[0001] Die Erfindung betrifft eine elektrische Leitung, die sich in einer Längsrichtung
erstreckt und einen Kern sowie einen auf den Kern aufextrudierten Isolationsmantel
aufweist. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung einer derartigen
elektrischen Leitung.
[0002] Unter einer elektrischen Leitung werden vorliegend sowohl (Einzel-) Adern verstanden,
welche gebildet sind durch einen zentralen elektrischen Leiterkern sowie durch einen
diesen umgebenden, als Aderisolation bezeichneten Isolationsmantel. Daneben werden
vorliegend unter elektrische Leitung auch sogenannte Mantelleitungen verstanden, bei
denen mehrere Elemente, beispielsweise mehrere Einzeladern zu einem gemeinsamen Kern
zusammengefasst sind und anschließend von einem den Isolationsmantel bildenden Kabelmantel
umgeben sind. Im Falle einer Einzelader bildet der elektrische Leiter den Kern.
[0003] Der Isolationsmantel derartiger elektrischer Leitungen wird durch ein Extrusionsverfahren
aufgebracht. Der Kern wird hierbei durch einen Extrusionskopf gezogen, dem fortlaufend
in einem kontinuierlichen Prozess zur Ausbildung des Mantels eine plastische Kunststoffmasse
als Mantelmaterial zugeführt wird. Üblicherweise wird nach dem Extrusionskopf die
elektrische Leitung durch ein Kühlbad, insbesondere Wasserbad, gezogen, um eine möglichst
schnelle Erhärtung des zunächst zähflüssigen Mantelmaterials des Isolationsmantels
zu erreichen.
[0004] Bedingt durch den Extrusionsprozess weisen derartige Leitungen typischerweise eine
sehr glatte Oberfläche des Isolationsmantels auf. Dies führt insbesondere bei der
Verwendung von Polyurethan (PU) als Material für den Isolationsmantel dazu, dass der
Isolationsmantel an Oberflächen haften bleibt. Da derartige Leitungen nach ihrer Herstellung
üblicherweise auf Lager- und Transporttrommeln aufgerollt und später von diesen wieder
abgerollt werden, führt dies beim Abrollen zu gewissen Problemen. Durch die hohe Haftung
zeigt sich auch unter anderem der sogenannte "Stick-Slip-Effekt", also der sogenannte
Haftgleiteffekt, der insbesondere dann auftritt, wenn die Haftreibung deutlich größer
ist als die Gleitreibung.
[0005] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine elektrische Leitung
sowie ein Verfahren zu deren Herstellung anzugeben, wobei diese unerwünschten Reibungseffekte
zumindest reduziert sind.
[0006] Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst durch eine elektrische Leitung mit den
Merkmalen des Anspruchs 1. Die Leitung erstreckt sich in einer Längsrichtung und weist
einen Kern sowie einen auf den Kern aufextrudierten Isolationsmantel auf. In die Oberfläche
des Isolationsmantels ist nunmehr eine sich in Längsrichtung erstreckende Struktur
eingeprägt mit einer Vielzahl von sich insbesondere periodisch wiederholenden Strukturelementen.
[0007] Von wesentlicher Bedeutung ist hierbei, dass die Oberfläche keine glatte Oberfläche
ist, wie dies bei herkömmlichen extrudierten Isolationsmänteln der Fall ist. Vielmehr
zeichnet sich die Oberfläche durch eine Prägestruktur aus, sodass also in der Oberfläche
Vertiefungen und Erhebungen ausgebildet sind. Diese werden durch die einzelnen, sich
insbesondere periodisch wiederholenden Strukturelemente definiert. Die Ausgestaltung
dieser strukturierten Oberfläche geht dabei von der Erkenntnis aus, dass mit strukturierten
Oberflächen häufig eine Verringerung der Reibung bzw. eines Strömungswiderstands erzielt
werden kann. So ist beispielsweise bei Golfbällen mit ihrer typischen noppenartigen
oder kraterartigen Oberflächenstruktur bekannt, dass durch diese spezielle Struktur
im Vergleich zu einer glatten Oberfläche die Strömungseigenschaften verbessert sind.
[0008] Untersuchungen haben nunmehr gezeigt, dass dieser mit einer entsprechenden (Mikro-)Strukturierung
versehene Isolationsmantel auch deutlich bessere Eigenschaften im Hinblick auf die
eingangs erwähnten Probleme bezüglich der Haftung zeigt.
[0009] Allgemein wird vorliegend unter einer eingeprägten Struktur verstanden, dass in die
Oberfläche zur Ausbildung der einzelnen Strukturelemente Vertiefungen eingebracht
sind. Dies erfolgt bei der Herstellung durch ein Prägeelement, insbesondere durch
ein Prägerad, welches also die Strukturen in den noch plastischen Isolationsmantel
nachfolgend zum Extrusionskopf einprägt.
[0010] Durch die speziell ausgebildete Oberflächenstruktur wird daher zunächst in besonders
vorteilhafter Weise die Haftung und Reibung verringert, sodass insbesondere ein besseres
Abrollen von einer Trommel erzielt ist. Darüber hinaus ist aber auch die Verringerung
des Strömungswiderstands insoweit von Interesse, als dass beim Herstellverfahren die
erzeugte Leitung durch ein mit einer Kühlflüssigkeit gefülltes Kühlbad gezogen wird.
Aufgrund der hohen Geschwindigkeiten bei der Kabelfertigung übt die Flüssigkeit im
Kühlbad einen nicht zu vernachlässigenden Strömungswiderstand auf die elektrische
Leitung aus, welcher zumindest zu einem erhöhten Energiebedarf führt. Bei dünnen Leitungen
kann dies unter Umständen auch zu einem Reißen bzw. zu einem Begrenzen der maximalen
Abzugsgeschwindigkeit führen. Die Abzugsgeschwindigkeit für eine Einzelader liegt
typischerweise im Bereich von 1.000 bis 4.000 Meter pro Minute und für die Mantelextrusion
eines Kabelmantels bei 100 bis rund 500 Meter pro Minute.
[0011] Schließlich ist ein weiterer entscheidender Vorteil insgesamt in einer Materialeinsparung
zu sehen. Aufgrund der eingeprägten Strukturelemente wird nämlich - bei gleichem Außen-Nenndurchmesser
im Vergleich zu einer glatten Oberfläche des Isolationsmantels - Material eingespart.
Zugleich werden die geforderten mechanischen und elektrischen Eigenschaften einer
vergleichbaren Leitung mit glatter Oberfläche bei gleichem Außendurchmesser beibehalten.
[0012] Insgesamt handelt es sich bei der Struktur bevorzugt um eine eingeprägte Mikrostruktur.
Hierunter wird verstanden, dass die einzelnen Strukturelemente eine Prägetiefe von
<0,15mm und insbesondere von <0,07mm aufweisen. Beispielsweise liegt die Prägetiefe
bei 0,05mm. Die untere Grenze der Prägetiefe liegt dabei typischerweise bei 0,02mm.
Typische Wandstärken für den Isolationsmantel liegen üblicherweise zwischen 0,2mm
bei dünnen Leitungen, beispielsweise bei dünnen Adern und etwa 1,5mm bei sehr dicken
Adern bzw. bei Kabelmänteln. Die Prägetiefe beträgt daher beispielsweise etwa 8 bis
15% der Wandstärke des Isolationsmantels. Eine zu große Prägetiefe kann zu einer Beeinflussung
der elektrischen und/oder mechanischen Eigenschaften führen. Bei einer Unterschreitung
der minimalen Prägetiefe von etwa 0,02mm besteht die Gefahr, dass beim Prägen keine
plastische Verformung erzielbar ist.
[0013] Bevorzugt erstreckt sich die Struktur vollflächig über die gesamte Oberfläche. Dies
bedeutet, dass die Struktur sowohl in Umfangsrichtung als auch in Längsrichtung durchgehend
ausgebildet ist. Je nach Prägeverfahren können dabei allenfalls dünne streifenförmige
Bereiche (in Längsrichtung) eine glatte Oberfläche aufweisen. Die einzelnen Strukturelemente
sind dabei zweckdienlicherweise in Längsrichtung periodische wiederkehrend ausgebildet.
[0014] Durch das Einprägen weist ein jeweiliges Strukturelement jeweils eine Einbuchtung
auf, bei der also die Oberfläche im Vergleich zu einem äußeren Nenndurchmesser zurückversetzt
ist. Die Einbuchtungen überdecken dabei zumindest 30% und vorzugsweise zumindest 50%
oder sogar 75% der Oberfläche. Die restlichen Zwischenräume zwischen den Einbuchtungen
sind dann vorzugsweise durch Oberflächenbereiche mit dem (maximalen) äußeren Nenndurchmesser
gebildet.
[0015] Gemäß einer bevorzugten ersten Ausführungsvariante ist die Struktur dabei nach Art
einer Kraterlandschaft ausgebildet, bei der die einzelnen Strukturelemente als insbesondere
teilkugelförmige Einbuchtungen ausgebildet sind. Diese auch als Dellen bezeichneten
Einbuchtungen sind in Längsrichtung betrachtet dabei vorzugsweise nach Art einer Perlenkette
aneinander gereiht angeordnet. Zwei benachbarte Ketten sind dabei in Längsrichtung
zueinander insbesondere um etwa den halben Durchmesser einer jeweiligen Einbuchtung
versetzt zueinander angeordnet.
[0016] Allgemein weisen die Strukturelemente, insbesondere bei der Ausgestaltung in der
Ausführungsvariante der Kraterlandschaft, in Längsrichtung und/oder in Umfangsrichtung
eine Ausdehnung von maximal 0,5mm und insbesondere von maximal 0,3mm auf. Speziell
weisen sie beispielsweise einen Durchmesser von 0,1 mm auf. Der minimale Durchmesser
liegt vorzugsweise bei 0,05mm.
[0017] Ergänzend ist weiterhin vorgesehen, dass die Strukturelemente in Längsrichtung und/oder
in Umfangsrichtung voneinander um maximal 1 mm und vorzugsweise maximal 0,5mm voneinander
beabstandet sind. Zweckdienlicherweise beträgt der Abstand weniger als die Ausdehnung
des jeweiligen Strukturelements, insbesondere der Delle.
[0018] Gemäß einer bevorzugten Alternative zu der Ausgestaltung als Kraterlandschaft ist
die Oberfläche als eine geschuppte Oberfläche ausgebildet und die einzelnen Strukturelemente
sind jeweils durch schräg gestellte Schuppen gebildet. Unter schräg gestellt wird
hierbei verstanden, dass die einzelnen Schuppen eine Oberfläche aufweisen, welche
bezüglich der Längsrichtung geneigt orientiert ist.
[0019] Die Schuppen weisen ebenfalls die zuvor bereits erwähnte geringe Prägetiefe von ≤0,15mm
und insbesondere <0,07mm auf. In Längsrichtung oder Umgangsrichtung betrachtet weisen
die Schuppen im Vergleich zu den Dellen der Kraterlandschaft eine vergrößerte Ausdehnung
beispielsweise im Bereich von einigen Millimetern, speziell von 5mm bis 10mm auf.
Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, kleinere Schuppen auszubilden.
[0020] In bevorzugter Ausgestaltung ist hierbei vorgesehen, dass auch über den Umfang verteilt
mehrere Schuppen ausgebildet sind, sodass auch in Umfangsrichtung in einem Querschnitt
betrachtet eine Oberfläche mit einem variierenden Radius ausgebildet ist.
[0021] In bevorzugter Ausgestaltung handelt es sich bei dem für den Isolationsmantel verwendeten
Material um Polyurethan (PU). Bei derartigen PU-Isolationsmänteln ist durch die hier
vorgestellte mikrostrukturierte Oberfläche die eingangs beschriebene unerwünschte
Haftung besonders deutlich reduziert.
[0022] Weiterhin handelt es sich bei dem Isolationsmantel zweckdienlicherweise um einen
Adermantel einer (Einzel-)Ader. Grundsätzlich lässt sich die mikrostrukturierte Oberfläche
auch auf Kabelmäntel einer Mantelleitung ausbilden.
[0023] Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung weiterhin gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung
einer derartigen elektrischen Leitung mit den Merkmalen des Anspruchs 12. Zur Herstellung
wird zunächst mit Hilfe eines Extruders auf einem Kern der Isolationsmantel aufextrudiert.
In das noch plastisch verformbare Material des Isolationsmantels wird nachfolgend
zur Mantelextrusion die Prägestruktur mit einer Vielzahl von Strukturelementen eingeprägt.
Hierzu wird eine Prägevorrichtung verwendet, welche durch einen mechanischen Anpressdruck
für die gewünschte plastische Verformung des Mantelmaterials sorgt. Hierbei wird also
von Bereichen, die dann die Einbuchtungen bilden, das Mantelmaterial zur Seite verdrängt
und bildet dort den äußeren Nenndurchmesser der Leitung aus. Durch das Prägen erfährt
also die Leitung eine Verdickung, wodurch sich der Durchmesser des Isolationsmantels
nachfolgend zu der Prägevorrichtung erhöht. Bevorzugt ist daher der Durchmesser des
Extrusionskopfs derart bemessen, dass der Durchmesser der Leitung nach dem Extrusionskopf
zumindest etwas unterhalb des angestrebten Nenndurchmessers der Leitung liegt. Dieser
wird erst nach der Prägevorrichtung erreicht.
[0024] Bei der Prägevorrichtung handelt es sich dabei insbesondere um zumindest ein und
vorzugsweise mehrere um den Umfang versetzt zueinander angeordnete Prägeelemente,
insbesondere Prägeräder. Die Prägeräder sind dabei um eine Achse rotierbar angeordnet.
Die Prägeräder und allgemein die Prägeelemente werden gegen den Isolationsmantel mit
einer mechanischen Anpresskraft gedrückt. Die Prägeräder sind wahlweise aktiv angetrieben.
Vorzugsweise sind sie jedoch lose gelagert, sodass sie selbstmitlaufend sind, d.h.
sie werden allein durch den Abzug der elektrischen Leitung nachfolgend zum Extrusionskopf
durch die mechanische Reibung angetrieben.
[0025] Die Prägevorrichtung ist dabei üblicherweise unmittelbar nach dem Extrusionskopf
angeordnet, typischerweise im Bereich von 5cm bis 50cm nach dem Extrusionskopf. In
diesem Bereich ist gewährleistet, dass das Mantelmaterial noch ausreichend weich ist,
um die gewünschte plastische Verformung zu erreichen.
[0026] In zweckdienlicher Weiterbildung des Verfahrens erfolgt die Prägung dabei innerhalb
eines Kühlbades und damit innerhalb einer Kühlflüssigkeit. Die Prägevorrichtung ist
daher insbesondere in der Kühlflüssigkeit angeordnet. Diese Ausbildung beruht auf
der Überlegung, dass einige Mantelmaterialien unmittelbar nach dem Extrusionskopf
eine sehr klebrige Oberfläche aufweisen, und dass bei solchen Materialien, wie beispielsweise
bei PU, ein Einprägen nur bedingt möglich ist, ohne dass Mantelmaterial mitgerissen
wird. Durch die Anordnung innerhalb des Kühlbades erfolgt die Prägung in einem Bereich,
wo sich bereits eine erste dünne Außenhaut des Isolationsmantels ausgebildet hat,
welche eine deutlich geringere Klebrigkeit aufweist. Gleichzeitig ist jedoch der Isolationsmantel
insgesamt weiterhin plastisch verformbar. Ein derartiges Kühlbad weist typischerweise
eine Länge von mehreren Metern, insbesondere von mehreren 10 Metern, beispielsweise
von 20m bis 30m auf. Die Prägevorrichtung ist dabei im vorderen Bereich, insbesondere
im ersten Fünftel und speziell unmittelbar, beispielsweise 20cm bis 100cm und vorzugsweise
bis maximal 50cm nach dem Eintritt der Leitung in das Kühlbad angeordnet.
[0027] Ein Ausführungsbeispiel wird nachfolgend anhand der Figuren näher erläutert. Diese
zeigen jeweils in vereinfachten Darstellungen:
- Fig. 1
- eine ausschnittsweise Längsschnittdarstellung einer elektrischen Leitung in Form einer
Einzelader,
- Fig. 2
- eine ausschnittsweise stark vereinfachte Aufsicht auf die strukturierte Oberfläche
des Isolationsmantels der elektrischen Leitung, gemäß einer ersten Variante, bei der
die Oberfläche nach Art einer Kraterlandschaft ausgebildet ist,
- Fig. 3
- eine ausschnittsweise Schnittdarstellung der in Fig. 2 dargestellten strukturierten
Oberfläche,
- Fig. 4
- eine zweite Ausführungsvariante der strukturierten Oberfläche, die als eine geschuppte
Oberfläche ausgebildet ist,
- Fig. 5
- eine ausschnittsweise Querschnittsdarstellung der in Fig. 4 dargestellten geschuppten
Oberfläche, sowie
- Fig. 6
- eine stark vereinfachte schematische Darstellung einer Extrusionsanlage zur Herstellung
der elektrischen Leitung.
[0028] In den Figuren sind gleich wirkende Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0029] Die in der Fig. 1 dargestellte elektrische Leitung 2 ist als eine elektrische Ader
ausgebildet, welche als Kern 4 einen elektrischen Leiter sowie einen diesen umgebenden
Isolationsmantel 6 aufweist. Die Leitung 2 erstreckt sich in einer Längsrichtung 8.
Bei der Leitung 2 handelt es sich um eine zunächst nicht konfektionierte "Endlos"-Ware,
die typischerweise mit mehreren Hundert Metern oder auch mehreren Kilometern Länge
auf einer Kabeltrommel aufgerollt ist. Sie weist einen äußeren Nenndurchmesser D auf.
[0030] Wie bereits in der Fig. 1 angedeutet, weist der Isolationsmantel 6 allgemein eine
strukturierte Oberfläche 10A, 10B auf. Hierbei handelt es sich um eine Mikrostruktur
mit einer Vielzahl von eingeprägten Strukturelementen 12A, 12B.
[0031] Zwei unterschiedliche bevorzugte Ausführungsvarianten von möglichen strukturierten
Oberflächen 10A, 10B sind in den Fig. 2,3 bzw. 4,5 dargestellt.
[0032] Bei der Ausführungsvariante der Fig. 2 ist die strukturierte Oberfläche 10A nach
Art einer Kraterlandschaft ausgebildet, wobei die einzelnen Strukturelemente hierbei
durch einzelne Einbuchtungen 12A gebildet sind. Diese Einbuchtungen 12A sind nach
Art von Dellen mit einer etwa halbkugelförmigen Formgebung eingeprägt. Die Einbuchtungen
12A weisen jeweils eine Prägetiefe t auf, die typischerweise lediglich im Bereich
von 0,05mm liegt. Gleichzeitig weisen die Einbuchtungen 12A eine Ausdehnung a auf,
die vorzugsweise etwa bei 0,1 mm liegt. Im Bereich der halbkugelförmigen Einbuchtungen
12 A weisen diese daher eine kreisförmige Umfangskontur auf und die Ausdehnung a entspricht
dem Durchmesser dieser Umfangskontur. Sowohl in Längsrichtung 8 als auch in einer
Umfangsrichtung 18 weisen zueinander benachbarte Strukturelemente 12 einen Abstand
d auf, welcher bei der Ausführungsvariante der Fig. 2 beispielsweise im Bereich der
Ausdehnung a oder auch etwas darunter liegt.
[0033] Bei der alternativen Ausgestaltung gemäß den Fig. 4 und 5 ist die Oberfläche als
eine geschuppte Oberfläche 10B und die einzelnen Strukturelemente sind durch einzelne
Schuppen 12B gebildet. Auch diese weisen eine Prägetiefe t im Bereich vorzugsweise
von 0,05mm auf. Die Ausdehnung a der einzelnen Schuppen 12B insbesondere in Längsrichtung
8 ist im Vergleich zu derjenigen der Einbuchtungen 16 vorzugsweise etwas größer und
liegt beispielsweise im Bereich von einigen wenigen Millimetern. Eine jeweilige Schuppe
12 B weist eine Schuppenoberfläche 22 auf, welche bezüglich der Längsrichtung 8 schräg
orientiert verläuft. Der höchste Bereich einer jeweiligen Schuppe 12 B, also der Abschnitt
mit dem größten Durchmesser definiert zugleich den äußeren Nenndurchmesser D der elektrischen
Leitung 2. In Längsrichtung 8 schließen sich die einzelnen Schuppenelemente 22 unmittelbar
aneinander an, da sie selbst quasi jeweils in Teilabschnitten die Oberfläche mit dem
äußersten Nenndurchmesser D ausbilden.
[0034] Zur Herstellung einer derartigen Leitung 2 wird zunächst ein herkömmliches Extrusionsverfahren
verwendet, wie dies zu Fig. 6 erläutert wird: Der Kern 4 wird zusammen mit Mantelmaterial
24 einem Extrusionskopf 26 zugeführt, sodass sich nachfolgend zum Extrusionskopf 26
der Isolationsmantel 6 ausbildet. Unmittelbar anschließend an den Extrusionskopf 26,
typischerweise in einem Abstand von wenigen 10 Zentimetern, beispielsweise in einem
Abstand von 20cm bis 50cm, ist zur Ausbildung der strukturierten Oberfläche 10 eine
Prägevorrichtung 30 angeordnet, welche vorliegend mehrere, insbesondere zwei Prägeräder
32 aufweist. Diese sind nach Art von frei laufenden Umlenkrollen um eine Drehachse
drehbar gelagert. Sie weisen an ihrer Umfangsseite üblicherweise eine konkav gekrümmte
Mantelfläche mit einem Radius auf, welcher dem Radius des Isolationsmantels 6 entspricht.
An dieser Mantelfläche sind geeignete Prägeelemente, beispielsweise in Form von Noppen,
zur Ausbildung der Einbuchtungen 12 A ausgebildet.
[0035] In dem in der Fig. 6 dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Prägevorrichtung 30
weiterhin in einem gestrichelt dargestellten Wasser- oder Kühlbad 34 angeordnet. Insbesondere
sind dabei die Prägeräder 32 unter Wasser angeordnet.
[0036] Zur Herstellung wird die Leitung 2 mit hoher Abzugsgeschwindigkeit durch das Kühlbad
34 gezogen. Hierbei wird durch die Prägeräder 32 kontinuierlich die sich über die
gesamte Länge der Leitung 2 erstreckende strukturierte Oberfläche 10A, 10B ausgebildet.
Die Strukturelemente 12A, 12B überdecken dabei den Isolationsmantel 6 vorzugsweise
auch in Umfangsrichtung 18 vollständig.
[0037] Bei der Ausführungsvariante der Fig. 6 sind die beiden Prägeräder 32 auf gleicher
Längenposition angeordnet. Alternativ hierzu können sie auch an unterschiedlichen
Längenpositionen, also in Längsrichtung 8 versetzt zueinander angeordnet sein. Speziell
können auch mehr als zwei Prägeräder 32, beispielsweise zwei, drei oder vier Prägeräder,
ausgebildet sein, sodass die Oberfläche möglichst homogen mit den Strukturelementen
12 versehen ist. Die einzelnen Prägeräder 32 sind dabei in Umfangsrichtung 18 zueinander
versetzt angeordnet.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 2
- Leitung
- 4
- Kern
- 6
- Isolationsmantel
- 8
- Längsrichtung
- 10 A, B
- Oberfläche
- 12 A
- Einbuchtung
- 12 B
- Schuppe
- 18
- Umfangsrichtung
- 22
- Schuppenoberfläche
- 24
- Mantelmaterial
- 26
- Extrusionskopf
- 28
- Prägevorrichtung
- 32
- Prägerad
- 34
- Kühlbad
- a
- Ausdehnung
- d
- Abstand
- r
- Nennradius
- t
- Prägetiefe
1. Elektrische Leitung (2), die sich in einer Längsrichtung (8) erstreckt und einen Kern
(4) sowie einen auf den Kern (4) aufextrudierten Isolationsmantel (6) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass in den Isolationsmantel (6) eine sich in Längsrichtung (8) erstreckende Struktur
mit einer Vielzahl von Strukturelementen, (12A, 12B) zur Ausbildung einer strukturierten
Oberfläche (10A, 10B) eingeprägt ist.
2. Leitung (2) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass es sich es sich um eine Mikrostruktur handelt, bei der die einzelnen Strukturelemente
(12A, 12B) eine Prägetiefe (t) von kleiner 0,15mm, insbesondere von kleiner 0,07mm
aufweisen.
3. Leitung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Struktur sich vollflächig sich über die gesamte Oberfläche erstreckt und die
Strukturelemente (12 A, 12 B) in Längsrichtung (8) periodisch wiederkehrend ausgebildet
sind.
4. Leitung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Strukturelemente (12A, 12B) jeweils eine Einbuchtung aufweisen, wobei die Einbuchtungen
zumindest 30 und vorzugsweise zumindest 50% der Oberfläche bedecken.
5. Leitung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die strukturierte Oberfläche (10A) nach Art einer Kraterlandschaft mit teilkugelförmige
Einbuchtungen (12A) ausgebildet ist.
6. Leitung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Strukturelemente (12A, 12B) in Längsrichtung (8) und/oder in Umfangsrichtung
(18) eine Ausdehnung (a) von maximal 0,5mm, insbesondere von maximal 0,3mm aufweisen.
7. Leitung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Strukturelemente (12A, 12B) in Längsrichtung (8) und/oder in Umfangsrichtung
(18) voneinander um maximal 1 mm und vorzugsweise um maximal 0,5mm voneinander beabstandet
sind.
8. Leitung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 4 sowie 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die strukturierte Oberfläche (10B) als eine geschuppte Oberfläche ausgebildet ist
und die Strukturelemente als schräg gestellte Schuppen (12B) ausgebildet sind.
9. Leitung (2) nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
dass in Umfangsrichtung (18) verteilt mehrere Schuppen (12B) ausgebildet sind.
10. Leitung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass Isolationsmantel aus PU ist.
11. Leitung (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass es sich bei dem Isolationsmantel (6) um einen Adermantel einer Ader handelt.
12. Verfahren zur Herstellung einer elektrischen Leitung (2) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, die sich in Längsrichtung (8) erstreckt und einen Kern (4) aufweist, auf
den ein Isolationsmantel (6) aufextrudiert wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass nachfolgend zur Extrusion des Isolationsmantels (6) in den noch weichen Isolationsmantel
(6) eine strukturierte Oberfläche (10A, 10B) mit einer Vielzahl von Strukturelementen
(12A, 12B) eingeprägt wird.
13. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
dass die strukturierte Oberfläche (10A, 10B) von zumindest einem, vorzugsweise von mehreren
um den Umfang des Isolationsmantels (6) versetzt zueinander angeordneten Prägerädern
(32) ausgebildet wird.
14. Verfahren nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass nachfolgend zu einem Extrusionskopf (26) ein Kühlbad (34) angeordnet ist, durch das
die Leitung (2) geführt wird, wobei die Einprägung der Strukturelemente (12A, 12B)
im Kühlbad (34) erfolgt.