorgesehen,
dass die gelenkhälftenseitigen Endbereiche der zwei separat ausgeführten Übergangsteile
über separat zueinander ausgeführte Aufnahmen mit der Gelenkhälfte verbunden sind.
In vorteilhafte Weise sind die zwei separat zueinander ausgeführten Aufnahmen im Hinblick
auf die Mittellängsachse des Wagenkastens (und somit im Hinblick auf die von dem vertikal
verlaufenden Gelenkbolzen der Gelenkanordnung definierte Schwenkachse) dezentral angeordnet.
Die Aufnahmen sind insbesondere spiegelsymmetrisch hinsichtlich der Mittellängsachse
angeordnet.
[0020] Die Erfindung ist nicht auf eine Vorrichtung zum Adaptieren eines Kupplungskopfes
einer Mittelpufferkupplung mit einer Gelenkhälfte einer Gelenkanordnung beschränkt,
sondern betrifft darüber hinaus auch eine Anordnung, welche eine Gelenkhälfte einer
Gelenkanordnung, einen Kupplungskopf einer Mittelpufferkupplung sowie eine Vorrichtung
zum Adaptieren des Kupplungskopfes mit der Gelenkhälfte der zuvor genannten Art umfasst.
[0021] Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die Zeichnungen eine exemplarische Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung näher beschrieben:
[0022] Es zeigen:
- FIG. 1
- eine Seitenansicht auf eine exemplarische Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum Adaptieren eines Kupplungskopfes einer Mittelpufferkupplung mit einer Gelenkhälfte
einer Gelenkanordnung;
- FIG. 2
- eine Draufsicht auf die Vorrichtung gemäß FIG. 1; und
- FIG. 3
- eine isometrische Ansicht der Vorrichtung gemäß FIG. 1.
[0023] Bei der in den Zeichnungen dargestellten exemplarischen Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung handelt es sich um eine Vorrichtung 100 zum Adaptieren eines Kupplungskopfes
50 einer Mittelpufferkupplung vom Typ SA-3 mit einer Gelenkhälfte 10 einer Gelenkanordnung.
Allerdings ist die Erfindung nicht auf diesen Kupplungskopftyp beschränkt; vielmehr
ist die erfindungsgemäße Vorrichtung 100 grundsätzlich auch geeignet, Kupplungsköpfe
von Mittelpufferkupplungen anderer Bauart/Bautyp mit der Gelenkhälfte 10 einer Gelenkanordnung
mechanisch zu verbinden.
[0024] Obwohl in den Zeichnungen nicht dargestellt, ist der Kupplungskopf 50 üblicherweise
über eine Kupplungsstange und einem Lagerbock mit der Stirnseite eines Fahrzeuges
gelenkig verbunden.
[0025] Andererseits ist die Gelenkhälfte 10 Teil einer Gelenkanordnung (nicht dargestellt)
bestehend aus einer weiteren Gelenkhälfte, wobei die Gelenkhälften über einen Gelenkbolzen
in horizontaler Ebene relativ zueinander verschwenkbar sind. Hierzu ist die Gelenkhälfte
10 fest mit dem Untergestell eines Wagenkastens verbunden.
[0026] Wie es insbesondere der Darstellung in FIG. 2 entnommen werden kann, weist die exemplarische
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung 100 ein Adapterteil auf, welches
im Hinblick auf den Kupplungskopf 50 der Mittelpufferkupplung zumindest bereichsweise
derart komplementär ausgeführt ist, dass dieses lösbar mit dem Kupplungskopf 50 verbindbar
ist.
[0027] Kommt - wie bei der in den Zeichnungen exemplarisch dargestellten Ausführungsform
- als Kupplungskopf 50 ein Kupplungskopf einer Mittelpufferkupplung vom Typ SA-3 zum
Einsatz, so ist das Adapterteil 1 so ausgebildet, dass dieses von den Kupplungsorganen
51, 52 des Kupplungskopfes 50 lösbar aufgenommen werden kann. Zu diesem Zweck ist
das Adapterteil 1 zumindest bereichsweise so ausgeführt, wie ein Gegen-Kupplungskopf
des Kupplungskopfes 50.
[0028] Das Adapterteil 1 der erfindungsgemäßen Vorrichtung 100 weist eine Lageranordnung
2 auf, über welche das Adapterteil 1 mit einer Übergangstruktur 3 mechanisch verbunden
ist. Die Übergangstruktur 3 weist bei der in den Zeichnungen exemplarisch dargestellten
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung 100 zwei separat zueinander ausgeführte
Übergangsteile 4, 4' auf.
[0029] Im Einzelnen, und wie es insbesondere der Darstellung in FIG. 2 entnommen werden
kann, sind die kupplungskopfseitigen Endbereiche der beiden Übergangteile 4, 4' über
die Lageranordnung 2 derart mit dem Adapterteil 1 verbunden, dass diese Übergangsteile
4, 4' relativ zu dem Adapterteil 1 um eine gemeinsame vertikale Schwenkachse S verschwenkbar
sind. Wie es im Einzelnen insbesondere der Darstellung in FIG. 2 entnommen werden
kann, sind bei der exemplarischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
100 die beiden Übergangsteile 4, 4' der Übergangstruktur 3 mit dem Adapterteil 1 und
einem Bolzen 8 abgesteckt und gesichert. Dabei bildet der Bolzen 8 das Gelenk zur
Aufnahme der Relativbewegungen zwischen den Fahrzeugen A und B.
[0030] Die gelenkhälftenseitigen Endbereiche der beiden separat ausgeführten Übergangsteile
4, 4' sind - wie es insbesondere der Draufsicht gemäß FIG. 2 entnommen werden kann
- über separat zueinander ausgeführte Aufnahmen 6, 6' mit der Gelenkhälfte 10 verbunden.
Diese beiden separat ausgeführten Aufnahmen 6, 6' sind bei der in den Zeichnungen
gezeigten exemplarischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung 100 jeweils
als Lager ausgebildet und dienen zum gelenkigen Verbinden der entsprechenden Übergangsteile
4, 4' mit der Gelenkhälfte 10 bzw. dem Lagerbock der Gelenkhälfte 10. Im Einzelnen
ist die Gelenkhälfte 10 mit entsprechenden Aufnahmen 6, 6' ausgerüstet, wobei diese
Aufnahmen 6, 6' zur Montage der Übergangsteile 4, 4' jeweils mit einem Bolzen 7, 7'
dienen. Dadurch, dass die Aufnahmen 6, 6' in der Gelenkhälfte 10 ausgeführt sind,
entfällt die Demontage der Gelenkhälfte 10; es muss lediglich der Gelenkbolzen 5 entfernt
werden, welcher die Gelenkhälfte 10 mit einer entsprechenden komplementär hierzu ausgeführten
(in den Zeichnungen nicht gezeigten) Gelenkhälfte verbindet.
[0031] In einer alternativen Ausführungsform ist es denkbar, die Aufnahmen 6, 6' zum lösbaren
Verbinden der gelenkhälftenseitigen Endbereiche der zwei separat ausgeführten Übergangsteile
4, 4' auszubilden, insbesondere zum lösbaren Fixieren.
[0032] Wie es der Draufsicht gemäß FIG. 2 entnommen werden kann, sind bei der in den Zeichnungen
exemplarisch dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung 100 die
beiden Aufnahmen 6, 6' im Hinblick auf die Mittellängsachse M des Wagenkastens A dezentral
angeordnet, und im Einzelnen spiegelsymmetrisch hinsichtlich der Mittellängsachse.
Hierbei ist anzumerken, dass die Gelenkhälfte 10 ausgebildet ist, einen vertikal verlaufenden
und die Mittellängsachse M des Wagenkastens A schneidenden Gelenkbolzen 8 aufzunehmen.
Andererseits schneidet auch die gemeinsame vertikale Schwenkachse S, welche von der
Lageranordnung 2 des Adapterteils 1 definiert ist, die Mittellängsachse M des Wagenkastens
A.
[0033] Bei der in den Zeichnungen exemplarisch dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 100 ist vorgesehen, dass die separat ausgeführten Aufnahmen 6, 6' in der
Gelenkhälfte 10 integriert bzw. angeordnet und jeweils als Lager ausgeführt sind.
Dabei sind die gelenkhälftenseitigen Endbereiche der zwei separat ausgeführten Übergangsteile
4, 4' derart in den entsprechenden Aufnahmen 6, 6' gelagert dass die Übergangsteile
4, 4' nur dann relativ zu der Gelenkhälfte 10 verschwenkbar sind, wenn die adapterseitigen
Endbereiche der Übergangsteile 4, 4' nicht mit dem Adapterteil 1 verbunden sind, und/oder
wenn einer der beiden gelenkhälftenseitigen Endbereiche der zwei Übergangsteile 4,
4' nicht in der entsprechenden Aufnahme 6, 6' der Gelenkhälfte 10 angeordnet ist.
[0034] Die Erfindung ist nicht auf die in den Zeichnungen exemplarisch dargestellte Ausführungsform
beschränkt, sondern ergibt sich aus einer Zusammenschau sämtlicher hierin offenbarter
Merkmale.
[0035] Insbesondere ist es in diesem Zusammenhang denkbar, dass die Lageranordnung zwei
in dem Adapterteil 1 ein Sphärolastiklager aufweist bzw. als Sphärolastiklager ausgebildet
ist, um Wank- und/oder Nickbewegungen abdämpfen zu können.
Bezugszeichenliste
[0036]
- 1
- Adapterteil
- 2
- Lageranordnung
- 3
- Übergangstruktur
- 4, 4'
- Übergangsteile
- 5
- Bolzen
- 6, 6'
- Aufnahme
- 7, 7'
- Bolzen
- 8
- Gelenkbolzen
- 10
- Gelenkhälfte
- 50
- Kupplungskopf
- 51, 52
- Kupplungsorgan
- 100
- Vorrichtung
- S
- vertikale Schwenkachse
- M
- Mittellängsachse des Wagenkastens A
- A
- erster Wagenkasten
- B
- zweiter Wagenkasten
1. Vorrichtung (100) zum Adaptieren eines Kupplungskopfes (50) einer Mittelpufferkupplung,
insbesondere einer Mittelpufferkupplung der Willison-Bauart, mit einer an einem Untergestell
eines insbesondere spurgeführten Fahrzeuges (A, B) fixierten oder fixierbaren Gelenkhälfte
(10) einer Gelenkanordnung, wobei die Vorrichtung (100) folgendes aufweist:
- ein Adapterteil (1), welches im Hinblick auf den Kupplungskopf (50) zumindest bereichsweise
derart komplementär ausgeführt ist, dass dieses lösbar mit dem Kupplungskopf (50)
verbindbar ist; und
- mindestens ein Übergangsteil (4, 4') zum Verbinden des Adapterteils (1) mit der
Gelenkhälfte (10),
wobei das Adapterteil (1) mindestens eine Lageranordnung (2) aufweist zum Anlenken
eines kupplungskopfseitigen Endbereiches des mindestens einen Übergangsteils (4, 4'),
und wobei dem gelenkhälftenseitigen Endbereich des mindestens einen Übergangsteils
(4, 4') mindestens eine Aufnahme (6, 6') zugeordnet ist zum Verbinden des Übergangsteils
(4, 4') mit der Gelenkhälfte (10).
2. Vorrichtung (100) nach Anspruch 1,
wobei die dem gelenkhälftenseitigen Endbereich des mindestens einen Übergangsteils
(4, 4') zugeordnete mindestens einen Aufnahme (6, 6') als Lager ausgebildet ist zum
gelenkigen Verbinden des mindestens einen Übergangsteils (4, 4') mit der Gelenkhälfte
(10).
3. Vorrichtung (100) nach Anspruch 1,
wobei die dem gelenkhälftenseitigen Endbereich des mindestens einen Übergangsteils
(4, 4') zugeordnete mindestens eine Aufnahme (6, 6') ausgebildet ist zum lösbaren
Verbinden, insbesondere zum lösbaren Fixieren des mindestens einen Übergangsteils
(4, 4') mit der Gelenkhälfte (10).
4. Vorrichtung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei das mindestens eine Übergangsteil (4, 4') ausgebildet ist zum Überbrücken eines
Höhenversatzes zwischen dem Kupplungskopf (50) der Mittelpufferkupplung und der Gelenkhälfte
(10) der Gelenkanordnung.
5. Vorrichtung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
wobei das Adapterteil (1) ausgebildet ist, von den Kupplungsorganen (51, 52) des Kupplungskopfes
(50) zumindest bereichsweise aufgenommen zu werden.
6. Vorrichtung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei mindestens zwei separat voneinander ausgeführte Übergangsteile (4, 4') vorgesehen
sind, deren kupplungskopfseitigen Endbereiche über die mindestens eine Lageranordnung
(2) derart mit dem Adapterteil (1) verbunden sind, dass diese relativ zu dem Adapterteil
(1) um eine gemeinsame vertikale Schwenkachse (S) verschwenkbar sind.
7. Vorrichtung (100) nach Anspruch 6,
wobei die gemeinsame vertikale Schwenkachse (S) die Mittellängsachse (M) des spurgeführten
Fahrzeuges (A, B) schneidet.
8. Vorrichtung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, insbesondere Anspruch 7, wobei
die Gelenkhälfte (10) ausgebildet ist, einen vertikal verlaufenden und die Mittellängsachse
(M) des spurgeführten Fahrzeuges (A, B) schneidenden Gelenkbolzen (8) der Gelenkanordnung
aufzunehmen.
9. Vorrichtung (100) nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
wobei die gelenkhälftenseitigen Endbereiche der mindestens zwei separat ausgeführten
Übergangsteile (4, 4') über separat zueinander ausgeführte Aufnahmen (6, 6') mit der
Gelenkhälfte (10) verbunden sind.
10. Vorrichtung (100) nach Anspruch 9,
wobei die separat zueinander ausgeführten Aufnahmen (6, 6') im Hinblick auf die Mittellängsachse
(M) des spurgeführten Fahrzeuges (A, B) dezentral angeordnet sind.
11. Vorrichtung (100) nach Anspruch 10,
wobei die separat zueinander ausgeführten Aufnahmen (6, 6') spiegelsymmetrisch hinsichtlich
der Mittellängsachse (M) des spurgeführten Fahrzeuges (A, B) angeordnet sind.
12. Vorrichtung (100) nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
wobei die separat ausgeführten Aufnahmen (6, 6') als Lager ausgeführt sind, und wobei
die gelenkhälftenseitigen Endbereiche der mindestens zwei separat voneinander ausgeführten
Übergangsteile (4, 4') derart in den entsprechenden Aufnahmen (6, 6') gelagert sind,
dass die Übergangsteile (4, 4') nur dann relativ zu der Gelenkhälfte (10) verschwenkbar
sind, wenn die adapterteilendseitigen Bereiche der Übergangsteile (4, 4') nicht mit
dem Adapterteil (1) verbunden sind, und/oder wenn mindestens ein gelenkhälftenseitiger
Endbereich der mindestens zwei separat ausgeführten Übergangsteile (4, 4') nicht mit
der Gelenkhälfte (10) verbunden ist.
13. Anordnung, welche folgendes aufweist:
- eine an einem Untergestell eines ersten insbesondere spurgeführten Fahrzeuges (A)
fixierte oder fixierbare Gelenkhälfte (10);
- eine an einem zum ersten Fahrzeug (A) benachbart angeordneten zweiten Fahrzeug (B)
angelenkte Mittelpufferkupplung insbesondere der Willison-Bauart mit einem Kupplungskopf
(50); und
- eine Vorrichtung (100) zum Adaptieren des Kupplungskopfes (50) der Mittelpufferkupplung
mit der Gelenkhälfte (10) der Gelenkanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 12.