[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur einfachen adaptierbaren Abdeckung eines
Fensterbrettes.
Stand der Technik
[0002] Fensterbretter aus Stein erfreuen sich wegen ihrer geringen Neigung zur Beschädigung
ihrer Oberfläche besonderer Beliebtheit. Jedoch sind diese oft sehr teuer, so dass
gerade in Miethäusern bzw. -wohnungen günstigere und somit optisch weniger ansprechende
Fensterbänke, bspw. gefertigt aus Kunststoff, bevorzugt werden. Nach jahrelanger Benutzung
dieser Fensterbretter beispielsweise durch Abstellen von Blumentöpfen und Gießkannen
oder auch durch Haustiere, wie beispielsweise Katzen, können sich unschöne Abnutzungserscheinungen
und Gebrauchsspuren an diesen Fensterbrettern einstellen.
[0003] Ein Austausch bestehender Fensterbretter, weil diese beschädigt sind oder nicht mehr
gefallen und optisch an den Raum angepasst werden sollen, führt zu einem besonderen
und langwährenden Problem.
Es ist bekannt, dass die zu ersetzenden Fensterbretter aus ihrer Verankerung herausgebrochen
werden müssen, bevor anschließend neue Fensterbretter montiert werden können. Diese
Arbeiten erfordern umfangreiche Maurerarbeiten, die nicht nur zeit- und kostenintensiv
sind, sondern auch eine erhebliche Menge an Dreck produzieren, so dass eine schnelle
optische Anpassung der Fensterbretter an beispielsweise eine neue Tapete im Raum nicht
möglich ist.
[0004] Der Stand der Technik offenbart einige Möglichkeiten, um den Austausch von Fensterbrettern
zu vereinfachen.
[0005] Es sind Fensterbretter aus mehrfach gefalzten Blechen bekannt, beispielsweise aus
der Offenbarungsschrift
DE 3641575 A1. Diese können einfacher ausgetauscht werden als Fensterbretter aus Stein oder Holz.
Sie werden auf die speziellen Fensterbrettunterkonstrukionen gesteckt, die extra für
diese Art Fensterbretter aus mehrfach gefalzten Blechen gebaut sind. Jedoch sind auch
hier neue Putz- und Malerarbeiten nach solch einem Austausch notwendig.
[0006] In der Offenbarung
EP 0 899 409 A2 wird ein Reparaturset für beschädigte Fensterbretter vorgeschlagen. Hierbei wird
ein Verkleidungselement mit einem Systemkleber auf dem beschädigten Fensterbrett angebracht.
Dieses Verkleidungselement besteht aus Einzelteilen, die eine Ablagefläche, Seitenteile
und eine Stirnseite umfassen. Die Oberfläche des Verkleidungselementes ist frei wählbar.
Erforderlich hierbei ist jedoch eine exakte Arbeitsweise, um zum Einen die Einzelteile
gerade und passgenau zuzuschneiden und um zum Anderen die Stoßkanten der einzelnen
Teile gerade und sauber zu verkleben. Für das Zuschneiden sind hierbei dem gewählten
Material entsprechend geeignete Werkzeuge zu wählen. Hierbei ist ein gewisses handwerkliches
Geschick von Nöten und somit nicht von jedem durchführbar. Im Zweifelsfall ist eine
Fachfirma zu beauftragen durch die die Kosten für eine Reparatur eines beschädigten
Fensterbrettes steigen.
[0007] In der Patentschrift
DE 19843058 A1 wird ein aus vorzugsweise Kunststoff hergestelltes Fensterbrett, welches mit einem
adaptierbaren Frontblendenprofil versehen werden kann, vorgeschlagen. Dabei weisen
Fensterbrett und Frontblende im Adaptionsbereich eine formal korrespondierende Formgebung
auf, durch die es möglich ist, eine Blende als Blendenprofil mit dem Fensterbrett
zu verhaken. Zur Befestigung wird das Blendenprofil mit einer Schraubverbindung an
dem Fensterbrett angebracht. Nachteilig hierbei ist, dass nur das Blendenprofil variabel
gestaltbar ist. Die Oberfläche des Fensterbrettes dagegen bleibt bestehen, so dass
eventuelle Schädigungen oder Verschmutzungen der Fensterbrettablage bestehen bleiben.
Darstellung der Erfindung
[0008] Es ist daher Aufgabe, eine Vorrichtung zur adaptierbaren Abdeckung eines Fensterbrettes
bereitzustellen, bei der obige Nachteile vermeidbar sind. Dabei soll die adaptierbare
Abdeckung für ein Fensterbrett einfach zu handhaben und individuell und auf jede beliebige
Form von vorhandenen Fensterbrettern anpassbar sein.
[0009] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung zur einfachen adaptierbaren Abdeckung
eines Fensterbrettes mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind in den sich anschließenden Unteransprüchen gegeben.
[0010] Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst eine im Wesentlichen ebene Ablageoberfläche
und eine Frontblende, die dem Innenraum zugewandt ist, wobei Größe und Form der Ablageoberfläche
sowie der Frontblende durch vorgesehene Schnitt- und Knickkanten variabel gestaltbar
sind. Dadurch ist es dem Anwender möglich die Abdeckung des Fensterbrettes mit einem
geringem mechanischen Aufwand an ein Fensterbrett mit beliebigen Abmaßen anzupassen.
[0011] Die vordefinierten Schnittkanten dienen dabei der Größenanpassung der Abdeckung an
das Fensterbrett. Dafür sind die Schnittkanten an dem Innenraum abgewandten Ende der
Vorrichtung und an dessen Seiten angeordnet. Durch die Verwendung der Schnittkanten
an den Seiten ist die Vorrichtung in ihrer Breite und durch die Verwendung der Schnittkanten
an dem Innenraum abgewandten Ende der Vorrichtung in ihrer Länge variabel gestaltbar.
An den rechts- und linksseitigen Ecken am dem Innenraum abgewandten Ende der Vorrichtung
überkreuzen sich die vordefinierten Schnittkanten, so dass hierdurch die Vorrichtung
auch an die Form der Ablagefläche des Fensterbrettes, die sich aus der Form der Wandöffnung
und den überstehenden Enden des Fensterbrettes ergibt, angepasst werden kann. Die
Anpassung kann sowohl mit Hilfe einfacher Werkzeuge als auch manuell erfolgen. Einfache
Werkzeuge können hier Cutter-Messer oder Zangen sein.
[0012] Die vordefinierten Knickkanten ermöglichen durch deren Benutzung ein Anpassen der
Frontblende an die Frontseite, die dem Innenraum zugewandte Seite des Fensterbrettes.
Dadurch ist die Vorrichtung sowohl für Fensterbretter mit rechtwinkligen als auch
mit abgerundeten Kanten an der Frontseite geeignet.
[0013] In einer weiteren Ausführungsform weist die Vorrichtung bereits vorgeformte Frontblenden
auf. Dies ist insbesondere bei einheitlichen Fensterbrettern von Vorteil, da eine
manuelle Anpassung dann nicht mehr erforderlich ist.
[0014] Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist in einer Ausgestaltung Seitenabdeckungen auf,
die formschlüssig an den Seiten der Vorrichtung am überstehenden dem Innenraum zugewandten
Ende des Fensterbrettes angebracht sind. Bevorzugt sind die Seitenteile in ihren Abmessungen
den inneren Abmessungen zwischen Ablagefläche, Frontblende und Unterkante Frontblende
angepasst, aber auch ein Vorsetzen der Seitenabdeckungen mit Umgreifen deren Ränder
um die Vorrichtung ist möglich. Die Befestigung der Seitenteile kann beispielsweise
durch das Aufbringen eines Klebemittels erfolgen. Bei einer bereits vorgeformten Frontblende
der Vorrichtung ist zudem eine Befestigung mittels Klickverbindungen denkbar, wobei
sich die korrespondierenden Teile der Klickverbindungen zum einen an den Seitenabdeckungen
und zum anderen an der Vorrichtung selbst befinden. Um die Längenanpassung der Seitenteile
zu ermöglichen, sind die Klickverbindungen nahe der Frontblende an der Vorrichtung
und den Seitenabdeckungen zu befestigen.
[0015] Es ist weiterhin denkbar, dass in die Vorrichtung Elemente eingelassen sind, die
eine Beleuchtung des Fensters ermöglichen, beispielsweise LEDs oder Lichtleisten.
Weiterhin ist die Montierung von Dekorationsmitteln und/oder zweckgeformten Behältnissen,
wie beispielsweise Teelichthaltern oder Vasen, in der Vorrichtung denkbar. Dabei können
diese fest installiert sein. Sie können jedoch auch durch Stecksysteme, deren korrespondierende
Teile an der Vorrichtung und an den Behältnissen und/oder Dekorationsmitteln vormontiert
sind befestigt werden. Dadurch ist das Öffnen der Fensterflügel gewährleistet und
erlaubt zudem auch eine variable Gestaltung der Vorrichtung.
[0016] Für eine einfache Anpassung der Vorrichtung an das Fensterbrett ist es denkbar, die
Vorrichtung aus leicht zu bearbeitenden Materialien zu fertigen, wie beispielsweise
aus Silikon, Kunststoff, Metall, Emaille oder Holz oder einer Kombination der verschiedenen
Materialien.
[0017] Um eine Verschmutzung unter der Vorrichtung zu verhindern ist eine Applikation eines
Dichtmittels an den Rändern der Vorrichtung denkbar. Dies sorgt zudem für eine gute
Arretierung der Vorrichtung.
[0018] Die erfindungsgemäße Vorrichtung hat den Vorteil, dass durch die vordefinierten Schnittkanten
eine einfache und exakte Anpassung an die Größe und Form der Fensterbrettablagefläche
möglich ist. Weiterhin werden durch das Formen der Frontblende unschöne Stoß- und
Klebekanten vermieden. Die Verwendung von leicht zu bearbeitenden Materialien erlaubt
dem Anwender ein einfaches Zuschneiden der Vorrichtung mit beispielsweise einer normalerweise
im Haushalt befindlichen Haushaltsschere, so dass es nicht nötig ist, spezielle Schneid-
bzw. Sägewerkzeuge zu verwenden.
Zudem ist ein schnelles optisches Anpassen des Fensterbrettdesigns möglich, da diverse
Ausführungen der Erfindung möglich sind. Es sind integrierte indirekte Beleuchtungsmöglichkeiten
oder verschiedene Dekorationsvarianten, z.B. zu Festlichkeiten (Weihnachten, Ostern,
Halloween) oder Kinderzimmerdekorationen denkbar.
Ausführung der Erfindung
[0019] Die Erfindung wird anhand von Zeichnungen näher erläutert, dabei zeigen
- Figur 1
- Draufsicht auf die Vorrichtung mit Knick- und Schnittkanten,
- Figur 2
- Angepasste Vorrichtung mit betätigten Knickkanten zur Herstellung der Frontblende,
- Figur 3
- Angepasste Vorrichtungen an Fensterbretter mit rechtwinkligen und abgerundeten Kanten
mit Seitenabdeckungen.
[0020] Figur 1 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung von unten, wobei die Knickkanten 5
(gestrichelte Linien) und Schnittkanten 6 (durchgezogene Linien) sichtbar sind. Bei
einer Betätigung der Knickkanten 5 ergibt sich die Frontblende 3 der Vorrichtung mit
der Unterkante der Frontblende 10. Durch das Zuschneiden entlang der Schnittkanten
wird die Vorrichtung an die jeweilige Form der Fensterbrettoberfläche angepasst und
es ergibt sich die Ablagefläche 1 der Vorrichtung.
[0021] Figur 2 zeigt den Bereich der Vorrichtung, in dem sich die Knickkanten 5 befinden,
im Querschnitt. Die Knickkanten 5 sind sich auf der Unterseite der Vorrichtung angebracht.
In diesem Ausführungsbeispiel sind die Knickkanten 5 durch Aussparungen in der Oberfläche
der Unterseite der Vorrichtung realisiert. Dadurch ist ein einfaches Umbiegen der
Knickkanten 5 in Richtung der Unterseite der Vorrichtung möglich. Zudem sind auf der
sichtbaren Oberfläche der Vorrichtung die Knickkanten 5 nicht sichtbar.
[0022] Figur 3 zeigt eine dreidimensionale Ansicht der bereits an ein Fensterbrett 7 angepassten
Vorrichtung. Die Ablagefläche 1 liegt dabei auf der Fensterbrettoberfläche auf. Die
Frontblende 3 umgibt die Frontseite des Fensterbrettes. In einer Ausführungsform wird
die Unterkante der Frontblende 10 an die Unterkante des Fensterbrettes, beispielsweise
mit doppelseitigen Klebeband, befestigt. Weiterhin kann die Frontblende 3 der Vorrichtung
bereits vorgeformt sein, so dass eine zusätzliche Befestigung an der Unterkante des
Fensterbrettes nicht nötig ist.
[0023] Figur 4 zeigt die Vorrichtung mit Seitenabdeckungen 9, die formschlüssig an den Seiten
der Vorrichtung angebracht sind, um auch dort das alte Fensterbrett abzudecken.
[0024] Da es sich bei der vorhergehenden, detailliert beschriebenen Vorrichtung für ein
Fensterbrett um Ausführungsbeispiele handelt, können sie in üblicher Weise vom Fachmann
in einem weiten Umfang modifiziert werden, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen.
Insbesondere können auch die konkreten Ausgestaltungen der Vorrichtung, vor allem
der Seitenabdeckungen und deren Befestigungsmethode, in anderer Form als in der hier
beschriebenen folgen. Ebenso kann die Vorrichtung in einer anderen Form ausgestaltet
werden, wenn dies aus Platzgründen bzw. designerischen Gründen notwendig ist. Weiter
schließt die Verwendung der unbestimmten Artikel "ein" bzw. "eine" nicht aus, dass
die betreffenden Merkmale auch mehrfach vorhanden sein können.
Bezugszeichenliste
[0025]
1 Ablagefläche
3 Frontblende
5 Knickkanten
6 Schnittkanten
7 Fensterbrett
9 Seitenabdeckung
10 Unterkante Frontblende
1. Vorrichtung für ein Fensterbrett (7) mit einer im Wesentlichen ebenen Ablagefläche
(1) sowie einer einem Innenraum zugewandten Frontblende (3) dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung vordefinierte Knick- und Schnittkanten (5,6) aufweist, welche parallel
zu einer vorderen Kante des Fensterbrettes angeordnet sind, und weitere Knick- und
Schnittkanten aufweist, welche rechtwinklig dazu angeordnet sind.
2. Vorrichtung für ein Fensterbrett nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die vordefinierten Schnittkanten (6) an dem Innenraum abgewandten Ende der Vorrichtung
und an dessen Seiten so angeordnet sind, dass die Vorrichtung durch Verwendung entsprechender
Schnittkanten in ihrer Länge und Breite kürzbar und an die Form der Ablagefläche (1)
des Fensterbrettes variabel anpassbar ist.
3. Vorrichtung für ein Fensterbrett nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, dass
die vordefinierten Knickkanten (5) so angeordnet sind, dass die Frontblende (3) der
Vorrichtung durch Betätigen entsprechender Knickkanten (5) in ihrer Form variabel
der Frontseite des Fensterbrettes (7) anpassbar ist.
4. Vorrichtung für ein Fensterbrett nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, dass
die Frontblende (3) der Vorrichtung vorgeformt ist.
5. Vorrichtung für ein Fensterbrett nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
Seitenabdeckungen (9) formschlüssig an den Seiten der Vorrichtung am überstehenden
dem Innenraum zugewandten Ende des Fensterbrettes zwischen Ablagefläche (1), Frontblende
(3) und Unterkante Frontblende (10) angebracht sind.
6. Vorrichtung für ein Fensterbrett nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
die Seitenabdeckungen (9) vordefinierte Schnittkanten aufweisen, die so angeordnet
sind, dass die Seitenabdeckungen (9) durch Verwendung der entsprechenden Schnittkanten
(9) in ihrer Länge und/oder Breite den Seiten der Vorrichtung am überstehenden dem
Innenraum zugewandten Ende des Fensterbrettes zwischen Ablagefläche (1), Frontblende
(3) und Unterkante Frontblende (10) anpassbar sind.
7. Vorrichtung für ein Fensterbrett nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
auf der Ablagefläche (1) Elemente zur Beleuchtung angebracht sind.
8. Vorrichtung für ein Fensterbrett nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung aus Silikon, Kunststoff, Metall, Emaille oder Holz oder einer Kombination
der verschiedenen Materialien besteht.
9. Vorrichtung für ein Fensterbrett nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
an mindestens einer äußeren Seite der Vorrichtung Dichtmasse appliziert ist.
10. Vorrichtung für ein Fensterbrett nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass
auf der Ablagefläche 1 zweckgeformte Behältnisse und/oder Dekorationsmittel montiert
sind.