[0001] Die Erfindung betrifft einen Kraftstoffinjektor zum Einspritzen von Kraftstoff in
einen Brennraum einer Brennkraftmaschine mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs
1.
Stand der Technik
[0002] Aus der Offenlegungsschrift
DE 10 2010 028 835 A1 geht ein Kraftstoffinjektor zum Einspritzen von Kraftstoff in einen Brennraum einer
Brennkraftmaschine hervor, der einen Magnetaktor zur direkten Steuerung eines vorzugsweise
nadelförmigen Einspritzventilgliedes umfasst, über dessen Hubbewegung wenigstens eine
Einspritzventilöffnung des Kraftstoffinjektors freigebbar oder verschließbar ist.
Der Magnetaktor wirkt dabei mit einem hubbeweglichen Ankerelement zur Steuerung des
Steuerdrucks in einem Steuervolumen zusammen, das in axialer Richtung von einer am
Einspritzventilglied ausgebildeten ersten hydraulischen Wirkfläche begrenzt wird.
Am Ankerelement ist eine zweite hydraulische Wirkfläche ausgebildet, die der hydraulischen
Wirkfläche des Einspritzventilglieds am Steuervolumen gegenüber liegt. Eine dritte
hydraulische Wirkfläche ist an einem hydraulischen Übersetzer ausgebildet, der gemeinsam
mit dem Einspritzventilglied und dem Ankerelement den Steuerraum begrenzt. Das Flächenverhältnis
der hydraulischen Wirkflächen ist derart ausgelegt, dass während einer ersten Stufe
beim Öffnen eine Kraftverstärkung und während einer zweiten Stufe eine Wegverstärkung
erzielt wird. Auf diese Weise erfolgt eine Anpassung der Aktorkraft an die sich mit
dem Hub des Einspritzventilglieds ändernde erforderliche Öffnungskraft. Die zum Schließen
erforderliche Schließkraft wird von einer Feder bereit gestellt, die am Ankerelement
abgestützt ist und das Ankerelement in Richtung des Einspritzventilglieds belastet.
Die Federkraft bewirkt, dass das Ankerelement bei seiner Rückstellung am Einspritzventilglied
anschlägt und dieses in seinen Dichtsitz zurückstellt.
[0003] Bei Kraftstoffinjektoren der vorstehend genannten Art sind die Schließkräfte vergleichsweise
gering. Dies hat zur Folge, dass der Anker beim Schließen zum Prellen neigt. Das heißt,
dass er nach dem Anschlagen an dem Einspritzventilglied zurückschwingt und der Kontakt
zum Einspritzventilglied verloren geht, so dass dieses nicht vollständig zurückgestellt
wird. Dies wiederum führt zu Mengenabweichungen, die es zu vermeiden gilt. Besonders
nachteilig wirkt sich das Prellen des Ankers bei Mehrfacheinspritzungen aus, das heißt
bei Einspritzungen, die in unterschiedlichen Zeitabständen aufeinander folgen.
[0004] Ausgehend von dem vorstehend genannten Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung
die Aufgabe zugrunde, einen Krafstoffinjektor zum Einspritzen von Kraftstoff in einen
Brennraum einer Brennkraftmaschine anzugeben, der gegenüber dem Stand der Technik
ein stabileres Schließverhalten und somit eine höhere Einspritzgenauigkeit besitzt.
[0005] Zur Lösung der Aufgabe wird der Kraftstoffinjektor mit den Merkmalen des Anspruchs
1 angegeben. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu
entnehmen.
Offenbarung der Erfindung
[0006] Der zum Einspritzen von Kraftstoff in einen Brennraum einer Brennkraftmaschine vorgeschlagene
Kraftstoffinjektor umfasst eine Düsennadel, die zum Freigeben und Verschließen mindestens
einer Einspritzöffnung in einer Hochdruckbohrung eines Düsenkörpers hubbeweglich aufgenommen
ist. Ferner umfasst der Kraftstoffinjektor eine ringförmige Magnetspule zur Einwirkung
auf einen hubbeweglichen Anker, der über einen Ankerschaft mit der Düsennadel hydraulisch
koppelbar ist. Erfindungsgemäß besitzt eine der Düsennadel zugewandte Stirnfläche
des Ankerschafts oder eines mit dem Ankerschaft verbundenen Kontaktelements mindestens
eine Erhebung zur Kontaktierung einer den unteren Hubanschlag für den Anker ausbildenden
Anschlagfläche, so dass die Stirnfläche mit der Anschlagfläche einen Quetschspalt
ausbildend zusammenwirkt.
[0007] Die Ausbildung eines Quetschspalts bewirkt eine Dämpfung der Ankerbewegung kurz vor
Erreichen der den unteren Hubanschlag ausbildenden Anschlagfläche. Denn im Bereich
des Quetschspalts bildet sich ein dämpfendes Fluidkissen aus. Die Dämpfung der Ankerbewegung
führt zu einer verringerten kinetischen Energie beim Aufschlagen des Ankers auf der
Anschlagfläche, so dass die Prellneigung des Ankers geringer ist. Dies wirkt sich
insbesondere als Vorteil bei Mehrfacheinspritzungen aus, da der Anker bereits vor
Einleitung einer nachfolgenden Einspritzung wieder seine Ausgangslage eingenommen
hat.
[0008] Die Erhebung der Stirnfläche des Ankerschafts bzw. des mit dem Ankerschaft verbundenen
Kontaktelements weist den Vorteil auf, dass die Kontaktfläche des Ankers mit der als
unterer Hubanschlag dienenden Anschlagfläche reduziert wird. Dies wirkt hydraulischen
Klebeeffekten entgegen, so dass die erforderliche Öffnungskraft bzw. der zum Öffnen
erforderliche Energiebedarf weitgehend unverändert bleibt.
[0009] Besitzt die der Düsennadel zugewandte Stirnfläche des Ankerschafts oder des mit dem
Ankerschaft verbundenen Kontaktelements eine einzige Erhebung, ist diese bevorzugt
zentral, das heißt mittig in Bezug auf die jeweilige Stirnfläche, angeordnet. Diese
Maßnahme verhindert, dass beim Anschlagen bzw. Kontaktieren der Anschlagfläche Querkräfte
auf den Anker einwirken.
[0010] Alternativ können auch mehrere Erhebungen zur Kontaktierung der den unteren Hubanschlag
ausbildenden Anschlagfläche vorgesehen sein, die dann bevorzugt dezentral angeordnet
sind. Vorzugsweise sind die mehreren dezentralen Erhebungen in gleichem Winkelabstand
zueinander und/oder in gleichem radialen Abstand bezogen auf die Mitte der jeweiligen
Stirnfläche angeordnet. Auch diese Maßnahmen dienen - jeweils allein oder in Kombination
- der Vermeidung von auf den Anker einwirkenden Querkräften. Denn die mehreren Erhebungen
bewirken eine möglichst gleichmäßige Kraftverteilung.
[0011] Die die mindestens eine Erhebung aufweisende Stirnfläche des Ankerschafts oder eines
mit dem Ankerschaft verbundenen Kontaktelements ist vorzugsweise eben ausgeführt.
Vorteilhafterweise ist sie im Wesentlichen parallel zur Anschlagfläche ausgerichtet,
mit der sie einen Quetschspalt ausbildend zusammenwirkt.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die den unteren Hubanschlag
für den Anker ausbildende Anschlagfläche eine Stirnfläche der Düsennadel. Das heißt,
dass die Düsennadel zugleich als unterer Hubanschlag für den Anker dient. Alternativ
kann die Anschlagfläche auch eine Stirnfläche eines in die Düsennadel eingesetzten
Anschlagelements sein. In diesem Fall bildet das Anschlagelement den unteren Hubanschlag
für den Anker aus. Durch Vorsehen eines separaten Anschlagelements kann die Ausrichtung
der Anschlagfläche in Bezug auf den Anker optimiert werden. Die Ausrichtung kann einmalig
bei der Montage erfolgen, um beispielsweise Fertigungs- und/oder Montagetoleranzen
auszugleichen.
[0013] Um ein automatisches Ausrichten der Anschlagfläche in Bezug auf den Anker bei jedem
Anschlagen zu ermöglichen, wird in Weiterbildung der Erfindung vorgeschlagen, dass
das in die Stirnfläche der Düsennadel eingesetzte Anschlagelement teilkugelförmig
ausgebildet und in eine vorzugsweise teilkugelförmige Ausnehmung der Düsennadel eingesetzt
ist. Durch diese Maßnahme ist gewährleistet, dass die Anschlagfläche gegenüber einer
(gedachten) Radialebene kippbar ist und sich bei exzentrischer Belastung automatisch
ausrichtet. Das heißt, dass in diesem Fall die Stirnfläche des Ankerschafts oder des
mit dem Ankerschaft verbundenen Kontaktelements idealerweise mehrere dezentral angeordnete
Erhebungen besitzt.
[0014] Anstelle einer teilkugelförmigen Ausnehmung kann die Düsennadel auch eine kegelförmige
Ausnehmung zur Aufnahme des Anschlagelements besitzen, welche ebenfalls ein automatisches
Ausrichten ermöglicht. Bevorzugt ist jedoch die Innenkontur der Ausnehmung der Außenkontur
des Anschlagelements angepasst, damit die Kontaktfläche zwischen dem Anschlagelement
und der Düsennadel möglichst groß ist. Denn dann wirkt im Kontaktbereich eine Haltekraft,
die das Anschlagelement in Kontakt mit der Düsennadel hält.
[0015] Durch das automatische Ausrichten der den unteren Hubanschlag für den Anker ausbildenden
Anschlagfläche in Bezug auf den Anker können exemplarische Einflüsse auf die angestrebte
Dämpfungswirkung weitgehend ausgeschlossen werden.
[0016] Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass der Anker in Richtung der Düsennadel von der
Federkraft einer Ankerfeder beaufschlagt ist, die einerseits gehäuseseitig und andererseits
an einem mit dem Ankerschaft des Ankers verbundenen Federteller abgestützt ist. Die
zur Rückstellung vorgesehene Ankerfeder kann auf diese Weise - in Schließrichtung
gesehen - möglichst weit vorne am Anker bzw. Ankerschaft angeordnet werden, so dass
die Gefahr eines Verkippens des Ankers reduziert wird. Der Federteller erleichtert
die Montage des Kraftstoffinjektors, da er vorzugsweise erst nach dem Einsetzen des
Ankers in ein Körperbauteil des Kraftstoffinjektors und Aufsetzen der Ankerfeder auf
den Ankerschaft mit dem Ankerschaft des Ankers verbunden wird. Die Verbindung kann
in einfacher Weise mittels Aufpressen erfolgen.
[0017] Bevorzugt durchsetzt der Ankerschaft eine Kopplerplatte, die am Düsenkörper abgestützt
und in Richtung des Düsenkörpers von der Federkraft einer Kopplerfeder beaufschlagt
ist. Die Kopplerplatte dient der Begrenzung eines Kopplerraums, der ferner vom Ankerschaft,
von der Düsennadel und einer die Düsennadel bereichsweise umgebenden Dichthülse begrenzt
wird. Über den Kopplerraum ist der Ankerschaft mit der Düsennadel hydraulisch gekoppelt
bzw. koppelbar, so dass in Abhängigkeit vom Größenverhältnis der den Kopplerraum begrenzenden
Flächen eine Verstärkung der Aktorkraft beim Öffnen bewirkbar ist, um beispielsweise
die anfänglich hohe erforderliche Öffnungskraft bereit zu stellen. Die Abstützung
der Kopplerplatte am Düsenkörper sollte in der Weise erfolgen, dass sie in radialer
Richtung verschiebbar gegenüber dem Düsenkörper gelagert ist, um ggf. einen Achsversatz
zwischen dem Ankerschaft und der Düsennadel auszugleichen.
[0018] Bevorzugt ist die Düsennadel in Schließrichtung von der Federkraft einer Düsenfeder
beaufschlagt. Die Düsenfeder unterstützt den Schließvorgang. Vorzugsweise ist die
Düsenfeder einerseits an der Düsennadel und andererseits an der Dichthülse abgestützt,
so dass die Federkraft der Düsenfeder die Dichthülse gegen die Kopplerplatte axial
vorspannt. Die axiale Vorspannung stellt die Dichtwirkung der Dichthülse sicher, so
dass eine wirksame Trennung des Kopplerraums von der Hochdruckbohrung erzielt wird.
[0019] Als oberer Hubanschlag für den Anker dient vorzugsweise eine Anschlagfläche, die
von einem Innenpolkörper ausgebildet wird. Der Innenpolkörper ist Teil eines die Magnetspule
umfassenden Magnetkreises, wobei die Anordnung radial innenliegend in Bezug auf die
ringförmige Magnetspule erfolgt. Auf diese Weise kann ein Magnetkreis geschaffen werden,
der sich über den gesamten Außendurchmesser des Kraftstoffinjektors erstreckt, so
dass hohe Magnetkräfte erzielbar sind. Der Anker ist in diesem Fall als Tauchanker
ausgebildet.
[0020] In Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass im Innenpolkörper eine zentrale
Bohrung als Kraftstoffzulaufkanal ausgebildet ist. Der Zulauf von Kraftstoff erfolgt
demnach zentral, so dass der Kraftstoffinjektor gleichmäßig von Hochdruck beaufschlagt
ist. Der Kraftstoffzulaufkanal mündet weiterhin bevorzugt in einen Ankerraum, in dem
der Anker zumindest bereichsweise ausgenommen ist. Der Ankerraum ist somit Teil des
Zulaufs und somit ebenfalls von Hochdruck beaufschlagt.
[0021] Um den Zulauf von Kraftstoff in Richtung der mindestens einen Einspritzöffnung sicherzustellen,
ist bevorzugt der Ankerraum über einen Verbindungskanal mit einem Hochdruckraum verbunden.
Im Hochdruckraum ist vorzugsweise die Kopplerplatte aufgenommen, wobei weiterhin vorzugsweise
der Hochdruckraum über mindestens eine in der Kopplerplatte ausgebildete Durchströmöffnung
mit der Hochdruckbohrung verbunden ist.
[0022] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten
Zeichnungen näher erläutert. Diese zeigen:
Fig. 1 einen schematischen Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Kraftstoffinjektor
gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform in Schließstellung,
Fig. 2 einen schematischen Längsschnitt durch den Kraftstoffinjektor der Fig. 1 in
einer Offenstellung,
Fig. 3 einen schematischen Längsschnitt durch das düsennadelseitige Ende des Ankerschafts
des Kraftstoffinjektors der Fig. 1 in vergrößerter Darstellung,
Fig. 4 einen schematischen Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Kraftstoffinjektor
gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsform in Schließstellung,
Fig. 5 einen schematischen Längsschnitt durch das düsennadelseitige Ende des Ankerschafts
des Kraftstoffinjektors der Fig. 4 in vergrößerter Darstellung,
Fig. 6 einen schematischen Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Kraftstoffinjektor
gemäß einer dritten bevorzugten Ausführungsform in Schließstellung und
Fig. 7 einen schematischen Längsschnitt durch das düsennadelseitige Ende des Ankerschafts
des Kraftstoffinjektors der Fig. 6 in vergrößerter Darstellung,
Ausführliche Beschreibung der Zeichnungen
[0023] Der in den Figuren 1 und 2 jeweils im Längsschnitt dargestellte Kraftstoffinjektor
umfasst einen Düsenkörper 5 mit einer Hochdruckbohrung 4, in welcher eine Düsennadel
2 zum Freigeben und Verschließen mehrerer Einspritzöffnungen 3 hubbeweglich aufgenommen
ist. Bei angehobener Düsennadel 2 werden die Einspritzöffnungen 3 freigegeben, so
dass unter hohem Druck stehender Kraftstoff in einen Brennraum 1 eingespritzt wird.
[0024] Die Betätigung der Düsennadel 2 erfolgt über einen Magnetaktor, der eine Magnetspule
6 umfasst. Die Magnetspule 6 wirkt hierbei mit einem Anker 7 zusammen, der einen Ankerschaft
8 zur hydraulischen Kopplung mit der Düsennadel 2 besitzt. Hierzu ist das der Düsennadel
2 zugewandte Ende des Ankerschafts 8 durch eine am Düsenkörper 5 abgestützte Kopplerplatte
16 geführt, die gemeinsam mit dem Ankerschaft 8, der Düsennadel 2 und einer die Düsennadel
2 endseitig umgebenden Dichthülse 18 einen Kopplerraum 19 begrenzt. Zur Abdichtung
des Kopplerraums 19 gegenüber der Hochdruckbohrung 4 ist die Kopplerplatte 16 in Richtung
des Düsenkörpers 5 von der Federkraft einer Kopplerfeder 17 beaufschlagt. Die Dichthülse
18 ist wiederum durch die Federkraft einer Düsenfeder 20 gegen die Kopplerplatte 16
axial vorgespannt. Das die Kopplerplatte 16 durchsetzende Ende des Ankerschafts 8
besitzt einen Außendurchmesser D
1, der deutlich kleiner als der Außendurchmesser D
2 der Düsennadel 2 gewählt ist. Das Flächenverhältnis der sich am Kopplerraum 19 gegenüber
liegenden hydraulischen Wirkflächen ist demnach derart gewählt, dass die Kraftübertragung
mit einer Kraftverstärkung einhergeht.
[0025] Wird die Magnetspule 6 des Magnetaktors bestromt, bildet sich ein Magnetfeld aus,
dessen Magnetkraft F
M den Anker 7 - entgegen der Federkraft F
A einer Ankerfeder 14, die an einem auf den Ankerschaft 8 aufgepressten Federteller
15 abgestützt ist - in Richtung eines Innenpolkörpers 21 zieht. Der Ankerschaft 8
zieht sich dabei aus dem Kopplerraum 19 zurück, so dass sich das Volumen im Kopplerraum
19 vergrößert. Die Volumenvergrößerung wiederum bewirkt einen Druckabfall im Kopplerraum
19. Je weiter der Anker 7 in Richtung des Innenpolkörpers 21 verfährt, desto weiter
baut sich der Druck im Kopplerraum 19 ab, und zwar soweit bis sich die Düsennadel
2 entgegen der Federkraft F
D der Düsenfeder 20 und der resultierenden hydraulischen Schließkraft F
hydschheß aus ihrem Sitz 29 bewegt. Der Anker 7 verfährt maximal bis zu einer Anschlagfläche
22, die am Innenpolkörper 21 ausgebildet ist und als oberer Hubanschlag dient. Die
Düsennadel 2 folgt der Bewegung in einem untersetzten Verhältnis, das durch das Flächenverhältnis
der am Ankerschaft 8 und an der Düsennadel 2 ausgebildeten hydraulischen Wirkflächen
vorgegeben ist. Bei erreichtem Maximalhub des Ankers 7 kann eine ungedrosselte Einspritzung
über die Einspritzöffnungen 3 stattfinden. Der Zulauf von Kraftstoff erfolgt über
eine zentrale Bohrung 23, die im Innenpolkörper 21 ausgebildet ist und in einen Ankerraum
24 mündet. Der Ankerraum 24 ist über einen seitlich angeordneten Verbindungskanal
25 mit einem Hochdruckraum 26 verbunden, in dem die Kopplerplatte 16 aufgenommen ist.
Über mindestens eine in der Kopplerplatte 16 vorgesehene Durchströmöffnung 27 ist
eine Verbindung des Hochdruckraums 26 mit der Hochdruckbohrung 4 des Düsenkörpers
5 hergestellt, in dem die Einspritzöffnungen 3 ausgebildet sind.
[0026] Zum Beenden der Einspritzung wird die Bestromung der Magnetspule 6 beendet, so dass
die Magnetkraft F
M abgebaut wird. Die in Schließrichtung wirkende Federkraft F
A der Ankerfeder 14 stellt in der Folge den Anker 7 in seine Ausgangsposition zurück.
Dabei taucht der Ankerschaft 8 wieder tiefer in den Kopplerraum 19 ein und verkleinert
das Volumen, was zu einem Druckanstieg im Kopplerraum 19 führt. Übersteigt die in
Schließrichtung auf die Düsennadel 2 wirkende Federkraft F
D der Düsenfeder 20 die resultierende hydraulische Öffnungskraft F
hydÖff beginnt die Schließbewegung der Düsennadel 2. Wegen der prinzipbedingten Leckage
vom Hochdruckbereich in den Kopplerraum 19, und zwar über die Führung des Ankerschafts
8 in der Kopplerplatte 16 bzw. über die Führung der Düsennadel 2 in der Dichthülse
18, erreicht die Düsennadel 2 ihren Sitz 29 bevor der Ankerschaft 8 zur Anlage an
der Düsennadel 2 bzw. an ein hierin eingesetztes Anschlagelement 13 mit einer Anschlagfläche
11 gelangt, das einen unteren Hubanschlag für den Anker 7 ausbildet.
[0027] Das in die Düsennadel 2 eingesetzte Anschlagelement 13 ist teilkugelförmig ausgeführt
und in eine teilkugelförmige Ausnehmung der Düsennadel 2 eingesetzt. Das Anschlagelement
13 ist demnach derart gelagert, dass die Anschlagfläche 11 gegenüber einer Radialebene
E kippbar ist, um diese in Bezug auf den Ankerschaft auszurichten. Das Ausrichten
erfolgt automatisch mit jedem Anschlagen des Ankerschafts 8 am Anschlagelement 13,
da die Stirnfläche A
1 des Ankerschafts 8 drei dezentrale Erhebungen 10 besitzt, die in gleichem Winkelabstand
zueinander angeordnet sind (siehe Fig. 3). Nimmt der Anker 7 eine Schräglage gegenüber
der Düsennadel 2 bzw. dem hierin eingesetzten Anschlagelement 13 ein, gelangt lediglich
eine Erhebung 10 über eine Kontaktfläche A
K in Kontakt mit der Anschlagfläche 11. Aufgrund der dezentralen Anordnung der Erhebungen
10 bewirkt dieses exzentrische Anschlagen ein Kippen des Anschlagelements 13 bis alle
drei Erhebungen 10 über Kontaktflächen A
K zur Anlage am Anschlagelement 13 gelangen.
[0028] Durch die Erhebungen 10 liegt die Stirnfläche A
1 des Ankerschafts 8 gegenüber den Kontaktflächen A
K zurück. Dies hat zur Folge, dass zwischen der Stirnfläche A
1 und der Anschlagfläche 11 ein Quetschspalt 12 ausgebildet wird, der die Bewegung
des Ankers 7 kurz vor dem Aufschlagen auf die Anschlagfläche 11 abbremst bzw. dämpft.
Die Dämpfungswirkung steigt mit Annäherung des Ankers 7 an die Anschlagfläche 11.
Denn je geringer die Höhe des Quetschspalts 12 ist, desto mehr Arbeit muss verrichtet
werden, um Kraftstoff aus dem Quetschspalt 12 zu verdrängen. Aufgrund der Dämpfung
neigt der Anker 7 weniger zum Prellen.
[0029] Die Reduzierung des Kontaktbereichs auf die Kontaktflächen A
K der drei Erhebungen 10 hat ferner zur Folge, dass hydraulische Klebeeffekte beim
Öffnen des Kraftstoffinjektors weitgehend vermieden werden. Das heißt, dass keine
erhöhte Öffnungskraft erforderlich ist, um den Anker 7 von der Anschlagfläche 11 zu
lösen.
[0030] Die Kontaktfläche des Anschlagelements 13 mit der Düsennadel 2 ist demgegenüber möglichst
groß gewählt, um beim Öffnen ein Lösen des Anschlagelements 13 von der Düsennadel
2 zu verhindern. Das heißt, dass die zwischen dem Anschlagelement 13 und der Düsennadel
2 wirkende Lösekraft F
L1 größer als die zwischen dem Anker 7 und dem Anschlagelement 13 wirkende Lösekraft
F
L sein muss.
[0031] Eine Abwandlung der Ausführungsform der Figuren 1 und 2 ist in der Fig. 4 dargestellt.
Hier sind die Erhebungen 10 nicht am Ankerschaft 8, sondern an einem mit dem Ankerschaft
8 verbundenen Kontaktelement 9 ausgebildet (siehe Fig. 5). Der Ankerschaft 8 gelangt
demnach nur mittelbar über das Kontaktelement 9 in Kontakt mit der Anschlagfläche
11 des Anschlagelements 13. Das Kontaktelement 9 ist vorliegend topfförmig ausgebildet
und auf das düsennadelseitige Ende des Ankerschafts 8 aufgepresst. Die zurückliegende
Stirnfläche A
2 wirkt nunmehr mit der Anschlagfläche 11 den Quetschspalt 12 ausbildend zusammen.
Da die Stirnfläche A
2 des Kontaktelements 9 größer als die Stirnfläche A
1 des Ankerschafts ist, kann in dieser Ausführungsform eine noch größere Dämpfungswirkung
erzielt werden. Um eine Kollision des auf den Ankerschaft 8 aufgepressten Kontaktelements
9 mit der Kopplerplatte 16 zu verhindern, ist in dieser eine Ausnehmung 28 ausgebildet.
[0032] Eine weitere Abwandlung ist der Fig. 6 zu entnehmen. Auf ein Anschlagelement 13 wurde
bei dieser Ausführungsform verzichtet. Die Anschlagfläche 11 wird von der Düsennadel
2 selbst ausgebildet. Der Ankerschaft 8 weist an seinem düsennadelseitigen Ende wiederum
ein aufgepresstes Kontaktelement 9 zur Kontaktierung der Anschlagfläche 11 auf. Dieses
weist vorliegend jedoch nur eine zentrale Erhebung 10 auf, die zudem dornartig ausgebildet
ist, so dass die Kontaktfläche A
K auf einen einzelnen Kontaktpunkt reduziert wird (siehe Fig. 7). Aufgrund der zentralen
Anordnung der Erhebung 10 ist auch unerheblich, ob der Ankerschaft 8 exakt koaxial
zur Düsennadel 2 ausgerichtet ist. Dies erklärt, warum ein in die Düsennadel 1 eingesetztes,
kippbares Anschlagelement 13 vorliegend entbehrlich ist. Zudem lässt sich eine einzelne
zentrale Erhebung 10 einfacher und somit kostengünstiger herstellen.
[0033] Es versteht sich von selbst, dass die Abwandlung gemäß der Fig. 6 auch ohne Kontaktelement
9 realisierbar ist. In diesem Fall ist die eine zentrale Erhebung 10 unmittelbar am
Ankerschaft 8 ausgebildet.
1. Kraftstoffinjektor zum Einspritzen von Kraftstoff in einen Brennraum (1) einer Brennkraftmaschine,
umfassend eine Düsennadel (2), die zum Freigeben und Verschließen mindestens einer
Einspritzöffnung (3) in einer Hochdruckbohrung (4) eines Düsenkörpers (5) hubbeweglich
aufgenommen ist, ferner umfassend eine ringförmige Magnetspule (6) zur Einwirkung
auf einen hubbeweglichen Anker (7), der über einen Ankerschaft (8) mit der Düsennadel
(2) hydraulisch koppelbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass eine der Düsennadel (2) zugewandte Stirnfläche (A1, A2) des Ankerschafts (8) oder eines mit dem Ankerschaft (8) verbundenen Kontaktelements
(9) mindestens eine Erhebung (10) zur Kontaktierung einer den unteren Hubanschlag
für den Anker (7) ausbildenden Anschlagfläche (11) besitzt, so dass die Stirnfläche
(A1, A2) mit der Anschlagfläche (11) einen Quetschspalt (12) ausbildend zusammenwirkt.
2. Kraftstoffinjektor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die der Düsennadel (2) zugewandte Stirnfläche (A1, A2) des Ankerschafts (8) oder des mit dem Ankerschaft (8) verbundenen Kontaktelements
(9) eine zentrale Erhebung (10) oder mehrere dezentrale Erhebungen (10) zur Kontaktierung
der den unteren Hubanschlag ausbildenden Anschlagfläche (11) besitzt.
3. Kraftstoffinjektor nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die den unteren Hubanschlag für den Anker (7) ausbildende Anschlagfläche (11) eine
Stirnfläche der Düsennadel (2) oder eines hierin eingesetzten Anschlagelements (13)
ist.
4. Kraftstoffinjektor nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das in die Stirnfläche der Düsennadel (2) eingesetzte Anschlagelement (13) teilkugelförmig
ausgebildet und in eine vorzugsweise teilkugelförmige Ausnehmung der Düsennadel (2)
eingesetzt ist, so dass die Anschlagfläche (11) gegenüber einer Radialebene (E) kippbar
ist.
5. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Anker (7) in Richtung der Düsennadel (2) von der Federkraft einer Ankerfeder
(14) beaufschlagt ist, die einerseits gehäuseseitig und andererseits an einem mit
dem Ankerschaft (8) des Ankers (7) verbundenen Federteller (15) abgestützt ist.
6. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Ankerschaft (8) eine Kopplerplatte (16) durchsetzt, die am Düsenkörper (5) abgestützt
und in Richtung des Düsenkörpers (5) von der Federkraft einer Kopplerfeder (17) beaufschlagt
ist, wobei die Kopplerplatte (16) gemeinsam mit dem Ankerschaft (8), der Düsennadel
(2) und einer die Düsennadel (2) bereichsweise umgebenden Dichthülse (18) einen Kopplerraum
(19) begrenzt.
7. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Düsennadel (2) in Schließrichtung von der Federkraft einer Düsenfeder (20) beaufschlagt
ist, die vorzugsweise einerseits an der Düsennadel (2) und andererseits an der Dichthülse
(18) abgestützt ist, so dass die Federkraft der Düsenfeder (20) die Dichthülse (18)
gegen die Kopplerplatte (16) axial vorspannt.
8. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Innenpolkörper (21) eine Anschlagfläche (22) als oberer Hubanschlag für den Anker
(7) ausbildet, wobei vorzugsweise im Innenpolkörper (21) eine zentrale Bohrung (23)
als Kraftstoffzulaufkanal ausgebildet ist, der in einen Ankerraum (24) mündet.
9. Kraftstoffinjektor nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass der Ankerraum (24) über einen Verbindungskanal (25) mit einem Hochdruckraum (26)
verbunden ist, in dem vorzugsweise die Kopplerplatte (16) aufgenommen ist, wobei weiterhin
vorzugsweise der Hochdruckraum (26) über mindestens eine in der Kopplerplatte (16)
ausgebildete Durchströmöffnung (27) mit der Hochdruckbohrung (4) verbunden ist.