[0001] Die Erfindung betrifft eine Stoßschutzeinrichtung für einen Verschluss bzw. einen
Wasserverschlusskörper einer Wasserstraße, beispielsweise für ein Schleusentor oder
für ein Trogabschlusstor, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Wasserverschlusskörper, insbesondere Schleusentore oder Trogabschlusstore von Schiffshebewerken,
müssen gegenüber einem etwaigen Anstoß von Schiffen geschützt werden, um die Torkonstruktion
vor Beschädigungen durch zu schnell anfahrende Schiffe zu schützen, da die dabei anfallenden
Stoßenergien aufgrund der vergleichsweise sehr hohen Massen von Verkehrs- oder Frachtschiffen
erheblich sind.
[0003] Die Folgen derartiger Kollisionen können sehr nachteilig für den Verkehrsablauf auf
einer entsprechenden Wasserstraße sein, da bei Beschädigung eines Schleusentores die
betroffene Schleusenkammer bis zur Reparatur des Tors stillgelegt werden muss. Ist
in einem solchen Fall keine parallel verlaufende Schleusenstrecke vorhanden, so kommt
für die Dauer der Reparatur der gesamte Durchgangsverkehr auf der Wasserstraße zum
Erliegen.
[0004] Dementsprechend erfolgt die Sicherung von Schleusentoren üblicherweise dadurch, dass
entweder vor dem Schleusentor bewegliche Balken oder Seile angeordnet werden, die
sich gegen an Land installierte Widerlager abstützen und mit dem Tor nicht in Verbindung
stehen, oder es werden am Tor selbst Prallbalken oder dergleichen befestigt.
[0005] Die erstgenannte, an Land verankerte Variante hat - sofern seilbasiert - insbesondere
den Nachteil, dass bei geöffnetem Tor das Seil entweder aus dem Wasser herausgehoben,
in die Sohle versenkt, oder aufgetrennt werden muss. Auch sind an Land installierte
Systeme generell nur bis zu einer gewissen Schleusenbreite sinnvoll, da ansonsten
die Einrichtungen zum Verfahren der Stoßschutzeinrichtung zwischen der geschlossenen
Aktivstellung und der offenen Durchlassstellung zu groß und zu anfällig werden.
[0006] Die zweitgenannte, direkt am Schleusentor installierte Variante weist insbesondere
den Nachteil auf, dass die Tornischen, in die der Verschlusskörper bzw. das Schleusentor
zur Öffnung der Schleuse bewegt bzw. versenkt werden muss, um die Breite der entsprechend
weit vorstehenden Stoßschutzeinrichtung tiefer sein müssen.
[0008] Laut des vorgenannten Standardwerks zum Binnenverkehrswasserbau sind derartige bewegliche,
insbesondere hydraulisch am Tor abgestützte Schutzkonstruktionen jedoch zur Aufnahme
der Stoßenergie bei verbreiteten Schiffsgrößenklassen (beispielsweise Europaschiff
oder Großmotorschiff) ungeeignet, da "die Übertragung des überwiegenden Anteiles der
Schiffsstoßkraft auf die Torkonstruktion wegen des kurzen Bremsweges zu unzulässig
großen Kraftwirkungen führt", weswegen "die Anwendung von derartigen Schutzeinrichtungen
auf Schleusen an Wasserstraßen mit kleineren Schiffsgrößen beschränkt" bleibe, und
weswegen "man heute dazu übergegangen [sei], die Stoßschutzanlagen vom Tor zu trennen
und als unabhängige Konstruktionen vor dem jeweiligen Schleusen- bzw. Trogtor anzuordnen".
[0009] Diese letztgenannte Konstruktion weist jedoch wiederum die vorstehend beschriebene
Nachteile und Einschränkungen auf, insbesondere hinsichtlich des konstruktiven Aufwands
sowie hinsichtlich der Begrenzung der damit maximal möglichen Schleusenbreiten.
[0010] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es somit Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
eine Stoßschutzeinrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, die am Schleusentor
selbst angeordnet werden kann, dabei jedoch nicht die vorstehend genannten Nachteile
bzw. Beschränkungen aufweist, insbesondere weder bezüglich der maximalen Größe der
Energieabsorption, noch bezüglich der Notwendigkeit zur (erheblichen) Vergrößerung
der Tornischen.
[0011] Die Stoßschutzeinrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung ist demnach vorgesehen
zum Einsatz an einem Verschluss bzw. an einer Schleuse einer Wasserstraße, wobei die
Schleuse zumindest ein zwischen einer Offenstellung und einer Schließstellung hin
und her bewegbares Torelement aufweist. Die Stoßschutzeinrichtung umfasst in zunächst
bekannter Weise zumindest ein mittels einer beweglichen Verbindungseinrichtung mit
dem Torelement verbundenes, und gegenüber dem Torelement mittels zumindest eines Antriebselements
relativbewegliches Stoßschutzelement, sowie zumindest ein Energieaufnahmeelement zur
Aufnahme bzw. Umwandlung der im Fall eines Schiffsstoßes wegzuführenden kinetischen
Energie.
[0012] Erfindungsgemäß ist die Verbindungseinrichtung zwischen dem Stoßschutzelement und
dem Torelement als Treibstangengetriebe- bzw. Koppelgetriebeanordnung ausgebildet,
wobei das Stoßschutzelement durch die Koppelgetriebeanordnung zwischen einer torelementfernen
Aktivstellung und einer torelementnahen Aktivstellung hin und her verfahrbar ist.
Dabei bildet zumindest ein Energieaufnahmeelement der Stoßschutzeinrichtung gleichzeitig
eines der Getriebeelemente der Koppelgetriebeanordnung.
[0013] Durch die Ausbildung der beweglichen Verbindungseinrichtung zwischen dem Stoßschutzelement
und dem Torelement als Koppelgetriebeanordnung, bei der das zumindest eine Energieaufnahmeelement
gleichzeitig ein Getriebeelement der Koppelgetriebeanordnung bildet, wird es zunächst
einmal möglich, den zur Verfügung stehenden Bremsweg, also den möglichen energieaufnehmenden
Verfahrweg des Stoßschutzelements im Fall eines Schiffsstoßes, maßgeblich zu vergrößern
(bis in den Größenordnungsbereich von beispielsweise Metern), insbesondere ohne dass
das zumindest eine Energieaufnahmeelement im selben Maße vergrößert werden muss.
[0014] Mit anderen Worten können beispielsweise relativ kurze (und damit hinsichtlich Belastbarkeit
und Knicksicherheit vorteilhafte) Hydraulik- oder Dämpferzylinder als Energieaufnahmeelement
eingesetzt werden, während das Stoßschutzelement im Falle eines Schiffsstoßes dennoch
den gewünschten, wesentlich vergrößerten Bremsweg, und damit die erforderliche hohe
Energieaufnahme (ohne Überschreitung der vom Tor ableitbaren Kräfte) zur Verfügung
stellen kann.
[0015] Aufgrund der somit durch das Koppelgetriebe ermöglichten Multiplikation des Verfahrwegs
des Energieaufnahmeelements können damit bei konstanter und relativ niedriger Krafteinwirkung
auf das Tor wesentlich größere Stoßenergien abgeführt werden, als dies beim eingangs
diskutierten Stand der Technik möglich ist.
[0016] Gleichzeitig kann das Stoßschutzelement dank der Erfindung vor dem Öffnen der Schleuse
besonders platzsparend an das Torelement herangefahren werden, indem die Koppelgetriebeanordnung,
einschließlich des zumindest einen Energieaufnahmeelements, welches gemäß der Erfindung
Teil der Koppelgetriebeanordnung ist, aus der torelementfernen Aktivstellung in die
torelementnahe Passivstellung verfahren wird.
[0017] Dank der als Koppelgetriebeanordnung ausgebildeten Verbindung zwischen dem Stoßschutzelement
und dem Torelement, wobei die Koppelgetriebeanordnung gleichzeitig auch das zumindest
eine Energieaufnahmeelement umfasst, kann dabei der zur Energieaufnahme zur Verfügung
stehende Verfahrweg der Stoßschutzeinrichtung insbesondere auch erheblich größer sein
als die Summe der Dicken des Torelements und des Stoßschutzelements, und ggf. ebenso
erheblich größer als die Länge der beispielsweise als Energieaufnahmeelement eingesetzten
Hydraulik- oder Dämpferzylinder.
[0018] Gleichzeitig bleibt die Stoßschutzeinrichtung dank der Erfindung mechanisch einfach
und besitzt damit die im alltäglichen Schleusenbetrieb unerlässliche Robustheit.
[0019] Insgesamt wird dank dieser Vorteile die Installation der Stoßschutzeinrichtung gemäß
der Erfindung an verschiedensten Schleusentoren unterschiedlichster Größenordnung
wirtschaftlich und rückt damit für den jeweiligen Betreiber in den Bereich des Interesses.
[0020] Nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist das Stoßschutzelement
als biegesteifes, im Wesentlichen tafelförmig flächiges Plattenelement, sei es als
flächige Konstruktion oder als Gitterkonstruktion, ausgebildet. Dies ermöglicht den
Schiffsstoß sowohl an verschiedenen Positionen am Tor, wie er aufgrund der unterschiedlichen
Bugformen (Spitzbug, Wulstbug, Flachbug...) und Stoßpositionen (mittig, seitlich,
höher oder tiefer schwimmend) von Schiffen in Schleusen vorkommen kann. Auf diese
Weise lässt sich ein flächiger Schutz beispielsweise des gesamten Schleusentors, oder
aber bedarfsweise auch nur von Tor-Teilflächen erreichen.
[0021] Der Antrieb der Stoßschutzeinrichtung kann auf grundsätzlich beliebige Weise erfolgen,
beispielsweise auch mittels elektrischer oder pneumatischer Vorrichtungen und Antriebselemente.
Vorzugsweise jedoch ist zumindest ein Antriebselement der Stoßschutzeinrichtung als
hydraulischer Antrieb ausgebildet, mit dem sich die Stoßschutzeinrichtung somit auf
robuste und zuverlässige Weise zwischen der torelementfernen Aktivstellung und der
torelementnahen Passivstellung hin und her verfahren lässt.
[0022] Die Energieaufnahmeelemente der Stoßschutzeinrichtung können gemäß weiterer Ausführungsformen
der Erfindung entweder durch die Antriebselemente selbst gebildet sein, oder aber
als von den Antriebselementen separate Komponenten vorliegen. Auch eine Kombination
dieser beiden Ausführungsformen ist möglich, also die Ausbildung nur einer Teilmenge
der Antriebselemente gleichzeitig als Energieaufnahmeelemente, oder umgekehrt die
Ausbildung nur einer Teilmenge der Energieaufnahmeelemente gleichzeitig als Antriebselemente.
[0023] In den meisten Fällen ist es hinsichtlich der technischen Komplexität und des Platzbedarfs
vorteilhaft, wenn die - vorzugsweise ölhydraulischen - Antriebe des Stoßschutzelements
gleichzeitig die Energieaufnahmeelemente bilden, und somit sowohl für den Verfahrantrieb
des Stoßschutzelements zwischen der torelementfernen Aktivstellung und der torelementnahen
Passivstellung, als auch zur Aufnahme der Stoßenergie im Fall eines Schiffanpralls
zuständig sind.
[0024] Zur Umwandlung und Ableitung der Stoßenergie bei einem Anprall eines Schiffes an
die Stoßschutzeinrichtung ist nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung
vorgesehen, dass zumindest ein Energieaufnahmeelement, vorzugsweise alle Energieaufnahmeelemente,
als ölhydraulische Elemente ausgebildet sind. Bei dieser Ausführungsform sind die
ölhydraulischen Energieaufnahmeelemente zudem mit zumindest jeweils einer bei einer
Nennlast öffnenden Drosseleinrichtung verbunden, über welche die aufgenommene Energie
abgeleitet und per Drosselung des hydraulischen Ölstroms in Wärme umgewandelt wird.
[0025] Die Drosseleinrichtung kann dabei insbesondere so ausgebildet bzw. beschaltet sein,
dass bei einer vorherbestimmten Last ein Überdruckventil auslöst, wonach das im Antriebselement
bzw. Energieaufnahmeelement enthaltene, aufgrund des Schiffanpralls unter hohem Druck
stehende Hydrauliköl über eine hydraulische Drossel unter Druckabfall und gleichzeitigem
Temperaturanstieg in einen Speicher abgelassen wird.
[0026] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist zumindest ein
Energieaufnahmeelement als Dämpfer mit viskoelastischem Fluid, insbesondere als sog.
Jarret-Dämpfer ausgebildet.
[0027] Dämpfer mit viskoelastischem Fluid arbeiten mittels hydrostatischer Kompression einer
viskoelastischen Dämpferfüllung und werden gemeinhin, insbesondere an Bauwerken, zur
Aufnahme extrem hoher Kräfte bzw. Energien bei gleichzeitig verhältnismäßig kleinen
spezifischen Abmessungen bzw. Dämpfermassen eingesetzt.
[0028] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann eines bzw. können mehrere
oder alle Energieaufnahmeelemente auch als Reibungsenergiewandler ausgebildet sein.
Reibungsenergiewandler sind kostengünstig und robust, können insbesondere auch in
rotatorischer Bauweise vorliegen, und beispielsweise an einigen oder allen Gelenkstellen
der Koppelgetriebeanordnung der Stoßschutzeinrichtung angeordnet werden.
[0029] Nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung kann zumindest ein Antriebselement
der Stoßschutzeinrichtung als Elektrohubzylinder ausgebildet sein. Elektrohubzylinder
benötigen keine separaten Hydraulikeinrichtungen und eignen sich insbesondere für
schnelle und präzise Verfahrbewegungen. Auch eine Kombination von Elektrohubzylindern
und anderen Antriebselementen, insbesondere Hydraulikzylindern, ist möglich.
[0030] Eine weitere vorteilhafte Gestaltung der Erfindung ergibt sich, wenn das Stoßschutzelement
als biegesteifes Balkenraster, beispielsweise in Form eines Gitters aus Stahlträgern,
ausgebildet ist. Auf diese Weise lassen sich insgesamt flächige Stoßschutzelemente
mit vergleichsweise geringer Masse realisieren, die einen etwaigen Schiffsstoß an
den verschiedensten Stellen am Schleusentor sowie mit unterschiedlichen Bugformen
und Beladungszuständen ermöglichen. Ein derart gitterförmig ausgebildetes Stoßschutzelement
erlaubt zudem dem Schiffsführer weitgehend freie Sicht auf die dahinterliegende, tatsächliche
Oberfläche des Schleusentors und erleichtert somit die genaue Navigation bei der Schleuseneinfahrt.
[0031] Gemäß einer alternativen Ausführungsform der Erfindung kann das Stoßschutzelement
auch als sog. orthotrope Platte ausgebildet sein, mit anderen Worten als im wesentlichen
geschlossene Platte, die in zwei rechtwinklig aufeinander stehenden Richtungen ein
anisotropes, also richtungsabhängiges Biegeverhalten (welches vorzugsweise an die
beim Stoß üblicherweise auftretenden Belastungen angepasst ist) aufweist. Hierbei
kann das als orthotrope Platte ausgebildete Stoßschutzelement ferner auch eine Mehrzahl
von Durchbrüchen aufweisen, beispielsweise um bei Verfahrbewegungen geringere Wasser-Strömungswiderstände
zu induzieren.
[0032] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht ferner vor, dass die
Koppelgetriebeanordnung eine über die Fläche des Stoßschutzelements verteilte Mehrzahl
an Koppelgetrieben umfasst. Durch eine vorzugsweise rasterartige Anordnung und Verteilung
der einzelnen Koppelgetriebe (sowie der den einzelnen Koppelgetrieben ggf. jeweils
zugeordneten Energieaufnahmeelemente) über vorzugsweise die gesamte Fläche des Stoßschutzelements
lässt sich die Energieaufnahmefähigkeit der Stoßschutzeinrichtung maximieren, wobei
die einzelnen Koppelgetriebe und Energieaufnahmeelemente aufgrund deren Mehrzahl bzw.
Vielzahl gleichzeitig relativ leicht, und somit platzsparend und kostengünstig ausgebildet
werden können.
[0033] Die Erfindung wird prinzipiell unabhängig davon verwirklicht, welche Arten von Koppelgetrieben
für die Koppelgetriebeanordnung herangezogen werden. So ist beispielsweise der Einsatz
von Kurbelschleifen oder Kurbelschwingen, mehrgliedrigen Koppelgetrieben oder Schubkurbeln
für die Koppelgetriebeanordnung denkbar, sofern sich dadurch eine platzsparende Ausbildung
der Verbindungseinrichtung zwischen Stoßschutzelement und Torelement (insbesondere
im eingefahrenen Zustand mit dem Stoßschutzelement in Passivstellung) und/oder die
gewünschte Multiplikation des Verfahrwegs des Energieaufnahmeelements, bezogen auf
den erzielten Verfahrwegs des Stoßschutzelements, ergibt.
[0034] Nach bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung umfasst die Koppelgetriebeanordnung
zu diesem Zweck zumindest ein Viergelenkgetriebe, oder zumindest ein Scherenhubgetriebe.
[0035] Sowohl Viergelenkgetriebe als auch Scherenhubgetriebe nehmen im eingefahrenen Zustand
einen sehr geringen Bauraum ein. Dementsprechend geringfügig fällt die Notwendigkeit
zur Vergrößerung der Tornischen für die Schleusentore aus, wenn Schleusentore mit
einer Stoßschutzeinrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung ausgerüstet werden sollen.
Zusätzlich zu einem besonders hohen Multiplikationsfaktor bezüglich des Verfahrwegs
weist das Scherenhubgetriebe zudem den Vorteil auf, dass damit eine rein translatorische
Bewegung des Stoßschutzelements bezogen auf das Torelement ermöglicht wird.
[0036] Im Folgenden wird die Erfindung anhand lediglich Ausführungsbeispiele zeigender Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- in schematischer isometrischer Darstellung ein Schleusentor mit einer Ausführungsform
der Stoßschutzeinrichtung in ausgefahrener Stellung;
- Fig. 2
- Schleusentor und Stoßschutzeinrichtung nach Fig. 1 in der Seitenansicht;
- Fig. 3
- in einer der Fig. 1 entsprechenden Darstellung das Schleusentor gemäß Fig. 1 mit eingefahrener
Stoßschutzeinrichtung;
- Fig. 4
- in einer der Fig. 2 entsprechenden Darstellung Schleusentor und Stoßschutzeinrichtung
nach Fig. 3 in der Seitenansicht; und
- Fig. 5
- in einer Fig. 2 und Fig. 4 entsprechenden Darstellung eine Ausführungsform der Stoßschutzeinrichtung
mit Jarret-Dämpfern.
[0037] In den Fig. 1 und 2 ist zunächst erkennbar dargestellt ein Schleusentor 1 mit einem
Torelement 2, welches Gelenkflansche 3 zur schwenkbaren Verbindung mit dem Schleusentrog
umfasst. Das Schleusentor 1 weist ferner eine Stoßschutzeinrichtung mit einem gegenüber
dem Torelement 2 relativbeweglichen Stoßschutzelement 4 auf. Das Stoßschutzelement
4 kann zwischen einer torelementfernen Aktivstellung gemäß Fig. 1 und 2 und einer
torelementnahen Passivstellung (vgl. Fig. 3 und 4) mittels einer beweglichen Verbindungseinrichtung
5 hin und her verfahren werden.
[0038] Erfindungsgemäß ist die bewegliche Verbindungseinrichtung 5 zwischen dem Torelement
2 und dem Stoßschutzelement 4 als Koppelgetriebeanordnung 5 ausgebildet. Im Ausführungsbeispiel
gemäß der Fig. 1 bis 4 umfasst die Koppelgetriebeanordnung 5 eine Vielzahl von (über
das Stoßschutzelement 4 sowie über das Torelement T2 miteinander verbundener) Viergelenkgetriebe
7. Eines der Viergelenkgetriebe 7 ist in Fig. 2 mittels punktierter Linie hervorgehoben.
[0039] Ferner umfasst die Koppelgetriebeanordnung 5 zwischen Torelement 2 und Stoßschutzelement
4 beim dargestellten Ausführungsbeispiel eine Mehrzahl von Antriebselementen, die
hier als Hydraulikzylinder 6 ausgebildet sind, und die beim Ausführungsbeispiel gemäß
Fig. 1 bis 4 gleichzeitig die Funktion der Energieaufnahmeelemente im Fall eines Schiffsstoßes
gegen das Stoßschutzelement 4 übernehmen.
[0040] In den Fig. 3 und 4 ist erneut das Schleusentor 1 mit Torelement 2 sowie Stoßschutzelement
4 dargestellt, wobei sich das Stoßschutzelement 4 in Fig. 3 und 4 in der torelementnahen
Passivstellung befindet, in welcher das Schleusentor insbesondere geöffnet und platzsparend
in die zugehörige Tornische eingefahren werden kann.
[0041] Man erkennt, dass die erfindungsgemäße Stoßschutzeinrichtung - trotz des großen zur
Energieaufnahme bei einem etwaigen Schiffsstoß zur Verfügung stehenden Verfahrwegs
des Stoßschutzelements 4 - in der in Fig. 3 und 4 dargestellten eingefahrenen Position
äußerst bauraumsparend praktisch am Torelement 2 anliegt. Dies bedeutet, dass die
Tornische für das Schleusentor 1 dementsprechend schmal ausfallen kann, was wiederum
dem gesamten von der Schleusenkonstruktion eingenommenen Bauraum ebenso wie den Baukosten
mit Vorteil entgegenkommt.
[0042] Fig. 5 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Stoßschutzeinrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung. Die Stoßschutzeinrichtung gemäß Fig. 5 ist kurz vor dem Anprall eines Schiffbugs
8 dargestellt. Im Unterschied zu der Ausführungsform gemäß Fig. 1 bis 4 umfassen die
Viergelenkgetriebe 7 der Koppelgetriebeanordnung 5 zwischen Stoßschutzelement 4 und
Torelement 2 hier eine Mehrzahl an Dämpfern 9 mit viskoelastischem Fluid (bekannt
als sog. "Jarret-Dämpfer").
[0043] Bei dieser Ausführungsform kann die Stoßenergie des Schiffes somit durch die Jarret-Dämpfer
9 aufgenommen und in Wärmeenergie umgewandelt werden. Der zumindest eine Hydraulikzylinder
6, der auch bei dieser Ausführungsform das Antriebselement zur Bewegung des Stoßschutzelements
4 zwischen der torelementfernen Aktivstellung und der torelementnahen Passivstellung
(vgl. Fig. 3 und 4) bildet, kann bei dieser Ausführungsform starr geschaltet sein,
so dass die gesamte Stoßenergie über die Jarret-Dämpfer 9 aufgenommen und umgewandelt
wird, oder er kann beispielsweise mittels einer Drosselschaltung an der Aufnahme und
Ableitung der Stoßenergie beteiligt sein.
[0044] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 5 ist das Stoßschutzelement 4 ferner noch mit
Puffern 10, beispielsweise mit Elastomer-Fendern versehen, um im Fall eines Schiffsstoßes
einen direkten metallischen Kontakt zwischen dem Schiffsbug 8 und dem Stoßschutzelement
4, und daraus resultierende Beschädigungen, zu vermeiden.
1. Stoßschutzeinrichtung für einen Verschluss (1) einer Wasserstraße, der Verschluss
(1) aufweisend zumindest ein zwischen einer Offenstellung und einer Schließstellung
hin und her bewegbares Torelement (2), wobei die Stoßschutzeinrichtung zumindest ein
mit dem Torelement (2) mittels einer beweglichen Verbindungseinrichtung (5) verbundenes
und mittels zumindest eines Antriebselements (6) gegenüber dem Torelement (2) relativbewegliches
Stoßschutzelement (4) sowie zumindest ein Energieaufnahmeelement (6, 9) umfasst,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungseinrichtung zwischen dem Stoßschutzelement (4) und dem Torelement
(2) als Koppelgetriebeanordnung (5) ausgebildet ist, durch welche das Stoßschutzelement
(4) zwischen einer torelementfernen Aktivstellung und einer torelementnahen Passivstellung
hin und her verfahrbar ist, wobei zumindest ein Energieaufnahmeelement (6, 9) der
Stoßschutzeinrichtung ein Getriebeelement der Koppelgetriebeanordnung (5) bildet.
2. Stoßschutzeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Stoßschutzelement (4) als biegesteifes, im Wesentlichen tafelförmig flächiges
Plattenelement ausgebildet ist.
3. Stoßschutzeinrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Antriebselement (6) der Stoßschutzeinrichtung als ölhydraulischer Antrieb
ausgebildet ist.
4. Stoßschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Energieaufnahmeelement durch ein Antriebselement (6) gebildet ist.
5. Stoßschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass Energieaufnahmeelemente und Antriebselemente (6) durch jeweils separate Komponenten
gebildet sind.
6. Stoßschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Energieaufnahmeelement (6) als ölhydraulisches Element ausgebildet
ist, welches mit einer bei einer Nennlast öffnenden Drosseleinrichtung zur Ableitung
der aufgenommenen Energie verbunden ist.
7. Stoßschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Energieaufnahmeelement (9) als Dämpfer mit visko-elastischem Fluid,
insbesondere als Jarret-Dämpfer ausgebildet ist.
8. Stoßschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Energieaufnahmeelement (6, 9) als Reibungsenergiewandler ausgebildet
ist.
9. Stoßschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein Antriebselement (6) als Elektrohubzylinder ausgebildet ist.
10. Stoßschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Stoßschutzelement (4) als biegesteifes Balkenraster ausgebildet ist.
11. Stoßschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Stoßschutzelement (4) als orthotrope Platte ausgebildet ist.
12. Stoßschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Stoßschutzelement (4) eine Mehrzahl von Durchbrüchen aufweist.
13. Stoßschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Koppelgetriebeanordnung (5) eine über der Fläche des Stoßschutzelements (4) verteilte
Mehrzahl von Koppelgetrieben (7) umfasst.
14. Stoßschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Koppelgetriebeanordnung (5) zumindest ein Viergelenkgetriebe (7) umfasst.
15. Stoßschutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Koppelgetriebeanordnung (5) zumindest ein Scherenhubgetriebe umfasst.