[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Optimieren der Dichte
von auf Arbeitsstellen eines Kreuzspulautomaten hergestellten Kreuzspulen, wobei die
Arbeitsstellen jeweils mit einer an einen Arbeitsstellenrechner angeschlossenen Einrichtung
zum Erfassen einer auf die Kreuzspule aufgewickelten Fadenlänge und einer Einrichtung
zum Ermitteln des Durchmessers der Kreuzspule ausgestattet sind sowie über eine Fadenspannungs-Regelungseinrichtung
mit einem Fadenzugkraftsensor und einem Fadenspanner verfügen.
[0002] Kreuzspulen herstellende Textilmaschinen, beispielsweise Kreuzspulautomaten, sind
seit langem bekannt und in der Patentliteratur anhand zahlreicher Veröffentlichungen
ausführlich beschrieben. Derartige Textilmaschinen bestehen in der Regel aus einer
Vielzahl von in Reihe nebeneinander angeordneten, gleichartigen Arbeitsstellen, wobei
jede der Arbeitsstellen über verschiedene Fadenhandhabungs- respektive Fadenüberwachungseinrichtungen
sowie über einen Arbeitsstellenrechner verfügt, der mit den Fadenhandhabungs- respektive
Fadenüberwachungseinrichtungen in Verbindung steht. In der Regel sind die einzelnen
Arbeitsstellenrechner außerdem, vorzugsweise über eine Busverbindung, an eine Zentralsteuereinheit
des Kreuzspulautomaten angeschlossen.
[0003] Auf den Arbeitsstellen solcher Kreuzspulautomaten werden Spinnkopse, die vorzugsweise
auf Ringspinnmaschinen gefertigt wurden und relativ wenig Garnmaterial aufweisen,
zu großvolumigen Kreuzspulen umgespult, die auf im Produktionsprozess nachgeschalteten
Textilmaschinen, beispielsweise Webmaschinen, benötigt werden.
[0004] Während des Umspulprozesses wird außerdem die Qualität des Garnmaterials der Spinnkopse
durch Ausreinigung von Fadenfehlern, zum Beispiel von Dick- und Dünnstellen, verbessert.
Das heißt, der laufende, vom Spinnkops angezogene Faden wird durch einen so genannten
Fadenreiniger überwacht, der beim Entdecken eines Fadenfehlers einen Reinigerschnitt
sowie ein Ausreinigen des Fadenfehlers initiiert.
[0005] Während des Umspulens wird der laufende Faden des Weiteren kontinuierlich durch einen
Fadenzugkraftsensor abgetastet und die Fadenzugkraft mittels eines Fadenspanners auf
einem festgelegten Niveau gehalten. Auf diese Weise soll ein möglichst gleichmäßiges
Aufspulen des Fadens auf die Kreuzspule gewährleistet und die Herstellung von Kreuzspulen
mit einer vorgegebenen Dichte sichergestellt werden.
[0006] Um bei derartigen Kreuzspulautomaten eine hohe Produktivität zu erlangen, wird außerdem
mit möglichst hoher Spulgeschwindigkeit umgespult, wobei die erreichbare Spulgeschwindigkeit
von der Garnqualität des Vorlagematerials, dem Ablösevorgang des Garnes von der Vorlagespule
und der Fadenzugkraft abhängt.
Das heißt, beim Abspulen einer Vorlagespule stellt sich eine zum Endbereich des Spinnkopses
hin ständig zunehmende Fadenzugkraft ein, was größtenteils von der Reibung abhängt,
mit der der Faden beim Abziehen über den Hülsenschaft des Spinnkopses gleitet. Insbesondere
gegen Ende der Spulenreise, wenn beispielsweise nur noch etwa 10% der Fadenlänge auf
der Vorlagespule vorhanden ist, steigt die Fadenzugkraft stark an.
[0007] Um die Fadenzugkraft während des Umspulprozesses stets auf einem kontrollierbaren,
möglichst gleichmäßigen Niveau halten zu können, sind in der Vergangenheit bereits
verschiedene Fadenspannungs-Regelungseinrichtungen bzw. Verfahren vorgeschlagen worden.
[0008] In der
DE 199 05 860 A1 ist beispielsweise ein Verfahren beschrieben, bei dem ein Arbeitsstellenrechner entsprechend
der von einem Fadenzugkraftsensor ermittelten Fadenzugkraft den Anpressdruck einer
auf den laufenden Faden wirkenden Bremseinrichtung eines Fadenspanners vorgibt. Der
vorgegebene Anpressdruck wird mit einem vorbestimmten Grenzwert für den Anpressdruck
verglichen, und wenn der Grenzwert für eine vorgebbare Zeitspanne erreicht oder überschritten
wird, wird der Spulprozess unterbrochen.
Auf diese Weise kann verhindert werden, dass eine Kreuzspule unbemerkt, zum Beispiel
aufgrund einer unkorrekten Führung des Fadens im Bereich des Fadenspanners, zu weich
gewickelt wird.
[0009] Durch die
DE 10 2005 045 789 A1 ist ein vergleichbares Verfahren zum Betreiben einer Arbeitsstelle einer Kreuzspulen
herstellenden Textilmaschine bekannt.
Auch bei diesem bekannten Verfahren ist die Arbeitsstelle mit einem drehzahlregelbaren
Spulenantrieb zum Einstellen der Spulgeschwindigkeit der Kreuzspule, einem an einen
Arbeitsstellenrechner angeschlossenen Fadenzugkraftsensor zum Überwachen der Fadenzugkraft
eines von einer Vorlagespule ablaufenden Fadens sowie einem Fadenspanner zum Regulieren
der Fadenzugkraft ausgestattet. Am Arbeitsstellenrechner sind dabei sowohl ein Wert
für eine gewünschte Fadenzugkraft, als auch ein Wert für eine erlaubte prozentuale
Abweichung von der gewünschten Fadenzugkraft einstellbar. Der Arbeitsstellenrechner
unterbricht den Spulvorgang sofort, wenn es zu einer Überschreitung der erlaubten
prozentualen Abweichung der Fadenzugkraft kommt.
[0010] Durch dieses bekannte Verfahren, bei dem eine Online-Überwachung der Fadenzugkraft
durch den Arbeitsstellenrechner stattfindet und das insbesondere bei der Herstellung
von Färbespulen zum Einsatz kommt, soll gewährleistet werden, dass bei unerlaubten
Abweichungen der Fadenzugkraft sofort selbsttätig in den Spulprozess eingegriffen
und Alarm ausgelöst wird. Das heißt, es soll sichergestellt werden, dass nur Kreuzspulen
hergestellt werden, bei denen die Fadenzugkraft während des gesamten Spulprozesses
innerhalb erlaubter Toleranzgrenzen liegt.
[0011] Durch die
DE 10 2012 004 910 A1 ist des Weiteren ein Verfahren zum Optimieren der Spulgeschwindigkeit an den Arbeitsstellen
von Kreuzspulautomaten bekannt.
Die Arbeitsstellen verfügen dabei jeweils über eine Antriebseinrichtung für die Kreuzspule,
die mit einem drehzahlregelbaren Antrieb ausgerüstet ist, sowie über eine Fadenspannungs-Regelungseinrichtung
mit einem Fadenzugkraftsensor und einem Fadenspanner.
[0012] Bei diesem Verfahren findet ein Eingriff in die Spulgeschwindigkeit der Arbeitsstelle
erst dann statt, wenn Grenzwerte für die Fadenspannungs-Regelung erreicht sind, das
heißt, wenn zum Beispiel der Fadenspanner eine Öffnungsendstellung erreicht hat und
gleichzeitig bei der Fadenzugkraft ein weiterer Offset-Wert vorliegt.
[0013] Schließlich sind durch die
DE 33 08 454 A1, die
DE 196 25 512 A und/oder die
DE 198 49 192 A1 Kreuzspulautomaten bekannt, deren Arbeitsstellen jeweils eine Einrichtung zum Ermitteln
des Durchmessers der auf den Arbeitsstellen gefertigten Kreuzspulen aufweisen, bzw.
auf deren Arbeitsstellen bei der Herstellung von Kreuzspulen ein Verfahren zum Einsatz
kommt, mit dem eine Bestimmung des Durchmessers der auf den Arbeitsstellen in Produktion
befindlichen Kreuzspule möglich ist.
[0014] In der
DE 33 08 454 A1 sind beispielsweise Arbeitsstellen beschrieben, die unter anderem jeweils mit einem
Fadenanwesenheitswächter, einem Kreuzspulenstillstandsmelder sowie einem so genannten
Spulenfüllemelder ausgerüstet sind. Der Spulenfüllemelder wird aktiviert, wenn eine
Kreuzspule einen vorgebbaren Durchmesser erreicht hat und schaltet ein optisches Signal,
das von einem Spulenwechselwagen erkannt wird, der entlang der Arbeitsstellen des
Kreuzspulautomaten patrouilliert.
[0015] In der
DE 196 25 512 A1 ist ein Verfahren beschrieben, bei dem der Durchmesser einer mittels einer Friktionswalze
angetriebenen Kreuzspule während ihrer Herstellung dadurch ermittelt wird, dass die
Winkelgeschwindigkeit der Kreuzspule mittels eines Gebers, der mit einem mit der Kreuzspule
mitrotierenden Bauteil korrespondiert, erfasst und ausgewertet wird. Der Durchmesser
der Kreuzspule wird speziell durch Division der Umfangsgeschwindigkeit der Oberfläche
der Kreuzspule durch die Winkelgeschwindigkeit der Kreuzspule ermittelt, wobei die
Umfangsgeschwindigkeit der Kreuzspule mittels eines Laufzeitkorrelationsverfahrens
aus den Sensorsignalen zweier in Umfangsrichtung im festen Abstand aufeinanderfolgenden
Sensoren errechnet wird, die Oberflächenmerkmale der Kreuzspule erfassen.
[0016] Die
DE 198 49 192 A1 beschreibt schließlich ein Verfahren, mittels dessen an den Arbeitsstellen eines
Kreuzspulautomaten die durch ein selbsttätig arbeitendes Serviceaggregat durchgeführten
Kreuzspulenwechselvorgänge optimiert werden sollen. Die Steuereinrichtung des Serviceaggregates
wird dabei von den Arbeitsstellenrechnern laufend über die aktuellen Durchmesser der
auf den Arbeitsstellen laufenden Kreuzspulen informiert, so dass sich das Serviceaggregat
bei einem anstehenden Kreuzspulenwechsel rechtzeitig an der betreffenden Arbeitsstelle
des Kreuzspulautomaten positionieren kann. Die Ermittlung der Durchmesser der Kreuzspulen
erfolgt dabei durch Sensoreinrichtungen, die an den Arbeitsstellen solcher Kreuzspulautomaten
ohnehin vorhanden sind. Das heißt, während der Spulenreise einer Kreuzspule wird durch
einen am Spulenrahmen angeordneten Drehzahlmesser die Spulendrehzahl der Kreuzspule
erfasst und unter Berücksichtigung der vorliegenden, ebenfalls sensorisch erfassten
Drehzahl der Antriebstrommel, deren exakter Durchmesser bekannt ist, permanent zur
Ermittlung des augenblicklichen Durchmessers der Kreuzspule verarbeitet.
[0017] Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren zu entwickeln, mit dem die Dichte von auf Arbeitsstellen eines Kreuzspulautomaten
hergestellten Kreuzspulen optimiert werden kann. Das heißt, die Dichte aller auf den
Arbeitsstellen eines Kreuzspulautomaten gefertigten Kreuzspulen soll möglichst vergleichmäßigt
werden.
[0018] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gelöst, wie es in den Ansprüchen
1 und 2 beschrieben ist bzw. durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen der jeweiligen
Ansprüche 7 und 8.
[0019] Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Gegenstand der
Unteransprüche.
[0020] Das erfindungsgemäße Verfahren, bei dem bei einer auf einer Arbeitsstelle des Kreuzspulautomaten
gewickelten Kreuzspule bei Erreichen einer vorgebbaren Fadenlänge ein Abgleich des
vorliegenden Durchmessers der Kreuzspule oder bei Erreichen eines vorbestimmten Durchmessers
der Kreuzspule ein Abgleich der gewickelten Fadenlänge mit korrespondierenden Werten
von auf anderen Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten gewickelten Kreuzspulen durchgeführt
wird und bei dem bei Überschreitung eines Grenzwertes einer Abweichung des Wertes
dieser Kreuzspule von den korrespondierenden Werten der auf den anderen Arbeitsstellen
des Kreuzspulautomaten gewickelten Kreuzspulen auf Basis eines Korrekturfaktors, der
sich aus dem jeweiligen Wert der Abweichung ergibt, regulierend in die Fadenspannungs-Regelungseinrichtung
der Arbeitsstelle eingegriffen wird, hat den Vorteil, dass auf diese Weise zuverlässig
sichergestellt werden kann, dass bei der nächsten auf dieser Arbeitsstelle zu wickelnden
Kreuzspule der Wert der Abweichung des Abgleiches geringer, vorzugsweise eliminiert
ist.
[0021] In alternativer oder vorzugsweise ergänzender Ausführungsform wird bei einer auf
einer Arbeitsstelle eines Kreuzspulautomaten gewickelten Kreuzspule entweder bei Erreichen
einer vorgebbaren Fadenlänge oder bei Erreichen eines bestimmten Durchmessers der
Kreuzspule durch einen Abgleich der gewickelten Fadenlänge mit dem vorliegenden Durchmesser
zunächst eine Überprüfung auf ihre Dichte hin durchgeführt und anschließend die jeweils
ermittelte Dichte der Kreuzspule mit den Dichten von auf anderen Arbeitsstellen des
Kreuzspulautomaten gewickelten Kreuzspulen verglichen. Bei Überschreitung eines Grenzwertes
der Abweichung der Dichte der gewickelten Kreuzspule von den Dichten der auf den anderen
Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten gewickelten Kreuzspulen wird auf Basis eines
Dichte-Korrekturfaktors, der sich aus dem jeweiligen Wert der Dichteabweichung der
gewickelten Kreuzspule ergibt, regulierend in die Fadenspannungs-Regelungseinrichtung
der Arbeitsstelle eingegriffen. Das heißt, durch den Einsatz eines Dichte-Korrekturfaktors
kann gewährleistet werden, dass die nächste auf dieser Arbeitsstelle zu wickelnden
Kreuzspule jeweils eine geringere Dichteabweichung als ihr Vorgänger aufweist.
[0022] In bevorzugter Weise handelt es sich bei den gewickelten Kreuzspulen der anderen
Arbeitsstellen um vorher hergestellte Kreuzspulen oder um gleichzeitig hergestellte
bzw. gerade im Herstellungsprozess befindliche Kreuzspulen, bei denen die für den
Vergleich bzw. den, Abgleich erforderlichen Parameter bereits ermittelt worden sind.
Für die erstgenannte bevorzugte Ausführungsform können jeweils die Parameter sämtlicher
Arbeitsstellen für den Vergleich bzw. den Abgleich herangezogen werden. Für die letztgenannte
bevorzugte Ausführungsform kann im Bedarfsfall ein paralleler Vergleich bzw. Abgleich
sämtlicher aktuell herzustellender Kreuzspulen des Kreuzspulautomaten durchgeführt
werden.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können die beiden vorgenannten Verfahren
derart miteinander kombiniert sein, dass nach Erstellen des jeweiligen Korrekturfaktors
entschieden wird, welcher Korrekturfaktor zum regulierenden Eingriff in die Fadenspannungs-Regeleinrichtung
hergenommen und entsprechend an die Fadenspannungs-Regeleinrichtung übermittelt wird.
Das Entscheidungskriterium oder die Entscheidungskriterien können im Vorwege festgelegt
und in einem mit der Zentralsteuereinheit verbundenen oder diesem zugeordnetem Speicher
abrufbar hinterlegt sein. Beispielsweise kann es sich bei dem Kriterium um eine Festlegung
handeln, dass stets der Korrekturfaktor aus dem Verfahren nach der erstgenannten Ausführungsform
oder nach der zweitgenannten Ausführungsform verwendet wird. Ein alternatives Kriterium
kann beispielsweise sein, dass derjenige Korrekturfaktor ausgewählt und übermittelt
wird, der im relativen Vergleich auf einer zu dem entsprechenden Grenzwert größeren
Abweichung basiert. Vorzugsweise können die Korrekturfaktoren derart erstellt sein,
dass die Korrekturfaktoren miteinander vergleichbar sind. Mittels der bevorzugten
Kombination der Verfahren lassen sich äußerst zuverlässig optimierte Kreuzspulen herstellen.
[0023] In vorteilhafter Ausführungsform wird die mittels des Fadenzugkraftsensors der Fadenspannungs-Regeleinrichtung
der Arbeitsstelle ermittelte Fadenzugkraft eines zum Wickeln einer Kreuzspule benutzten
laufenden Fadens jeweils mit einem berechneten Korrekturfaktor korrigiert. Dieser
Korrekturfaktor ergibt sich, wie vorstehend erläutert, beispielsweise aus der Dichteabweichung
der betreffenden Kreuzspule gegenüber den Dichten der auf den anderen Arbeitsstellen
des Kreuzspulautomaten gewickelten Kreuzspulen. Das bedeutet, es wird so korrigiert,
dass die nachfolgend auf der betreffenden Arbeitsstelle zu fertigende Kreuzspule möglichst
eine Dichte aufweist, die der durchschnittlichen Dichte der bislang auf den anderen
Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten gefertigten Kreuzspulen entspricht.
[0024] Bezüglich der Verwendung des Korrekturfaktors, insbesondere eines Dichte-Korrekturfaktors,
sind dabei verschiedene vorteilhafte Möglichkeiten gegeben.
Ein Dichte-Korrekturfaktor kann beispielsweise angewendet werden, um am Fadenspanner
der Fadenspannungsregelung der betreffenden Arbeitsstelle eine Korrektur durchzuführen.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass der Korrekturfaktor auf die Regelung der
Spulgeschwindigkeit angewendet wird.
[0025] In vorteilhafter Ausführungsform ist außerdem vorgesehen, dass der Korrekturfaktor
jeweils spannungssicher im Arbeitsstellenrechner der Arbeitsstelle oder in der Zentralsteuereinheit
des Kreuzspulautomaten hinterlegt ist.
[0026] Auf diese Weise ist gewährleistet, dass der Korrekturfaktor auch erhalten bleibt,
wenn es am Kreuzspulautomaten zu einem Spannungsausfall kommt, was insbesondere in
Gebieten mit einer relativ schwachen Infrastruktur, in denen solche Kreuzspulautomaten
immer öfter zum Einsatz kommen, keine Seltenheit darstellt.
[0027] Die jeweilige Vorrichtung zur Durchführung des entsprechenden Verfahrens verfügt
im Bereich der Arbeitsstellen jeweils über einen Arbeitsstellenrechner, an den eine
Einrichtung zum Erfassen einer auf die Kreuzspule aufgewickelten Fadenlänge und eine
Einrichtung zum Ermitteln des Durchmessers der Kreuzspule angeschlossen sind. Des
Weiteren weisen die Arbeitsstellen jeweils eine Fadenspannungs-Regelungseinrichtung
mit einem Fadenzugkraftsensor und einem Fadenspanner auf.
[0028] Die Arbeitsstellenrechner der Arbeitsstellen sind außerdem an eine Zentralsteuereinheit
des Kreuzspulautomaten angeschlossen. Die Arbeitsstellenrechner sind nach einer Ausführungsform
der Vorrichtung dabei so ausgebildet, dass bei einer auf einer Arbeitsstelle des Kreuzspulautomaten
gewickelte Kreuzspule bei Erreichen einer vorgebbaren Fadenlänge ein ermittelter Durchmesser
der Kreuzspule bzw. bei Erreichen eines vorbestimmten Durchmessers eine erfasste Fadenlänge
an eine Zentralsteuereinheit übermittelt wird. In der Zentralsteuereinheit des Kreuzspulautomaten
wird der übermittelte Wert mit ermittelten korrespondierenden Werten von auf anderen
Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten gewickelten Kreuzspulen abgeglichen und bei
Überschreiten eines Grenzwertes der Abweichung des Wertes dieser Kreuzspule von den
korrespondierenden Werten der auf den anderen Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten
gewickelten Kreuzspulen ein Korrekturfaktor erstellt, der sich aus dem Wert der Abweichung
dieser Kreuzspule ergibt. Bei dem Wert der Abweichung kann es sich um einen Mittelwert
der Abweichung aus den abgeglichenen Werten, einem Maximalwert der Abweichung aus
den abgeglichenen Werten, oder um einen ausgewählten Wert der Abweichung aus den abgeglichenen
Werten handeln. Der ausgewählte Wert der Abweichung kann einen repräsentativen Wert
der Abweichung aus den abgeglichenen Werten darstellen, wobei der ausgewählte Wert
unterschiedlich zu dem Maximalwert und Mittelwert der Abweichung aus den abgeglichenen
Werten ist. Bei dem ausgewählten Wert der Abweichung kann es sich beispielsweise um
einen am häufigsten auftretenden Wert der Abweichung aus den abgeglichenen Werten
handeln.
[0029] Nach einer alternativen oder vorzugsweise ergänzenden Ausführungsform sind die Arbeitsstellenrechner
dabei derart ausgebildet, dass bei einer auf einer Arbeitsstelle des Kreuzspulautomaten
gewickelten Kreuzspule bei Erreichen einer vorgebbaren Fadenlänge oder bei Erreichen
eines vorbestimmten Durchmessers die Dichte der Kreuzspule durch einen Abgleich der
gewickelten Fadenlänge mit dem vorliegenden Durchmesser ermittelt und die ermittelte
Dichte an eine Zentralsteuereinheit übermittelt wird. Die Zentralsteuereinheit ist
eingerichtet, die ermittelte Dichte dieser Kreuzspule mit ermittelten Dichten von
auf anderen Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten gewickelten Kreuzspulen zu vergleichen.
Bei Überschreitung eines Grenzwertes der Abweichung der Dichte dieser Kreuzspule von
den Dichten der auf den anderen Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten gewickelten
Kreuzspulen wird ein Dichte-Korrekturfaktor erstellt, der sich aus dem jeweiligen
Wert der Dichteabweichung Kreuzspule ergibt.
[0030] Der jeweilige erstellte Korrekturfaktor wird anschließend an eine Fadenspannungs-Regeleinrichtung
übermittelt. Bei Bedarf wird beispielsweise durch die Fadenspannungs-Regelungseinrichtung
der Arbeitsstelle auf Basis des Korrekturfaktors regulierend eingegriffen.
[0031] Die vorstehend beschriebenen Vorrichtungen nach bevorzugten Ausführungen können zur
Ausführung der vorstehend beschriebenen Kombination der bevorzugten Verfahren ausgelegt
sein. Dazu sind die Arbeitsellenrechner und die Zentralsteuereinheit entsprechend
einzurichten bzw. auszubilden.
[0032] Mit den erfindungsgemäßen Verfahren bzw. mit den erfindungsgemäßen Vorrichtungen
ist zuverlässig zu gewährleisten, dass auf einem Kreuzspulautomaten nach einer Einlaufzeit
nahezu identische Kreuzspulen hergestellt werden, insbesondere Kreuzspulen mit einer
gleichmäßigen Dichte.
[0033] Weitere Einzelheiten der Erfindung sind einem nachfolgend anhand der Zeichnung erläuterten
Ausführungsbeispiel entnehmbar.
[0034] Es zeigt:
- Fig.1
- schematisch in Vorderansicht einen Kreuzspulautomaten mit einer Vielzahl von in Reihe
nebeneinander angeordneten Arbeitsstellen, deren Arbeitsstellenrechner über eine Busverbindung
an eine Zentralsteuereinheit der Textilmaschine angeschlossen sind,
- Fig.2
- in Seitenansicht eine Arbeitsstelle des Kreuzspulautomaten, mit den während eines
Spulprozesses benötigten Fadenhandhabungs- respektive Fadenüberwachungseinrichtungen,
- Fig.3
- eine stark schematische Vorderansicht einer Arbeitsstelle eines Kreuzspulautomaten,
mit den zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens notwendigen Einrichtungen.
[0035] In Fig.1 ist in Vorderansicht schematisch eine insgesamt mit der Bezugszahl 1 gekennzeichnete
Kreuzspulen herstellende Textilmaschine, im Ausführungsbeispiel ein so genannter Kreuzspulautomat,
dargestellt.
[0036] Derartige Kreuzspulautomaten 1 weisen üblicherweise zwischen ihren Endgestellen 2
und 3 eine Vielzahl gleichartiger Arbeitsstellen 4 auf. Auf diesen Arbeitsstellen
4, die auch als Spulstellen bekannt sind, werden Spinnkopse 5, die auf im Produktionsprozess
vorgeschalteten (nicht dargestellten) Ringspinnmaschinen produziert wurden, zu großvolumigen
Kreuzspulen 6 umgespult.
[0037] Die fertiggestellten Kreuzspulen werden mittels eines (ebenfalls nicht dargestellten)
selbsttätig arbeitenden Serviceaggregates auf eine maschinenlange Kreuzspulen-Transporteinrichtung
33 überführt und anschließend zu einer maschinenendseitig angeordneten Spulenverladestation
oder dgl. transportiert. Das heißt, ein an sich bekanntes Serviceaggregat, beispielsweise
ein so genannter Kreuzspulenwechsler, nimmt eine fertiggestellte Kreuzspule 6 aus
einem Spulenrahmen 30 der Arbeitsstellen 4 und übergibt sie an die Kreuzspulen-Transporteinrichtung
33. Anschließend wechselt das Serviceaggregat eine neue Kreuzspule-Leerhülse in den
Spulenrahmen 30 der betreffenden Arbeitsstelle 4 ein.
[0038] Bei solchen Kreuzspulautomaten 1 erfolgt die Versorgung der Arbeitsstellen 4 mit
frischem Garnmaterial oft über eine Logistikeinrichtung in Form eines Spinnkops- und
Leerhülsentransportsystems 7.
In einem derartigen Spinnkops- und Leerhülsentransportsystem 7, das oft direkt an
ein entsprechendes Spinnkops- und Leerhülsentransportsystem einer Ringspinnmaschine
angeschlossen ist, laufen, in vertikaler Ausrichtung auf Transporttellern 8 positioniert,
Spinnkopse 5 bzw. Leerhülsen 9 um.
[0039] Anstatt eines solchen Spulen- und Hülsentransportsystems können Kreuzspulautomaten
allerdings auch arbeitsstelleneigene Spinnkopsmagazine aufweisen, die dann vorzugsweise
als so genannte Rundmagazine ausgebildet sind und durch das Bedienpersonal manuell
bestückt werden.
Wie in Fig.1 des Weiteren dargestellt, sind solche Kreuzspulautomaten 1 in der Regel
außerdem mit einer Zentralsteuereinheit 10 ausgestattet, die über eine Busverbindung
11 mit den Arbeitsstellenrechnern 12 der einzelnen Arbeitsstellen 4 in Verbindung
steht.
Fig. 2 zeigt in Seitenansicht eine Arbeitsstelle 4 eines Kreuzspulautomaten 1 mit
den wichtigsten Fadenhandhabungs- respektive Fadenüberwachungseinrichtungen, die während
des Umspulprozesses zum Einsatz kommen.
Wie ersichtlich, wird auf solchen Arbeitsstellen 4 von einem in einer Spulposition
I angeordneten Spinnkops 5 ein Faden 13 abgezogen, der auf seinem Weg zur Kreuzspule
6 zunächst einen Unterfadensensor 14 passiert, der über eine Signalleitung 15 an den
Arbeitsstellenrechner 12 angeschlossen ist. Mittels eines solchen Unterfadensensors
14 wird zum Beispiel nach einem Fadenbruch oder einem kontrollierten Fadenreinigerschnitt,
vor Einleitung einer Oberfadensuche, festgestellt, ob überhaupt ein so genannter Unterfaden
vorhanden ist.
[0040] Oberhalb des Unterfadensensors 14, das heißt, in Fadenlaufrichtung nach dem Unterfadensensor
14, ist ein Fadenspanner 16 angeordnet, der, wie zum Beispiel in Fig.3 angedeutet,
mit zwei Bremselementen einen Anpressdruck auf den laufenden Faden 13 ausübt. Der
Fadenspanner 16 ist über eine Steuerleitung 17 mit dem Arbeitsstellenrechner 12 verbunden
und von diesem definiert ansteuerbar.
[0041] Außerhalb des regulären Fadenlaufweges befindet sich außerdem eine Fadenendverbindungseinrichtung
18, vorzugsweise ein pneumatischer Fadenspleißer. Der Fadenspleißer 18 ist über eine
Steuerleitung 19 ebenfalls mit dem Arbeitsstellenrechner 12 verbunden. Im weiteren
Verlauf des Fadenlaufweges sind außerdem ein Fadenreiniger 20 mit einer Fadenschneideinrichtung
21, ein Fadenzugkraftsensor 22 sowie optional eine Paraffiniereinrichtung 23 angeordnet.
Auch diese Funktionselemente sind über Steuerleitungen 24 - 27 an den Arbeitsstellenrechner
12 angeschlossen.
[0042] Während des Spulbetriebes wird mittels des Fadenzugkraftsensors 22 ständig die Fadenzugkraft
des laufenden Fadens 13 überwacht und entsprechend eines vom Fadenzugkraftsensor 22
gelieferten Fadenzugkraftsignals über den Arbeitsstellenrechner 12 der Fadenspanner
16 so angesteuert, dass der Faden 13 mit einer nahezu konstanten Fadenzugkraft auf
die Kreuzspule 6 aufgewickelt wird.
[0043] Auf die Paraffiniereinrichtung 23 folgt in Fadenlaufrichtung schließlich ein Fadenführer
28, den der Faden 13 durchquert, bevor er auf eine rotierende Spultrommel 29, beispielsweise
eine Fadenführungstrommel, aufläuft, die für eine kreuzweise Verlegung des Fadens
13 auf der Kreuzspule 6 sorgt.
[0044] Die Kreuzspule 6 ist dabei mittels eines schwenkbar gelagerten Spulenrahmens 30 drehbar
gehalten und liegt während des Spulbetriebes mit ihrer Oberfläche auf der vorzugsweise
einzelmotorisch angetriebenen Spultrommel 29 auf, die die Kreuzspule 6 reibschlüssig
rotiert.
[0045] Anstelle der im Ausführungsbeispiel der Fig. 2 dargestellten Fadenführungstrommel
29 sind selbstverständlich auch vergleichbare, andere Antriebs- bzw. Fadenverlegungseinrichtungen
vorstellbar. Die Kreuzspule könnte beispielsweise auch mittels eines Spindelantriebes
direkt angetrieben werden und zum Beispiel über eine separate Fadenchangiereinrichtung
verfügen, wobei als Fadenchangiereinrichtung beispielsweise ein so genannter Fingerfadenführer
zum Einsatz kommen kann.
[0046] Im Bereich der Spulvorrichtung 34 sind des Weiteren in Fig.2 nicht dargestellte,
nachfolgend anhand der Fig.3 näher erläuterte Sensoreinrichtungen 35, 36 installiert,
mit denen in Verbindung mit dem Arbeitsstellenrechner 12 eine Ermittlung der jeweils
auf die Kreuzspule 6 aufgewickelte Fadenlänge bzw. eine Ermittlung des augenblicklichen
Durchmessers der Kreuzspule 6 möglich ist.
[0047] Die Arbeitsstelle 4 verfügt ferner, wie üblich, über eine schwenkbar gelagerte, unterdruckbeaufschlagbare
Saugdüse 31, mit der nach einer Spulunterbrechung ein auf die Kreuzspule 6 aufgelaufener
Oberfaden aufgenommen und an die Fadenverbindungseinrichtung 18 überführt werden kann.
Des Weiteren weist die Arbeitsstelle 4 ein ebenfalls schwenkbar gelagertes, unterdruckbeaufschlagbares
Greiferrohr 32 auf, mit dem nach einer Spulunterbrechung ein zum Beispiel im Fadenspanner
16 gehaltener Unterfaden aufgenommen und ebenfalls an die Fadenverbindungseinrichtung
18 überführt werden kann.
[0048] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Verfahrens wird anhand der Fig.3 erläutert,
wobei die Fig.3 eine stark schematische Vorderansicht einer der Arbeitsstellen 4 eines
Kreuzspulautomaten 1 zeigt, die alle zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
notwendigen Einrichtungen aufweist.
[0049] Wie in Fig.3 dargestellt, wird während des Umspulvorganges von Vorlagespulen, insbesondere
von auf Ringspinnmaschinen erzeugten Spinnkopsen 5, jeweils ein Faden 13 von einem
Spinnkops 5 abgezogen und auf eine Auflaufspule, beispielsweise eine konische Kreuzspule
6, aufgewickelt. Während des Umspulvorganges steht der Spinnkops 5 dabei jeweils in
einer so genannten Spulposition I im unteren Bereich einer Arbeitsstelle 4 eines Kreuzspulautomaten
1.
[0050] Die Kreuzspule 6, die in einem schwenkbar gelagerten Spulenrahmen 30 rotierbar gehaltert
ist, liegt auf einer einzelmotorisch angetriebenen Spultrommel 29 auf. Das heißt,
die Spultrommel 29 jeder Arbeitsstelle 4 ist mittels eines Antriebs 39 einzelmotorisch
antreibbar, der mit einer Drehzahlsteuerung, vorzugsweise einem Frequenzwandler 41,
ausgestattet ist, welcher über eine Signalleitung 37 an den Antrieb 39 und über eine
Steuerleitung 44 an den Arbeitsstellenrechner 12 angeschlossen ist. Die Drehzahlsteuerung
erfolgt durch den Arbeitsstellenrechner 12 in Abhängigkeit von arbeitsstellenspezifischen
Parametern, wie beispielsweise der Fadenzugkraft, oder auch dem Öffnungszustand des
Fadenspanners 16.
[0051] Die Spultrommel 29, beispielsweise eine so genannte Fadenführungstrommel, rotiert
die Kreuzspule 6 reibschlüssig und changiert gleichzeitig den auf die Kreuzspule 6
auflaufenden Faden 13.
Der Spulenrahmen 30 ist mit einer Sensoreinrichtung 35 ausgestattet, mit der ständig
die Drehzahl der rotierenden Kreuzspule 6 erfasst und über eine Signalleitung 38 an
den Arbeitsstellenrechner 12 weitergeleitet wird.
Auch der Antrieb 39 der Spultrommel 29 ist mit einer Sensoreinrichtung 36 ausgestattet,
die beispielsweise ein Polrad 42 sowie einen zugehörigen Sensor 43 aufweist. Die Sensoreinrichtung
36 sendet über eine Signalleitung 40 ebenfalls ständig Impulse an den Arbeitsstellenrechner
12, der daraus laufend die Drehzahl der Spultrommel 29 ermittelt.
Vor Beginn eines Spulprozesses können an den Arbeitsstellenrechnern 12 der Arbeitsstellen
4 oder an der Zentralsteuereinheit 10 des Kreuzspulautomaten 1 definiert die Fadenlänge
und/oder der Durchmesser eingegeben werden, die/den die zu produzierenden Kreuzspulen
6 aufweisen sollen.
[0052] Während des Spulprozesses findet zur Qualitätssicherung eine ständige Überwachung
sowohl der Fadenlänge als auch des Durchmessers der Kreuzspule 6 statt. Das heißt,
zur Berechnung der Länge und des Durchmessers einer gewickelten Kreuzspule 6 werden
in der Spulstellenelektronik, beispielsweise dem Arbeitsstellenrechner 12, fortlaufend
die Impulse der Sensoreinrichtungen 35, 36 ausgewertet, wobei aus dem bekannten Durchmesser
der Spultrommel 29 sowie der ermittelten Drehzahl der Spultrommel 29 und der ermittelten
Drehzahl der Kreuzspule 6 der augenblickliche Durchmesser der jeweiligen Kreuzspule
6 ermittelt wird.
[0053] Allerdings lässt sich durch reines Zählen der Impulse der Sensoreinrichtungen 35,
36 während eines Spulvorganges weder ganz exakt die aufgespulte Fadenlänge, noch ganz
genau der Durchmesser der Kreuzspule ermitteln, da die Messergebnisse bekanntlich
von verschiedenen weiteren Einflüssen, wie der Faserart, dem Spinnverfahren, dem Garndruck,
der Fadenzugkraft, der Spulgeschwindigkeit, dem Auflagedruck Kreuzspule/Fadenführungstrommel
etc. abhängen. Zur Kompensation dieser Spulbedingungen wird deshalb in der Regel ein
so genannter Spul-Korrekturfaktor ermittelt und in den Arbeitsstellenrechner eingegeben.
[0054] Wie in Fig.3 angedeutet, durchläuft der Faden 13 auf seinem Weg vom Spinnkops 5 zur
Kreuzspule 6 einen Fadenführer, einen definiert ansteuerbaren Fadenspanner 16, einen
Fadenreiniger 20 mit einer Fadenschneideinrichtung 21 sowie einen Fadenzugkraftsensor
22.
[0055] Wie im Zusammenhang mit der Fig.2 bereits beschrieben, sind der Fadenspanner 16,
die Fadenschneideinrichtung 21, der Fadenreiniger 20 sowie der Fadenzugkraftsensor
22 über Steuer- bzw. Signalleitungen 17, 24, 25, 26 an eine Spulstellenelektronik,
einen so genannten Arbeitsstellenrechner 12, angeschlossen. Der Fadenspanner 16 beaufschlagt
den laufenden Faden 13 dabei mit einem vom Arbeitsstellenrechner 12 vorgegebenen Anpressdruck,
während der Fadenreiniger 20 den laufenden Faden 13 auf Fehler hin, insbesondere auf
Dick- oder Dünnstellen, überwacht.
Bei Auftreten nicht tolerierbarer Garnfehler wird der laufende Faden 13 durch die
Fadenschneideinrichtung 21 getrennt und das fehlerhafte Garnstück herausgeschnitten.
Die beiden entstandenen Fadenenden werden anschließend mittels einer (in Fig.3 nicht
dargestellten) Fadenverbindungseinrichtung 18 wieder miteinander verbunden.
[0056] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird nach der Fertigstellung einer Kreuzspule 6 auf
einer der Arbeitsstellen 4 des Kreuzspulautomaten 1 jeweils zunächst eine Dichteermittlung
dieser Kreuzspule 6 durchgeführt sowie anschließend ein Dichtevergleich mit anderen
auf den Arbeitsstellen 4 des Kreuzspulautomaten 1 gewickelten Kreuzspulen 6. Das heißt,
wenn eine auf einer Arbeitsstelle 4 gefertigte Kreuzspule 6 eine vorgegebene Fadenlänge
oder einen vorgegebenen Durchmesser erreicht hat, wird durch einen Abgleich der gewickelten
Fadenlänge mit dem ermittelten Durchmesser der Kreuzspule 6 zunächst die exakte Dichte
der gewickelten Kreuzspule 6 ermittelt. Anschließend wird die ermittelte Dichte der
gewickelten Kreuzspule 6 mit den Dichten von auf anderen Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten
hergestellten Kreuzspulen verglichen.
[0057] Bei Überschreitung eines Grenzwertes der Abweichung der Dichte der vorliegenden Kreuzspule
gegenüber den Dichten der auf den anderen Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten erstellten
Kreuzspulen wird mittels eines Dichte-Korrekturfaktors, der sich aus dem jeweiligen
Wert der Dichteabweichung der vorliegenden Kreuzspule ergibt, regulierend in die Fadenspannungs-Regelungseinrichtung
der Arbeitsstelle eingegriffen. Das heißt, während des vorausgegangenen Spulprozesses
mittels des Fadenzugkraftsensors der Fadenspannungs-Regeleinrichtung der Arbeitsstelle
ermittelte Fadenzugkraft wird um einen berechneten Dichte-Korrekturfaktors nachgeregelt,
der sich aus der Dichteabweichung der vorliegenden Kreuzspule gegenüber der Dichte
der auf den anderen Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten gewickelten Kreuzspulen
ergibt.
[0058] Gemäß einem weiteren oder ergänzenden Ausführungsbeispiel wird bei Erreichen einer
vorgegebenen Fadenlänge ein Durchmesser der Kreuzspule 6 ermittelt oder bei Erreichen
eines vorgegebenen Durchmessers der Kreuzspule 6 eine Fadenlänge erfasst. Anschließend
wird der ermittelte bzw. erfasste Wert mit korrespondierenden Werten von auf anderen
Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten hergestellten Kreuzspulen abgeglichen.
[0059] Bei Überschreitung eines Grenzwertes der Abweichung des Wertes der vorliegenden Kreuzspule
gegenüber den korrespondierenden Werten der auf den anderen Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten
gewickelten bzw. hergestellten Kreuzspulen wird mittels eines Korrekturfaktors, der
sich aus einem Wert der Abweichung ergibt, regulierend in die Fadenspannungs-Regelungseinrichtung
der Arbeitsstelle eingegriffen. Das heißt, die während des vorausgegangenen Spulprozesses
mittels des Fadenzugkraftsensors der Fadenspannungs-Regeleinrichtung der Arbeitsstelle
ermittelte Fadenzugkraft wird um einen berechneten Korrekturfaktor nachgeregelt.
[0060] In der Praxis wird so nachgeregelt, dass die nachfolgend auf der betreffenden Arbeitsstelle
zu fertigende Kreuzspule möglichst eine Dichte aufweist, die der durchschnittlichen
Dichte der bislang auf den anderen Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten gefertigten
Kreuzspulen entspricht. Die Fadenspannungsregelung erfolgt dabei über den Fadenspanner
der Arbeitsstelle. Das heißt, der Fadenspanner wird jeweils um einen im Vorgang ermittelten
Korrekturfaktor wie den Dichte- Korrekturfaktor nachgeregelt und beeinflusst die Fadenzugkraft.
[0061] Um das vorgeschlagene Verfahren auch in Gebieten einsetzen zu können, in denen Stromausfälle
zu befürchten sind, wird der Korrekturfaktor außerdem jeweils spannungssicher im Arbeitsstellenrechner
der betreffenden Arbeitsstelle oder in der Zentralsteuereinheit des Kreuzspulautomaten
hinterlegt.
Auf diese Weise ist gewährleistet, dass der Korrekturfaktor auch zuverlässig erhalten
bleibt, wenn es am Kreuzspulautomaten zu einem Spannungsausfall kommen sollte.
[0062] Das Verfahren kommt vorzugsweise so lange zum Einsatz, bis alle auf den Arbeitsstellen
eines Kreuzspulautomaten zu wickelnden Kreuzspulen eine nahezu gleiche Dichte bzw.
gleich optimierte Dichte aufweisen.
[0063] Das bedeutet, die Fadenzugkraft wird an den Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten
so lange mittels der Korrekturfaktoren nachgeregelt, bis die Dichten aller auf den
Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten erstellten Kreuzspulen nahezu gleich bzw. optimiert
sind.
1. Verfahren zum Optimieren der Dichte von auf Arbeitsstellen (4) eines Kreuzspulautomaten
(1) hergestellten Kreuzspulen (6), wobei die Arbeitsstellen (4) jeweils mit einer
an einen Arbeitsstellenrechner (12) angeschlossenen Einrichtung (35) zum Erfassen
einer auf die Kreuzspule (6) aufgewickelten Fadenlänge und einer Einrichtung (36)
zum Ermitteln des Durchmessers der Kreuzspule (6) ausgestattet sind sowie über eine
Fadenspannungs-Regelungseinrichtung mit einem Fadenzugkraftsensor (22) und einem Fadenspanner
(16) verfügen,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei einer auf einer Arbeitsstelle (4) des Kreuzspulautomaten (1) gewickelten Kreuzspule
(6) bei Erreichen einer vorgebbaren Fadenlänge ein Abgleich des vorliegenden Durchmessers
der Kreuzspule (6) oder bei Erreichen eines vorbestimmten Durchmessers der Kreuzspule
(6) ein Abgleich der gewickelten Fadenlänge mit korrespondierenden Werten von auf
anderen Arbeitsstellen (4) des Kreuzspulautomaten (1) gewickelten Kreuzspulen (6)
durchgeführt wird, und dass bei Überschreitung eines Grenzwertes einer Abweichung
des Wertes dieser Kreuzspule (6) von den korrespondierenden Werten der auf den anderen
Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten gewickelten Kreuzspulen (6) auf Basis eines
Korrekturfaktors, der sich aus dem Wert der Abweichung ergibt, regulierend in die
Fadenspannungs-Regelungseinrichtung der Arbeitsstelle (4) eingegriffen wird.
2. Verfahren zum Optimieren der Dichte von auf Arbeitsstellen (4) eines Kreuzspulautomaten
(1) hergestellten Kreuzspulen (6), wobei die Arbeitsstellen (4) jeweils mit einer
an einen Arbeitsstellenrechner (12) angeschlossenen Einrichtung (35) zum Erfassen
einer auf die Kreuzspule (6) aufgewickelten Fadenlänge und einer Einrichtung (36)
zum Ermitteln des Durchmessers der Kreuzspule (6) ausgestattet sind sowie über eine
Fadenspannungs-Regelungseinrichtung mit einem Fadenzugkraftsensor (22) und einem Fadenspanner
(16) verfügen,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine auf einer Arbeitsstelle (4) des Kreuzspulautomaten (1) gewickelte Kreuzspule
(6) bei Erreichen einer vorgebbaren Fadenlänge oder eines vorbestimmten Durchmessers
durch einen Abgleich der gewickelten Fadenlänge mit dem vorliegenden Durchmesser der
Kreuzspule (6) auf ihre Dichte hin überprüft wird,
dass die ermittelte Dichte dieser Kreuzspule (6) mit den Dichten von auf anderen Arbeitsstellen
(4) des Kreuzspulautomaten (1) gewickelten Kreuzspulen (4) verglichen wird und
dass bei Überschreitung eines Grenzwertes der Abweichung der Dichte dieser
Kreuzspule (6) von den Dichten der auf den anderen Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten
gewickelten Kreuzspulen (6) auf Basis eines Dichte-Korrekturfaktors, der sich aus
dem jeweiligen Wert der Dichteabweichung dieser Kreuzspule (6) ergibt, regulierend
in die Fadenspannungs-Regelungseinrichtung der Arbeitsstelle (4) eingegriffen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die mittels des Fadenzugkraftsensors (22) der Fadenspannungs-Regeleinrichtung der
Arbeitsstelle (4) ermittelte Fadenzugkraft eines zum Wickeln der Kreuzspule (6) benutzten
laufenden Fadens (13) mit dem berechneten Korrekturfaktor korrigiert wird.
4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Korrekturfaktor auf den Fadenspanner (16) der betreffenden Arbeitsstelle (4)
angewendet wird.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Korrekturfaktor auf die Regelung der Spulgeschwindigkeit angewendet wird.
6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Korrekturfaktor jeweils spannungssicher im Arbeitsstellenrechner (12) der Arbeitsstelle
(4) bzw. in der Zentralsteuereinheit (10) des Kreuzspulautomaten (1) hinterlegt ist.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, wobei die Vorrichtung
den Arbeitsstellenrechner (12) aufweist, an den eine Einrichtung (35) zum Erfassen
einer auf die Kreuzspule (6) aufgewickelten Fadenlänge und eine Einrichtung (36) zum
Ermitteln eines Durchmessers der Kreuzspule (6) angeschlossen sind, dadurch gekennzeichnet,
dass der Arbeitsstellenrechner (12) so ausgebildet ist, dass bei einer auf einer Arbeitsstelle
(4) des Kreuzspulautomaten (1) gewickelten Kreuzspule (6) bei Erreichen einer vorgebbaren
Fadenlänge ein ermittelter Durchmesser der Kreuzspule oder bei Erreichen eines vorbestimmten
Durchmessers eine erfasste Fadenlänge an eine Zentralsteuereinheit (10) übermittelt
wird,
dass die Zentralsteuereinheit (10) eingerichtet ist, den übermittelten Wert mit ermittelten
korrespondierenden Werfen von auf anderen Arbeitsstellen (4) des Kreuzspulautomaten
(1) gewickelten Kreuzspulen (6) abzugleichen, bei Überschreitung eines Grenzwertes
der Abweichung des Wertes dieser Kreuzspule (6) von den korrespondierenden Werten
der auf den anderen Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten gewickelten Kreuzspulen
(6) einen Korrekturfaktor, der sich aus dem Wert der Abweichung ergibt, zu erstellen
und den Korrekturfaktor an eine Fadenspannungs-Regeleinrichtung zum regulierenden
Eingriff auf Basis des Korrekturfaktors zu übermitteln.
8. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 2, wobei die Vorrichtung
den Arbeitsstellenrechner (12) aufweist, an den eine Einrichtung (35) zum Erfassen
einer auf die Kreuzspule (6) aufgewickelten Fadenlänge und eine Einrichtung (36) zum
Ermitteln eines Durchmessers der Kreuzspule (6) angeschlossen sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Arbeitsstellenrechner (12) so ausgebildet ist, dass bei einer auf einer Arbeitsstelle
(4) des Kreuzspulautomaten (1) gewickelten Kreuzspule (6) bei Erreichen einer vorgebbaren
Fadenlänge oder bei Erreichen eines vorbestimmten Durchmessers die Dichte der Kreuzspule
(6) durch einen Abgleich der gewickelten Fadenlänge mit dem vorliegenden Durchmesser
ermittelt und die ermittelte Dichte an eine Zentralsteuereinheit (10) übermittelt
wird,
dass die Zentralsteuereinheit (10) eingerichtet ist, die ermittelte Dichte dieser Kreuzspule
(6) mit ermittelten Dichten von auf anderen Arbeitsstellen (4) des Kreuzspulautomaten
(1) gewickelten Kreuzspulen (6) zu vergleichen, bei Überschreitung eines Grenzwertes
der Abweichung der Dichte dieser Kreuzspule (6) von den Dichten der auf den anderen
Arbeitsstellen des Kreuzspulautomaten gewickelten Kreuzspulen (6) einen Dichte-Korrekturfaktor,
der sich aus dem jeweiligen Wert der Dichteabweichung dieser Kreuzspule (6) ergibt,
zu erstellen und an eine Fadenspannungs-Regeleinrichtung zum regulierenden Eingriff
auf Basis des Dichte-Korrekturfaktors zu übermitteln.