[0001] Die Erfindung betrifft ein Dampfbügeleisen mit einem Wasservorratsbehälter, einer
Heizeinrichtung einer Dampfkammer und einer Pumpe zum Fördern von Kalkwasser in die
Dampfkammer gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und ein Verfahren zum Betrieb
eines Dampfbügeleisens mit einer in der Sohle integrierten Dampfkammer, bei dem festgestellt
wird, ob eine Dampfanforderung vorliegt gemäß dem Obergriff des Patentanspruchs 8.
Stand der Technik
[0002] Ein Dampfbügeleisen dieser Gattung ist beispielsweise aus der deutschen Offenlegungsschrift
DE 10 2014 204 2079 A1 bekannt. Dort wird ein Dampfbügeleisen offenbart, bei dem eine Pumpe aus einem Wassertank
Kalkwasser in eine Dampfkammer fördert, um Dampf für das Dampfbügeleisen zu erzeugen.
Das dort offenbarte Dampfbügeleisen weist einen Lagesensor auf, um Lagen des Dampfbügeleisens
zu bestimmen, wobei in einer von einer horizontalen Arbeitslage abweichenden Alternativlage
die Pumpe deaktiviert ist.
[0003] Ferner weist das am Markt erhältliche Dampfbügeleisen mit der Bezeichnung Bosch TDi90
eine temperaturabhängige Pumpensteuerung auf, mit welcher die Tröpfchenbildung bei
der Dampferzeugung verhindert wird, indem über eine Wassermengenregelung in Abhängigkeit
der Temperatur zuverlässig verhindert wird, dass mehr Wasser auf die Sohle gefördert
wird, um Dampf zu erzeugen, als dort verdampft werden kann. Eine besondere Herausforderung
stellt in diesem Zusammenhang eine niedere Temperatureinstellung des Dampfbügeleisens
dar. Üblicherweise sind Punkte an einem Drehwähler aufgebracht, mit deren Auswahl
grob ein Temperaturbereich vorgegeben werden kann. Das Dampfbügeleisen arbeitet insbesondere
in Abhängigkeit von der Temperaturempfindlichkeit von Textilien in verschiedenen Temperaturbereichen,
die meistens an einem Drehregler vorgegeben werden. Oft sind definierte Einstellungen
von ein-, zwei-, oder drei Punkten vorwählbar. Der niedere Temperaturbereich bei einer
Einstellung von einem Punkt liegt beispielsweise zwischen 70° und 120°C. Da Wasser
in der Regel bei normalem Luftdruck erst bei 100° C verdampft, kann es in diesem niederen
Temperaturbereich zur Tröpfchenbildung kommen. Daher wird in der Regel bei am Markt
üblichen Dampfbügeleisen eine Dampfabgabe, beziehungsweise ein Dampfstoß bei dieser
Einstellung verhindert, indem die Pumpe abgestellt wird.
Das der Erfindung zugrunde liegende Problem
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Dampfbügeleisen und ein
Verfahren zum Betrieb eines Dampfbügeleisens anzugeben, wobei insbesondere in einem
unteren Temperaturbereich eine tröpfchenfreie Dampfabgabe sichergestellt wird.
[0005] Generell ist bei Dampfbügeleisen eine zuverlässige und bequeme Handhabung wünschenswert.
Besonders nachteilig ist es, wenn beim Dampfbügeln Tröpfchen über das Bügeleisen auf
das Gewebe aufgebracht werden. Denn dies kann zur Folge haben, dass diese Tröpfchen
anschließend durch verlängertes Bügeln getrocknet werden müssen, wodurch sich der
Zeitaufwand für das Bügeln von Kleidungsstücken wesentlich erhöht und der Qualitätseindruck
des Dampfbügeleisens gemindert wird. Darüber hinaus ist ein technisch einfacher Aufbau
des Dampfbügeleisens wünschenswert, da sich dadurch der Fertigungsaufwand und der
Wartungsaufwand reduziert, wobei sich gleichzeitig die Zuverlässigkeit wegen der verringerten
Anzahl von Teilen erhöht.
[0006] Der Erfindung liegt demnach insbesondere die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Dampfbügeleisen
und ein Verfahren zum Betrieb eines Dampfbügeleisens anzugeben, bei dem in einem unteren
Temperaturvorwahlbereich für den Betrieb des Dampfbügeleisens eine Dampfabgabe bei
verminderter oder sogar ganz ohne Tröpfchenbildung möglich ist.
Erfindungsgemäße Lösung
[0007] Zur Lösung der Aufgabe lehrt die vorliegende Erfindung ein Dampfbügeleisen gemäß
den Merkmalen des Patentanspruchs 1 und ein Verfahren zum Betrieb eines Dampfbügeleisens
gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs 8.
[0008] Erfindungsgemäß wird bei einem Dampfbügeleisen mit einer Sohlenheizung und einer
dort befindlichen Dampfkammer temperaturabhängig mit einer Pumpe Kaltwasser gefördert,
um daraus Dampf zu erzeugen. Dabei hängt die Wassermenge von der Sohlentemperatur
und/oder von einer Sohlentemperaturvorwahleinstellung, vorzugsweise von beidem ab.
Die Sohlentemperaturvorwahleinstellung kann von einem Benutzer einstellbar sein, werkseitig
voreingestellt sein oder von einer Einstelleinrichtung z.B. aufgrund von Messdaten
vorgegeben werde. Kaltwasser im Sinne der vorliegenden Erfindung ist flüssiges Wasser
in Abgrenzung zu dem in der Dampfkammer erzeugten Wasserdampf.
[0009] Erfindungsgemäß wird in einer Vergleichseinrichtung die Temperaturvorwahleinstellung
mit einem vorliegenden Dampfanforderungssignal verglichen, das heißt in Abhängigkeit
des Vorliegens des Dampfanforderungssignals und der Temperaturvorwahleinstellung eine
von der Temperaturvorwahleinstellung abweichende Temperatur eingestellt. Auf diese
Weise wird insbesondere sichergestellt, dass in Abhängigkeit einer niedereren Temperaturvorwahl
insbesondere bei einer Einstellung von einem Punkt und bei Temperaturbereichen zwischen
70° und 120° C im Falle einer Dampfanforderung in diesem unteren Temperaturbereich
eine höhere Temperatur eingestellt werden kann, zum Beispiel eine Temperatur zwischen
120° C und 180 °C, vorzugsweise zwischen 120° C und 145 °C, zum Beispiel 130° C. Durch
eine höher eingestellte Temperatur kann sichergestellt werden, dass sich auch in einem
unteren Temperaturbereich keine Tröpfchen bei der Dampfabgabe bilden, dass Dampf schnell
zur Verfügung steht und ein optimales Bügelergebnis erzielt werden kann. Eine Schädigung
von feinem und empfindlichem Gewebe durch eine derartige Temperaturerhöhung kann dadurch
zuverlässig vermieden werden, dass der Dampf im Wesentlichen 100° C heiß ist und seine
Temperatur damit innerhalb des vorgewählten Temperaturbereiches liegt. Gleichzeitig
wird das Gewebe schnell durchfeuchtet. Mit der Erfindung ist erreichbar, dass bei
anschließendem Nichtvorliegen einer Dampfanforderung die Temperatur wieder auf einen
niedrigeren Wert, typischerweise in Abhängigkeit der Temperaturvorwahleinstellung,
geregelt wird. Somit erlaubt es die erfindungsgemäße Lösung, die Temperatur der Sohle
durch Einschalten der Heizung bei einer Dampfanforderung und durch Erhöhung der eingestelltem
Temperatur ein besseres Bügelergebnis mit erhöhtem Qualitätseindruck zu erzielen,
wobei zuverlässig verhindert werden kann, dass auch empfindliches Gewebe geschädigt
werden kann, da bei nicht vorliegendem Dampfanforderungssignal lediglich der vorgewählte
Temperaturbereich geregelt wird. Erfindungsgemäß wird festgestellt, ob eine Dampfanforderung
vorliegt und in Abhängigkeit der voreingestellten Temperatur wird bei vorliegender
Dampfanforderung eine andere Sohlentemperatur eingestellt als die Vorwahltemperatur.
So wird erreichbar, dass eine Tröpfchenbildung auch bei niedrigerer eingestellter
Vorwahltemperatur verhindert werden kann. Insbesondere wird bei einer niedereren Temperaturvorwahl
eine höhere als die vorgewählte Temperatur eingestellt, um in der Sohle Wasser zuverlässig
verdampfen zu können. Speziell kann eine Schädigung empfindlichen Geweben vermieden
werden, da das verdampfte Wasser bei Normaldruck ca. 100° C hat und sich damit im
Gewebe aufgrund dessen rascher Durchfeuchtung keine höhere Temperatur einstellt, als
eine die beispielsweise bei einem Punkt als Vorwahl laut Definition zulässig ist.
Bei Ausbleiben einer Dampfanforderung kann umgehend wieder die vorgewählte Temperatur
geregelt werden.
Aufbau und Weiterbildung der erfindungsgemäßen Lösung
[0010] Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen, welche einzelne oder in Kombination miteinander
eingesetzt werden können, sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0011] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die Steuerung so ausgestaltet, dass die
Temperatur erhöht wird, das heißt, dass aufgrund des Vorliegens eines Dampfanforderungssignals
eine höhere Sohlentemperatur eingestellt wird als beim Fehlen dieses Signals. Auf
diese Weise wird durch eine erhöhte Wärmemenge sichergestellt, dass durch die Pumpe
gefördertes Wasser zuverlässig in Dampf umgewandelt wird, wobei die Dampftemperatur
selbst beim Verdampfen ca. 100° C beträgt und damit das zu behandelnde Gewebe zuverlässig
durchfeuchtet und schonend behandelt wird.
[0012] Diese Ausführungsform der Erfindung kann so weiter gebildet werden, dass in einem
unteren Temperaturvorwahlbereich bei Dampfanforderung eine erhöhte Temperatur von
der Steuerung eingestellt wird. Somit wird zuverlässig in einem Bereich, in dem sich
leicht Dampftröpfchen bilden können, sichergestellt, dass das gesamte von der Pumpe
geförderte Kaltwasser verdampfbar ist, weil durch eine erhöhte Sohlentemperatur eine
höhere Wärmemenge für die Verdampfung des Wassers zur Verfügung steht. Im Sinne der
vorliegenden Erfindung ist ein unterer Temperaturvorwahlbereich eine oder mehrere
Temperaturvorwahleinstellungen (zum Beispiel "ein Punkt"), die niedriger als eine
oder mehrere andere Temperaturvorwahleinstellungen (zum Beispiel "zwei Punkte" und
"drei Punkte") aus einer Gesamtzahl möglicher Temperaturvorwahleinstellungen ist oder
sind.
[0013] Bei einer Weiterbildung des Dampfbügeleisens ist ein Sohlentemperaturfühler vorhanden,
welcher mit der Steuerung verbunden ist. Durch eine derartige Konfiguration wird sichergestellt,
dass in Abhängigkeit der Sohlentemperatur die korrekte Wassermenge durch die Pumpe
gefördert werden kann, die gerade nicht Tröpfchenbildung führt und dass zuverlässig
überwacht werden kann, ob die Sohle eine ausreichende Temperatur hat, um mit der Wasserförderung
zu beginnen. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass bei einer Dampfanforderung in
einem unteren Temperaturbereich Wassertropfen und eine Durchnässung des Gewebes zuverlässig
verhindert werden können.
[0014] Die Erfindung kann so weiter gebildet werden, dass am Dampfbügeleisen ein separater
Sofortdampfanforderungsschalter vorhanden ist, der mit der Steuerung verbunden ist.
Auf diese Weise kann manuell mit dem Sofortdampfanforderungsschalter ein Dampfanforderungssignal
generiert werden, wobei innerhalb der Steuerung dann sofort die Heizung eingeschaltet
werden kann, und gegebenenfalls in Abhängigkeit der Temperaturvorwahleinstellung eine
abweichende Temperatur eingestellt werden kann. Der bevorzugte Sofortdampfanforderungsschalter
steuert auch die Pumpe zum Fördern des Kaltwassers in die Dampfkammer.
[0015] Diese Ausführungsform der Erfindung kann so weiter gebildet werden, dass die Steuerung
daran angepasst ist in Abhängigkeit eines vorliegenden Dampfanforderungssignals die
Heizung unmittelbar einzuschalten, um die für die Dampferzeugung erforderliche Wärmeenergie
rasch bereitzustellen. Hier kann insbesondere davon ausgegangen werden, dass durch
Aufbringung von Wasser auf die Bügeleisensohle deren Temperatur absinkt und damit
auch eine mögliche kurzfristige Erhöhung der Temperatur bis das Wasser über die Pumpe
auf die Sohle gefördert wird unbedenklich ist.
[0016] Das bevorzugte Dampfanforderungssignal ist identisch mit oder koinzidiert mit dem
Beginn der Förderung von Kaltwasser in die Dampfkammer. Besonders vorzugsweise ist
das Dampfanforderungssignal identisch oder koinzidiert mit einem Signal zum Aktivieren
der Pumpe oder ist oder koinzidiert mit dem Aktivieren der Pumpe. Auf diese Weise
ist vorteilhafterweise erreichbar, dass die Sohlentemperatur im Wesentlichen gleichzeitig
mit der Dampferzeugung angehoben wird. Denkbar sind aber auch Ausführungen der Erfindung,
bei denen das Dampferzeugungssignal von einem Sensor erzeugt wird, der das Vorhandensein
von Kaltwasser in der Dampfkammer oder dessen Zuführung in die Dampfkammer feststellt,
z.B. ein Temperatursensor, der eine vom Kaltwasser induzierte Temperaturabsenkung
misst, beispielsweise in der Wand der Dampfkammer oder im Inneren der Dampfkammer.
[0017] In einer Ausführung der Erfindung liegt das Kaltwasser in einem ein das Bügeleisen
integrierten Wasservorratsbehälter für das Kaltwasser vor, das heißt, der Wasservorratsbehälter
befindet sich in demselben Gehäuse, an dem auch die Sohle des Dampfbügeleisens angebracht
ist. In einer alternativen Ausführung der Erfindung st das Dampfbügeleisen mit einem
externen Wasservorratsbehälter ausgestattet, das heißt, der Wasservorratsbehälter
für das Kaltwasser befindet sich nicht in dem Gehäuse, an dem die Sohle des Dampfbügeleisens
angebracht ist. Vorzugsweise ist der Vorratsbehälter bei der letztgenannten Ausführung
der Erfindung mittels einer Wasserleitung, zum Beispiel einem Wasserschlauch mit einer
Komponente des Dampfbügeleisens, dass die Sohle des Dampfbügeleisens umfasst, verbunden,
[0018] Die Erfindung kann so weiter gebildet werden, dass die Steuerung daran angepasst
ist, das Dampfanforderungssignal zu erzeugen. Auf diese Weise wird erreicht, dass
bei automatischen Bügelprogrammen mit beispielsweise intervallartiger Dampfabgabe
durch Pumpenaktivierung unabhängig von der Vorwahltemperatur zuverlässig eine Tröpfchenbildung
im Bügelbetrieb verhindert werden kann.
[0019] Das erfindungsgemäße Verfahren kann so weiter gebildet werden, dass in Abhängigkeit
der vorgewählten Temperatur eine erhöhte Temperatur eingestellt wird. Dadurch kann
insbesondere erreicht werden, dass in einem vorgewählten unteren Temperaturbereich
eine erhöhte Temperatur eingestellt wird und damit für die Verdampfung des Wassers
in der Sohle eine erhöhte Temperatur zur Verfügung steht. Somit zuverlässig eine Tröpfchenbildung
verhindert und das Wasser ist vollständig verdampfbar.
[0020] Bei einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird bei Vorliegen einer
Dampfanforderung unmittelbar die Sohlenheizung aktiviert. Auf diese Weise wird erreicht,
dass die Bügelsohle schnell auf die einzustellende Solltemperatur gebracht wird und
bei der Dampferzeugung keine unnötige Verzögerung auftritt.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0021] Der Erfindung wird im Folgenden anhand schematischer Zeichnungen und anhand von Ausführungsbeispielen
weiter erläutert. Es zeigen:
Figur 1 einen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Dampfbügeleisens;
Figur 2 ein Beispiel einer temperaturabhängigen Wasserförderung durch eine Pumpe in
einem oberen Temperaturvorwahlbereich;
Figur 3 ein Beispiel einer temperaturabhängigen Wasserförderung durch eine Pumpe in
einem unteren Temperaturvorwahlbereich; und
Figur 4 ein Beispiel eines Temperaturverlaufs gemäß einem erfindungsgemäßen Verfahren
zum Betrieb eines Dampfbügeleisens.
[0022] Wie Figur 1 zeigt, besteht ein haushaltsübliches Dampfbügeleisen 1 im Längsschnitt
aus verschiedenen für die Heizung und die Dampfversorgung und deren Steuerung maßgebliche
Komponenten, die gut erkennbar sind. Das Dampfbügeleisen 1 hat ein Gehäuse 2 mit einem
Handgriff 4 und einer Sohle 6. Das Bügeleisen ist hier in einer horizontalen Betriebslage
dargestellt. Die Sohle 6 ist beheizbar mittels einer Heizung 10 und hat nicht dargestellte
Auslasslöcher zum Ausstoßen von Dampf. Das Gehäuse 2 des Dampfbügeleisens enthält
bevorzugt die Steuerung 26 zur Durchführung maßgeblicher Funktionen des Dampfbügeleisens
wie beispielsweise der Steuerung der Dampferzeugung, der Heizung, sowie der Auswertung
von verschiedenen Sensorsignalen und von einer Temperaturvorwahleinstellung. Beispielsweise
kann die Steuerung einen Speicher enthalten, in welchem Bügelprogramme abgelegt sind.
Hiermit kann in Abhängigkeit einer Stoffbeschaffenheit und einer Bügeltemperatur eine
vorgegebene Dampfmenge intervallartig abgegeben werden, um eine gewünschtes Bügelergebnis
zu erzielen.
[0023] Im Gehäuse ist beispielsweise innerhalb der Sohle eine Dampfkammer 8 und eine Sohlenheizung
10 angeordnet. Für die Bereitstellung von Kaltwasser zur Dampferzeugung weist das
Dampfbügeleisen einen Wasservorratsbehälter 12 auf, der beispielsweise über eine Leitung
14 mit einer Pumpe 16 und danach wiederum mit der Dampfkammer 8 verbunden ist. Über
die Pumpe wird, wie später noch weiter erklärt wird, temperaturabhängig eine für die
Dampferzeugung ausreichende Wassermenge zugegeben. Vorliegend ist der Wasservorratsbehälter
12 in das Gehäuse 2 des Dampfbügeleisens 1 integriert. Es sind aber aus Ausführungen
der Erfindung denkbar, bei denen der Wasservorratsbehälter 12 extern vorliegt und
die Leitung 14 als Wasserschlauch zum Anschluss des externen Wasservorratsbehälters
ausgebildet ist.
[0024] Der Zusammenhang zwischen Temperatur und Wassermenge ist bevorzugt den der Steuerung
26 abgelegt. Über ein Stromkabel 18 kann das Dampfbügeleisen 1 mit dem Stromnetz verbunden
werden und ist mittels eines Hauptschalters 20 schaltbar. Beispielsweise wird beim
Verbinden des Stromkabels mit dem Hausnetz das Dampfbügeleisen 1 eingeschaltet und
über die Steuerung 26 wird die Aufheizung der Sohle des Bügeleisens 6 veranlasst und
gesteuert, sowie gegebenenfalls Dampf erzeugt, indem über die Pumpe 16 nach Maßgabe
der Steuerung 26 Wasser in die Dampfkammer 8 abgegeben wird. Ferner ist ein Temperaturregler
50 gezeigt, der über eine Leitung 52 mit der Steuerung 26 verbunden ist. Mittels dieses
Temperaturreglers kann eine Vorwahltemperatur durch den Benutzer eingestellt werden.
[0025] Um festzustellen, ob das Dampfbügeleisen benutzt wird, ist beispielsweise am Griff
des Dampfbügeleisens ein Sensor 22 angeordnet, mit dem erkannt werden kann, ob ein
Benutzer das Bügeleisen hält. Beispielsweise ist dieser Sensor als kapazitiver Sensor
ausgeführt und mithilfe einer Leitung 24 mit der Steuerung 26 verbunden. Ferner kann
beispielsweise das Dampfbügeleisen einen Lagesensor 32 aufweisen, mit dem festgestellt
werden kann, ob sich das Bügeleisen in einer horizontalen Lage befindet und ein regulärer
Dampfausstoßbetrieb beim Bügeln zulässig ist. Ferner ist ein Temperaturfühler 57 dargestellt,
der mittels einer Leitung 54 mit der Steuerung 26 verbunden ist. Über die beispielsweise
elektronisch ausgelegte Temperatursteuerung kann so zeitnah und genau die Temperatur
der Bügelsohle gesteuert und nachgeregelt werden, indem eine aktuelle Temperatur festgestellt
wird und eine entsprechende Heizleistung durch die Steuerung eingestellt wird. Als
ein Bauteil in einer solchen Steuerung kann beispielsweise ein thermischer Widerstand
Verwendung finden.
[0026] Sensorsignale vom Lagersensor 32 beziehungsweise vom Griffsensor 22 können zeitabhängig
ausgewertet werden, um unnötige Schaltvorgänge zu verhindern und einen zuverlässigen
Betrieb des Dampfbügeleisens zu gewährleisten. Mittels des Lagesensors 32 kann beispielsweise
sichergestellt werden, dass in einer von der Horizontalen abweichenden Betriebslage
des Bügeleisens die Pumpe 16 deaktiviert ist. Hierzu empfängt die Steuerung 26 über
die Leitung 34 ein Lagesignal und steuert die Pumpe abhängig vom Lagersignal entsprechend
an. Um beispielsweise in einer waagrechten oder von der horizontalen Lage abweichenden
Lage des Dampfbügeleisens trotzdem Dampf abgeben zu können, weist das Dampfbügeleisen
beispielsweise einen Sofortdampfanforderungsschalter 40 auf, der mittels einer Signalleitung
60 mit der Steuerung 26 verbunden ist und auf die Dampfkammer 8 über die Verbindung
44 einwirken kann. Sofern der Sofortdampfanforderungsschalter betätigt wird, wird
beispielsweise in der Steuerung direkt eine Aktivierung der Sohlenheizung 10 veranlasst
und über den Temperatursensor 57 überprüft, ob die Sohle eine ausreichende Temperatur
zur Erzeugung von Dampf aufweist. Sofern das der Fall ist, wird die Pumpe 16 aktiviert
und Wasser in die Dampfkammer der Sohle eingebracht. Speziell kann über eine am Temperaturregler
eingestellte Temperaturvorwahl vorgegeben werden, welche Temperatur eingestellt ist
und in der Steuerung eine vorgegebene Temperatur mit dem Vorliegen eines Dampfanforderungssignals
abgeglichen werden. Insbesondere kann dieses Dampfanforderungssignal ebenso durch
die Steuerung selbst erzeugbar sein. Falls eine Vergleichseinrichtung innerhalb der
Steuerung feststellt, dass ein Dampfanforderungssignal vorliegt und eine bestimmte
Temperaturvorwahl, so kann fallweise festgelegt werden, dass eine von der Temperaturvorwahl
abweichende Temperatur der Sohle eingestellt wird. Speziell kann in einem unteren
Temperaturbereich, beispielsweise in einem als ein Punkt auf dem Temperaturregler
50 einstellbaren Temperaturbereich, der üblicherweise so definiert ist, dass er zwischen
70° und 120° C liegt, eine erhöhte Sohlentemperatur eingestellt werden. Zum Beispiel
eine Temperatur zwischen 100°C und 180°C, vorzugsweise zwischen 100° und 145° C, sodass
auch in einem unteren Temperaturvorwahlbereich zuverlässig Dampf ohne Tröpfchenbildung
erzeugbar ist.
[0027] Über den Temperatursensor 57 und den Temperaturregler 50 ist jederzeit durch die
Steuerung 26 feststellbar, welche Temperatur an der Sohle 6 vorliegt und welche Temperatur
vorgewählt ist. In Abhängigkeit dieser beiden Temperaturen kann entsprechend einer
Dampfanforderung durch die Steuerung dann die Pumpe aktiviert werden, um Wasser zu
verdampfen. Dabei wird die Pumpleistung durch die Steuerung 26 insbesondere so festgelegt,
dass sich beim Verdampfen keine Tröpfchen bilden. Die Temperatur auf Vorwahl am Temperaturregler
50 bezieht sich in der Regel auf trockenes Gewebe. Sobald Wasser zum Verdampfen wird,
sinkt die Sohlentemperatur ab und sollte erneut auf Solltemperatur gebracht werden,
wobei gleichzeitig die Pumpleistung so gesteuert werden sollte, dass die Pumpe 16
in Abhängigkeit einer absinkenden Temperatur eine angepasste Menge Wasser fördert,
um eine Tröpfchenbildung bei der Dampferzeugung zu verhindern.
[0028] Wie Figur 2 anhand eines Diagrammes 200 zeigt, gibt es einen Zusammenhang zwischen
einer Förderleistung einer Wasserpumpe 16, die hier mit 210 bezeichnet ist und einer
Temperatur 220. Beispielsweise liegen die Temperatureinstellungen 226, welche einem
Punkt auf dem Temperaturregler 50 des Bügeleisens entspricht, 230 die zwei Punkten
auf dem Regler 50 des Bügeleisens entspricht und 250, die drei Punkten auf dem Regler
50 des Bügeleisens entspricht auf einer Geraden. Mit 225, 235 und 265 ist ein entsprechender
Regelbereich für den jeweiligen Temperaturbereich vorgebbar. Für einen Punkt sind
zum Beispiel Temperaturschwankungen zwischen 70° und 120° C erlaubt, während für zwei
Punkte Temperaturschwankungen zwischen 100° und 160° C erlaubt sind und ferner für
drei Punkte die Temperatur zwischen 140° und 210° C liegen sollte. In dem in Figur
2 dargestellten Beispiel ist eine Benutzervorgabe 277 gezeigt. Der Vorgabe 277 entspricht
einer Temperatur und einer Pumpleistung. Sobald jedoch über die Pumpe Wasser auf die
Sohle gefördert wird, sinkt die Temperatur der Sohle ab, was über den Pfeil 273 versinnbildlicht
wird. Die Temperatur kann gemessen werden über den Temperatursensor 57 und die Steuerung
regelt die Fördermenge der Pumpe zurück, um zu verhindern, dass sich Tröpfchen bei
der Dampferzeugung bilden. Der Regelbereich hier ist beispielsweise mit 280 bezeichnet.
Generell ist festzustellen, dass je niedriger die Temperatur ist, desto größer die
Gefahr ist, dass sich bei der Dampferzeugung und bei absinkender Temperatur Tröpfchen
bilden.
[0029] Die Dampferzeugung kann beispielsweise automatisch durch ein Bügelprogramm angestoßen
werden, oder per Hand mit einem Sofortdampfauswahlschalter durch den Benutzer ausgelöst
werden. Beispielsweise wird bei Aktivierung der Pumpe zur Förderung von Wasser in
die Dampfkammer ebenso das Heizelement eingeschaltet, um ohne Verzögerung auf der
Sohle in der Dampfkammer Dampf erzeugen zu können.
[0030] Wie Figur 3 zeigt, kann erfindungsgemäß die Dampferzeugung in einem unteren Temperaturvorwahlbereich
verbessert werden. Hierzu ist im Diagramm analog zu Figur 2 nach oben die Pumpleistung
210 aufgetragen und nach rechts die Temperatur 220. Ebenso sind die Temperaturvorwahleinstellungen
226, 240 und 250 analog zu Figur 2 dargestellt. Das Gleiche gilt auch für die Regelbereich
225, 235 und 245, die den entsprechenden Einstellungen zugeordnet sind. In diesem
speziellen Fall, sofern die Temperaturvorwahl bei einem Punkt liegt und für den Fall,
dass eine Dampfanforderung vorliegt, wird in der Steuerung eine Temperaturvorgabe
230 eingestellt, die tatsächlich über dem Grenzwert liegt, welcher zu einer Vorwahl
von einem Punkt gehört. Beispielsweise kann eine derartige Temperaturvorgabe zwischen
120°C und 180°C, vorzugsweise zwischen 120 und 145° C liegen und speziell auch 130°
C betragen. Entsprechend wird gemäß dieser Vorgabe die Förderleistung der Pumpe zu
Dampferzeugung geregelt, beispielsweise in einem Punkt 328. Die Wasserförderung auf
die Sohle führt dazu, dass sich diese abkühlt, gezeigt durch einen Pfeil 333. Die
Steuerung ist entsprechend daran angepasst die Temperatur, welche über den Temperatursensor
57 festgestellt wird, wieder hoch zu regeln und gleichzeitig die Förderleistung der
Pumpe 16 so zu regeln, dass sich keine Tröpfchen bilden. Das heißt, bei absinkender
Temperatur wird weniger Wasser gefördert und bei ansteigender Temperatur wird mehr
Wasser gefördert.
[0031] Figur 4 zeigt am Beispiel eines Temperaturverlaufs wie gemäß dem erfindungsgemäßen
Verfahren die Temperatur geregelt werden kann. In Diagramm 400 ist die Temperatur
410 nach oben und die Zeit 420 nach rechts dargestellt. Beispielsweise ist mit 430
eine Temperatur bei einer Vorwahl von einem Punkt dargestellt, welche in der Regel
zwischen 70° und 120° C liegen sollte und der im untersten Temperaturbereich für empfindliches
Gewebe definiert ist. Falls festgestellt wird, dass eine Dampfanforderung vorliegt,
beispielsweise über eine Vergleichseinrichtung in der Steuerung, die feststellt, dass
ein Bügelprogramm Dampf anfordert, oder dass ein Benutzer den Sofortdampfschalter
gedrückt hat und einen Dampfstoß wünscht, wird die Temperatur auf ein Niveau 440 erhöht,
um in der Sohle eine Temperatur einzustellen, die eine Dampferzeugung ohne Tröpfchenbildung
ermöglicht. Sobald später die Dampfanforderung entfällt, wird die Temperatur wieder
auf ein Niveau 450 zurückgeregelt, welches dem Ausgangsniveau 430 im Wesentlichen
entspricht und damit der Vorgabetemperatur für die Behandlung von empfindlichem Gewebe,
die am Temperaturregler eingestellt ist. Der Anmelder hat über Versuche festgestellt,
dass eine erhöhte Sohlentemperatur bei einer "Einpunkt"- Einstellung des Temperaturreglers,
das heißt also der niedrigsten Temperatureinstellung am Bügeleisen zur schonenden
Gewebebehandlung und nicht zu einer Beschädigung des Gewebes führt. Das liegt beispielsweise
daran, dass der erzeigte Dampf 100° C aufweist und damit liegt die Temperatur innerhalb
der Vorgabe des Toleranzbereiches für einen Punkt. Ferner wird das Gewebe schnell
durch den erzeugten Dampf durchfeuchtet, wodurch es lediglich 100° C warm bleibt,
obwohl die Sohlentemperatur höher sein kann.
[0032] Die in der vorstehenden Beschreibung, den Ansprüchen und den Zeichnungen offenbarten
Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung
der Erfindung in ihren verschiedenen Ausgestaltungen von Bedeutung sein.
BEZUGSZEICHENLISTE FIG. 1
[0033]
- 1
- Dampfbügeleisen
- 2
- Gehäuse
- 4
- Griff
- 6
- Sohle
- 8
- Dampfkammer
- 10
- Heizeinrichtung
- 12
- Wasservorratsbehälter
- 14
- Fluidleitung
- 16
- Pumpe
- 18
- Netzkabel
- 20
- Hauptschalteinheit
- 22
- Griffsensor
- 24
- Verbindungsleitung
- 26
- Steuerung
- 28
- Versorgungsleitung
- 30
- Heck
- 32
- Lagesensor
- 34
- Bindungsleitung zum Lagesensor
- 36
- Pumpsteuerungsleitung
- 40
- Sofortdampfanforderungsschalter
- 60
- Leitung zur Steuerung vom Sofortdampfanforderungsschalter
- 50
- Temperaturregler
- 54
- Leitung zur Steuerung
- 57
- Temperatursensor
- 52
- Leitung vom Temperaturregler zur Steuerung
1. Dampfbügeleisen (1) für den häuslichen Gebrauch mit einer Dampfkammer (8) und einer
Heizeinrichtung (10), sowie einem Wasservorratsbehälter (12) und einer Pumpe (16)
zum Fördern von Kaltwasser in die Dampfkammer (8) und einer Steuerung (26) für die
Pumpleistung der Pumpe, welche daran angepasst ist, die Pumpleistung in Abhängigkeit
einer Sohlentemperatur und/oder einer Sohlentemperaturvorwahleinstellung des Dampfbügeleisens
zu steuern, dadurch gekennzeichnet, dass
die Steuerung (26) daran angepasst ist, die Sohlentemperatur in Abhängigkeit einer
Temperaturvorwahleinstellung (50) zu steuern, wobei die Steuerung (26) eine Vergleichseinrichtung
aufweist, welche eine Temperaturvorwahleinstellung mit einem Vorliegen eines Dampfanforderungssignals
vergleicht und daran angepasst ist, in Abhängigkeit der Temperaturvorwahleinstellung
und dem Vorliegen eines Dampfanforderungssignales eine von der Temperaturvorwahleinstellung
abweichende Sohlentemperatur einzustellen.
2. Dampfbügeleisen (1) nach Anspruch 1, wobei die Steuerung (26) weiter daran angepasst
ist, die Sohlentemperatur zu erhöhen.
3. Dampfbügeleisen (1) nach Patentanspruch 2, bei dem die Steuerung daran angepasst ist,
die Sohlentemperatur in einem niedereren Temperaturvorwahlbereich zu erhöhen.
4. Dampfbügeleisen nach einem der Patentansprüche 1 bis 3, bei dem ein Temperatursensor
(57) vorhanden ist, welcher die Sohlentemperatur misst und der mit der Steuerung (26)
verbunden ist.
5. Dampfbügeleisen (1), nach einem der Ansprüche 1 bis 4, das einen Sofortdampfanforderungsschalter
(40) zur Erzeugung eines Anforderungssignals (60) aufweist, der mit der Steuerung
(26) verbunden ist.
6. Dampfbügeleisen (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem die Steuerung
daran angepasst ist, in Abhängigkeit eines Vorliegens eines Dampfanforderungssignals
unmittelbar die Heizeinrichtung (10) einzuschalten.
7. Dampfbügeleisen (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem die Steuerung
(26) daran angepasst ist, das Dampfanforderungssignal zu erzeugen.
8. Dampfbügeleisen (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, das mit einem externen
Kaltwasservorratsbehälter ausgestattet ist.
9. Verfahren zum Betrieb eines Dampfbügeleisens (1) mit einer in der Sohle (6) integrierten
Dampfkammer (8), bei dem festgestellt wird, ob eine Dampfanforderung vorliegt, dadurch gekennzeichnet, dass in Abhängigkeit des Vorliegens einer Dampfanforderung und einer voreingestellten
Vorwahltemperatur bei Vorliegen einer Dampfanforderung eine von der Vorwahltemperatur
abweichende Sohlentemperatur eingestellt wird.
10. Verfahren zum Betrieb eines Dampfbügeleisens nach Patentanspruch9, bei dem eine erhöhte
Temperatur eingestellt wird.
11. Verfahren zum Betrieb eines Dampfbügeleisens nach einem der Patentansprüche 9 oder
10, bei dem ein Vorliegen einer Dampfanforderung unmittelbar die Heizeinrichtung (8)
aktiviert wird.