TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Weiterverarbeitung von Vorprodukten
(insbesondere von Druckprodukten im Rahmen der Druckweiterverarbeitung). Sie betrifft
ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen von Kollektionen aus Druckprodukten.
[0002] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
[0003] Unter dem Stichwort "Direct Mailing" sind seit Längerem Aktivitäten bekannt, bei
denen Werbeprospekte, Broschüren, Flyer, bedruckte Bögen, Warenproben und dgl., wie
sie sonst häufig zu Werbezwecken als Beilagen einer Zeitung oder Zeitschrift beigefügt
(eingesteckt) wurden, von mehreren Werbern gesammelt werden, um daraus eine Vielzahl
von Kollektionen zu machen, die jeweils von einer Vielzahl von Werbern ein Druckprodukt
enthalten und in Form eines kleinen Stapels an die Empfänger (z.B. Haushalte) ausgeliefert
und verteilt werden.
[0004] Um die einzelnen stapelartigen Kollektionen der Druckprodukte beim Transport und
der Verteilung besser handhaben zu können, ist es vorteilhaft, Massnahmen zum Zusammenhalten
der einzelnen Stapel zu ergreifen.
[0005] Aus dem Stand der Technik sind Verfahren und Vorrichtungen bekannt, um gestapelte
Druckprodukte oder verwandte Produkte durch Umwicklungen mit anderen Zusammenhalteelementen
zusammen zu halten.
[0006] Die
EP 0952006 A2 zeigt ein Verfahren zur Herstellung von Drucksendungen, eine Umhüllung, eine Einrichtung
zur Herstellung der Umhüllung sowie Verfahren zur Herstellung der Umhüllung. Die Anmeldung
offenbart die Verpackung von Drucksendungen durch eine vollkommene Umhüllung mit einem
speziell als Verpackungsmittel zugeschnittenen Einzelblatt aus Papier oder Kunststoff,
also einem spezifischen Verpackungsprodukt. Ein solches Einzelblatt soll dazu z.B.
mit einer Schneideeinheit zugeschnitten und anschliessend gefalzt werden, wobei um
Falzkanten gefalzte Lappen mittels Klebeauftrag miteinander verbunden werden können.
[0007] Die
DE 41 31 277 C1 zeigt ein Verfahren und eine dazu geeignete Vorrichtung, mit welchen ein Verpackungsgut
mit einem speziellen Verpackungszuschnitt vereinigt werden kann. Gezeigt wird eine
Vorrichtung, bei der ein Verpackungsgut von einer ersten Vorschubeinrichtung bis zu
einer zweiten Vorschubeinrichtung gelangt. Die zweite Vorschubeinrichtung weist ein
Unterband auf, das einseitig über eine Rolle geführt wird. Mit einer Andruckeinrichtung,
die eine Andruckrolle sowie ein Führungselement aufweist, soll eine Anlenkung des
Verpackungszuschnitts an die Rolle bewirkt werden, um den Verpackungszuschnitt auf
unterschiedliche Arten an das Verpackungsgut zu führen. Um von der ersten zu der zweiten
Vorschubeinrichtung zu gelangen, müssen die gezeigten Verpackungsgüter eine relativ
hohe strukturelle Steifigkeit aufweisen.
[0008] Die
WO 2012/084494 A2 zeigt ein Verfahren zum Konfektionieren eines Stapels aus lose aufeinanderliegender
Vorprodukte, das Zusammenstellen solcher Vorprodukte und eine Vorrichtung zum Herstellen
solcher Zusammenstellungen. Dazu wird in einem ersten Schritt der zu konfektionierende
Stapel aus lose aufeinanderliegenden Vorprodukten bereitgestellt und in einem zweiten
Schritt ein Verbindungselement an einer Stapelkante des Stapels derart angebracht,
dass es die beiden aussen liegenden Vorprodukte des Stapels klebend überlappt. Dieses
Verfahren bietet ein sicheres Konfektionieren für eine Vielzahl von Anwendungen, benötigt
jedoch besondere Verbindungselemente.
[0009] Die nicht vorveröffentlichte
europäische Patentanmeldung Nr. 15001321.7 wurde am 05.05.2015 im Namen der Ferag AG eingereicht und zeigt eine Vorrichtung zum Herstellen von Kollektionen
aus einer Vielzahl unterschiedlicher Druckprodukte. Dabei wird jeweils ein Teil der
Druckprodukte als Verpackungselement verwendet, in welches die übrigen Druckprodukte
eingeschlagen werden. Auf diese Weise können Griffeinheiten erzeugt werden, die auf
einfache Weise von einem Verteiler händisch aus einem Transportbehälter entnommen
werden können. Im Gegensatz zu vorbekannten Verfahren zur Erzeugung solcher Kollektionen,
werden bei diesem Verfahren keine speziellen zusätzlichen Verpackungsmittel, wie Folien
oder Bänder benötigt. Dadurch können die Kosten zur Herstellung von Kollektionen gesenkt
und die anfallende Abfallmenge reduziert werden. Die genannte Patentanmeldung zeigt
mehrere Verfahren und Vorrichtungen zur Herstellung solcher Kollektionen. Eine Ausführungsform
einer dafür geeigneten Umschlagevorrichtung weist eine Bürstenrolle mit in Drehrichtung
gebogenen Borsten auf, welche einen Abschnitt eines Verpackungselements, das zuvor
teilweise unter einen Zwischenstapel (z.B. aus Druckschriften) gebracht wurde, in
etwa rechtwinklig nach oben abbiegt. Dieser Verpackungsabschnitt wird in einem anschliessenden
Schritt über den Zwischenstapel zurückgebogen, sobald das Verpackungselement und der
Zwischenstapel in den Zwischenraum zwischen zwei Transportbändern eintreten. Eine
solche Umschlagevorrichtung eignet sich für eine bestimmte Gruppe von Umschlageprodukten
und Zwischenstapeln, kann jedoch unter gewissen Umständen bei relativ dünnen und weichen
Zwischenstapeln in Kombination mit dicken und steifen Umschlägen schwierig zu kontrollieren
sein. Eine andere in der obgenannten Anmeldung gezeigte Umschlagevorrichtung weist
stabförmige Mitnehmer auf, die um eine quer zur Bewegungsrichtung der Einheit aus
Zwischenstapel und Verpackungselement orientierte Drehachse gedreht werden. Diese
Mitnehmer führen dabei zusätzlich eine oszillierende Bewegung quer zur Förderrichtung
aus, wozu gegebenenfalls eine relativ aufwändige und/oder unterhaltsintensive Mechanik
bzw. Steuerung notwendig ist.
[0010] Die
WO 2008/074325 A1 zeigt ein Verfahren zum Einwickeln eines Stapels aus Blättern, Broschüren oder dergleichen,
bei dem die Stapel mit Abstand hintereinander auf einem Transportweg transportiert
werden. Mittels eines speziellen Schwenkrades wird von einem bereitgehaltenen Blattvorrat
ein Einwickelblatt abgezogen und senkrecht in einer Lücke zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Stapeln positioniert. Anschliessend stellt das Schwenkrad Mittel bereit, die das Blatt
um den vorbei bewegten Stapel zu falten. Die komplizierte Bewegung des Schwenkrades
verhindert eine hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit der Stapel.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0011] Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zu schaffen, das ein Umschlagen
von ersten Vorprodukten mit zweiten Vorprodukten ermöglicht, das für eine Vielzahl
unterschiedlicher Kombinationen von Vorprodukten geeignet ist und mit - im Vergleich
zu den aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen - relativ einfachen Vorrichtungen
zuverlässig ausgeführt werden kann.
[0012] Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung anzugeben, mit der ein
solches Verfahren durchgeführt werden kann.
[0013] Diese und andere Aufgaben werden durch die Ansprüche 1 und 15 gelöst. Ausgestaltungen
der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
[0014] Eine Ausgestaltung eines Verfahrens zum Herstellen einer Kollektion von Vorprodukten
durch Umschlagen eines zweiten Vorprodukts um ein erstes Vorprodukt nach der Erfindung
zeichnet sich durch die folgenden Schritte aus:
- Bereitstellen eines ersten Vorprodukts, das einen Kantenbereich aufweist;
- Bereitstellen eines zweiten Vorprodukts;
- Fördern des zweiten Vorprodukts in eine Umschlagestellung;
- Fördern des ersten Vorprodukts mit dem Kantenbereich voran gegen das sich in der Umschlagestellung
befindende zweite Vorprodukt, wodurch ein Umschlagevorgang beim zweiten Vorprodukt
eingeleitet wird.
[0015] In einer Ausgestaltung des Verfahrens ist das zweite Vorprodukt kein typisches, speziell
zur Verfügung gestelltes Verpackungsmittel (wie z.B. eine Folie oder ein spezieller
Papierbogen), wie nachfolgend noch genauer erläutert wird. Die zweiten und ersten
Vorprodukte können bei einer Ausgestaltung des Verfahrens gleichartig sein, wodurch
das zweite Vorprodukt im Gegensatz zu den aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren
kein spezielles bzw. spezifisches Verpackungsprodukt ist.
[0016] Bei Bedarf kann das zweite Vorprodukt ein Druckprodukt umfassen, das einen Falz,
eine Heftung oder eine Bindung aufweist.
[0017] In einer Ausgestaltung des Verfahrens umfasst das zweite Vorprodukt ein Druckprodukt,
das einen Falz, eine Heftung oder eine Bindung aufweist, wobei der Falz (bzw. die
Heftung oder die Bindung) in der Umschlagestellung im Wesentlichen senkrecht zum Kantenbereich
des ersten Vorprodukts ausgerichtet ist. Auf diese Weise kann u.a. verhindert werden,
dass sich die Lagen eines umgeschlagenen mehrlagigen zweiten Vorprodukts beim händischen
Greifen relativ zueinander verschieben.
[0018] In einer anderen Ausgestaltung des Verfahrens umfasst das zweite Vorprodukt ein Druckprodukt,
das einen Falz, eine Heftung oder eine Bindung aufweist, wobei der Falz (bzw. die
Heftung oder die Bindung) in der Umschlagestellung im Wesentlichen parallel zum Kantenbereich
des ersten Vorprodukts ausgerichtet ist. Auf diese Weise können Beulen oder Knicke
im Falz, der Heftung oder der Bindung vermieden werden.
[0019] Für bestimmte Anwendungen wird gemäss einer Ausgestaltung des Verfahrens das zweite
Vorprodukt als Abschnitt einer Papier- oder Folienbahn (nachfolgend auch "Bahn" genannt)
bereitgestellt.
[0020] In einer Ausgestaltung des Verfahrens ist die Bahn eine einlagige Bahn.
[0021] In einer anderen Ausgestaltung des Verfahrens ist die Bahn eine mehrlagige Bahn,
insbesondere eine gefaltete und/oder gefalzte Bahn.
[0022] Für bestimmte Anwendungen kann die Papier- oder Folienbahn ab einer Rolle abgewickelt
werden.
[0023] In einer Ausgestaltung des Verfahrens wird die Papier- oder Folienbahn zwischen der
Rolle und der Stelle, an der sich das zweite Vorprodukt in der Umschlagestellung befindet,
bearbeitet.
[0024] In einer Ausgestaltung des Verfahrens wird die Bahn mit einer Druckmaschine bedruckt
und auf einer Rolle aufgewickelt. Anschliessend wird die Bahn wieder von der Rolle
abgewickelt und ein zweites Vorprodukt wird als Abschnitt der Bahn bereitgestellt.
[0025] Gemäss einer anderen Ausgestaltung des Verfahrens wird die Bahn mit einer Druckmaschine
bedruckt und ein zweites Vorprodukt wird als Abschnitt dieser Bahn bereitgestellt,
ohne dass dazwischen die Bahn auf einer Rolle aufgewickelt wird.
[0026] In einer Ausgestaltung eines Verfahrens wird das zweite Vorprodukt von der Bahn abgeschnitten,
bevor es in die Umschlagestellung gefördert wird. Dadurch können zweite Vorprodukte
mit besonders hohen Geschwindigkeiten in die Umschlagestellung gefördert werden und
somit die Taktzeiten verkürzt werden.
[0027] In einer anderen Ausgestaltung eines Verfahrens wird das zweite Vorprodukt von der
Bahn abgeschnitten, nachdem es in die Umschlagestellung gefördert wurde. Auf diese
Weise kann die Förderung und Ausrichtung des zweiten Vorprodukts vereinfacht werden.
[0028] Besonders gute Ergebnisse können erzielt werden, wenn die Bahn vor dem Schneiden
in einem Puffer - z.B. einem Schlaufenpuffer - zwischengelagert wird. Dadurch können
einerseits besonders saubere Schnittkanten erzielt werden. Andererseits kann auf dieses
Weise der Schneideprozess, bzw. die dazu notwendige Vorrichtung, vereinfacht werden.
[0029] Gemäss einer Ausgestaltung eines erfindungsgemässen Verfahrens wird die Bahn mit
einer Digitaldruckmaschine bedruckt. Durch die Verwendung einer Digitaldruckmaschine
kann bei Bedarf eine Bahn mit Abschnitten unterschiedlicher zweiter Vorprodukte hergestellt
werden. Auf diese Weise können auf einfache Weise z.B. Kollektionen mit individualisierten
Umschlägen hergestellt werden.
[0030] In einer Ausgestaltung eines solchen Verfahrens können die zweiten Vorprodukte personalisierte
Werbeprodukte sein, deren Inhalt auf einen bestimmten Empfänger oder eine bestimmte
Empfängergruppe ausgerichtet ist. Ein solches zweites Vorprodukt kann alternativ oder
in Ergänzung auch eine persönliche Adressierung an einen Empfänger oder an eine Empfängergruppe
beinhalten. Eine Empfängergruppe kann z.B. aus den Einwohnern einer geographischen
Region, einer Stadt, eines Dorfes oder eines Quartiers oder eines Gebäudes gebildet
werden.
[0031] Das erste und das zweite Vorprodukt können z.B. eine Kollektion aus lose aufeinander
liegenden ein- oder mehrlagigen Druckprodukte gleicher oder unterschiedlicher Grösse
sein. Auf, unter oder zwischen den Druckprodukten können bei Bedarf einzelne oder
mehrere Warenmuster angeordnet sein. Das erste und/oder das zweite Vorprodukt können
auch z.B. einzelne Produkte, wie etwa einzelne Druckprodukte, sein.
[0032] Der Kantenbereich kann beispielsweise ein Bereich einer vorlaufenden Kante des ersten
Vorprodukts sein. Umfasst das erste Vorprodukt mehrere Druckprodukte, so kann wenigstens
ein Teil dieser Druckprodukte so angeordnet sein, dass diese eine bevorzugte Kante
aufweisen und die bevorzugten Kanten gemeinsam den Kantenbereich bilden.
[0033] Ein besonders zuverlässiges und robustes Verfahren ergibt sich, wenn das erste Vorprodukt
wenigstens mit einer Teilfläche auf einem Fördertisch liegend gegen das sich in der
Umschlagestellung befindende zweite Vorprodukt gefördert wird.
[0034] Ein solcher Fördertisch kann dabei die Förderung des ersten Vorprodukts gegen das
sich in der Umschlagestellung befindende zweite Vorprodukt wenigstens unterstützen,
indem er dieses abstützt, sodass es seine Form behält.
[0035] Jedoch kann der Fördertisch auch so gestaltet sein, dass er die Einleitung des Umschlagevorgangs
unterstützt oder diesen selber einleitet, wie nachfolgend noch genauer erklärt wird.
Dabei kann der Fördertisch das erste Vorprodukt z.B. halten und/oder führen und/oder
begleiten.
[0036] Ein besonders gut zu kontrollierender Umschlagevorgang kann erzielt werden, wenn
der Fördertisch den Umschlagevorgang aktiv unterstützt. Dazu kann der Fördertisch
beispielsweise mit einer Kante gegen das sich in der Umschlagestellung befindende
zweite Vorprodukt drücken und dieses dadurch verformen. Dadurch wird es u.a. möglich
eine Vielzahl von Kombinationen aus ersten und zweiten Vorprodukten unterschiedlicher
Dimensionen, Gewichte und Steifigkeiten zu Kollektionen zusammenzuführen, ohne dass
das Verfahren oder eine dieses Verfahren ausführende Vorrichtung wesentlich auf die
Art der Vorprodukte angepasst werden muss. Der notwendige Aufwand für Rüstvorgänge
kann so minimiert werden, wodurch die Produktionsstillstandszeiten reduziert werden
können. Gemäss einer Ausgestaltung des erfindungsgemässen Verfahrens umfasst das erste
Vorprodukt einen Stapel von einzelnen Druckprodukten. Solche Druckprodukte können
z.B. Werbeprospekte, Broschüren, Zeitschriften, Flyer oder bedruckte Bögen sein. Ein
entsprechender Stapel kann jedoch auch weitere Vorprodukte, wie etwa Warenproben beinhalten.
Das erfindungsgemässe Verfahren erlaubt im Vergleich zu den aus dem Stand der Technik
bekannten Verfahren die Verarbeitung von Stapeln, die aus eine Mehrzahl von Druckprodukten
oder anderen Gegenständen mit stark voneinander abweichenden Abmessungen bestehen.
Aus solchen Gegenständen gebildete Stapel haben häufig weder eine regelmässige Quaderform,
noch genau bekannte mechanische Eigenschaften, was ihre Verarbeitung mit vielen aus
dem Stand der Technik bekannten Verfahren verunmöglicht.
[0037] Gute Ergebnisse können erzielt werden, wenn das erste Vorprodukt mehrere Druckprodukte
umfasst, die eine bevorzugte Kante aufweisen und die Druckprodukte so gestapelt angeordnet
sind, dass ihre bevorzugten Kanten gemeinsam eine Stapelkante bilden, die den Kantenbereich
darstellt. Bei nach einer solchen Ausgestaltung des Verfahrens gefertigten Kollektionen
sind die einzelnen Druckprodukte beim händischen Greifen der Kollektion besonders
gut gegen das Herausrutschen aus der Kollektion gesichert.
[0038] Besonders gut händisch zu greifende Kollektionen können erzielt werden, wenn wenigstens
einige der einzelnen Druckprodukte einen Falz, eine Heftung oder eine Bindung aufweisen
und so aufeinander gelegt sind, dass die Falze bzw. Bindungen den Kantenbereich bilden,
um welchen das zweite Vorprodukt umgeschlagen wird. Auf diese Weise kann u.a. die
Gefahr reduziert werden, dass einzelne Druckprodukte beim händischen Greifen der Kollektion
aus der Kollektion heraus fallen. Eine gefalzte und/oder geheftete und/oder geklebte
Kante kann auch Bund genannt werden. In einer anderen Ausgestaltung dieses Verfahrens
sind einige der Druckprodukte mit ihrem Bund auf der dem Kantenbereich gegenüberliegenden
Seite anzuordnen, um eine gleichmässigere Dicke des ersten Vorprodukts zu erreichen.
[0039] In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens können als bevorzugte Kanten der Druckprodukte
solche Kanten genommen werden, die auf der dem Bund gegenüberliegenden Seite angeordnet
sind. Eine solche Kante kann auch Blume genannt werden. Weisen mehrere oder alle Druckprodukte
des ersten Vorprodukts eine solche Blume auf, können diese Druckprodukte mit den Blumen
übereinander liegend bzw. aneinander liegend gestapelt werden, so dass der Kantenbereich
aus den Blumen gebildet wird. In einer anderen Ausgestaltung dieses Verfahrens sind
einige der Druckprodukte mit ihrer Blume auf der dem Kantenbereich gegenüberliegenden
Seite anzuordnen, um eine gleichmässigere Dicke des ersten Vorprodukts zu erreichen.
[0040] In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens weisen wenigstens einige der Druckprodukte
Bünde auf und sind so gestapelt angeordnet, dass die Bünde gemeinsam eine Stapelkante
bilden, die auf der dem Kantenbereich gegenüberliegenden Seite des ersten Vorprodukts
angeordnet ist, wie nachfolgend noch genauer erläutert wird. Eine solche Ausgestaltung
des Verfahrens kann z.B. vorteilhaft sein, wenn das erste Vorprodukt Druckprodukte
mit voneinander abweichenden Abmessungen umfasst, da damit die Dicke des Kantenbereichs
reduziert werden kann, womit das Umschlagen des ersten Vorprodukts begünstigt wird.
[0041] In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens weisen wenigstens einige der Druckprodukte
Blumen auf und sind so gestapelt angeordnet, dass die Blumen gemeinsam eine Stapelkante
bilden, die auf der dem Kantenbereich gegenüberliegenden Seite des ersten Vorprodukts
angeordnet ist.
[0042] Gemäss einer Ausgestaltung der Erfindung werden in einem vorgelagerten Verfahrensschritt
N einzelne Druckprodukte bereitgestellt, wobei das erste Vorprodukt aus N-x (x=1,2,3...)
der N einzelnen Druckprodukte gebildet wird und das zweite Vorprodukt aus den x verbleibenden
einzelnen Druckprodukten gebildet wird. Dadurch können die Kosten pro hergestellte
Kollektion gesenkt und zusätzlich anfallende Abfälle durch Verpackungsmaterialien
vermieden werden. Die ersten Vorprodukte und zweiten Vorprodukte sind in einer solchen
Ausgestaltung also gleichartig, womit die zweiten Vorprodukte keine speziellen bzw.
spezifischen Verpackungsmittel darstellen.
[0043] Insbesondere kann bei einer Ausgestaltung des erfindungsgemässen Verfahrens x=1 sein.
Durch bestimmte, nachfolgend noch genauer erläuterte Ausgestaltungen der Erfindung
wird es auch möglich, dass das umgeschlagene zweite Vorprodukt dicker und/oder steifer
als das erste Vorprodukt sein kann, ohne dass der Umschlagevorgang dadurch schlecht
kontrollierbar wird, wie dies teilweise bei den aus dem Stand der Technik bekannten
Verfahren der Fall ist.
[0044] Besonders sauber umgeschlagene Kollektionen können erzielt werden, wenn das erste
Vorprodukt und das zweite Vorprodukt nach der Einleitung des Umschlagevorgangs durch
eine Aneinanderlegevorrichtung hindurchbewegt werden, in welcher eine erste Teilfläche
einer Aussenfläche des zweiten Vorprodukts sowie eine erste Seite des ersten Vorprodukts,
und eine zweite Teilfläche der Aussenfläche des zweiten Vorprodukts sowie eine zweite
Seite des ersten Vorprodukts aneinandergelegt werden.
[0045] Ein besonders gut definiertes Umschlagen kann erzielt werden, wenn das zweite Vorprodukt
bei der Einleitung des Umschlagevorgangs und/oder während dem folgenden Umschlagevorgang
temporär in einem ersten und einem zweiten Klemmbereich geklemmt wird, so dass der
Kantenbereich des ersten Vorprodukts beim Einleiten des Umschlagevorgangs - respektive
während dem Umschlagevorgang - zwischen dem ersten und zweiten Klemmbereich liegt,
wie nachfolgend noch genauer erläutert wird.
[0046] Auf diese Weise kann das zweite Vorprodukt besonders genau zum ersten Vorprodukt
positioniert werden.
[0047] Ebenso kann so ein ungewünschtes Rutschen des zweiten Vorprodukts über den Kantenbereich
des ersten Vorprodukts beim Umschlagen bei Bedarf weitgehend verhindert werden.
[0048] Zudem kann so bei Bedarf auch eine Falzkante in das zweite Vorprodukt gebracht werden
- insbesondere, wenn beim Einleiten des Umschlagevorgangs eine Kante eines Fördertisches
vor dem Kantenbereich des ersten Vorprodukts liegt.
[0049] Eine weitere Ausgestaltung ist dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite
Teilfläche unterschiedlich sind, das zweite Vorprodukt also nicht hälftig umgeschlagen
wird. Wird eine auf diese Weise hergestellte Kollektion mit der nach oben liegenden
grösseren Teilfläche flach abgelegt, so verhindert das Gewicht dieser grösseren Teilfläche
ein Wiederaufklappen des umgeschlagenen zweiten Vorprodukts. Dadurch kann in bestimmten
Fällen (falls gewünscht) auf weitere Befestigungsmittel verzichtet werden.
[0050] Das ein Wiederaufklappen des zweiten Vorprodukt verhindernde notwendige Verhältnis
zwischen erster und zweiter Teilfläche ist abhängig von mehreren Eigenschaften des
ersten und/oder zweiten Vorprodukts - insbesondere von der Steifigkeit und dem Gewichts
des zweiten Vorprodukts und der Dicke des ersten Vorprodukts. In einer weiteren Ausgestaltung
betragen die erste Teilfläche zwei Drittel (2/3) und die zweite Teilfläche ein Drittel
(1/3) der Aussenfläche. Es hat sich gezeigt, dass durch ein solches Verhältnis zwischen
erster und zweiter Teilflächen ein Aufklappen einer Vielzahl von Kollektionen unterschiedlicher
erster und zweiter Vorprodukte effizient und robust verhindert werden kann und mit
einem solchen Verfahren erzeugte Kollektionen gleichzeitig auch bequem und sicher
händisch gegriffen werden können. So lassen sich auf einer eine solche Ausgestaltung
eines Verfahrens ausführenden Vorrichtung unterschiedliche Kollektionen erzeugen,
ohne dass die Vorrichtung jeweils wesentlich an diese angepasst werden muss.
[0051] Eine wieder andere Ausgestaltung des erfindungsgemässen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Vorprodukt in einer Förderebene gefördert wird. Dadurch kann insbesondere
bei relativ dicken und/oder instabilen ersten Vorprodukten eine diese schonende Förderung
erzielt werden.
[0052] Ein besonders vorteilhaftes Umschlagen des zweiten Vorprodukts kann erzielt werden,
wenn das erste Vorprodukt in einer Förderebene gefördert wird und das zweite Vorprodukt
bei der Einleitung des Umschlagevorgangs im Wesentlichen senkrecht zur Förderebene
des ersten Vorprodukts ausgerichtet ist.
[0053] Abhängig von der Beschaffenheit des zweiten Vorprodukts kann es vorteilhaft sein,
wenn das zweite Vorprodukt vor dem Umschlagevorgang zur Erleichterung des Umschlagevorgangs
rilliert wird. Ein mehrfaches Rillieren oder Prägen ist möglich.
[0054] Alternativ oder in Ergänzung kann wenigstens ein Teil einer Aussenfläche des zweiten
Vorprodukts vor dem Umschlagevorgang zur Erleichterung des Umschlagevorgangs befeuchtet
werden.
[0055] Eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemässen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet,
dass vor der Einleitung des Umschlagevorgangs ein Kleber auf eine der Teilflächen
des zweiten Vorprodukts und/oder auf eine nach dem Umschlagen von einer der Teilflächen
abgedeckten Oberfläche des ersten Vorprodukts aufgetragen wird. Dadurch kann insbesondere
bei relativ steifen zweiten Vorprodukten und/oder relativ dicken ersten Vorprodukten
ein ungewolltes Aufklappen des umgeschlagenen zweiten Vorproduktes verhindert werden.
[0056] Gemäss einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemässen Verfahrens kann das zweite
Vorprodukt von einem Anschlag temporär in der Umschlagestellung gehalten wird. Durch
eine solche Ausgestaltung kann die Position der Umschlagstelle beeinflusst und/oder
eine Synchronisierung zwischen der Förderung der ersten und der zweiten Vorprodukte
vereinfacht werden.
[0057] Eine erfindungsgemässe Vorrichtung zur Durchführung eines solchen Verfahrens umfasst
in der Regel eine erste Fördervorrichtung für das zweite Vorprodukt, die das zweite
Vorprodukt in die Umschlagestellung fördert. Ebenso umfasst sie eine zweite Fördervorrichtung
für das erste Vorprodukt, die das erste Vorprodukt zum Einleiten des Umschlagevorgangs
mit einem Kantenbereich voran gegen das sich in der Umschlagestellung befindende zweite
Vorprodukt zufördert.
[0058] In einer Ausgestaltung der erfindungsgemässen Vorrichtung sind die erste Fördervorrichtung
und die zweite Fördervorrichtung miteinander synchronisiert.
[0059] Um die räumlichen Dimensionen einer erfindungsgemässen Vorrichtung zu reduzieren
und/oder bestimmte Vorprodukte besser auf Kurvenabschnitten fördern zu können und/oder
die Geschwindigkeiten der Fördervorrichtungen zu reduzieren - respektive die Verarbeitungsgeschwindigkeit
zu erhöhen - können die ersten und/oder zweiten Vorprodukte auch wenigstens abschnittsweise
in geschuppter Anordnung transportiert werden. Eine einfache Verarbeitung wird möglich,
wenn die Vorprodukte so geschuppt angeordnet sind, dass die vorlaufenden Vorprodukte
über den nachlaufenden Vorprodukten liegen.
[0060] In einer Ausgestaltung der erfindungsgemässen Vorrichtung kann die zweite Fördervorrichtung
wenigstens zwei in einer Ebene liegende Transportstrecken umfassen, zwischen denen
eine zumindest temporäre Förderlücke frei gelassen ist, in der das zweite Vorprodukt
in der Umschlagestellung gehalten wird. Eine solche zumindest temporäre Förderlücke
kann bspw. eine Lücke in einem Bandförderer sein.
[0061] Eine Ausgestaltung einer erfindungsgemässen Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet,
dass die Umschlagestellung durch die zumindest temporäre Förderlücke hindurchreicht.
Mit anderen Worten kann dies auch so ausgedrückt werden, dass die Umschlagestellung
des zweiten Vorprodukts und die zumindest temporäre Förderlücke so aufeinander ausgerichtet
sind, dass sich das in der Umschlagestellung befindliche zweite Vorprodukt wenigstens
teilweise in der zumindest temporären Förderlücke befindet.
[0062] Besonders sauber umgeschlagene Kollektionen können erreicht werden, wenn die Vorrichtung
eine Aneinanderlegevorrichtung aufweist, in welcher eine erste Teilfläche einer Aussenfläche
des zweiten Vorprodukts sowie eine erste Seite des ersten Vorprodukts, und eine zweite
Teilfläche der Aussenfläche des zweiten Vorprodukts sowie eine der ersten Seite gegenüberliegende
zweite Seite des ersten Vorprodukts aneinandergelegt werden. Bei Bedarf kann eine
solche Aneinanderlegevorrichtung auch eine gezielte Komprimierung der zu erzeugenden
Kollektionen bewirken.
[0063] Eine besonders einfache Art von Aneinanderlegevorrichtung kann erzielt werden, wenn
diese ein an die zumindest temporäre Förderlücke anschliessendes Rollenpaar aufweist,
welches das erste und zweite Vorprodukt temporär klemmend fördert, wie nachfolgend
noch genauer erläutert wird. Eine Aneinanderlegevorrichtung kann auch mehrere solche
Rollenpaare aufweisen.
[0064] Ein für die Vorprodukte besonders schonendes Umschlagen sowie auch eine Verwendung
derselben Aneinanderlegevorrichtung für eine Vielzahl unterschiedlicher Vorprodukte
kann erzielt werden, wenn die Rollen eines Rollenpaares in radialer Richtung elastisch
deformierbar sind und/oder deren Drehachsen unter Ausübung einer definierten Kraft
reversibel auseinandergedrückt werden können. Eine solche Vorrichtung erlaubt eine
sequentielle Verarbeitung sehr unterschiedlicher Vorprodukte, ohne dass die Vorrichtung
jeweils neu eingestellt oder umgerüstet werden muss.
[0065] In einer Ausgestaltung einer erfindungsgemässen Vorrichtung besteht wenigstens eine
Rolle eines Rollenpaares aus einem Schaumgummi und/oder weist mehrere grössere innere
Hohlräume auf, welche die Steifigkeit der Rolle in radialer Richtung reduzieren.
[0066] In einer weiteren Ausgestaltung einer erfindungsgemässen Vorrichtung weist wenigstens
eine der Rollen eines Rollenpaares einen in Umfangrichtung variablen Radius auf, wie
nachfolgend noch genauer erläutert wird. Auf diese Weise können bestimmte Arten von
Vorprodukten besonders schonend umgeschlagen werden. So können z.B. Teilflächen des
zweiten Vorprodukts nur an bestimmten Stellen an das erste Vorprodukt gelegt werden,
um etwa vorhandene besonders sensitive Druckprodukte oder Warenmuster nicht zu beschädigen.
[0067] Alternativ oder in Ergänzung kann eine Vorrichtung gemäss der Erfindung eine Klemmvorrichtung
aufweisen, die das zweite Vorprodukt bei der Einleitung des Umschlagevorgangs und/oder
während dem Umschlagevorgang temporär in einem ersten und einem zweiten Klemmbereich
klemmt, so dass der Kantenbereich des ersten Vorprodukts beim Einleiten des Umschlagevorgangs
- respektive während dem Umschlagevorgang - zwischen dem ersten und zweiten Klemmbereich
liegt, wie nachfolgend noch genauer erläutert wird.
[0068] Gemäss einer Ausgestaltung umfassen die Transportstrecken Bandförderer. Solche Ausgestaltungen
der Erfindung erlauben einen einfachen und sicheren Transport vieler Arten von Vorprodukten
und Kollektionen.
[0069] Insbesondere können die Transportstrecken jeweils aus zwei, senkrecht zur Fördereinrichtung
voneinander beabstandeten Bandförderern gebildete Bandfördersysteme aufweisen und
die ersten und/oder zweiten Vorprodukte zwischen den Bändern der beiden Bandförderer
eingeklemmt transportiert werden.
[0070] Eine besonders grosse Vielzahl von Kombinationen erster und zweiter Vorprodukte kann
mit einer Ausgestaltung einer Vorrichtung verarbeitet werden, bei der die zweite Fördervorrichtung
einen Fördertisch aufweist, der das erste Vorprodukt zum Einleiten des Umschlagevorgangs
mit einem Kantenbereich voran gegen das sich in der Umschlagestellung befindende zweite
Vorprodukt zufördert. Ein solcher Fördertisch kann ein erstes Vorprodukt einerseits
abstützen, wodurch z.B. ein ungewolltes seitliches Abbiegen des ersten Vorprodukts
in einer zumindest temporären Förderlücke verhindert werden kann. Dies ist vor allem
vorteilhaft, falls die ersten Vorprodukte in im Wesentlichen waagerechter Richtung
durch eine zumindest temporäre Förderlücke gefördert werden. Ein Fördertisch kann
auch die Einleitung des Umschlagevorgangs unterstützen, wie nachfolgend noch weiter
erläutert wird. Eine erfindungsgemässe Vorrichtung kann auch mehrere Fördertische
aufweisen. Ein Fördertisch kann z.B. als Platte oder als Baugruppe aus mehreren Platten
ausgestaltet sein. Alternativ oder in Ergänzung kann ein Fördertisch eine stab- oder
bügelförmige Struktur aufweisen.
[0071] Insbesondere zur Verarbeitung besonders sensitiver Vorprodukte kann ein Fördertisch
über eine Oberfläche mit einem besonders tiefen Haft- und/oder Gleitreibungskoeffizienten
verfügen. Dadurch können relative Bewegungen zwischen den Vorprodukten und dem Fördertisch
begünstigt werden, was nachfolgend noch genauer erläutert wird. Dazu können etwa bestimmte
Bereiche, die mit dem ersten und/oder zweiten Vorprodukt in Berührung kommen z.B.
aus Polytetrafluorethylen oder Materialien mit ähnlich guten Gleiteigenschaften gefertigt
sein.
[0072] In einer weiteren Ausgestaltung einer erfindungsgemässen Vorrichtung kann ein Fördertisch
ein erstes Vorprodukt wenigstens zeitweise klemmend halten und fördern.
[0073] Alternativ oder in Ergänzung kann ein Fördertisch ein erstes Vorprodukt wenigstens
zeitweise mit einem Vakuum-Sauggreifer greifen und/oder fördern.
[0074] Insbesondere kann ein Fördertisch mit einem Antrieb verbunden sein, der eine wiederkehrende
Translationsbewegung des Fördertisches in Förderrichtung des ersten Vorprodukts ermöglicht.
[0075] Ein besonders einfacher und gleichzeitig auch mit der zweiten Fördervorrichtung synchronisierter
Antrieb kann z.B. erzielt werden, wenn die zweite Fördervorrichtung einen Bandförderer
umfasst und der Fördertisch über einen Pleuelmechanismus mit dem Bandförderer wirkverbunden
ist.
[0076] Ein sicheres Umschlagen sehr steifer oder schwerer zweiter Vorprodukte kann erzielt
werden, wenn der Fördertisch eine Kante aufweist, die den Umschlagevorgang des zweiten
Vorprodukts unterstützt. Eine solche Kante kann so angeordnet sein, dass sie während
einem Umschlagevorgang vor dem ersten Vorprodukt und/oder gleichzeitig mit dem ersten
Vorprodukt und/oder nach dem ersten Vorprodukt gegen das zweite Vorprodukt drückt.
Drückt die Kante vor und/oder gleichzeitig mit dem ersten Vorprodukt gegen das zweite
Vorprodukt, so können auch dünne, flexible erste Vorprodukte (z.B. Einzelblätter)
verarbeitet werden, ohne dass diese beim Umschlagevorgang gefaltet bzw. umgeknickt
oder gestaucht werden.
[0077] In einer Ausgestaltung der erfindungsgemässen Vorrichtung ist die Kante so zum ersten
Vorprodukt angeordnet, dass die Kante deutlich vorlaufend das zweite Vorprodukt erreicht
und dadurch den Umschlagevorgang einleitet.
[0078] Insbesondere kann die Vorrichtung so eingerichtet sein, dass das zweite Vorprodukt
von einer Aneinanderlegevorrichtung gefalzt wird, während das erste Vorprodukt nachlaufend
relativ zum Falz angeordnet ist. Auf diese Weise kann das zweite Vorprodukt besonders
sauber gefalzt werden. Falls gewünscht, so kann das erste Vorprodukt nach erfolgter
Falzung weiter in das zweite (umgeschlagene) Vorprodukt hineingeschoben werden.
[0079] Eine andere Ausgestaltung der erfindungsgemässen Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet,
dass der ersten Fördervorrichtung ein Anschlag zugeordnet ist, der das zweite Vorprodukt
temporär in der Umschlagestellung hält, wie nachfolgend noch genauer erläutert wird.
Auf diese Weise kann eine genau definierte Umschlagstellung, und damit auch ein bei
allen produzierten Kollektionen gleichbleibendes Umschlageergebnis auf einfach Weise
sichergestellt werden. Ein solcher Anschlag kann bei Bedarf auch verstellbar bzw.
verschiebbar sein, womit zweite Vorprodukte in unterschiedlichen Umschlagestellungen
gehalten werden können.
[0080] Besonders einfache Vorrichtungen können erreicht werden, wenn das zweite Vorprodukt
in einer relativ zur Förderebene der ersten Fördervorrichtung im Wesentlichen senkrechten
Umschlagestellung gehalten wird.
[0081] Um ein Wiederaufklappen der umgelegten zweiten Vorprodukte zu verhindern, kann eine
erfindungsgemässe Vorrichtung eine Beleimungsvorrichtung aufweisen, die das erste
und/oder das zweite Vorprodukt vor der Einleitung des Umschlagevorgangs beleimt. Gute
Ergebnisse können z.B. unter Verwendung von ablösbaren Klebstoffen - z.B. als Leimpunkte
und/oder Leimraupen - erzielt werden.
[0082] Eine weitere Ausgestaltung einer erfindungsgemässen Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet,
dass diese eine Befeuchtungsvorrichtung zum wenigstens teilweisen Befeuchten des zweiten
Vorprodukts vor der Einleitung des Umschlagevorgangs aufweist. Durch eine solche Befeuchtung
kann etwa die Eigensteifigkeit eines aus Papier bestehenden zweiten Vorprodukts im
Bereich der Umschlagestelle reduziert, und damit der Umschlagevorgang unterstützt
werden. Eine solche Befeuchtung kann beispielsweise über Düsen oder wenigstens partiell
benetzte Rollen, respektive Walzen, erfolgen.
[0083] Alternativ oder in Ergänzung kann die Vorrichtung eine Rilliervorrichtung zum Rillieren
des zweiten Vorprodukts aufweisen. Durch eine solche Rilliervorrichtung können beispielsweise
vor dem Umschlagen eine oder mehrere Querrillen (oder Prägungen) in das zwei Vorprodukt
eingebracht werden, wodurch das Umschlagen unterstützt werden kann. Ebenso kann dadurch,
falls gewünscht, eine bestimmte Struktur in das zweite Vorprodukt im Bereich die Umschlagskante
gebracht werden, wodurch ein definiertes Umschlageergebnis erzielt werden kann.
[0084] Gemäss einer Ausgestaltung einer erfindungsgemässen Vorrichtung sind der ersten Fördervorrichtung
Mittel zum Bereitstellen einer Papier- und/oder Folienbahn (Bahn) zugeordnet.
[0085] Eine besonders platzsparende Vorrichtung kann erzielt werden, wenn diese Mittel zur
Zuführung eines als Abschnitt einer Bahn auf einer Rolle aufgewickelten zweiten Vorprodukts
aufweist.
[0086] Nach einer weiteren Ausgestaltung einer erfindungsgemässen Vorrichtung ist der ersten
Fördervorrichtung eine Schneidevorrichtung zum Abschneiden des zweiten Vorprodukts
von der Papier- oder der Folienbahn zugeordnet. Diese Schneidevorrichtung kann im
Förderweg der ersten Fördervorrichtung angeordnet sein und so eingerichtet sein, dass
sie das zweite Vorprodukt von der Papier- oder einer Folienbahn abschneidet. Auf diese
Weise kann das zweite Vorprodukt der Vorrichtung als Bahn zugeführt werden. Dadurch
können - wie bereits beschrieben - bei Bedarf auf einfache Weise z.B. individualisierte
Kollektionen hergestellt werden.
[0087] Gute Ergebnisse können erzielt werden, wenn die Schneidevorrichtung einen Laser und/oder
ein statisches und/oder ein umlaufendes und/oder ein in der Förderrichtung des zweiten
Vorprodukts verfahrbares Messer aufweist.
[0088] Um die Förderung bestimmter Arten zweiter Vorprodukte zu verbessern, kann die Schneidevorrichtung
in einer Ausgestaltung des Verfahrens so angeordnet sein, dass das zweite Vorprodukt
von der Papier- oder der Folienbahn abgeschnitten wird, bevor sich dieses in der Förderlücke
befindet.
[0089] Alternativ kann eine Schneidevorrichtung so angeordnet sein, dass das zweite Vorprodukt
von der Papier- oder der Folienbahn abgeschnitten wird, wenn es sich wenigstens teilweise
in der Förderlücke befindet. Auf diese Weise kann bei bestimmten zweiten Vorprodukten
eine besonders genaue Förderung in die Umschlagestellung erzielt werden.
KURZE ERLÄUTERUNGEN ZU DEN FIGUREN
[0090] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
der Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigen:
- Fig. 1-7
- in einer schematischen Seitenansicht ein erstes Ausführungsbeispiel einer sich im
Betrieb befindenden Umschlagevorrichtung, zu sieben aufeinanderfolgenden Zeitpunkten
dargestellt;
- Fig. 8
- in einer schematischen Seitenansicht ein zweites Ausführungsbeispiel einer Umschlagevorrichtung;
- Fig. 9-12
- in einer schematischen Seitenansicht ein durch eine Klemmvorrichtung durchgeführter
Klemmvorgang bei der Einleitung des Umschlagevorgangs;
- Fig. 13
- in einer schematischen Seitenansicht eine weitere Ausgestaltung eines erfindungsgemässen
Verfahrens;
- Fig. 14
- in einer schematischen Seitenansicht eine weitere Ausgestaltung eines erfindungsgemässen
Verfahrens;
- Fig. 15
- in einer schematischen Seitenansicht eine weitere Ausgestaltung einer Vorrichtung
zur Ausführung eines erfindungsgemässen Verfahrens;
- Fig. 16
- in einer schematischen Seitenansicht eine weitere Ausgestaltung einer Vorrichtung
zur Ausführung eines erfindungsgemässen Verfahrens.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0091] Figuren 1 bis 7 zeigen in schematischen Darstellungen eine Ausführungsform einer
erfindungsgemässen Vorrichtung zur Ausführung eines erfindungsgemässen Verfahrens,
zu verschiedenen Zeitpunkten des Verfahrens. Bei der gezeigten Vorrichtung werden
in einer ersten Fördervorrichtung 17 zweite Vorprodukte 6 (durch unterbrochene Linien
dargestellt) vereinzelt aufeinanderfolgend gefördert. Die erste Fördervorrichtung
17 umfasst mehrere aus voneinander beabstandeten Bandförderern gebildete Bandfördersysteme,
wobei die zweiten Vorprodukte 6 zwischen den Bändern der Bandförderer eingeklemmt
transportiert werden. Dabei werden die zweiten Vorprodukte 6 aus einer horizontalen
Förderrichtung über eine Kurve in eine vertikale Förderrichtung gebracht (schematisch
dargestellt mit einem gekrümmten Pfeil). Die gezeigten zweiten Vorprodukte 6 sind
im gezeigten Verfahren gefalzte Druckprodukte, deren Falz parallel zur Förderrichtung
liegt (nicht im Detail dargestellt).
[0092] In einer zweiten Fördervorrichtung 12 werden erste Vorprodukte 1 ebenfalls vereinzelt
aufeinanderfolgend in einer Förderebene 24 gefördert. Die ersten Vorprodukte 1 werden
dabei mit einem Kantenbereich 2 quer zur Förderrichtung (schematisch mit einem Pfeil
dargestellt) gefördert. Die zweite Fördervorrichtung 12 umfasst wie die erste Fördervorrichtung
17 mehrere aus voneinander beabstandeten Bandförderern 16a-d gebildete Bandfördersysteme,
wobei die ersten Vorprodukte 1 zwischen den Bändern 20a-d der Bandförderer 16a-d eingeklemmt
transportiert werden. Zwischen einer aus ersten Bandförderern 16a, 16b gebildeten
ersten Transportstrecke 13a und einer aus zweiten Bandförderern 16c, 16d gebildeten
zweiten Transportstrecke 13b befindet sich eine zumindest temporäre Förderlücke 14,
in der keine kontinuierliche Förderung der ersten Vorprodukte 1 stattfindet. Im Bereich
vor der zumindest temporären Förderlücke 14 ist ein Fördertisch 1 5 angeordnet, der
in der gezeigten Ausführungsform an die erste Transportstrecke 13a anschliesst.
[0093] Im in Fig. 1 gezeigten Verfahrenszustand befindet sich der Fördertisch 15 in einem
zurückgezogenen Zustand, so dass das zweite Vorprodukt 6 durch die zumindest temporäre
Förderlücke 14 hindurch vertikal nach unten in eine im Wesentlichen senkrecht zur
Förderebene 24 des ersten Vorprodukts 1 ausgerichtete Umschlagestellung gefördert
werden kann, die in Fig. 2 dargestellt ist. Wie in Fig. 2 illustriert, verfügt die
Vorrichtung über einen Anschlag 11, der die Förderung des zweiten Vorprodukts 6 stromabwärts
begrenzt und so das zweite Vorprodukt 6 temporär in der Umschlagestellung hält. Der
Anschlag 11 entlang der Förderrichtung des zweiten Vorprodukts 6 verschiebbar (angedeutet
mit einem Doppelpfeil), so dass damit unterschiedliche Umschlagestellungen eingestellt
werden können.
[0094] Ebenfalls befindet sich eine Beleimungsvorrichtung 21 im Bereich der ersten Transportstrecke
13a, welche bei Bedarf Leimpunkte auf die ersten Vorprodukte 1 applizieren kann.
[0095] Der in den Figuren 1 bis 7 gezeigte Fördertisch 15 weist eine Kante 9 auf, und ist
so mit den ersten und zweiten Förderstrecken 17, 12 synchronisiert, dass er eine Translationsbewegung
in Förderrichtung des ersten Vorprodukts 1 ausführt, sobald der Kantenbereich 2 des
ersten Vorprodukts 1 entlang der Förderrichtung des ersten Vorprodukts 6 etwa in derselben
Position wie die Kante 9 ist (vgl. Fig. 2). Diese Translationsbewegung entspricht
im Wesentlichen der Fördergeschwindigkeit des ersten Vorprodukts 1, wodurch sich dieses
und der Fördertisch 15 simultan in der Förderebene bewegen und simultan mit dem Kantenbereich
2 - bzw. der Kante 9 - voran gegen das sich in der Umschlagestellung befindende zweite
Vorprodukt 6 drücken, wie in Fig. 2 angedeutet ist.
[0096] Wie in Fig. 3 gezeigt, wird dadurch ein Umschlagevorgang eingeleitet. Da das erste
Vorprodukt 6 auf dem Fördertisch 15 liegt, wird es im Bereich der zumindest temporären
Förderlücke 14 in vertikaler Richtung gestützt. Dadurch wird ein Abbiegen des ersten
Vorprodukts 1 in vertikaler Richtung aufgrund dessen Eigengewichts verhindert. Ebenfalls
verhindert die simultan zum Kantenbereich 2 gegen das zweite Vorprodukt 6 drückende
Kante 9, dass das erste Vorprodukt 1 in Förderrichtung gestaucht wird, bzw. abknickt.
Die Kante 9 unterstützt also den Umschlagevorgang des zweiten Vorprodukts 6.
[0097] Die in den Figuren 1 bis 8 gezeigte Vorrichtung weist zudem eine Aneinanderlegevorrichtung
18 auf, die ein Paar von Rollen 19a, 19b mit parallel zueinander sowie parallel zum
Kantenbereich 2 angeordneten Drehachsen umfasst. Die beiden Rollen 19, 19b weisen
einen aus Schaumgummi gefertigten Bereich mit mehreren grösseren inneren Hohlräumen
auf, wodurch ihre Steifigkeit in radialer Richtung relativ gering ist, wodurch sie
in radialer Richtung komprimierbar sind. Die Rollen 19a, 19b haben zudem einen in
Umfangsrichtung variablen Radius, wodurch sie auch als Segmentrollen bezeichnet werden
könnten. Die obere gezeigte Rolle 19a dreht im Gegenuhrzeigersinn, wogegen die untere
Rolle 19b im Uhrzeigersinn dreht (jeweils angedeutet mit gekrümmten Pfeilen). Diese
Drehbewegungen sind so auf die Bewegung eines sich in der zumindest temporären Förderlücke
14 befindenden ersten Vorprodukts 1 abgestimmt, bzw. synchronisiert, dass eine erste
Teilfläche 7 einer Aussenfläche des zweiten Vorprodukts 6 sowie eine erste Seite 4
des ersten Vorprodukts 1, und eine zweite Teilfläche 8 sowie eine der ersten Seite
4 gegenüberliegende zweite Seite 5 des ersten Vorprodukts 1 aneinandergelegt werden,
wie dies in Fig. 4 gezeigt wird. Die Rollen 19a, 19b sind zudem so eingerichtet, dass
sie das erste und zweite Vorprodukt 1, 6 temporär klemmend fördern können, wie ebenfalls
in Fig. 4 illustriert ist. Während dieser klemmenden Förderung werden das erste und
zweite Vorprodukt 1, 6 noch weiter aneinandergelegt, wie in den Figuren 5 bis 7 schematisch
dargestellt ist. Die Translationsbewegung des Fördertisches 15 ist so mit der Aneinanderlegevorrichtung
18 abgestimmt, dass dieser nicht zwischen den Rollen 19a, 19b geklemmt wird, wie in
Fig. 4 gezeigt wird. Der Fördertisch 15 kann, wie in Fig. 4 gezeigt, das erste Vorprodukt
1 noch temporär in vertikaler Richtung weiter abstützen, während dieses zusammen mit
dem zweiten Vorprodukt 6 von der Aneinanderlegevorrichtung 18 klemmend zur zweiten
Transportstrecke 13b hin gefördert wird (schematisch durch den Pfeil dargestellt).
Der Fördertisch 15 zieht sich währenddessen entgegen der Förderrichtung des ersten
Vorprodukts 1 in die in Fig. 5 gezeigte Ausgangsstellung zurück, um später (vgl. Fig.
7) ein folgendes weiteres erstes Vorprodukt 1 gegen ein weiteres zweites Vorprodukt
6 zuzufördern.
[0098] Fig. 8 zeigt eine weitere Ausgestaltung einer erfindungsgemässen Vorrichtung. Diese
weist zusätzlich eine im Bereich der ersten Fördervorrichtung 17 angeordnete Rilliervorrichtung
22 auf, die in der gezeigten Ausführungsform im Wesentlichen aus zwei gegenläufig
rotierenden Walzen besteht, wie in der in Fig. 8 enthaltenen Detailansicht der Rilliervorrichtung
22 ersichtlich ist. Die Rotationsachsen der zwei Walzen stehen dabei quer zur Förderrichtung
der zweiten Vorprodukte 6, welche zwischen den Walzen hindurchgeführt und von diesen
mit einer Rille versehen werden. Dazu ist auf der oberen der beiden abgebildeten Walzen
eine leistenartige Erhebung und auf der unteren eine korrespondierende Vertiefung
angeordnet. Die Walzen können auch umgekehrt eingebaut sein. Ebenfalls gezeigt wird
in der Fig. 8 eine Aneinanderlegevorrichtung 18, die - abweichend von Fig. 1-7 - Rollen
19a, 19b mit konstantem Radius umfasst. Anstatt Rollen 19a, 19b, können auch Walzen
mit einem solchen konstanten Radius verwendet werden. Solche Rollen (bzw. Walzen)
sind auch in Vorrichtungen ohne Rilliervorrichtung 22 anwendbar, etwa der in den Figuren
1 bis 7 gezeigten Vorrichtung.
[0099] Die Figuren 9 bis 12 zeigen schematisch eine Ausgestaltung einer Klemmvorrichtung,
die das zweite Vorprodukt 6 vor und während dem Umschlagevorgang an einem ersten und
einem zweiten Klemmbereich 25, 26 temporär einklemmen kann. Dadurch kann bei Bedarf
verhindert werden, dass das zweite Vorprodukt 6 bei der Einleitung des Umschlagevorgangs
unkontrolliert über den Kantenbereich 2 des ersten Vorprodukts 1 rutscht, wodurch
das Umschlageergebnis beeinträchtigt würde. Ein solches meist unerwünschtes Verhalten
kann z.B. auftreten, wenn ein Teil des zweiten Vorprodukts bei der Einleitung des
Umschlagevorgangs noch von der ersten Fördervorrichtung 17 klemmend gefördert wird
- also in seiner Bewegung eingeschränkt ist - und sich ein anderer Teil quasi frei
in der zumindest temporären Förderlücke 14 befindet. Die gezeigte Ausgestaltung einer
Klemmvorrichtung umfasst eine Klemmrolle 27, die über einen Riemen 29 mit einer Bremsrolle
32 verbunden ist. Der Riemen 29 wird durch eine Spannrolle 28 in gespanntem Zustand
gehalten. Die Klemmrolle 27 ist durch einen Schwenkarm 31 um eine Schwenkachse 30
schwenkbar gelagert, wie durch die gebogenen Pfeile angedeutet ist.
[0100] Sobald sich das zweite Vorprodukt 6 in der Umschlagestellung befindet (vgl. Fig.
10), wird der Schwenkarm 31 im Gegenuhrzeigersinn um die Schwenkachse gedreht, wodurch
die Klemmrolle 27 das zweite Vorprodukt 6 in einem zweiten Klemmbereich 26 an ein
Gegenlager 34 drückt und das zweite Vorprodukt 6 damit einklemmt. Gleichzeitig wird
das zweite Vorprodukt 6 vor der ersten Fördervorrichtung 17 in einem ersten Klemmbereich
25 geklemmt. Durch die Klemmung in dem ersten bzw. zweiten Klemmbereich 25, 26 werden
sowohl der sich oberhalb des Kantenbereichs 2 befindende, als auch der sich unterhalb
dieses befindende Teil des zweiten Vorprodukts 6 mit einer bestimmten Kraft gehalten.
Dadurch wird ein Rutschen des zweiten Vorprodukts 6 über den Kantenbereich 2 des ersten
Vorprodukts 1 während der in Fig. 11 gezeigten Einleitung des Umlegevorgangs verhindert.
[0101] Sobald das erste und zweite Vorprodukt 1, 6 von den Rollen 19a, 19b der Aneinanderlegevorrichtung
18 geklemmt werden (vgl. Fig. 12), schwenkt der Schwenkarm 31 mit der Klemmrolle 27
wieder im Urzeigersinn weg vom zweiten Klemmbereich 26, wodurch das zweite Vorprodukt
6 dort nicht mehr geklemmt wird. Eine Rutschbewegung zwischen erstem und zweitem Vorprodukt
1, 6 wird zu diesem Zeitpunkt von der Aneinanderlegevorrichtung 18 verhindert.
[0102] Die Figuren 13 und 14 zeigen eine erfindungsgemässe Vorrichtung zur Ausführung eines
erfindungsgemässen Verfahrens mit ersten Vorprodukten 1, 1', 1 ", die jeweils Stapel
unterschiedlicher Druckprodukte 35, 35', 35" sind.
[0103] Das in Fig. 13 rechts abgebildete (vorlaufende) gestapelte erste Vorprodukt 1 wird
aus einem unteren grossen Druckprodukt 35 sowie einem oberen mittelgrossen Druckprodukt
35' gebildet. Die Druckprodukte 35, 35' weisen jeweils einen Falz (bzw. Bund) 2, 2'
auf und sind so gestapelt angeordnet, dass ihre Falze/Bünde 2, 2' eine Stapelkante
bilden, die den Kantenbereich 2, 2' darstellt. Das in Fig. 13 gezeigte mittlere gestapelte
erste Vorprodukt 1' wird aus einem unteren grossen Druckprodukt 35, einem mittleren
mittelgrossen Druckprodukt 35' und einem oberen kleinen Druckprodukt 35" gebildet.
Die Druckprodukte 35, 35', 35" weisen jeweils einen Falz (bzw. Bund) 2, 2', 2" auf
und sind ebenfalls so gestapelt angeordnet, dass ihre Bünde 2, 2', 2" eine Stapelkante
bilden, die den Kantenbereich 2, 2', 2" darstellt. Das in der Fig. 13 links abgebildete
gestapelte erste Vorprodukt 1" ist gleich wie das rechts abgebildete erste Vorprodukt
1 aufgebaut. Gemäss der Fig. 13 aufgebaute Vorprodukte 1, 1', 1" erlauben ein sicheres
Umschlagen eines zweiten Vorprodukts 6 um jeweils alle zu umschlagenden Druckprodukte
35, 35', 35". Dadurch kann vermieden werden, dass beim händischen Greifen einer resultierenden
Kollektion einzelne Druckprodukte 35, 35', 35" aus der Kollektion herausfallen.
[0104] Das in Fig. 14 rechts abgebildete (vorlaufende) gestapelte erste Vorprodukt 1 wird
ebenfalls aus einem unteren grossen Druckprodukt 35 sowie einem oberen mittelgrossen
Druckprodukt 35' gebildet. Die Druckprodukte 35, 35' weisen ebenfalls jeweils einen
Falz (bzw. Bund) 2, 2' auf, sind jedoch so gestapelt angeordnet sind, dass ihre Blumen
eine Stapelkante bilden. Der Kantenbereich 2 wird durch den Bund 2 des unteren Druckprodukts
35 gebildet. Das gezeigte mittlere gestapelte erste Vorprodukt 1' wird ebenfalls aus
einem unteren grossen Druckprodukt 35, einem mittleren mittelgrossen Druckprodukt
35' und einem oberen kleinen Druckprodukt 35" gebildet. Auch hier sind die Druckprodukte
35, 35', 35" so gestapelt angeordnet sind, dass ihre Blumen eine Stapelkante bilden.
Der Kantenbereich 2 wird jedoch vom Bund 2 des unteren Druckprodukts 35 gebildet.
Das in der Fig. 14 links abgebildete gestapelte erste Vorprodukt 1" ist wiederum gleich
wie das rechts abgebildete erste Vorprodukt 1 aufgebaut. Ein Verfahren mit solchen
(wie in Fig. 14 dargestellt) gestapelten ersten Vorprodukten 1, 1', 1" kann vorteilhaft
sein, um Vorprodukte 1, 1', 1" mit einer relativ grossen Gesamtdicke (bzw. grossen
maximalen Stapelhöhe) umschlagen zu können. Da solche erste Vorprodukte 1, 1', 1"
im Kantenbereich 2 eine verminderte Dicke (bzw. Höhe) aufweisen, wird das Umschlagen
vereinfacht. Zudem verbleiben umgeschlagene zweite Vorprodukte 6 so besser im umgeschlagenen
Zustand (nicht dargestellt). Gleichzeitig können solche Kollektionen aufgrund der
aus den Blumen gebildeten Stapelkante und dem umgeschlagenen zweiten Vorprodukt eine
genau definierte äussere Form aufweisen.
[0105] Die Fig. 1 5 zeigt eine weitere Ausgestaltung einer erfindungsgemässen Vorrichtung
zur Ausführung eines erfindungsgemässen Verfahrens. Die zweiten Vorprodukte 6 werden
hier als Abschnitte einer Bahn 25 bereitgestellt. Diese Bahn 25 wurde in einem (nicht
gezeigten) vorangehenden Druckprozess bedruckt und anschliessend auf eine Rolle 26
aufgewickelt. Diese Rolle 26 ist in der gezeigten Vorrichtung der ersten Förderstrecke
17 zugeordnet. Die Bahn 25 wird von der Rolle 26 abgewickelt, und anschliessend werden
die zweiten Vorprodukte 3 durch eine Schneidevorrichtung 27 von der Bahn 25 abgetrennt
und über die Förderstrecke 17 in die Umschlagestellung gefördert.
[0106] Die Fig. 16 zeigt eine andere Ausgestaltung einer erfindungsgemässen Vorrichtung
zur Ausführung eines erfindungsgemässen Verfahrens, bei der die zweiten Vorprodukte
6 wie bei der in Fig. 15 gezeigten Vorrichtung ebenfalls als Abschnitte einer Bahn
25 auf einer Rolle 26 bereitgestellt werden. Im Unterschied zur in Fig. 15 gezeigten
Vorrichtung werden die zweiten Vorprodukte 6 hier jedoch erst durch eine Schneidevorrichtung
27 von der Bahn 25 abgetrennt, wenn sie sich bereits in der Umschlagestellung befinden
oder sich wenigstens teilweise in der Förderlücke 14 befinden.
1. Verfahren zum Herstellen einer Kollektion (23) von Vorprodukten (1, 6) durch Umschlagen
eines zweiten Vorprodukts (6) um ein erstes Vorprodukt (1), umfassend die Schritte:
a. Bereitstellen eines ersten Vorprodukts (1), das einen Kantenbereich (2) aufweist;
b. Bereitstellen eines zweiten Vorprodukts (6);
c. Fördern des zweiten Vorprodukts (6) in eine Umschlagestellung;
d. Fördern des ersten Vorprodukts (1) mit dem Kantenbereich (2) voran gegen das sich
in der Umschlagestellung befindende zweite Vorprodukt (6), wodurch ein Umschlagevorgang
beim zweiten Vorprodukt (6) eingeleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Vorprodukt (1) wenigstens mit einer Teilfläche auf einem Fördertisch (15)
liegend gegen das sich in der Umschlagestellung befindende zweite Vorprodukt (6) gefördert
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Fördertisch (15) den Umschlagevorgang aktiv unterstützt.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Vorprodukt (6) als Abschnitt einer Papier- oder Folienbahn (25) bereitgestellt
wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Papier- oder Folienbahn (25) ab einer Rolle (26) abgewickelt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Papier- oder Folienbahn (25) zwischen der Rolle (26) und der Stelle, an der sich
das zweite Vorprodukt (6) in der Umschlagestellung befindet, bearbeitet wird.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem vorgelagerten Verfahrensschritt N einzelne Druckprodukte (10) bereitgestellt
werden, das erste Vorprodukt (1) aus N-x (x=1,2,3...) der N einzelnen Druckprodukte
(10) gebildet wird und das zweite Vorprodukt (6) aus den x verbleibenden einzelnen
Druckprodukten (10) gebildet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass x=1 ist.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Vorprodukt (1) und das zweite Vorprodukt (6) nach der Einleitung des Umschlagevorgangs
durch eine Aneinanderlegevorrichtung (18) hindurchbewegt werden, in welcher eine erste
Teilfläche (7) einer Aussenfläche des zweiten Vorprodukts (6) sowie eine erste Seite
(4) des ersten Vorprodukts (1), und eine zweite Teilfläche (8) der Aussenfläche des
zweiten Vorprodukts (6) sowie eine zweite Seite (5) des ersten Vorprodukts (1) aneinandergelegt
werden.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Vorprodukt (1) in einer Förderebene (24) gefördert wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Vorprodukt (6) bei der Einleitung des Umschlagevorgangs im Wesentlichen
senkrecht zur Förderebene (24) des ersten Vorprodukts (1) ausgerichtet ist.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Vorprodukt (6) vor dem Umschlagevorgang zur Erleichterung des Umschlagevorgangs
rilliert wird.
13. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Teil einer Aussenfläche des zweiten Vorprodukts (6) vor dem Umschlagevorgang
zur Erleichterung des Umschlagevorgangs befeuchtet wird.
14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Vorprodukt (6) von einem Anschlag (11) temporär in der Umschlagestellung
gehalten wird.
15. Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche,
umfassend:
a. eine erste Fördervorrichtung (17) für das zweite Vorprodukt (6), die das zweite
Vorprodukt (6) in die Umschlagestellung fördert;
b. eine zweite Fördervorrichtung (12) für das erste Vorprodukt (1), die das erste
Vorprodukt (1) zum Einleiten des Umschlagevorgangs mit einem Kantenbereich (2) voran
gegen das sich in der Umschlagestellung befindende zweite Vorprodukt (6) zufördert.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Fördervorrichtung (12) wenigstens zwei in einer Ebene liegende Transportstrecken
(13a, 13b) umfasst, zwischen denen eine zumindest temporäre Förderlücke (14) frei
gelassen ist, in der das zweite Vorprodukt (6) in der Umschlagestellung gehalten wird.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Umschlagestellung durch die zumindest temporäre Förderlücke (14) hindurchreicht.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Aneinanderlegevorrichtung (18) aufweist, in welcher eine erste
Teilfläche (7) einer Aussenfläche des zweiten Vorprodukts (6) sowie eine erste Seite
(4) des ersten Vorprodukts (1), und eine zweite Teilfläche (8) der Aussenfläche des
zweiten Vorprodukts (6) sowie eine der ersten Seite (4) gegenüberliegende zweite Seite
(5) des ersten Vorprodukts (1) aneinandergelegt werden.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Aneinanderlegevorrichtung (18) ein an die zumindest temporäre Förderlücke (14)
anschliessendes Rollenpaar (19a, 19b) aufweist, welches das erste und zweite Vorprodukt
(1,6) temporär klemmend fördert.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportstrecken (13a, 13b) Bandförderer (16a-d) umfassen.
21. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportstrecken jeweils aus zwei, senkrecht zur Fördereinrichtung voneinander
beabstandeten Bandförderern (16a/b, 16c/d) gebildete Bandfördersysteme aufweisen und
die ersten und/oder zweiten Vorprodukte (1, 6) zwischen den Bändern (20a-d) der beiden
Bandförderer (16a/b, 16c/d) eingeklemmt transportiert werden.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Fördervorrichtung (12) einen Fördertisch (15) aufweist, der das erste
Vorprodukt (1) zum Einleiten des Umschlagevorgangs mit einem Kantenbereich (2) voran
gegen das sich in der Umschlagestellung befindende zweite Vorprodukt (6) zufördert.
23. Vorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass der Fördertisch (15) mit einem Antrieb verbunden ist, der eine wiederkehrende Translationsbewegung
des Fördertisches (15) in Förderrichtung des ersten Vorprodukts (1) ermöglicht.
24. Vorrichtung nach Anspruch 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, dass der Fördertisch (15) eine Kante (9) aufweist, die den Umschlagevorgang des zweiten
Vorprodukts (6) unterstützt.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass der ersten Fördervorrichtung (17) ein Anschlag (11) zugeordnet ist, der das zweite
Vorprodukt (6) temporär in der Umschlagestellung hält.
26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Vorprodukt (6) in einer relativ zur Förderebene (24) der ersten Fördervorrichtung
(12) im Wesentlichen senkrechten Umschlagestellung gehalten wird.
27. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Befeuchtungsvorrichtung zum wenigstens teilweisen Befeuchten
des zweiten Vorprodukts (6) vor der Einleitung des Umschlagevorgangs aufweist.
28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 5 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Rilliervorrichtung (22) zum Rillieren des zweiten Vorprodukts
(6) aufweist.
29. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass der ersten Fördervorrichtung (17) Mittel zum Bereitstellen einer Papier- oder Folienbahn
(25) zugeordnet sind.
30. Vorrichtung nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, dass der ersten Fördervorrichtung (17) eine Schneidevorrichtung (27) zum Abschneiden des
zweiten Vorprodukts (6) von der Papier- oder der Folienbahn (25) zugeordnet ist.
31. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 30, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidevorrichtung (27) so angeordnet ist, dass das zweite Vorprodukt (6) von
der Papier- oder der Folienbahn (25) abgeschnitten wird, bevor sich dieses in der
Förderlücke (14) befindet.
32. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 30, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidevorrichtung (27) so angeordnet ist, dass das zweite Vorprodukt (6) von
der Papier- oder der Folienbahn (25) abgeschnitten wird, wenn sich dieses wenigstens
teilweise in der Förderlücke (14) befindet.