[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft gemäß einem ersten Aspekt ein Verfahren zur Unterstützung
einer Reinigung von Oberflächen mit einem Reinigungsgerät durch einen Benutzer, wobei
das Verfahren durch eine oder mehrere Vorrichtungen ausgeführt wird. Gemäße einem
zweiten Aspekt betrifft die Erfindung ein Computerprogramm. Gemäß einem dritten Aspekt
betrifft die Erfindung eine Vorrichtung. Gemäß einem vierten Aspekt betrifft die Erfindung
auch ein Bodenreinigungsgerät. Gemäß einem fünften Aspekt betrifft die Erfindung zudem
eine Verwendung eines elektronischen, optischen Hilfsmittels.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Verfahren zum Reinigen von Oberflächen, wie beispielsweise
Bodenbelägen, bekannt. Beispielsweise können mittels eines Staubsaugers textile und
nicht-textile (etwa Hart-, Stein- oder elastische) Bodenbeläge manuell gereinigt werden.
Ebenfalls können Feuchtbodenreinigungsgeräte (etwa ein Wischmopp) zum Einsatz kommen.
[0003] Nachteilig an einer derartigen manuellen Reinigung ist jedoch, dass eine manuelle
Reinigung vergleichsweise zeitaufwendig sein kann und zudem die Reinigung nicht gründlich
sein kann. Einerseits werden einige Bereiche der zu reinigenden Oberfläche unbeabsichtigt
mehrfach gereinigt, was zu einer entsprechenden Erhöhung der Reinigungsdauer und damit
zu einer Verringerung der Effizienz führt. Andererseits werden einige Bereiche gar
nicht gereinigt, was die Qualität der Reinigung negativ beeinflusst.
[0004] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, Reinigungsroboter, wie etwa Saugroboter,
einzusetzen, sodass die Reinigung nicht mehr durch einen Benutzer erfolgt, sondern
autonom durch die Maschine. Dadurch sollen obige Probleme jedenfalls teilweise beseitigen
werden. Derartige Reinigungsroboter sind allerdings in der Regel vergleichsweise kompakt
gebaut und batteriebetrieben und verfügen daher in der Regel nur über eine geringe
Reinigungskraft. Ebenfalls kann eine durch Reinigungsroboter durchgeführte Reinigung
vergleichsweise lange dauern. Schließlich kann es Oberflächen geben, welche für Reinigungsroboter
nicht ohne weiteres zugänglich sind.
[0005] Aus diesem Grund kann es weiterhin vorteilhaft sein, eine Reinigung von Oberflächen
durch einen Benutzer, das heißt eine manuelle Reinigung, vorzuziehen. In diesem Fall
ergeben sich allerdings die eingangs dargestellten Probleme, sodass sowohl die Effizienz
als auch die Qualität der Reinigung leiden können.
[0006] Ausgehend hiervon ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, im Falle einer Reinigung
von Oberflächen durch einen Benutzer, die Effizienz und die Qualität der Reinigung
zu verbessern.
[0007] Die Aufgabe wird gemäß dem ersten Aspekt durch ein Verfahren gelöst, umfassend:
- Ermitteln von Positionsinformationen des Reinigungsgeräts oder eines Teils hiervon,
- Ermitteln reinigungsbezogener Informationen basierend auf den ermittelten Positionsinformationen
und
- Bereitstellen der ermittelten reinigungsbezogenen Informationen über eine Ausgabeeinheit
für den Benutzer zur Unterstützung der Reinigung.
[0008] Gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung wird die eingangs genannte Aufgabe durch ein
Computerprogramm gelöst, das Programmanweisungen umfasst, die einen Prozessor zur
Ausführung und/oder Steuerung eines Verfahrens gemäß dem ersten Aspekt veranlassen,
wenn das Computerprogramm auf dem Prozessor läuft.
[0009] Gemäß dem dritten Aspekt wird die eingangs genannte Aufgabe durch eine Vorrichtung
gelöst, umfassend zumindest einen Prozessor und zumindest einen Speicher mit Computerprogrammcode,
wobei der zumindest eine Speicher und der Computerprogrammcode dazu eingerichtet sind,
mit dem zumindest einen Prozessor, zumindest das Verfahren nach dem ersten Aspekt
auszuführen und/oder zu steuern.
[0010] Es hat sich gezeigt, dass durch die Aspekte der Erfindung sowohl die Effizienz als
auch die Qualität der Reinigung der Oberfläche durch den Benutzer gesteigert werden
können. Dadurch, dass Positionsinformationen des Reinigungsgeräts oder eines Teils
hiervon ermittelt werden, kann beispielsweise bestimmt werden, wo sich das Reinigungsgerät
oder der Teil hiervon befindet.
[0011] Basierend auf den ermittelten Positionsinformationen können dann reinigungsbezogene
Informationen ermittelt werden. Die reinigungsgebogenen Informationen können beispielsweise
die Informationen umfassen, in welchem Bereich gerade gereinigt wird. Hieraus kann
beispielsweise abgeleitet werden, in welchem Bereich durch den Benutzer mit dem Reinigungsgerät
schon gereinigt wurde, wie oft in diesem Bereich schon gereinigt wurde und/oder in
welchem Bereich durch den Benutzer mit dem Reinigungsgerät noch nicht gereinigt wurde.
Um weitere Beispiele zu nennen, können die reinigungsbezogenen Informationen etwa
Informationen umfassen, wie lange in einem Bereich gereinigt wurde oder mit welchen
Einstellungen des Reinigungsgeräts in einem Bereich gereinigt wurde.
[0012] Dadurch, dass die ermittelten reinigungsbezogenen Informationen über eine Ausgabeeinheit
für den Benutzer zur Unterstützung der Reinigung bereitgestellt werden, wird die vom
Benutzer durchgeführte Reinigung beeinflusst und kann so in ihrer Effizienz und Qualität
verbessert werden. Die Ausgabeeinheit stellt insofern eine Benutzerschnittstelle für
den die Reinigung durchführenden Benutzer dar. Die Ausgabeeinheit kann beispielswiese
zur akustischen, haptischen (d.h. beispielsweise durch Vibrationsfeedback und/oder
Schiebekraftfeedback) und/oder visuellen Ausgabe eingerichtet sein. Die hierdurch
beeinflusste Reinigung des Benutzers wird wiederum durch das Ermitteln von Positionsinformationen
des Reinigungsgeräts oder des Teils hiervon erfasst. Insofern stellt das Verfahren
ein Steuerverfahren dar, wodurch im Ergebnis die technische Aufgabe gelöst wird, die
Qualität und Effizienz der Reinigung zu verbessern. In einer Hinsicht wird somit eine
effizientere Mensch-Maschine-Schnittstelle erreicht, um eine Verbesserung des Reinigungsergebnisses
zu erzielen. Insbesondere nehmen verschiedene Aspekte und deren Ausgestaltungen (beispielsweise
die Verwendung eines optischen Hilfsmittles) bei der Bereitstellung der ermittelten
reinigungsbezogenen Informationen für den Benutzer zur Unterstützung der Reinigung
auf die physischen Gegebenheiten der menschlichen Wahrnehmung während der Reinigung
Rücksicht. Mit anderen Worten kann die Wahrnehmung der ermittelten reinigungsbezogenen
Informationen durch den Menschen deutlich verbessert werden.
[0013] Das Reinigungsgerät ist, insbesondere im Gegensatz zu autonomen Reinigungsrobotern,
ein manuelles Reinigungsgerät, beispielsweise ein handgeführtes Reinigungsgerät. Beispielsweise
ist der Teil des Reinigungsgeräts ein Teil, welcher indikativ für den Bereich ist,
welcher momentan mit dem Reinigungsgerät gereinigt wird.
[0014] Das Ermitteln der Positionsinformationen des Reinigungsgeräts oder eines Teils hiervon
kann beispielsweise kontinuierlich oder wiederholt erfolgen, beispielsweise in regelmäßigen
Abständen, um die aktuelle Positionsinformationen zu ermitteln und präzise reinigungsbezogene
Informationen ermitteln zu können. Die Positionsinformationen können beispielsweise
den Standpunkt des Reinigungsgeräts oder des Teils hiervon umfassen und/oder die Orientierung
oder Lage des Reinigungsgeräts oder des Teils hiervon.
[0015] Das Verfahren kann beispielsweise von dem Reinigungsgerät selbst ausgeführt werden
und/oder von einem von dem Reinigungsgerät verschiedenen Gerät, beispielsweise einem
tragbaren Computer, insbesondere einem "Wearable Computer", das heißt, einem Computer,
der während der Anwendung am Körper getragen wird. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung
der unterschiedlichen Aspekte der Erfindung umfasst das Ermitteln von Positionsinformationen
des Reinigungsgeräts oder eines Teils hiervon eine optische Erfassung des Reinigungsgeräts
oder eines Teils hiervon.
[0016] Es hat sich gezeigt, dass eine optische, insbesondere bildbasierte Erfassung des
Reinigungsgeräts oder des Teils hiervon zuverlässig möglich ist. Zudem kann durch
eine optische Erfassung nicht nur der Standpunkt des Reinigungsgeräts oder des Teils
hiervon, sondern auch die Lage oder Orientierung präzise auf einfache Weise erfasst
werden. Die optische Erfassung erfolgt beispielsweise durch eine optische Erfassungseinheit,
welche beispielsweise eine Kamera, insbesondere eine Videokamera sein kann. Beispielsweise
erfolgt die Erfassung im sichtbaren Bereich des Lichts. Es ist jedoch auch denkbar,
dass die Erfassung beispielsweise im Infrarotbereich erfolgt. Beispielsweise erfolgt
die Erfassung anhand von Einzelbildern ("Frames") eines kontinuierlichen Videodatenstroms
("Videostream").
[0017] Es ist jedoch auch alternativ oder zusätzlich möglich, dass das Ermitteln von Positionsinformationen
des Reinigungsgeräts oder eines Teils hiervon eine nichtoptische Erfassung umfasst.
Beispielsweise kann eine funkbasierte Ermittlung der Positionsinformationen des Reinigungsgeräts
oder eines Teils hiervon erfolgen, beispielsweise mittels GPS oder einer Innenraum-Positionsbestimmung,
beispielsweise mittels Trilateration. Ebenfalls ist denkbar, dass das Ermitteln von
Positionsinformationen des Reinigungsgeräts oder des Teils hiervon zumindest teilweise
auf Sensoren, beispielsweise Beschleunigungssensoren des Reinigungsgeräts basiert.
[0018] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der unterschiedlichen Aspekte der
Erfindung umfasst das Bereitstellen der ermittelten reinigungsbezogenen Informationen
für den Benutzer über eine Ausgabeeinheit zur Unterstützung der Reinigung ein visuelles
Ausgeben der ermittelten reinigungsbezogenen Informationen durch die Ausgabeeinheit.
[0019] Es ist alternativ jedoch auch denkbar, dass das Bereitstellen der ermittelten reinigungsbezogenen
Informationen für den Benutzer über eine Ausgabeeinheit zur Unterstützung der Reinigung
ein akustisches Ausgeben umfasst.
[0020] Es hat sich allerdings gezeigt, dass insbesondere durch ein visuelles Ausgeben der
ermittelten reinigungsbezogenen Informationen die Effizienz und Qualität der Reinigung
gesteigert werden kann. Beispielsweise werden die ermittelten reinigungsbezogenen
Informationen auf einem Bildschirm dargestellt. Beispielsweise werden die ermittelten
reinigungsbezogenen Informationen so projiziert, dass der Benutzer diese wahrnehmen
kann.
[0021] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der unterschiedlichen Aspekte der
Erfindung erfolgt das visuelle Ausgeben auf der gereinigten und/oder noch zu reinigenden
Oberfläche.
[0022] Durch ein visuelles Ausgeben auf der gereinigten und/oder noch zu reinigenden Oberfläche
können die Effizienz und Qualität der Reinigung weiter gesteigert werden. Beispielsweise
kann unmittelbar auf der Oberfläche angezeigt werden, ob ein Bereich der Oberfläche
bereits gereinigt wurde. Hierdurch ist ein sehr präzises Ausgeben der reinigungsbezogenen
Information an den Benutzer möglich. Beispielsweise können Bereiche der Oberfläche
markiert werden. Beispielsweise können Bereiche farblich markiert werden. Beispielsweise
kann das visuelle Ausgeben auf der Oberfläche durch das Reinigungsgerät selbst erfolgen,
beispielsweise durch eine (reelle) Projektion auf die Oberfläche. Hierzu kann das
Reinigungsgerät beispielsweise entsprechende Mittel wie eine gesteuerte Lichtquelle
oder einen Projektor aufweisen.
[0023] Allerdings ist es bevorzugt, wenn gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung
der unterschiedlichen Aspekte der Erfindung das visuelle Ausgeben der ermittelten
reinigungsbezogenen Informationen durch die Ausgabeeinheit ein für den Benutzer virtuelles
Ausgeben ist. Unter einem virtuellen Ausgeben wird insbesondere verstanden, dass die
ermittelten reinigungsbezogenen Informationen im Rahmen einer erweiterten Realität
("Augmented Reality") ausgegeben werden. Beispielsweise werden die ermittelten reinigungsbezogenen
Informationen dem Blickfeld des Benutzers überlagert, welcher dann beispielsweise
gleichzeitig die Realität und die virtuellen überlagerten Informationen wahrnehmen
kann. Auf diese Weise kann das visuelle Ausgeben, insbesondere das visuelle Ausgeben
auf der gereinigten und/oder noch zu reinigenden Oberfläche, besonders einfach realisiert
werden.
[0024] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der unterschiedlichen Aspekte der
Erfindung umfassen die ermittelten reinigungsbezogenen Informationen Informationen
über bereits gereinigte und/oder noch zu reinigende Bereiche. Hierdurch wird eine
weitere Steigerung der Qualität und Effizienz der Reinigung erreicht. Zum einen kann
der Benutzer durch die Ausgabe der ermittelten reinigungsbezogenen Informationen,
welche Informationen über bereits gereinigte und/oder noch zu reinigende Bereiche
umfassen, erkennen, dass bei der Reinigung beispielsweise kein Bereich vergessen wurde,
was die Qualität der Reinigung steigert. Zum anderen kann der Benutzer durch die Ausgabe
der ermittelten reinigungsbezogenen Informationen, welche Informationen über bereits
gereinigte und/oder noch zu reinigende Bereiche umfassen, erkennen, dass beispielsweise
ein Bereich bereits gereinigt wurde, was die Effizienz der Reinigung steigert, da
das erneute und nicht notwendige Reinigen bereits gereinigter Bereiche reduziert oder
vermieden werden kann.
[0025] Beispielsweise kann durch das Bereitstellen der ermittelten reinigungsbezogenen Informationen
über eine Ausgabeeinheit für den Benutzer zur Unterstützung der Reinigung (der) bereits
gereinigte oder (der) noch nicht/noch zu reinigende Bereich(e) im Rahmen eines visuellen
Ausgebens markiert, beispielsweise farblich markiert sein. Wie bereits beschrieben,
erfolgt die Markierung beispielsweise auf der gereinigten und/oder noch zu reinigenden
Oberfläche, beispielsweise im Rahmen einer erweiterten Realität, indem die Markierung
der gereinigten und/oder noch zu reinigenden Oberfläche virtuell überlagert wird.
[0026] Ebenfalls ist denkbar, dass beispielsweise der noch nicht gereinigte und somit noch
zu reinigende Bereich der Oberfläche markiert wird. Beispielsweise können dem Benutzer
durch ein virtuelles, visuelles Ausgeben der ermittelten reinigungsbezogenen Information
virtuelle Marker, beispielsweise Schmutzpartikel, im Bereich der noch nicht gereinigten
und somit noch zu reinigenden Oberfläche angezeigt werden.
[0027] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der unterschiedlichen Aspekte der
Erfindung umfasst das Verfahren weiterhin:
- Ermitteln zusätzlicher reinigungsbezogener Informationen basierend auf einer Erfassung,
insbesondere optischen Erfassung der gereinigten und/oder noch zu reinigenden Oberfläche
und
- Bereitstellen der ermittelten zusätzlichen reinigungsbezogenen Informationen für den
Benutzer über die Ausgabeeinheit zur Unterstützung der Reinigung.
[0028] Hierdurch können die Qualität und die Effizienz der Reinigung weiterhin verbessert
werden, da durch das Bereitstellen der zusätzlichen reinigungsbezogenen Informationen
das Reinigungsverhalten des Benutzers beeinflusst werden kann.
[0029] Das Bereitstellen der ermittelten zusätzlichen reinigungsbezogenen Informationen
für den Benutzer über die Ausgabeeinheit zur Unterstützung der Reinigung kann beispielsweise
wie bereits in Zusammenhang mit dem Bereitstellen der ermittelten reinigungsbezogenen
Informationen beschrieben erfolgen.
[0030] Durch die Erfassung der gereinigten und/oder noch zu reinigenden Oberfläche kann
beispielsweise eine Oberflächeneigenschaft der Oberflächen erkannt werden, beispielsweise
ein Oberflächentyp oder eine Verschmutzung der Oberfläche. Die Erfassung erfolgt bevorzugt
durch eine optische Erfassung der Oberfläche, wie bereits zuvor in Zusammenhang mit
der optischen Erfassung des Reinigungsgeräts oder eines Teils hiervon beschrieben.
Alternativ oder zusätzlich kann die Erfassung auch durch andere Sensoren, beispielsweise
Sensoren des Reinigungsgeräts, erfolgen.
[0031] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der unterschiedlichen Aspekte der
Erfindung umfassen die zusätzlichen reinigungsspezifischen Informationen eine empfohlene
Einstellung des Reinigungsgeräts und/oder die Position lokaler Verschmutzungen.
[0032] Durch das Bereitstellen derartiger zusätzlicher reinigungsbezogener Informationen
für den Benutzer über die Ausgabeeinheit zur Unterstützung der Reinigung können die
Qualität und Effizienz der Reinigung zusätzlich gesteigert werden. Beispielsweise
ist die empfohlene Einstellung des Reinigungsgeräts eine bodenspezifische Einstellung,
wie beispielsweise "Soft-Modus" oder eine Leistungsstufe, wie beispielsweise "Stufe
1", oder "Stufe 2". Beispielsweise erfolgt das Bereitstellen der zusätzlichen reinigungsbezogenen
Informationen für den Benutzer über die Ausgabeeinheit visuell in Textform. Beispielsweise
werden die zusätzlichen reinigungsspezifischen Informationen, welche die Position
lokaler Verschmutzungen umfassen, visuell auf der Oberfläche dem Benutzer bereitgestellt,
beispielsweise mittels Marker (etwa Kreise), welche auf die lokale Verschmutzung,
wie etwa Grobgut oder Spotverschmutzung, hinweisen.
[0033] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der unterschiedlichen Aspekte der
Erfindung umfassen die eine oder mehrere Vorrichtungen ein elektronisches, optisches
Hilfsmittel, insbesondere eine Datenbrille, und/oder das Reinigungsgerät.
[0034] Unter einem elektronischen, optischen Hilfsmittel wird insbesondere ein tragbarer
Miniaturcomputer, welcher Informationen ins Sichtfeld des Benutzers einblenden kann
und bevorzugt auch die Umwelt optisch erfassen kann, verstanden. Das elektronische,
optische Hilfsmittel ist beispielsweise tragbar, insbesondere zumindest teilweise
am Kopf tragbar. Beispielsweise ist das elektronische, optische Hilfsmittel eine Datenbrille.
Beispielswiese werden durch die Datenbrille Informationen ins Sichtfeld des Benutzers
dadurch eingeblendet, dass ein Brillenglas der Datenbrille als Anzeigefläche (etwa
Bildschirm) verwendet wird. Ebenfalls ist denkbar, dass eine Kontaktlinse als Anzeigefläche
verwendet wird. Ebenfalls kann die Netzhaut des Auges des Benutzers als Anzeigefläche
(Bildschirm) verwendet werden. Hierzu umfasst das optische Hilfsmittel beispielsweise
die Ausgabeeinheit zum Bereitstellen der ermittelten (zusätzlichen) reinigungsbezogenen
Informationen für den Benutzer zur Unterstützung der Reinigung. Das optische Hilfsmittel
umfasst beispielsweise eine optische Erfassungseinheit zum Ermitteln von Positionsinformationen
des Reinigungsgeräts oder eines Teils hiervon und gegebenenfalls zum Ermitteln der
zusätzlichen reinigungsbezogenen Informationen. Damit kann das Verfahren beispielsweise
allein durch das elektronische, optische Hilfsmittel ausgeführt werden. Ein derartiges
optisches Hilfsmittel hat den Vorteil, dass dieses während der Reinigung durch den
Benutzer getragen werden kann. Zudem kann das optische Hilfsmittel die ermittelten
(zusätzlichen) reinigungsbezogenen Informationen visuell im Rahmen der erweiterten
Realität dem Benutzer präzise bereitstellen. Zudem hat dieses den Vorteil, dass beispielsweise
keine oder nur eine geringe Anpassung der Reinigungseinheit notwendig ist.
[0035] Allerdings ist ebenfalls denkbar, dass einzelne Schritte beispielsweise durch das
Reinigungsgerät ausgeführt werden. Beispielsweise kann die Erfassung der Positionsinformationen
des Reinigungsgeräts oder eines Teils hiervon alternativ oder zusätzlich durch eine
Erfassungseinheit des Reinigungsgeräts ausgeführt werden. Ebenfalls kann das Reinigungsgerät
eine entsprechende Ausgabeeinheit aufweisen, welche die ermittelten (zusätzlichen)
reinigungsbezogenen Informationen dem Benutzer bereitstellen kann, etwa durch akustische
Signale oder durch Projektion auf die Oberfläche.
[0036] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der unterschiedlichen Aspekte der
Erfindung ist das Reinigungsgerät ein Bodenreinigungsgerät, insbesondere ein Staubsauger
oder ein Feuchtbodenreinigungsgerät.
[0037] Durch die Anwendung im Bereich von Bodenreinigungsgeräten kann die Qualität und Effizienz
der Reinigung von Bodenflächen gesteigert werden. Der Staubsauger kann beispielsweise
ein Bodenstaubsauger oder ein Handstaubsauger sein. Ist das Reinigungsgerät ein Staubsauger,
kann das Ermitteln von Positionsinformationen des Reinigungsgeräts oder eines Teils
hiervon, beispielsweise das Ermitteln von Positionsinformationen eines Vorsatzgerätes
(beispielsweise ein Düsenaufsatz oder ein Bürstenkopf) des Staubsaugers sein. Hierdurch
kann das Ermitteln von bereits gereinigten Bereichen vereinfacht werden.
[0038] Insbesondere in Bezug auf eine Vorrichtung gemäß dem dritten Aspekt der Erfindung
umfasst die Vorrichtung bevorzugt eine optische Erfassungseinheit zum Ermitteln von
Positionsinformationen des Reinigungsgeräts oder eines Teils hiervon und/oder eine
visuelle Ausgabeeinheit zum Bereitstellen der ermittelten reinigungsbezogenen Informationen
für den Benutzer zur Unterstützung der Reinigung.
[0039] Ebenfalls insbesondere in Bezug auf eine beispielshafte Ausgestaltung einer Vorrichtung
gemäß dem dritten Aspekt der Erfindung ist oder umfasst die Vorrichtung ein elektronisches,
optisches Hilfsmittel, insbesondere eine Datenbrille.
[0040] Alternativ kann die Vorrichtung auch das Reinigungsgerät oder ein System aus dem
Reinigungsgerät und eines elektronischen, optischen Hilfsmittels wie etwa einer Datenbrille
sein.
[0041] In Bezug auf weitere Ausgestaltungen und Vorteile, insbesondere des zweiten und dritten
Aspekts wird auf die Ausführungen zum ersten Aspekte verwiesen.
[0042] Gemäß dem vierten Aspekt der Erfindung wird die Eingangs genannte Aufgabe durch ein
Reinigungsgerät, insbesondere ein Bodenreinigungsgerät, insbesondere zur Verwendung
in einem Verfahren nach dem ersten Aspekt, gelöst, wobei das Reinigungsgerät mindestens
ein Indikatorelement aufweist, wobei das mindestens eine Indikatorelement zur Unterstützung
einer optischen Erfassung der Position des Reinigungsgeräts oder eines Teils hiervon
ausgebildet ist.
[0043] Durch ein derartiges Reinigungsgerät können die Effizienz und Qualität der Reinigung
verbessert werden, da das mindestens eine vorgesehene Indikatorelement ein optisches
Erfassen des Reinigungsgeräts oder eines Teils hiervon vereinfacht und/oder präzisiert.
Die reinigungsbezogenen Informationen sind dadurch besonders zuverlässig.
[0044] Das mindestens eine Indikatorelement kann (beispielsweise in Form eines Leuchtmarkers)
eine Strahlung einer bestimmten Wellenlänge oder eines bestimmten Wellenlängenbereichs
emittieren, beispielsweise im sichtbaren und/oder infraroten Bereich. Alternativ kann
das Indikatorelement ein Reflektor sein, welcher Strahlung einer bestimmten Wellenlänge
oder eines bestimmten Wellenlängenbereichs reflektiert.
[0045] Bevorzugt ist das mindestens eine Indikatorelement so an dem Reinigungsgerät angeordnet,
dass es während des Betriebs sichtbar, insbesondere für den Benutzer sichtbar ist.
[0046] Bevorzugt sind mindestens zwei Indikatorelemente vorgesehen. Hierdurch wird insbesondere
eine Erfassung der Lage oder Orientierung des Reinigungsgeräts oder eines Teils hiervon
ermöglicht oder vereinfacht.
[0047] Besonders vorteilhaft ist ein System aus einem Reinigungsgerät gemäß dem vierten
Aspekt in Kombination mit einer Vorrichtung gemäß dem drittem Aspekt in Form eines
elektronischen, optischen Hilfsmittels, etwa einer Datenbrille.
[0048] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung des Reinigungsgeräts gemäß dem vierten Aspekt
ist das Reinigungsgerät ein Staubsauger, vorzugsweise mit einem Vorsatzgerät und vorzugsweise
weist das Vorsatzgerät die Indikatorelemente auf. Beispielsweise weist das Vorsatzgerät
die Indikatorelemente auf seiner Oberseite auf. Gemäß dem fünften Aspekt der Erfindung
wird die eingangs genannte Aufgabe durch eine Verwendung eines elektronischen, optischen
Hilfsmittels, insbesondere einer Datenbrille, zur Unterstützung einer Reinigung von
Oberflächen mit einem Reinigungsgerät durch einen Benutzer, insbesondere in einem
Verfahren nach dem ersten Aspekt gelöst.
[0049] Durch den Einsatz eines optischen Hilfsmittels (etwa einer Datenbrille) zur Unterstützung
einer Reinigung von Oberflächen mit einem Reinigungsgerät können die Effizienz und
Qualität der Reinigung gesteigert werden.
[0050] Durch die vorherige oder folgende Beschreibung von Verfahrensschritten gemäß bevorzugter
Ausführungsformen des Verfahrens sollen auch entsprechende Mittel zur Durchführung
der Verfahrensschritte durch bevorzugte Ausführungsformen der Vorrichtung offenbart
sein. Ebenfalls soll durch die Offenbarung von Mitteln zur Durchführung eines Verfahrensschrittes
der entsprechende Verfahrensschritt offenbart sein.
[0051] Weitere vorteilhafte beispielhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind der folgenden
detaillierten Beschreibung beispielhafter Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung,
insbesondere in Verbindung mit den Figuren, zu entnehmen.
[0052] In der Zeichnung zeigen
- Fig. 1
- eine skizzenhafte Darstellung des Blickfeldes eines Benutzers beim Reinigen einer
Bodenoberfläche mit einem Reinigungsgerät, wie es aus dem Stand der Technik bekannt
ist;
- Fig. 2
- eine skizzenhafte Darstellung des Blickfeldes eines Benutzers beim Reinigen einer
Bodenoberfläche mit einem Reinigungsgerät, wie sie ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung, welche ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens durchführt,
ermöglicht;
- Fig. 3a-k
- eine Veranschaulichung einzelner Verfahrensschritte eines Ausführungsbeispiels eines
erfindungsgemäßen Verfahrens;
- Fig. 4a-c
- weitere skizzenhafte Darstellungen des Blickfeldes eines Benutzers, wie sie ein Ausführungsbeispiel
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, welche ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Verfahrens durchführt, ermöglicht;
- Fig. 5
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Reinigungsgeräts;
- Fig. 6
- ein Blockdiagramm eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
- Fig. 7
- Ausführungsbeispiele von Speichermedien, auf denen ein erfindungsgemäßes Computerprogramm
gespeichert sein kann.
[0053] Fig. 1 zeigt zunächst eine skizzenhafte Darstellung des Blickfeldes eines Benutzers
B beim Reinigen einer Bodenoberfläche 1, mit einem Reinigungsgerät 2, wie es aus dem
Stand der Technik bekannt ist. Die Bodenoberfläche 1 ist in diesem Fall Teppichboden.
Das Reinigungsgerät 2 ist ein Handstaubsauger mit einem Vorsatzgerät 4. Der Benutzer
B führt die Reinigung manuell durch. Problematisch ist bei der Durchführung der Reinigung,
dass Bereiche der Bodenoberfläche 1 einerseits nicht gereinigt werden, was die Qualität
der Reinigung negativ beeinflusst. Andererseits werden Bereiche der Bodenoberfläche
1 mehrfach gereinigt, was die Effizienz der Reinigung negativ beeinflusst.
[0054] Fig. 2 zeigt nun eine skizzenhafte Darstellung des Blickfeldes eines Benutzers beim
Reinigen der Bodenoberfläche 1 mit dem Reinigungsgerät 2, wie sie ein Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung (beispielsweise Vorrichtung 100, Fig. 6), welche
ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens durchführt, ermöglicht.
Die Vorrichtung ist in diesem Fall als Datenbrille ausgebildet. Die Datenbrille kann
mittels einer Ausgabeeinheit Informationen ins Auge des Benutzers B einblenden, sodass
diese im Blickfeld des Benutzers erscheinen und der realen Welt überlagert werden.
Dies wird auch als erweiterte Realität bezeichnet. Durch die Datenbrille werden ermittelte
reinigungsbezogene Informationen über die Ausgabeeinheit für den Benutzer zur Unterstützung
der Reinigung visuell bereitgestellt. Dabei werden die ermittelten reinigungsbezogenen
Informationen virtuell auf der gereinigten Oberfläche 1 dargestellt.
[0055] Die ermittelten reinigungsbezogenen Informationen umfassen insbesondere Informationen
über bereits gereinigte Bereiche. Die Informationen, welcher Bereich der Oberfläche
1 bereits gereinigt ist, werden als farblich markierte Fläche 5 dem Benutzer B bereitgestellt.
[0056] Wie die in Fig. 2 gezeigte bereitgestellte Information ermittelt werden kann, wird
in Zusammenhang mit den Fig. 3a-k näher erklärt, welche einzelne Verfahrensschritte
des Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Verfahrens veranschaulichen.
[0057] Hierzu kann die Datenbrille das in Fig. 3a dargestellte Blickfeld mittels einer optischen
Erfassungseinheit in Form einer Videokamera optisch erfassen. Das in Fig. 3a zu sehende
Blickfeld wird durch die Erfassungseinheit in Bildinformationen 7 umgewandelt. Hierzu
wird beispielsweise ein Standbild aufgenommen oder es wird ein Einzelbild aus einem
Videodatenstrom extrahiert.
[0058] In den Bildinformationen 7 wird das Reinigungsgerät oder ein Teil hiervon identifiziert.
In diesem Fall wird das Vorsatzgerät 4 des Staubsaugers 2 mittels eines entsprechenden
Algorithmus identifiziert. Die Identifikation kann beispielsweise auf der Form und/oder
Farbe des Vorsatzgerätes 4 basieren. Die ermittelte Position des Vorsatzgerätes 4
ist durch die gestrichelte Line 6 in Fig. 3b dargestellt. Auf diese Weise konnten
Positionsinformationen des Vorsatzgerätes 4 als Teil des Staubsaugers 2 ermittelt
werden, wobei das Ermitteln eine optische Erfassung eines Teils 4 des Reinigungsgeräts
2 umfasst.
[0059] In einem weiteren Schritt wird der durch den Körper 8 des Staubsaugers 2 überdeckte
Bildbereich der Bodenoberfläche 1 ermittelt. Die ermittelte Position des Körpers 8
des Staubsaugers 2 wird in Fig. 3c durch die gestrichelte Linie 10 dargestellt.
[0060] Wie in Fig. 3c und Fig. 3d zu erkennen ist, werden sodann die den Körper 8 und das
Vorsatzgerät 4 des Staubsaugers 2 darstellenden Bildbereiche ausgeschnitten.
[0061] Anschließend wird der Bereich 12 der Bodenoberfläche 1, der durch das Vorsatzgerät
4 erfasst wird, markiert, beispielsweise eingefärbt, Fig. 3e. Der Bereich 12 ist repräsentativ
für einen bereits gereinigten Bereich der Bodenoberfläche 1. Optional wird der durch
den Körper 8 des Staubsaugers 2 überdeckte Bereich der Bodenoberfläche mit der Farbe
des an den Staubsauger 2 angrenzenden Bildbereichs eingefärbt. Die in Fig. 3e dargestellte
Bildinformation 7 kann zunächst zwischengespeichert werden.
[0062] Fig. 3f zeigt nun analog zu Fig. 3a zweite Bildinformationen 9, beispielsweise ein
zweites Standbild oder ein weiteres Einzelbild aus dem Videodatenstrom. Die in den
Fig. 3b bis Fig. 3e gezeigten Schritte werden nun für die zweiten Bildinformationen
9 wiederholt, sodass sich die in Fig. 3g gezeigten Bildinformationen 9 ergeben, wobei
der Bereich 14 wiederum repräsentativ für einen bereits gereinigten Bereich der Bodenoberfläche
1 ist.
[0063] Anschließend werden die ersten Bildinformationen 7 und die zweiten Bildinformationen
9 zueinander ausgerichtet, wie in Fig. 3h gezeigt. Dabei wird vorzugsweise der Bereich
der Bildinformationen, welcher den Staubsauger 2 enthält nicht herangezogen, da sich
dieser relativ zur Bodenoberfläche 1 und zum Raum bewegt hat, und eine fehlerhafte
Ausrichtung der Bildinformationen zueinander provozieren kann.
[0064] Die Bereiche 12 und 14, welche einen bereits gereinigten Bereich der Bodenoberfläche
repräsentieren, werden wie in Fig. 3i gezeigt zum Bereich 16 vereinigt. Das Ermitteln
des Bereichs 16 ist ein Beispiel für das Ermitteln reinigungsbezogener Informationen,
welche Informationen über einen bereits gereinigten Bereich der Oberfläche umfassen,
basierend auf den zuvor ermittelten Positionsinformationen des Vorsatzgerätes 4.
[0065] Der Bereich 16 kann als ermittelte reinigungsbezogene Informationen mittels der Ausgabeeinheit
der Datenbrille dem Benutzer zur Unterstützung der Reinigung bereitgestellt werden,
Fig. 3j. Wird die Reinigung fortgesetzt ergibt sich für den Benutzer B beispielsweise
das in Fig. 3k dargestellte Blickfeld durch die Datenbrille. Vorzugsweise wird dabei
der Bereich 5 unter Auslassung der vom Staubsauger 2 momentan belegte Bildbereich
dem Benutzer B bereitgestellt, sodass sich ein Blickfeld wie bereits in Fig. 2 gezeigt
ergibt.
[0066] Fig. 4a-c zeigen jeweils weitere skizzenhafte Darstellungen des Blickfeldes eines
Benutzers, wie sie ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, welche
ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens durchführt, ermöglicht.
[0067] In Fig. 4a werden dem Benutzer ermittelte zusätzliche reinigungsbezogene Informationen
visuell über die Ausgabeeinheit einer Datenbrille zur Unterstützung der Reinigung
bereitgestellt. Dabei werden die ermittelten zusätzlichen reinigungsbezogenen Informationen
ebenfalls virtuell auf der zu reinigenden Oberfläche 1 ausgegeben. Die Oberfläche
umfasst hier zum einen einen Teppichboden 1a und zum anderen einen Hartboden 1b. Die
zusätzlichen reinigungsbezogenen Informationen 20a, 20b umfassen in diesem Fall eine
empfohlene Einstellung des Reinigungsgeräts 2, um die entsprechenden Bereiche der
Oberfläche zu reinigen. Die zusätzlichen reinigungsbezogenen Informationen werden
dem Benutzer jeweils in Form eines Textes bereitgestellt. Die Informationen 20a, 20b
wurden beispielsweise basierend auf einer optischen Erfassung der Oberflächen 1a,1b
durch die Kamera der Datenbrille ermittelt.
[0068] Als weiteres Beispiel ermittelter zusätzlicher reinigungsbezogener Informationen
können dem Benutzer, wie beispielshaft in Fig. 4b dargestellt, die Positionen lokaler
Verschmutzungen 22 durch Positionsmarker 24 angezeigt werden. Die Informationen in
Form des Positionsmarker 24 der lokalen Verschmutzung 22 wurden, beispielsweise basierend
auf einer optischen Erfassung der Oberfläche 1 bzw. der Verschmutzung 22, durch die
Kamera der Datenbrille ermittelt.
[0069] Fig. 4c zeigt ein weiteres Beispiel für das Bereitstellen von ermittelten reinigungsbezogenen
Informationen über eine Datenbrille für den Benutzer zur Unterstützung der Reinigung.
Zusätzlich zu den in Fig. 3k dargestellten Informationen in Form des Bereichs 5, welcher
für einen bereits gereinigten Bereich repräsentativ ist, ist in Fig. 4c zusätzlich
der noch nicht gereinigte und somit noch zu reinigende Bereich der Oberfläche 1 markiert.
Hierzu werden dem Benutzer virtuelle Marker 26 in Form von Schmutzpartikeln im Bereich
der noch nicht gereinigten und somit noch zu reinigenden Oberfläche 1 angezeigt.
[0070] Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Reinigungsgeräts 2'.
Das Reinigungsgerät 2' unterscheidet sich von dem Reinigungsgerät 2 dadurch, dass
das Vorsatzgerät 4' des Reinigungsgeräts 2' auf seiner Oberseite zwei Indikatorelemente
30a, 30b aufweist, wobei die Indikatorelemente 30a,30b zur Unterstützung einer optischen
Erfassung der Position des Vorsatzgerätes 4' des Reinigungsgeräts 2'ausgebildet sind.
Die Indikatorelemente 30a, 30b sind hier als Leuchtmarker ausgebildet, welche beispielsweise
Licht im optischen Bereich abgeben. Über die Geometrie und/oder den Abstand der Indikatorelemente
30a, 30b kann beispielsweise auf die momentane Ausrichtung bzw. Hubrichtung des Vorsatzgerätes
4' geschlossen werden. Das Reinigungsgerät 2' kann vorteilhaft in dem zuvor beschriebenen
Verfahren anstelle des Reinigungsgeräts 2 eingesetzt werden, was die optische Erfassung
des Vorsatzgerätes erleichtert.
[0071] Fig. 6 zeigt schließlich ein Blockdiagramm eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung bzw. eines Teils hiervon. Die Vorrichtung 100 ist bevorzugt ein Computer,
bevorzugt ein tragbarer Computer, beispielsweise eine Datenbrille. Es ist jedoch auch
denkbar, dass die Vorrichtung 100 beispielsweise ein Smartphone ist. Ebenfalls ist
denkbar, dass die Vorrichtung 100 ein Reinigungsgerät ist. Der Prozessor 105 der Vorrichtung
1 ist insbesondere als Mikroprozessor, Mikrokontrolleinheit wie Mikrocontroller, digitaler
Signalprozessor (DSP), Anwendungsspezifische Integrierte Schaltung (ASIC) oder Field
Programmable Gate Array (FPGA) ausgebildet. Der Prozessor 105 führt Programmanweisungen
aus, die in Programmspeicher 120 gespeichert sind, und speichert beispielsweise Zwischenergebnisse
oder ähnliches in einem Hauptspeicher 110. Zum Beispiel ist der Programmspeicher 120
ein nicht-flüchtiger Speicher wie ein Flash-Speicher, ein Magnetspeicher, ein EEPROM-Speicher
(elektrisch löschbarer programmierbarer Nur-Lese-Speicher) und/oder ein optischer
Speicher. Der Hauptspeicher 110 ist zum Beispiel ein flüchtiger oder nicht-flüchtiger
Speicher, insbesondere ein Speicher mit wahlfreiem-Zugriff (RAM) wie ein statischer
RAM-Speicher (SRAM), ein dynamischer RAM-Speicher (DRAM), ein ferroelektrischer RAM-Speicher
(FeRAM) und/oder ein magnetischer RAM-Speicher (MRAM).
[0072] Der Programmspeicher 120 ist vorzugsweise ein lokaler mit der Vorrichtung 100 fest
verbundener Datenträger. Mit der Vorrichtung 100 fest verbundene Datenträger sind
beispielsweise Festplatten, die in die Vorrichtung 100 eingebaut sind. Alternativ
kann der Datenträger beispielsweise auch ein mit der Vorrichtung 100 trennbar verbindbarer
Datenträger sein wie ein Speicher-Stick, ein Wechseldatenträger, eine tragbare Festplatte,
eine CD, eine DVD und/oder eine Diskette.
[0073] Der Programmspeicher 120 enthält das Betriebssystem von der Vorrichtung 100, das
beim Starten der Vorrichtung 100 zumindest teilweise in Hauptspeicher 110 geladen
und vom Prozessor 105 ausgeführt wird. Insbesondere wird beim Starten von der Vorrichtung
100 zumindest ein Teil des Kerns des Betriebsystems in den Hauptspeicher 110 geladen
und von dem Prozessor 105 ausgeführt. Das Betriebssystem von der Vorrichtung 100 ist
beispielsweise ein Windows ¬, UNIX-, Linux-, Android-, Apple i0S- und/oder MAC-Betriebsystem.
[0074] Das Betriebssystem ermöglicht beispielsweise die Verwendung der Vorrichtung 100 zur
Datenverarbeitung. Es verwaltet beispielsweise Betriebsmittel, wie Hauptspeicher 110
und Programmspeicher 120, Netzwerkschnittstelle 130, Ein- und Ausgabegerät 140, stellt
unter anderem durch Programmierschnittstellen anderen Programmen grundlegende Funktionen
zur Verfügung und steuert die Ausführung von Programmen.
[0075] Der Prozessor 105 steuert die Netzwerkschnittstelle 130, wobei die Steuerung der
Netzwerkschnittstelle 130 beispielsweise durch einen Treiber ermöglicht wird, der
Teil des Kerns des Betriebssystems ist. Netzwerkschnittstelle 130 ist beispielsweise
eine Netzwerkkarte, ein Netzwerkmodul und/oder ein Modem und ist eingerichtet, um
eine Verbindung der Datenverarbeitungsanlage 1 mit einem Netzwerk herzustellen. Netzwerkschnittstelle
130 kann beispielsweise Daten über das Netzwerk empfangen und an Prozessor 105 weiterleiten
und/oder Daten von Prozessor 105 empfangen und über das Netzwerk senden. Beispiele
für ein Netzwerk sind ein lokales Netzwerk (LAN) wie ein Ethernet-Netzwerk oder ein
IEEE 802-Netzwerk, ein großräumiges Netzwerk (WAN), ein drahtloses Netzwerk, ein drahtgebundenes
Netzwerk, ein Mobilfunknetzwerk, ein Telefonnetzwerk und/oder das Internet.
[0076] Des Weiteren kann Prozessor 105 zumindest ein Ein-/Ausgabegerät 140 steuern. Das
Ein-/Ausgabegerät 140 umfasst beispielsweise eine optische Erfassungseinheit, beispielsweise
eine Kamera, zum Ermitteln von Positionsinformationen des Reinigungsgeräts oder eines
Teils hiervon. Das Ein-/Ausgabegerät 140 umfasst beispielsweise eine Ausgabeeinheit,
beispielsweise eine Einheit zum Projizieren von Informationen in das Blickfeld des
Benutzers im Rahmen einer erweiterten Realität zum Bereitstellen der ermittelten (zusätzlichen)
reinigungsbezogenen Informationen für den Benutzer zur Unterstützung der Reinigung.
Ebenfalls können beispielsweise eine Tastatur, eine Maus, ein Mikrofon, eine berührungsempfindliche
Anzeigeeinheit, ein Lautsprecher, ein Lesegerät und/oder ein Laufwerk vorgesehen sein.
Ein-/Ausgabegerät 140 kann beispielsweise Eingaben eines Benutzers aufnehmen und an
Prozessor 105 weiterleiten und/oder Informationen für den Benutzer von Prozessor 105
empfangen und ausgeben.
[0077] Fig. 7 zeigt Ausführungsbeispiele von Speichermedien, auf denen ein erfindungsgemäßes
Computerprogramm gespeichert sein kann. Das Speichermedium kann beispielsweise ein
magnetisches, elektrisches, optisches und/oder andersartiges Speichermedium sein.
Das Speichermedium kann beispielsweise Teil eines Prozessors (z.B. des Prozessor 105
der Fig. 6) sein, beispielsweise ein (nicht-flüchtiger oder flüchtiger) Programmspeicher
des Prozessors oder ein Teil davon (wie Programmspeicher 120 in Fig. 6). Ausführungsbeispiele
eines Speichermediums sind eine Diskette 700, eine CD-ROM oder DVD 710, ein Memory
Stick 720 (z.B. ein USB-Stick), oder eine Speicherkarte 730. Ein weiteres Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Speichermediums ist ein Flash-Speicher.
[0078] Die in dieser Spezifikation beschriebenen Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung
und die diesbezüglich jeweils angeführten optionalen Merkmale und Eigenschaften sollen
auch in allen Kombinationen miteinander offenbart verstanden werden. Insbesondere
soll auch die Beschreibung eines von einer Ausführungsform umfassten Merkmals - sofern
nicht explizit gegenteilig erklärt - vorliegend nicht so verstanden werden, dass das
Merkmal für die Funktion des Ausführungsbeispiels unerlässlich oder wesentlich ist.
Die Abfolge der in dieser Spezifikation geschilderten Verfahrensschritte in den einzelnen
Ablaufdiagrammen ist nicht zwingend, alternative Abfolgen der Verfahrensschritte sind
denkbar. Die Verfahrensschritte können auf verschiedene Art und Weise implementiert
werden, so ist eine Implementierung in Software (durch Programmanweisungen), Hardware
oder eine Kombination von beidem zur Implementierung der Verfahrensschritte denkbar.
In den
[0079] Patentansprüchen verwendete Begriffe wie "umfassen", "aufweisen", "beinhalten", "enthalten"
und dergleichen schließen weitere Elemente oder Schritte nicht aus. Unter die Formulierung
"zumindest teilweise" fallen sowohl der Fall "teilweise" als auch der Fall "vollständig".
Die Formulierung "und/oder" soll dahingehend verstanden werden, dass sowohl die Alternative
als auch die Kombination offenbart sein soll, also "A und/oder B" bedeutet "(A) oder
(B) oder (A und B)". Die Verwendung des unbestimmten Artikels schließt eine Mehrzahl
nicht aus. Eine einzelne Vorrichtung kann die Funktionen mehrerer in den Patentansprüchen
genannter Einheiten bzw. Vorrichtungen ausführen. In den Patentansprüchen angegebene
Bezugszeichen sind nicht als Beschränkungen der eingesetzten Mittel und Schritte anzusehen.
1. Verfahren zur Unterstützung einer Reinigung von Oberflächen mit einem Reinigungsgerät
durch einen Benutzer, wobei das Verfahren durch eine oder mehrere Vorrichtungen ausgeführt
wird, umfassend:
- Ermitteln von Positionsinformationen des Reinigungsgeräts oder eines Teils hiervon,
- Ermitteln reinigungsbezogener Informationen basierend auf den ermittelten Positionsinformationen
und
- Bereitstellen der ermittelten reinigungsbezogenen Informationen über eine Ausgabeeinheit
für den Benutzer zur Unterstützung der Reinigung.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
wobei das Ermitteln von Positionsinformationen des Reinigungsgeräts oder eines Teils
hiervon eine optische Erfassung des Reinigungsgeräts oder eines Teils hiervon umfasst.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
wobei das Bereitstellen der ermittelten reinigungsbezogenen Informationen für den
Benutzer über eine Ausgabeeinheit zur Unterstützung der Reinigung ein visuelles Ausgeben
der ermittelten reinigungsbezogenen Informationen durch die Ausgabeeinheit umfasst.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
wobei das visuelle Ausgeben auf der gereinigten und/oder noch zu reinigenden Oberfläche
erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4,
wobei das visuelle Ausgeben der ermittelten reinigungsbezogenen Informationen durch
die Ausgabeeinheit ein virtuelles Ausgeben ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei die ermittelten reinigungsbezogenen Informationen Informationen über bereits
gereinigte und/oder noch zu reinigende Bereiche umfassen.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
wobei das Verfahren weiterhin umfasst:
- Ermitteln zusätzlicher reinigungsbezogener Informationen basierend auf einer Erfassung,
insbesondere optischen Erfassung der gereinigten und/oder noch zu reinigenden Oberfläche
und
- Bereitstellen der ermittelten zusätzlichen reinigungsbezogenen Informationen für
den Benutzer über die Ausgabeeinheit zur Unterstützung der Reinigung.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
wobei die zusätzlichen reinigungsspezifischen Informationen eine empfohlene Einstellung
des Reinigungsgeräts und/oder die Position lokaler Verschmutzungen umfassen.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
wobei die eine oder mehrere Vorrichtungen ein elektronisches, optisches Hilfsmittel,
insbesondere eine Datenbrille, und/oder das Reinigungsgerät umfassen.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
wobei das Reinigungsgerät ein Bodenreinigungsgerät, insbesondere ein Staubsauger oder
ein Feuchtbodenreinigungsgerät, ist.
11. Computerprogramm, das Programmanweisungen umfasst, die einen Prozessor (105) zur Ausführung
und/oder Steuerung eines Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10 veranlassen,
wenn das Computerprogramm auf dem Prozessor (105) läuft.
12. Vorrichtung (100) umfassend zumindest einen Prozessor (105) und zumindest einen Speicher
(120) mit Computerprogrammcode, wobei der zumindest eine Speicher (120) und der Computerprogrammcode
dazu eingerichtet sind, mit dem zumindest einen Prozessor (105), zumindest das Verfahren
nach einem der Ansprüche 1 bis 10 auszuführen und/oder zu steuern.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12,
wobei die Vorrichtung (100) eine optische Erfassungseinheit (140) zum Ermitteln von
Positionsinformationen des Reinigungsgeräts oder eines Teils hiervon und/oder eine
visuelle Ausgabeeinheit (140) zum Bereitstellen der ermittelten reinigungsbezogenen
Informationen für den Benutzer (B) zur Unterstützung der Reinigung umfasst.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13,
wobei die Vorrichtung (100) ein elektronisches, optisches Hilfsmittel, insbesondere
eine Datenbrille, ist oder umfasst.
15. Reinigungsgerät (2'), insbesondere Bodenreinigungsgerät, insbesondere zur Verwendung
in einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
wobei das Reinigungsgerät (2') mindestens ein Indikatorelement (30a, 30b) aufweist,
wobei das mindestens eine Indikatorelement (30a, 30b) zur Unterstützung einer optischen
Erfassung der Position des Reinigungsgeräts (2') oder eines Teils (4') hiervon ausgebildet
ist.
16. Reinigungsgerät nach Anspruch 15,
wobei das Reinigungsgerät (2') ein Staubsauger vorzugsweise mit einem Vorsatzgerät
(4') ist und vorzugsweise das Vorsatzgerät (4') die Indikatorelemente (30a, 30b) aufweist.
17. Verwendung eines elektronischen, optischen Hilfsmittels, insbesondere einer Datenbrille,
zur Unterstützung einer Reinigung von Oberflächen mit einem Reinigungsgerät durch
einen Benutzer, insbesondere in einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10.