[0001] Die Erfindung betrifft eine Mischmaschine, umfassend einen Mischkopf, ausgestattet
mit einem oder mehreren Elementen zum Anschließen desselben an ein ein Mischgut enthaltendes
Behältnis zur Ausbildung eines das Mischgut enthaltenden geschlossenen Mischbehälters,
welcher Mischkopf schwenkbar gegenüber einem Gestell dergestalt gelagert ist, dass
der aus Mischkopf und Behältnis gebildete Mischbehälter zum Durchführen des Mischprozesses
verschwenkbar ist, in welchem Mischkopf wenigstens ein rotatorisch angetriebenes Mischwerkzeug
angeordnet ist, dessen Antriebswelle die Wand des Mischkopfes durchgreift. Ferner
betrifft die Erfindung einen Inliner, vorzugsweise für einen solchen Mischkopf.
[0002] Bei derartigen Mischmaschinen handelt es sich um industrielle Mischer, die zum Mischen
insbesondere von Schüttgut, typischerweise pulverförmigem Schüttgut, wie dieses etwa
zum Erstellen von Kunststoffgranulatgemischen oder auch in der Farbindustrie benötigt
wird, eingesetzt werden. Diese Mischmaschinen verfügen über einen gegenüber einem
Gestell schwenkbar gelagerten Mischkopf, der gleichzeitig zum Verschließen eines das
Mischgut enthaltenden Behältnisses dient, das zum Zwecke des darin befindlichen Mischgutes
an den Mischkopf angeschlossen wird. Nach Anschließen des Behältnisses an den Mischkopf
ist ein aus dem Mischkopf und dem das Mischgut enthaltenen Behältnis ein geschlossener
Mischbehälter gebildet. Zum Zwecke des Anschließens des Behältnisses an den Mischkopf
verfügt der Mischkopf über ein oder mehrere Anschlusselemente, beispielsweise einen
umlaufenden Flansch. Aufgrund des Umstandes, dass bei diesen Mischmaschinen ein das
Mischgut enthaltendes Behältnis an den Mischkopf angeschlossen wird, werden diese
Mischer auch als Containermischer angesprochen. Das Behältnis wird auch als Mischcontainer
angesprochen. Der Mischkopf selbst ist schwenkbar gegenüber dem Maschinengestell der
Mischmaschine angeordnet, damit das Mischen in Bezug auf den Mischkopf in einer Überkopfstellung,
bei der der Mischkopf zuunterst und der daran angeschlossene Mischcontainer zuoberst
angeordnet sind. In dieser Stellung ist die unterseitige Ausgabeöffnung des Mischcontainers
nach oben weisend.
[0003] Diese Überkopfstellung ist erforderlich, damit das Mischgut in Kontakt mit dem zumindest
einen von dem Mischkopf getragenen Mischwerkzeug kommt. Das rotatorisch angetriebene
Mischwerkzeug dient zum Erzeugen eines Mischgutstromes innerhalb des geschlossenen
Mischraumes. Die Zeitdauer des Mischvorganges bestimmt den Durchmischungsgrad. Ein
solcher industrieller Mischer ist beispielsweise aus
EP 0 225 495 A2 bekannt.
[0004] Mit derartigen Mischmaschinen wird das Mischgut chargenweise in dem jeweils aus Mischcontainer
und Mischkopf gebildeten Mischbehältnis gemischt. Wenn die Materialzusammensetzung
des Mischgutes zwischen einer ersten Charge und einer nachfolgenden Charge unterschiedlich
ist, muss der Mischkopf gereinigt werden. Dieses umfasst ein Reinigen der Innenwand
des Mischkopfes und des oder der darin angeordneten Mischwerkzeuge. Zu diesem Zweck
können und werden die Mischwerkzeuge aus dem Mischkopf entfernt.
[0005] Bei Mischmaschinen dieser Art ist mitunter zu beobachten, dass sich in dem Mischkopf,
vor allem im Bereich um das oder die Mischwerkzeuge Mischgutansammlungen ausbilden,
die je nach Mischgut auch an dem Boden der Mischmaschine anhaften können. Diese Materialansammlungen
bilden sich bereits zu Beginn des Mischvorganges aus, mit der Folge, dass dieses Material
aus dem weiteren Mischvorgang ausgekoppelt ist. Auftreten kann dieses bei Mischköpfen,
die ein langsam drehendes, typischerweise bodenräumendes erstes Werkzeug und ein oder
mehrere rascher drehende Mischwerkzeuge aufweisen, wie diese beispielsweise aus
DE 20 2014 101 787 U1 oder aus
DE 20 2009 001 937 U1 bekannt sind. Mit diesen Mischköpfen ist ein Mischen von Mischgut ohne nennenswerten
Wärmeeintrag möglich. Da bei Mischmaschinen mit derartigen Mischköpfen das Mischen
in einer Überkopfanordnung mit untenliegenden Mischwerkzeugen erfolgt, fällt beim
Zurückschwenken des Mischkopfes in die Ausgangsstellung nach Abschluss des Mischvorganges
zum Abkoppeln des Mischcontainers dieses nicht hinreichend gemischte Material auf
das darunter befindliche bestimmungsgemäß gemischte Mischgut. Auch wenn die Menge
dieses zurückfallenden, nicht ausreichend gemischten Mischgutes in Bezug auf die Menge
des bestimmungsgemäß gemischten Mischgutes letztendlich nicht nennenswert ist, fällt
dieses mitunter durch seine gegenüber dem bestimmungsgemäß gemischten Mischgut unterschiedliche
Farbe auf. Überdies ist unerwünscht, wenn auch geringe Mischgutanteile nicht bestimmungsgemäß
gemischt sind. Von Nachteil kann zudem sein, wenn derartiges, nicht hinreichend gemischtes
Material in dem Mischkopf anhaftet und in diesem als ungemischte oder nicht hinreichend
gemischte Materialansammlung verbleibt.
[0006] Ausgehend von diesem diskutierten Stand der Technik liegt der Erfindung daher die
Aufgabe zugrunde, eine Mischmaschine der eingangs genannten Art dergestalt weiterzubilden,
dass mit dieser unter Vermeidung der vorstehend umrissenen Problematik Mischgut insgesamt
bestimmungsgemäß gemischt werden kann.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch eine eingangsgenannte, gattungsgemäße
Mischmaschine, bei der der Mischkopf doppelwandig ausgebildet ist, wobei die Innenwand
der doppelwandigen Ausbildung perforiert ist, durch welche Perforationen als Fluidwegsamkeit
der von der Innenwand eingefasste Raum mit dem zwischen der Innenwand und der Außenwand
vorgesehenen Wandzwischenraum verbunden ist, und der Wandzwischenraum an eine zum
Einstellen des Druckes in dem Wandzwischenraum vorgesehene Druckeinstelleinrichtung
angeschlossen ist, und bei der in dem Mischkopf ein flexibler Inliner zum Auskleiden
seiner durch die Innenwand bereitgestellten inneren Oberfläche angeordnet ist, welcher
Inliner durch einen in dem Wandzwischenraum anliegenden Unterdruck an der Innenwand
des Mischkopfes fixierbar ist.
[0008] Bei dieser Mischmaschine ist der Mischkopf doppelwandig ausgebildet. Dabei ist vorgesehen,
dass die Innenwand perforiert ist, um den Innenraum des Mischkopfes mittels der die
Perforation ausbildenden Durchbrechungen als Fluidwegsamkeit mit dem zwischen der
Innenwand und der Außenwand befindlichen Wandzwischenraum zu verbinden. In den Mischkopf
ist ein flexibler Inliner eingesetzt, der die in Richtung zu dem von dem Mischkopf
eingefassten Raum weisenden Oberfläche der inneren Wand bedeckt und dadurch auch die
Perforationen verschließt. Der Wandzwischenraum ist an eine Druckeinstelleinrichtung
angeschlossen, über die der Wandzwischenraum mit einem sich von dem Umgebungsdruck
unterscheidenden Druck beaufschlagt werden kann. Der Wandzwischenraum ist durch die
Druckeinstelleinrichtung somit mit Unterdruck oder mit Überdruck beaufschlagbar. Die
Druckeinstelleinrichtung verfügt daher über Mittel zum Bereitstellen eines Unterdruckes
in dem Wandzwischenraum oder auch eines Überdruckes. Zum Bereitstellen eines Unterdruckes
kann eine Unterdruckpumpe dienen. Zum Bereitstellen eines Überdruckes eine Druckpumpe.
Beides lässt sich auch durch eine Kolben-Zylinderanordnung oder durch Anschließen
des Wandzwischenraumes an ein hydraulisches Ausgleichgefäß erreichen.
[0009] Ist der Inliner in den Mischkopf eingesetzt, was für die Verwendung des Mischkopfes
zum Mischen eines Mischgutes erforderlich ist, wird der Wandzwischenraum mit einem
Unterdruck beaufschlagt, der beispielsweise 0,3 - 0,5 bar unterhalb des Umgebungsdruckes
liegt. Durch diese Maßnahme wird der Inliner an die Innenseite der Innenwand angesaugt
und ist durch diese Maßnahme daran fixiert. Der Mischprozess wird mit einem an diesen
Mischkopf angeschlossenen Mischcontainer durchgeführt, wie dieses aus dem Stand der
Technik bekannt ist. Um zu vermeiden, dass nach Abschluss des Mischprozesses ungemischtes
Mischgut auf das übrige, bestimmungsgemäß gemischte Mischgut fällt, wird vor Abschluss
des Mischprozesses wenigstens einmal der Mischkopf mit dem daran angeschlossenen Mischcontainer
aus seiner über Kopf Mischstellung in seine Ausgangsstellung zurückgeschwenkt, in
welcher Ausgangsstellung sich der Mischkopf oberhalb des Mischcontainers befindet.
An dem Inliner anhaftendes Material kann bei diesem Rückschwenkprozess von diesem
abfallen und wird auf diese Weise in den weiteren Mischprozess eingebunden. Sollte
das nicht oder nicht hinreichend gemischte Mischgut, wenn der Mischkopf in seine Ausgangsstellung
zurückgeschwenkt worden ist, an dem Inliner anhaften oder sollte derartiges zu befürchten
sein, wird der Wandzwischenraum mit einem gewissen Überdruck beaufschlagt, sodass
sich diese von dem Bereich des Bodens des Mischkopfes löst und in diese Richtung ähnlich
einem Walkprozess deformiert wird. Durch die Deformation des Inliners wird der Haftverbund
von an dem Inliner anhaftenden Mischgutpartikeln gelöst, sodass diese dann in das
darunter befindliche Mischgut zurückfallen. Nachdem der Wandzwischenraum zum erneuten
Ansaugen des Inliners wieder mit Unterdruck beaufschlagt worden ist, wird das Mischbehältnis
erneut in die Mischstellung zurückgeschwenkt und der Mischprozess fortgesetzt. Sollte
durch den weiteren Mischprozess wiederum Mischgut aus dem Mischprozess ausgekoppelt
werden, handelt es sich hierbei nicht mehr um ungemischtes Mischgut, sondern um bereits
gemischtes Mischgut, durch das die gemischte Charge, wenn dorthin zurückfallend, nicht
beeinträchtigt wird. Dieser Vorgang kann ein- oder mehrfach während des Mischprozesses
wiederholt werden. Aus diesem Grunde ist der Inliner flexibel.
[0010] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist der Inliner aus einem elastischen oder einem
gummielastischen Polymer hergestellt, wobei die Innenseite vorzugsweise mit einer
haftungsminimierenden Beschichtung ausgerüstet und/oder mit einer solchen Oberflächenstrukturierung
ausgestattet ist.
[0011] Der Inliner verfügt über eine hinreichende Formstabilität, dass dieser bei Anlegen
eines Überdruckes in dem Wandzwischenraum nicht zusammenfällt, sondern lediglich von
der Innenseite der Innenwand des Mischkopfes gelöst wird. Eine solche Druckbeaufschlagung
kann auf bestimmte Bereiche des Wandzwischenraumes und damit auf bestimmte Bereiche
des Inliners wirkend begrenzt sein. In einem solchen Fall wird man den Wandzwischenraum
in einzelne Segmente unterteilen. Diese Formstabilität eines Inliners lässt sich beispielsweise
mit einer mit PTFE beschichteten Gummifolie erreichen, die eine Materialstärke von
2 - 3 mm aufweist.
[0012] In einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass der Inliner an seinem zu dem Mischcontainer
weisenden Rand einen in radialer Richtung nach außen abragenden, umlaufenden Flansch
trägt. Dieser Flansch dient zugleich als Dichtung in der Schnittstelle zwischen dem
Mischkopf und einem Mischcontainer. Dieser Flansch ist sodann durch den mit Druck
dagegen gepressten Gegenflansch des Mischcontainers in der genannten Schnittstelle
fixiert. Wird bei einer solchen Ausgestaltung der Wandzwischenraum mit Überdruck beaufschlagt,
wird sich typischerweise aufgrund der Formstabilität des Inliners nur der Boden von
der Innenwand lösen. Dieser Bereich ist auch derjenige, an dem, wenn überhaupt, Materialanhaftungen
zu erwarten sind.
[0013] In einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass an diesen Flansch des Inliners ein Verbindungsfortsatz
angeformt ist, der zum Fixieren des Inliners an dem Mischkopf auch ohne dass ein Mischcontainer
daran angeschlossen ist, in eine umlaufende Nut eines den Wandzwischenraum abschließenden
Ringkörpers eingreift. Der Eingriff dieses Verbindungsfortsatzes in die umlaufende
Nut des Mischkopfes ist reibschlüssig oder formschlüssig. Im ersteren Fall greift
der Verbindungsfortsatz nach Art eines Paspelrandes in die Nut ein. Bei einem formschlüssigen
Anschluss ist die formschlüssige Nut hinterschnitten ausgeführt und der Verbindungsfortsatz
weist einen verdickten Endabschnitt auf, der vorzugsweise als Hohlkammerprofil ausgebildet
ist, um in die Nut eingesetzt werden zu können.
[0014] Nachfolgend ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die beigefügten Figuren beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematisierte perspektivische Ansicht einer Mischmaschine mit einem an den Mischkopf
derselben angeschlossenen, ein Mischgut enthaltenden Mischbehälter in Mischstellung,
- Fig. 2:
- einen schematisierten Querschnitt durch den Mischkopf der Mischmaschine der Figur
1, dargestellt ohne Mischwerkzeuge, mit einem darin eingesetzten Inliner,
- Fig. 3:
- eine vergrößerte Detaildarstellung des in Figur 2 gekennzeichneten Ausschnittes des
Mischkopfes,
- Fig. 4:
- eine perspektivische Inneneinsicht in den Mischkopf ohne eingesetzten Inliner,
- Fig. 5:
- eine perspektivische Darstellung des in den Mischkopf der Mischmaschine der Figur
1 eingesetzten Inliners und
- Fig. 6:
- einen vergrößerten und detaillierterer Ausschnitt aus dem Boden des Mischkopfes im
Bereich seiner Durchbrechung zum Durchführen einer Antriebswelle für ein Mischwerkzeug.
[0015] Eine Mischmaschine 1 für industrielle Zwecke verfügt über ein Maschinengestell 2,
an dem schwenkbar ein Mischkopf 3 gelagert ist. Die Schwenkachse des Mischkopfes 3
ist mit dem Bezugszeichen S in Figur 1 kenntlich gemacht. Über einen Antrieb 4 ist
der Mischkopf 3 um seine Schwenkachse S zumindest um 180° schwenkbar. Bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel dient die Schwenkbarkeit des Mischkopfes 3 dem Zweck, dass in
seiner gegenüber der Darstellung in Figur 1 um 180° gedrehten Stellung ein Mischcontainer
5 als ein Mischgut enthaltender Behälter an den Mischkopf 3 herangefahren und an diesen
angeschlossen werden kann, um dann die aus Mischcontainer 5 und Mischkopf 3 gebildete
Einheit - das eigentliche Mischbehältnis - in die in Figur 1 gezeigte Stellung des
Mischkopfes 3 verschwenken zu können. In dieser Stellung befindet sich der Mischkopf
3 der Mischmaschine 1 zuunterst, damit das in den Mischcontainer 5 enthaltene Mischgut
auf die in dem Mischkopf 3 angeordneten Werkzeuge fällt. Diese Stellung stellt die
Mischstellung des Mischkopfes 3 der Mischmaschine 1 dar.
[0016] Der Mischkopf 3 des dargestellten Ausführungsbeispiels verfügt über zwei Werkzeuge,
die bei den dargestellten Ausführungsbeispielen jeweils durch einen Elektromotor 6,
7 angetrieben sind.
[0017] Bei dem in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Mischkopf 5 mit
seinen Mischwerkzeugen konzipiert, wie der in
EP 2 460 581 A1 beschriebene Mischkopf gemäß dem Ausführungsbeispiel der Figuren 1 bis 3. Insofern
werden durch diese explizite Inbezugnahme auf
EP 2 460 581 A1 die diesbezüglichen Beschreibungen des darin beschriebenen Mischkopfes zum Gegenstand
dieser Ausführungen und zur Beschreibung des Mischkopfes 3 des dargestellten Ausführungsbeispiels
gemacht.
[0018] Figur 2 zeigt den Mischkopf 3 der Mischmaschine 1 in einer Alleindarstellung und
ohne die darin eingeordneten Mischwerkzeuge einschließlich der die Werkzeuge antreibenden
Antriebswellen. Der Mischkopf 3 ist doppelwandig ausgeführt und umfasst eine Innenwand
8 und eine die Innenwand 8 unter Belassung eines Abstandes einfassende Außenwand 9.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel umgibt die Außenwand 9 die Innenwand nach
Art eines Kastens. Zwischen der Innenwand 8 und der Außenwand 9 befindet sich ein
Wandzwischenraum 10. Der Wandzwischenraum 10 ist gegenüber der äußeren Umgebung abgedichtet.
Zu diesem Zweck dient ein in Figur 2 gezeigter Ringkörper 11, durch den die Innenwand
8 mit dem unteren Abschluss der Außenwand 9 verbunden ist. Der Ringkörper 11 bildet
zugleich einen Anschlussflansch als Widerlager, gegen das der Anschlussflansch des
Mischcontainers 5 zum Ausbilden eines aus dem Mischkopf 3 und dem Mischcontainer 5
gebildeten Mischbehältnisses mit seinem Anschlussflansch gepresst wird. Der Wandzwischenraum
10 dient bei dem Mischkopf 3 als Sammler für ein Fluid, typischerweise Umgebungsluft.
Der Wandzwischenraum 10 kann mit einem Unterdruck oder einem Überdruck beaufschlagt
werden. Zu diesem Zweck ist in nicht näher dargestellter Art und Weise der Wandzwischenraum
10 über einen Anschluss 12 und eine daran angeschlossene Anschlussleitung an eine
Druckeinstellungseinrichtung angeschlossen. Mit dieser ist der im Wandzwischenraum
10 herrschende Druck einstellbar.
[0019] Gegenüber dem Wandzwischenraum 10 abgedichtete Durchbrechungen 13, 14 dienen zum
Durchführen der Antriebswellen der in der Figur nicht dargestellten Mischwerkzeuge.
Bei dem Mischkopf 3 der Mischmaschine 1 ist durch die Durchbrechung 13 ein drehend
angetriebenes bodenräumendes Werkzeug angeordnet, während die Durchbrechung 14 der
Antriebswelle eines rascher drehenden und für die eigentliche Durchmischung verantwortlichen
Mischwerkzeuges dient.
[0020] Der von der Innenwand 10 eingefasste Raum bildet zusammen mit dem Hohlraum eines
an den Mischkopf 3 angeschlossenen Mischcontainers den Mischhohlraum aus. Die Innenseite
der Innenwand 8 ist mit einem flexiblen Inliner 15 ausgekleidet. Die Anordnung des
Inliners 15 an der Innenwand 8 ist in der vergrößerten Darstellung der Figur 3 erkennbar.
[0021] Die Innenwand 8 ist perforiert und trägt nach Art eines Rasters über seine gesamte
Oberfläche verteilt Durchbrechungen 16, mit denen der Wandzwischenraum 10 mit dem
durch die Innenwand 8 eingefassten Hohlraum verbunden ist (siehe auch Figur 4). Der
Inliner 15 des dargestellten Ausführungsbeispiels ist aus einem Gummiwerkstoff nach
Art einer Folie hergestellt und trägt an seiner in den von der Innenwand 8 eingefassten
Hohlraum weisenden Seite eine haftungsminimierende Beschichtung, die bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel als PTFE-Beschichtung ausgeführt ist. Der Inliner 15 weist typischerweise
eine Härte Shore A zwischen 50 und 70 auf und hat damit eine Materialelastizität,
die etwa derjenigen eines Fahrzeugreifens entspricht. Dieses bedeutet, dass der Inliner
15 eine gewisse Materialelastizität inne hat. Der Inliner 15 trägt an seinem dem Ringkörper
11 zugeordneten Ende einen umlaufenden Flansch 17, der in radialer Richtung auskragt.
An den Flansch 17 ist ein Verbindungsfortsatz 18 nach Art eines Paspelrandes angeformt,
der in eine umlaufende Nut 19 des Ringkörpers 11 eingreift. Bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel wird die Nut 19 durch einen Absatz in dem Ringkörper 11 und der
Außenseite der Innenwand 8 gebildet. Der von der Anlageseite des Ringkörpers 11 wegweisende
Verbindungsfortsatz 18 ist in der Nut 19 reibschlüssig gehalten. Dieses gewährleistet,
dass der Inliner 15 in der in den Figuren 2 und 3 gezeigten Stellung verbleibt, auch
wenn kein Mischcontainer an den Mischkopf 3 angeschlosen ist. Der Inliner 15 verfügt
über eine entsprechende Formstabilität, dass er seine in den Figuren 2 und 3 gezeigte
Form auch ohne zusätzliche Maßnahmen beibehält und nicht in den von der Innenwand
8 eingefassten Hohlraum einfällt, auch wenn in dem Wandzwischenraum 10 kein Unterdruck
anliegt.
[0022] Zur vollständigen Fixierung des Inliners 15 an der Innenwand 8 wird der Wandzwischenraum
10 mit einem gewissen Unterdruck beaufschlagt, beispielsweise 0,3-0,5 bar unter Umgebungsdruck.
Aufgrund der Abdichtung des Wandzwischenraumes 10 gegenüber der Umgebung wird durch
diese Maßnahme der Inliner 15 an die Innenseite der Innenwand 8 angesaugt. Dieses
gewährleistet, dass der Inliner 15 auch bei einem Mischbetrieb in seiner bestimmungsgemäßen
Position an der Innenseite der Innenwand 8 anliegend verbleibt. Der Inliner 15 bzw.
die in den Hohlraum weisende Seite ist hinreichend abriebsresistent für das mit dem
Mischkopf 3 zu mischende Mischgut.
[0023] Figur 5 zeigt den Inliner 15, dessen Geometrie an die Geometrie der Innenseite der
Innenwand 8 angepasst ist. An denjenigen Stellen, an denen die Antriebswellen oder
andere Mittel, beispielsweise Sensoren in den von der Innenwand 8 eingefassten Hohlraum
eingreifen, verfügt der Inliner 15 über entsprechende Durchbrechungen.
[0024] Figur 6 zeigt eine vergrößerte Schnittdarstellung aus dem Bereich der Durchbrechung
13 zum Durchführen der Antriebswelle für ein Mischwerkzeug durch den Boden des Mischkopfes
3 und den darin angeordneten Inliner 15. Die diesbezügliche Öffnung des Inliners ist
durch Ringkörper 20 eingefasst, der an die übrigen Bestandteile des Inliners 15 angeformt
ist. Zur Versteifung kann der Ringkörper 20 einen Stahleinleger aufweisen. Der Ringkörper
20 ist ausgeführt, um in eine Vertiefung 21 des Bodens des Mischkopfes 3 einzugreifen.
In die Durchbrechung 13 des Mischkopfes 3 ist eine Dichtbuchse 22 eingesetzt. Diese
dient zur Abdichtung der Antriebswelle 23, auf deren freien Ende ein Mischwerkzeug
sitzt. Mehrere Wellendichtungen sind innenseitig in der Dichtbuchse 22 gehalten. Die
Dichtbuchse 22 selbst verfügt über einen in radialer Richtung nach außen abragenden
Flansch 24, der durch mehrere Schrauben 25 an dem Boden des Mischkopfes 3 befestigt
ist. Der an der zu dem Inneren des Mischkopfes 3 befindlichen Seite der Dichtbuchse
22 angeordnete Flansch 24 weist an seiner radialen Außenseite einen Absatz 26 auf,
der einen komplementären Absatz des Ringkörpers 20 des Inliners 15 übergreift. Durch
diesen Übergriff des Flansches 24 mit seinem durch den Absatz 26 gebildeten Vorsprung
ist der Ringkörper 20 bei montierter Dichtbuchse an dem Boden des Mischkopfes 3 angeschlossen.
[0025] Die die Durchbrechungen 13, 14 durchgreifenden Antriebswellen sind gegenüber den
Durchbrechungen 13, 14 durch eine Spaltdichtung abgedichtet, indem diese mit Gas durchspült
werden, und zwar von außen nach innen. Hierdurch wird während des Mischprozesses der
Innendruck in dem Mischbehältnis langsam erhöht, sodass durch diese Maßnahme die Fixierung
des Inliners an der Innenseite der Innenwand 8 zusätzlich unterstützt wird.
[0026] Um am Ende des Mischprozesses keine nicht oder nicht hinreichend durchmischten Materialablagerungen
im Bereich der Innenseite des Mischkopfes 3 zu erhalten, wird nach einer ersten Mischphase
der Mischkopf 3 in seine Grundstellung verschwenkt, sodass sich der Mischkopf 3 wieder
zuoberst befindet. Zum Unterstützen eines Abfallens von nicht oder nicht hinreichend
durchmischten Materialablagerungen innerhalb des Mischkopfes 3, damit diese in das
Mischgut zurückfallen, wird der Wandzwischenraum 10 mit einem gewissen Überdruck gegenüber
dem im Mischbehältnis befindlichen Druck beaufschlagt, beispielsweise 0,3 - 0,5 bar.
Dieses führt dazu, dass sich der Inliner 15 von der Innenseite der Innenwand 8 abhebt,
mithin aufgrund seiner Flexibilität deformiert wird. Durch diese walkartige Deformation
lösen sich darauf anhaftende Mischgutablagerungen und fallen in das in dem Mischcontainer
befindliche Mischgut zurück. Anschließend wird der Mischprozess fortgesetzt. In das
Mischgut eingefallenes, zuvor noch nicht hinreichend durchmischtes Material wird im
Fortgang des Mischprozesses durchmischt. Sollten wiederholt Materialablagerungen zu
beobachten sein, handelt es sich bei diesen dann nicht mehr um nicht durchmischtes
Mischgut.
[0027] Von Vorteil bei dem Einsatz eines Inliners, wie an dem vorstehenden Ausführungsbeispiel
dargelegt, ist zudem, dass sich dieses ohne weiteres mit haftungsminimierenden Beschichtungen
ausrüsten lässt, jedenfalls auf sehr viel einfachere Art und Weise als eine Stahloberfläche.
[0028] Zum Reinigen des Mischkopfes 3 kann der Inliner 15 grundsätzlich in dem Mischkopf
3 verbleiben. Vor dem Hintergrund, dass für die Reinigung des Mischkopfes 3 in aller
Regel die Mischwerkzeuge aus dem Mischkopf 3 entfernt werden, bietet es sich bei der
Reinigung des Mischkopfes an, den Inliner 15 auszutauschen. Wenn zu erwarten ist,
dass nochmals eine Mischgutcharge mit derselben Materialzusammensetzung zu mischen
ist, braucht ein solcher, aus dem Mischkopf 3 entnommener Inliner 15 nicht gereinigt
zu werden. Wird erneut eine Mischgutcharge gemischt, die derjenigen entspricht, die
mit dem Inliner 15 gemischt worden ist, kann man diesen auch ungereinigt in den Mischkopf
3 einsetzen. Dieses reduziert nicht nur die für eine Reinigung des Mischkopfes 3 notwendige
Zeit, sondern auch damit einhergehende Kosten und vermindert den Einsatz von Reinigungsflüssigkeit
bzw. reduziert die zu entsorgenden Reinigungsflüssigkeitsmenge.
[0029] Auch wenn in dem beschriebenen Ausführungsbeispiel der Inliner 15 aus einem bezüglich
des zu mischenden Mischgutes abriebsresistenten Material hergestellt ist, kann das
beanspruchte Konzept auch genutzt werden, um einen Abrieb in das Mischgut einzubringen.
Der Inliner ist dann aus einem solchen Material gefertigt oder weist eine aus einem
solchen Material bestehende, in den Mischhohlraum weisende Beschichtung auf.
[0030] Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispiels beschrieben worden. Ohne den
Umfang der geltenden Ansprüche zu verlassen, ergeben sich für einen Fachmann zahlreiche
weitere Möglichkeiten, die Erfindung umzusetzen.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 1
- Mischmaschine
- 2
- Maschinengestell
- 3
- Mischkopf
- 4
- Schwenkantrieb
- 5
- Mischcontainer
- 6
- Elektromotor
- 7
- Elektromotor
- 8
- Innenwand
- 9
- Außenwand
- 10
- Wandzwischenraum
- 11
- Ringkörper
- 12
- Anschluss
- 13
- Durchbrechung
- 14
- Durchbrechung
- 15
- Inliner
- 16
- Durchbrechung
- 17
- Flansch
- 18
- Verbindungsfortsatz
- 19
- Nut
- 20
- Ringkörper
- 21
- Vertiefung
- 22
- Dichtbuchse
- 23
- Antriebswelle
- 24
- Flansch
- 25
- Schraube
- 26
- Absatz
- S
- Schwenkachse
1. Mischmaschine, umfassend einen Mischkopf (3), ausgestattet mit einem oder mehreren
Elementen zum Anschließen desselben an ein ein Mischgut enthaltendes Behältnis zur
Ausbildung eines das Mischgut enthaltenden geschlossenen Mischbehälters, welcher Mischkopf
(3) schwenkbar gegenüber einem Gestell (2) dergestalt gelagert ist, dass der aus Mischkopf
(3) und Behältnis gebildete Mischbehälter zum Durchführen des Mischprozesses verschwenkbar
ist, in welchem Mischkopf (3) wenigstens ein rotatorisch angetriebenes Mischwerkzeug
angeordnet ist, dessen Antriebswelle (23) die Wand des Mischkopfes (3) durchgreift,
dadurch gekennzeichnet, dass der Mischkopf (3) doppelwandig ausgebildet ist, wobei die Innenwand (8) der doppelwandigen
Ausbildung perforiert ist, durch welche Perforationen als Fluidwegsamkeit der von
der Innenwand (8) eingefasste Raum mit dem zwischen der Innenwand (8) und der Außenwand
(9) vorgesehenen Wandzwischenraum (10) verbunden ist, und der Wandzwischenraum (10)
an eine zum Einstellen des Druckes in dem Wandzwischenraum (10) vorgesehene Druckeinstelleinrichtung
angeschlossen ist, und dass in dem Mischkopf (3) ein flexibler Inliner (15) zum Auskleiden
seiner durch die Innenwand (8) bereitgestellten inneren Oberfläche angeordnet ist,
welcher Inliner (15) durch einen in dem Wandzwischenraum (10) anliegenden Unterdruck
an der Innenwand (8) des Mischkopfes fixierbar ist
2. Mischmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Inliner (15) an seinem von dem Boden des Mischkopfes (3) wegweisenden Ende einen
umlaufenden, in radialer Richtung nach außen abragenden Flansch (17) trägt.
3. Mischmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass an den Flansch (17) des Inliners (15) ein umlaufender Verbindungsfortsatz (18) angeformt
ist, der in eine umlaufende Nut (19) eines den Wandzwischenraum (10) abschließenden
Ringkörpers (11) eingreift, wobei der Flansch (17) des Inliners (15) zugleich als
Dichtung zwischen dem Mischkopf (3) und einem daran angeschlossenen Mischbehältnis
dient.
4. Mischmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Inliner (15) eine durch einen Ringkörper (20) eingefasste Öffnung im Bereich
seines Bodens zum Durchführen einer ein Mischwerkzeug tragenden Antriebswelle (23)
aufweist, der mittels eines Klemmringes an dem Boden des Mischkopfes (3) gehalten
ist.
5. Mischmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Klemmring zum Halten des Ringkörpers (20) des Inliners (15) der in radialer Richtung
nach außen abragende Flansch (24) einer den Boden des Mischkopfes (3) durchgreifenden
Dichtbuchse (22) ist.
6. Mischmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Wandzwischenraum (10) mit der Druckeinstelleinrichtung mit Überdruck beaufschlagbar
ist.
7. Mischmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis6 dadurch gekennzeichnet, dass der Inliner (15) aus einem elastischen oder einem gummielastischen Polymer hergestellt
ist.
8. Mischmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenwand des Inliners (15) mit einer haftungsminimierenden Beschichtung ausgerüstet
und/oder mit einer solchen Oberflächenstrukturierung ausgestattet ist.
9. Inliner für einen Mischkopf einer Mischmaschine, welcher Mischkopf (3) mit einem oder
mehreren Elementen zum Anschließen desselben an ein ein Mischgut enthaltendes Behältnis
zur Ausbildung eines das Mischgut enthaltenden geschlossenen Mischbehälters ausgestattet
ist, insbesondere zur Verwendung in einer Mischmaschine nach einem der Ansprüche 1
bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Inliner (15) eine Größe und Formgebung aufweist, um die innere Oberfläche des
Mischkopfes (3) vollständig zu bedecken und der Inliner (15) an seinem von dem Boden
des Mischkopfes (3) wegweisenden Ende einen umlaufenden, in radiale Richtung nach
außen abragenden Flansch (17) trägt.
10. Inliner nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass an den Flansch (17) des Inliners (15) ein Verbindungsfortsatz (18) angeformt ist,
ausgeführt, um in eine umlaufende Nut (19) eines an die Innenwand (8) des Mischkopfes
(3) angeschlossenen Ringkörpers (11) einzugreifen.
11. Inliner nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass dieser eine durch einen Ringkörper (20) eingefasste Bodenöffnung zum Zwecke des Durchgreifens
einer Antriebswelle (23) für ein Mischwerkzeug aufweist.
12. Inliner nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Inliner (15) aus einem elastischen oder einem gummielastischen Polymer hergestellt
ist.
13. Inliner nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenwand des Inliners (15) mit einer haftungsminimierenden Beschichtung ausgerüstet
und/oder mit einer solchen Oberflächenstrukturierung ausgestattet ist.