[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Drehgestell für mehrgliedrige Schienenfahrzeuge
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein mehrgliedriges Schienenfahrzeug nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 6.
[0002] Dabei bezieht sich die Erfindung auf dreiachsiges 6-Rad Drehgestell mit einem aus
zwei Rahmenelementen ausgebildetem geteilten Rahmen für Schienenfahrzeuge. Das Drehgestell
umfasst dabei einen Mittelradsatz und zwei Endradsätze, deren Lage zur besseren Kurvengängigkeit
zueinander veränderbar ist. Bei gattungsgemäßen dreiachsigen Drehgestellen, insbesondere
von Reisezugwagen und Triebfahrzeugen, werden die drei Radsätze jeweils an einem Rahmenelement
gelagert. Der Radsatz, bestehend aus zwei Rädern, die beispielsweise verdrehsteif
über eine Radsatzwelle miteinander verbunden oder als Losradsatz ausgebildet sind,
trägt und führt das Schienenfahrzeug auf dem Gleis und überträgt die Antriebskräfte
und Bremskräfte vom Fahrzeug auf das Gleis.
[0003] Im Stand der Technik werden sowohl dreiachsige Drehgestelle mit einteiligem Rahmen
als auch dreiachsige Drehgestelle mit dreiteiligem Rahmen beschrieben. Dazu werden
insbesondere die Druckschriften
DE 1292157 A,
DE 2123115 A und
DE 102010040955 B4 genannt. Diese bekannten Drehgestelle sind konstruktiv aufwendig gefertigt und erzeugen
einen hohen Fertigungsaufwand. Zudem erlauben sie nur eine unzureichende Hüllkurvenausnutzung
beim Durchfahren eines Gleisbogens.
[0004] Mehrgliedrige Schienenfahrzeuge, die aus zwei mindestens zwei Wagenkästen aufgebaut
und die mittig über ein Gelenk miteinander verbunden sind (Jakobsbauweise), stehen
dabei üblicherweise auf drei Drehgestellen, wobei das mittlere Drehgestell unter dem
Gelenk angeordnet ist. Der Gelenksdrehpunkt und der Rotationspunkt des mittleren Drehgestells
liegen dabei übereinander. Eine Anordnung der vorgenannten Art wird in der
AT-PS 11726 beschrieben. Es handelt sich dabei um Personenwagen, bestehend aus mehreren gelenkig
miteinander verbundenen Abteilungen, von denen je zwei mit den einander zugekehrten
Enden auf einem gemeinschaftlichen Drehgestell ruhen. Diese Bauart des später nach
dem Erfinder benannten Jakobs-Drehgestells wird heute in vielen Schienenfahrzeugen
weltweit angewendet. Vorteilhaft sind ein ruhiger Lauf des Fahrzeuges, geringe Querverschiebungen
bei Kurvenfahrt sowie Kosten- und Gewichtseinsparungen. Ein mehrgliedriges Schienenfahrzeug
mit einem zweiachsigen Drehgestell und einem Zwischenwagen wird in der
DE - AS 1142894 offenbart. In der Druckschrift wird aber auch bereits die Verwendung von dreiachsigen
Drehgestellen sowie deren Nachteilen offenbart, weshalb die in dieser Druckschrift
beschriebene Lehre auf einen Schienengliederzug mit einem Zwischenwagen und zweiachsigen
Drehgestellen ausgeht.
[0005] Derartige mehrgliedrige Schienenfahrzeuge mit Drehgestellen in Jakobsbauweise oder
Quasi Jakobsbauweise haben neben dem Nachteil, dass die Hüllkurvenausnutzung schlecht
ist, da die Wagenkästen im Bogen stark nach innen sehnen, woraus ein sehr großer kurveninnerer
Hüllkurvenbedarf resultiert und gleichzeitig die kurvenäußere Hüllkurve nur schlecht
ausgenutzt wird, weiter den Nachteil, dass die Fahrzeug-Gesamtlänge begrenzt ist.
Letzteres resultiert aus der Tatsache, dass eine bestimmte Wagenlänge, dividiert durch
die Anzahl der Radaufstandspunkte, die spezielle Achs- oder Radsatzlast ergibt. Die
Jakobs- oder Quasi-Jakobsbauweise zeichnet sich dadurch aus, dass durch die besondere
Anordnung des Drehgestells zwischen den beiden Wagenkästen generell ein Drehgestell
eingespart werden kann, im Vergleich zur klassischen Reisezuganordnung, wo ein Wagenkasten
auf zwei Drehgestellen ruht. Damit ist die Fahrzeug-Kompositionsmöglichkeit eingeschränkt.
[0006] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht deshalb darin, ein Drehgestell für
ein mehrgliedriges Schienenfahrzeug vorzustellen, welches eine optimale Hüllkurvenausnutzung
von Fahrzeugen in Quasi-Jakobsbauweise ermöglicht, wodurch eine verbesserte erreicht
werden soll, Weiterhin wird eine Verbesserung bei zu großer Fahrzeuglänge zu groß
werdenden Achslast ermöglicht. Insbesondere wird durch die Anordnung von 3 anstelle
2 Achsen beim mittleren Drehgestell, also 6 anstelle 4 Rädern, die Problematik zu
hoher Radsatzlasten gelöst, wenn die auf diesem Drehgestell lastenden Massen der Wagenkästen
aufgrund zu großer Distanzen zu den nächsten Drehgestellaufstandspunkte zu groß werden.
Die Erfindung beinhaltet daneben auch ein mehrgliedriges Schienenfahrzeug, welches
mindestens ein derartiges Drehgestell umfasst, wodurch die Hüllkurve des Schienenfahrzeuges
optimiert werden kann, was zur Verbesserung der Wagenkastengeometrie führt.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 6 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den jeweiligen zugehörigen Ansprüchen
enthalten.
[0008] Die Erfindung bezieht sich danach auf ein dreiachsiges Drehgestell für mehrgliedrige
Schienenfahrzeuge, wobei das Drehgestell als 6-Rad Drehgestell ausgebildet ist und
mindestens zwei Drehgestell-Rahmen umfasst, wobei das Drehgestell einen mit Kragarmträgern
versehenen Übergangsträger aufweist. Vorteilhaft ermöglicht der durch den
[0009] Übergangsträger unterhalb gewonnene Platz die Ausführung des Drehgestells als dreiachsiges
Drehgestell, wodurch die Achslast im Vergleich zu einem zweiachsigem Drehgestell reduziert
werden kann. Die Kragarmträger liegen sich entlang der Längsachse des Drehgestells
entgegensetzt gegenüber als Fortsetzung des Übergangsträgers und ragen dabei deutlich
über die beiden Drehgestell-Rahmen hinaus.
[0010] Nach einem besonderen Merkmal ist dabei vorgesehen, dass die beiden Drehgestell-Rahmen
über eine Koppelstange und den pro Drehgestell-Rahmen gelagerten Losrädern miteinander
verbunden sind, wobei die Koppelstange in Verbindung mit den beiden Losrädern die
mittlere Achse des Drehgestells bildet.
[0011] Besonders vorteilhaft ist weiter vorgesehen, dass die beiden Kragarmträger jeweils
einen vom Übergangsträger abgewinkelten Abschnitt und einen daran anschließenden horizontalen
Abschnitt aufweisen, der jeweils ca. in Höhe der Radachsen des Drehgestells verläuft,
wobei auf den horizontalen Abschnitten der Kragarmträger jeweils Gelenkverbindungen
angeordnet sind, die vorzugsweise als Kugelgelenke ausgebildet sind.
[0012] Nach einem weiteren Merkmal ist vorteilhaft vorgesehen, dass im Bereich der Radachsen
und Losräder Primärfederungen angeordnet sind und zwischen den beiden Drehgestell-Rahmen
und dem Übergangsträger jeweils eine Wiege auf Sekundärfedern angeordnet ist.
[0013] Vorteilhaft ist weiter vorgesehen, dass das Drehgestell als Spezial Trieb-Drehgestell
ausgebildet ist, wobei im Bereich der Außenseiten der Räder mindestens jeweils ein
Antriebsmodul angeordnet ist, welches aus einer Motor-Getriebeeinheit besteht.
[0014] Die Erfindung bezieht sich daneben auch auf ein mehrgliedriges Schienenfahrzeug mit
mehreren miteinander verbundenen Wagenkästen, zwischen dessen sich gegenüberliegenden
laufwerklosen Wagenkastenenden ein Zwischenwagenkasten angeordnet ist, wobei die einander
zugewandten Enden der Wagenkästen auf einem Drehgestell aufliegen, welches als 6-Rad
Drehgestell ausgebildet ist und mindestens zwei Drehgestell-Rahmen umfasst.
[0015] Vorteilhaft umfasst das Drehgestell einen Übergangsträger der an den den Wagenkastenenden
zugewandten Seiten Kragarmträger aufweist, die über die beiden Drehgestell-Rahmen
hinausragen und dabei unter die Wagenkastenenden greifen und dabei die Wagenkastenenden
mit auf den Kragarmträgern angeordneten Gelenkverbindungen verbunden sind.
[0016] Nach einem besonderen Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, dass die beiden Drehgestell-Rahmen
über eine Koppelstange und den pro Drehgestell-Rahmen gelagerten Losrädern miteinander
verbunden sind, wobei die Koppelstange in Verbindung mit den beiden Losrädern die
mittlere Achse des Drehgestells bildet.
[0017] Nach einem besonders bevorzugtem Merkmal ist vorgesehen, dass die beiden Kragarmträger
einen vom Übergangsträger abgewinkelten Abschnitt und einen daran anschließenden horizontalen
Abschnitt aufweisen, der jeweils ca. in Höhe der Radachsen des Drehgestells verläuft,
wobei auf den horizontalen Abschnitten der beiden Kragarmträger Gelenkverbindungen
angeordnet sind, die vorzugsweise als Kugelgelenke ausgebildet sind.
[0018] Nach einem weiteren Merkmal sind im Bereich der Radachsen und Losräder Primärfederungen
angeordnet, und zwischen den beiden Drehgestell-Rahmen und dem Übergangsträger sind
Sekundärfedern und Wiegen eingebaut.
[0019] Bevorzugt ist das Drehgestell als Spezial Trieb-Drehgestell ausgebildet, wobei im
Bereich der Außenseiten der Räder mindestens jeweils ein Antriebsmodul vorgesehen
ist, welches aus einer Motor-Getriebeeinheit besteht.
[0020] Besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass der als Zwischenwagenkasten ausgebildete
Wagenkasten als geschlossener Wagenkasten oder als Wagenkasten mit Übergängen zu den
anliegenden Wagenkästen ohne besondere Veränderung am 6-Rad Drehgestell ausgebildet
ist.
[0021] Nach einem weiteren Merkmal ist der Zwischenwagenkasten ganz oder teilweise zur Aufnahme
bzw. Anordnung elektrischer elektronischer und/oder technischer Ausrüstungen vorgesehen.
[0022] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen mit Bezugnahme auf die zugehörigen Zeichnungen.
[0023] Es zeigen
- Fig. 1:
- in perspektivischer Ansicht ein dreiachsiges Drehgestell mit zweigeteiltem Rahmen,
- Fig. 2:
- ein dreiachsiges Drehgestell mit zweigeteiltem Rahmen in einer Ansicht von unten,
- Fig. 3:
- ein mehrgliedriges Schienenfahrzeug in einer Seitenansicht in Schnittdarstellung,
- Fig. 4:
- ein mehrgliedriges Schienenfahrzeug in einer Seitenansicht in Schnittdarstellung,
[0024] In den Figuren 1 und 2 ist eine Ausführungsvariante eines dreiachsigen Drehgestells
für mehrgliedrige Schienenfahrzeuge dargestellt. Das Drehgestell 1 ist als 6-Rad Drehgestell
ausgebildet und umfasst zwei Drehgestell-Rahmen 1.1, 1.2. Das Drehgestell 1 weist
einen mit Kragarmträgern 2.1, 2.2 versehenen Übergangsträger 2 auf. Die Kragarmträger
2.1, 2.2 liegen sich entlang der Längsachse des Drehgestells 1 entgegensetzt gegenüber
und ragen dabei über die beiden Drehgestell-Rahmen 1.1, 1.2 hinaus. Die beiden Drehgestell-Rahmen
1.1, 1.2 sind über eine Koppelstange 1.3 und den pro Drehgestell-Rahmen 1.1, 1.2 gelagerten
Losrädern c, d miteinander verbunden. Die Koppelstange 1.3 bildet dabei in Verbindung
mit den Losrädern c, d die mittlere Achse y des Drehgestells 1. Die beiden Kragarmträger
2.1, 2.2 weisen einen vom Übergangsträger 2 in Richtung Radachsen abgewinkelten Abschnitt
2.1.a, 2.2.a und einen daran anschließenden horizontalen Abschnitt 2.1.b, 2.2.b auf,
der jeweils ca. in Höhe der Radachsen des Drehgestells verläuft. Auf den horizontalen
Abschnitten 2.1.b, 2.2.b der Kragarmträger 2.1, 2.2 sind Gelenkverbindungen 2.3, 2.4
angeordnet, die vorzugsweise als Kugelgelenke ausgebildet sind. Im Bereich der Radachsen
x, y, z sind Primärfederungen 3 vorgesehen und zwischen den Drehgestell-Rahmen 1.1,
1.2 und dem Übergangsträger 2 sind Sekundärfedern 4 und Wiegen 5 in bekannter Bauart
angeordnet. Die pro Drehgestell-Rahmen 1.1, 1.2 vorgesehenen Wiegen 5 verfügen jeweils
über eine Anbindung an den Übergangsträger 2. Die pro Drehgestell-Rahmen 1.1, 1.2
vorgesehenen Sekundärfedern 4 sind jeweils versetzt zum Drehpunkt des Drehgestell
angeordnet. Das Drehgestell 4 ist als Spezial Trieb-Drehgestell ausgebildet. Im Bereich
der Außenseiten der Räder a, c; d, f ist jeweils ein Antriebsmodul 6 vorgesehen ist,
welches aus einer Motor-Getriebeeinheit besteht.
[0025] Die Figuren 3 und 4 zeigen ein erfindungsgemäßes mehrgliedriges Schienenfahrzeug
mit mehreren miteinander verbundenen Wagenkästen 10, 20, 30 zwischen dessen laufwerklosen
Wagenkastenenden 11, 21 ein Zwischenwagenkasten 30 angeordnet ist. Die einander zugewandten
Enden der Wagenkästen 10, 20 liegen dabei auf dem Drehgestell 1 auf. Das bereits oben
beschriebene Drehgestell 1 ist als 6-Rad Drehgestell ausgebildet. Das Drehgestell
1 umfasst demnach einen Übergangsträger 2, der an den den Wagenkastenenden 11, 21
zugewandten Seiten Kragarmträger 2.1, 2.2 aufweist, die über die Drehgestell-Rahmen
1.1, 1.2 hinausragen und dabei unter die Wagenkastenenden 11, 21 greifen, wobei die
Wagenkastenenden 11, 21 mit auf den Kragarmträgern 2.1, 2.2 angeordneten Gelenkverbindungen
2.3, 2.4 verbunden sind. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird hinsichtlich der Beschreibung
des Drehgestells für das mehrgliedrige Schienenfahrzeug auf die o.g. Ausführungen
verwiesen.
[0026] Der als Zwischenwagenkasten ausgebildete Wagenkasten 30 ist in einer Ausführungsvariante
nach Fig. 3 als geschlossener Wagenkasten 30a und nach einer weiteren Ausführungsvariante
nach Fig. 4 als Wagenkasten 30b mit Übergängen für Passagiere zu den anliegenden Wagenkästen
10, 20 ausgebildet. Der Wagenkasten 30 kann dabei, je nach Ausführungsvariante, ganz
oder teilweise zur Aufnahme bzw. Anordnung elektrischer, elektronischer und/oder technischer
Ausrüstungen ausgebildet sein.
1. Dreiachsiges Drehgestell für mehrgliedrige Schienenfahrzeuge, wobei das Drehgestell
(1) als 6-Rad Drehgestell ausgebildet ist und mindestens zwei Drehgestell-Rahmen (1.1,
1.2) umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Drehgestell (1) einen Übergangsträger (2) aufweist, der mit Kragarmträgern (2.1,
2.2) versehenen ist, wobei die Kragarmträger (2.1, 2.2) sich entlang der Längsachse
des Drehgestells (1) entgegensetzt gegenüberliegen und über die beiden Drehgestell-Rahmen
(1.1, 1.2) hinausragen.
2. Drehgestell nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Drehgestell-Rahmen (1.1, 1.2) über eine Koppelstange (1.3) und den pro
Drehgestell-Rahmen (1.1, 1.2) gelagerten Losrädern (c, d) miteinander verbunden sind,
wobei die Koppelstange (1.3) die mittlere Achse (y) des Drehgestells (1) bildet.
3. Drehgestell nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Kragarmträger (2.1, 2.2) einen vom Übergangsträger (2) in Richtung Radachsen
abgewinkelten Abschnitt (2.1.a, 2.2.a) und einen daran anschließenden horizontalen
Abschnitt (2.1.b, 2.2.b) aufweisen, der jeweils ca. in Höhe der Radachsen des Drehgestells
verläuft, wobei auf den horizontalen Abschnitten (2.1.b, 2.2.b) der Kragarmträger
(2.1, 2.2) Gelenkverbindungen (2.3, 2.4) angeordnet sind, die vorzugsweise als Kugelgelenke
ausgebildet sind.
4. Drehgestell nach einem der Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Radachsen (x, y, z) Primärfederungen (3) vorgesehen sind und zwischen
den Drehgestell-Rahmen (1.1, 1.2) und dem Übergangsträger (2) Sekundärfedern (4) und
Wiegen (5) angeordnet sind.
5. Drehgestell nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Drehgestell (4) als Spezial Trieb-Drehgestell ausgebildet ist, wobei im Bereich
der Außenseiten der Räder (a, c; d, f) mindestens jeweils ein Antriebsmodul (6) vorgesehen
ist, welches aus einer Motor-Getriebeeinheit besteht.
6. Mehrgliedriges Schienenfahrzeug mit mehreren miteinander verbundenen Wagenkästen (10,
20, 30) zwischen dessen laufwerklosen Wagenkastenenden (11, 21) ein Zwischenwagenkasten
(30) angeordnet ist, wobei die einander zugewandten Enden der Wagenkästen (10, 20)
auf einem Drehgestell (1) aufliegen, wobei das Drehgestell (1) als 6-Rad Drehgestell
ausgebildet ist und mindestens zwei Drehgestell-Rahmen (1.1, 1.2) umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Drehgestell (1) einen Übergangsträger (2) umfasst, der an den den Wagenkastenenden
(11, 21) zugewandten Seiten Kragarmträger (2.1, 2.2) aufweist, die über die Drehgestell-Rahmen
(1.1, 1.2) hinausragen und dabei unter die Wagenkastenenden (11, 21) greifen, wobei
die Wagenkastenenden (11, 21) mit auf den Kragarmträgern (2.1, 2.2) angeordneten Gelenkverbindungen
(2.3, 2.4) verbunden sind.
7. Schienenfahrzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehgestell-Rahmen (1.1, 1.2) über eine Koppelstange (1.3) und den pro Drehgestell-Rahmen
(1.1, 1.2) gelagerten Losrädern (c, d) miteinander verbunden sind, wobei die Koppelstange
(1.3) die mittlere Achse (y) des Drehgestells (1) bildet.
8. Schienenfahrzeug nach den Ansprüchen 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kragarmträger (2.1, 2.2) einen vom Übergangsträger (2) abgewinkelten Abschnitt
(2.1.a, 2.2.a) und einen daran anschließenden horizontalen Abschnitt (2.1.b, 2.2.b)
aufweisen, der jeweils ca. in Höhe der Radachsen des Drehgestells verläuft, wobei
auf den horizontalen Abschnitten (2.1.b, 2.2.b) der Kragarmträger (2.1, 2.2) die Gelenkverbindungen
(2.3, 2.4) angeordnet sind, die vorzugsweise als Kugelgelenke ausgebildet sind.
9. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüchen 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Radachsen (x, y, z) Primärfederungen (3) vorgesehen sind und zwischen
den Drehgestell-Rahmen (1.1, 1.2) und dem Übergangsträger (2) Sekundärfedern (4) und
Wiegen (5) angeordnet sind.
10. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Drehgestell (4) als Spezial Trieb-Drehgestell ausgebildet ist, wobei im Bereich
der Außenseiten der Räder (a, c; d, f) mindestens jeweils ein Antriebsmodul (6) vorgesehen
ist, welches aus einer Motor-Getriebeeinheit besteht.
11. Schienenfahrzeug nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der als Zwischenwagenkasten ausgebildete Wagenkasten (30) als geschlossener Wagenkasten
(30a) oder als Wagenkasten (30b) mit Übergängen zu den anliegenden Wagenkästen (10,
20) ausgebildet ist.
12. Schienenfahrzeug nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Wagenkasten (30) ganz oder teilweise zur Aufnahme bzw. Anordnung elektrischer
elektronischer und/oder technischer Ausrüstungen vorgesehen ist.