[0001] Die Erfindung betrifft eine, insbesondere als Dachbahn ausgebildete, photolumineszierende
Bitumenbahn.
[0002] Aus
WO 2012/150191 A2 ist ein recyclingfähiges bituminöses Dachbedeckungsmaterial bekannt, das durch eine
oder mehrere bituminöse Schichten gebildet wird und zudem mit einer Einlage und/oder
Verstärkung versehen ist.
[0003] DE 10 2007 048 177 beschreibt eine Dachabdeckung mit reflektorischer Beschichtung, die aus retroreflektierenden
Glaskugeln ausgebildet ist. Die Dachbahn, die insbesondere eine Bitumen- oder Polymerbitumendachbahn
ist, kann mit ihrer lichtabstrahlenden Beschichtung als Hitzeschutz bei starker Sonnenstrahlung
und zur Energieeinsparung bei der Klimatisierung von Räumen eingesetzt werden. Die
Dachabdeckung ist allerdings wegen der für die Beschichtung verwendeten Festkörperbestandteile
nicht recyclebar.
[0004] DE 20 2011 108 634 U1 offenbart eine Spielfeld-Markierung durch eine elektrische Beleuchtungsanordnung
wobei die elektrische Beleuchtungseinrichtung in einer linienförmigen Anordnung auf
der Bodenfläche angebracht ist. Die vorgestellte elektrische Beleuchtungseinrichtung
benötigt allerdings elektrischen Strom, um eine leuchtende Spielfeld-Markierung bereitzustellen.
[0005] Es ist wünschenswert, die Recyclingfähigkeit von bituminösem Schichtmaterial zu erhalten
und dennoch vergleichsweise einfach die Möglichkeit für eine leuchtende Markierung
auf einer Bitumenbahn zur Verfügung zu stellen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
eine entsprechende Bitumenbahn und ein Herstellungsverfahren anzugeben.
[0006] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine photolumineszierende Bitumenbahn des
Anspruchs 1 und ein Herstellungsverfahren des Anspruchs 17 gelöst.
[0007] Erfindungsgemäß wird eine photolumineszierende Bitumenbahn vorgeschlagen, die aus
einer oder mehreren bituminösen Schichten gebildet wird, wobei ein streubares und
photolumineszierendes Material auf einer äußeren bituminösen Schicht aufgetragen ist,
welches eine Schmelztemperatur aufweist, die über einer Verarbeitungstemperatur der
äußeren bituminösen Schicht und unterhalb einer Schmelztemperatur der einen oder mehreren
bituminösen Schichten liegt.
[0008] Ein Vorteil der Erfindung liegt in einer vergleichsweise einfach möglichen Bereitstellung
von leuchtenden Markierungen auf der Bitumenbahn mittels dem streubaren und photolumineszierenden
Material. Dies macht einen elektrischen Stromanschluss oder ein externes Bestrahlen
der Bitumenbahn überflüssig. Da das beispielsweise für Markierungen genutzte Material
streubar ist, ist eine einfache Herstellung der photolumineszierende Bitumenbahn denkbar,
wobei möglicherweise bisherige und bereits bekannte Prozessschritte zur Herstellung
einer Bitumenbahn unverändert beibehalten werden können. Folglich ist ein geringer
wirtschaftlicher Aufwand für die erfindungsgemäße Bereitstellung einer photolumineszierende
Bitumenbahn denkbar. Der Inhalt der internationalen Patentanmeldung
WO 2012/150191 A3 wird diesbezüglich durch Zitat in den Offenbarungsgehalt dieser Anmeldung aufgenommen.
Die beschriebenen Herstellungsverfahren für die als Dachbedeckungsmaterial ausgebildete
Bitumenbahn werden hiermit dieser Beschreibung hinzugefügt.
[0009] Weiterhin hat diese Nutzung von Bitumenbahnen den Vorteil, dass nach einer typischen
Nutzungsdauer von Bitumenbahnen, die im Bereich der Nutzung als Dachbedeckung bei
20 bis 30 Jahren liegt, eine Weiterverwendung des in der Bitumenbahn enthaltenen Bitumens
unter Einschmelzung und anschließender Neuformung möglich ist.
[0010] Dass das streubare und photolumineszierende Material eine Schmelztemperatur besitzt,
die über der Verarbeitungstemperatur der äußeren bituminösen Schicht liegt, hat den
Vorteil, dass somit ein Schmelzen dieses Materials in der Herstellung vermieden wird.
Solch ein Schmelzen würde, durch eine teilweise Überdeckung des streubaren und photolumineszierenden
Materials durch Bitumen, zu einer Verschlechterung einer Abstrahlhelligkeit der photolumineszierenden
Bitumenbahn führen.
[0011] Andererseits sieht die Erfindung vor, dass die Schmelztemperatur des streubaren und
photolumineszierenden Materials unterhalb der Schmelztemperatur der einen oder mehreren
bituminösen Schichten liegt. So wird sichergestellt, dass bei einem gewollten Einschmelzen
des Bitumens auch das darauf aufgetragene streubare und photolumineszierende Material
eingeschmolzen wird, was beispielsweise eine Recyclebarkeit der erfindungsgemäßen
photolumineszierenden Bitumenbahn sicherstellt.
[0012] Bevorzugte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche und geben im Einzelnen
vorteilhafte Möglichkeiten an, wie die oben erläuterte photolumineszierende und recyclebare
Bitumenbahn, insbesondere Dachbahn, im Rahmen der Aufgabenstellung sowie hinsichtlich
weiterer Vorteile zu realisieren bzw. auszugestalten ist.
[0013] In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung, ist die photolumineszierende Bitumenbahn
als Dachbahn ausgebildet oder bildet einen Teil einer Dachbahn. Dadurch, dass Dachbahnen
regelmäßig direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, hat diese bevorzugte Weiterbildung
den Vorteil, dass die für eine Leuchtfähigkeit von photolumineszierenden Material
notwendige vorherige Lichteinstrahlung regelmäßig vorliegt. Weiterhin kann das erfindungsgemäße
Auftragen von streubarem und photolumineszierendem Material als zusätzliche Beschichtung
einen Hitzeschutz bei starker Sonnenstrahlung bilden und zur Energieeinsparung bei
der Klimatisierung von Räumen dienen.
[0014] In einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist das streubare und photolumineszierende
Material als Polyethylen (PE)-Granulat ausgebildet. Die Verwendung eines Granulats
in dieser Weiterbildung hat den Vorteil, dass in dem Granulat enthaltene Partikel
robuster gegenüber äußeren Einflüssen sind, beispielsweise was eine Haftfestigkeit
an der bevorzugt als Dachbahn ausgebildeten Bitumenbahn betrifft, als feinkörnig ausgebildete
Materialien. Weiterhin kann die Verwendung eines PE-Granulats die Recyclefähigkeit
des streubaren und photolumineszierenden Materials erhöhen. PE ist für Recycling ein
nahezu idealer Kunststoff, denn während viele andere Kunststoffe durch thermische
Belastung im Rahmen des Recyclingvorgangs sehr stark abbauen, kann PE ohne wesentliche
Schädigungen recycelt werden. In einer Variante dieser Weiterbildung ist das PE-Granulat
aus PE-Kugeln gebildet.
[0015] In einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der photolumineszierenden Bitumenbahn
ist das PE-Granulat unter Beigabe von photolumineszenten Additiven, insbesondere von
photolumineszierenden Seltenen Erden, hergestellt. Diese Weiterbildung hat den Vorteil,
die die Verwendung von photolumineszierenden Seltenen Erden dazu führt, dass das PE-Granulat
nicht toxisch ist. In einer Variante dieser Weiterbildung werden PE-Partikeln photolumineszenten
Additiven aufgetragen, was schließlich zu dem PE-Granulat führt. In einer weiteren
Variante wird zur Herstellung des PE-Granulats ein PE-Masterbatch verwendet, in welchen
photolumineszente Additive, insbesondere photolumineszierende seltene Erden, beigefügt
werden.
[0016] In einer bevorzugten Weiterbildung ist die photolumineszierende Bitumenbahn zu mindestens
80 %, insbesondere zu über 90 % recyclebar. In einer Variante dieser Weiterbildung
ist die photolumineszierende Bitumenbahn zu 95 % recyclebar. Derart gute Weiterverarbeitungswerte
werden durch eine geeignete Wahl der Substanzen zur Herstellung der bituminösen Schichten
und des streubaren und photolumineszierenden Materials erreicht. Insbesondere die
Recyclingfähigkeit von Bitumen und von PE führt zu einem hohen Anteil an recyclbaren
Produkten in der photolumineszierenden Bitumenbahn. Dies ist dadurch besonders vorteilhaft,
dass ein Verbrennen der Bitumenbahn sehr umweltschädlich ist und zu einem hohen CO
2-Ausstoß führt.
[0017] In einer Weiterbildung der Erfindung, weist die, insbesondere als Dachbahn ausgebildete
photolumineszierende Bitumenbahn mindestens eine Einlage und/oder Verstärkung auf,
welche aus in einer bituminösen Schicht eingebetteten Fasern oder Drähten, oder aus
einer oder mehrerer Arten der Kunststoffe Polypropylen, Polyamid, Poylethen, Polyethylen,
Polyvinylchlorid, Polyacrylnitril, Ethylenvinylazetat gebildet wird. Diese Weiterbildung
hat den Vorteil, dass eine Formbeständigkeit der photolumineszierenden Bitumenbahn
unterstützt werden kann. In einer Variante dieser Weiterbildung besteht die Einlage
und/oder Verstärkung nahezu ausschließlich aus einem Material mit einer Schmelztemperatur,
die zwischen 50°C und 220°C liegt, genauer gesagt zwischen 100°C und 200°C. Dies hat
den Vorteil, dass die Einlage und/oder Verstärkung bei einem Einschmelzen der Bitumenbahn
mit eingeschmolzen wird, was eine Recyclebarkeit der photolumineszierenden Bitumenbahn
sicherstellt. In einer weiteren Variante dieser Weiterbildung, weist die photolumineszierende
Bitumenbahn als Einlage ein Polyestervlies mit einem Schmelzpunkt bei etwa 250°C auf.
[0018] Eine Wahl der Einlage oder Verstärkung, oder des photolumineszierenden Materials
ist auch von dem für die Bitumenbahn genutzten Bitumen abhängig. So ist die Temperatur,
bei der das Bitumen flüssig wird (also die Verarbeitungstemperatur), von der Art des
Bitumens abhängig. Wenn dem Bitumen Füllstoff und Modifikator hinzugefügt und das
Bitumen modifiziert wird, entsteht eine bituminöse Masse, also ein Bitumencompound,
das eine hohe Viskosität aufweist. Bei einer solchen Art modifizierten Bitumens und
somit einem Bitumencompound mit zahlreichen Zufügungen (Füllstoffen, Modifikator)
ist es erforderlich - um letztendlich dem Bitumencompound eine flüssige Form zu verleihen
- die Verarbeitungstemperatur höher zu halten, beispielsweise auf 200°C. Wenn nur
wenige Zufügungen vorhanden sind, kann das Bitumencompound bereits bei einer niedrigeren
Temperatur flüssig sein, etwa bei 100°C. Die Verarbeitungstemperatur der entsprechenden
Bitumensorte beträgt somit 100°C. Zumeist verfügt das bituminöse Beschichtungsbad
über eine Verarbeitungstemperatur von etwa 180°C.
[0019] In einer Weiterbildung der Erfindung weist die äußere bituminöse Schicht eine Erweichungstemperatur
zwischen 40°C und 150°C auf.
[0020] In einer Weiterbildung der Erfindung sind die eine oder die mehrere bituminösen Schichten
aus einem Destillationsbitumen der Sorte B70/100 oder B160/200 gebildet, das mit einem
Polyethylenwachs verschnitten ist. Dies wirkt sich vorteilhaft auf die Schmelztemperatur
aus.
[0021] In einer weiteren Weiterbildung sind die eine oder die mehreren bituminösen Schichten
aus einem Destillationsbitumen gebildet, mit einem linear aufgebautem Styrol-Butadien-Styrol
(SBS)-Anteil mit einem Verhältnis von mehr als 1:4 von linear aufgebautem zu radial
aufgebautem SBS-Anteil. In einer Weiterbildung sind die eine oder die mehreren bituminösen
Schichten aus einem Destillationsbitumen mit einem SBS-Anteil zwischen 7 % und 13,5
% gebildet.
[0022] In einer weiteren Weiterbildung der Erfindung hat die photolumineszierende Bitumenbahn
eine Bahnstärke zwischen 1 mm und 10 mm. In einer bevorzugten Variante dieser Weiterbildung
hat die photolumineszierende Bitumenbahn eine Bahnstärke von 4 mm. Eine geringe Bahnstärke
kann eine Verarbeitung der photolumineszierenden Bitumenbahn, beispielsweise durch
Zuschneiden, vereinfachen.
[0023] In einer bevorzugten Weiterbildung der photolumineszierenden Bitumenbahn bildet eine
Anordnung des streubaren und photolumineszierenden Materials auf der äußeren bituminösen
Schicht eine strukturierte Markierung der, insbesondere als Dachbahn ausgebildeten,
photolumineszierenden Bitumenbahn. Eine solche strukturierte Markierung ist in einer
Variante dieser Weiterbildung ein durch Linien und/oder Punkte gebildetes Muster.
In einer weiteren Variante ist die strukturierte Markierung ein Schriftzug, der zu
Werbe- und/oder Informationszwecken genutzt werden kann. Ein Vorteil der aus dem streubaren
und photolumineszierenden Material gebildeten strukturierten Markierung dieser Weiterbildung
ist, dass sie auch nachts, bei schlechten Lichtverhältnissen oder abends gut lesbar
und auffällig sind.
[0024] In einer weiteren bevorzugten Weiterbildung der Erfindung, bildet das streubare und
photolumineszierende Material ein Additiv für ein streubares und nichtphotolumineszierendes
Grundmaterial, wobei das streubare und photolumineszierende Material zusammen mit
dem Grundmaterial auf die äußere bituminöse Schicht aufgetragen ist. In dieser Weiterbildung
ist vorteilhaft, dass die photolumineszierende Bitumenbahn weiterhin Licht abstrahlt,
aber die Verwendung von günstigem Grundmaterial zu einer günstigeren photolumineszierenden
Gesamtbeschichtung der Bitumenbahn führt. In einer Variante dieser Weiterbildung wird
über ein Verhältnis von streubarem und photolumineszierendem Material zu Grundmaterial
eine Helligkeit der photolumineszierenden Bitumenbahn vor einem Auftragen der Gesamtbeschichtung
voreingestellt. So kann eine bestimmte und gewollte Helligkeit voreingestellt werden,
oder die Helligkeit der photolumineszierenden Bitumenbahn bewusst abhängig von einer
lateralen Position auf der Fläche verändert werden.
[0025] In einer Weiterbildung der Erfindung sind ein erstes, insbesondere als PE-Granulat
ausgebildetes, streubares und photolumineszierendes Material und ein zweites, insbesondere
als PE-Granulat ausgebildetes, streubares und photolumineszierendes Material auf die
äußere bituminöse Schicht aufgetragen, wobei das erste Material eine erste Schmelztemperatur
und das zweite Material eine zweite Schmelztemperatur aufweisen, die jeweils über
einer Verarbeitungstemperatur der äußeren bituminösen Schicht und unterhalb einer
Schmelztemperatur der einen oder mehreren bituminösen Schichten liegen. Die Verwendung
verschiedener Materialen in dieser Weiterbildung kann eine Erkennbarkeit der photolumineszierenden
Bitumenbahn verbessern. In einer ersten Variante dieser Weiterbildung weist das erste
Material eine erste Farbe und das zweite Material eine zweite Farbe auf, wobei die
erste Farbe verschieden von der zweiten Farbe ist. Durch die Verwendung verschiedener
Farben kann ein Kontrast einer durch die beiden Materialien gebildeten strukturierten
Markierung vergrößert werden. In einer zweiten Variante dieser Weiterbildung weist
das erste Material eine erste Photolumineszensdauer und das zweite Material eine zweite
Photolumineszensdauer auf, wobei die erste Photolumineszensdauer verschieden von der
zweiten Photolumineszensdauer ist. In dieser zweiten Variante der Weiterbildung kann
eine durch die beiden Materialien gebildete strukturierte Markierung sich abhängig
von der Zeit verändern. So kann am Abend eine erste strukturierte Markierung auf der
photolumineszierenden Bitumenbahn zu erkennen sein und einige Zeit später eine zweite
strukturierte Markierung. Die zweite strukturierte Markierung entsteht dabei aus der
ersten strukturierten Markierung dadurch, dass beispielsweise die erste Photolumineszensdauer
des ersten Materials überschritten ist, so dass nur noch die von dem zweiten Material
gebildete zweite strukturierte Markierung aufgrund von abgestrahltem Licht erkennbar
ist.
[0026] In einer bevorzugten Weiterbildung wird die photolumineszierende Bitumenbahn dadurch
hergestellt, dass das, insbesondere als PE-Granulat ausgebildete, streubare und photolumineszierende
Material auf heißflüssiges Bitumen gestreut wird und, unter teilweisem Einsinken in
das heißflüssige Bitumen, an dem heißflüssigen Bitumen haftet. Wie in
WO 2012/150191 A2 genauer erläutert, wird heißflüssiges Bitumen für die Herstellung von Bitumenbahnen
verwendet. Diese Weiterbildung ist dadurch vorteilhaft, dass bisherige und bereits
bekannte Prozessschritte zur Herstellung von Bitumenbahnen unverändert beibehalten
werden könnten. Als zusätzlicher Prozessschritt kann nur das streubare und photolumineszierende
Material auf das bei der Herstellung von Bitumenbahnen regelmäßig vorliegende heißflüssige
Bitumen gestreut werden. Folglich ist ein geringer wirtschaftlicher Aufwand für die
erfindungsgemäße Bereitstellung einer photolumineszierenden Bitumenbahn im Rahmen
dieser Weiterbildung denkbar.
[0027] Diese und andere bevorzugte Weiterbildungen und Ausführungsformen der Erfindung sind
Gegenstand der Unteransprüche und Zeichnungen und präzisieren photolumineszierende
Bitumenbahnen hinsichtlich besonders vorteilhafter Ausbildungen, vorzugsweise für
eine Verwendung der photolumineszierenden Bitumenbahn als Dachbahn oder als einen
Teil einer Dachbahn. Wie im Rahmen der Erfindung erläutert ist das Konzept der Erfindung
jedoch nicht beschränkt auf die Weiterbildung in Bezug auf die Verwendung der photolumineszierenden
Bitumenbahn als Dachbahn oder als einen Teil einer Dachbahn.
[0028] Insbesondere solche Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend anhand der
Zeichnung beschrieben. Diese soll die Ausführungsbeispiele nicht notwendigerweise
maßstäblich darstellen, vielmehr ist die Zeichnung, wo zur Erläuterung dienlich, in
schematisierter und/oder leicht verzerrter Form ausgeführt. Im Hinblick auf Ergänzungen
der aus der Zeichnung unmittelbar erkennbaren Lehren wird auf den einschlägigen Stand
der Technik verwiesen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass vielfältige Modifikationen
und
[0029] Änderungen betreffend die Form und das Detail einer Ausführungsform vorgenommen werden
können, ohne von der allgemeinen Idee der Erfindung abzuweichen. Die in der Beschreibung,
in den Figuren der Zeichnung sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung
können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Weiterbildung der
Erfindung wesentlich sein. Zudem fallen in den Rahmen der Erfindung alle Kombinationen
aus zumindest zwei der in der Beschreibung, den Figuren und/oder den Ansprüchen offenbarten
Merkmale. Die allgemeine Idee der Erfindung ist nicht beschränkt auf die exakte Form
oder das Detail der im Folgenden dargestellten und beschriebenen bevorzugten Ausführungsform
oder beschränkt auf einen Gegenstand, der eingeschränkt wäre im Vergleich zu dem in
den Ansprüchen beanspruchten Gegenstand. Bei angegebenen Bemessungsbereichen sollen
auch innerhalb der genannten Grenzen liegende Werte als Grenzwerte offenbart und beliebig
einsetzbar und beanspruchbar sein. Identische oder ähnliche Teile oder Teile identischer
oder ähnlicher Funktion sind, dort wo sinnvoll, der Einfachheit halber mit einem gleichen
Bezugszeichen versehen.
[0030] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen sowie anhand der folgenden Zeichnung.
Im Einzelnen zeigt die Zeichnung in:
FIG.1 eine Schnittdarstellung einer ersten Ausführungsform einer als Dachbahn ausgebildeten
photolumineszierenden Bitumenbahn;
FIG.2 eine Schnittdarstellung einer zweiten Ausführungsform einer als Dachbahn ausgebildeten
photolumineszierenden Bitumenbahn;
FIG.3 eine schematische Darstellung eines Herstellungsprozesses einer als Dachbahn
ausgebildeten photolumineszierenden Bitumenbahn gemäß einer dritten Ausführungsform
der Erfindung.
FIG.1 zeigt eine Schnittdarstellung einer ersten Ausführungsform einer als Dachbahn
ausgebildeten photolumineszierenden Bitumenbahn 100.
[0031] Die photolumineszierende Bitumenbahn wird aus einer bituminösen Schicht 110 gebildet,
wobei ein als PE-Granulat ausgebildetes streubares und photolumineszierendes Material
120 auf einer äußeren bituminösen Schicht 130 aufgetragen ist. Weiterhin bildet die
durch die Linien 142, 144, 146, 148 ausgebildete Anordnung des streubaren und photolumineszierenden
Materials 120 auf der äußeren bituminösen Schicht 130 eine strukturierte Markierung
150.
[0032] Die in FIG. 1 veranschaulichte Ausführungsform der photolumineszierenden Bitumenbahn
100 ist zu 95 % recyclebar und hat eine Bahnstärke von 4 mm.
[0033] Das streubare und photolumineszierende Material 120 weist eine Schmelztemperatur
auf, die über einer Verarbeitungstemperatur der äußeren bituminösen Schicht 130 und
unterhalb einer Schmelztemperatur der einen oder mehreren bituminösen Schichten liegt.
[0034] FIG. 2 zeigt eine Schnittdarstellung einer zweiten Ausführungsform einer als Dachbahn
ausgebildeten photolumineszierenden Bitumenbahn 200. Diese zweite Ausführungsform
ist ähnlich zu der in FIG. 1 dargestellten ersten Ausführungsform der Bitumenbahn
100.
[0035] Im Vergleich zu der ersten Ausführungsform weist die in FIG. 2 gezeigte photolumineszierende
Bitumenbahn 200 eine fünfte Linie 249 und somit eine andere durch die Linien 242,
244, 246, 248, 249 gebildete strukturierte Markierung auf. Außerdem hat die photolumineszierende
Bitumenbahn 200 eine von einem Draht 260 gebildete Stützschicht 270. Weiterhin sind
ein erstes als PE-Granulat ausgebildetes streubares und photolumineszierendes Material
220 und ein zweites als PE-Granulat ausgebildetes streubares und photolumineszierendes
Material 225 auf die äußere bituminöse Schicht 230 aufgetragen. Dabei weist das erste
Material 220 eine erste Farbe und das zweite Material 225 eine zweite Farbe auf, wobei
die erste Farbe verschieden von der zweiten Farbe ist. Weiterhin weist das erste Material
220 eine erste Photolumineszensdauer und das zweite Material 225 eine zweite Photolumineszensdauer
auf, wobei die erste Photolumineszensdauer verschieden von der zweiten Photolumineszensdauer
ist. Wie in FIG. 2 weiterhin erkennbar, ist eine erste mittlere Körnergröße des ersten
Materials 220 größer, als eine zweite mittlere Körnergröße des zweiten Materials 225.
[0036] FIG.3 zeigt eine schematische Darstellung eines Herstellungsprozesses einer als Dachbahn
ausgebildeten photolumineszierende Bitumenbahn 300 gemäß einer dritten Ausführungsform
der Erfindung.
[0037] Die photolumineszierende Bitumenbahn 300 wird im Rahmen des dargestellten Herstellungsprozesses
dadurch hergestellt, dass das, als PE-Granulat ausgebildete streubare und photolumineszierende
Material 310 auf heißflüssiges Bitumen 320 gestreut wird und, unter teilweisem Einsinken
in das heißflüssige Bitumen 320, an dem heißflüssigen Bitumen 320 haftet.
[0038] Weiterhin in FIG. 3 gezeigt sind eine erste und eine zweite Kalibrierrolle 332, 334,
ein Stützband 340, auf dem sich das heißflüssige Bitumen 320 befindet, und eine Materialzufuhr
350, die das streubare und photolumineszierende Material 310 auf das heißflüssige
Bitumen 320 streut.
[0039] Eine Beschreibung der Bereitstellung des heißflüssigen Bitumens 320 auf dem Stützband
340 kann beispielsweise aus
WO 2012/150191 A2 entnommen werden.
1. Photolumineszierende Bitumenbahn, die aus einer oder mehreren bituminösen Schichten
gebildet wird, wobei ein streubares und photolumineszierendes Material auf einer äußeren
bituminösen Schicht aufgetragen ist, welches eine Schmelztemperatur aufweist, die
über einer Verarbeitungstemperatur der äußeren bituminösen Schicht und unterhalb einer
Schmelztemperatur der einen oder mehreren bituminösen Schichten liegt.
2. Photolumineszierende Bitumenbahn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bitumenbahn als Dachbahn ausgebildet ist oder einen Teil einer Dachbahn bildet.
3. Photolumineszierende Bitumenbahn nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das streubare und photolumineszierende Material ein PE-Granulat ist.
4. Photolumineszierende Bitumenbahn nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das PE-Granulat unter Beigabe von photolumineszenten Additiven hergestellt ist.
5. Photolumineszierende Bitumenbahn nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das PE-Granulat unter Beigabe von photolumineszierenden Seltenen Erden hergestellt
ist.
6. Photolumineszierende Bitumenbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die photolumineszierende Bitumenbahn zu mindestens 80 %, insbesondere zu über 90
%, recyclebar ist.
7. Photolumineszierende Bitumenbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die photolumineszierende Bitumenbahn mindestens eine Einlage und/oder Verstärkung
aufweist, welche aus in einer bituminösen Schicht eingebetteten Fasern oder Drähten,
oder aus einer oder mehrerer Arten von Kunststoffen gebildet wird.
8. Photolumineszierende Bitumenbahn nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffe einen oder mehrere Kunststoffe aufweisen, ausgewählt aus:
Polypropylen, Polyamid, Poylethen, Polyethylen, Polyvinylchlorid, Polyacrylnitril,
Ethylenvinylazetat.
9. Photolumineszierende Bitumenbahn nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Einlage und/oder Verstärkung ausschließlich aus einem Material mit einer Schmelztemperatur
zwischen 50°C und 220°C besteht.
10. Photolumineszierende Bitumenbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Bitumenbahn eine Bahnstärke zwischen 1 mm und 10 mm, insbesondere zwischen 4
mm und 8 mm, aufweist.
11. Photolumineszierende Bitumenbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anordnung des streubaren und photolumineszierenden Materials auf der äußeren
bituminösen Schicht eine strukturierte Markierung der photolumineszierenden Bitumenbahn
bildet.
12. Photolumineszierende Bitumenbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das streubare und photolumineszierende Material ein Additiv für ein streubares und
nicht-photolumineszierendes Grundmaterial bildet, wobei das streubare und photolumineszierende
Material zusammen mit dem Grundmaterial auf die äußere bituminöse Schicht aufgetragen
ist.
13. Photolumineszierende Bitumenbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein erstes, insbesondere als PE-Granulat ausgebildetes, streubares und photolumineszierendes
Material und ein zweites, insbesondere als PE-Granulat ausgebildetes, streubares und
photolumineszierendes Material auf die äußere bituminöse Schicht aufgetragen sind,
wobei das erste Material eine erste Schmelztempertur und das zweite Material eine
zweite Schmelztemperatur aufweisen, die jeweils über einer Verarbeitungstemperatur
der äußeren bituminösen Schicht und unterhalb einer Schmelztemperatur der einen oder
mehreren bituminösen Schichten liegen.
14. Photolumineszierende Bitumenbahn nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Material eine erste Farbe und das zweite Material eine zweite Farbe aufweist,
wobei die erste Farbe verschieden von der zweiten Farbe ist.
15. Photolumineszierende Bitumenbahn nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Material eine erste Photolumineszensdauer und das zweite Material eine
zweite Photolumineszensdauer aufweist, wobei die erste Photolumineszensdauer verschieden
von der zweiten Photolumineszensdauer ist.
16. Photolumineszierende Bitumenbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das, insbesondere als PE-Granulat ausgebildete, streubare und photolumineszierende
Material unter teilweisem Einsinken in das Bitumen, an dem Bitumen haftet.
17. Verfahren zur Herstellung einer photolumineszierenden Bitumenbahn, die aus einer oder
mehreren bituminösen Schichten gebildet wird, wobei ein streubares und photolumineszierendes
Material auf einer äußeren bituminösen Schicht aufgetragen ist, welches eine Schmelztemperatur
aufweist, die über einer Verarbeitungstemperatur der äußeren bituminösen Schicht und
unterhalb einer Schmelztemperatur der einen oder mehreren bituminösen Schichten liegt,
insbesondere Verfahren zur Herstellung einer Bitumenbahn nach einem der Ansprüche
1 bis 16.
18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das, insbesondere als PE-Granulat ausgebildete, streubare und photolumineszierende
Material auf heißflüssiges Bitumen gestreut ist.