[0001] Die Erfindung betrifft eine Kettenwirkmaschine mit mindestens einer Grundlegebarre
und einer ersten Musterlegebarrenanordnung.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung eine Wirkware mit einem Grundgewirke und einer Musterfadenanordnung.
[0003] Eine derartige Kettenwirkmaschine und eine derartige Wirkware sind beispielsweise
aus
DE 25 55 725 A1 bekannt. Hier ist eine einfonturige
[0004] Raschelmaschine und ein Verfahren zur Herstellung von Gewirken auf einer derartigen
Maschine offenbart. Ein Effektfaden wird hierbei in ein Grundgewirke eingewirkt und
mit Hilfe eines Einbindeverfahrens mit dem Grundgewirke verbunden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Wirkware vielfältige Musterungsmöglichkeiten
bereitzustellen.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einer Kettenwirkmaschine der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass die Grundlegebarre mit einer Jacquardbarrenanordnung, die eine Schusslegung
erzeugt, zur Bildung eines Grundgewirkes zusammenwirkt und die erste Musterlegebarrenanordnung
zwischen der Grundlegebarre und der Jacquardbarrenanordnung angeordnet ist.
[0007] Mit einer derartigen Kettenwirkmaschine ist es möglich, ein relativ offenes Grundgewirke
zu erzeugen, das dann mit Musterfäden, die von der Musterlegebarre gelegt werden,
teilweise oder ganz belegt werden kann, so dass man offene, also durchscheinende Flächen,
und geschlossene Flächen, die stärker oder völlig von den Musterfäden abgedeckt sind,
erzeugen kann. Dabei werden die Musterfäden in das Grundgewirke eingebunden.
[0008] Vorzugsweise ist auf der der Jacquardbarrenanordnung abgewandten Seite der Grundlegebarre
eine zweite Musterlegebarrenanordnung vorgesehen, die Musterfäden so in das Grundgewirke
einbindet, dass sie auf dem Grundgewirke aufliegen. Damit lässt sich quasi eine dreidimensionale
Struktur des Gewirkes erzeugen, ohne dass ein getrennter Arbeitsgang erforderlich
ist. Es lässt sich in einem Arbeitsschritt eine reliefartige Fläche in Verbindung
mit etwas erhabenen Musterfäden erzeugen.
[0009] Vorzugsweise sind auf der der Jacquardbarrenanordnung abgewandten Seite der Grundlegebarre
ein Fallblech und eine dritte Musterlegebarrenanordnung vorgesehen. Im Zusammenwirken
mit dem Fallblech lassen sich mit der dritten Musterlegebarrenanordnung stark erhabene
"Fallblechfäden" in das Grundgewirke einbinden. Diese Musterfäden können auch als
sogenannte Konturfäden ausgebildet sein, die auf das Grundgewirke aufgebracht werden.
[0010] Vorzugsweise ist mindestens eine der Musterlegebarrenanordnungen als Stringbarrenanordnung
ausgebildet. Eine Stringbarrenanordnung weist mehrere Stringbarren auf. Eine Stringbarre
weist hierbei ein draht- oder schnurförmiges Antriebselement auf, an dem in einem
Abstand, der einem Rapport entspricht, jeweils ein oder mehrere Fadenführer befestigt
sind. Da die Stringbarren relativ wenig Bauraum benötigen, lassen sich in der Stringbarrenanordnung
relativ viele derartige Stringbarren unterbringen, so dass man entsprechend viele
Fäden mit Musterungen führen kann, die weitgehend unabhängig voneinander sind. Damit
lässt sich eine hohe Musterungsvielfalt erreichen.
[0011] Vorzugsweise führt die dritte Musterlegebarrenanordnung mindestens einen Konturfaden
und mindestens einen Einbindefaden. Der Konturfaden kann auf das Grundgewirke aufgelegt
und mit dem Einbindefaden befestigt werden. Damit lassen sich in einem gewissen Umfang
dreidimensionale oder reliefartige Musterungen gestalten.
[0012] Vorzugsweise weist die Musterlegebarrenanordnung eine Versatzbewegung von mindestens
100 mm auf. Vorzugsweise weist die Musterlegebarrenanordnung sogar eine Versatzbewegung
von etwa 160 mm auf. Damit ist es möglich, die Konturfäden und entsprechend auch die
Einbindefäden über einen relativ großen seitlichen Bewegungsspielraum zu führen, so
dass die entsprechenden Muster mit relativ großer Freiheit gestaltet werden können.
[0013] Auch ist von Vorteil, dass auf der der Grundlegebarre abgewandten Seite der Jacquardbarrenanordnung
eine Elastanbarre angeordnet ist. Damit ist es möglich, das Grundgewirke zusätzlich
mit Elastanfäden zu versehen und somit elastisch zu gestalten.
[0014] Die Aufgabe wird bei einer Wirkware der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass
die Musterfadenanordnung mindestens zwei Gruppen von Musterfäden aufweist, deren Musterfäden
sich unterschiedlich stark vom Grundgewirke abheben. Damit lässt sich eine Musterung
nicht nur in der Fläche gestalten, sondern man kann eine quasi dreidimensionale oder
reliefartige Musterungsmöglichkeit vorsehen, bei der sich senkrecht zur Ebene des
Grundgewirkes auch eine gewisse Kontur ergibt.
[0015] Vorzugsweise weist das Grundgewirke eine Franse und eine Schusslegung auf. Damit
ist es möglich, das Grundgewirke relativ durchlässig und damit durchsichtig zu gestalten,
so dass man auf einer durchscheinenden Fläche des Grundgewirkes entsprechende Musterflächen
vorsehen kann. Damit ergibt sich eine große Vielfalt bei den Musterungsmöglichkeiten.
[0016] Vorzugsweise weist eine Gruppe von Musterfäden Konturfäden und Einbindefäden auf,
wobei die Einbindefäden die Konturfäden mit dem Grundgewirke verbinden. Die Konturfäden
haben eine Dicke, die größer ist als die Dicke oder der Durchmesser von anderen Musterfäden,
so dass man sozusagen mehrere Stufen in der Dicke der Wirkware erzeugen kann.
[0017] Hierbei ist bevorzugt, dass eine Gruppe von Musterfäden, die sich weniger stark vom
Grundgewirke abheben als die Konturfäden, eine geschlossene Fläche bilden, wobei zumindest
an einer Grenze der Fläche ein Konturfaden angeordnet ist. In diesem Fall bildet der
Konturfaden sozusagen die Begrenzung der geschlossenen Fläche, die durch den Konturfaden
extra betont werden kann. Auch dies ergibt eine weitere Möglichkeit bei der Mustergestaltung.
[0018] Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in
Verbindung mit der Zeichnung erläutert. Hierin zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Wirkbereichs einer Kettenwirkmaschine und
- Fig. 2
- eine Wirkware in Draufsicht.
[0019] Figur 1 zeigt schematisch in Seitenansicht einen Wirkbereich 1 einer im Übrigen nicht
näher dargestellten Kettenwirkmaschine.
[0020] Oberhalb von Wirknadeln 2 ist eine Grundlegebarre 3 angeordnet, mit der vorzugsweise
eine Franse erzeugt wird.
[0021] Auf einer Seite der Grundlegebarre 3 ist eine Jacquardbarrenanordnung 4 vorgesehen,
die eine Schusslegung erzeugt und zusammen mit der Grundlegebarre 3 ein Grundgewirke
5 (Figur 2) erzeugt.
[0022] Zwischen der Grundlegebarre 3 und der Jacquardbarrenanordnung 4 ist eine erste Musterlegebarrenanordnung
6 vorgesehen. Die erste Musterlegebarrenanordnung 6 weist im vorliegenden Fall zwei
erste Musterlegebarren 7, 8 auf, die relativ dünne erste Musterfäden 9 (Figur 2) in
das Grundgewirke 5 einbinden. Jede der ersten Musterlegebarren 7, 8 weist jeweils
zwölf Stringbarren auf, so dass jede der ersten Musterlegebarren 7, 8 jeweils zwölf
Fadengruppen weitgehend unabhängig voneinander in das Grundgewirke 5 einbinden kann.
Da die erste Musterlegebarrenanordnung 6 zwischen der Grundlegebarre 3 und der Jacquardbarrenanordnung
4 angeordnet ist, werden die ersten Musterfäden 9 sozusagen in das Grundgewirke 5
integriert.
[0023] Auf der der Jacquardbarrenanordnung 4 abgewandten Seite der Grundlegebarre 3 ist
eine zweite Musterlegebarrenanordnung 10 vorgesehen, die zweite Musterfäden 11 (Figur
2) so in das Grundgewirke 5 einbindet, dass sie auf dem Grundgewirke 5 aufliegen.
Die zweiten Musterfäden 11 heben sich also im Gegensatz zu den ersten Musterfäden
9 etwas vom Grundgewirke 5 ab. Damit lässt sich bereits ein Teil einer quasi dreidimensionalen
oder reliefartige Struktur erreichen.
[0024] Auf der der Jacquardbarrenanordnung 4 abgewandten Seite der Grundlegebarre 3 ist
ferner ein Fallblech 12 vorgesehen, das mit einer dritten Musterlegeanordnung 13 zusammenwirkt.
Die dritte Musterlegebarrenanordnung 13 ist auf der der Grundlegebarre 3 abgewandten
Seite des Fallblechs 12 angeordnet. Im vorliegenden Fall weist die dritte Musterlegebarrenanordnung
13 drei dritte Musterlegebarren 14, 15, 16 auf. Mit den dritten Musterlegebarren 14-16
lassen sich stark erhabene Fallblechfäden an dem Grundgewirke 5 fixieren. Diese Fallblechfäden
können beispielsweise als Konturfäden 17 (Figur 2) ausgebildet sein, die mit Hilfe
von Einbindefäden 18 auf dem Grundgewirke 3 fixiert werden können.
[0025] Die dritte Musterlegebarrenanordnung 13 führt also mindestens einen Konturfaden 17
und mindestens einen Einbindefaden 18.
[0026] Die dritte Musterlegebarrenanordnung 13 weist eine Versatzbewegung von mindestens
100 mm, vorzugsweise sogar von mindestens 160 mm auf. Dementsprechend kann der Konturfaden
17 und der dazugehörige Einbindefaden 18 mit einem relativ großen Versatz quer zur
Produktionsrichtung der Wirkware 1 geführt werden, so dass sich hier vielfältige Musterungsmöglichkeiten
ergeben.
[0027] Weiterhin kann eine Elastanbarre 19 vorgesehen sein, mit der elastische Fäden, sogenannte
Elastanfäden, in das Grundgewirke 5 eingebunden werden können, so dass das Grundgewirke
5 elastisch ausgestaltet werden kann.
[0028] Alle Musterlegebarrenanordnungen 6, 10, 13 können, genau wie in Verbindung mit der
ersten Musterlegebarrenanordnungen beschrieben, mehrere Stringbarren aufweisen, so
dass mehrere Fäden oder mehrere Gruppen von Musterfäden, Konturfäden oder Einbindefäden
relativ unabhängig voneinander in das Grundgewirke 5 eingebunden werden können.
[0029] Wie man in Figur 2 erkennen kann, heben sich die zweiten Musterfäden 11 weniger stark
vom Grundgewirke 5 ab als die Konturfäden 17. Die zweiten Musterfäden 11 bilden eine
praktisch geschlossene Fläche, an deren Grenze der Konturfaden 17 angeordnet ist.
Damit wird die geschlossene Fläche durch einen erhabenen Rand begrenzt, was wiederum
verbesserte Musterungsmöglichkeiten ergibt.
[0030] Mit der in Figur 1 dargestellten Kettenwirkmaschine lässt sich die in Figur 2 dargestellte
Wirkware erzeugen. Bei dieser Wirkware handelt es sich um eine textile Fläche, die
quasi dreidimensional oder reliefartig ausgebildet ist, wobei die relativ stark dimensionierten
Konturfäden 17 genau wie die anderen Musterfäden 9, 11 in einem Arbeitsschritt durch
einen separaten Abbindungsprozess mit einer festen und unlösbaren Verbindung mit dem
Grundgewirke 5 verbunden werden können. Nach der Fertigstellung der textilen Fläche
ist somit kein separater Bearbeitungsschritt zum Aufbringen notwendig, so dass ein
sehr personalintensiver Arbeitsschritt in einer sich anschließenden Konfektion entfallen
kann.
[0031] Hierzu wird zum Verfestigen der Konturfäden 17 ein maschenbildendes Fadensystem eingesetzt,
um zu gewährleisten, dass alle anderen Fadensysteme unabhängig von dem für die Konturfäden
17 benötigten Fadensysteme mit gleichmäßig verteilter Fadenspannung verbunden werden
können, so dass beide Systeme bei ihrem unterschiedlichen Maschenbildungsvorgang unabhängig
voneinander auf die Gesamtfadenspannung einwirken können.
[0032] Hierzu werden die Musterlegebarrenanordnungen 6, 10, 13 verwendet, die die unterschiedlichen
Fadensysteme verlegen können. Durch die Anordnung der einzelnen Musterlegebarrenanordnungen
6, 10, 13 lassen sich die einzelnen Musterfäden 9, 11 bzw. die Konturfäden 17 und
die Einbindefäden 18 unabhängig voneinander und mit der gewünschten Fadenspannung
in das Grundgewirke 5 einbinden oder auf das Grundgewirke 5 auflegen und mit dem Grundgewirke
5 verbinden.
[0033] Durch die Verwendung von Musterfäden mit unterschiedlichen Dicken oder Durchmessern
lässt sich ein reliefartiger Charakter erzeugen. Die Wirkware erhält damit eine zusätzliche
erhabene Dimension.
1. Kettenwirkmaschine mit mindestens einer Grundlegebarre (3) und einer ersten Musterlegebarrenanordnung
(6), dadurch gekennzeichnet, dass die Grundlegebarre (3) mit einer Jacquardbarrenanordnung (4), die eine Schusslegung
erzeugt, zur Bildung eines Grundgewirkes (5) zusammenwirkt und die erste Musterlegebarrenanordnung
(6) zwischen der Grundlegebarre (3) und der Jacquardbarrenanordnung (4) angeordnet
ist.
2. Kettenwirkmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf der der Jacquardbarrenanordnung (4) abgewandten Seite der Grundlegebarre (3)
eine zweite Musterlegebarrenanordnung (10) vorgesehen ist, die Musterfäden (11) so
in das Grundgewirke einbindet, dass sie auf dem Grundgewirke (5) aufliegen.
3. Kettenwirkmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf der der Jacquardbarrenanordnung (4) abgewandten Seite der Grundlegebarre (3)
ein Fallblech (12) und eine dritte Musterlegebarrenanordnung (13) vorgesehen sind.
4. Kettenwirkmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Musterlegebarrenanordnungen (6, 10, 13) als Stringbarrenanordnung
ausgebildet ist.
5. Kettenwirkmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Musterlegebarrenanordnung (13) mindestens einen Konturfaden (17) und mindestens
einen Einbindefaden (18) führt.
6. Kettenwirkmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Musterlegebarrenanordnung (13) eine Versatzbewegung von mindestens 100
mm aufweist.
7. Kettenwirkmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass auf der der Grundlegebarre (3) abgewandten Seite der Jacquardbarrenanordnung (4)
eine Elastanbarre (19) angeordnet ist.
8. Wirkware mit einem Grundgewirke (5) und einer Musterfadenanordnung, dadurch gekennzeichnet, dass die Musterfadenanordnung mindestens zwei Gruppen von Musterfäden (9, 11, 17) aufweist,
deren Musterfäden (9, 11, 17) sich unterschiedlich stark vom Grundgewirke abheben.
9. Wirkware nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Grundgewirke (5) eine Franse und eine Schusslegung aufweist.
10. Wirkware nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Gruppe von Musterfäden Konturfäden (17) und Einbindefäden (16) aufweist, wobei
die Einbindefäden (18) die Konturfäden (17) mit dem Grundgewirke (5) verbinden.
11. Wirkware nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Gruppe von Musterfäden (11), die sich weniger stark vom Grundgewirke (5) abheben
als die Konturfäden (17), eine geschlossene Fläche bilden, wobei zumindest an einer
Grenzen der Fläche ein Konturfaden (17) angeordnet ist.