[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Kappenfräser zum Fräsen des Schweißbereichs
von Punktschweißelektroden, der einen elektrischen Antriebsmotor und mindestens ein
Fräsmesser aufweist.
[0002] Kappenfräser werden in Punktschweißanlagen eingesetzt, wie sie beispielsweis häufig
in der Automobilproduktion zu finden sind. Sie sind üblicherweise entlang einer Montagestrecke
für Blechteile angeordnet. Die Punktschweißverbindungen werden zumeist durch einen
Roboter durchgeführt. In der Regel ist ein Kappenfräser einem Schweißroboter zugeordnet.
Schweißroboter haben Schweißzangen, beispielsweise C-Zangen oder X-Zangen. Zumeist
weisen die Punktschweisselektroden Elektrodenkappen auf. Diese Elektrodenkappen sind
austauschbar.
[0003] Während des Betriebes der Punktschweißzangen werden die Punktschweißelektroden abgenutzt.
Während des Schweißbetriebs tritt eine ständige Veränderung der Elektroden auf. Jedwede
geometrische Änderung führt jedoch zu einer Veränderung der Schweißbedingungen. Häufig
bilden sich Wülste am Rand der Elektroden, die eine Vergrößerung der tatsächlichen
Kontaktfläche bewirken. Teilweise verzundern die Elektroden auch, sie nehmen auch
Fremdmaterial anderer Art auf. Beim Schweißen können sich an den Punktschweißelektroden
auch Verunreinigungen anlagern, dies tritt z.B. beim Schweißen von verzinkten Karosserieblechen
auf, wobei sich beispielsweise Zinkoxid anlagert. Die Verunreinigung bildet einen
ohmschen Widerstand.
[0004] Dies alles führt dazu, dass das Schweißergebnis nicht gleichbleibend ist.
[0006] Um die Elektroden fräsen zu können, muss sich ein Kappenfräser in Nähe eines Schweißroboters
bzw. einer Schweißzange und in geeigneter Position hierzu befinden. Ist das Aufarbeiten
der Elektroden abgeschlossen, stört der Kappenfräser, da er sich zumeist im Bewegungsbereich
des Schweißroboters befindet. Es ist daher in vielen Installationen bereits so vorgesehen,
dass der Kappenfräser mit einer Einschwenkvorrichtung verbunden ist, die ihn normalerweise
aus dem Arbeitsbereich des Schweißroboters heraus bewegt und nur für eine Fräsbehandlung
in diesen Arbeitsbereich hinein bewegt. Der Kappenfräser muss präzise und sicher anzusteuern
sein. Die Bewegung, die er durchführt, muss sich den örtlichen Bedingungen anpassen
können und sicher, ausreichend schnell und zuverlässig durchführbar sein.
[0007] All dies ist vor dem Hintergrund zu betrachten, dass die Fertigung von Kraftfahrzeugen,
insbesondere Karosseriegruppen, ein komplexer Vorgang ist, der möglichst wenig unterbrochen
werden soll, weil Betriebsstörungen immer auch Produktionsausfälle bedeuten sind und
zudem viele Nacharbeiten an den geschweißten Produkten nach sich ziehen.
[0008] Beim Fräsen des Schweißbereichs der Punktschweißelektroden wird etwas Material abgetragen.
Üblicherweise sind dies maximal 1/10 bis höchstens 2/10 mm. Der Fräsvorgang dauert
ca. 2 bis drei Sekunden, der Fräser dreht sich mit etwa 250 U/min. Durch das Fräsen
ändert sich die Geometrie der Punktschweißelektrode. Es sind nun Schweißzangen mit
Punktschweißelektroden bekannt, die nach jedem Fräsvorgang eine Initialisierung durchführen.
Weiterhin wird es gewünscht, gewisse Parameter der Punktschweißzangen zu erfassen,
beispielsweise die Schließkraft, mit der die Punktschweißelektroden zusammengepresst
werden, der optische Zustand der Kappe der Punktschweißelektrode, die Form der gefrästen
Punktschweißelektrode usw.. Hierfür werden Sensoren eingesetzt, zu den Sensoren gehören
beispielsweise eine Kraftmessdose, eine Kamera, ein Lichtsensor, eine Messstation,
insbesondere eine optische oder geometrische Messstation, die die Abmessungen optisch
oder mechanisch erfasst.
[0009] Die Erfassung derartiger Parameter bedeutet einen Eingriff in die Steuerung der Punktschweißanlage
selbst, insbesondere in die Steuerung einer Punktschweißzange. Nun werden in der Regel
Punktschweißzangen einschließlich ihrer Steuerungen von anderen Herstellern gefertigt
als Fräseinrichtungen der hier in Rede stehenden Art, also als Kappenfräser. Die einzelnen
Abläufe der Steuerung einer Punktschweißzange sind relativ kompliziert. Für das Fräsen
müsste ein eigener Verfahrensablauf eingerichtet werden. Ein Hersteller eines Kappenfräsers
ist jedoch bemüht, seine Kappenfräser für möglichst alle Punktschweißvorrichtungen
unterschiedlicher Hersteller einsetzen zu können. Hat er sich auf einen Hersteller
festgelegt, ist es in der Regel schwierig, den Kappenfräser für Schweißvorrichtungen
anderer Hersteller einzusetzen. Es müsste jeweils eine spezielle Anpassung erfolgen.
Dies ist aufwendig.
[0010] Beim Fräsbetrieb kommt es immer wieder vor, dass die Punktschweißelektroden mit zu
hoher Anpresskraft gegen die Fräsmesser gedrückt werden. Dann wird der Fräsvorgang
nicht mehr so durchgeführt, wie er bei normalerweise vorliegender, vorgeschriebener
Anpresskraft ausgeführt wird. Es kann zu einem Verklemmen der Fräsmesser kommen. Im
allgemeinen Fall wird deutlich mehr Material abgetragen. Wenn der Anpressdruck hoch
ist im Vergleich zu normalem Anpressdruck kann es zu einem Verstopfen des Kappenfräsers
kommen. Bei zu hohem Anpressdruck wird häufig auch nicht die tatsächlich gewünschte
Form des Wirkungsbereichs der Punktschweißelektrode erhalten. Oft kommt es zu einem
Grat auf dem Wirkungsbereich, es kommt zu tiefen Einschnitten im Wirkungsbereich usw..
Der Verschleiß der Fräsmesser steigt mit wachsender Anpresskraft.
[0011] All dies ist vor dem geschilderten Hintergrund zu betrachten, dass die Punktschweißvorrichtungen
eine hohe Verfügbarkeit aufweisen müssen. Es muss auch das Fräsen mit hoher Zuverlässigkeit
ordnungsgemäß durchgeführt werden, damit die Verfügbarkeit gewährleistet ist. Bei
unkontrolliert hohem Anpressdruck ist dies aber nicht gegeben.
[0012] Der Hersteller eines Kappenfräsers wird in der Regel zur Verantwortung gezogen, wenn
ein Fräsvorgang nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurde und gegebenenfalls die Produktion
deswegen angehalten werden musste. Er ist im Allgemeinen nicht in der Lage, nachzuweisen,
dass der Fehler nicht an dem von ihm eingesetzten Kappenfräser, sondern an der Punktschweißvorrichtung,
meistens am Anpressdruck der Punktschweißzangen liegt. Es besteht daher ein Bedürfnis
dafür, dass der Hersteller des Kappenfräsers in irgendeiner Form überprüfen kann und
auch den Nachweis führen kann, dass sein Kappenfräser ordnungsgemäß gearbeitet hat,
aber unter falschen Bedingungen eingesetzt wurde.
[0013] Hier setzt nun die Erfindung ein. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Kappenfräser
dahingehend weiterzubilden, dass er eine Nachweismöglichkeit dafür liefert, dass der
Kappenfräser überfordert wurde, beispielsweise ein zu hoher Anpressdruck der Punktschweißelektroden
auf die Fräsmesser vorlag.
[0014] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Kappenfräser zum Fräsen des Schweißbereichs
von Punktschweißelektroden, der einen elektrischen Antriebsmotor und mindestens ein
Fräsmesser aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Strommesser vorgesehen ist,
der in einer Zuleitung zum Antriebsmotor angeordnet ist und während des Fräsens der
Motorstrom des Antriebsmotors mittels des Strommessers erfasst wird, und dass eine
Aufzeichnungseinheit vorgesehen ist, die den zeitlichen Verlauf des Motorstroms über
der Zeit speichert und einen Ausgangsanschluss aufweist.
[0015] Durch Erfassen des Motorstroms ist eine einfache und auch kostengünstige Möglichkeit
gegeben, eine Überlastung des Kappenfräsers auch im Nachhinein nachzuweisen. In der
Aufzeichnungseinheit wird der Motorstrom gespeichert. Die gespeicherten Werte können
abgerufen und weiterverarbeitet werden. Die Werte werden im Kappenfräser selber, nämlich
in der Aufzeichnungseinheit, gespeichert. Bei normalem Servicebetrieb, aber auch bei
speziellen Notwendigkeiten, kann der Hersteller des Kappenfräsers vor Ort nachprüfen,
wie der Kappenfräser beansprucht wurde, ob gegebenenfalls eine zu hohe Belastung vorgelegen
hat.
[0016] Vorzugsweise ist die Aufzeichnungseinheit im Gehäuse des Kappenfräsers angeordnet,
z.B in der Steuerung oder einer Box. Vorzugsweise ist die Aufzeichnungseinheit für
Unkundige verborgen, insbesondere nur mit einem speziellen Zugangsmittel erreichbar.
[0017] Die Werte werden digital gespeichert. Es genügt eine relativ geringe zeitliche Auflösung.
Es genügt zum Beispiel, wenn eine Aufzeichnung alle 0,1 Sekunden erfolgt. Allgemein
ist eine Aufzeichnung im Bereich von 0,04 bis 3, insbesondere 0,06 bis 0,5 Sekunden
Abstand vorteilhaft. Die Aufzeichnung erfolgt ohnehin nur in der Zeit, in der der
Fräsvorgang selbst durchgeführt wird. Da die Fräsvorgänge in großen zeitlichen Abständen
erfolgen und auch relativ wenig Zeit insgesamt beanspruchen, denn es werden insgesamt
nur ca. 5 bis 15 Umdrehungen für einen Fräsvorgang durchgeführt, ist die Anzahl der
aufzuspeichernden Messwerte insgesamt relativ gering. Dies führt dazu, dass mit relativ
kostengünstigen Speichern gearbeitet werden kann. So reicht die Aufnahmekapazität
eines normalen, kostengünstigen USB-Sticks mit einer Kapazität von wenigen , MByte
in der Regel aus.
[0018] Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn der Kappenfräser ein Überlastsignal ausgibt.
Hierzu wird mindestens ein Schwellenwert für den Motorstrom festgelegt. Wird der Schwellenwert
überschritten, erfolgt ein Signal. Dieses kann akustisch und/oder optisch sein. Es
kann auch dazu verwendet werden, den zugehörigen Schweißroboter anzusteuern.
[0019] Es wird angestrebt, dass unabhängig von einem Überlastzustand des Kappenfräsers dennoch
der Fräsvorgang weiter durchgeführt wird. Es soll erreicht werden, dass auf jeden
Fall ein Fräsvorgang stattfindet, auch wenn dieser nicht optimal ist. Dadurch ist
gewährleistet, dass kein Stopp der Produktion auftritt. Die Qualität der Schweißpunkte
ist abhängig von der konkreten Form und dem Zustand des Schweißbereichs. Nicht ordnungsgemäß
gefräste Schweißbereiche können unzureichende Schweißergebnisse liefern.
[0020] In einer vorteilhaften Weiterbildung erfolgt eine Aufzeichnung nur dann, wenn der
Motorstrom oberhalb eines Schwellenwertes liegt. Solange der Motorstrom im normalen
Bereich bleibt, ist eine Aufzeichnung nicht notwendig. Dies spart Platz auf dem Aufzeichnungsmedium.
Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, zumindest Anfangszeit und Endzeit eines
Fräsvorgangs festzuhalten, also den Zeitpunkt einschließlich des Datums, an dem der
Motorstrom eingeschaltet wird und den Zeitpunkt, an dem er ausgeschaltet wird. Auf
diese Weise hat man einen Überblick über den tatsächlichen Einsatz des Kappenfräsers.
[0021] Es ist auch möglich, mehrere Schwellenwerte festzulegen. In Abhängigkeit vom eingesetzten
Elektromotor und von praktischen Fräsversuchen können mehrere Schwellenwerte festgelegt
werden. Ein erster Schwellenwert liegt bei der oberen Grenze des Normalbetriebs des
Motors, z.B. plusminus 30% vom normalen Stromwert. Ein zweiter Schwellenwert liegt
bei einem höheren Motorstrom, beispielsweise 1,5 bis 3fach höher, hier liegt schon
ein Betrieb im Überlastbereich vor. In diesem Bereich ist das Fräsergebnis im Allgemeinen
schlechter als zwischen dem ersten und den zweiten Schwellenwert. Schließlich kann
noch ein dritter Schwellenwert definiert werden, der eine absolute Grenze für den
eingesetzten Elektromotor darstellt. Er liegt oberhalb des zweiten Schwellenwerts.
Insgesamt, insbesondere durch mehrere Schwellenwerte, kann nachgewiesen werden, ob
eine Schweißzange während des Schweißvorgangs unterschiedliche Betriebszustände hatte
oder nicht und wann dies vorlag. Vorteilhafterweise werden pro Fräsvorgang mindestens
3, insbesondere mindestens 6 Werte für den Motorstrom abgespeichert.
[0022] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den übrigen Ansprüchen
sowie der nun folgenden Beschreibung eines nicht einschränkend zu verstehenden Ausführungsbeispiels
der Erfindung, das unter Bezugnahme auf die Zeichnung im Folgenden näher erläutert
wird. In dieser Zeichnung zeigen:
Figur 1: eine perspektivische Darstellung eines Kappenfräsers mit einem elektrischen
Antriebsmotor und mindestens einem Fräsmesser, dem ein Strommesser und eine Aufzeichnungseinheit
zugeordnet sind,
Figur 2: ein Blockschaltbild in vereinfachter Auslegung des Motorstromkreises, des
Strommessers und der Aufzeichnungseinheit mit Ausgangsanschluss,
Figur 3: den Verlauf einiger Werte (Signale) des Motorstroms I über der Zeit t als
Diagramm, dargestellt sind drei Fräszyklen mit drei Gruppen von Signalen und
Figur 4: ein Diagramm wie Figur 3, nunmehr Anzeige von Signalen bzw. Werten, die oberhalb
eines ersten und teils auch eines zweiten Schwellenwertes liegen.
[0023] Der Kappenfräser nach Figur 1 ist für ein Fräsen des Schweißbereiches von Punktschweißelektroden
bestimmt. Derartige Elektroden sind allgemein bekannt, sie sind dem Fachmann geläufig,
sodass sie hier nicht im Einzelnen dargestellt werden müssen. Der Kappenfräser hat
einen Antriebsmotor 20 und ein Fräsmesser 22. Am Gehäuse des Antriebsmotors 20 ist
eine Box 24 befestigt. In dieser sind alle im Folgenden beschriebenen elektrischen
Teile untergebracht. Aus der Box 24 führt eine elektrische Anschlussleitung (in der
Figur 1 nicht ersichtlich), über die der Antriebsmotor 20 mit Spannung versorgt wird.
Diese Anschlussleitung ist in Figur 2 symbolisch dargestellt durch zwei Kontakte,
zwischen denen die Netzspannung 220 V angegeben ist. Dies alles gehört zum Stand der
Technik.
[0024] Wie Figur 2 zeigt, fließt in den elektrischen Zuleitungen zum Motor der Strom I.
Er fließt auch durch einen Widerstand 26, der einen sehr geringen Wert in Ohm hat.
Er wird auch als Shunt-Widerstand bezeichnet. An ihm fällt eine geringe Spannung ab,
die abfallende Spannung wird über die beiden Zuleitungen 28 der Stufe MESS, einem
Strommesser 30, zugeleitet. Im Strommesser 30 ist der jeweils aktuelle analoge Wert
des Stroms I als kleiner Spannungswert vorhanden. Er wird in einer A/D-Stufe, die
sich im Strommesser 30 befindet, digitalisiert. Es liegen am Ausgang des Strommessers
30 digitale Signale 31 der Stromwerte an, die in einer gewissen Zeitfolge t abgegeben
werden. Diese Signale werden in einer Stufe MEM, einer Aufzeichnungseinheit 34, gespeichert.
An deren Ausgang 36 ist ein Ausgangsanschluss 38 vorgesehen. Am Ausgangsanschluss
38 können die in der Aufzeichnungseinheit 34 gespeicherten Werte abgerufen werden.
Der Ausgangsanschluss 38 kann beispielsweise so gebildet sein, dass er einen Steckplatz
für einen handelsüblichen USB-Stick aufweist, der von außen, außerhalb der Box 24,
zugänglich ist. Der USB-Stick ist selbst der gesamte Speicher oder ein Teil des Speichers
der Aufzeichnungseinheit 34. Der andere Teil befindet sich dann in der Box 24. Wird
der USB-Stick entnommen, kann er durch einen anderen ersetzt werden, der entnommene
Stick kann dann an anderem Ort ausgewertet werden. Es ist auch möglich, dass die Aufzeichnungseinheit
34 nur einen internen Speicher hat und durch Einstecken eines USB-Sticks am Ausgangsanschluss
38 ein Startsignal gegeben wird, dass die im Speicher aufgespeicherten Werte auf den
USB-Stick übertragen werden.
[0025] Die Digitalisierung kann in relativ groben Stufen stattfinden. Es genügt eine Auflösung
der Stromsignale im Bereich von ungefähr 50 mA. Allgemein genügt eine Auflösung in
einem Bereich von 1 mA bis 500 mA. Der zeitliche Takt der Digitalisierung der Stromwerte
liegt typischerweise zwischen 0,1 und 20 Sekunden.
[0026] Die Figuren 3 und 4 zeigen typische Signale 31 der digitalisierten Stromwerte. In
Figur 3 sind Signale 31 von drei einzelnen Fräsvorgängen gezeigt, von jedem Fräsvorgang
werden 6 bis 7 Signale erhalten. Dies läuft auf etwa einen Stromwert pro Umdrehung
des Fräsmessers hinaus. Eine höhere Auflösung wird in der Praxis in der Regel eingesetzt,
die gezeigte Auflösung ist zwar praktisch möglich, sie wurde aber insbesondere gewählt
um die Darstellung anschaulich zu halten.
[0027] In Figur 3 ist ein erster Schwellenwert I1 eingezeichnet. Er liegt oberhalb des normalen
Motorstroms, beispielsweise 20 % oberhalb des Motorstroms I, der bei einem normalen
Fräsvorgang unter vom Hersteller des Kappenfräsers angegebenen Bedingungen vorliegt.
Man erkennt, dass eine linke Gruppe 42 von sechs Stromwerten sich unterhalb des ersten
Schwellenwertes I1 befindet. In der zweiten Gruppe 44 von Balken, die insgesamt sieben
Stromwerte aus einem anderen Fräsvorgang aufweist, überschreiten einige Werte bzw.
Signale den ersten Schwellenwert I1. Es ist zu erkennen, dass nun ein höherer Motorstrom
I vorliegt als im Falle der linken Gruppe 42.
[0028] In der dritten Gruppe 46, die ganz rechts in Figur 3 zu finden ist, werden noch höhere
Stromwerte I erreicht. Dies kann z. B. daran liegen, dass der Fräsvorgang mit einem
höheren Anpressdruck durchgeführt wird. Die Werte liegen nun durchaus spürbar oberhalb
des ersten Schwellenwertes I1. Die in Figur 3 gezeigten Werte werden zusammen mit
dem jeweils zugehörigen Zeitwert in einer Wertetabelle im Speicher der Aufzeichnungseinheit
abgespeichert. Man kennt dann zu den ausgewählten Zeitpunkten, an denen ein Fräsvorgang
aktiv war, den jeweils zugehörigen Wert des Motorstroms I. Damit ist eine Zuordnung
möglich, ab wann der Motorstrom einen gewissen Wert überschritten hat, wie dies z.
B. in der mittleren 44 und rechten Gruppe 46 von Figur 3 der Fall ist.
[0029] Nur während eines Fräsvorgangs erfolgt eine Aufzeichnung. Wenn kein Fräsvorgang stattfindet,
findet auch keine Aufzeichnung statt. Dadurch wird sehr viel Platz im Speicher der
Aufzeichnungseinheit 34 gespart.
[0030] Es ist zu empfehlen, im Strommesser 30 eine Uhr anzuordnen, die jeweils die aktuelle
Zeit abgibt. Das Uhrsignal enthält vorzugsweise auch ein Datum, es wird mit dem zeitlich
zugehörigen Signal 31 des Motorstroms I verknüpft und in der genannten Wertetabelle
abgespeichert. Dadurch kann man genau nachweisen, zu welcher Tageszeit die Stromüberschreitung
aufgetreten ist.
[0031] Figur 4 zeigt ein Verfahren, bei dem nur die Signale 31 gespeichert werden, die oberhalb
des ersten Schwellenwertes I1 liegen. Es ist noch ein zweiter Schwellenwert 12 vorgesehen,
er hat einen Wert, der im Bereich des Höchstwertes des zulässigen Motorstroms liegt.
Der Wert des ersten Schwellenwertes I1 kann durch Versuche ermittelt werden, man wählt
einen Stromwert, der etwa 10 bis 50 % oberhalb des Wertes liegt, wie er bei normalen
Fräsanwendungen festgestellt wird. Der Stromwert für den zweiten Schwellenwert 12
wird größer gewählt. Hier können Vorgaben des Herstellers des Antriebsmotors 20 verwendet
werden, beispielsweise der maximale Motorstrom oder die maximale Leistungsaufnahme
für den Antriebsmotor 20. Der zweite Schwellenwert 12 kann beispielsweise 20 % unterhalb
des maximal zulässigen Stromwertes des Antriebsmotors 20 liegen.
[0032] Bei dem Vorgehen gemäß Figur 4 fallen alle diejenigen Messwerte weg, die unterhalb
des ersten Schwellenwertes I1 liegen. Gespeichert werden nur solche Stromsignale,
die oberhalb des ersten Schwellenwertes I1 liegen. Die anderen werden nicht berücksichtigt,
beispielsweise in einer Vergleicherstufe abgeschnitten. In Figur 4 sind solche Stromwerte,
die unterhalb des ersten Schwellenwertes I1 liegen, nicht sichtbar. Figur 4 zeigt
eine erste Gruppe 48 links, in der vier Signale oberhalb des ersten Schwellenwertes
liegen. In einer mittleren Gruppe 50 liegen ebenfalls vier Signale 31 oberhalb des
ersten Schwellenwertes I1, zwei Signale 52 davon übersteigen sogar den zweiten Schwellenwert
12. Dies kann genutzt werden, um eine Alarmvorrichtung 40 auszulösen, die am Strommesser
30 angeschlossen ist. Sie kann optisch und/oder akustisch arbeiten, sie kann aber
auch anderweitig eingesetzt werden. Signale wie die beiden 52 der mittleren Gruppe
50, die den zweiten Schwellenwert 12 übersteigen, können auch zu einer Steuerung eines
zugehörigen Schweißroboters geleitet werden, sodass dieser veranlasst wird, den Anpressdruck
zu verringern.
[0033] In der rechten Gruppe 54 gemäß Figur 4 sind fünf Stromwerte 31 nur geringfügig über
dem ersten Schwellenwert I1.
[0034] In der Darstellung nach Figur 4 fallen Fräsvorgänge nicht auf, bei denen kein einzelner
erfasster Wert für den Strom I oberhalb des ersten Schwellenwertes I1 liegt. Es ist
vorteilhaft, wenn das am Beginn eines Fräsvorganges vorliegende Signal "Fräsvorgang
ein" und das am Ende vorliegende Signal "Fräsvorgang aus" genutzt wird, um es als
einfaches Ein-Aus-Signal in der Aufzeichnungseinheit 34, verknüpft mit der jeweiligen
Uhrzeit, zu speichern. Dadurch hat man einen Überblick, wann überhaupt Fräsvorgänge
stattgefunden haben.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 20
- Antriebsmotor
- 22
- Fräsmesser
- 24
- Gehäuse
- 26
- Widerstand
- 28
- Zuleitung
- 30
- Strommesser
- 32
- Ausgang von 30
- 34
- Aufzeichnungseinheit
- 36
- Ausgang von 34
- 38
- Ausgangsanschluss
- 40
- Alarmvorrichtung
- 42
- linke Gruppe Fig. 3
- 44
- mittlere Gruppe Fig. 3
- 46
- rechte Gruppe Fig. 3
- 48
- linke Gruppe Fig. 4
- 50
- mittlere Gruppe Fig. 4
- 52
- Signal mit erhöhtem Wert
- 54
- rechte Gruppe Fig. 4
- M
- Motor
- I
- Motorstrom
- I1
- 1. Schwellenwert
- 12
- 2. Schwellenwert
1. Kappenfräser zum Fräsen des Schweißbereichs von Punktschweißelektroden, der einen
elektrischen Antriebsmotor (20) und mindestens ein Fräsmesser (22) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Strommesser (30) vorgesehen ist, der in einer Zuleitung zum Antriebsmotor (20)
angeordnet ist, dass der Strommesser (30) während des Fräsens den Motorstrom I des
Antriebsmotors (20) erfasst, und dass eine Aufzeichnungseinheit vorgesehen ist, die
den Wert des Motorstroms I zu einzelnen Zeitpunkten speichert und vorzugsweise einen
Ausgangsanschluss (38) aufweist.
2. Kappenfräser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Schwellenwert I1 für den Motorstrom I festgelegt ist, und dass eine
Aufzeichnung in der Aufzeichnungseinheit (34) nur dann erfolgt, wenn ein höherer Strom
als ein erster Schwellenwert I1 durch den Antriebsmotor (20) fließt.
3. Kappenfräser nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein zweiter Schwellenwert 12 für den Motorstrom I festgelegt ist, und
dass ein Signalgeber (40) vorgesehen ist, der ein akustisches, optisches und/oder
elektrisches Signal (52) ausgibt, wenn ein zweiter Schwellenwert 12 überschritten
ist, wobei 12 größer als I1 ist.
4. Kappenfräser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Schwellenwert I1 für den Motorstrom I festgelegt ist, und dass in
der Aufzeichnungseinheit (34) die Anzahl der Überschreitungen des Schwellenwertes
in Zuordnung zu einem Zeitsignal gespeichert ist.
5. Kappenfräser nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Aufzeichnungseinheit (34) der Beginn eines Stromflusses durch den Antriebsmotor
(20) und das Ende in Zuordnung zu einem Zeitsignal aufzeichnet sind.
6. Kappenfräser nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Strommesser (30) einen A/D-Wandler und einen Taktgeber aufweist.
7. Kappenfräser nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Strommesser (30) eine Uhr aufweist, die ein Zeitsignal mit Datum ausgibt.
8. Kappenfräser nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass er eine Box (24) aufweist, die mit dem Antriebsmotor (20) verbunden ist und in der
der Strommessers (30), die Aufzeichnungseinheit (34) untergebracht sind und der Ausgangsanschluss
(38) angeordnet ist.
9. Kappenfräser nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausgangsanschluss (38) eine Buchse für einen USB-Stick aufweist.
10. Kappenfräser nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Speicher fest in der Aufzeichnungseinheit (34) eingebaut und/oder über den Ausgangsanschluss
(38) lösbar mit der Aufzeichnungseinheit (34) verbunden ist.