[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung für eine Verbrennungskraftmaschine, insbesondere
einen Gasmotor oder einen anderen Verbrennungsmotor, der mit ottomotorischem Brennverfahren
betreibbar ist. Die Vorrichtung dient insbesondere zur Unterdruckerzeugung in einem
Kurbelgehäuse, zweckmäßig zur Reduzierung der Partikelanzahlemissionen, und/oder zur
Entlüftung des Kurbelgehäuses. Die Erfindung betrifft ferner ein entsprechendes Betriebsverfahren.
[0002] Üblich ist bei Dieselmotoren von Kraftfahrzeugen eine Entlüftung des Kurbelgehäuses
in eine Anschlussstelle zwischen einen Luftfilter und einen Verdichter eines Abgasturboladers.
Sogenannte Blow-by-Luft wird dabei in einen Ölabscheider geführt. Im Kurbelgehäuse
werden üblicherweise Unterdrücke in der Größenordnung von ca. 30 mbar erzeugt. Bis
EURO-V-Gesetzgebung, für Nutzfahrzeuge, war nur die Partikelmasse begrenzt. Ab EURO-VI-Gesetzgebung,
für Nutzfahrzeuge, muss nun darüber hinaus ein Grenzwert für die Partikelanzahl eingehalten
werden. Wegen des ottomotorischen Brennverfahrens von Gasmotoren wird insbesondere
bei den Betriebszuständen Schub und Leerlauf eine Drosselklappe bis auf einen geringen
Spalt geschlossen. Im Ansaugkrümmer nach Drosselklappe entsteht ein Unterdruck gegenüber
der Umgebung. Während des Ansaugtaktes stellt sich dadurch im Brennraum des Motors
ein Unterdruck ein, weshalb sich im Brennraum auch ein Unterdruck gegenüber dem Kurbelgehäuse
des Motors einstellt. In dessen Folge wird Gas aus dem Kurbelgehäuse in den Brennraum
gesaugt ("Reverse Blow-by"). Durch die Gasbewegung wird Motoröl, aus dem Bereich Laufbuchse/Kolben
in den Brennraum gefördert. Durch die geringe Intensivität der Verbrennung im Leerlauf,
bzw. der nicht vorhandenen Verbrennung im Schub, sammelt sich Öl im Brennraum an.
Erfolgt nach einer längeren Schub- bzw. Leerlaufphase eine Lastzunahme, wird das angesammelte
Öl durch die erhöhte Flammenintensivität innerhalb eines kurzen Zeitraumes verbrannt.
Es entsteht eine hohe Partikelemission durch bei der Verbrennung entstehende Ölrückstände
(Ölasche). Verstärkt wird dieser Effekt dadurch, dass die im Brennraum befindliche
Ölmenge bei der Kraftstoffzudosierung nicht berücksichtigt wird. Im Brennraum herrscht
Sauerstoffmangel, was die Partikelemission befördert. Die Ölasche besteht hauptsächlich
aus sehr kleinen Partikeln, weshalb die Emission der Partikelanzahl stärker betroffen
ist, als die Emission der Partikelmasse.
[0003] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine Möglichkeit zu schaffen, die Anzahl von emittierten
Partikeln zu reduzieren.
[0004] Diese Aufgabe kann mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst werden. Vorteilhafte
Weiterbildungen können den abhängigen Ansprüchen und der folgenden Beschreibung bevorzugter
Ausführungsformen der Erfindung entnommen werden.
[0005] Die Erfindung schafft eine Vorrichtung zweckmäßig für eine Verbrennungskraftmaschine
und insbesondere zur Unterdruckerzeugung in einem Kurbelgehäuse und/oder zur Entlüftung
des Kurbelgehäuses. Die Vorrichtung umfasst einen Brennraum, ein Kurbelgehäuse und
zumindest einen mit dem Kurbelgehäuse in Verbindung stehenden Ölabscheider. Die Vorrichtung
umfasst darüber hinaus zumindest eine Druckeinstelleinrichtung zum Einstellen eines
Unterdrucks im Kurbelgehäuse, um vorzugsweise die Druckdifferenz zwischen dem Kurbelgehäuse
und dem Brennraum zu reduzieren. Die verringerte Druckdifferenz zwischen dem Brennraum
und dem Kurbelgehäuse bewirkt einen reduzierten Öleintrag in den Brennraum und/oder
ein reduziertes Reverse-Blow-By und somit insbesondere eine reduzierte AbgasPartikelanzahlemission,
z. B. in den Betriebsphasen Leerlauf, Schwachlast und/oder Schub der Verbrennungskraftmaschine,
z. B. eines Kraftfahrzeug-Motors.
[0006] Es ist möglich, dass das Kurbelgehäuse über eine Leitungseinrichtung (z. B. Entlüftungseinrichtung,
Leitung, Leitungssystem, etc.) an einer Anschlussstelle mit einer Ladeluftzuführleitung
zum Zuführen von Ladeluft in den Brennraum verbunden ist. Die Anschlussstelle ist
vorzugsweise an der Ladeluftzuführleitung zwischen einem Drosselelement und dem Brennraum
angeordnet.
[0007] Die Leitungseinrichtung kann den Ölabscheider und/oder die Druckeinstelleinrichtung
umfassen. Die Druckeinstelleinrichtung kann in den Ölabscheider integriert sein oder
außerhalb des Ölabscheiders angeordnet sein.
[0008] Der Ölabscheider der Leitungseinrichtung ist vorzugsweise über ein Entlüftungselement
(z. B. Entlüftungsleitung, Entlüftungsstutzen, etc.) und/oder eine Ölrückführeinrichtung
(z. B. Ölrückführleitung, Ölrückführstutzen, etc.) mit dem Kurbelgehäuse verbunden.
Die Ölrückführeinrichtung dient zweckmäßig zur Rückführung von Öl in Kurbelgehäuse.
Das Entlüftungselement dient zweckmäßig zur Entlüftung des Kurbelgehäuses. Die Ölrückführeinrichtung
kann z. B. ein Rückschlagventil aufweisen.
[0009] Die Leitungseinrichtung ist zweckmäßig mit der Ladeluftzuführleitung zum Zuführen
von Ladeluft in den Brennraum verbunden, vorzugsweise in Ladeluftströmungsrichtung
hinter einem Drosselelement der Ladeluftzuführleitung.
[0010] Die Leitungseinrichtung kann insbesondere ein Steuermittel umfassen.
[0011] Das Steuermittel ist vorzugsweise ausgeführt, das Einstellen des Unterdrucks im Kurbelgehäuse
auf den Betriebszustand Leerlauf, Schwachlast und/oder Schub der Verbrennungskraftmaschine
zu beschränken.
[0012] Das Steuermittel kann ebenfalls dazu dienen, ein Rückströmen von Luft in das Kurbelgehäuse
zu verhindern und/oder den Arbeitsbereich der Leitungseinrichtung zur Anschlussstelle
einzuschränken.
[0013] Es ist ferner möglich, dass das Steuermittel zur Steuerung, insbesondere zur Umschaltung
zwischen, der Entlüftung vor einen Verdichter eines Turboladers oder zur Anschlussstelle
dient (Anschlussstelle: Ladeluftzuführleitung und Leitungseinrichtung, insbesondere
stromabwärts des Drosselelements).
[0014] Das Steuermittel ist vorzugsweise ein Ventil, insbesondere eine 3/2-Wegeventil. Das
Steuermittel kann insbesondere elektromagnetisch oder pneumatisch ansteuerbar ausgeführt
sein.
[0015] Das Steuermittel kann elektrisch ansteuerbar sein, z. B. von einem Motorsteuergerät
oder Grenzwertschalter. Es kann ferner z. B. pneumatisch betätigbar sein mit einer
zweckmäßigen Grenzwertsteuerung.
[0016] Es ist möglich, dass die Vorrichtung eine Druckerfassungseinrichtung, z. B. einen
Drucksensor, zum Erfassen des Ladeluftdrucks stromabwärts des Drosseielements in der
Ladeluftzuführleitung zum Zuführen von Ladeluft in den Brennraum aufweist.
[0017] Die Vorrichtung umfasst vorzugsweise ein elektrisches bzw. elektronisches Steuergerät
zum Steuern des Steuermittels.
[0018] Das Steuergerät ist vorzugsweise das Motorsteuergerät zum Steuern der Verbrennungskraftmaschine.
Das Steuermittel kann hierzu z. B. unmittelbar an einen elektrischen Ausgang des Motorsteuergeräts
angeschlossen werden.
[0019] Es ist also möglich, dass das Motorsteuergerät zum Steuern der Verbrennungskraftmaschine
zusätzlich zum Steuern des Steuermittels genutzt wird.
[0020] Es ist möglich, dass das Steuergerät das Steuermittel in Abhängigkeit von zumindest
einem von folgenden ansteuert: einem von der Druckerfassungseinrichtung erfassten
Ladeluftdruck, einer Drehzahl der Verbrennungskraftmaschine, der Betriebsart der Verbrennungskraftmaschine
(z. B. Motorstart, Motorstopp, Leerlauf, Schub, Volllast, Teillast, Warmlauf, und/oder
Bremsbetrieb) und/oder eines aktuellen Drehmoments der Verbrennungskraftmaschine.
[0021] Es ist ebenfalls möglich, dass das Steuergerät das Steuermittel in Abhängigkeit von
zumindest einem von folgenden eine Entlüftung vor einem Verdichter eines Turboladers
oder nach dem Drosselelement bzw. in die Ladeluftzuführleitung ausführen lässt: einem
von der Druckerfassungseinrichtung erfassten Ladeluftdruck, einer Drehzahl der Verbrennungskraftmaschine,
der Betriebsart der Verbrennungskraftmaschine (z. B. Motorstart, Motorstopp, Leerlauf,
Schub, Volllast, Teillast, Warmlauf, und/oder Bremsbetrieb) und/oder eines aktuellen
Drehmoments der Verbrennungskraftmaschine.
[0022] Daran ist insbesondere vorteilhaft, dass die Kurbelgehäuseentlüftung in Abhängigkeit
von Druck nach Drosselklappe und Motorbetriebsart und/oder Motordrehzahl ermöglicht
wird.
[0023] Ferner besteht die Möglichkeit der Diagnose der Druckerfassungseinrichtung und des
Steuermittels, insbesondere des Magnetschalters des Steuermittels, z. B. auf Kabelbruch
und/oder Kurzschluss.
[0024] Es ist möglich, dass die Vorrichtung eine Druckerfassungseinrichtung zum Erfassen
des Drucks im Kurbelgehäuse umfasst. In Kombination mit der Druckerfassungseinrichtung
zum Erfassen des Ladeluftdrucks stromabwärts des Drosselelements ist somit eine Diagnose
der Funktion des Steuermittels und/oder der Druckeinstelleinrichtung möglich.
[0025] Die Druckeinstelleinrichtung kann z. B. als variabler Druckregler mit Sollwertvorgabe,
vorzugsweise über Spannungs- oder Stromkennlinie(n), ausgeführt sein. Ein im Steuergerät
berechenbarer Druck-Sollwert ist zweckmäßig einstellbar, wobei der Sollwert unter
gleichzeitiger Verwendung der Druckerfassungseinrichtung zum Erfassen des Drucks im
Kurbelgehäuse in einem geschlossenen Regelkreis einregelbar ist.
[0026] Das Steuermittel ist vorzugsweise zwischen der Anschlussstelle zur Ladeluftzuführleitung
und der Druckeinstelleinrichtung angeordnet.
[0027] Die Leitungseinrichtung ist vorzugsweise zwischen dem Steuermittel und der Anschlussstelle
ohne Rückschlagventil ausgeführt.
[0028] Die Druckerfassungseinrichtung zum Erfassen des Ladeluftdrucks stromabwärts des Drosselelements
kann das Steuermittel allerdings auch direkt und/oder ohne Zwischenschaltung des Motorsteuergeräts
ansteuern.
[0029] Die Druckerfassungseinrichtung kann dabei insbesondere als Grenzwertschalter ausgeführt
sein, der z. B. direkt einen Magnetschalter des Steuermittels ansteuert. Ferner kann
ein zweckmäßig analoger Spannungs- oder Stromausgang der Druckerfassungseinrichtung
an einen elektrischen oder elektronischen Grenzwertschalter angeschlossen werden,
um einen Magnetschalter des Steuermittels anzusteuern.
[0030] Es ist möglich, dass stromabwärts des Drosselelements eine Steuerleitung (z. B. Rohr-
und/oder Schlauchleitung) abgeht zum pneumatischen Ansteuern des Steuermittels, vorzugsweise
über einen (Unterdruck-) Grenzschalter des Steuermittels, in Abhängigkeit des Ladeluftdrucks
stromabwärts des Drosselelements.
[0031] Die erfindungsgemäß Vorrichtung ermöglicht somit eine Steuerung des Steuermittels
über die elektrische/elektronische Motorsteuerung für die Verbrennungskraftmaschine
und alternativ eine Steuerung des Steuermittels ohne Eingriff in die Motorsteuerung.
[0032] Die Leitungseinrichtung ist vorzugsweise in Ladeluftströmungsrichtung hinter einem
Drosselelement mit der Ladeluftzuführleitung verbunden. Mit anderen Worten kann die
Anschlussstelle hinter einem Drosselelement der Ladeluftzuführleitung ausgebildet
sein. Alternativ oder ergänzend kann die Leitungseinrichtung zwischen dem Brennraum
und einem Drosselelement der Ladeluftzuführleitung in die Ladeluftzuführleitung münden.
Das Drosselelement kann z. B. eine Drosselklappe sein.
[0033] Die Vorrichtung kann einen Abgasturbolader aufweisen.
[0034] In diesem Fall ist es möglich, dass von dem Steuermittel eine Entlüftungsleitung
abzweigt und die Entlüftungsleitung zur Verbindung mit einem Einleitungsanschluss
vor einem Verdichter eines Turboladers dient. Die Entlüftungsleitung selbst weist
vorzugsweise kein Rückschlagventil auf.
[0035] Das Merkmal "Druckeinstellung" ist vorzugsweise im Rahmen der Erfindung breit auszulegen
und kann zweckmäßig z. B. eine Drucksteuerung oder eine Druckregelung umfassen.
[0036] Das Merkmal "Leitung" ist vorzugsweise im Rahmen der Erfindung breit auszulegen und
kann zweckmäßig z. B. flexible oder steife Leitungen, Rohre, Schläuche, Anschlussstutzen,
Schnittstellen, etc. umfassen.
[0037] Die Leitungseinrichtung ist vorzugsweise eine Entlüftungseinrichtung.
[0038] Die Erfindung ist nicht auf eine Vorrichtung wie hierin beschrieben beschränkt, sondern
umfasst auch ein Kraftfahrzeug, vorzugsweise ein Nutzfahrzeug, insbesondere einen
Omnibus oder einen Lastkraftwagen, mit einer Vorrichtung wie hierin offenbart.
[0039] Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Betriebsverfahren insbesondere für eine
Vorrichtung wie hierin offenbart und/oder ausgeführt mit einer Vorrichtung wie hierin
offenbart. Die Vorrichtung umfasst somit einen Brennraum, ein Kurbelgehäuse und zumindest
einen mit dem Kurbelgehäuse in Verbindung stehenden Ölabscheider.
[0040] Bei dem Betriebsverfahren wird mittels zumindest einer Druckeinstelleinrichtung ein
Unterdruck in dem Kurbelgehäuse eingestellt, um zweckmäßig die Druckdifferenz zwischen
dem Kurbelgehäuse und dem Brennraum zu reduzieren.
[0041] Das Betriebsverfahren dient insbesondere zur Unterdruckerzeugung in einem Kurbelgehäuse
und/oder zur Entlüftung eines Kurbelgehäuses.
[0042] Weitere Verfahrensschritte ergeben sich aus der Beschreibung der Vorrichtung, auf
die verwiesen wird, um Wiederholungen zu vermeiden.
[0043] Die hierin zur Vorrichtung gemachte Offenbarung gilt sinngemäß auch für das Betriebsverfahren
und ist insoweit ebenfalls zweckmäßig beanspruchbar.
[0044] Die zuvor beschriebenen Ausführungsformen und Merkmale der Erfindung sind miteinander
kombinierbar. Andere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
offenbart oder ergeben sich aus der folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
der Erfindung in Verbindung mit den beigefügten Figuren.
- Figur 1
- zeigt eine schematische Darstellung einer Vorrichtung gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung, und
- Figur 2
- zeigt eine schematische Darstellung einer Vorrichtung gemäß einer anderen Ausführungsform
der Erfindung.
[0045] Die unter Bezugnahme auf die Figuren beschriebenen Ausführungsformen stimmen teilweise
überein, so dass ähnliche oder identische Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen
sind, und zu deren Erläuterung auch auf die Beschreibung der anderen Ausführungsform
bzw. Figur verwiesen wird, um Wiederholungen zu vermeiden.
[0046] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Vorrichtung V für eine Verbrennungskraftmaschine.
[0047] Die Vorrichtung V umfasst ein Kurbelgehäuse 1, eine Leitungseinrichtung (Entlüftungseinrichtung)
X und einen Abgasturbolader 7.
[0048] Der Abgasturbolader 7 umfasst wie üblich eine Turbine 8 und einen Verdichter 9. Davor
angeordnet befindet sich ein Luftfilter 10. Das Bezugszeichen 19 kennzeichnet Abgas
zur Abgasanlage. Das Bezugszeichen 20 kennzeichnet Ladeluft zum nicht dargestellten
Ladeluftkühler.
[0049] Die Vorrichtung V bzw. die Verbrennungskraftmaschine umfasst das Kurbelgehäuse 1,
einen oder mehrere Brennräume 4, einen oder mehrere Kolben 3, einen Kurbeltrieb 12,
einen oder mehrere Zylinderköpfe 2, mit einem oder mehreren Auslassventilen 5 und
einem oder mehreren Einlassventilen 6. Das Bezugszeichen 13 kennzeichnet ein Ölniveau
im Kurbelgehäuse 1.
[0050] Die Leitungseinrichtung X verbindet das Kurbelgehäuse 1 an einer Anschlussstelle
A in Ladeluftströmungsrichtung 21.1 hinter einer Drosselklappe 11 einer Ladeluftzuführleitung
21 mit der Ladeluftzuführleitung 21. Die Ladeluftzuführleitung 21 dient zum Zuführen
von Ladeluft in den Brennraum 4, insbesondere an das Einlassventil 6 bzw. einen Ladeluftkrümmer.
Das Bezugszeichen 21.1 kennzeichnet die Ladeluft von dem nicht dargestellten Ladeluftkühler
bzw. die Strömungsrichtung der Ladeluft in der Ladeluftzuführleitung 21.
[0051] Die Leitungseinrichtung X umfasst einen Ölabscheider 16 und eine Druckeinstelleinrichtung
17 für den Kurbelgehäusedruck (z. B. einen Druckregler). Der Ölabscheider 16 ist über
einen Kurbelgehäuseentlüftungsanschluss 14.1 einerseits und über eine Ölrückführleitung
14.3 und 14.4 andererseits mit dem Kurbelgehäuse 1 verbunden. In der Ölrückführleitung
14.3, 14.4 ist ein Rückschlagventil 18.2 angeordnet. Der Ölabscheider 16 ist über
eine Leitung 14.2 mit der Druckeinstelleinrichtung 17 verbunden.
[0052] Die Leitungseinrichtung X umfasst darüber hinaus zwischen der Druckeinstelleinrichtung
17 und der Anschlussstelle A ein Steuermittel 15, das als elektromagnetisch ansteuerbares
3/2-Wege-Ventil ausgeführt ist. Das Steuermittel 15 umfasst einen Magnetschalter 15.1
[0053] Das Bezugszeichen 14.5 zeigt die Leitung zwischen dem der Druckeinstelleinrichtung
17 und dem Steuermittel 15, während das Bezugszeichen 14.6 die Leitung zwischen dem
Steuermittel 15 und der Anschlussstelle A zeigt. Das Steuermittel 15 ist zwischen
der Anschlussstelle A und der Druckeinstelleinrichtung 17 angeordnet.
[0054] Von dem Steuermittel 15 geht eine Entlüftungsleitung 14.7 ab, die zur Verbindung
mit einem Einleitungsanschluss E vor dem Verdichter 9 des Turboladers 7 dient, insbesondere
zwischen dem Verdichter 9 und dem Luftfilter 10. Ferner geht wie zuvor erwähnt von
dem Steuermittel 15 die Leitung 14.6 zur Anschlussstelle A ab.
[0055] Die Leitung 14.7 führt insbesondere bei turboaufgeladenen Motoren zu dem Einleitungsanschluss
E vor dem Verdichter 9 des Turboladers 7. Die Leitung 14.7 wird durch das Steuermittel
15 freigegeben, wenn der Druck nach der Drosselklappe 11 den Druck vor dem Verdichter
9 übersteigt. Zugleich schließt das Steuermittel 15 die Leitung 14.6 zur Anschlussstelle
A. Die Leitung von der Druckeinstelleinrichtung 17 über die Anschlussstelle A in die
Ladeluftzuführleitung 21 bzw. die Leitung 14.6 wird durch das Steuermittel 15 freigegeben,
wenn der Druck vor dem Verdichter 9 den Druck nach der Drosselklappe 11 übersteigt,
was insbesondere im Leerlauf, Schwachlast oder Schub der Verbrennungskraftmaschine
oder allgemein des Kraftfahrzeug der Fall ist. Dabei schließt das Steuermittel 15
zweckmäßig die Leitung 14.7. Durch den geringen Druck nach der Drosselklappe 11 kann
ein hoher Unterdruck im Kurbelgehäuse 1 erzeugt werden. Dabei wird der Druck im Kurbelgehäuse
1 über die Druckeinstelleinrichtung 17 zur Regelung des Unterdrucks des Kurbelgehäuses
1 auf einen vorgegebenen Soll-Wert geregelt. Übersteigt der Druck nach der Drosselklappe
11 den Soll-Wert, stellt sich im Kurbelgehäuse 1 minimal der Druck nach der Drosselklappe
11 ein. Übersteigt der Druck nach der Drosselklappe 11 den Druck vor dem Verdichter
9, bewirkt die nunmehr geöffnete Leitung 14.7, dass sich im Kurbelgehäuse 1 ein Druck
im Bereich des Druckes vor dem Verdichter 9 einstellt. Die Umschaltung und somit Steuerung
zwischen den Leitungen vor Verdichter 9 (Leitung 14.7) und nach Drosselklappe 11 (Leitung
14.6) geschieht über das Steuermittel 15. Zu erwähnen ist, dass bei Saugmotoren die
Leitung 14.7 entfallen kann.
[0056] Die Vorrichtung V umfasst ferner eine Druckerfassungseinrichtung (Drucksensor) 22
zum Erfassen des Ladeluftdrucks stromabwärts des Drosselelements 11 in der Ladeluftzuführleitung
21.
[0057] Das Steuermittel 15 ist über ein zweckmäßig elektrisches/elektronisches Steuergerät
ansteuerbar. Das Steuergerät entspricht vorzugsweise dem Motorsteuergerät zum Steuern
der Verbrennungskraftmaschine. Dadurch wird ermöglicht, dass das Steuermittel 15 in
Abhängigkeit des von der Druckerfassungseinrichtung 22 erfassten Ladeluftdrucks, der
Drehzahl der Verbrennungskraftmaschine, der Betriebsart der Verbrennungskraftmaschine
und/oder des aktuellen Drehmoments der Verbrennungskraftmaschine steuerbar ist. Ebenfalls
wird dadurch ermöglicht, dass das Steuermittel 15 in Abhängigkeit letztgenannter Parameter
eine Entlüftung vor dem Verdichter 9 oder nach dem Drosselelement 11 ausführen lassen
kann.
[0058] Es ist allerdings ebenfalls möglich, dass die die Druckerfassungseinrichtung 22 das
Steuermittel 15 direkt, insbesondere ohne Zwischenschaltung eines Steuergeräts, insbesondere
des Motorsteuergeräts, ansteuert. Hierzu kann die Druckerfassungseinrichtung 22 als
Grenzwertschalter ausgeführt sein, der zum Ansteuern des Magnetschalters 15.1 des
Steuermittels 15 dient. Des Weiteren kann ein zweckmäßig analoger Spannungs- oder
Stromausgang der Druckerfassungseinrichtung 22 mit einem Grenzwertschalter verbunden
sein, der zum Ansteuern des Magnetschalters 15.1 des Steuermittels 15 dient. Dadurch
wird eine kostengünstige Variante ohne Eingriff in die Motorsteuerung ermöglicht.
[0059] Die Vorrichtung V umfasst ferner eine Druckerfassungseinrichtung 23 zum Erfassen
des Drucks im Kurbelgehäuse 1. Dadurch kann in Kombination mit der Druckerfassungseinrichtung
22 zum Erfassen des Ladeluftdrucks stromabwärts des Drosselelements 11 eine Diagnose
der Funktion des Steuermittels 15 und der Druckeinstelleinrichtung 17 ausgeführt werden.
[0060] Zu erwähnen ist, dass die Druckeinstelleinrichtung 17 als variabler Druckregler mit
Sollwertvorgabe, vorzugsweise über Spannungs- oder Stromkennlinie(n), ausgeführt sein
kann. Ein im Steuergerät berechenbarer Druck-Sollwert ist einstellbar. Der Druck-Sollwert
ist bei gleichzeitiger Verwendung der Druckerfassungseinrichtung 23 zum Erfassen des
Drucks im Kurbelgehäuse 1 in einem geschlossenen Regelkreis einregelbar.
[0061] Figur 2 zeigt eine Vorrichtung V gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung.
[0062] Die Vorrichtung V umfasst zunächst ein Kurbelgehäuse 1 und eine Leitungseinrichtung
X.
[0063] Die Leitungseinrichtung X der Figur 2 unterscheidet sich insbesondere dadurch von
der Leitungseinrichtung X der Figur 1, dass sie kein elektromagnetisch betätigbares
Steuermittel 15 aufweist, sondern ein pneumatisch betätigbares, als 3/2-Wege-Ventil
ausgeführtes Steuermittel 15. Dazu wird ein pneumatischer (Unterdruck-) Grenzschalter
15.1 des Steuermittels 15 über eine Rohr- und/oder Schlauchleitung 14.8 mit der Ladeluftzuführleitung
21 stromabwärts des Drosselelements 11 verbunden. Auch dies stellt eine kostengünstige
Variante ohne Eingriff in die Motorsteuerung dar.
[0064] Unter Bezugnahme auf die Ausführungsformen der Figuren 1 und 2 dient die Druckeinstelleinrichtung
insbesondere dazu, einen Unterdruck von 0,1 - 500 mbar, vorzugsweise von über 100
oder 150 mbar, im Kurbelgehäuse 1 einzustellen, um die Druckdifferenz zwischen dem
Kurbelgehäuse 1 und dem Brennraum 4 zu reduzieren, was in der Folge zu einem verringerten
Reverse-Blow-By und somit zu einer verringerten Anzahl an emittierten Partikeln führt.
[0065] Die Reduzierung der Anzahl emittierter Partikel resultiert insbesondere daraus, dass
wegen der verringerten Druckdifferenz zwischen Brennraum 4 und Kurbelgehäuse 1 das
sogenannte Reverse Blow-by verringert wird und dadurch wiederum der Öleintrag aus
dem Kurbelgehäuses 1 in den Brennraum 4 reduziert wird.
[0066] Die Unterdruckerzeugung von 0,1 - 500 mbar, vorzugsweise von über 100 oder 150 mbar,
im Kurbelgehäuse 1 wird insbesondere auf die kritischen Betriebszustände Leerlauf,
Schwachlast und Schub beschränkt, was durch das Steuermittel 15 erzielbar ist.
[0067] Die Erfindung ist nicht auf die oben beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen
beschränkt. Vielmehr ist eine Vielzahl von Varianten und Abwandlungen möglich, die
ebenfalls von dem Erfindungsgedanken Gebrauch machen und deshalb in den Schutzbereich
fallen. Darüber hinaus beansprucht die Erfindung auch Schutz für den Gegenstand und
die Merkmale der Unteransprüche unabhängig von den in Bezug genommenen Merkmalen und
Ansprüchen.
Bezugszeichenliste
[0068]
- 1
- Kurbelgehäuse
- 2
- Zylinderkopf
- 3
- Kolben
- 4
- Brennraum
- 5
- Auslassventil
- 6
- Einlassventil
- 7
- Abgasturbolader
- 8
- Turbine
- 9
- Verdichter
- 10
- Luftfilter
- 11
- Drosselelement (Drosselklappe)
- 12
- Kurbeltrieb
- 13
- Ölniveau
- 14.1
- Kurbelgehäuseentlüftungsanschluss bzw. -Leitung
- 14.2
- Leitung von Ölabscheider zur Druckeinstelleinrichtung (Druckregler)
- 14.3
- Ölrückführleitung vor Rückschlagventil
- 14.4
- Ölrückführleitung zum Ölsumpf
- 14.5
- Leitung von Druckeinstelleinrichtung zum Steuermittel
- 14.6
- Leitung vom Steuermittel zum Ladeluftkrümmer nach Drosselelement bzw. in Ladeluftzuführleitung
nach Drosselelement
- 14.7
- Entlüftungsleitung von Steuermittel zum Einleitungsanschluss vor Verdichter
- 14.8
- Steuerleitung von Ladeluftzuführleitung zum Steuermittel, insbesondere zur Betätigung
dessen Unterdruckgrenzschalters
- 15
- Steuermittel, insbesondere elektromagnetisch oder pneumatisch betätigbares Ventil,
vorzugsweise 3/2-Wege-Ventil
- 15.1
- Magnetschalter bzw. pneumatischer (Unterdruck-) Grenzschalter
- 16
- Ölabscheider
- 17
- Druckeinstelleinrichtung (Druckregler) für Kurbelgehäusedruck
- 18
- Rückschlagventil in Ölrückführleitung
- 19
- Abgas zur Abgasanlage
- 20
- Ladeluft zum Ladeluftkühler
- 21
- Ladeluftzuführleitung zum Zuführen von Ladeluft in Brennraum
- 21.1
- Ladeluft vom Ladeluftkühler bzw. Ladeluftströmungsrichtung
- 22
- Druckerfassungseinrichtung, Drucksensor, zum Erfassen des Ladeluftdrucks stromabwärts
des Drosseielements in der Ladeluftzuführleitung
- 23
- Druckerfassungseinrichtung, Drucksensor, zum Erfassen des Drucks im Kurbelgehäuse
- X
- Leitungs-/Entlüftungseinrichtung (Entlüftungssystem) zur Entlüftung vor Verdichter
und/oder nach Drosselelement
- A
- Anschlussstelle (Ladeluftzuführleitung und Entlüftungseinrichtung X)
- E
- Einleitungsanschluss vor Verdichter
- V
- Vorrichtung für eine Verbrennungskraftmaschine
1. Vorrichtung (V) für eine Verbrennungskraftmaschine, insbesondere zur Unterdruckerzeugung
in einem Kurbelgehäuse (1) und/oder zur Entlüftung eines Kurbelgehäuses (1), mit:
einem Kurbelgehäuse (1),
zumindest einem Brennraum (4),
zumindest einem mit dem Kurbelgehäuse (1) in Verbindung stehenden Ölabscheider (16),
und
zumindest einer Druckeinstelleinrichtung (17), die ausgeführt ist, um im Betrieb einen
Unterdruck im Kurbelgehäuse (1) einzustellen, so dass zweckmäßig die Druckdifferenz
zwischen dem Kurbelgehäuse (1) und dem Brennraum (4) reduziert wird.
2. Vorrichtung (V) nach Anspruch 1, wobei das Kurbelgehäuse (1) über eine Leitungseinrichtung
(X) an einer Anschlussstelle (A) mit einer Ladeluftzuführleitung (21) zum Zuführen
von Ladeluft in den Brennraum (4) verbunden ist.
3. Vorrichtung (V) nach Anspruch 2, wobei die Leitungseinrichtung (X) den Ölabscheider
(16) und die Druckeinstelleinrichtung (17) umfasst.
4. Vorrichtung (V) nach Anspruch 3, wobei der Ölabscheider (16) über ein Entlüftungselement
(14.1) und eine Ölrückführeinrichtung (14.3, 14.4) mit dem Kurbelgehäuse (1) verbunden
ist und vorzugsweise die Ölrückführeinrichtung (14.3, 14.4) ein Rückschlagventil (18)
aufweist.
5. Vorrichtung (V) nach einem der Ansprüche 2 bis 4, wobei die Leitungseinrichtung (X)
ein Steuermittel (15) umfasst und das Steuermittel (15) für zumindest eines von folgenden
ausgeführt ist: zur Steuerung der Entlüftung des Kurbelgehäuses (1) vor einen Verdichter
(9) eines Turboladers (7) oder zur Anschlussstelle (A), ein Rückströmen von Luft in
das Kurbelgehäuse (1) zu verhindern , den Arbeitsbereich der Leitungseinrichtung (X)
zur Anschlussstelle (A) einzuschränken, und/oder das Einstellen des Unterdrucks im
Kurbelgehäuse (1) auf den Betriebszustand Leerlauf, Schwachlast und/oder Schub der
Verbrennungskraftmaschine zu beschränken.
6. Vorrichtung (V) nach einem der Ansprüche 2 bis 5, wobei die Leitungseinrichtung (X)
in Ladeluftströmungsrichtung (21.1) hinter einem Drosselelement (11) der Ladeluftzuführleitung
(21) mit der Ladeluftzuführleitung (21) verbunden ist.
7. Vorrichtung (V) nach einem der Ansprüche 5 bis 7, wobei von dem Steuermittel (15)
eine Entlüftungsleitung (14.7) abzweigt und die Entlüftungsleitung (14.7) zur Verbindung
mit einem Einleitungsanschluss (E) in Strömungsrichtung vor einem Verdichter (9) eines
Turboladers (7) dient.
8. Vorrichtung (V) nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuermittel (15) ein 3/2-Wegeventil umfasst.
9. Vorrichtung (V) nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuermittel (15) ein elektromagnetisch oder pneumatisch angesteuertes Ventil
umfasst.
10. Vorrichtung (V) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (V) eine Druckerfassungseinrichtung (22) zum Erfassen des Ladeluftdrucks
stromabwärts eines Drosselelements (11) in einer Ladeluftzuführleitung (21) zum Zuführen
von Ladeluft in den Brennraum (4) aufweist.
11. Vorrichtung (V) nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (V) ein elektrisches oder elektronisches Steuergerät zum Steuern
des Steuermittels (15) aufweist, insbesondere ein Motorsteuergerät zum Steuern der
Verbrennungskraftmaschine und zusätzlich zum Steuern des Steuermittels (15).
12. Vorrichtung (V) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät das Steuermittel (15) in Abhängigkeit von zumindest einem von folgenden
ansteuert und/oder das Steuermittel (15) in Abhängigkeit von zumindest einem von folgenden
eine Entlüftung des Kurbelgehäuses (1) vor einen Verdichter (9) eines Turboladers
(7) oder zur Anschlussstelle (A) ausführen lässt:
- des von der Druckerfassungseinrichtung (22) erfassten Ladeluftdrucks
- der Drehzahl der Verbrennungskraftmaschine
- der Betriebsart der Verbrennungskraftmaschine
- des aktuellen Drehmoments der Verbrennungskraftmaschine.
13. Vorrichtung (V) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuermittel (15) über die Druckerfassungseinrichtung (22) direkt und/oder ohne
Zwischenschaltung eines Steuergeräts ansteuerbar ist.
14. Vorrichtung (V) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckerfassungseinrichtung (22) einen Grenzwertschalter umfasst oder ein Spannungs-
oder Stromausgang der Druckerfassungseinrichtung (22) mit einem Grenzwertschalter
zum Ansteuern des Steuermittels (15) verbunden ist.
15. Vorrichtung (V) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (V) eine Druckerfassungseinrichtung (23) zum Erfassen des Drucks
im Kurbelgehäuse (1) umfasst, so dass vorzugsweise in Kombination mit der Druckerfassungseinrichtung
(22) zum Erfassen des Ladeluftdrucks stromabwärts eines Drosselelements (11) eine
Diagnose der Funktion des Steuermittels (15) und/oder der Druckeinstelleinrichtung
(17) ermöglicht wird.
16. Vorrichtung (V) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckeinstelleinrichtung (17) als variabler Druckregler mit Sollwertvorgabe,
vorzugsweise über zumindest eine Spannungs- oder Stromkennlinie, ausgeführt ist und
ein im Steuergerät berechenbarer Sollwert einstellbar ist und der Sollwert unter Verwendung
der Druckerfassungseinrichtung (23) zum Erfassen des Drucks im Kurbelgehäuse (1) in
einem geschlossenen Regelkreis einregelbar ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass stromabwärts des Drosselelements (11) eine Steuerleitung (14.8) abgeht zum pneumatischen
Ansteuern des Steuermittels (15) in Abhängigkeit des Ladeluftdrucks stromabwärts des
Drosselelements (11), vorzugsweise über einen Unterdruckgrenzschalter des Steuermittels
(15).
18. Vorrichtung (V) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Druckeinstelleinrichtung
(17) dazu dient, einen Unterdruck von 0,1 bis 500 mbar, vorzugsweise von über 100,
150, 200, 250, 300 oder sogar von über 500 mbar im Kurbelgehäuse (1), einzustellen,
um die Druckdifferenz zwischen dem Kurbelgehäuse (1) und dem Brennraum (4) zu reduzieren,
was in der Folge zweckmäßig zu einem verringerten Reverse-Blow-By und somit zu einer
verringerten Anzahl an emittierten Partikeln führt.
19. Verbrennungskraftmaschine, vorzugweise ein Gasmotor oder ein anderer Verbrennungsmotor
mit ottomotorischem Brennverfahren, mit einer Vorrichtung (V) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.
20. Kraftfahrzeug, vorzugsweise Nutzfahrzeug, mit einer Verbrennungskraftmaschine nach
Anspruch 19.
21. Betriebsverfahren für eine Vorrichtung (V) mit zumindest einem Brennraum (4), einem
Kurbelgehäuse (1) und zumindest einem mit dem Kurbelgehäuse (1) in Verbindung stehenden
Ölabscheider (16), vorzugsweise für eine und/oder ausgeführt mit einer Vorrichtung
(V) nach einem der Ansprüche 1 bis 18, wobei mittels zumindest einer Druckeinstelleinrichtung
(17) ein Unterdruck in dem Kurbelgehäuse (1) eingestellt wird, um zweckmäßig die Druckdifferenz
zwischen dem Kurbelgehäuse (1) und dem Brennraum (4) zu reduzieren.