[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein System zur automatischen Detektion einer
Anhebung eines Containerfahrzeuges beim Abheben eines Containers vom Containerfahrzeug
durch einen Kran.
[0002] Ladekrane werden auf Güterumschlagplätzen, Lagerplätzen, in Montagehallen und Werften
sowie beim Gleisbau eingesetzt. Eine Ausführung eines Ladekrans ist ein Portalkran.
Dieser überspannt einen Lade- und Arbeitsbereich wie ein Portal. In der Regel laufen
seine Seitenwände mit Rädern auf zwei parallelen Schienen zwischen denen die Transportfahrzeuge
(Kraftfahrzeuge oder sogenannten AGV's - Automated Guided Vehicles) auf i.d.R. markierten
Spuren be- oder entladen werden. Auf der Kranbrücke, dem horizontalen Teil des Portalkrans,
bewegt sich eine Laufkatze mit einem Hubwerk. Alternativ kann auch ein Schienendrehkran
auf der Kranbrücke montiert sein.
[0003] Ein Containergeschirr (engl. Bezeichnung "Spreader") ist ein Hebezeug, mit welchem
ISO-genormte Container gegriffen werden können. Es ist sowohl ein starres Containergeschirr
bekannt, welches nur für eine Containergröße bestimmt ist, als auch ein teleskopierendes
Containergeschirr, dessen mehrere Tonnen schwerer Teleskoprahmen flexibel auf die
Länge unterschiedlicher normierter Container (Normgrößen 20'-45') eingestellt werden
kann.
[0004] Beim Containergeschirr greifen sogenannte Twistlocks in die vier oberen genormten
Eckbeschläge eines Containers ein, in alternativen Varianten sie greifen den Container
von der Seite her. Hierbei wird ein Element des Twistlocks um 90° rotiert, wodurch
eine formschlüssige Verbindung zur Verriegelung gewährleistet ist. Die Größe der Twistlocks
ist normiert und beträgt in etwa 104 mm in der Länge sowie 56 mm in der Breite.
[0005] Häufige Arbeitsvorgänge in der Container-Logistik sind das Verankern eines Containers
am Containergeschirr, mit welchem der Container anschließend bewegt wird, sowie das
Verankern der Container auf Bahnwaggons oder Ladeflächen von LKWs oder AGV's. Diese
Aufgaben werden heute ausschließlich von Kranfahrern bewältigt, die teilweise an entfernten
Stationen sitzen und unterschiedliche Kräne mithilfe von Videobildern bedienen.
[0006] Zur Verankerung eines Containers auf einer Ladefläche eines LKW oder Bahnwaggons
kommen erneut Transportsicherungen, i.d.R. Twistlocks zum Einsatz. Beim Aufsetzen
des Containers müssen die genormten Eckbeschläge des Containers genau über den Twistlocks
des LKW oder Bahnwaggons positioniert werden. Die Container sind also während des
Transports auf dem Transportfahrzeug gesichert und müssen vor dem Entladen des Containers
vom Transportfahrzeug entriegelt werden. Beim Entladen der Container kommt es sporadisch
vor, dass das Containergeschirr sich im Eingriff mit dem Container befindet, die Transportsicherung
aber nicht komplett entriegelt ist und dadurch - beim Versuch den Container abzuheben
- das gesamte Transportfahrzeug mit angehoben wird. Dies kann unter Umständen zu erheblichen
Beschädigungen von Fahrzeugen und Containern bis hin zu Personenschäden führen. Ursachen
dafür, dass keine oder nur eine unvollständige Entriegelung der Transportsicherungen
erfolgt, können menschliches Fehlverhalten sein. Aber auch Schmutz- oder Rostablagerungen
an den Transportsicherungen können die Entriegelung verhindern, ohne dass es im ersten
Moment erkannt wird. Hinzu kommt, dass in modernen Containerterminals die Entladung
in Zukunft voll automatisch durchgeführt werden soll, ohne dass visuelle Kontrollen
oder Einflussnahme eines Bedieners stattfinden. Dies ist jedoch nur möglich durch
die Verwendung eines sogenannten Anhebeschutzes um Unfälle oder Schäden zu vermeiden.
Es sind Lösungen für einen Anhebeschutz bekannt, die im Wesentlichen basieren auf
Lasertechnologie oder Lastmessung in den Twistlocks. Alle Systeme, die ein Verfahren
benutzen, welches auf dem Einsatz von Laserscannern basieren, haben Kostennachteile.
So ist schon die Anschaffung von solchen Scannern mit erheblichen Kosten verbunden.
Darüber hinaus erfordern sie eine recht zeitaufwendige Inbetriebnahme und Kalibrierung.
Ein weiterer Nachteil von Laserscannern liegt darin, dass die Lasereinheit durch Luftverschmutzung
wie z.B. Dieselabgasen im Hafen verunreinigen und somit regelmäßig gewartet werden
muss. Reflektionen können die Störanfälligkeit noch einmal erhöhen. Da im normalen
Betrieb nur ein einziger Laserscanner - montiert an einem Mast in Nähe der Be- oder
Entladestation - zum Einsatz kommt bedeutet ein Ausfall des Laserscanners auch den
Totalausfall des Systems. Außerdem erfolgt die Erkennung des Anhebens meist sehr bzw.
zu spät. Dies ist im Wesentlichen dann der Fall, wenn es zu einer einseitigen Anhebung
des Fahrzeuges kommt.
[0007] Es stellt sich demnach die Aufgabe, ein Verfahren zur automatischen Detektion einer
Anhebung eines Containerfahrzeuges beim Abheben eines Containers vom Containerfahrzeug
durch einen Kran anzugeben, welches rechtzeitig und bei niedriger Fehleranfälligkeit
ein ungewolltes Anheben des Transportfahrzeuges detektiert. Es ist weiterhin Aufgabe,
eine vergleichsweise kostengünstige Vorrichtung zur automatischen Detektion der Anhebung
eines Containerfahrzeuges anzugeben.
[0008] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
Dabei spannt wenigstens eine optische 2D-Kamera als bildgebender Sensor einen im Wesentlichen
seitlichen Sichtbereich auf eine Struktur des Transportfahrzeuges auf, d.h. die Struktur
befindet sich innerhalb des Sichtbereiches der Kamera. Unter Struktur des Transportfahrzeuges
wird ein charakteristischer Teil des Transportfahrzeuges verstanden, der bei den auf
dem jeweiligen Containerterminal eingesetzten Transportfahrzeugen im Wesentlichen
gleichartig vorhanden ist. Dies kann der Tragrahmen des Fahrzeuges oder ein Teil dieses
Rahmens sein. Dies können die Räder oder Reifen des Fahrzeuges sein, das Fahrerhaus
(wenn vorhanden) oder ein Teil des Fahrerhauses. Das erfindungsgemäße Verfahren soll
innerhalb einer Zeit T ablaufen, wobei die Zeit T die Abhebezeit des Containers darstellt.
Die Abhebezeit wird mit dem Stillstand des Transportfahrzeuges gestartet (t
0) und endet mit dem Hub des Containers in eine bestimmte Höhe. Der bildgebende Sensor
liefert zu einem ersten Zeitpunkt t
1 Messwerte (Bilddaten) von der Struktur des Containerfahrzeuges an eine Recheneinheit.
Der Zeitpunkt t
1 liegt dabei zwischen dem Stillstand des Transportfahrzeuges (t
0) und dem Beginn des Abhebens (t
Ab) durch den Kran. Bei der Recheneinheit handelt es sich vorteilhaft um einen Industrierechner
oder um eine speicherprogrammierbare Steuerung, die kommunikationstechnisch mit der
2D-Kamera verbunden ist und somit zweidimensionale Bilddaten von dieser empfangen
kann. Die Recheneinheit bildet aus den Messwerten der Struktur zum Zeitpunkt t
1 mit den Mitteln der Bildbearbeitung / Bildmusterdetektion Daten, aus welchen die
Recheneinheit eine Referenzposition bezogen auf die Struktur berechnet. Unter Referenzposition
soll dabei eine Position verstanden werden, die in Abhängigkeit von der geometrischen
Form der Struktur eine eindeutig bestimmbare Position vorzugsweise innerhalb der zweidimensional
aufgenommenen Struktur festlegt. Dabei kann es sich um einen Mittelpunkt innerhalb
einer Struktur handeln, einen Eckpunkt an der Strukturgrenze oder um eine bestimmbare
Position außerhalb der Struktur. Die Koordinaten der Referenzposition werden abgespeichert.
In einem weiteren Verfahrensschritt liefert der Sensor zu einem zweiten Zeitpunkt
t
2 wiederum Messwerte von der Struktur an die Recheneinheit. Die Recheneinheit bildet
aus den Messwerten der Struktur zum Zeitpunkt t
2 mit den Mitteln der Bildbearbeitung / Bildmusterdetektion Daten, aus welchen die
Recheneinheit eine Ist-Position bezogen auf die Struktur an der Stelle der Referenzposition
berechnet. D.h. zum Zeitpunkt t
2 wird die für die Struktur zum Zeitpunkt t
1 berechnete Referenzposition gesucht und deren Koordinaten als Ist-Position festgehalten.
Die Recheneinheit berechnet sodann den wenigstens vertikalen Versatz zwischen der
Referenzposition und der Ist-Position. Der vertikale Versatz dient als Maß für die
mögliche Anhebung des Transportfahrzeuges zum Zeitpunkt t
2.
[0009] Vorteilhaft werden innerhalb der Abhebezeit T zu weiteren Zeitpunkten t
x weitere Messwerte von der Struktur an die Recheneinheit geliefert, wobei weitere
Ist-Positionen der Struktur an der Stelle der Referenzposition berechnet werden. Wenn
die Recheneinheit aufgrund der weiteren Ist-Positionen zu den Zeitpunkten t
x zwischen der Referenzposition und den jeweils weiteren Ist-Positionen den vertikalen
Versatz berechnet, können etwaige ungewollte Anhebungen des Transportfahrzeuges früh
und zeitnah während des gesamten Abhebevorganges erkannt werden.
[0010] Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung werden bei Feststellung eines Versatzes
ein Alarm und/oder ein Befehl zum Stoppen des Abhebens des Containers in einer Kransteuerung
ausgelöst. Dazu ist die Recheneinheit mit der Kransteuerung vorzugsweise über digitale
Ein-Ausgabebaugruppen verbunden. Ein Versatz wird dann signalisiert, wenn dieser außerhalb
eines in der Recheneinheit programmierbaren oder projektierbaren Toleranzbereiches
liegt. Der Toleranzbereich wird dabei in der Regel Null sein, aber es sind auch Fälle
denkbar, in denen ein Toleranzbereich etwas größer Null zugelassen wird, um beispielsweise
"Verklebungen" zwischen Container und Fahrzeug aufzubrechen.
[0011] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Struktur des Fahrzeuges wenigstens
ein Rad des Transportfahrzeuges aufweist und die Referenzposition den Mittelpunkt
des Rades zum Zeitpunkt t
1 umfasst. Wählt man das Rad als Strukturelement, wobei unter Rad sowohl das Rad ohne
oder auch mit Reifen verstanden werden soll, sind relativ einfach auch verschiedene
oder sogar wechselnde Transportfahrzeuge mit unterschiedlichen Radgrößen durch das
Verfahren abbildbar, ohne eine neue Kalibrierung auf andere Strukturelement vornehmen
zu müssen. Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung wird eine weitere optischen 2D-Kamera
als bildgebender Sensor in das Verfahren integriert. Dieser Sensor spannt dabei einen
Sichtbereich auf eine weitere Struktur des Fahrzeuges auf. Vorteilhaft wird sich der
Sichtbereich des ersten Sensors auf den vorderen Bereich des Transportfahrzeuges erstrecken,
beispielsweise ein vorderes Rad, während sich der zweite Sensor auf den hinteren Sichtbereich
erstreckt, beispielsweise ein hinteres Rad. Die Recheneinheit empfängt die Daten beider
Sensoren und führt die Berechnungen weitgehend parallel aus. Alternativ kann eine
zusätzliche Recheneinheit die Berechnungen hinsichtlich des zweiten Sensors durchführen,
wobei diese zweite Recheneinheit ebenfalls mit der Kransteuerung verbunden sein kann.
Auf diese Weise ist es möglich auch ein einseitiges Anheben im vorderen oder hinteren
Bereich des Transportfahrzeuges zu erfassen.
[0012] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn der Zeitpunkt t
1, also der Zeitpunkt des Beginns der ersten Messung von einem Signal gestartet wird.
Ein solches Triggersignal kann von der Kransteuerung an die Recheneinheit oder die
Recheneinheiten gesendet werden, oder es kann selbständig innerhalb der Recheneinheit
gebildet werden. Ein solches Triggersignal stellt sicher, dass die notwendige zeitliche
Koordination zwischen dem Einfahren des Transportfahrzeuges unter die Kranbrücke,
dem Stillstand des Fahrzeuges und dem Beginn der Messung und dem Beginn des Abhebevorganges
erfolgt.
[0013] Versuche haben gezeigt, dass zwischen Triggersignal und der Zeit des Beginns des
Abhebevorgangs durch den Kran (t
Ab) eine Zeit von größer oder gleich 2 Sekunden liegen sollte. Diese Zeit erlaubt, dass
sicher die Struktur erkannt wird und Messwerte (Bilddaten) vom bildgebenden Sensor
zum ersten Zeitpunkt t
1 an eine Recheneinheit gesendet und von ihr verarbeitet werden kann.
[0014] Um die Abhebezeit T wieder zu beenden und einen neuen Detektionsvorgang zu starten,
ist es vorteilhaft, wenn die Recheneinheit den Abstand zwischen Fahrzeug und Container
überwacht. Sollte der Container eine bestimmte Höhe über dem Containerfahrzeug besitzen,
würde die Detektion automatisch beendet werden. Diese Überwachungsfunktion hinsichtlich
des Abstandes zwischen Container und Fahrzeug könnte ebenfalls durch Bildauswertungen
innerhalb der Recheneinheit selbst erfolgen. In einer alternativen Fortbildung könnte
dies aber auch einfach dadurch erfolgen, dass die Kransteuerung eine oder mehrere
Informationen über die Anhebehöhe des Containers an die Recheneinheit sendet und die
Recheneinheit auf Basis dieser Information den Detektionsvorgang beendet.
[0015] Auf dem computerlesbaren Datenträger ist ein Computerprogramm gespeichert, welches
das Verfahren ausführt, wenn es in einem Computer abgearbeitet wird. Das Computerprogramm
wird in einem Computer abgearbeitet und führt dabei das Verfahren aus.
[0016] Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von Figuren näher erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine Portalkran mit stationären Sensoren sowie ein Container auf einem Containertransportfahrzeug
unter dem Kran,
- Figur 2
- einen Container bei der Annäherung an einen LKW,
- Figur 3
- ein Containertransportfahrzeug in der Seitenansicht im vorgesehenen Entladebereich
- Figur 4
- einen Ausschnitt aus Figur 3 zu den Zeitpunkten t1 und t2 bei einem erfolglosen Abhebevorgang
[0017] Figur 1 zeigt eine Portalkran 1 mit einem Containergeschirr 2, welcher an der Kranbrücke
des Portalkranes befestigt ist. Das Containergeschirr 2 weist sog. Twistlocks 3 zur
Aufnahme eines Containers 4 auf. Container 4 befindet sich auf einem Containerfahrzeug
5, welches sich in der zum Entladen vorgesehenen Halteposition befindet. Container
4 weist Eckbeschläge 6 auf, über die sich die Twistlocks 3 des Containergeschirrs
2 zur Aufnahme des Containers verankern können. Der Portalkran 1 läuft auf Rädern
7 mit denen er auf Schienen 8 bewegt werden kann. Das Containergeschirr 2 kann vertikal
zur Laufrichtung der Kranbrücke positioniert werden. An der Seitenwand des Portalkranes
1 sind stationäre 2D-Kameras 9, 10 angebracht, die eine im Wesentlichen seitliche
Blickrichtung auf die gegenüberliegende Seitenwand aufweist. Auf diese Weise kann
das sich unter der Kranbrücke befindliche Containerfahrzeug 5 in den Sichtbereich
der Sensoren von Kamera 9, 10 gelangen. Die Kameras 9, 10 sind über eine Kommunikationsverbindung
12 mit einer Recheneinheit 13 verbunden, über die Bilddaten als Messwerte von den
Sensoren der Kameras an die Recheneinheit geliefert werden. Recheneinheit 13 ist wiederum
über weitere Verbindung 14 mit der Kransteuerung 15 verbunden. Alternativ kann die
Datenverbindung von den Sensoren der Kamera auch direkt in die Kransteuerung 15 verbunden
werden. In diesem Fall würden die für die Recheneinheit 14 beschriebenen Funktionen
direkt in der Kransteuerung abgebildet.
[0018] Figur 2 zeigt einen Container 4 bei der Annäherung an ein Containertransportfahrzeug
5 (hier in Form eines LKW). Der Container 4 wird mithilfe eines Containergeschirrs
2 durch einen Kran transportiert. Hierbei müssen die Eckbeschläge 6 des Containers
4 passgenau über Twistlocks 3 des Fahrzeuges 5 positioniert werden und rasten dann
beim Absetzen des Containers dort ein. Umgekehrt muss die Arretierung der Twistlocks
3 gelöst sein, um ein Abheben des Containers 4 zu gewährleisten ohne dass der Kran
das Containerfahrzeug mit anhebt und dieses sich dann etwa durch das Eigengewicht
abtrennt.
Das Containerfahrzeug 5 weist in seiner Seitenansicht eine Reihe von Strukturen 11
auf, die über die Sensoren der Kamera 9, 10 erfasst werden. Dabei handelt es sich
um sichtbare Fahrzeugteile, die bestimmte geometrische Formen oder Merkmale aufweisen
und somit vorteilhaft über eine Bildmustererkennung extrahiert werden können.
[0019] Figur 3 zeigt das Containertransportfahrzeug 5 mit Container 4 in der Seitenansicht.
Das Containerfahrzeug befindet sich im vorgesehenen Entladebereich unterhalb der Kranbrücke
des Portalkranes 1. Eine an der Seitenwand des Portalkranes 1 fest montierte und hier
nicht dargestellt 2D-Kamera spannt einen Sichtbereich A auf, der als Struktur 11 die
Vorderräder 16, 17 des Auflegers 12 beinhaltet. Eine weitere ebenfalls an der Seitenwand
des Portalkranes fest montierte und hier nicht darstellte 2D-Kamera spannt einen Sichtbereich
B auf die Hinterräder 18, 19 des Auflegers 12 auf. Das Fahrzeug befindet sich zum
Zeitpunkt t
0 an der zum Entladen vorgeschriebenen Halteposition und bewegt sich nicht mehr. Mit
Erreichen der Halteposition und dem Stillstand des Fahrzeuges beginnt zum Zeitpunkt
t
0 der Abhebevorgang T. Der Abhebevorgang endet sobald das Abheben erfolgreich war,
d.h. mit einer bestimmten Höhe zwischen Containerfahrzeug und Container. Alternativ
endet die Abhebezeit T bei erfolglosem Abheben mit der Generierung eines Alarms oder
Stoppbefehls. Zum Zeitpunkt t
1 liefert der Kamerasensor erste Bilddaten von den Vorderrädern 16, 17 an die Recheneinheit
13, die mit den Mitteln der Bildbearbeitung für das Rad 16 und das Rad 17 jeweils
eine Referenzposition 20, 21 berechnet. Die Koordinaten der Referenzposition werden
in der Recheneinheit 13 abgespeichert.In diesem Beispiel handelt es sich jeweils um
die Mittelpunkte 20, 21 der Räder 16, 17. In im Wesentlichen paralleler Berechnung
werden Hinterräder 18, 19 in äquivalenter Weise die Referenzpositionen 22, 23 berechnet.
[0020] Figur 4 zeigt einen Ausschnitt aus Figur 3, nämlich den Sichtbereich A der Kamera.
In gestrichelter Darstellung zeigt Figur 4 die Lage der Vorderräder 16, 17 mit ihren
Referenzpositionen 20, 21 zum Zeitpunkt t
1. Zu einem Zeitpunkt t
2 werden vom Sensor der Kamera erneut Bilddaten an die Recheneinheit 13 geliefert,
aus denen die Recheneinheit die im vorhergehenden Schritt (zum Zeitpunkt t
1) festgelegte Referenzposition 24, 25 extrahiert und die Koordinaten der Referenzposition
als Ist-Position abspeichert. Alsdann bestimmt die Recheneinheit 13 über einen Vergleich
von Koordinaten der Referenzposition 20, 21 und der Ist-Position 24, 25 den vertikalen
Versatz 26, 27. Bei Detektion eines Versatzes größer Null wird ein Alarm oder ein
Stoppsignal an die Kransteuerung geliefert, gleichzeitig endet die Abhebezeit T. Wird
kein Versatz detektiert, werden zu weiteren Zeitpunkten t
x weitere Messwerte genommen, aus denen wiederum die Koordinaten der Ist-Positionen
zu den Zeitpunkten t
x ermittelt werden. Die Zeitspanne zwischen t
1 und t
2 (und zwischen t
x und t
x+1) ergibt sich im Wesentlichen aus der Verarbeitungsgeschwindigkeit von Kamerasensor
und Recheneinheit, d.h. der Iterationsschritt t
2 (und weitere Iterationsschritte t
x) schließlich unmittelbar an die vorangegangenen Iterationsschritte an. Der Messzyklus
wird mit Ablauf der Abhebezeit T beendet, für den Fall, dass ein Versatz von Null
detektiert wird, d.h. der Abhebevorgang erfolgreich war und eine bestimmte Höhe zwischen
Container und Fahrzeug (i.d.R. durch die Kransteuerung) bestimmt werden konnte.
1. Verfahren zur Detektion einer Anhebung eines Containerfahrzeuges (5) beim Abheben
eines Containers (4) vom Containerfahrzeug (5), wobei wenigstens eine optische 2D-Kamera
(9, 10) als bildgebender Sensor einen Sichtbereich (A, B) auf eine Struktur (11) des
Containerfahrzeuges aufspannt
wobei der Sensor zu einem ersten Zeitpunkt t1 Messwerte von der Struktur an eine Recheneinheit (13) liefert,
wobei die Recheneinheit aus den Messwerten der Struktur zum Zeitpunkt t1 Daten bildet, aus welchen die Recheneinheit wenigstens eine Referenzposition (20,
21, 22, 23) bezogen auf die Struktur berechnet
wobei der Sensor zu einem zweiten Zeitpunkt t2 Messwerte von der Struktur an die Recheneinheit liefert
wobei die Recheneinheit aus den Messwerten der Struktur zum Zeitpunkt t2 Daten bildet, aus welchen die Recheneinheit eine Ist-Position (24, 25) bezogen auf
die Struktur an der Stelle der Referenzposition berechnet.
wobei die Recheneinheit wenigstens einen vertikalen Versatz (27) zwischen Referenzposition
und Ist-Position berechnet.
2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass zu weiteren Zeitpunkten tx weitere Messwerte von der Struktur an die Recheneinheit geliefert werden, wobei weitere
Ist-Positionen der Struktur an der Stelle der Referenzposition berechnet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass die Recheneinheit zwischen der Referenzposition und den weiteren Ist-Positionen jeweils
wenigstens einen vertikalen Versatz berechnet.
4. Verfahren nach Anspruch 1-3 dadurch gekennzeichnet, dass ein Versatz außerhalb eines Toleranzbereiches einen Alarm und/oder einen Befehl zum
Stoppen des Abhebens des Containers in einer Kransteuerung (15) auslöst.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Struktur des Containerfahrzeuges wenigstens ein Fahrzeugrad (16, 17, 18, 19)
aufweist und die Referenzposition den Mittelpunkt des Rades zum Zeitpunkt t1 umfasst.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass eine weitere optische 2D-Kamera als bildgebender Sensor einen Sichtbereich auf eine
weitere Struktur des Fahrzeuges aufspannt
7. Verfahren nach Anspruch 6 dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Struktur wenigstens ein weiteres Fahrzeugrad aufweist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zeitpunkt t1 durch ein Triggersignal bestimmt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7 dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Beginn des Abhebens des Containers (tAb) und dem Triggersignal eine Zeit von größer oder gleich 2 Sekunden liegt.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Recheneinheit die Abhebezeit T mit Erreichen einer Höhe zwischen Fahrzeug und
Container beendet.
11. Verfahren nach Anspruch 10 dadurch gekennzeichnet, dass das Erreichen einer Höhe von der Kransteuerung an die Recheneinheit gesendet wird.
12. System zur Detektion einer Anhebung eines Containerfahrzeuges (5) beim Abheben eines
Containers (4) vom Containerfahrzeug, das System aufweisend eine Recheneinheit (13)
und wenigstens eine kommunikationsmäßig (12) mit der Recheneinheit verbundenen optischen
2D-Kamera (9, 10) als bildgebenden Sensor, wobei der bildgebende Sensor einen Sichtbereich
(A, B) auf eine Struktur (11) des Containerfahrzeuges aufspannt, wobei die Recheneinheit
gesteuert wird durch ein Programm, beinhaltend Programmschritte, abgelegt auf einem
Speichermedium, welches mit der Recheneinheit gekoppelt ist; wobei das Programm die
Programmschritte umfasst:
a) Lesen von Messwerten vom Sensor zu einem ersten Zeitpunkt t1 von der Struktur des Containerfahrzeugs,
b) Berechnung einer auf die Struktur (11, 16, 17, 18, 19) bezogenen Referenzposition
(20, 21, 22, 23) aus den Messwerten der Struktur zum Zeitpunkt t1
c) Lesen von Messwerten vom Sensor zu einem zweiten Zeitpunkt t2 von der Struktur (11, 16, 17, 18, 19) des Fahrzeuges
d) Berechnung einer auf die Struktur bezogenen Ist-Position (24, 25) an der Stelle
der Referenzposition zum Zeitpunkt t2 d) Berechnung wenigstens eines vertikalen Versatzes (27) zwischen Referenzposition
und Ist-Position.
13. System nach Anspruch 10 dadurch gekennzeichnet, dass zu weiteren Zeitpunkten tx weitere Messwerte von der Struktur liest, wobei weitere Ist-Positionen der Struktur
an der Stelle der Referenzposition berechnet werden.
14. Computerlesbarer Datenträger,
auf dem ein Computerprogramm gespeichert ist, welches das Verfahren nach einem der
Ansprüche 1 bis 11 ausführt, wenn es in einem Computer abgearbeitet wird.
15. Computerprogramm,
- welches in einem Computer abgearbeitet wird und dabei das Verfahren nach einem der
Ansprüche 1 bis 11 ausführt.