[0001] Die Erfindung betrifft eine Statorvorrichtung für eine Strömungsmaschine mit einer
Gehäuseeinrichtung und mehreren Leitschaufeln gemäß der im Patentanspruch 1 näher
definierten Art und eine Schaufelradvorrichtung gemäß der im Patentanspruch 15 näher
definierten Art.
[0002] Statorvorrichtungen von Verdichtern für Flugtriebwerke sind aus der Praxis hinlänglich
bekannt. Derartige Statorvorrichtungen sind mit verstellbar ausgeführten Leitschaufeln
ausgeführt, die umfangsseitig verteilt in einer Gehäuseeinrichtung angeordnet sind
und jeweils ein Schaufelblatt und eine sich in radialer Richtung der Statorvorrichtung
außenseitig anschließende, auch als Penny bezeichnete Plattform aufweisen. Die Plattformen
begrenzen gemeinsam mit der Gehäuseeinrichtung einen Kernstromkanal des Flugtriebwerks
in radialer Richtung der Statorvorrichtung. Wiederum radial außenseitig bezüglich
einer Zentralachse der Statorvorrichtung schließt sich an die Plattformen jeweils
ein spindelförmiger Bereich an, über den die Leitschaufeln um eine Mittelachse des
spindelförmigen Bereichs gegenüber der Gehäuseeinrichtung verdrehbar gelagert sind.
Die mit einem bezüglich der Mittelachse des spindelförmigen Bereichs kreisrunden Querschnitt
ausgeführte Plattform weist einen bezüglich der Mittelachse des spindelförmigen Bereichs
größeren Querschnitt als der spindelförmige Bereich auf. Die Plattformen sind jeweils
in einer zu der Mittelachse des spindelförmigen Bereichs konzentrischen Ausnehmung
der Gehäuseeinrichtung gelagert, wobei zwischen der Gehäuseeinrichtung und den Plattformen
der Leitschaufeln ein umlaufender Spalt vorliegt. Zudem ist eine dem Kernstromkanal
abgewandte Fläche der Plattformen gegenüber der Gehäuseeinrichtungen in radialer Richtung
beabstandet.
[0003] Eine mit einer derartigen Statorvorrichtung ausgeführte Strömungsmaschine weist nachteilhafterweise
einen unerwünscht niedrigen Wirkungsgrad auf.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Statorvorrichtung und
eine Schaufelradvorrichtung zur Verfügung zu stellen, wobei eine mit der Statorvorrichtung
oder der Schaufelradvorrichtung ausgeführte Strömungsmaschine einen verbesserten Wirkungsgrad
aufweist.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einer Statorvorrichtung mit den Merkmalen
des Patentanspruches 1 gelöst.
[0006] Es wird somit eine Statorvorrichtung eines Verdichters oder einer Turbine für eine
Strömungsmaschine, insbesondere einer stationären Gasturbine oder eines Flugtriebwerks,
mit einer Gehäuseeinrichtung und mehreren Leitschaufeln, die umfangsseitig verteilt
an der Gehäuseeinrichtung angeordnet sind, vorgeschlagen, wobei die Leitschaufeln
jeweils mit einem Schaufelblatt und jeweils wenigstens einer Plattform ausgeführt
sind. Die Plattformen bilden zumindest bereichsweise eine Oberfläche eines im Betrieb
der Statorvorrichtung mit Arbeitsfluid durchströmten Ringkanals und begrenzen diesen
vorzugsweise zumindest bereichsweise in radialer Richtung der Statorvorrichtung. Die
Plattformen sind jeweils gegenüber der Gehäuseeinrichtung verstellbar, insbesondere
um eine Mittelachse der Plattform drehbar gelagert.
[0007] Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, dass wenigstens eine Plattform in axialer Richtung
der Statorvorrichtung zwischen zwei Referenzpunkten des Ringkanals angeordnet ist,
wobei ein erster Referenzpunkt einen Randpunkt des Ringkanals darstellt, der bezüglich
einer Mittellängsachse der Plattform um 10 % einer axialen Erstreckung der Plattform
stromauf eines vorderen Endes der Plattform angeordnet ist, und wobei ein zweiter
Referenzpunkt einen Randpunkt des Ringkanals darstellt, der bezüglich der Mittellängsachse
der Plattform um 10 % der axialen Erstreckung der Plattform stromab eines hinteren
Endes der Plattform angeordnet ist, wobei zumindest ein Randbereich der Plattform
in radialer Richtung der Statorvorrichtung gegenüber einer geradlinigen Verbindung
der beiden Referenzpunkte in den Ringkanal ragt.
[0008] Die erfindungsgemäße Lösung beruht auf der Erkenntnis, dass durch einen Strömungsbereich,
der insbesondere zumindest bereichsweise durch eine Ausnehmung in radialer Richtung
der Leitschaufel zwischen der Plattform und der Gehäuseeinrichtung und eine Ausnehmung
in radialer Richtung der Statorvorrichtung zwischen einer dem Schaufelblatt abgewandten
Fläche der Plattform und der Gehäuseeinrichtung gebildet ist, im Betrieb einer mit
der erfindungsgemäßen Statorvorrichtung ausgeführten Strömungsmaschine ein Teil des
durch den Ringkanal geführten Arbeitsfluids als Leckageströmung geführt wird. Die
Leckageströmung wird im Betrieb aufgrund eines Druckunterschieds zwischen der Druckseite
und der Saugseite des Schaufelblatts und eines ansteigenden Druckgradienten in Strömungsrichtung
des Arbeitsfluids in dem Ringkanal durch den Strömungsbereich geführt. Aufgrund des
relativ hohen Drucks im Bereich der stromab gelegenen Druckseite des Schaufelblatts
wird ein Teil einer durch den Ringkanal strömenden Hauptströmung in unerwünschter
Weise von der stromab gelegenen Druckseite des Schaufelblatts über eine dem Ringkanal
abgewandte Seite der Plattform zu einer stromauf gelegenen Saugseite des Schaufelblatts
geführt, in dessen Bereich der Druck gegenüber dem Druck im Bereich der Druckseite
niedriger ist. Bei einem Ausströmen der Leckageströmung im Bereich der Saugseite des
Schaufelblatts aus dem Strömungsbereich interagiert die aus dem Strömungsbereich austretende
Leckageströmung mit der Hauptströmung des Arbeitsfluids im Ringkanal, wobei in der
Hauptströmung ein sogenannter Blockagebereich mit einer gegenüber umliegenden Bereichen
der Hauptströmung reduzierten Strömungsgeschwindigkeit auftritt. Dieser Effekt führt
dazu, dass die Leckageströmung einen erheblichen negativen Einfluss auf den Wirkungsgrad
der Strömungsmaschine hat.
[0009] Dadurch, dass die Plattform zumindest mit einem Randbereich in erfindungsgemäßen
Umfang in der Art einer Stufe in den Ringkanal ragt, werden die Druckverhältnisse
der Hauptströmung im Bereich des Randbereichs der Plattform der Leitschaufeln in vorteilhafter
Weise derart beeinflusst, dass ein im Betrieb der Statorvorrichtung durch den Strömungsbereich
strömender Massenstrom gegenüber einer Ausführung der Leitschaufel mit nicht in den
Ringkanal ragender Plattform reduziert ist. Hierdurch tritt im Betrieb der Statorvorrichtung
ein gegenüber herkömmlich ausgeführten Plattformen geringerer Massenstrom im Bereich
der Saugseite des Schaufelblatts aus dem Strömungsbereich aus, wodurch auch eine verlustbehaftete
Interaktion der Leckageströmung mit der Hauptströmung reduziert ist. Somit weist eine
mit der erfindungsgemäßen Statorvorrichtung ausgeführte Strömungsmaschine vorteilhafterweise
einen verbesserten Wirkungsgrad und somit auch einen reduzierten spezifischen Treibstoffverbrauch
auf. Durch den in den Ringkanal hineinragenden Randbereich der Plattform werden zudem
auch die Druckverhältnisse im Bereich einer in Umfangsrichtung der Statorvorrichtung
benachbarten Plattform in vorteilhafter Weise beeinflusst.
[0010] Eine im Betrieb der Statorvorrichtung durch den Strömungsbereich geführte Leckageströmung
ist besonders gering, wenn der gegenüber der geradlinigen Verbindung der beiden Referenzpunkte
in den Ringkanal ragende Randbereich der Plattform sich in einem in axialer Richtung
der Statorvorrichtung vorderen Bereich der Plattform befindet. Dies resultiert aus
der Tatsache, dass die Hauptströmung im Bereich des in den Ringkanal ragenden Randbereichs
durch diesen umgelenkt und aufgestaut wird, wodurch ein statischer Druck im Bereich
eines Austritts der Leckageströmung aus dem Strömungsbereich erhöht wird. Ein Druckunterschied
zwischen der stromab gelegenen Druckseite und der stromauf gelegenen Saugseite des
Schaufelblatts wird somit reduziert, woraus wiederum ein reduzierter durch den Strömungsbereich
strömender Massenstrom folgt.
[0011] Der gleiche Effekt ist auch dadurch erzielbar, dass sich der gegenüber der geradlinigen
Verbindung der beiden Referenzpunkte in den Ringkanal ragende Randbereich der Plattform
in einem in axialer Richtung der Statorvorrichtung hinteren Bereich der Plattform
befindet. Hierdurch wird im Betrieb der Statorvorrichtung ein statischer Druck im
Bereich eines Eintritts der Leckageströmung in den Strömungsbereich reduziert, da
durch den in den Ringkanal ragenden Randbereich der Plattform die Hauptströmung umgelenkt
wird und hierdurch statischer Druck in dynamischen Druck umgewandelt wird. Auch durch
diese Maßnahme wird eine Druckdifferenz zwischen einem Eintritt der Leckageströmung
in den Strömungsbereich und einem Austritt der Leckageströmung aus dem Strömungsbereich
reduziert.
[0012] Besonders vorteilhaft ist es, wenn sowohl der in axialer Richtung der Statorvorrichtung
vordere Randbereich der Plattform als auch der in axialer Richtung der Statorvorrichtung
hintere Randbereich der Plattform in den Ringkanal ragen, da hierdurch ein statischer
Druck im Bereich des vorderen Randbereichs der Plattform erhöht und ein statischer
Druck im Bereich des hinteren Randbereichs der Plattform reduziert wird. Durch das
insgesamt reduzierte Druckgefälle zwischen dem vorderen Randbereich der Plattform
und dem hinteren Randbereich der Plattform wird im Betrieb der Statorvorrichtung somit
nur ein besonders geringer Massenstrom durch den Strömungsbereich geführt, wodurch
ein Wirkungsgrad einer mit der Statorvorrichtung ausgeführten Strömungsmaschine vorteilhafterweise
hoch ist.
[0013] Bei einer vorteilhaften Ausführung der erfindungsgemäßen Statorvorrichtung ist die
Plattform der Leitschaufel in einem bezüglich der radialen Richtung der Statorvorrichtung
inneren und/oder äußeren Randbereich des Schaufelblatts angeordnet. Unabhängig davon,
in welchem in radialer Richtung weisenden Randbereich des Ringkanals die Plattform
angeordnet ist, ist durch den in den Ringkanal ragenden Randbereich der Plattform
ein durch den Strömungsbereich strömender Massenstrom reduzierbar.
[0014] Die Druckverhältnisse im Bereich des sich in den Ringkanal erstreckenden Randbereichs
der Plattform sind in besonders vorteilhafter Weise verbessert, wenn sich der in den
Ringkanal ragende Randbereich der Plattform gegenüber der geradlinigen Verbindung
der Referenzpunkte um wenigstens 0,3 %, insbesondere zwischen 0,5 % und 2,5 % bis
4 %, vorzugsweise zwischen 0,7 % und 1,5 % einer Erstreckung des Ringkanals in radialer
Richtung der Statorvorrichtung im Bereich des Randbereichs, d. h. einer senkrecht
zur axialen Richtung der Statorvorrichtung angeordneten Breite des Ringkanals, in
den Ringkanal erstreckt.
[0015] Um die Druckverhältnisse im Bereich des in den Ringkanal ragenden Randbereichs der
Plattform in gewünschtem Umfang beeinflussen zu können, ist es bei einer vorteilhaften
Ausführung der erfindungsgemäßen Statorvorrichtung vorgesehen, dass der sich in den
Ringkanal erstreckende Randbereich der Plattform in einem in axialer Richtung der
Statorvorrichtung vorderen bzw. hinteren Bereich mit einer Verrundung ausgeführt ist.
[0016] Wenn der sich in den Ringkanal erstreckende Randbereich der Plattform mit einem Überhang
ausgeführt ist, wobei die Plattform in einem dem Ringkanal zugewandten Bereich eine
größere Erstreckung in axialer Richtung der Statorvorrichtung als in einem der Oberfläche
des Ringkanals abgewandten Bereich aufweist, wird die Leckageströmung bei einer Anordnung
des Überhangs in einem in axialer Richtung der Statorvorrichtung hinteren Randbereich
der Plattform nach einer Ausleitung aus dem Strömungsbereich im Bereich des Überhangs
umgelenkt und um diesen herum beschleunigt, so dass die Hauptströmung durch die aus
dem Strömungsbereich ausgeleitete Leckageströmung vorteilhafterweise in reduziertem
Umfang beeinflusst wird. Durch eine Anordnung des Überhangs in einem in axialer Richtung
der Statorvorrichtung vorderen Randbereich der Plattform ist vorteilhafterweise ein
statischer Druck im Bereich des vorderen Randbereichs der Plattform im Betrieb der
Statorvorrichtung weiter erhöht. Der Überhang kann dabei insbesondere nasenförmig
ausgeführt sein.
[0017] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Statorvorrichtung übergreift der Überhang
in axialer Richtung der Statorvorrichtung die an die Plattform angrenzende Gehäuseeinrichtung
zumindest bereichsweise. Wenn der Überhang in dem in axialer Richtung der Statorvorrichtung
vorderen Randbereich angeordnet ist, wird im Betrieb der Statorvorrichtung ein Druck
im Bereich der Saugseite der Leitschaufel durch eine große Stauwirkung durch den Überhang
vorteilhafterweise stark erhöht, wodurch ein durch den Strömungsbereich geförderter
Massenstrom vorteilhafterweise gering ist.
[0018] Der gegenüber der geradlinigen Verbindung der beiden Referenzpunkte in den Ringkanal
ragende Randbereich der Plattform erstreckt sich bei einer vorteilhaften Ausführung
der Erfindung bezüglich einer Umfangsrichtung der Leitschaufel über einen Winkelbereich
beispielsweise größer 20°, insbesondere größer 30°. Ein Übergang von dem in den Ringkanal
ragenden Randbereich zu nicht in den Ringkanal ragenden Bereichen der Plattform ist
dabei vorzugsweise fließend, d. h. ohne Stufe, ausgeführt. Besonders vorteilhaft ist
es, wenn der in den Ringkanal ragende Randbereich der Plattform die Plattform komplett
umläuft.
[0019] Bei einer besonders vorteilhaften Ausführung der erfindungsgemäßen Statorvorrichtung
ist ein Strömungsbereich vorgesehen, über den im Betrieb der Statorvorrichtung ein
Arbeitsfluid zumindest bereichsweise in radialer Richtung der Statorvorrichtung auf
einer dem Ringkanal abgewandten Seite der Plattform von einer Druckseite des Schaufelblatts
zu einer Saugseite des Schaufelblatts strömt, wobei wenigstens eine an den Strömungsbereich
grenzende, durch eine Ausnehmung gebildete Absaugeinrichtung vorgesehen ist, über
die im Betrieb der Statorvorrichtung Arbeitsfluid aus dem Strömungsbereich ableitbar
ist. Durch das Vorsehen der Absaugeinrichtung wird ein Massenstrom der Leckageströmung,
der im Bereich der Saugseite des Schaufelblatts aus dem Strömungsbereich in die Hauptströmung
des Ringkanals eintritt, reduziert oder ein Einströmen von Leckageströmung in den
Ringkanal im Bereich der Saugseite des Schaufelblatts vollständig unterbunden. Dies
wird dadurch erreicht, dass die Absaugeinrichtung auf einer dem Strömungsbereich abgewandten
Seite mit einem Raum verbunden ist, in dem ein statischer Druck vorliegt, der geringer
als ein statischer Druck im Strömungsbereich ist. Im Betrieb der Statorvorrichtung
wird somit zumindest ein Teil des im Bereich der Druckseite der Hauptströmung entnommenen
Massenstroms nicht über den Strömungsbereich auf der Saugseite zurück in die Hauptströmung
im Ringkanal geleitet, sondern aus dem Strömungsbereich abgezweigt. Durch die Abführung
eines Teils der Leckageströmung aus dem Strömungsbereich wird die Hauptströmung im
Bereich der Saugseite des Schaufelblatts gegenüber Ausführungen ohne eine Absaugeinrichtung
deutlich weniger beeinträchtigt. Eine verlustbehaftete Interaktion der Leckageströmung
mit der Hauptströmung ist hierdurch reduziert, woraus vorteilhafterweise ein verbesserter
Wirkungsgrad und somit auch ein reduzierter spezifischer Treibstoffverbrauch einer
mit der erfindungsgemäßen Statorvorrichtung ausgeführten Strömungsmaschine folgen.
[0020] Die Reduzierung der im Bereich der Statorvorrichtung in die Hauptströmung einströmenden
Leckageströmung durch das Vorsehen der erfindungsgemäßen Absaugeinrichtung wirkt sich
zudem vorteilhafterweise positiv auf im Ringkanal der Statorvorrichtung nachgeordnete
Schaufeleinrichtungen aus.
[0021] Die Plattformen können grundsätzlich einen in radialer Richtung der Statorvorrichtung
inneren und/oder auch einen in radialer Richtung der Statorvorrichtung äußeren Teil
der Oberfläche des Ringkanals bilden, wobei eine Absaugeinrichtung im Bereich der
in radialer Richtung der Statorvorrichtung inneren und/oder äußeren Plattformen vorgesehen
sein kann.
[0022] Die Absaugeinrichtung ist vorzugsweise als Materialausnehmung in der Gehäuseeinrichtung
ausgeführt und kann beispielsweise kanalförmig bzw. als Bohrung ausgebildet sein.
Alternativ hierzu kann die Ausnehmung mit einem separaten Bauteil ausgeführt sein.
[0023] Bei einer vorteilhaften Ausführung einer erfindungsgemäßen Statorvorrichtung ist
es vorgesehen, dass die Absaugeinrichtung direkt an die Oberfläche des Ringkanals
grenzt. Alternativ hierzu kann es auch vorgesehen sein, dass die Absaugeinrichtung
in radialer Richtung der Statorvorrichtung beabstandet zu der Oberfläche des Ringkanals
an den Strömungsbereich grenzt. Die Absaugeinrichtung grenzt bei einer Plattform,
die sich radial nach außen an das Schaufelblatt der Leitschaufel anschließt, vorzugsweise
in radialer Richtung der Statorvorrichtung außerhalb des Ringkanals an den Strömungsbereich,
wohingegen die Absaugeinrichtung bei einer Plattform, die sich radial nach innen an
das Schaufelblatt der Leitschaufel anschließt, vorzugsweise in radialer Richtung der
Statorvorrichtung innerhalb des Ringkanals an den Strömungsbereich grenzt.
[0024] Eine durch geringe Verluste im Bereich der Absaugeinrichtung gekennzeichnete Statorvorrichtung
erstreckt sich im Wesentlichen in radialer Richtung der Statorvorrichtung. Grundsätzlich
kann die beispielsweise als Bohrung ausgeführte Absaugeinrichtung auch gegenüber der
radialen Richtung der Statorvorrichtung gewinkelt angeordnet sein oder einen gekrümmten
Verlauf aufweisen, wobei eine Ausgestaltung der Absaugeinrichtung insbesondere derart
gewählt ist, dass sich im Betrieb der Statorvorrichtung eine Strömung im Bereich der
Absaugeinrichtung nicht ablöst.
[0025] Die Absaugeinrichtung kann in einem der Druckseite des Schaufelblatts und/oder in
einem der Saugseite des Schaufelblatts der Leitschaufel zugewandten Bereich mit dem
Strömungsbereich verbunden sein, wobei eine Absaugwirkung der Absaugeinrichtung durch
deren Position nicht wesentlich beeinflusst wird.
[0026] Um eine gewünschte Absaugung der Leckageströmung aus dem Strömungsbereich durch die
Absaugeinrichtung in sämtlichen Verstellpositionen der Leitschaufeln sicherzustellen,
erstreckt sich die Absaugeinrichtung bei einer vorteilhaften Ausführung der Statorvorrichtung
in Umfangsrichtung der Leitschaufel über einen Winkelbereich, der insbesondere größer
20°, vorzugsweise größer als 30° ist, wobei der jeweils gewählte Winkelbereich an
den maximalen Verstellwinkel der Leitschaufel angepasst ist und beispielsweise auch
180° betragen kann. Hierdurch kann auf einfache Weise erreicht werden, dass in jeder
Position der Leitschaufel eine Verbindung der in die Gehäuseeinrichtung integrierten
Absaugeinrichtung mit dem Strömungsbereich vorliegt. Zudem kann hierdurch ein Massenstrom,
der im Bereich der Saugseite des Schaufelblatts wieder in die Hauptströmung eintritt,
reduziert werden.
[0027] Es kann auch vorgesehen sein, dass die Absaugeinrichtung derart ausgeführt ist, dass
die Absaugeinrichtung nur bei bestimmten Verstellpositionen der Leitschaufeln mit
dem Strömungsbereich verbunden ist und bei anderen Verstellpositionen nicht mit dem
Strömungsbereich verbunden ist. Hierdurch kann beispielsweise auf einfache Weise erreicht
werden, dass aus dem Strömungsbereich nur während eines Teillastbetriebs des Flugtriebwerks
und nicht während eines Nominalbetriebs Leckageströmung über die Absaugeinrichtung
abgesaugt wird.
[0028] Bei einer vorteilhaften Ausführung einer erfindungsgemäßen Statorvorrichtung verläuft
die Absaugeinrichtung bezüglich einer Zentralachse der Statorvorrichtung umfangsseitig
im Wesentlichen umlaufend in der Gehäuseeinrichtung. Eine derartige Ausführung der
Absaugeinrichtung ist einfach zu fertigen. Leckageströmungen in den Strömungsbereichen
sämtlicher Leitschaufeln der Statorvorrichtung können hierbei auf einfache Weise aus
den jeweiligen Strömungsbereichen abgesaugt und beispielsweise einem gemeinsamen Raum
zugeführt werden. Um eine ausreichend große Stabilität der Statorvorrichtung zu erzielen,
können dabei bezüglich einer Zentralachse der Statorvorrichtung umfangsseitig verteilt
angeordnet Stege vorgesehen sein, über die die Gehäuseeinrichtung im Bereich der umlaufenden
Absaugeinrichtung verstärkt ist.
[0029] Die Gehäuseeinrichtung kann bei einer vorteilhaften Ausführung der erfindungsgemäßen
Statorvorrichtung im Bereich der Leitschaufel eine an den Ringkanal grenzende Ausnehmung
aufweisen, über die im Betrieb der Statorvorrichtung der Hauptströmung in herkömmlicher
Weise gezielt ein Massenstrom entnehmbar ist. Gemeinsam mit dem über die Absaugeinrichtung
aus der Leckageströmung entnommenen Massenstrom kann der im Bereich der Ausnehmung
entnommene Massenstrom als Zapfluft in bekannter Weise verwendet werden.
[0030] Es wird weiterhin eine Schaufelradvorrichtung mit einer derartigen Statorvorrichtung
und einer Rotorvorrichtung vorgeschlagen, wobei die Absaugeinrichtung einen Leitungsbereich
aufweist, über den Arbeitsfluid im Betrieb der Statorvorrichtung der Rotorvorrichtung
zuführbar ist.
[0031] Ein Wirkungsgrad einer mit einer solchen Schaufelradvorrichtung ausgeführten Strömungsmaschine
ist vorteilhafterweise hoch, da neben einer Wirkungsgradverbesserung durch die Reduzierung
des aus dem Strömungsbereich in die Hauptströmung eingeleiteten Massenstroms in oben
näher beschriebenem Umfang der im Betrieb der Statorvorrichtung der Leckageströmung
entnommene Massenstrom selbst zur Verbesserung des Wirkungsgrads der Strömungsmaschine
eingesetzt wird. Dies resultiert daraus, dass durch die Einleitung des Massenstroms
insbesondere im Bereich von Rotorspitzen von Laufschaufeln der Rotorvorrichtung in
diesem Bereich auftretende Verwirbelungen reduziert werden. Der durch die Absaugeinrichtung
der Leckageströmung entnommene Massenstrom der Statorvorrichtung wird vorzugsweise
der Rotorvorrichtung zugeführt, die in axialer Richtung der Schaufelradvorrichtung
der Statorvorrichtung direkt vorgelagert ist. Es existiert ein Optimum von abgesaugtem
Massenstrom bei dem eine maximale Wirkungsgradverbesserung erzielt wird.
[0032] Weiterhin wird mit der erfindungsgemäßen Lösung auch die Pumpgrenze einer als Verdichter
ausgeführten Schaufelradvorrichtung erhöht, wodurch beispielsweise eine Schaufelzahl
des Verdichters reduziert oder ein Stufendruckverhältnis angehoben werden kann.
[0033] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Schaufelradvorrichtung weist der Leitungsbereich
wenigstens eine Düse auf, über die im Betrieb der Schaufelradvorrichtung Arbeitsfluid
der Rotorvorrichtung zuführbar ist. Es können dabei mehrere, in Umfangsrichtung der
Schaufelradvorrichtung verteilt angeordnete Düsen oder eine bzw. mehrere sich über
einen größeren Winkelbereich von beispielsweise größer 45° erstreckende Düsen oder
eine komplett umlaufende Düse vorgesehen sein.
[0034] Alternativ hierzu kann es auch vorgesehen sein, dass der im Bereich der Statorvorrichtung
über die Absaugeinrichtung der Leckageströmung entnommene Massenstrom für andere Anwendungsfälle
verwendet wird. Beispielsweise kann es vorgesehen sein, dass der Massenstrom zur Klimatisierung
einer Flugzeugkabine, zur Kühlung einer Turbine, zum Axialkraftausgleich einer Lagerung
eines Triebwerks, zur Abdichtung von Lagerräumen, zur Enteisung von Flügeln eines
Flugzeugs oder einer Triebwerksgondel oder zur Stabilitätskontrolle eines Verdichters
eingesetzt wird. Weiterhin kann es auch vorgesehen sein, dass der der Leckageströmung
entnommene Massenstrom in einen Bypasskanal eines Triebwerks eingeleitet wird.
[0035] Sowohl die in den Patentansprüchen angegebenen Merkmale als auch die in den nachfolgenden
Ausführungsbeispielen der erfindungsgemäßen Statorvorrichtung angegebenen Merkmale
sind jeweils für sich alleine oder in beliebiger Kombination miteinander geeignet,
den erfindungsgemäßen Gegenstand weiterzubilden.
[0036] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausführungsformen einer erfindungsgemäßen Statorvorrichtung
ergeben sich aus den Patentansprüchen und den nachfolgend unter Bezugnahme auf die
in der Zeichnung prinzipmäßig beschriebenen Ausführungsbeispielen, wobei zugunsten
der Übersichtlichkeit jeweils für bau- und funktionsgleiche Bauteile dieselben Bezugszeichen
verwendet werden.
[0037] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine stark schematisierte Längsschnittansicht eines Ausschnitts eines Strahltriebwerks,
wobei ein Verdichter mit mehreren Ro-torvorrichtungen und Statorvorrichtungen gezeigt
ist, die jeweils in einen Kernstromkanal ragende Schaufeln aufweisen;
- Fig. 2a
- einen Ausschnitt einer Leitschaufel einer Statorvorrichtung gemäß Fig. 1, wobei eine
mit einem Schaufelblatt verbundene Plattform ersichtlich ist und exemplarisch im Betrieb
des Strahltriebwerks auftretende Strömungslinien gezeigt sind, und wobei die Plattform
der Leitschaufel von einer Plattform einer in Umfangsrichtung benachbarten Leitschaufel
durch eine Gehäuseeinrichtung getrennt ist;
- Fig. 2b
- eine der Fig. 2a entsprechende Darstellung der Leitschaufel, wobei die Gehäuseeinrichtung
in einem einander zugewandten Bereich der Plattformen von in Umfangsrichtung benachbarten
Leitschaufeln eine Ausnehmung aufweist;
- Fig. 3
- eine Längsschnittdarstellung durch eine Statorvorrichtung der Fig. 1, wobei eine erste
Ausführungsform einer Absaugeinrichtung gezeigt ist, die im Bereich einer Druckseite
des Schaufelblatts an einen Strömungsbereich der Leitschaufel grenzt;
- Fig. 4
- eine Ansicht von schräg hinten auf die Längsschnittdarstellung der Fig. 3;
- Fig. 5
- eine vereinfachte dreidimensionale Ansicht der Statorvorrichtung gemäß Fig. 3 und
Fig. 4 von radial innen, wobei die Gehäuseeinrichtung im Bereich der Leitschaufeln
ohne die Leitschaufeln der Statorvorrichtung ersichtlich ist;
- Fig. 6 - 9
- der Fig. 3 entsprechende Längsschnittdarstellungen durch die Statorvorrichtung der
Fig. 1, wobei weitere Ausführungsformen der Absaugeinrichtung gezeigt sind;
- Fig. 10 - 12
- der Fig. 3 entsprechende Längsschnittdarstellungen durch die Statorvorrichtung der
Fig.1, wobei weitere Ausführungsformen der auf einer Saugseite des Schaufelblatts
angeordneten Absaugeinrichtung gezeigt sind;
- Fig. 13
- eine Ansicht von schräg hinten auf die Längsschnittdarstellung der Fig. 12;
- Fig. 14
- eine vereinfachte dreidimensionale Ansicht der Statorvorrichtung gemäß Fig. 12 und
Fig. 13 von radial innen, wobei die Gehäuseeinrichtung im Bereich der Leitschaufeln
ohne die Leitschaufeln der Statorvorrichtung ersichtlich ist;
- Fig. 15
- eine vereinfachte Längsschnittansicht eines Ausschnitts des Strahltriebwerks gemäß
Fig. 1, wobei eine Statorvorrichtung und eine in axialer Richtung des Strahltriebwerks
der Statorvorrichtung vorgelagerte Rotorvorrichtung ersichtlich sind, und wobei ein
Leitungsbereich vorgesehen ist, der einerseits mit der Absaugeinrichtung verbunden
ist und andererseits eine düsenartige Öffnung im Bereich der Rotorvorrichtung aufweist;
- Fig. 16
- eine der Fig. 15 entsprechende Längsschnittansicht des Strahltriebwerks, wobei eine
alternativ ausgeführte düsenartige Öffnung gezeigt ist;
- Fig. 17
- eine vereinfachte dreidimensionale Darstellung einer alternativen Ausführung von Leitungsbereichen,
wobei die Gehäuseeinrichtung nicht näher ersichtlich ist
- Fig. 18
- eine weitere dreidimensionale Ansicht des Leitungsbereich der Fig. 17 aus einer anderen
Perspektive;
- Fig. 19
- eine stark vereinfachte Ansicht des Verdichters des Strahltriebwerks der Fig. 1, wobei
zwei über einen Leitungsbereich verbundene Räume ersichtlich sind;
- Fig. 20
- eine stark vereinfachte Längsschnittdarstellung durch eine Leitschaufel der Statorvorrichtung
der Fig. 1, von der ein in axialer Richtung vorderer Randbereich in den Kernstromkanal
ragt; und
- Fig. 21 - 28
- verschiedene Ausführungen der Ausschnitte I und II der Fig. 20, welche jeweils verschieden
ausgeführte Plattformen der Leitschaufel zeigen.
[0038] Fig. 1 zeigt einen Ausschnitt einer Strömungsmaschine, die vorliegend als Strahltriebwerk
1 ausgeführt ist, in einer alternativen Ausführung aber auch eine stationäre Gasturbine
darstellen kann. In dem Ausschnitt ist ein Ringkanal bzw. Kernstromkanal 3 des Strahltriebwerks
1 im Bereich einer als Hochdruckverdichter 2 ausgeführten Schaufelradvorrichtung gezeigt,
wobei verschiedene Stufen 6A, 6B, 6C, 6D des Hochdruckverdichters 2 ersichtlich sind,
die jeweils aus einer Rotorvorrichtung 4 und einer in axialer Richtung A des Strahltriebwerks
1 stromab der Rotorvorrichtung 4 angeordneten Statorvorrichtung 5 bestehen.
[0039] Im Folgenden werden die Rotorvorrichtung 4 und die Statorvorrichtung 5 der dritten
Stufe 6C des Hochdruckverdichters 2 näher beschrieben, wobei die Rotorvorrichtungen
4 und die Statorvorrichtungen 5 der anderen Stufen 6A, 6B, 6D vergleichbar ausgeführt
sind.
[0040] Die Rotorvorrichtung 4 weist eine Vielzahl von mit Schaufelblättern 10 ausgeführten
Laufschaufeleinrichtungen 9 auf, die umfangsseitig verteilt mit einem Scheibenrad
11 wirkverbunden sind und im Betrieb des Strahltriebwerks 1 um eine Zentralachse des
Strahltreibwerks 1 rotieren. Die Statorvorrichtung 5 ist dagegen mit einer Vielzahl
von ebenfalls jeweils ein Schaufelblatt 13 aufweisenden Leitschaufeln 12 ausgeführt,
wobei die jeweils baugleich ausgeführten Leitschaufeln 12 umfangsseitig verteilt in
radialer Richtung R des Strahltriebwerks 1 außenseitig an einer Gehäuseeinrichtung
8 angeordnet sind.
[0041] Die Schaufelblätter 13 der Leitschaufeln 12 grenzen in radialer Richtung R des Strahltriebwerks
1 nach außen jeweils an eine Plattform 14 bzw. einen sogenannten Penny, wobei die
Plattformen 14 den Kernstromkanal 3 in radialer Richtung R des Strahltriebwerks 1
zumindest bereichsweise begrenzen. In radialer Richtung R des Strahltriebwerks 1 nach
außen sind die Plattformen 14 jeweils mit einem spindelförmigen Bereich 15 verbunden
und vorliegend integral mit diesem ausgeführt, wobei die Plattformen 14 bezüglich
einer Mittelachse 18 des spindelförmigen Bereichs 15 einen größeren Querschnitt als
der spindelförmige Bereich 15 aufweisen. Die Leitschaufeln 12 sind mit den Plattformen
14 und den spindelförmigen Bereichen 15 in Ausnehmungen 16 der Gehäuseeinrichtung
8 angeordnet, wobei die spindelförmigen Bereiche 15 über Buchsen 17 in den Ausnehmungen
16 gelagert sind.
[0042] Die Leitschaufeln 12 sind in den Ausnehmungen 16 der Gehäuseeinrichtung 8 in bekannter
Weise um die Mittelachse 18 des spindelförmigen Bereichs 15 verdrehbar angeordnet,
wobei die Leitschaufeln 12 beispielsweise über die spindelförmigen Bereiche 15 um
einen Winkel zwischen 18° und 45° gegenüber der Gehäuseeinrichtung 8 verdrehbar sind.
[0043] Auf einer bezüglich der radialen Richtung R des Strahltriebwerks 1 bzw. der Statorvorrichtung
5 inneren Seite des Schaufelblatts 13 ist ebenfalls eine Plattform 19 vorgesehen,
die in analoger Weise wie die Plattform 14 mit einem spindelförmigen Bereich 20 ausgeführt
ist und den Kernstromkanal 3 zumindest bereichsweise in radialer Richtung R des Strahltriebwerks
1 begrenzt. Über den spindelförmigen Bereich 20 ist die Leitschaufel 12 wiederum über
eine Buchse 21 in einem Gehäuseteil 22, einem sogenannten shroud, gelagert, wobei
die Leitschaufel 12 um die Mittelachse 18 gegenüber dem Gehäuseteil 22 drehbar gelagert
ist. Das Gehäuseteil 22 ist dabei insgesamt in einer Ausnehmung 24 angeordnet, die
von zwei in axialer Richtung A des Strahltriebwerks 1 bzw. der Statorvorrichtung 5
zueinander benachbarten Rotorvorrichtungen 4 gebildet ist. Im Betrieb des Strahltriebwerks
1 rotiert der dem Gehäuseteil 22 zugewandte Bereich der Rotorvorrichtung 4 um die
Triebwerksachse, wohingegen der Gehäuseteil 22 bezüglich der Triebwerksachse unbewegt
ist.
[0044] Fig. 2a zeigt die Plattform 14 und den spindelförmigen Bereich 14 einer Leitschaufel
12, wobei ersichtlich ist, dass die mit einem kreisrunden Querschnitt ausgeführte
Plattform 14 in der ebenfalls kreisrunden und zu der Mittelachse 18 konzentrischen
Ausnehmung 16 gelagert ist. Zwischen der Plattform 14 und der Gehäuseeinrichtung 8
liegt dabei im Bereich einer Oberfläche 27 des Kernstromkanals 3 ein die Mittelachse
18 in radialer Richtung r umlaufender Spalt 28 vor, der sich ausgehend von der Oberfläche
27 des Kernstromkanals 3 in axialer Richtung a der Mittelachse 18 nach außen erstreckt.
[0045] Die in Fig. 2b gezeigte Ausführung unterscheidet sich hiervon dadurch, dass die Gehäuseeinrichtung
8 in einem zueinander weisenden Bereich von in Umfangsrichtung U der Zentralachse
benachbarten Leitschaufeln 12 ein Ausnehmung 36 aufweist, so dass der Spalt 28 in
diesem Bereich von den Plattformen 14 der Leitschaufeln 12 gebildet wird. Da sich
die Ausführungen der Fig. 2a und Fig. 2b ansonsten nicht unterscheiden, wird die in
der Fig. 2a gezeigte Ausführung im Folgenden stellvertretend für die in der Fig. 2b
gezeigte Ausführung beschrieben.
[0046] Fig. 2a ist weiterhin zu entnehmen, dass eine dem Kernstromkanal 3 abgewandte Fläche
30 der Plattform 14 in radialer Richtung R des Strahltriebwerks 1 gegenüber der Gehäuseeinrichtung
8 beabstandet ist. Durch diesen Abstand und den Spalt 28 wird ein Strömungsbereich
31 gebildet.
[0047] Im Betrieb des Strahltriebwerks 1 steigt ein Druck eines Arbeitsfluids, hier Luft,
im Bereich des Hochdruckverdichters 2 in dem Kernstromkanal 3 in axialer Richtung
A des Strahltriebwerks 1 in Strömungsrichtung an, so dass ein Druck einer durch den
Kernstromkanal 3 strömenden Hauptströmung auf einer stromab gelegenen Druckseite 33
des Schaufelblatts 13 der Leitschaufel 12 größer ist als auf einer stromauf gelegenen
Saugseite 34 des Schaufelblatts 13. Aufgrund dieser Druckverhältnisse strömt im Betrieb
des Strahltriebwerks 1 ein Teil der Hauptströmung als Leckageströmung von der Druckseite
33 des Schaufelblatts 13 durch den Strömungsbereich 31 zu der Saugseite 34 des Schaufelblatts
13. Die Leckageströmung wird hierbei im Bereich der Druckseite 33 durch den Spalt
28 über die dem Kernstromkanal 3 abgewandte Fläche 30 zu dem Spalt 28 im Bereich der
Saugseite 34 geführt. Die im Betrieb auftretende Leckageströmung ist in der Fig. 2a
und Fig. 2b exemplarisch durch Strömungslinien 38 gezeigt, wobei vorliegend nur die
durch den Bereich 39 aus dem Spalt 28 austretenden Strömungslinien 38 gezeigt sind.
[0048] Das Einströmen der Leckageströmung im Bereich der Saugseite 34 des Schaufelblatts
10 in die Hauptströmung führt zu erheblichen Verlusten des Strahltriebwerks 1, da
eine Geschwindigkeit der Hauptströmung in diesem Bereich durch die Leckageströmung
in unerwünschter Weise reduziert wird und ein sogenanntes Blockage- bzw. Verlustgebiet
entsteht.
[0049] Um einen Massenstrom der Leckageströmung, der im Betrieb des Strahltriebwerks 1 auf
der Saugseite 34 des Schaufelblatts 13 in die Hauptströmung eingeleitet wird, zu reduzieren,
ist gemäß Fig. 3 bis Fig. 5 eine Absaugeinrichtung 40 vorgesehen, die im Bereich einer
der Druckseite 33 des Schaufelblatts 13 zugewandten Seite direkt an den Strömungsbereich
31 grenzt. Gemäß Fig. 3 mündet die Absaugeinrichtung 40 in einem Übergangsbereich
in den Strömungsbereich 31, in dem der Spalt 28 mit der Fläche 30 der Plattform 14
verbunden ist. Die Absaugeinrichtung 40 bildet vorliegend einen Kanal, der gegenüber
der radialen Richtung R und der axialen Richtung A des Strahltriebwerks 1 einen Winkel
von jeweils etwa 45° aufweist. Die Absaugeinrichtung 40 mündet mit einem dem Strömungsbereich
31 abgewandten Ende in einen Raum 42 bzw. ein Plenum, wobei der Raum 42 durch die
Gehäuseeinrichtung 8 von dem Kernstromkanal 3 getrennt ist. Der Raum 42 ist in radialer
Richtung R des Strahltriebwerks 1 außerhalb des Kernstromkanals 3 und in axialer Richtung
A des Strahltriebwerks 1 stromab der Leitschaufeln 12 angeordnet. Ausgehend von dem
Strömungsbereich 31 vergrößert sich ein Querschnitt der kanalförmig ausgeführten Absaugeinrichtung
40 vorliegend in Richtung des Raums 42 kontinuierlich.
[0050] Wie insbesondere Fig. 4 zu entnehmen ist, verläuft die Absaugeinrichtung 40 in Umfangsrichtung
U des Strahltriebwerks 1 vollständig umlaufend, so dass die Strömungsbereiche 31 sämtlicher
Leitschaufeln 12 der Statorvorrichtung 5 über die Absaugeinrichtung 40 miteinander
und mit dem Raum 42 verbunden sind. In Fig. 5 ist dies auch aus einer anderen Perspektive
ersichtlich, wobei in dieser Darstellung die Leitschaufeln 12 nicht dargestellt sind.
Bezüglich der Umfangsrichtung u der Mittelachse 18 des spindelförmigen Bereichs 15
ist die Absaugeinrichtung 40 über einen Winkelbereich von vorliegend etwa 45° mit
dem Strömungsbereich 31 verbunden, so dass auch bei sich in der jeweiligen Endposition
befindlicher Leitschaufel 12 eine Verbindung der Absaugeinrichtung 40 mit dem Strömungsbereich
31 sichergestellt ist.
[0051] Im Folgenden werden weitere Ausführungsvarianten der Absaugeinrichtung 40 beschrieben,
wobei lediglich auf die Unterschiede zu der Absaugeinrichtung 40 näher eingegangen
wird.
[0052] Die Ausführung gemäß Fig. 6 unterscheidet sich von der Ausführung gemäß Fig. 3 bis
Fig. 5 dadurch, dass die Gehäuseeinrichtung 8 stromab des Spalts 28 im Bereich der
Druckseite 33 des Schaufelblatts 13 eine Ausnehmung 43 aufweist, über die der Hauptströmung
zusätzlich Zapfluft entnommen wird. Die über die Ausnehmung 43 entnommene Zapfluft
wird ebenfalls dem Raum 42 zugeführt.
[0053] Eine zur der Absaugeinrichtung 40 alternative Gestaltung ist in der Fig. 7 mit der
Absaugeinrichtung 44 gezeigt. Die Absaugeinrichtung 44 unterscheidet sich von der
Absaugeinrichtung 40 dadurch, dass die Absaugeinrichtung 44 im Bereich des Spalts
28 auf der Druckseite 33 des Schaufelblatts 13 direkt an den Kernstromkanal 3 grenzt,
wobei sich die Absaugeinrichtung 44 ausgehend von dem Kernstromkanal 3 wiederum im
Wesentlichen mit einem Winkel von 45° sowohl gegenüber der radialen Richtung R als
auch der axialen Richtung A des Strahltriebwerks 1 in der Gehäuseeinrichtung erstreckt
und vergleichbar zu der Absaugeinrichtung 40 in den Raum 42 mündet. Ein Querschnitt
der kanalförmigen Absaugeinrichtung 44 erweitert sich dabei ausgehend von dem Strömungsbereich
31 wiederum kontinuierlich.
[0054] Analog zu der Absaugeinrichtung 44 grenzt die in Fig. 8 dargestellte Absaugeinrichtung
46 wiederum direkt an den Kernstromkanal 3, wobei die kanalförmig ausgeführte Absaugeinrichtung
gegenüber der axialen Richtung A des Strahltriebwerks 1 einen Winkel von etwa 30°
aufweist und einen gegenüber der Absaugeinrichtung 44 vergrößerten Strömungsquerschnitt
aufweist. Zudem ist ein Strömungsquerschnitt der Absaugeinrichtung 46 ausgehend von
dem Strömungsbereich 31 bis zu dem Raum 42 vorliegend im Wesentlichen konstant.
[0055] Bei der Ausführung gemäß Fig. 9 verläuft die Absaugeinrichtung 48 ausgehend von dem
Spalt 28 im Bereich der Druckseite 33 des Schaufelblatts 13 im Wesentlichen in radialer
Richtung R des Strahltriebwerks 1 nach außen und mündet direkt in den Raum 42. Im
Unterschied zu den vorhergehend beschriebenen Absaugeinrichtungen 40, 44, 46 verläuft
die Absaugeinrichtung 48 nicht in Umfangsrichtung U des Strahltriebwerks 1 umlaufend,
sondern ist im Wesentlichen konzentrisch zu der Mittelachse 18 des spindelförmigen
Bereichs 15 angeordnet und erstreckt sich über einen Winkelbereich von beispielsweise
45° um die Mittelachse 18. Bei dieser Ausführung ist somit jeder Leitschaufel 12 der
Statorvorrichtung 5 eine separate Absaugeinrichtung 48 zugeordnet, die jeweils mit
dem Raum 42 verbunden sind.
[0056] In den Fig. 10 bis Fig. 12 sind weitere Ausführungsvarianten von Absaugeinrichtungen
50, 52, 54 gezeigt, wobei die im Folgenden näher beschriebenen Absaugeinrichtungen
50, 52, 54 im Unterschied zu den Absaugeinrichtungen 40, 44, 46, 48 im Bereich der
Saugseite 34 des Schaufelblatts 13 mit dem Strömungsbereich 31 verbunden sind. Ansonsten
können die Absaugeinrichtungen 50, 52, 54 im Wesentlichen vergleichbar zu den Absaugeinrichtungen
40, 44, 46, 48 ausgeführt sein.
[0057] Die Absaugeinrichtung 50 gemäß Fig. 10 grenzt in einem dem Kernstromkanal 3 abgewandten
Bereich an den Strömungsbereich 31 und erstreckt sich ausgehend hiervon mit einer
Krümmung in radialer Richtung R des Strahltriebwerks 1 nach außen zu einem Raum 51,
der analog zu dem Raum 42 durch die Gehäuseeinrichtung 8 von dem Kernstromkanal 3
getrennt ist, allerdings in axialer Richtung A des Strahltriebwerks 1 stromauf der
Leitschaufel 12 angeordnet ist. Die kanalförmig ausgeführte Absaugeinrichtung 50 erstreckt
sich bezüglich der Zentralachse des Strahltriebwerks 1 in Umfangsrichtung U umlaufend,
wobei ein Querschnitt der Absaugeinrichtung 50 ausgehend von dem Strömungsbereich
31 bis zu einem Mündungsbereich in den Raum 51 im Wesentlichen konstant ist.
[0058] Die in Fig. 11 dargestellte Absaugeinrichtung 52 ist wiederum kanalförmig ausgeführt
und verlängert den Spalt 28 in radialer Richtung R des Strahltriebwerks 1 nach außen,
wobei die Absaugeinrichtung 52 über eine Krümmung bezüglich der axialen Richtung A
des Strahltriebwerks 1 in Strömungsrichtung der Hauptströmung in den Raum 51 mündet.
Bei der Ausführung gemäß Fig. 11 sind in Umfangsrichtung U des Strahltriebwerks 1
verteilt mehrere Stege 55 vorgesehen, über welche Teile der Gehäuseeinrichtung 8 aus
Stabilitätsgründen miteinander verbunden sind, wobei vorliegend jeweils in einem Bereich
zwischen zwei Leitschaufeln 12 ein Steg 55 angeordnet ist.
[0059] Die Absaugeinrichtung 54 der Fig. 12 bis Fig. 14 ist im Wesentlichen vergleichbar
zu der Absaugeinrichtung 52 ausgeführt. Insbesondere in Fig. 13 sind dabei wiederum
Stege 56 vorgesehen, die gegenüber den Stegen 55 eine größere Erstreckung in Umfangsrichtung
U des Strahltriebwerks 1 aufweisen. Neben der gezeigten Ausführung können sich die
Stege 55, 56 je nach Anwendungsfall in Umfangsrichtung U des Strahltriebwerks 1 auch
über einen größeren oder einen kleineren Bereich erstrecken. Wie der Fig. 14 zu entnehmen
ist, ist die Absaugeinrichtung 54 bezüglich der Mittelachse 18 über einen Winkelbereich
von etwa 30° mit dem Strömungsbereich 31 verbunden.
[0060] Der im Betrieb des Strahltriebwerks 1 über die jeweilige Absaugeinrichtung 40, 44,
46, 48, 50, 52, 54 der Leckageströmung entnommene Massenstrom kann prinzipiell für
verschiedenartige Anwendungsfälle verwendet werden, wobei der Massenstrom analog zu
von der Hauptströmung in herkömmlicher Weise entnommener Zapfluft eingesetzt werden
kann.
[0061] In Fig. 15 und Fig. 16 werden die der Leckageströmung entnommenen Massenströme über
eine Absaugeinrichtung 52 gemäß Fig. 11 einem Leitungsbereich 57 zugeführt, der sich
im Wesentlich in axialer Richtung A des Strahltriebwerks 1 stromauf zu einer der Statorvorrichtung
5 direkt vorgelagerten Rotorvorrichtung 4 erstreckt. Der Leitungsbereich 57 ist vorliegend
durch einen eine Oberfläche 27 des Kernstromkanals 3 bildenden Teil 60 der Gehäuseeinrichtung
8 und einen Teil 61 der Gehäuseeinrichtung 8 gebildet, der vorliegend im Wesentlichen
plattenförmig ausgeführt und hier mit Abstützelementen 62, 63 der Gehäuseeinrichtung
8 verbunden ist.
[0062] Der Leitungsbereich 57 verläuft vorliegend in Umfangsrichtung U des Strahltriebwerks
1 umlaufend. Der über den Leitungsbereich 57 geführte Massenstrom wird über eine sich
ebenfalls in Umfangsrichtung U des Strahltriebwerks 1 umlaufend erstreckende Düse
58 im Bereich von Rotorspitzen 59 der Laufschaufeleinrichtungen 9 in die Hauptströmung
geleitet. Durch die Einleitung von impulsreicher Strömung in den Bereich der Rotorspitzen
59 wird im Betrieb des Strahltriebwerks 1 für die Rotorspitzen 59 stabilisierende
Wirkung dadurch erzielt, dass der in die Hauptströmung eingeleitete Massenstrom mit
einer im Bereich der Rotorspitzen 59 vorliegenden Strömung derart interagiert, dass
in diesem Bereich auftretende Verwirbelungen verringert werden.
[0063] In Fig. 16 ist ein Ausschnitt der Stufe 6C des Hochdruckverdichters 2 gezeigt, der
demjenigen der Fig. 15 entspricht. Fig. 16 unterscheidet sich von Fig. 15 lediglich
durch die Ausführung des Leitungsbereichs 65, der im Wesentlichen dem Leitungsbereich
57 der Fig. 15 entspricht, im Unterschied zu dem Leitungsbereich 57 allerdings in
einem den Rotorspitzen 59 zugewandten Endbereich eine Vielzahl von Düsen 66 aufweist,
die über den Umfang des Leitungsbereichs 65 verteilt angeordnet sind.
[0064] Eine weitere Alternative ist in Fig. 17 und Fig. 18 gezeigt, wobei hier die Gehäuseeinrichtung
8 nicht dargestellt ist. Hierbei sind eine Vielzahl von baugleich ausgeführten Leitungsbereichen
68 vorgesehen, über die jeweils ein dem Strömungsbereich 31 entnommener Massenstrom
den Rotorspitzen 57 der Laufschaufeleinrichtungen 9 zuführbar ist.
[0065] In Fig. 19 ist ein stark vereinfachter Ausschnitt des Hochdruckverdichters 2 des
Strahltriebwerks 1 gezeigt, wobei ersichtlich ist, dass in axialer Richtung A des
Strahltriebwerks 1 vorliegend zwei Räume 70, 71 vorgesehen sind, die über einen Leitungsbereich
72 miteinander verbunden sind. Den Räumen 70, 71 kann in oben näher beschriebener
Weise über Absaugeinrichtungen 40, 44, 46, 48, 50, 52, 54 jeweils ein der Leckageströmung
entnommener Massenstrom zugeführt werden. Prinzipiell können auf derartige Weise beliebige
Räume 70, 71 miteinander verbunden werden und ein Massenstrom aus einem dieser Räume
70 einem gewünschten Verwendungsort zugeführt werden. Über die Räume 70, 71 ist beispielsweise
der Leckageströmung über eine Absaugeinrichtung 40, 44, 46, 48, 50, 52, 54 entnommener
Massenstrom in axialer Richtung A des Strahltriebwerks 1 stromauf förderbar und beispielsweise
einer Rotorvorrichtung 4 in oben näher beschriebener Weise zuführbar.
[0066] Zur Reduzierung der Leckageströmung in dem Strömungsbereich 31 sind in den Fig. 20
bis Fig. 28 weitere Möglichkeiten gezeigt, wobei die gezeigten Ausführungen alleine
oder zusätzlich zu den Absaugeinrichtungen 40, 44, 46, 48, 50, 52, 54 vorgesehen sein
können. In der Längsschnittdarstellung gemäß Fig. 20 der Leitschaufel 12 durch die
Mittelachse 18 ist sowohl die Plattform 14 mit dem spindelförmigen Bereich 15 in einem
in radialer Richtung R des Strahltriebwerks 1 äußeren Bereich des Kernstromkanals
3 als auch die Plattform 19 und der spindelförmige Bereich 20 in einem in radialer
Richtung R des Strahltriebwerks 1 inneren Bereich des Kernstromkanals 3 und das die
Plattformen 14 und 15 verbindende Schaufelblatt 13 ersichtlich. Weiterhin ist eine
Vorderkante 74 des Schaufelblatts 13, die in axialer Richtung A des Strahltriebwerks
1 stromauf gewandt ist, und eine Hinterkante 75 des Schaufelblatts 13, die in axialer
Richtung A des Strahltriebwerks 1 stromab gewandt ist, gezeigt.
[0067] Die Plattformen 14, 19 weisen einen in axialer Richtung A des Strahltriebwerks 1
stromauf gewandten vorderen Randbereich 77 bzw. 79 mit einem vorderen Ende 81 bzw.
83 und einen in axialer Richtung A des Strahltriebwerks 1 stromab angeordneten hinteren
Randbereich 78 bzw. 80 mit einem hinteren Ende 82 bzw. 84 auf, wobei auch der durch
den Spalt 28 und den Abstand der Fläche 30 der Plattform 14 bzw. 19 in radialer Richtung
R des Strahltriebwerks 1 von der Gehäuseeinrichtung 8 bzw. dem Gehäuseteil 22 gebildete
Strömungsbereich 31 ersichtlich ist. Mit Pfeilen 94 ist dabei die Strömungsrichtung
der Leckageströmung sowohl im Bereich der Plattform 14 als auch im Bereich der Plattform
19 gezeigt.
[0068] In Fig. 20 sind Referenzpunkte 86 bzw. 88 stromauf der Plattform 14 bzw. 19 und Referenzpunkte
87 bzw. 89 stromab der Plattform 14 bzw. 19 ersichtlich, wobei die Referenzpunkte
86 und 88 einen Abstand stromauf zu dem vorderen Ende 81 bzw. 83 aufweisen, der etwa
10 % einer Erstreckung der Plattform 14 bzw. 19 in axialer Richtung A des Strahltriebwerks
1 beträgt. Die Referenzpunkte 87 und 89 weisen einen stromabseitigen Abstand von dem
hinteren Ende 82 bzw. 84 der Plattform 14 bzw. 19 auf, der etwa 10 % der Erstreckung
der Plattform 14 bzw. 19 in axialer Richtung A des Strahltriebwerks 1 entspricht.
Die Referenzpunkte 86 bis 89 sind dabei jeweils auf der Oberfläche 27 des Kernstromkanals
3 angeordnet. Mit dem Bezugszeichen 91 ist eine geradlinige Verbindung der Referenzpunkte
86 und 87 der Plattform 14 und mit dem Bezugszeichen 92 eine geradlinige Verbindung
der Referenzpunkte 88 und 89 der Plattform 19 bezeichnet.
[0069] Ein den vorderen Randbereich 77 der Plattform 14 näher darstellender Ausschnitt ist
mit dem Bezugszeichen I versehen, wohingegen ein den hinteren Randbereich 78 der Plattform
14 umfassender Ausschnitt mit dem Bezugszeichen II bezeichnet ist. In vergleichbarer
Weise ist ein den vorderen Randbereich 79 der Plattform 19 umfassender Ausschnitt
mit III und ein den hinteren Randbereich 80 der Plattform 19 umfassender Ausschnitt
mit IV bezeichnet.
[0070] Bei den Ausführungen gemäß der Fig. 20 bis Fig. 23 ragt der vordere Randbereich 77
der Plattform 14 in radialer Richtung R des Strahltriebwerks 1 gegenüber der Verbindung
91 um eine Erstreckung 93 in den Kernstromkanal 3, wohingegen der hintere Randbereich
78 der Plattform 14 in radialer Richtung R des Strahltriebwerks 1 nicht in den Kernstromkanal
3 hineinragt, sondern im Wesentlichen fluchtend zu der Gehäuseeinrichtung 8 angeordnet
ist. Der sich in den Kernstromkanal 3 erstreckende Randbereich 77 kann sich in Umfangsrichtung
u der Mittelachse 18 über einen Winkelbereich von beispielsweise 20° bis etwa 180°
erstrecken, wobei insbesondere ein fließender Übergang zwischen dem vorderen Randbereich
77, der sich in den Kernstromkanal 3 erstreckt und dem hinteren Randbereich 78 der
Plattform 14, der sich nicht in den Kernstromkanal 3 erstreckt, vorgesehen ist.
[0071] Durch den in den Kernstromkanal 3 ragenden Randbereich 77 der Plattform 14 wird eine
Hauptströmung in dem Kernstromkanal 3 im Bereich der Oberfläche 27 der Gehäuseeinrichtung
8 gemäß der schematisch dargestellten Strömungslinie 95 umgelenkt, wodurch ein Teil
des dynamischen Drucks in diesem der Saugseite 34 des Schaufelblatts 13 zugewandten
Bereich in statischen Druck umgewandelt wird. Der erhöhte statische Druck in diesem
Bereich hat zur Folge, dass eine Druckdifferenz zwischen einem statischen Druck im
Bereich des Spalts 28 auf der Druckseite 33 des Schaufelblatts 13 und dem statischen
Druck im Bereich des Spalts 28 auf der Saugseite 34 des Schaufelblatts 13 gegenüber
einer Ausführung mit nicht in den Kernstromkanal 3 ragendem vorderen Randbereich 77
der Plattform 14 reduziert ist. Hierdurch wird im Betrieb des Strahltriebwerks 1 der
durch den Strömungsbereich 31 geführte Massenstrom reduziert, so dass ein geringerer
Massenstrom aus dem Strömungsbereich 31 in die Hauptströmung eintritt. Hierdurch werden
wiederum Verluste in diesem Bereich reduziert, wodurch ein Wirkungsgrad des Strahltriebwerks
1 verbessert ist.
[0072] Bei der Ausführung gemäß Fig. 20 ist im Bereich des vorderen Endes 81 der Plattform
14 in einem Übergangsbereich zwischen einer sich im Wesentlichen in radialer Richtung
R des Strahltriebwerks 1 erstreckenden Seitenfläche 97 und einer dem Kernstromkanal
3 zugewandten Fläche 98 eine scharfe Kante 96 vorgesehen. Aus Fertigungsgesichtspunkten
kann die Kante 96 mit einem geringen Radius versehen sein.
[0073] Bezugnehmend auf Fig. 21 ist eine der Ausführung der Fig. 20 entsprechende Variante
gezeigt, welche sich lediglich von den Bereichen I und III der Fig. 20 unterscheidet.
Wie im Bereich I' ersichtlich ist, ist in dem Übergangsbereich zwischen der sich im
Wesentlichen in radialer Richtung R des Strahltriebwerks 1 erstreckenden Seitenfläche
97 und der dem Kernstromkanal 3 zugewandten Fläche 98 ein größerer Radius 99 vorgesehen.
Der dem Ausschnitt III der Fig. 20 entsprechende Bereich der Plattform 19 ist im Wesentlichen
horizontal gespiegelt zu dem Ausschnitt I' ausgebildet.
[0074] Gemäß der Ausführung nach Fig. 22 ist der Ausschnitt I" alternativ zu der Ausführung
nach Fig. 20 gestaltet, wobei in dem Übergangsbereich zwischen der sich im Wesentlichen
in radialer Richtung R des Strahltriebwerks 1 erstreckenden Seitenfläche 97 und der
dem Kernstromkanal 3 zugewandten Fläche 98 ein als Nase 100 ausgeführter Überhang
angeordnet ist. Somit weist die Plattform 14 im Bereich der Fläche 98 eine größere
Erstreckung in axialer Richtung A des Strahltriebwerks 1 auf als im Bereich der Seitenfläche
97. Ein vorderes Ende 81 der Plattform 14 im Bereich der Nase 100 ist hierbei bezüglich
der axialen Richtung A des Strahltriebwerks 1 etwa auf Höhe einer den Spalt 28 begrenzenden
Seitenwand 101 der Gehäuseeinrichtung 8 angeordnet. Durch die beschriebene Ausführung
der Nase 100 wird erreicht, dass die im Bereich der Saugseite 33 des Schaufelblatts
13 aus dem Spalt 28 austretende Leckageströmung nicht direkt in radialer Richtung
R des Strahltriebwerks 1 in die Hauptströmung eintritt, sondern zuvor im Bereich der
Nase 100 aufgestaut wird. Hierdurch wird ein statischer Druck in diesem Bereich mit
den oben näher beschriebenen vorteilhaften Wirkungen für die Leckageströmung weiter
erhöht. Weiterhin wird die aus dem Spalt 28 austretende Leckageströmung vor einer
Einleitung in die Hauptströmung um die Nase 100 herum umgelenkt und beschleunigt,
so dass die Leckageströmung nur in vorteilhafterweise geringem Umfang mit der Hauptströmung
wechselwirkt. Der dem Ausschnitt III der Fig. 20 entsprechende Bereich der Plattform
19 ist auch bei der Gestaltung gemäß Fig. 22 im Wesentlichen horizontal gespiegelt
zu dem Ausschnitt I" ausgebildet.
[0075] In Fig. 23 weist die Plattform 14 in dem vorderen Randbereich 77 wiederum einen als
Nase 102 ausgeführten Überhang auf, wie der alternativ zu dem Bereich I der Fig. 20
gestaltete Ausschnitt I'" in Fig. 23 zeigt. Dabei ist die Nase 102 prinzipiell vergleichbar
zu der Nase 100 ausgeführt. Im Unterschied zu der Nase 100 gemäß Fig. 22 weist die
Nase 102 allerdings eine bezüglich der axialen Richtung A des Strahltriebwerks 1 größere
Erstreckung auf, so dass die Nase 102 die Gehäuseeinrichtung 8 gegenüber der Seitenfläche
101 in axialer Richtung A des Strahltriebwerks 1 um eine Länge 107 übergreift. Durch
eine derartige Ausführung der Nase 102 wird im Bereich des Spalts 28 eine größere
Erhöhung des statischen Drucks erreicht als mit der Nase 100. Auch bei der Gestaltung
gemäß Fig. 23 ist der dem Ausschnitt III der Fig. 20 entsprechende Bereich der Plattform
19 im Wesentlichen horizontal gespiegelt zu dem Ausschnitt I'" ausgebildet.
[0076] In Fig. 24 ist mit I"" eine alternative Ausführung des Ausschnitts I der Fig. 20
gezeigt, bei der der vordere Randbereich 77 der Plattform 14 in radialer Richtung
R des Strahltriebwerks 1 eine im Wesentlichen der Verbindung 91 in diesem Bereich
entsprechende Erstreckung aufweist. Die Ausführung I"" gemäß Fig. 24 ist mit den in
den Fig. 25 bis Fig. 28 gezeigten Ausführungsvarianten II' bis II"" des hinteren Randbereichs
78 der Plattform 14 kombinierbar. Bei sämtlichen nachfolgenden Ausführungsvarianten
kann der vordere Randbereich 79 der Plattform 19 entsprechend dem Ausschnitt III in
Fig. 20 horizontal gespiegelt zu dem vorderen Randbereich 77 der Plattform 14 ausgeführt
sein. Ebenso kann der hintere Randbereich 80 der Plattform 19 entsprechend dem Ausschnitt
IV in Fig. 20 horizontal gespiegelt zu dem hinteren Randbereich 78 der Plattform 14
ausgeführt sein.
[0077] Gemäß den Ausschnitten II' bis II"" der Fig. 25 bis Fig. 28 ragt der hintere Randbereich
78 der Plattform 14 in radialer Richtung R des Strahltriebwerks 1 gegenüber der Verbindung
91 um eine Erstreckung 110 in den Kernstromkanal 3. Der sich in den Kernstromkanal
3 erstreckende Randbereich kann sich in Umfangsrichtung u der Mittelachse 18 wiederum
über einen Winkelbereich von beispielsweise 20° bis etwa 180° erstrecken, wobei insbesondere
ein fließender Übergang zwischen dem den hinteren Randbereich 78 umfassenden Randbereich,
der sich in den Kernstromkanal 3 erstreckt, und einem den vorderen Randbereich 77
umfassenden Randbereich der Plattform 14, der sich nicht in den Kernstromkanal 3 erstreckt,
vorgesehen ist.
[0078] Durch den in den Kernstromkanal 3 ragenden Randbereich 78 der Plattform 14 wird eine
Hauptströmung in dem Kernstromkanal 3 im Bereich der Oberfläche 27 der Gehäuseeinrichtung
8 gemäß der schematisch dargestellten Strömungslinie 95 durch den in den Kernstromkanal
3 ragenden hinteren Randbereich 78 umgelenkt, wodurch ein Teil des statischen Drucks
in diesem, der Druckseite 33 des Schaufelblatts 13 zugewandten Bereich, in dynamischen
Druck umgewandelt wird. Der reduzierte statische Druck in diesem Bereich hat zur Folge,
dass eine Druckdifferenz zwischen dem statischen Druck im Bereich des Spalts 28 auf
der Druckseite 33 des Schaufelblatts 13 und dem statischen Druck im Bereich des Spalts
28 auf der Saugseite 34 des Schaufelblatts 13 gegenüber einer Ausführung mit nicht
in den Kernstromkanal 3 ragendem hinteren Randbereich 78 der Plattform 14 reduziert
ist. Dies hat zur Folge, dass auch der im Betrieb des Strahltriebwerks 1 durch den
Strömungsbereich 31 geführte Massenstrom reduziert ist. Da hierdurch ein geringerer
Massenstrom aus dem Strömungsbereich 31 in die Hauptströmung eintritt, sind Verluste
in diesem Bereich reduziert, wodurch wiederum ein Wirkungsgrad des Strahltriebwerks
1 verbessert ist.
[0079] Im Ausschnitt II' gemäß Fig. 25 ist in einem Übergangsbereich zwischen der sich im
Wesentlichen in radialer Richtung R des Strahltriebwerks 1 erstreckenden Seitenfläche
97 und der dem Kernstromkanal 3 zugewandten Fläche 98 eine scharfe Kante 103 vorgesehen,
die insbesondere aus Fertigungsgesichtspunkten mit einem kleinen Radius versehen sein
kann.
[0080] Im Unterschied hierzu ist bei der Ausführung des Bereichs II" gemäß Fig. 26 in dem
Übergangsbereich zwischen der sich im Wesentlichen in radialer Richtung R des Strahltriebwerks
1 erstreckenden Seitenfläche 97 und der dem Kernstromkanal 3 zugewandten Fläche 98
ein größerer Radius 104 vorgesehen.
[0081] Gemäß der Ausschnitte II'" gemäß Fig. 27 und II"" in Fig. 28 ist in dem Übergangsbereich
zwischen der sich im Wesentlichen in radialer Richtung R des Strahltriebwerks 1 erstreckenden
Seitenfläche 97 und der dem Kernstromkanal 3 zugewandten Fläche 98 jeweils ein als
Nase 105 bzw. 106 ausgeführter Überhang angeordnet, wobei die jeweilige Nase 105 bzw.
106 im Wesentlichen spiegelsymmetrisch bzw. vertikal gespiegelt zu der Nase 100 bzw.
der Nase 102 ausgeführt ist.
[0082] Neben den bisher beschriebenen Ausführungsvarianten, bei denen sich entweder der
vordere Randbereich 77 bzw. 79 oder der hintere Randbereich 78 bzw. 80 der Plattform
14 bzw. 19 in den Kernstromkanal 3 erstreckt, kann es auch vorgesehen sein, dass sowohl
der vordere Randbereich 77 bzw. 79 als auch der hintere Randbereich 78 bzw. 80 der
Plattform 14 bzw. 19 gegenüber der Verbindung 91 bzw. 92 in radialer Richtung R des
Strahltriebwerks 1 in den Kernstromkanal 3 ragen. Hierdurch tritt im Bereich des Spalts
28 auf der Saugseite 34 des Schaufelblatts 13 in oben näher beschriebener Weise eine
Druckerhöhung und im Bereich des Spalts 28 auf der Druckseite 33 des Schaufelblatts
13 in oben näher beschriebener Weise eine Druckreduzierung auf, so dass ein Druckgradient
aus einem Druck im Bereich eines Eintritts der Leckageströmung in den Strömungsbereich
31 zu einem Druck im Bereich eines Austritts der Leckageströmung aus dem Strömungsbereich
31 weiter reduziert ist. Hierdurch wird im Betrieb des Strahltriebwerks 1 ein durch
den Strömungsbereich 31 strömender Massenstrom weiter reduziert.
[0083] Prinzipiell können die Plattformen 14, 19 in den Ausschnitten I, II, III und IV beliebige
Kombinationen der hierzu jeweils beschriebenen Ausführungsvarianten bilden. Der Übergangsbereich
von der Seitenfläche 97 der Plattform 14 zu der Fläche 98 der Plattform 14 ist insbesondere
in dem vorderen Randbereich 77 bzw. 79 vergleichbar zu dem hinteren Randbereich 78
bzw. 80 ausgeführt. Der in den Kernstromkanal 3 ragende Randbereich 77, 78 der Plattform
14 bzw. der in den Kernstromkanal 3 ragende Randbereich 79, 80 der Plattform 19 ist
dabei in Umfangsrichtung u der Mittelachse 18 vorzugsweise komplett umlaufend ausgeführt.
Alternativ hierzu kann der Übergangsbereich von der Seitenfläche 97 zu der Fläche
98 der Plattform aber auch in dem vorderen Randbereich 77 bzw. 79 anders ausgeführt
sein als in dem hinteren Randbereich 78 bzw. 80.
[0084] Die Erstreckung 93 im vorderen Randbereich 77 bzw. 79 und die Erstreckung 110 im
hinteren Randbereich 78 bzw. 80 können sowohl einen einander entsprechenden Wert aufweisen.
Alternativ hierzu kann eine der Erstreckungen 93 bzw. 110 größer als die andere Erstreckung
110 bzw. 93 sein.
[0085] Die Erstreckung 93 bzw. die Erstreckung 110 des in den Kernstromkanal 3 ragenden
Randbereichs 77, 78, 79, 80 beträgt vorliegend etwa 0,8 % einer Breite B des Kernstromkanals
3 senkrecht zur axialen Richtung A des Strahltriebwerks 1 im Bereich des Randbereichs
77, 78, 79, 80.
[0086] Wie in Fig. 20 dargestellt, kann an den Strömungsbereich 31 im Bereich der Druckseite
33 des Schaufelblatts 13 und/oder im Bereich der Saugseite 34 des Schaufelblatts eine
Absaugeinrichtung 108 grenzen. Im Prinzip ist jede der in den Fig. 20 bis Fig. 28
beschriebenen Ausführung mit einer oder mehreren der in den Fig. 3 bis Fig. 14 gezeigten
Absaugeinrichtungen 40, 44, 46, 48, 50, 52 oder 54 kombinierbar.
[0087] Ebenso kann es vorgesehen sein, dass die in den Fig. 3 bis Fig. 18 gezeigten Plattformen
14 bzw. 19 gemäß den Ausführungen nach Fig. 20 bis Fig. 30 in den Kernstromkanal 3
ragen. Durch die Kombination der in den Kernstromkanal 3 ragenden Plattform 14, mit
einer Absaugeinrichtung 40, 44, 46, 48, 50, 52, 54, 108 ist ein Wirkungsgrad des Strahltriebwerks
1 vorteilhafterweise weiter erhöht, da sich die Wirkung der Absaugeinrichtung 40,
44, 46, 48, 50, 52, 54, 108 mit der Wirkung der in den Kernstromkanal ragenden Plattform
14, 19 addiert.
Bezugszeichenliste
[0088]
- 1
- Strömungsmaschine; Strahltriebwerk
- 2
- Schaufelradvorrichtung; Hochdruckverdichter
- 3
- Kernstromkanal
- 4
- Rotorvorrichtung
- 5
- Statorvorrichtung
- 6A bis 6D
- Stufen des Hochdruckverdichters
- 8
- Gehäuseeinrichtung
- 9
- Laufschaufeleinrichtung
- 10
- Schaufelblatt der Laufschaufeleinrichtung
- 11
- Scheibenrad
- 12
- Leitschaufel
- 13
- Schaufelblatt der Leitschaufel
- 14
- Plattform
- 15
- spindelförmiger Bereich
- 16
- Ausnehmung der Gehäuseeinrichtung
- 17
- Buchse
- 18
- Mittelachse
- 19
- Plattform
- 20
- spindelförmiger Bereich
- 21
- Buchse
- 22
- Gehäuseteil
- 24
- Ausnehmung
- 27
- Oberfläche des Kernstromkanals
- 28
- Spalt
- 30
- Fläche der Plattform
- 31
- Strömungsbereich
- 33
- Druckseite des Schaufelblatts
- 34
- Saugseite des Schaufelblatts
- 36
- Ausnehmung
- 38
- Strömungslinie
- 39
- Bereich
- 40
- Absaugeinrichtung
- 42
- Raum
- 43
- Ausnehmung
- 44
- Absaugeinrichtung
- 46
- Absaugeinrichtung
- 48
- Absaugeinrichtung
- 50
- Absaugeinrichtung
- 51
- Raum
- 52
- Absaugeinrichtung
- 54
- Absaugeinrichtung
- 55
- Steg
- 57
- Leitungsbereich
- 58
- Düse
- 59
- Rotorspitze
- 60
- Teil der Gehäuseeinrichtung
- 61
- Teil der Gehäuseeinrichtung
- 62
- Abstützelement
- 63
- Abstützelement
- 65
- Leitungsbereich
- 66
- Düse
- 68
- Leitungsbereich
- 70
- Raum
- 71
- Raum
- 72
- Leitungsbereich
- 74
- Vorderkante des Schaufelblatts
- 75
- Hinterkante des Schaufelblatts
- 77
- vorderer Randbereich der Plattform
- 78
- hinterer Randbereich der Plattform
- 79
- vorderer Randbereich der Plattform
- 80
- hinterer Randbereich der Plattform
- 81
- vorderes Ende der Plattform
- 82
- hinteres Ende der Plattform
- 83
- vorderes Ende der Plattform
- 84
- hinteres Ende der Plattform
- 86 bis 89
- Referenzpunkt
- 91,92
- geradlinige Verbindung
- 93
- Erstreckung
- 94
- Pfeil
- 95
- Strömungslinie
- 96
- Kante
- 97
- Seitenfläche der Plattform
- 98
- Fläche der Plattform
- 99
- Radius
- 100
- Überhang; Nase
- 101
- Seitenfläche der Gehäuseeinrichtung
- 102
- Überhang; Nase
- 103
- Kante
- 104
- Radius
- 105, 106
- Überhang; Nase
- 107
- Länge
- 108
- Absaugeinrichtung
- 110
- Erstreckung
- a
- axialer Richtung der Leitschaufel
- A
- axiale Richtung des Strahltriebwerks
- B
- Breite des Kernstromkanals
- r
- radiale Richtung Leitschaufel
- R
- radiale Richtung des Strahltriebwerks
- u
- Umfangsrichtung zur Mittelachse der Leitschaufel
- U
- Umfangsrichtung des Strahltriebwerks
1. Statorvorrichtung (5) für eine Strömungsmaschine (1) mit einer Gehäuseeinrichtung
(8) und mehreren Leitschaufeln (12), die umfangsseitig verteilt an der Gehäuseeinrichtung
(8) angeordnet sind, wobei die Leitschaufeln (12) jeweils mit einem Schaufelblatt
(13) und jeweils wenigstens einer Plattform (14, 19) ausgeführt sind, wobei die Plattformen
(14, 19) zumindest bereichsweise eine Oberfläche (27) eines im Betrieb der Statorvorrichtung
(5) mit Arbeitsfluid durchströmten Ringkanals (3) bilden und gegenüber der Gehäuseeinrichtung
(8) verstellbar gelagert sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eine Plattform (14, 19) in axialer Richtung (A) der Statorvorrichtung
(5) zwischen zwei Referenzpunkten (86 und 87 bzw. 88 und 89) des Ringkanals (3) angeordnet
ist, wobei ein erster Referenzpunkt (86, 88) einen Randpunkt des Ringkanals (3) darstellt,
der bezüglich einer Mittellängsachse der Plattform (14, 19) um 10 % einer axialen
Erstreckung der Plattform (14, 19) stromauf eines vorderen Endes (81, 83) der Plattform
(14, 19) angeordnet ist, und wobei ein zweiter Referenzpunkt (87, 89) einen Randpunkt
des Ringkanals (3) darstellt, der bezüglich der Mittellängsachse der Plattform (14,
19) um 10 % der axialen Erstreckung der Plattform (14, 19) stromab eines hinteren
Endes (82, 84) der Plattform (14, 19) angeordnet ist, wobei zumindest ein Randbereich
(77, 78, 79, 80) der Plattform (14, 19) in radialer Richtung (R) der Statorvorrichtung
(5) gegenüber einer geradlinigen Verbindung (91, 92) der beiden Referenzpunkte (86,
87 bzw. 88, 89) in den Ringkanal (3) ragt.
2. Statorvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der gegenüber der geradlinigen Verbindung (91, 92) der beiden Referenzpunkte (86,
87 bzw. 88, 89) in den Ringkanal (3) ragende Randbereich (77, 78, 79, 80) der Plattform
(14, 19) sich in einem in axialer Richtung (A) der Statorvorrichtung (5) vorderen
und/oder hinteren Bereich der Plattform (14, 19) befindet.
3. Statorvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Plattform (14, 19) der Leitschaufel (12) in einem bezüglich der radialen Richtung
(R) der Statorvorrichtung (5) inneren und/oder äußeren Randbereich des Schaufelblatts
(13) angeordnet ist.
4. Statorvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich der in den Ringkanal (3) erstreckende Randbereich (77, 78, 79, 80) der Plattform
(14, 19) gegenüber der geradlinigen Verbindung (91, 92) der Referenzpunkte (86, 87
bzw. 88, 89) um wenigstens 0,3 %, insbesondere etwa 0,8 % einer Erstreckung des Ringkanals
(3) in radialer Richtung (R) der Statorvorrichtung (5) im Bereich des Randbereichs
(77, 78, 79, 80) der Plattform (14, 19) in den Ringkanal (3) erstreckt.
5. Statorvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der sich in den Ringkanal (3) erstreckende Randbereich (77, 78, 79, 80) der Plattform
(14, 19) in einem in axialer Richtung (A) der Statorvorrichtung (5) vorderen bzw.
hinteren Bereich mit einer Verrundung (99, 104) ausgeführt ist.
6. Statorvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der sich in den Ringkanal (3) erstreckende Randbereich (77, 78, 79, 80) der Plattform
(14, 19) vorzugsweise mit einem Überhang (100, 102, 105, 106) ausgeführt ist, und
wobei die Plattform (14, 19) in einem dem Ringkanal (3) zugewandten Bereich eine größere
Erstreckung in axialer Richtung (A) der Statorvorrichtung (5) als in einem dem Ringkanal
(3) abgewandten Bereich aufweist.
7. Statorvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Überhang (100, 102, 105, 106) vorzugsweise in axialer Richtung (A) der Statorvorrichtung
(5) die an die Plattform (14, 19) angrenzende Gehäuseeinrichtung (8) zumindest bereichsweise
übergreift.
8. Statorvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich der gegenüber der geradlinigen Verbindung (91, 92) der beiden Referenzpunkte
(86, 87 bzw. 88, 89) in den Ringkanal (3) ragende Randbereich (77, 78, 79, 80) der
Plattform (14, 19) bezüglich einer Umfangsrichtung (u) der Leitschaufel (12) über
einen Winkelbereich größer 20°, insbesondere größer 30°, erstreckt.
9. Statorvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Strömungsbereich (31) vorgesehen ist, über den im Betrieb der Statorvorrichtung
(5) ein Arbeitsfluid zumindest bereichsweise in radialer Richtung (R) der Statorvorrichtung
(5) auf einer dem Ringkanal (3) abgewandten Seite der Plattform (14, 19) von einer
Druckseite (33) des Schaufelblatts (13) zu einer Saugseite (34) des Schaufelblatts
(13) strömt, wobei wenigstens eine an den Strömungsbereich (31) grenzende Absaugeinrichtung
(40, 44, 46, 48, 50, 52, 54, 108) vorgesehen ist, über die im Betrieb der Statorvorrichtung
(5) Arbeitsfluid aus dem Strömungsbereich (31) ableitbar ist.
10. Statorvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugeinrichtung (46, 48) direkt an die Oberfläche (27) des Ringkanals (3) grenzt.
11. Statorvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugeinrichtung (40, 44, 50, 52, 54, 108) in radialer Richtung (R) der Statorvorrichtung
(5) beabstandet zu der Oberfläche (27) des Ringkanals (3) an den Strömungsbereich
(31) grenzt.
12. Statorvorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugeinrichtung (40, 44, 46, 48, 50, 52, 54, 108) in einem Bereich mit dem
Strömungsbereich (31) verbunden ist, der der Druckseite (33) und/oder der Saugseite
(34) des Schaufelblatts (13) der Leitschaufel (12) zugewandt ist.
13. Statorvorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Absaugeinrichtung (40, 44, 46, 48, 50, 52, 54, 108, 109) in Umfangsrichtung
(u) der Leitschaufel (12) über einen Winkelbereich erstreckt, der insbesondere größer
20°, vorzugsweise größer 30°, ist.
14. Statorvorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugeinrichtung (40, 44, 46, 48, 50, 52, 54, 108) bezüglich einer Zentralachse
der Statorvorrichtung (5) umfangsseitig im Wesentlichen umlaufend in der Gehäuseeinrichtung
(8) verläuft.
15. Schaufelradvorrichtung (2) mit einer Statorvorrichtung (5) nach einem der Ansprüche
1 bis 14 und einer Rotorvorrichtung (4), wobei die Absaugeinrichtung (40, 44, 46,
48, 50, 52, 54, 108) mit einem Leitungsbereich (57, 65, 68) verbunden ist, über den
Arbeitsfluid im Betrieb der Schaufelradvorrichtung (2) der Rotorvorrichtung (4) zuführbar
ist, wobei der Leitungsbereich (57, 65, 68) vorzugsweise wenigstens eine Düse (58,
66) aufweist, über die im Betrieb der Schaufelradvorrichtung (2) Arbeitsfluid der
Rotorvorrichtung (4) zuführbar ist.