TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Weiterverarbeitung von Vorprodukten
(insbesondere von Druckprodukten im Rahmen der Druckweiterverarbeitung). Sie betrifft
ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen von Kollektionen aus Druckprodukten.
[0002] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
[0003] Unter dem Stichwort "Direct Mailing" sind seit Längerem Aktivitäten bekannt, bei
denen Werbeprospekte, Broschüren, Flyer, bedruckte Bögen, Warenproben und dgl., wie
sie sonst häufig zu Werbezwecken als Beilagen einer Zeitung oder Zeitschrift beigefügt
(eingesteckt) wurden, von mehreren Werbern gesammelt werden, um daraus eine Vielzahl
von Kollektionen zu machen, die jeweils von einer Vielzahl von Werbern ein Druckprodukt
enthalten und in Form eines kleinen Stapels an die Empfänger (z.B. Haushalte) ausgeliefert
und verteilt werden.
[0004] Um die einzelnen stapelartigen Kollektionen der Druckprodukte beim Transport und
der Verteilung besser handhaben zu können, ist es vorteilhaft, Massnahmen zum Zusammenhalten
der einzelnen Stapel zu ergreifen.
[0005] Aus dem Stand der Technik sind Verfahren und Vorrichtungen bekannt, um gestapelte
Druckprodukte oder verwandte Produkte durch Umwicklungen mit anderen Zusammenhalteelementen
zusammen zu halten.
[0006] Die
DE 41 31 277 C1 zeigt ein Verfahren und eine dazu geeignete Vorrichtung, mit welchen ein Verpackungsgut
mit einem speziellen Verpackungszuschnitt vereinigt werden kann. Gezeigt wird eine
Vorrichtung, bei der ein Verpackungsgut von einer ersten Vorschubeinrichtung bis zu
einer zweiten Vorschubeinrichtung gelangt. Die zweite Vorschubeinrichtung weist ein
Unterband auf, das einseitig über eine Rolle geführt wird. Mit einer Andruckeinrichtung,
die eine Andruckrolle sowie ein Führungselement aufweist, soll eine Anlenkung des
Verpackungszuschnitts an die Rolle bewirkt werden, um den Verpackungszuschnitt auf
unterschiedliche Arten an das Verpackungsgut zu führen. Der Verpackungszuschnitt wird
bei diesem Verfahren um das Verpackungsgut umgeschlagen, wobei der Scheitelbereich
der Umschlagung nicht besonders bearbeitet wird. Um zu verhindern, dass sich der umgeschlagene
Verpackungszuschnitt aufgrund innerer Spannungen wieder selber entfaltet, können deshalb
nur Verpackungszuschnitts mit bestimmten Eigenschaften (z.B. hinsichtlich der Eigensteifigkeit
und des Flächengewichts) verwendet werden.
[0007] Die
EP 0952006 A2 zeigt ein Verfahren zur Herstellung von Drucksendungen, eine Umhüllung, eine Einrichtung
zur Herstellung der Umhüllung sowie Verfahren zur Herstellung der Umhüllung. Die Anmeldung
offenbart die Verpackung von Drucksendungen durch eine vollkommene Umhüllung mit einem
speziell als Verpackungsmittel zugeschnittenen Einzelblatt aus Papier oder Kunststoff,
also einem spezifischen Verpackungsprodukt. Ein solches Einzelblatt soll dazu z.B.
mit einer Schneideeinheit zugeschnitten und anschliessend gefalzt werden, wobei um
Falzkanten gefalzte Lappen mittels Klebeauftrag miteinander verbunden werden können.
[0008] Die
WO 2012/084494 A2 zeigt ein Verfahren zum Konfektionieren eines Stapels aus lose aufeinanderliegender
Vorprodukte, das Zusammenstellen solcher Vorprodukte und eine Vorrichtung zum Herstellen
solcher Zusammenstellungen. Dazu wird in einem ersten Schritt der zu konfektionierende
Stapel aus lose aufeinanderliegenden Vorprodukten bereitgestellt und in einem zweiten
Schritt ein Verbindungselement an einer Stapelkante des Stapels derart angebracht,
dass es die beiden aussen liegenden Vorprodukte des Stapels klebend überlappt. Dieses
Verfahren bietet ein sicheres Konfektionieren für eine Vielzahl von Anwendungen, benötigt
jedoch besondere Verbindungselemente die geklebt werden.
[0009] Die nicht vorveröffentlichte
europäische Patentanmeldung Nr. 15001321.7 wurde am 05.05.2015 im Namen der Ferag AG eingereicht und zeigt eine Vorrichtung zum Herstellen von Kollektionen
aus einer Vielzahl unterschiedlicher Druckprodukte. Dabei wird jeweils ein Teil der
Druckprodukte als Verpackungselement verwendet, in welches die übrigen Druckprodukte
eingeschlagen werden. Auf diese Weise können Griffeinheiten erzeugt werden, die auf
einfache Weise von einem Verteiler händisch aus einem Transportbehälter entnommen
werden können. Im Gegensatz zu vorbekannten Verfahren zur Erzeugung solcher Kollektionen,
werden bei diesem Verfahren keine speziellen zusätzlichen Verpackungsmittel, wie Folien
oder Bänder benötigt. Dadurch können die Kosten zur Herstellung von Kollektionen gesenkt
und die anfallende Abfallmenge reduziert werden. Die genannte Patentanmeldung zeigt
mehrere Verfahren und Vorrichtungen zur Herstellung solcher Kollektionen. Eine Ausführungsform
einer dafür geeigneten Umschlagevorrichtung weist eine Bürstenrolle mit in Drehrichtung
gebogenen Borsten auf, welche einen Abschnitt eines Verpackungselements, das zuvor
teilweise unter einen Zwischenstapel (z.B. aus Druckschriften) gebracht wurde, in
etwa rechtwinklig nach oben abbiegt. Dieser Verpackungsabschnitt wird in einem anschliessenden
Schritt über den Zwischenstapel zurückgebogen, sobald das Verpackungselement und der
Zwischenstapel in den Zwischenraum zwischen zwei Transportbändern eintreten. Eine
andere in der obgenannten Anmeldung gezeigte Umschlagevorrichtung weist stabförmige
Mitnehmer auf, die um eine quer zur Bewegungsrichtung der Einheit aus Zwischenstapel
und Verpackungselement orientierte Drehachse gedreht werden. Diese Mitnehmer führen
dabei zusätzlich eine oszillierende Bewegung quer zur Förderrichtung aus, wozu gegebenenfalls
eine relativ aufwändige und/oder unterhaltsintensive Mechanik bzw. Steuerung notwendig
ist. Beide in der genannten Anmeldung gezeigten Umschlagevorrichtungen eignen sich
für eine Vielzahl von Umschlageprodukten und Zwischenstapeln. Jedoch kann bei bestimmten
Gruppen von Umschlageprodukten und Zwischenstapeln - insbesondere bei Umschlageprodukten
mit relativ hoher Eigensteifigkeit - die Umschlagung instabil werden, d.h. zu ungewolltem
Entfalten neigen.
[0010] Die
EP 2462043 B1 zeigt ein Falzaggregat und ein Verfahren zum Falzen eines Schuppenstroms von Produkten,
um ein Falzen direkt am Ausgang einer Rotationsdruckmaschine zu ermöglichen. Dazu
sollen die Produkte so gefalzt werden, dass jeweils die nachlaufenden Produkte teilweise
im vorlaufenden Produkt angeordnet sind. Beim Falten der Produkte soll demnach ein
Produkt jeweils das nachlaufende mit nehmen und es soll in die Richtung derjenigen
Seite gefaltet, die durch das nachfolgende Produkt flächig berührt wird. Dies hat
unter anderem den Vorteil, dass Schuppenströme direkt ab Ausgang der Rotationsdruckmaschine
verarbeitet werden können, ohne sie zuvor umzulagern.
[0011] Die
WO 2008/074325 A1 zeigt ein Verfahren zum Einwickeln eines Stapels aus Blättern, Broschüren oder dergleichen,
bei dem die Stapel mit Abstand hintereinander auf einem Transportweg transportiert
werden. Mittels eines speziellen Schwenkrades wird von einem bereitgehaltenen Blattvorrat
ein Einwickelblatt abgezogen und senkrecht in einer Lücke zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Stapeln positioniert. Anschliessend stellt das Schwenkrad Mittel bereit, die das Blatt
um den vorbei bewegten Stapel zu falten. Die komplizierte Bewegung des Schwenkrades
verhindert eine hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit der Stapel.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0012] Die aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren und Vorrichtungen erlauben das
Umschlagen oder Umwickeln von Vorprodukten, um diese zusammen zu halten. Jedoch sind
bei den nach diesen Verfahren hergestellten Produkten, bzw. Kollektionen, häufig Zusatzmittel,
wie z.B. Klebepunkte notwendig, um eine ausreichend dauerhafte Umwicklung durch die
jeweiligen Zusammenhalteelemente zu gewährleisten. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn
relativ dicke Stapel von Druckprodukten umschlagen werden sollen. Ebenso ist bei nach
diesen Verfahren hergestellten Produkten häufig auch der Scheitelbereich des umgeschlagenen
Zusammenhalteelements unregelmässig verformt. So kann dieser Bereich z.B. nicht ganz
gerade sein oder Beulen aufweisen. Dies ist insbesondere problematisch wenn ein Druckprodukt
als Zusammenhalteelement verwendet wird, da dadurch dessen Erscheinungsbild kritisch
beeinträchtigt wird. Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, ein einfaches Verfahren
schaffen, das ein Umschlagen von ersten Vorprodukten mit zweiten Vorprodukten ermöglicht
und im Vergleich zu den aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren ein Wiederentfalten
des umgeschlagenen Produkts effizient verhindert, sowie ein Zusammenhalteelement an
einer vordefinierten Stelle in vorteilhafter und reproduzierbarer Art und Weise umschlägt.
[0013] Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung anzugeben, mit der ein
solches Verfahren durchgeführt werden kann.
[0014] Diese und andere Aufgaben werden durch die Ansprüche 1 und 17 gelöst. Ausgestaltungen
der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
[0015] Eine Ausgestaltung eines Verfahrens zum Herstellen einer Kollektion von Vorprodukten
durch Einschieben eines ersten Vorprodukts in ein zweites Vorprodukt nach der Erfindung
zeichnet sich durch die folgenden Schritte aus:
- Bereitstellen eines ersten Vorprodukts;
- Bereitstellen eines zweiten Vorprodukts, das einen Umschlagefalz mit einer Falzinnenseite
aufweist;
- Fördern des zweiten Vorprodukts in eine Einschiebestellung, in der das zweite Vorprodukt
zum Einschieben des ersten Vorprodukts bereitgestellt und mit der Falzinnenseite dem
ersten Vorprodukt zugewandt ist;
- Fördern des ersten Vorprodukts in das bereitgestellte zweite Vorprodukt und gegen
die Falzinnenseite zur Ausbildung der Kollektion;
- das zweite Vorprodukt übernimmt die Förderrichtung des ersten Vorprodukts;
- Bereitstellen der Kollektion zur Weiterverarbeitung.
[0016] Die Weiterverarbeitung der Kollektion kann z.B. ein Weiterfördern der Kollektion
und/oder ein Stapeln mehrerer Kollektionen und/oder Adressieren der Kollektionen sein.
[0017] Nach einer Ausgestaltung des erfindungsgemässen Verfahrens werden die zweiten Vorprodukte
nach der Bildung des Umschlagefalzes bis zur Bildung der Kollektion nicht geschlossen.
Auf diese Weise kann auf einen, bei gewissen Arten von zweiten Vorprodukten gegebenenfalls
nur schwierig durchführbaren, Öffnungsvorgang verzichtet werden.
[0018] Gemäss einer Ausgestaltung des erfindungsgemässen Verfahrens können die ersten und/oder
zweiten Vorprodukte mehrere Druckprodukte umfassen. Solche Druckprodukte können z.B.
Werbeprospekte, Broschüren, Zeitschriften, Flyer oder bedruckte Bögen sein.
[0019] Die einzelnen Druckprodukte können unterschiedliche Druckprodukte sein, die voneinander
verschiedene Abmessungen und/oder Gewichte haben.
[0020] Die ersten und zweiten Vorprodukte können auch weitere Produkte umfassen, wie etwa
Warenproben.
[0021] In einer Ausgestaltung des Verfahrens wird das erste Vorprodukt in einer Förderebene
gefördert und das zweite Vorprodukt in der Förderebene bereitgestellt. Dadurch wird
ein Sammeln mehrerer, sich in ihren Abmessungen stark voneinander unterscheidender
Druckprodukte möglich.
[0022] Gute Ergebnisse können erzielt werden, wenn das zweite Vorprodukt in der Förderebene
des ersten Vorprodukts im Wesentlichen senkrecht zur Förderrichtung des ersten Vorprodukts
in die Einschiebestellung gefördert wird. Dadurch können bei Bedarf die ersten und
zweiten Vorprodukte auf einfache Weise zusammengeführt werden, ohne dass die Förderung
der ersten Vorprodukte unterbrochen werden muss.
[0023] In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens kann das zweite Vorprodukt einen Primärfalz
(bzw. Falzkante) aufweisen. Ein solcher Primärfalz (bzw. Falzkante) kann beispielsweise
ein Falz und/oder eine Heftung und/oder eine Bindung eines Druckprodukts sein.
[0024] Besonders kurze Taktzeiten bei der Ausführung des Verfahrens können erreicht werden,
wenn ein zweites Vorprodukt einen Primärfalz aufweist und beim Fördern in die Einschiebestellung
mit dem Primärfalz voraus gefördert wird.
[0025] In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens umfasst das zweite Vorprodukt mehrere
Druckprodukte die jeweils einen Primärfalz aufweisen, wobei die Druckprodukte so ausgerichtet
sind, dass ihr Primärfalz beim Fördern in die Einschiebestellung vorläufig angeordnet
ist.
[0026] Eine weitere Ausgestaltung ist dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Vorprodukt
nicht hälftig gefalzt wird, sondern so dass der Umschlagefalz das zweite Vorprodukt
in einer grössere und eine kleine Teilfläche aufteilt. Wird eine auf diese Weise hergestellte
Kollektion mit der nach oben liegenden grösseren Teilfläche flach abgelegt, so verhindert
das Gewicht dieser grösseren Teilfläche ein Wiederaufklappen des um das erste Vorprodukt
umgeschlagenen zweiten Vorprodukts. Dadurch kann in bestimmten Fällen (falls gewünscht)
auf weitere Befestigungsmittel (wie etwa Leimpunkte) verzichtet werden.
[0027] In einer Ausgestaltung des Verfahrens kann das zweite Vorprodukt während dem Fördern
in die Einschiebestellung mit dem Umschlagefalz versehen werden. Eine solche Ausgestaltung
hat u.a. den Vorteil, dass (falls gewünscht) dieselben Mittel zur Förderung wie zum
Falzen verwendet werden können, wodurch eine zur Ausführung des Verfahrens verwendete
Vorrichtung aus weniger Komponenten aufgebaut werden kann. Das zweite Vorprodukt kann
bei Bedarf jedoch auch bereits in einem vorgelagerten Schritt gefaltet oder vorgefalzt
werden.
[0028] Alternativ oder in Ergänzung kann das zweite Vorprodukt bereits vor dem Fördern in
die Einschiebestellung mit dem Umschlagefalz versehen werden.
[0029] Das zweite Vorprodukt kann auch ein geschlossenes gefalztes Vorprodukt sein, das
vor der Ausbildung der Kollektion geöffnet wird.
[0030] In einer Ausgestaltung des Verfahrens erfolgt die Bewegung der Kollektion quer zur
Ausrichtung der Kante des Umschlagefalzes des zweiten Vorprodukts.
[0031] Gemäss einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens werden mehrere zweite Vorprodukte
vor der Zuführung wenigstens abschnittsweise in einer geschuppten Anordnung gefördert,
bei der ein vorlaufendes zweites Vorprodukt jeweils über dem ihm nachlaufenden zweiten
Vorprodukt angeordnet ist. Auf diese Weise kann die Fördergeschwindigkeit der zweiten
Vorprodukte reduziert und können bestimmte zweite Vorprodukte besser auf Kurvenabschnitten
gefördert werden.
[0032] In einer Ausgestaltung des Verfahrens werden mehrere zweite Vorprodukte in einer
gefalzten und geschuppten Anordnung gefördert, bei der die nach dem Falzen nach aussen
gerichtete Aussenseite eines vorlaufenden gefalzten zweiten Vorprodukts jeweils teilweise
an der nach dem Falzen nach innen gerichteten Innenseite des ihm nachlaufenden zweiten
Vorprodukts angeordnet ist. Dadurch können insbesondere vorgefalzte zweite Vorprodukte
für die Zusammenführung mit den ersten Vorprodukten auf einfache Weise geöffnet werden,
da die vorlaufenden zweiten Vorprodukte jeweils das Offenhalten der ihnen nachlaufenden
zweiten Vorprodukte unterstützen.
[0033] In einer anderen Ausgestaltung des Verfahrens werden mehrere zweite Vorprodukte in
einer geschuppten Anordnung gefördert, bei der die Innenseite eines vorlaufenden zweiten
Vorprodukts jeweils teilweise an der Aussenseite des ihm nachlaufenden zweiten Vorprodukts
angeordnet ist. Dadurch kann bei bestimmten zweiten Vorprodukten der Falzvorgang unterstützt
und die Förderung in die Einschiebestellung vereinfacht werden.
[0034] Für bestimmte Anwendungen wird gemäss einer Ausgestaltung des Verfahrens das zweite
Vorprodukt als Abschnitt einer Papier- oder Folienbahn (nachfolgend auch "Bahn" genannt)
bereitgestellt.
[0035] In einer Ausgestaltung des Verfahrens ist die Bahn eine einlagige Bahn, und das zweite
Vorprodukt wird mit einem Umschlagefalz mit einer Falzinnenseite versehen, bevor es
bereitgestellt wird.
[0036] In einer anderen Ausgestaltung des Verfahrens ist die Bahn eine mehrlagige Bahn,
insbesondere eine gefaltete und/oder gefalzte Bahn.
[0037] Für bestimmte Anwendungen kann die Papier- oder Folienbahn ab einer Rolle abgewickelt
werden.
[0038] In einer Ausgestaltung des Verfahrens wird die Papier- oder Folienbahn zwischen der
Rolle und der Stelle, an der sich das zweite Vorprodukt in der Einschiebestellung
befindet, bearbeitet.
[0039] In einer Ausgestaltung des Verfahrens wird die Bahn mit einer Druckmaschine bedruckt
und auf einer Rolle aufgewickelt. Anschfiessend wird die Bahn wieder von der Rolle
abgewickelt und ein zweites Vorprodukt wird als Abschnitt der Bahn bereitgestellt.
[0040] Gemäss einer anderen Ausgestaltung des Verfahrens wird die Bahn mit einer Druckmaschine
bedruckt und ein zweites Vorprodukt wird als Abschnitt dieser Bahn bereitgestellt,
ohne dass dazwischen die Bahn auf einer Rolle aufgewickelt wird.
[0041] In einer weiteren Ausgestaltung eines Verfahrens wird das zweite Vorprodukt von der
Bahn abgeschnitten, bevor es in die Einschiebestellung gefördert wird. Dadurch können
zweite Vorprodukte mit besonders hohen Geschwindigkeiten in die Einschiebestellung
gefördert werden und somit die Taktzeiten verkürzt werden.
[0042] Gute Ergebnisse können erzielt werden, wenn die auf der Rolle aufgewickelte Bahn
eine einlagige Bahn ist, die nach dem Abwickeln von der Rolle gefalzt oder gefaltet
wird, bevor ein zweites Vorprodukt von der Bahn abgeschnitten wird.
[0043] In einer weiteren Ausgestaltung eines Verfahrens ist die Bahn eine mehrlagige gefaltete
und/oder gefalzte Bahn und das zweite Vorprodukt wird nachdem es von der Bahn abgeschnitten
und bevor es in die Einschiebestellung gefördert wird wenigstens teilweise geöffnet.
[0044] Besonders gute Ergebnisse können erzielt werden, wenn die Bahn vor dem Schneiden
in einem Puffer - z.B. einem Schlaufenpuffer - zwischengelagert wird. Dadurch können
einerseits besonders saubere Schnittkanten erzielt werden. Andererseits kann auf dieses
Weise der Schneideprozess, bzw. die dazu notwendige Vorrichtung, vereinfacht werden.
[0045] Gemäss einer Ausgestaltung eines erfindungsgemässen Verfahrens wird die Bahn mit
einer Digitaldruckmaschine bedruckt. Durch die Verwendung einer Digitaldruckmaschine
kann bei Bedarf eine Bahn mit Abschnitten unterschiedlicher zweiter Vorprodukte hergestellt
werden. Auf diese Weise können auf einfache Weise z.B. Kollektionen mit individualisierten
Umschlägen hergestellt werden.
[0046] In einer Ausgestaltung eines solchen Verfahrens können die zweiten Vorprodukte personalisierte
Werbeprodukte sein, deren Inhalt auf einen bestimmten Empfänger oder eine bestimmte
Empfängergruppe ausgerichtet ist. Ein solches zweites Vorprodukt kann alternativ oder
in Ergänzung auch eine persönliche Adressierung an einen Empfänger oder an eine Empfängergruppe
beinhalten. Eine Empfängergruppe kann z.B. aus den Einwohnern einer geographischen
Region, einer Stadt, eines Dorfes oder eines Quartiers oder eines Gebäudes gebildet
werden.ln einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens kann eine Kollektion nach ihrer
Fertigstellung langsamer gefördert werden, als das erste Vorprodukt vor der Fertigstellung
der Kollektion gefördert wurde.
[0047] In einer Ausgestaltung werden Kollektionen in einer geschuppten Anordnung gefördert,
wodurch die Fördergeschwindigkeit der Kollektionen reduziert werden kann. Dabei können
nachlaufende Kollektion z.B. jeweils teilweise über einer vorlaufenden Kollektion
angeordnet werden.
[0048] Ein besonders gutes Zusammenführen von ersten und zweiten Vorprodukten kann erzielt
werden, wenn die Förderung des zweiten Vorprodukts in die Einschiebestellung gegen
ein Anschlagselement erfolgt. Ein solches Anschlagselement kann die Förderung z.B.
unterstützen und/oder begrenzen und damit etwa die Ausrichtung des zweiten Vorprodukts
relativ zum ersten Vorprodukt beeinflussen, wie nachfolgend noch genauer erklärt wird.
[0049] Gemäss einer Ausgestaltung der Erfindung werden in einem vorgelagerten Verfahrensschritt
N einzelne Druckprodukte bereitgestellt, wobei das erste Vorprodukt aus N-x (x=1,
2, 3...) der N einzelnen Druckprodukte gebildet wird und das zweite Vorprodukt aus
den x verbleibenden einzelnen Druckprodukten gebildet wird. Dadurch können die Kosten
pro hergestellte Kollektion gesenkt und zusätzlich anfallende Abfälle durch Verpackungsmaterialien
vermieden werden. Die ersten Vorprodukte und zweiten Vorprodukte sind in einer solchen
Ausgestaltung also gleichartig, womit die zweiten Vorprodukte keine speziellen bzw.
spezifischen Verpackungsmittel darstellen.
[0050] Insbesondere kann bei einer Ausgestaltung des erfindungsgemässen Verfahrens x=1 sein,
das erste Vorprodukt also von nur einem einzelnen Druckprodukt umgeschlagen werden.
[0051] Besonders sauber umgeschlagene Kollektionen können erzielt werden, wenn eine hergestellte
Kollektion durch eine Aneinanderlegevorrichtung hindurchbewegt wird, in welcher das
zweite Vorprodukt an das erste Vorprodukt angedrückt wird.
[0052] Gute Ergebnisse können erzielt werden, wenn das erste Vorprodukt mehrere Druckprodukte
umfasst, die eine bevorzugte Kante aufweisen und die Druckprodukte so gestapelt angeordnet
sind, dass ihre bevorzugten Kanten gemeinsam eine Stapelkante bilden, die einen Kantenbereich
bildet, der gegen die Falzinnenseite des zweiten Vorprodukts gefördert wird. Bei nach
einer solchen Ausgestaltung des Verfahrens gefertigten Kollektionen sind die einzelnen
Druckprodukte beim händischen Greifen der Kollektion besonders gut gegen das Herausrutschen
aus der Kollektion gesichert.
[0053] Besonders gut händisch zu greifende Kollektionen können auch erzielt werden, wenn
wenigstens einige der einzelnen Druckprodukte einen Falz, eine Heftung oder eine Bindung
aufweisen und so aufeinander gelegt sind, dass die Falze bzw. Heftungen oder Bindungen
einen vorlaufenden Kantenbereich bilden, der gegen die Falzinnenseite des zweiten
Vorprodukts gefördert wird. Auf diese Weise kann u.a. die Gefahr reduziert werden,
dass einzelne Druckprodukte beim händischen Greifen der Kollektion aus der Kollektion
heraus fallen.
[0054] Eine gefalzte und/oder geheftete und/oder geklebte Kante kann auch Falzkante genannt
werden.
[0055] In einer weiteren Ausgestaltung dieses Verfahrens sind einige der Druckprodukte mit
ihrer Falzkante auf der dem vorlaufenden Kantenbereich gegenüberliegenden Seite anzuordnen,
um eine gleichmässigere Dicke des ersten Vorprodukts zu erreichen.
[0056] In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens können als bevorzugte Kanten der Druckprodukte
solche Kanten genommen werden, die auf der der Falzkante gegenüberliegenden Seite
angeordnet sind.
[0057] Eine solche Kante kann auch Blume genannt werden.
[0058] Weisen mehrere oder alle Druckprodukte des ersten Vorprodukts eine solche Blume auf,
können diese Druckprodukte mit den Blumen übereinander liegend bzw. aneinander liegend
gestapelt werden, so dass ein vorlaufender Kantenbereich aus den Blumen gebildet wird,
der gegen die Falzinnenseite des zweiten Vorprodukts gefördert wird.
[0059] In einer anderen Ausgestaltung dieses Verfahrens sind einige der Druckprodukte mit
ihrer Blume auf der dem vorlaufenden Kantenbereich gegenüberliegenden Seite anzuordnen,
um eine gleichmässigere Dicke des ersten Vorprodukts zu erreichen.
[0060] In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens weisen wenigstens einige der Druckprodukte
Falzkanten auf und sind so gestapelt angeordnet, dass die Falzkanten gemeinsam eine
Stapelkante bilden. Die Stapelkante ist dabei auf der dem vorlaufenden Kantenbereich
des ersten Vorprodukts gegenüberliegenden Seite angeordnet, wie nachfolgend noch genauer
erläutert wird. Eine solche Ausgestaltung des Verfahrens kann z.B. vorteilhaft sein,
wenn das erste Vorprodukt Druckprodukte mit voneinander abweichenden Abmessungen umfasst,
da damit die Dicke des vorlaufenden Kantenbereichs reduziert werden kann, womit das
Einschieben des ersten Vorprodukts in das zweite Vorprodukt begünstigt wird und einem
späteren ungewollten Wiederaufklappen des zweiten Vorprodukts entgegengewirkt wird.
[0061] In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens weisen wenigstens einige der Druckprodukte
Blumen auf und sind so gestapelt angeordnet, dass die Blumen gemeinsam eine Stapelkante
bilden, die auf der dem gegen die Falzinnenseite des zweiten Vorprodukts geförderten
vorlaufenden Kantenbereich gegenüberliegenden Seite des ersten Vorprodukts angeordnet
ist.
[0062] Eine erfindungsgemässe Vorrichtung zur Durchführung eines solchen Verfahrens umfasst
in der Regel eine erste Fördervorrichtung, die das erste Vorprodukt in das sich in
der Einschiebestellung befindende geöffnete zweite Vorprodukt und gegen die Falzinnenseite
fördert. Ebenso umfasst sie eine zweite Fördervorrichtung, die das zweite Vorprodukt
in die Einschiebestellung fördert.
[0063] In einer Ausgestaltung der erfindungsgemässen Vorrichtung fördert die erste Fördervorrichtung
eine gebildete Kollektion in Förderrichtung des ersten Vorprodukts.
[0064] In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemässen Vorrichtung weisen die erste
und die zweite Fördervorrichtung unterschiedliche Förderrichtungen auf, die eine gemeinsame
Förderebene aufspannen. Mit einer solchen Vorrichtung können insbesondere erste und/oder
zweite Vorprodukte aus gestapelten Druckprodukten besonders schonend verarbeitet werden.
[0065] Eine besonders zuverlässige und schnelle Herstellung von Kollektionen kann erzielt
werden, wenn die erste und die zweite Fördervorrichtung so angeordnet sind, dass ihre
Förderrichtungen im Wesentlichen senkrecht aufeinander stehen. Dies gilt insbesondere
dann, wenn die erste und die zweite Fördervorrichtung eine gemeinsame Förderebene
aufspannen, d.h. die zweite Fördervorrichtung die zweiten Vorprodukte von einer Seite
her in einen Übergabebereich hinein fördert, in dem die ersten Vorprodukte in die
zweiten Vorprodukte geschoben werden.
[0066] In einer solchen Ausgestaltung einer Vorrichtung werden die zweiten Vorprodukte im
Wesentlichen in Richtung der Kante ihres Umschlagefalzes in die Einschiebestellung
gefördert. Die Bewegung der Kollektion erfolgt anschliessend quer zur Kante des Umschlagefalzes.
[0067] Insbesondere kann eine solche Bewegung quer zur Kante des Umschlagefalzes rechtwinklig
zur Kante des Umschlagefalzes sein.
[0068] In einer weiteren Ausgestaltung der Vorrichtung spannen die erste und zweite Fördervorrichtung
eine horizontale gemeinsame Förderebene auf.
[0069] Besonders saubere Umschlagefalze können erzielt werden, wenn der zweiten Fördervorrichtung
eine Presseinheit zugeordnet ist, die das zweite Vorprodukt vor dem Erreichen der
Einschiebestellung falzt.
[0070] In einer Ausgestaltung dieses Aspekts der Erfindung umfasst die Presseinheit wenigstens
ein Pressrollenpaar.
[0071] Ein besonders stabiler Falzvorgang und gleichzeitig auch eine vorteilhafte Förderung
in die Einschiebestellung kann erzielt werden, wenn die Vorrichtung eine Presseinheit
mit zwei oder mehr Pressrollenpaaren aufweist.
[0072] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann ein Pressrollenpaar wenigstens
eine Segmenfirolle umfassen, wie nachfolgend noch genauer erläutert wird.
[0073] Bei Bedarf kann ein zweites Vorprodukt vor der Erzeugung des Umschlagefalzes rilliert
werden.
[0074] Ein zweites Vorprodukt kann bei Bedarf auch mehrere Umschlagefalze aufweisen. Dies
kann insbesondere bei relativ dicken ersten Vorprodukten vorteilhaft sein, da auf
diese Weise einem Wiederaufklappen der zweiten Vorprodukte effizient entgegengewirkt
werden kann.
[0075] In einer Ausgestaltung der Vorrichtung umfasst die Vorrichtung eine Einrichtung,
welche die Beschickbarkeit des zugeführten zweiten Vorprodukts sicherstellt. Eine
solche Einrichtung kann das zugeführte zweite Vorprodukt vor und/oder während dem
Fördern in die Einschiebestellung z.B. führen und/oder öffnen und/oder relativ zum
ersten Vorprodukt ausrichten und/oder halten, wie nachfolgend noch genauer erläutert
wird. Eine solche Einrichtung kann beispielsweise bügel- oder plattenförmige Elemente
aufweisen, die das zweite Vorprodukt derart umformen, so dass dieses geöffnet wird.
Zur Unterstützung dieses Öffnungsvorganges des zweiten Vorprodukts kann auch Druckluft
verwendet werden.
[0076] Besonders sauber umgeschlagene Kollektionen können erreicht werden, wenn die Vorrichtung
eine Aneinanderlegevorrichtung aufweist, in welcher das zweite Vorprodukt an das erste
Vorprodukt angedrückt wird. Bei Bedarf kann eine solche Aneinanderlegevorrichtung
auch eine gezielte Komprimierung der zu erzeugenden Kollektionen bewirken.
[0077] Gute Resultate können erzielt werden, wenn die Aneinanderlegevorrichtung wenigstens
ein Pressrollenpaar oder Presswalzenpaar aufweist, durch welches die Kollektion geführt
wird.
[0078] Um das erste und zweite Vorprodukt präzise relativ zueinander ausrichten zu können,
kann die Vorrichtung ein Anschlagselement aufweisen, das die Förderung des zweiten
Vorprodukts in die Einschiebestellung begrenzt. Ein solches Anschlagselement kann
z.B. eine Anschlagleiste oder einen Anschlagschlitten umfassen.
[0079] Gute Resultate können erzielt werden, wenn das Anschlagselement mindestens eine Kombirolle
umfasst. Alternativ oder in Ergänzung zur erwähnten Ausrichtung des zweiten Vorprodukts
kann eine solche Kombirolle bei Bedarf das erste und/oder zweite Vorprodukt im Bereich
ihrer Zusammenführung fördern und/oder den Schliessvorgang des zweiten Vorprodukts
nach dem Einführen des ersten Vorprodukts einleiten und/oder unterstützen, wie nachfolgend
noch genauer erläutert wird. Insbesondere kann eine solche Kombirolle bei Bedarf eine
klemmende Förderung des Vorprodukts unterstützen. Besonders gute Resultate können
erzielt werden, wenn die Kombirolle eine Kegelrolle oder Kegelstumpfrolle ist, oder
eine Rolle mit halbkugelförmigem Profil, oder Rolle mit einem glockenförmigen Profil.
[0080] Gute Ergebnisse können erzielt werden, wenn eine Kombirolle und eine zweite Fördervorrichtung
so zueinander angeordnet sind, dass ein zweites Vorprodukt solange von der zweiten
Fördervorrichtung gefördert wird, bis dieses zwischen der Kombirolle und der ersten
Fördervorrichtung eingeklemmt wird, und dadurch eine weitere Förderung in Förderrichtung
der zweiten Fördervorrichtung unterbunden wird.
[0081] Gemäss einer Ausgestaltung umfasst die erste und/oder zweite Fördervorrichtung Bandförderer.
Solche Ausgestaltungen der Erfindung erlauben einen einfachen und sicheren Transport
vieler Arten von Vorprodukten und Kollektionen.
[0082] In einer Ausgestaltung einer erfindungsgemässen Vorrichtung umfasst die erste Fördervorrichtung
wenigstens zwei in einer Ebene liegende Transportstrecken, zwischen denen eine zumindest
temporäre Förderlücke frei gelassen ist, in der das zweite Vorprodukt in die Einschiebestellung
gebracht wird. Auf diese Weise kann das zweite Vorprodukt besonders einfach in die
Einschiebestellung gebracht werden. Eine solche zumindest temporäre Förderlücke kann
bspw. eine Lücke in einem Bandförderer sein.
[0083] Um besonders schwere und/oder weiche erste Vorprodukte verarbeiten zu können, kann
die Vorrichtung einen Fördertisch aufweisen, der das erste Vorprodukt in das sich
in der Einschiebestellung befindende zweite Vorprodukt hineinfördert.
[0084] Alternativ oder in Ergänzung kann das erste Vorprodukt beim Einschieben in das zweite
Vorprodukt auch teilweise und vorübergehend aus der Förderebene angehoben werden.
[0085] Bei einer weiteren Ausgestaltung einer erfindungsgemässen Vorrichtung ist wenigstens
ein Abschnitt der zweiten Fördervorrichtung in der Förderrichtung der ersten Vorprodukte
verfahrbar. Auf diese Weise kann wenn das erste Vorprodukt in das geöffnete zweite
Vorprodukt gefördert wird die Relativgeschwindigkeit zwischen dem ersten und zweiten
Vorprodukt, abweichend von der Fördergeschwindigkeit des ersten Vorprodukts eingestellt
werden. Dadurch kann bei Bedarf ein besonders schonendes Zusammenführen der ersten
Vorprodukte erzielt werden, oder es können besonders kompakte Kollektionen Hergestellt
werden.
[0086] Um ein Wiederaufklappen der umgelegten zweiten Vorprodukte zu verhindern, kann eine
erfindungsgemässe Vorrichtung eine Beleimungsvorrichtung aufweisen, die das erste
und/oder das zweite Vorprodukt beleimt, so dass diese wenigstens temporär aneinander
haften Gute Ergebnisse können z.B. unter Verwendung von ablösbaren Klebstoffen - z.B.
als Leimpunkte und/oder Leimraupen - erzielt werden.
[0087] Gemäss einer Ausgestaltung einer erfindungsgemässen Vorrichtung sind der zweiten
Fördervorrichtung Mittel zum Bereitstellen einer Papier- und/oder Folienbahn (Bahn)
zugeordnet.
[0088] Eine besonders platzsparende Vorrichtung kann erzielt werden, wenn diese Mittel zur
Zuführung eines als Abschnitt einer Bahn auf einer Rolle aufgewickelten zweiten Vorprodukts
aufweist.
[0089] Nach einer weiteren Ausgestaltung einer erfindungsgemässen Vorrichtung ist der zweiten
Fördervorrichtung eine Schneidevorrichtung zum Abschneiden des zweiten Vorprodukts
von der Papier- oder der Folienbahn zugeordnet. Diese Schneidevorrichtung kann im
Förderweg der zweiten Fördervorrichtung angeordnet sein und so eingerichtet sein,
dass sie das zweite Vorprodukt von der Papier- oder einer Folienbahn abschneidet.
Auf diese Weise kann das zweite Vorprodukt der Vorrichtung als Bahn zugeführt werden.
Dadurch können - wie bereits beschrieben - bei Bedarf auf einfache Weise z.B. individualisierte
Kollektionen hergestellt werden.
[0090] Gemäss einer weiteren Ausgestaltung einer erfindungsgemässen Vorrichtung umfasst
diese eine Schneidevorrichtung, die das zweite Vorprodukt von einer Papier- oder einer
Folienbahn (Bahn) abschneidet. Auf diese Weise kann das zweite Vorprodukt der Vorrichtung
als Bahn zugeführt werden. Dadurch können - wie bereits beschrieben - bei Bedarf auf
einfache Weise z.B. individualisierte Kollektionen hergestellt werden.
[0091] Gute Ergebnisse können erzielt werden, wenn die Schneidevorrichtung einen Laser und/oder
ein statisches und/oder ein umlaufendes und/oder ein in der Förderrichtung des zweiten
Vorprodukts verfahrbares Messer aufweist.
[0092] In einer weiteren Ausgestaltung einer erfindungsgemässen Vorrichtung umfasst diese
Mittel zum Öffnen oder Offenhalten und Führen eines gefalzten oder gefalteten zweiten
Vorprodukts, nachdem dieses von einer Schneidevorrichtung von einer Bahn abgeschnitten
wurde.
[0093] Eine besonders platzsparende Vorrichtung kann erzielt werden, wenn diese Mittel zur
Zuführung eines als Abschnitt einer Bahn auf einer Rolle aufgewickelten zweiten Vorprodukts
aufweist.
KURZE ERLÄUTERUNGEN ZU DEN FIGUREN
[0094] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
der Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigen:
- Fig. 1
- zeigt in einer schematischen Seitenansicht ein erstes Ausführungsbeispiel einer sich
im Betrieb befindenden erfindungsgemässen Vorrichtung;
- Fig. 2
- zeigt eine Draufsicht der Vorrichtung aus Fig. 1;
- Fig. 3
- zeigt in einer schematischen Seitenansicht ein zweites Ausführungsbeispiel einer sich
im Betrieb befindenden erfindungsgemässen Vorrichtung;
- Fig. 4
- zeigt eine Draufsicht der Vorrichtung aus Fig. 3;
- Fig. 5
- zeigt in einer schematischen Seitenansicht ein drittes Ausführungsbeispiel einer sich
im Betrieb befindenden erfindungsgemässen Vorrichtung;
- Fig. 6
- zeigt eine Draufsicht der Vorrichtung aus Fig. 5;
- Fig. 7
- zeigt in einer schematischen Seitenansicht ein viertes Ausführungsbeispiel einer sich
im Betrieb befindenden erfindungsgemässen Vorrichtung;
- Fig. 8
- zeigt eine Draufsicht der Vorrichtung aus Fig. 7;
- Fig. 9
- zeigt eine schematische perspektivische Ansicht eines fünften Ausführungsbeispiels
einer sich im Betrieb befindenden erfindungsgemässen Vorrichtung;
- Fig. 10
- zeigt eine schematische Detailansicht eines Ausführungsbeispiels eines Übergabebereichs
einer erfindungsgemässen Vorrichtung in einer Seitenansicht;
- Fig. 11
- zeigt eine schematische perspektivische Ansicht eines sechsten Ausführungsbeispiels
einer sich im Betrieb befindenden erfindungsgemässen Vorrichtung.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0095] Die Figuren 1 und 2 zeigen schematisch ein erstes Ausführungsbeispiel einer sich
im Betrieb befindenden erfindungsgemässen Vorrichtung. Die Vorrichtung weist eine
horizontale erste Fördervorrichtung 11 mit einer Förderebene 17 auf. Die erste Fördervorrichtung
11 umfasst eine erste Transportstrecke 12, auf der erste Vorprodukte 1 gefördert werden.
Bei den dargestellten ersten Vorprodukten 1 handelt es sich um Druckprodukte 7, 7',
7". Die erste Transportstrecke 12 umfasst voneinander beabstandete Bandförderer, wobei
die ersten Vorprodukte 1 zwischen den Bändern der Bandförderer eingeklemmt transportiert
werden. Um erste Vorprodukte 1 unterschiedlicher Abmessungen transportieren zu können,
ist der obere der beiden Bandförderer in vertikaler Richtung federnd gelagert. Die
zweite Transportstrecke 13 wird ebenfalls im Wesentlichen durch einen Bandförderer
gebildet. Wie in Fig. 2 ersichtlich, umfasst die dargestellte Vorrichtung ebenfalls
eine zweite Fördervorrichtung 14, mit welcher zweite Vorprodukte 3 der ersten Fördervorrichtung
11 seitlich zugefördert werden. In der in den Figuren 1 und 2 gezeigten Ausführungsform
werden die zweiten Vorprodukte 3 von der zweiten Fördervorrichtung 14 wenigstens abschnittsweise
in geschuppter Anordnung gefördert. Die zweite Fördervorrichtung 14 kann dazu auch
ein Falzaggregat, wie es z.B. in der
EP 2462043 B2 beschrieben wird, umfassen. Im Bereich der zweiten Fördervorrichtung 14 ist eine
Presseinheit 26 angeordnet, die zwei Pressrollenpaare 27, 28 umfasst. Mit diesen Pressrollenpaaren
27, 28 werden die zweiten Vorprodukte 3 einerseits zur ersten Fördervorrichtung 11
hingefördert (schematisch dargestellt mit dem Pfeil), und andererseits auch gefalzt,
so dass ein Umschlagefalz 4 entsteht. Dazu pressen die zylindrischen Pressrollenpaare
27, 28 die vorgefalteten (bzw. zuvor rillierten) Teile des zweiten Vorprodukts 3 im
Bereich der Vorfaltung zusammen und prägen, bzw. fixieren, so den Umschlagefalz 4.
Dabei dreht sich das näher bei der ersten Fördervorrichtung 11 angeordnete Pressrollenpaar
28 schneller als das andere Pressrollenpaar 27, wodurch das in die Einschiebestellung
zu fördernde zweite Vorprodukt 3 gegenüber den nachfolgenden zweiten Vorprodukten
3 beschleunigt wird, womit die geschuppte Anordnung aufgelöst wird und jeweils nur
ein einziges zweites Vorprodukt 3 in die Einschiebestellung gefördert wird. Während
dem Falzvorgang werden die zweiten Vorprodukte 3 durch eine Einrichtung 25 teilweise
geführt, um nachfolgend das Einschieben der ersten Vorprodukte 1 zu ermöglichen. Die
ebenfalls nur schematisch dargestellte Einrichtung 25 besteht aus zwei bügelförmigen
Führungen, die den sich in den Figuren 1 und 2 oberhalb des Umschlagefalzes 4 liegenden
Teil des zweiten Vorprodukts 3 in vertikaler Richtung nach oben anheben. Die erste
und zweite Fördervorrichtung 11, 14 sind miteinander synchronisiert, so dass die zweite
Fördervorrichtung 14 jeweils ein zweites Vorprodukt 3 in die Einschiebestellung fördert
kurz bevor ein erstes Vorprodukt 1 in einen Übergabebereich 24 gefördert wird, in
dem die beiden Vorprodukte 1, 3 zusammengeführt werden. Während dieser Zusammenführung
werden die ersten Vorprodukte 1 von einer ersten Kombirolle 22 gefördert und teilweise
auf der ersten Transportstrecke 12 fixiert. Eine zweite Kombirolle 23 hilft gleichzeitig
dabei das zweite Vorprodukt 3 in der Förderrichtung der zweiten Fördervorrichtung
14 relativ zum ersten Vorprodukt 1 zu positionieren, und auch dabei das zweite Vorprodukt
3 nach erfolgter Zusammenführung den Schliessprozess einzuleiten. Ebenfalls weist
die Vorrichtung im Übergabebereich 24 eine Unterstützungsfläche 29 auf, welche die
Positionierung des zweiten Vorprodukts 3 unterstützt, wie nachfolgend noch genauer
erläutert wird (vgl. Figuren 9 und 10). Die erste und zweite Fördervorrichtung 11,
14 sind so synchronisiert, dass sobald sich ein zweites Vorprodukt 3 in der Einschiebestellung
im Übergabebereich 24 befindet, ein erstes Vorprodukt 1 in das bereitgestellte zweite
Vorprodukt 3 und gegen die Falzinnenseite 5 gefördert wird, wodurch eine Kollektion
20 ausgebildet wird. Die gebildeten Kollektionen 20 werden anschliessend auf einer
zweiten Transportstrecke 13 weggefördert. Dabei werden die Kollektionen 20 durch eine
Aneinanderlegevorrichtung 8 geführt, in welcher das zweite Vorprodukt 3 aus zwei Richtungen
mittels Pressrollen 9, 10 an das erste Vorprodukt 1 dicht angelegt wird.
[0096] Die in den Figuren 1 und 2 abgebildeten ersten Vorprodukte 1 bestehen jeweils aus
unterschiedlichen Kombinationen aufeinander gestapelter grosser, mittelgrosser und
kleiner Druckprodukte 7, 7', 7". Diese weisen jeweils einen Falz (bzw. eine Falzkante)
auf und sind so gestapelt angeordnet, dass ihre Falze/Falzkanten eine vorlaufende
Stapelkante 2 bilden, die bei der Zusammenführung der ersten und zweiten Vorprodukte
1, 3 jeweils gegen die Falzinnenseite 5 des zugeordneten zweiten Vorprodukts 3 gefördert
wird. Die Blume des grössten Druckprodukts 7 bildet eine nachlaufende Stapelkante
6. Dermassen aufgebaute erste Vorprodukte 1 erlauben ein sicheres Umschlagen eines
zweiten Vorprodukts 3 um alle zu umschlagenden Druckprodukte 7, 7', 7". Dadurch kann
vermieden werden, dass beim händischen Greifen einer fertig gestellten Kollektion
20 einzelne Druckprodukte 7, 7', 7" aus der Kollektion herausfallen. Ein einfaches
Ergreifen aller Vorprodukte mittels eines Griffes ist bei dieser Art von Kollektionen
gewährleistet.
[0097] Die in den Figuren 3 und 4 schematisch dargestellte Ausgestaltung einer erfindungsgemässen
Vorrichtung ist im Wesentlichen gleich wie die in der Figuren 1 und 2 gezeigte Vorrichtung
aufgebaut. Jedoch sind die Druckprodukte 7, 7', 7" hier so gestapelt angeordnet, dass
ihre Blumen eine nachlaufende Stapelkante 6 bilden. Die so gestapelten ersten Vorprodukte
1 werden jeweils mit der Falzkante des zu unterst angeordneten Druckprodukts 7, die
eine vorlaufende Kante des ersten Vorprodukts 1 bildet, voran in das bereitgestellte
zweite Vorprodukt 3 und gegen die Falzinnenseite 5 gefördert. Ein Verfahren mit auf
diese Weise aufgebauten gestapelten ersten Vorprodukten 1 kann vorteilhaft sein, um
erste Vorprodukte 1 mit einer relativ grossen Gesamtdicke (bzw. grossen maximalen
Stapelhöhe) umschlagen zu können. Da solche erste Vorprodukte 1 im Bereich der vorlaufenden
Kante eine verminderte Dicke (bzw. Höhe) aufweisen, wird das Einschieben vereinfacht.
Zudem verbleiben umgeschlagene zweite Vorprodukte 3 so besser im umgeschlagenen Zustand.
Gleichzeitig können solche Kollektionen 20 aufgrund der aus den Blumen gebildeten
Stapelkante 2 auf der einen Seite und dem umgeschlagenen zweiten Vorprodukt 3 auf
der anderen Seite eine genau definierte äussere Form aufweisen, was ihre Weiterverarbeitung
vereinfacht.
[0098] Die in den Figuren 5 und 6 schematisch dargestellte Ausgestaltung einer erfindungsgemässen
Vorrichtung ist wiederum ähnlich wie die in den Figuren 1 bis 4 gezeigten Vorrichtungen
aufgebaut. Die Druckprodukte 7, 7', 7" der ersten Vorprodukte 1 weisen wiederum jeweils
einen Falz (bzw. eine Falzkante) auf und sind so gestapelt angeordnet, dass ihre Falze/Falzkanten
eine vorlaufende Stapelkante 2 bilden. Jedoch werden die zweiten Vorprodukte 3 hier
nicht in geschuppter Anordnung, sondern vereinzelt zugeführt. Eine solche Ausgestaltung
der Erfindung kann vorteilhaft sein, um etwa besonders grosse und/oder schwere zweite
Vorprodukte 3 zu verarbeiten. Ebenfalls weisst die gezeigte Vorrichtung eine, im Vergleich
zu den in den Figuren 1 bis 4 gezeigten, relativ grosse Unterstützungsfläche 29 auf,
welche die hergestellten Kollektionen 20 auch noch unterstützt, wenn diese durch die
Aneinanderlegevorrichtung 8 geführt werden. Die ersten Vorprodukte 1 sind auf die
gleiche Weise aufgebaut, wie die in den Figuren 1 und 2 dargestellten ersten Vorprodukte
1.
[0099] Die in den Figuren 7 und 8 schematisch dargestellte Ausgestaltung einer erfindungsgemässen
Vorrichtung ist analog der in der Figuren 5 bis 6 gezeigten Vorrichtung aufgebaut.
Die die Druckprodukte 7, 7', 7" der ersten Vorprodukte 1 sind hier wiederum so gestapelt
angeordnet, dass ihre Blumen eine nachlaufende Stapelkante 6 bilden. Jedoch sind hier
die ersten Vorprodukte 1 in der in den Figuren 3 und 4 dargestellten Art und Weise
aufgebaut.
[0100] Die Fig. 9 zeigt in einer perspektivischen Ansicht eine weitere Ausgestaltung einer
erfindungsgemässen Vorrichtung mit einer Presseinheit 26, umfassend ein erstes und
zweites Pressrollenpaar 27, 28, welche die Bildung eines Umschlagefalzes 4 im zweiten
Vorprodukt 3 wenigstens unterstützt. Sowohl die gezeigte Presseinheit 26, als auch
das darin enthaltene erste und das zweite Pressrollenpaar 27, 28 können in Kombination
oder jeweils einzeln als eigenes erfinderisches Konzept betrachtet werden. Als solches
können insbesondere sowohl die Presseinheit 26 mit den beiden Pressrollenpaaren 27,
28 wie gezeigt in Kombination miteinander oder die beiden Pressrollenpaare 27, 28
jeweils einzeln für sich genommen auch in anderen Ausgestaltungen erfindungsgemässer
Vorrichtungen verwendet werden. Das erste Pressrollenpaar 27 umfasst eine obere und
eine untere zylindrische Pressrolle 31, 32, wogegen das zweite Pressrollenpaar 28,
eine untere zylindrische Pressrolle 34 und eine obere Segmentrolle 33 mit einem in
Umfangsrichtung variierenden Radius aufweist. Die Segmentrolle 33 weist einen Bereich
(Fördersegment) mit erhöhtem Radius auf, welcher so ausgestaltet ist, dass damit ein
zwischen dem zweiten Pressrollenpaar 28 angeordnetes zweites Vorprodukt 3 klemmend
in Richtung der ersten Fördervorrichtung 11, respektive des Übergabebereichs 24, gefördert
werden kann. Das zweite Pressrollenpaar 28 kann so eingerichtet sein, dass ein dieses
durchlaufendes zweites Vorprodukt 3 von den Pressrollen 33, 34 gefalzt (respektive
geprägt) wird, oder ein z.B. bereits zuvor vom ersten Pressrollenpaar 27 eingeleitetes
Falzen des Umschlagefalzes 4 verstärkt wird. Insbesondere das zweite Pressrollenpaar
28 kann jedoch auch so eingereichtet sein, das dieses einen bestehenden Umschlagefalz
4 nicht wesentlich verändert, sondern vornehmlich der Förderung des bereits gefalzten
zweiten Vorprodukts 3 dient. Durch die Verwendung einer solchen Segmentrolle 33 wird
es möglich ein zweites Vorprodukt 3 bis zeitlich kurz vor der Zusammenführung mit
dem ersten Vorprodukt 1 klemmend zu fördern (bzw. bis zur Erreichung der Einschiebestellung
sicher zu fördern), die Klemmung jedoch nach Erzeugung der Kollektion 20 sicher aufzuheben.
Ein solches zweites Pressrollenpaar 28 kann deshalb auch im Übergabebereich 24 zwischen
der ersten und zweiten Transportstrecke 12, 13 angeordnet sein, ohne dass die Förderung
der ersten Vorprodukte 1, bzw. der Kollektionen 20 dadurch beeinträchtigt wird. Die
zweiten Vorprodukte 3 werden zudem so gefalzt, dass die in der Fig. 9 jeweils über
den ersten Vorprodukten 1 liegenden Teile der umgefalzten zweiten Vorprodukte 3 grösser
als die unter den ersten Vorprodukten 1 liegenden Teile sind. Dadurch wird bei den
gezeigten liegenden Kollektionen 20 verhindert, dass sich die zweiten Vorprodukte
3 wieder entfalten.
[0101] Fig. 10 zeigt schematisch den Übergabebereich 24, in welchem aus einem ersten und
zweiten Vorprodukt 1, 3 eine Kollektion (nicht dargestellt) erzeugt wird. Das zweite
Vorprodukt 3 wird hierzu von einer Presseinheit 26 so geklemmt, dass ein Umschlagefalz
4 gebildet wird. Gleichzeitig wird das so gefalzte zweite Vorprodukt 3 in die dargestellte
Einschiebestellung gefördert. Dabei wird das zweite Vorprodukt 3 im dargestellten
Bereich oberhalb des Umschlagefalzes 4 durch die aus zwei Rundprofilen bestehende
Einrichtung 25 geführt und in geöffnetem Zustand gehalten. Unterhalb des Umschlagefalzes
4 wird das zweite Vorprodukt 3 von einer Unterstützungsfläche 29 geführt. Sobald sich
das zweite Vorprodukt 3 in dieser Einschiebestellung befindet, wird das erste Vorprodukt
1 vom Bandförderer der ersten Transportstrecke 11 in das geöffnete zweite Vorprodukt
3 und gegen die Falzinnenseite 5 gefördert, wodurch eine Kollektion (nicht dargestellt)
gebildet wird. Diese wird anschliessend vom Bandförderer der zweiten Transportstrecke
13 der Weiterverarbeitung zugeführt.
[0102] Die Fig. 11 zeigt in einer perspektivischen Ansicht eine weitere Ausgestaltung einer
erfindungsgemässen Vorrichtung mit einer Presseinheit 26, welche im Wesentlichen gleich
wie die in Fig. 9 gezeigte Presseinheit 26 aufgebaut ist. Die zweiten Vorprodukte
3 werden hier als jedoch Abschnitte einer Bahn 30 bereitgestellt. Diese Bahn 30 wurde
in einem (nicht gezeigten) vorangehenden Druckprozess bedruckt, vorgefaltet und anschliessend
in gefaltetem Zustand auf eine Rolle 41 aufgewickelt. In der gezeigten Vorrichtung
wird die Bahn 30 von der Rolle 41 abgewickelt und die zweiten Vorprodukte 3 werden
durch eine Schneidevorrichtung 42 von der Bahn 30 abgetrennt. Anschliessend werden
sie mit Hilfe der Einrichtung 25 geöffnet und zu der Presseinheit 26 geführt, welche
die Bildung eines Umschlagefalzes 4 im zweiten Vorprodukt 3 wenigstens unterstützt.
1. Verfahren zum Herstellen einer Kollektion (20) von Vorprodukten (1, 3) durch Einschieben
eines ersten Vorprodukts (1) in ein zweites Vorprodukt (3), umfassend die Schritte:
a. Bereitstellen eines ersten Vorprodukts (1);
b. Bereitstellen eines zweiten Vorprodukts (3), das einen Umschlagefalz (4) mit einer
Falzinnenseite (5) aufweist;
c. Fördern des zweiten Vorprodukts (3) in eine Einschiebestellung, in der das zweite
Vorprodukt (3) zum Einschieben des ersten Vorprodukts bereitgestellt und mit der Falzinnenseite
(5) dem ersten Vorprodukt (1) zugewandt ist;
d. Fördern des ersten Vorprodukts (1) in das bereitgestellte zweite Vorprodukt (3)
und gegen die Falzinnenseite (5) zur Ausbildung der Kollektion (20);
e. das zweite Vorprodukt (3) übernimmt die Förderrichtung des ersten Vorprodukts (1);
f. Bereitstellen der Kollektion (20) zur Weiterverarbeitung.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Vorprodukt (1) in einer Förderebene (17) gefördert wird und das zweite
Vorprodukt (3) in der Förderebene (17) bereitgestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Vorprodukt (3) in der Förderebene (17) im Wesentlichen senkrecht zur Förderrichtung
des ersten Vorprodukts (1) in die Einschiebestellung gefördert wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Vorprodukt (3) einen Primärfalz aufweist.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Vorprodukt (3) beim Fördern in die Einschiebestellung mit dem Primärfalz
voraus gefördert wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Vorprodukt (3) während dem Fördern in die Einschiebestellung mit dem Umschlagefalz
(4) versehen wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Vorprodukt (3) vor dem Fördern in die Einschiebestellung mit dem Umschlagefalz
(4) versehen wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere zweite Vorprodukte (3) vor der Zuführung wenigstens abschnittsweise in einer
geschuppten Anordnung gefördert werden, bei der ein vorlaufendes zweites Vorprodukt
(3) jeweils über dem ihm nachlaufenden zweiten Vorprodukt (3) angeordnet ist.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und/oder zweiten Vorprodukte (1, 3) mehrere Druckprodukte (7, 7', 7")
umfassen.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Förderung des zweiten Vorprodukts (3) in die Einschiebestellung gegen ein Anschlagselement
(21) erfolgt.
11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Vorprodukt (3) als Abschnitt einer Papier- oder Folienbahn (30) bereitgestellt
wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Papier- oder Folienbahn (30) ab einer Rolle (41) abgewickelt wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Papier- oder Folienbahn (30) zwischen der Rolle (31) und der Stelle, an der sich
das zweite Vorprodukt (3) in der Einschiebestellung befindet, bearbeitet wird.
14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem vorgelagerten Verfahrensschritt N einzelne Druckprodukte (7) bereitgestellt
werden, das erste Vorprodukt (1) aus N-x (x=1, 2, 3...) der N einzelnen Druckprodukte
(7) gebildet wird und das zweite Vorprodukt (3) aus den x verbleibenden einzelnen
Druckprodukten (7) gebildet wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass x=1 ist.
16. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die hergestellte Kollektion (20) durch eine Aneinanderlegevorrichtung (8) hindurchbewegt
wird, in welcher das zweite Vorprodukt (3) an das erste Vorprodukt (1) angedrückt
wird.
17. Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche,
umfassend:
a. eine erste Fördervorrichtung (11), die das erste Vorprodukt (1) in das sich in
der Einschiebestellung befindende bereitgestellte zweite Vorprodukt (3) und gegen
die Falzinnenseite (5) fördert;
b. eine zweite Fördervorrichtung (14), die das zweite Vorprodukt (3) in die Einschiebestellung
fördert.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Fördervorrichtung (11, 14) unterschiedliche Förderrichtungen
aufweisen, die eine gemeinsame Förderebene (17) aufspannen.
19. Vorrichtung nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Fördervorrichtung (11, 14) so angeordnet sind, dass ihre Förderrichtungen
im Wesentlichen senkrecht aufeinander stehen.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass der zweiten Fördervorrichtung (14) eine Presseinheit (26) zugeordnet ist, die das
zweite Vorprodukt (1) vor dem Erreichen der Einschiebestellung falzt.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Einrichtung (25) umfasst, welche die Beschickbarkeit des zugeführten
zweiten Vorprodukts (3) sicherstellt.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Aneinanderlegevorrichtung (8) aufweist, in welcher das zweite
Vorprodukt (3) an das erste Vorprodukt (1) angedrückt wird.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ein Anschlagselement (21) aufweist, das die Förderung des zweiten
Vorprodukts (3) in die Einschiebestellung begrenzt.
24. Vorrichtung nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, dass das Anschlagselement (21) mindestens eine Kombirolle (22,23) umfasst.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass der zweiten Fördervorrichtung (14) Mittel zum Bereitstellen einer Papier- oder Folienbahn
(30) zugeordnet sind.
26. Vorrichtung nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, dass der zweiten Fördervorrichtung (14) eine Schneidevorrichtung (42) zum Abschneiden
des zweiten Vorprodukts (3) von der Papier- oder der Folienbahn (30) zugeordnet ist.