[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Abgasschalldämpfer für den Abgasstrom einer
Brennkraftmaschine, insbesondere Fahrzeugbrennkraftmaschine, umfassend in einem Schalldämpfergehäuse
eine erste Kammer und eine zweite Kammer, einen Abgaseinlass, wobei der Abgaseinlass
in einem ersten Einlassöffnungsbereich zur ersten Kammer offen ist und in einem zweiten
Einlassöffnungsbereich zur zweiten Kammer offen ist, einen Abgasauslass, wobei der
Abgasauslass in einem Auslassöffnungsbereich zur ersten Kammer offen ist, wenigstens
eine Verbindungsöffnung zwischen der ersten Kammer und der zweiten Kammer, eine der
wenigstens einen Verbindungsöffnung zugeordnete Abgasventilanordnung mit einem Ventilelement,
umfassend einen in einer Abschließstellung der Abgasventilanordnung die wenigstens
eine Verbindungsöffnung abschließenden Abschließbereich.
[0002] Ein derartiger Abgasschalldämpfer ist aus der
DE 197 20 410 A1 bekannt. Bei diesem bekannten Abgasschalldämpfer strömen die von einer Brennkraftmaschine
abgegebenen Abgase über ein Einlassrohr bzw. einen daran vorgesehenen ersten Einlassöffnungsbereich
in die erste Kammer im Schalldämpfergehäuse und über einen an einem Ende des Einlassrohrs
bereitgestellten zweiten Einlassöffnungsbereich in die zweite Kammer im Schalldämpfergehäuse.
Ein eine Verbindungsöffnung zwischen der zweiten Kammer und der ersten Kammer bereitstellendes
Verbindungsrohr ist an seinem in der ersten Kammer liegenden Endbereich durch eine
Abgasventilanordnung abgeschlossen. Die Abgasventilanordnung ist durch eine Feder
in Richtung zu einer Abschließstellung vorgespannt, in welcher das Verbindungsrohr
und somit die dadurch bereitgestellte Verbindungsöffnung zwischen der zweiten Kammer
und der ersten Kammer abgeschlossen ist. Bei ausreichender Drehzahl einer Brennkraftmaschine
und damit zunehmendem Abgasstrom bzw. zunehmendem Abgasdruck im Einlassrohr wird durch
im zweiten Einlassöffnungsbereich in die zweite Kammer gelangende Abgase der Abgasdruck
in der zweiten Kammer und somit auch im Verbindungsrohr erhöht, bis die Abgasventilanordnung
entgegen der durch die Feder bereitgestellten Schließkraft öffnet.
[0003] Aus der
DE 10 2004 040 631 B3 ist eine Abgasventilanordnung bekannt, die ein in einem Abgasrohr zwischen einer
Abschließstellung und einer Offenstellung verschwenkbares Ventilelement umfasst. Durch
eine auf das Ventilelement einwirkende Schenkelfeder ist dieses in Richtung zu der
Abschließstellung vorbelastet. Durch den Abgasdruck kann das Ventilelement entgegen
der durch die Schenkelfeder generierten Vorspannkraft in Richtung zu seiner Offenstellung
verschwenkt werden.
[0004] Die
US 7,434,570 B2 offenbart ein in einem Abgasrohr zwischen einer Abschließstellung und einer Offenstellung
verschwenkbares Ventilelement einer Abgasventilanordnung. Das Ventilelement ist mit
einem Hebel zur gemeinsamen Verschwenkung gekoppelt. Eine das Ventilelement in Richtung
zu der Abschließstellung beaufschlagende Feder greift an dem Hebel an. Bei Verschwenkung
des Ventilelements von der Abschließstellung zur Offenstellung und damit einhergehender
Verschwenkung des Hebels nimmt eine effektive Hebellänge, mit welcher die Federkraft
auf den Hebel einwirkt, ab, so dass die Beaufschlagungswirkung der bei Verschwenkung
des Ventilelements zu seiner Offenstellung zunehmend gespannten Feder degressiv zunimmt.
[0005] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Abgasschalldämpfer für den Abgasstrom
einer Brennkraftmaschine, insbesondere Fahrzeugbrennkraftmaschine, bereitzustellen,
welcher bei einfachem Aufbau eine zuverlässige und effektive Schalldämpfungswirkung
bereitstellen kann.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch einen Abgasschalldämpfer für den
Abgasstrom einer Brennkraftmaschine, insbesondere Fahrzeugbrennkraftmaschine, umfassend
in einem Schalldämpfergehäuse eine erste Kammer und eine zweite Kammer, einen Abgaseinlass,
wobei der Abgaseinlass in einem ersten Einlassöffnungsbereich zur ersten Kammer offen
ist und in einem zweiten Einlassöffnungsbereich zur zweiten Kammer offen ist, einen
Abgasauslass, wobei der Abgasauslass in einem Auslassöffnungsbereich zur ersten Kammer
offen ist, wenigstens eine Verbindungsöffnung zwischen der ersten Kammer und der zweiten
Kammer, eine der wenigstens einen Verbindungsöffnung zugeordnete Abgasventilanordnung
mit einem Ventilelement, umfassend einen in einer Abschließstellung der Abgasventilanordnung
die wenigstens eine Verbindungsöffnung abschließenden Abschließbereich.
[0007] Dabei ist weiter vorgesehen, dass die Abgasventilanordnung einen dem zweiten Einlassöffnungsbereich
zugeordneten Betätigungsbereich umfasst zur Erzeugung einer die Abgasventilanordnung
aus der Abschließstellung in Richtung zu einer Offenstellung beaufschlagenden Betätigungskraft
durch Abgasumströmung.
[0008] Bei dem erfindungsgemäß aufgebauten Abgasschalldämpfer sind derjenige Bereich der
Abgasventilanordnung, welcher im Wesentlichen dazu vorgesehen ist, eine Abgasströmung
von der zweiten Kammer zur ersten Kammer zu unterbinden bzw. zu begrenzen, und derjenige
Bereich, in welchem durch Abgasbeaufschlagung bzw. Abgasumströmung eine die Abgasventilanordnung
in Richtung Offenstellung beaufschlagende Betätigungskraft generiert wird, voneinander
baulich bzw. räumlich getrennt. Während der Abschließbereich mit der wenigstens einen
Verbindungsöffnung zusammenwirkt, wirkt der Betätigungsbereich mit dem zweiten Einlassöffnungsbereich
bzw. einem im zweiten Einlassöffnungsbereich in die zweite Kammer eintretenden Abgasstrom
zusammen. Dies gestattet es, die Abgasventilanordnung mit diesen beiden voneinander
unabhängig ausgestaltbaren Bereichen zur Erfüllung der durch diese vorzusehenden Funktionalitäten
jeweils optimiert auszubilden.
[0009] Um in einfacher Art und Weise eine Zusammenwirkung mit der wenigstens einen Verbindungsöffnung
einerseits und dem zweiten Einlassöffnungsbereich andererseits erreichen zu können,
wird vorgeschlagen, dass die Abgasventilanordnung im Wesentlichen in der zweiten Kammer
angeordnet ist.
[0010] Um die Abgasströmung von der zweiten Kammer zur ersten Kammer effektiv unterbinden
bzw. begrenzen zu können, wird vorgeschlagen, dass der Abschließbereich einen in der
Abschließstellung der Abgasventilanordnung die wenigstens eine Verbindungsöffnung
vorzugsweise an einer der zweiten Kammer zugewandten Seite wenigstens teilweise bedeckenden
Ventilklappenbereich umfasst. Insbesondere wird dadurch die Möglichkeit geschaffen,
durch den in der zweiten Kammer vorhandenen Abgasdruck eine Belastung des Abschließbereichs
in Richtung Abschließstellung der Abgasventilanordnung zu erzeugen, so dass allein
durch den Abgasdruck bzw. die Druckdifferenz zwischen der zweiten Kammer und der ersten
Kammer im Abschließbereich eine die Abgasventilanordnung in Richtung Abschließstellung
belastende Krafteinwirkung generiert wird. Es ist daher nicht zwingend erforderlich,
zusätzliche Organe, wie z. B. eine Vorspannfeder vorzusehen, durch welche das Ventilelement
in Richtung Abschließstellung der Abgasventilanordnung belastet wird.
[0011] Zum Vermeiden von Anschlaggeräuschen dann, wenn das Ventilelement sich der Abschließstellung
der Abgasventilanordnung annähert, wird vorgeschlagen, dass dem Ventilelement eine
Anschlagdämpfungsanordnung zur Anschlagdämpfung bei Bewegung des Ventilelements in
Richtung Abschließstellung der Abgasventilanordnung zugeordnet ist.
[0012] Dabei kann zur Zusammenwirkung der Anschlagdämpfungsanordnung mit den verschiedenen
Komponenten, deren gegenseitiges Anschlagen zu dämpfen ist, Anschlagdämpfungsmaterial
umfassen, wobei das Anschlagdämpfungsmaterial an einem den zweiten Einlassöffnungsbereich
bereitstellenden Bauteil oder/und einem die wenigstens eine Verbindungsöffnung bereitstellenden
Bauteil oder/und dem Ventilelement in seinem mit dem den zweiten Einlassöffnungsbereich
bereitstellenden Bauteil oder/und dem die wenigstens eine Verbindungsöffnung bereitstellenden
Bauteil zusammenwirkenden Bereich vorgesehen ist.
[0013] Um definierte Druck- bzw. Kraftverhältnisse zur Beaufschlagung des Ventilelements
einstellen zu können, wird vorgeschlagen, dass eine erste Leckageöffnungsanordnung
vorgesehen ist zum Bereitstellen eines Abgasleckagestroms von der zweiten Kammer zur
ersten Kammer bei in der Abschließstellung positionierter Abgasventilanordnung. Insbesondere
kann dabei vorgesehen sein, dass die erste Leckageöffnungsanordnung wenigstens eine
Durchströmöffnung im Abschließbereich oder/und in einem die wenigstens eine Verbindungsöffnung
bereitstellenden Bauteil oder/und zwischen dem Abschließbereich und einem die wenigstens
eine Verbindungsöffnung bereitstellenden Bauteil umfasst. Man erkennt dabei, dass
im Sinne der vorliegenden Erfindung die Angabe, dass die Abgasventilanordnung bzw.
deren Abschließbereich die Verbindungsöffnung zwischen der zweiten Kammer und der
ersten Kammer abschließt, nicht zwingend bedeutet, dass hier ein vollkommener, jedwede
Strömung unterbindender Abschluss vorgesehen sein muss.
[0014] Gemäß einem weiteren besonders vorteilhaften Aspekt wird vorgeschlagen, dass bei
in der Abschließstellung positionierter Abgasventilanordnung der Abschließbereich
aufgrund einer zwischen der zweiten Kammer und der ersten Kammer bestehenden Druckdifferenz
in Richtung Abschließstellung belastet ist. Das Vorsehen zusätzlicher die Abgasventilanordnung
in Richtung Abschließstellung belastender Organe, wie z. B. einer Vorspannfeder, ist
somit nicht mehr zwingend erforderlich.
[0015] Zur Bereitstellung eines vereinfachten Aufbaus kann eine Funktionenverschmelzung
dadurch erreicht werden, dass die Anschlagdämpfungsanordnung wenigstens einen Teil
der ersten Leckageöffnunganordnung bereitstellt. Insbesondere kann dabei vorgesehen
sein, dass die Anschlagdämpfungsanordnung flexibles, poröses Anschlagmaterial, vorzugsweise
Drahtgeflechtmaterial, umfasst. Es ist hier darauf hinzuweisen, dass im Sinne der
vorliegenden Erfindung ein Drahtgeflechtmaterial ein insbesondere aus Metalldraht
aufgebautes, mit poröser Struktur ausgebildetes Material ist, beispielsweise Drahtgestrick,
Drahtgewirk, Drahtgewebe oder Drahtvliesmaterial.
[0016] Gleichwohl kann zur Bereitstellung einer definierten Belastung in Richtung Abschließstellung
insbesondere auch dann, wenn ein Abgasstrom nicht vorhanden ist, vorgesehen sein,
dass die Abgasventilanordnung durch eine Unterstützungskraftwirkung in Richtung Abschließstellung
belastet ist. Die Unterstützungskraftwirkung kann beispielsweise durch Federkraft
oder/und Schwerkraft bereitgestellt sein.
[0017] Da im Allgemeinen mit zunehmendem Öffnen der Abgasventilanordnung deren Wechselwirkungsfläche
mit dem Abgasstrom abnimmt, wird weiter vorgeschlagen, dass die Unterstützungskraftwirkung
bei Bewegung der Abgasventilanordnung von der Abschließstellung zur Offenstellung
degressiv zunimmt. Diese Zunahme der Unterstützungskraftwirkung hat zur Folge, dass
ein beim Öffnen der Abgasventilanordnung auftretendes Oszillieren vermieden werden
kann.
[0018] Diese Zunahmecharakteristik der Unterstützungskraftwirkung kann beispielsweise dadurch
bereitgestellt werden, dass eine Unterstützungskraftanordnung eine das Ventilelement
zur Verschwenkung in Richtung Abschließstellung der Abgasventilanordnung mit Hebelwirkung
beaufschlagende Unterstützungskraftfeder umfasst, wobei eine effektive Hebellänge
bei Verschwenkung des Ventilelements von der Abschließstellung der Abgasventilanordnung
in Richtung zur Offenstellung der Abgasventilanordnung wenigstens bereichsweise abnimmt.
Durch die Abnahme der effektiven Hebellänge wird erreicht, dass bei Verschwenkung
in Richtung Offenstellung das auf das Ventilelement einwirkende Drehmoment degressiv
zunimmt.
[0019] Um durch Wechselwirkung des Betätigungsbereichs mit dem am zweiten Einlassöffnungsbereich
auftretenden Abgasdruck bzw. Abgasstrom in einfacher und zuverlässiger Weise die Betätigungskraft
zum Öffnen der Abgasventilanordnung bereitstellen zu können, wird vorgeschlagen, dass
der Betätigungsbereich einen in der Abschließstellung der Abgasventilanordnung den
zweiten Einlassöffnungsbereich vorzugsweise an einer der zweiten Kammer zugewandten
Seite wenigstens teilweise bedeckenden Betätigungsklappenbereich an dem Ventilelement
umfasst.
[0020] Um auch in diesem Bereich definierte Druck- bzw. Strömungsverhältnisse insbesondere
bei in der Abschließstellung positionierter Abgasventilanordnung bereitstellen zu
können, wird weiter vorgeschlagen, dass eine zweite Leckageöffnungsanordnung vorgesehen
ist zur Bereitstellung eines Abgasleckagestroms aus dem Abgaseinlass in die zweite
Kammer bei in der Abschließstellung positionierter Abgasventilanordnung. Durch das
Bereitstellen dieser zweiten Leckageöffnungsanordnung wird ferner eine akustische
Verbindung zwischen den beiden Kammern bereitgestellt, so dass diese nach Art eines
Helmholtzresonators zusammenwirkend zur Schalldämpfung beitragen können.
[0021] Die zweite Leckageöffnungsanordnung kann wenigstens eine Durchströmöffnung im Betätigungsbereich
oder/und in einem den zweiten Einlassöffnungsbereich bereitstellenden Bauteil oder/und
zwischen dem Betätigungsbereich und einem den zweiten Einlassöffnungsbereich bereitstellenden
Bauteil umfassen.
[0022] Eine Oszillationen vermeidende Positionierung des Ventilelements bzw. der Abgasventilanordnung
in einer von der Abschließstellung sich unterscheidenden Stellung, beispielsweise
der Offenstellung, kann dadurch erreicht bzw. unterstützt werden, dass der Betätigungsbereich
wenigstens ein, vorzugsweise eine Mehrzahl von von Abgas umströmbaren Strömungsleitelementen
umfasst. Die vom Abgas umströmbaren Strömungsleitelemente stabilisieren die Position
des Betätigungsbereichs und somit des Ventilelements im Abgasstrom.
[0023] Um die Schalldämpfungswirkung bei dem erfindungsgemäßen Schalldämpfer noch effizienter
gestalten zu können, wird vorgeschlagen, dass eine vorzugsweise schalldämpfendes Material
enthaltende dritte Kammer im Schalldämpfergehäuse zwischen der ersten Kammer und der
zweiten Kammer vorgesehen ist.
[0024] Zur Erlangung der verschiedenen Abgasströmungswege vom Abgaseinlass zum Abgasauslass,
teilweise über die zweite Kammer, wird vorgeschlagen, dass der Abgaseinlass wenigstens
ein die erste Kammer und die dritte Kammer durchsetzendes, im ersten Einlassöffnungsbereich
zur ersten Kammer offenes und im zweiten Einlassöffnungsbereich zur zweiten Kammer
offenes Einlassrohr umfasst, oder/und dass der Abgasauslass wenigstens ein die zweite
Kammer und die dritte Kammer durchsetzendes, im Auslassöffnungsbereich zur ersten
Kammer offenes Auslassrohr umfasst, oder/und dass wenigstens ein die dritte Kammer
durchsetzendes und zum Bereitstellen einer Verbindungsöffnung zur ersten Kammer und
zur zweiten Kammer offenes Verbindungsrohr vorgesehen ist.
[0025] Die vorliegende Erfindung betrifft ferner eine Abgasventilanordnung, welche in besonders
vorteilhafter Weise bei dem vorangehend beschriebenen Abgasschalldämpfer eingesetzt
werden kann. Diese Abgasventilanordnung kann ein Ventilelement mit einem in einer
Abschließstellung der Abgasventilanordnung eine Abgasströmung wenigstens teilweise
unterbindend positionierbaren Abschließbereich und einem durch Abgasumströmung eine
die Abgasventilanordnung in Richtung zu einer Offenstellung beaufschlagende Betätigungskraft
erzeugenden Betätigungsbereich umfassen.
[0026] Um bei einer derartigen Abgasventilanordnung insbesondere auch in der Abschließstellung
derselben definierte Druck- bzw. Strömungsverhältnisse einstellen zu können, welche
von Fertigungs- bzw. Montagetoleranzen im Wesentlichen unbeeinflusst sind, wird vorgeschlagen,
dass im Abschließbereich wenigstens eine Durchströmöffnung zur Bereitstellung eines
Abgasleckagestroms bei in der Abschließstellung positionierter Abgasventilanordnung
vorgesehen ist, oder/und dass im Betätigungsbereich wenigstens eine Durchströmöffnung
zur Bereitstellung eines Abgasleckagestroms bei in der Abschließstellung positionierter
Abgasventilanordnung oder/und wenigstens ein Strömungsleitelement vorgesehen ist.
[0027] Ferner kann vorgesehen sein, dass wenigstens eine Ventilfeder zum Beaufschlagen des
Ventilelements in Richtung Abschließstellung der Abgasventilanordnung vorgesehen ist,
wobei eine Beaufschlagungswirkung bei Bewegung des Ventilelements von der Abschließstellung
der Abgasventilanordnung in Richtung zu einer Offenstellung der Abgasventilanordnung
degressiv zunimmt.
[0028] Um bei dem erfindungsgemäßen Ventilelement einerseits im Bereich des Abschließbereichs
eine das Ventilelement in Richtung Abschließstellung beaufschlagende Belastung durch
eine Abgasdruckdifferenz erzeugen zu können, andererseits im Betätigungsbereich eine
Betätigungskraft zum Bewegen des Ventilements in Richtung Offenstellung durch Abgasumströmung
bzw. eine Abgasdruckdifferenz erzeugen zu können, wird weiter vorgeschlagen, dass
das Ventilelement in einem Schwenklagerungsbereich um eine Schwenkachse schwenkbar
ist, und dass der Betätigungsbereich in größerem Abstand zum Schwenklagerungsbereich
vorgesehen ist als der Abschließbereich.
[0029] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die beiliegenden Figuren
beschrieben. Es zeigt:
- Fig.1
- in prinzipartiger Darstellung einen Abgasschalldämpfer für einen Abgasstrom einer
Brennkraftmaschine;
- Fig. 2
- in prinzipartiger Darstellung eine an dem Abgasschalldämpfer der Fig. 1 einsetzbare
Abgasventilanordnung.
[0030] Ein in Fig. 1 dargestellter Abgasschalldämpfer 10 umfasst ein Schalldämpfergehäuse
12. In dem Schalldämpfergehäuse 12 sind eine erste Kammer 14, eine zweite Kammer 16
sowie eine dritte Kammer 18 zwischen der ersten Kammer 14 und der zweiten Kammer 16
ausgebildet. Durch eine Wandung 20 ist die erste Kammer 14 von der dritten Kammer
18 getrennt. Durch eine Wandung 22 ist die dritte Kammer 18 von der zweiten Kammer
16 getrennt.
[0031] Ein im Wesentlichen einen Abgaseinlass 24 bereitstellendes Einlassrohr 26 führt im
Bereich der ersten Kammer 14 in das Schalldämpfergehäuse 12. Das Einlassrohr 24 weist
in seinem in der ersten Kammer 14 sich erstreckenden Bereich einen beispielsweise
durch ein vom Einlassrohr 26 abzweigend positioniertes Abzweigungsrohr 28 bereitgestellten
ersten Einlassöffnungsbereich 30 auf. In diesem ersten Einlassöffnungsbereich 30 ist
das Einlassrohr 26 zur ersten Kammer 14 offen. Das Einlassrohr 26 durchsetzt die erste
Kammer 14, die Wandung 20, die dritte Kammer 18 und die Wandung 22 und erstreckt sich
beispielsweise mit einem einen zweiten Einlassöffnungsbereich 32 bereitstellenden
Endbereich 34 bis in die zweite Kammer 16.
[0032] Ein im Wesentlichen einen Abgasauslass 36 bereitstellendes Auslassrohr 38 ist in
seinem beispielsweise im Bereich der Wandung 20 liegenden Endbereich 40 in einem Auslassöffnungsbereich
42 zur ersten Kammer 14 offen. Das Auslassrohr 38 durchsetzt die dritte Kammer 18,
die Wandung 22 und die zweite Kammer 16. In seinem im Bereich der dritten Kammer 18
sich erstreckenden Längenbereich kann das Auslassrohr 38 eine Vielzahl von Durchtrittsöffnungen
44 aufweisen, über welche das Auslassrohr 38 zur dritten Kammer 18 offen ist. Die
dritte Kammer 18 ist weiterhin vorzugsweise mit schalldämpfendem Material 46, beispielsweise
porösem oder faserartigem Material, gefüllt. Über die Öffnungen 44 steht die dritte
Kammer 18 in akustischer Verbindung mit dem Inneren des Auslassrohrs 38, so dass auch
in Wechselwirkung mit dem in der dritten Kammer 18 positionierten schalldämmenden
Material 46 ein schalldämmender Effekt durch Reflektion bzw. Absorption erreicht werden
kann. Es ist darauf hinzuweisen, dass grundsätzlich die dritte Kammer 18 nicht von
den über das Einlassrohr 26 in das Schalldämpfergehäuse 12 eintretenden und über das
Auslassrohr 38 das Schalldämpfergehäuse 12 verlassenden Abgasen A durchströmbar ist.
[0033] Die erste Kammer 14 steht ferner über ein die dritte Kammer 18 bzw. die Wandungen
20, 22 durchsetzendes Verbindungsrohr 48 in Verbindung mit der zweiten Kammer 16.
Das Verbindungsrohr 48 stellt eine Verbindungsöffnung 50 zwischen der ersten Kammer
14 und der zweiten Kammer 16 bereit.
[0034] Eine in Fig. 2 detaillierter dargestellte Ventilanordnung 52 ist im Wesentlichen
in der zweiten Kammer 16 bzw. im Angrenzungsbereich der zweiten Kammer 16 an die dritte
Kammer 18 angeordnet. Die Abgasventilanordnung 52 umfasst ein in einem Schwenklagerungsbereich
54 beispielsweise an der Wandung 22 um eine zur Zeichenebene der Fig. 1 und 2 orthogonale
Schwenkachse verschwenkbares Ventilelement 56. Das Ventilelement 56 stellt in seinem
den Schwenklagerungsbereich 54 nahe liegenden Bereich einen ventilklappenartigen Abschließbereich
58 bereit, mit welchem es in Abschließwechselwirkung mit dem die Verbindungsöffnung
50 bereitstellenden Verbindungsrohr 48 bringbar ist. Wie dies beispielsweise in Fig.
1 erkennbar ist, kann ein Endbereich 60 des Verbindungsrohrs 48 sich bis in die zweite
Kammer 16 hineinerstrecken, so dass in einer in Fig. 1 dargestellten Abschließstellung
der Abgasventilanordnung 52 der Abschließbereich 58 des Ventilelements 56 den Endbereich
60 des Verbindungsrohrs 48 überdeckend und damit die Verbindungsöffnung 50 im Wesentlichen
abschließend positioniert ist. In dem Abschließbereich 58 kann wenigstens eine Durchströmöffnung
62 vorgesehen sein, durch welche auch dann, wenn der Abschließbereich 58 am Endbereich
60 des Verbindungsohrs 48 aufliegt bzw. die Verbindungsöffnung 50 abdeckt, ein definierter
Strömungsquerschnitt für eine Leckageströmung von der zweiten Kammer 16 zur ersten
Kammer 14 bereitgestellt ist. Die Durchströmöffnung 62 kann aufgrund akustischer Vorteile
auch durch ein oder mehrere am Ventilelement 56 vorgesehene Röhrchen bereitgestellt
sein.
[0035] In dem vom Schwenklagerungsbereich 54 weiter entfernt liegenden Abschnitt des Ventilelements
56 ist ein Betätigungsbereich 64 vorgesehen. Dieser ist so gestaltet bzw. positioniert,
dass er insbesondere in der Abschließstellung der Abgasventilanordnung 52 im Bereich
des zweiten Einlassöffnungsbereichs 32, d h. im Bereich des Endbereichs 34 des Einlassrohrs
26 positioniert ist, insbesondere diesen Endbereich 34 ventilklappenartig überdeckend
positioniert ist.
[0036] Im Betätigungsbereich 64 weist das Ventilelement 56 eine oder mehrere Durchströmöffnungen
66 auf, durch welche hindurch auch bei in der Abschließstellung positionierter Abgasventilanordnung
52 ein Leckagestrom bzw. Abgasstrom vom Einlassrohr 26 im zweiten Einlassöffnungsbereich
32 zur zweiten Kammer 16 ermöglicht ist. Ferner sind im Betätigungsbereich 64 des
Ventilelements 56 im dargestellten Beispiel mehrere rippen- oder finnenartig ausgebildete
Strömungsleitelemente 68 vorgesehen, zwischen welchen Abgasdurchtrittskanäle gebildet
sind. Diese beispielsweise durch separat angebrachte Bauteile oder durch Ausklinkungen
oder Ausformungen bereitgestellten Strömungsleitelemente 68 leiten die den Betätigungsbereich
64 umströmenden, insbesondere auch durch die Durchströmöffnungen 66 hindurchtretenden
Abgase in definierter Weise und führen somit bei Umströmung des Betätigungsbereichs
64 durch Abgase zu einer stabilen Abgasströmung einerseits bzw. einer Positionsstabilisierung
des Ventilelements 56 im Abgasstrom andererseits. Durch die Durchströmöffnungen 66
ist auch bei in der Abschließstellung der Abgasventilanordnung das Einlassrohr 26
überdeckenden Betätigungsbereich 64 eine akustische Verbindung zwischen der ersten
Kammer 14 und der zweiten Kammer 16 hergestellt.
[0037] In Fig. 2 ist in Zuordnung zu dem Ventilelement 56 ferner eine dieses in Richtung
Abschließstellung der Abgasventilanordnung 52 beaufschlagende Feder 70 erkennbar.
Diese Feder 70 greift einerseits an dem Ventilelement 56 beispielsweise zwischen dem
Abschließbereich 58 und dem Betätigungsbereich 64 an. Andererseits greift die Feder
70 an einer feststehenden Komponenten oder Baugruppe, beispielsweise der Wandung 22
oder dem Verbindungsrohr 48 oder einem der Abgasventilanordnung 52 zuzuordnenden und
das Ventilelement 56 im Schwenklagerungsbereich 54 schwenkbar lagernden Bauteil, an.
Aufgrund der bezüglich des Schwenklagerungsbereichs 54 seitlich versetzten Positionierung
der Feder 70 bzw. des Angriffspunktes 72 der Feder 70 am Ventilelement 56 ergibt sich
in der Abschließstellung der Ventilanordnung 52 eine effektive Hebellänge H, mit welcher
die Feder 70 auf das Ventilelement 56 einwirkt, so dass unter Berücksichtigung der
durch die Feder 70 bereitgestellten Federkraft das Ventilelement 56 mit einem durch
die Federkraft einerseits und die effektive Hebelläge H andererseits bestimmten Drehmoment
in Richtung zur Abschließstellung belastet wird. Verschwenkt das Ventilelement 56
ausgehend von der in Fig. 1 bzw. in Fig. 2 dargestellten und der Abschließstellung
der Ventilanordnung 52 entsprechenden Schwenkstellung in Richtung zu einer Offenstellung
der Abgasventilanordnung 52, was in den Darstellungen der Fig. 1 und 2 einer Verschwenkung
in Richtung eines Pfeils S im Gegenuhrzeigersinn entspricht, so nimmt bei zunehmender
Spannung der Feder 70 und damit auch zunehmender durch die Feder 70 bereitgestellter
Federkraft die effektive Hebellänge H ab. Dies hat zur Folge, dass die das Ventilelement
52 in Richtung Abschließstellung der Abgasventilanordnung 52 belastende Kraftwirkung
zwar zunimmt, jedoch diese Zunahme aufgrund der geringer werdenden effektiven Hebellänge
mit fortschreitender Verschwenkung in geringerem Ausmaß, also degressiv, erfolgt.
Dies wird auch dadurch unterstützt, dass bei Verschwenkung in Richtung zur Offenstellung
die pro Schwenkwinkeleinheit auftretende Längenänderung der Feder 70 abnimmt.
[0038] Die Fig. 1 und 2 zeigen, dass auch unabhängig vom Bereitstellen der Feder 70 beispielsweise
aufgrund der winkeligen Außengestaltung des Ventilelements 56 dieses schwerkraftunterstützt
in Richtung Abschließstellung der Abgasventilanordnung 52 belastet ist bzw. so positioniert
werden kann, dass eine derartige schwerkraftunterstützte Beaufschlagung der Ventilanordnung
52 in Richtung Abschließstellung erfolgt. Auf das Vorsehen einer Feder 70 zum Vorspannen
bzw. Halten des Ventilelements 52 in der Abschließstellung kann somit grundsätzlich
verzichtet werden. Um bei derartiger schwerkraftunterstützter Vorspannung des Ventilelements
56 in Richtung Abschließstellung der Abgasventilanordnung 52 in einfacher Art und
Weise die degressiv zunehmende Unterstützungskraftwirkung bereitstellen zu können,
kann beispielsweise am Ventilelement 56 eine zusätzliche Masse M vorgesehen sein.
Diese kann zu dem Schwenklagerungsbereich 56 versetzt, also zur Bereitstellung einer
Hebelwirkung angeordnet sein. Verschwenkt das Ventilelement 56 in der Darstellung
der Fig. 2 im Gegenuhrzeigersinn, so kann die durch die zusätzliche Masse M bereitgestellte
effektive Hebellänge abnehmen, wodurch auch die durch die zusätzliche Masse M bereitgestellte
und das Ventilelement 56 in Richtung Abschließstellung der Ventilanordnung 52 belastende
Kraftwirkung abnimmt. Dabei kann vorgesehen sein, dass die zusätzliche Masse M sich
in horizontaler Richtung über den Schwenklagerungsbereich 54 hinausbewegt und dann
eine das Ventilelement 56 in Richtung seiner Offenstellung belastende Kraftwirkung
generiert. Durch das Bereitstellen einer derartigen zusätzlichen Masse M kann also
an dem Ventilelement 56 eine derartige Lage des Gesamtmassenschwerpunkts desselben
erreicht werden, dass bei Auslenkung aus der Abschließstellung und Bewegung in Richtung
zur Offenstellung zwar grundsätzlich die das Ventilelement 56 in Richtung Abschließstellung
der Ventilanordnung 52 belastende Kraft zunimmt, dass aber eine degressive Zunahme
dieser Unterstützungskraftwirkung erreicht wird.
[0039] Um dann, wenn das Ventilelement 56 ausgehend von der Offenstellung bei Bewegung in
Richtung Abschließstellung der Ventilanordnung 52 sich dem Einlassrohr 26 bzw. dem
Verbindungsrohr 48 annähert, Anschlaggeräusche zu vermeiden, ist dem Ventilelement
56 eine Anschlagdämpfungsanordnung 80 zugeordnet. Bei dem in Fig. 2 veranschaulichten
Beispiel ist die Anschlagdämpfungsanordnung 80 in demjenigen Bereich des Ventilelements
56 vorgesehen, der mit dem Verbindungsrohr 48 zusammenwirkt. Nähert sich das Ventilelement
56 bei Bewegung in Richtung Abschließstellung der Ventilanordnung 52 mit diesem Bereich
dem Verbindungsrohr 48 an, so kommt Anschlagdämpfungsmaterial 82 der Anschlagdämpfungsanordnung
80 in Kontakt mit dem Verbindungsrohr 48. Das Anschlagdämpfungsmaterial 82 ist dabei
vorzugsweise poröses, flexibles Material, welches bei Annäherung des Ventilelements
56 an das Verbindungsrohr 48 verformbar ist. Beispielsweise kann hier am Ventilelement
56 durch Anschweißen, vorzugsweise Widerstandspunktschweißen, festgelegtes Drahtgeflechtmaterial
beispielsweise mit ringartiger Struktur zur Zusammenwirkung mit dem Verbindungsrohr
48 vorgesehen sein. Derartiges Drahtgeflechtmaterial kann ferner dazu genutzt werden,
aufgrund seiner porösen Struktur eine Leckageströmung in das Verbindungsrohr 48 zuzulassen.
Das Anschlagdämpfungsmaterial 82 kann also auch dann, wenn es zwischen dem Verbindungsrohr
48 und dem Ventilelement 56 positioniert ist, das Ventilelement 56 also über das Anschlagdämpfungsmaterial
82 am Endbereich 60 des Verbindungsrohrs 48 anliegt, eine Abgasströmung zwischen der
zweiten Kammer 16 und der ersten Kammer 14 über das Verbindungsrohr 48 zulassen. Alternativ
oder zusätzlich könnte derartiges Anschlagdämpfungsmaterial auch in demjenigen Bereich
des Ventilelements 56 vorgesehen sein, in welchem dieses mit dem Endbereich 34 des
Einlassrohrs 26 zusammenwirkt. Um dabei auch die Leckageströmung über das Verbindungsrohr
48 zu gewährleisten, kann anstelle des Bereitstellens der Durchströmöffnung 62 oder
zusätzlich dazu die Anordnung derart sein, dass durch das Anschlagdämpfungsmaterial,
welches zwischen dem Ventilelement 56 und dem Endbereich 34 des Einlassrohrs 26 positioniert
wird, der Abschließbereich 58 des Ventilelements 56 in Abstand vom Endbereich 60 des
Verbindungsrohrs 48 gehalten ist. Weiter sei darauf hingewiesen, dass alternativ oder
zusätzlich derartiges Anschlagdämpfungsmaterial 82 auch am Endbereich des Verbindungsrohrs
48 oder/und am Endbereich 34 des Einlassrohrs 26 vorgesehen sein kann.
[0040] Im Betrieb einer Brennkraftmaschine, deren Abgassystem mit dem Abgasschalldämpfer
10 ausgestattet ist, treten die von der Brennkraftmaschine abgegebenen Abgase A über
das Einlassrohr 26 in das Schalldämpfergehäuse 12 ein. Über den ersten Einlassöffnungsbereich
30 kann ein größerer Teil der Abgase A in die erste Kammer 14 strömen. Aus der ersten
Kammer 14 strömen die Abgase A durch das Auslassrohr 38 hindurch und gelangen somit
in den weiterführenden Teil des Abgassystems bzw. werden zur Umgebung hin abgegeben.
Aufgrund der Durchströmöffnungen 66 im Betätigungsbereich 64 einerseits und der Durchströmöffnung/en
62 im Abschließbereich 58 andererseits gelangt ein Teil des Abgasstroms über den zweiten
Einlassöffnungsbereich 32 in die zweite Kammer 16 und über das Verbindungsrohr 48
bzw. die Verbindungsöffnung 50 in die erste Kammer 14. Dabei baut sich in der zweiten
Kammer 16 ein Abgasdruck auf, der größer sein wird, als der Abgasdruck in der im Allgemeinen
zur Umgebung hin über das Auslassrohr 38 offenen ersten Kammer 14. Aufgrund dieser
Druckdifferenz wird der Abschließbereich 58 des Ventilelements 56 in Richtung auf
das Verbindungsrohr 48 zu belastet, so dass grundsätzlich durch die zwischen der zweiten
Kammer 16 und der ersten Kammer 14 sich aufbauende Druckdifferenz die Ventilanordnung
52 in ihre Abschließstellung vorbelastet ist. Wie bereits vorangehend dargestellt,
kann diese Vorbelastung unterstützt sein durch eine optional vorhandene Feder 70 oder/und
durch die auf das Ventilelement 56 einwirkende Schwerkraft.
[0041] Mit zunehmender Drehzahl einer Brennkraftmaschine und damit zunehmendem Abgasstrom
bzw. Abgasdruck in dem Einlassrohr 26 wird am Betätigungsbereich 64 auch eine zunehmende,
diesen in Richtung vom Einlassrohr 26 weg belastende Betätigungskraft entstehen. Bei
Erreichen einer Grenzdrehzahl bzw. eines Grenzabgasdrucks überwiegt die im Betätigungsbereich
64 generierte Betätigungskraft die im Abschließbereich 58 druckdifferenzbedingt vorhandene
Schließkraft, was einerseits auch bedingt bzw. unterstützt sein kann dadurch, dass
das Einlassrohr 26 einen größeren Querschnitt aufweist, als das Verbindungsrohr 48,
und dass andererseits der Betätigungsbereich 64 einen größeren Abstand und damit eine
größere Hebellänge bezüglich des Schwenklagerungsbereichs 54 aufweist, als der Abschließbereich
58. Dies führt dazu, dass das Ventilelement 56 ausgehend von der in den Fig. 1 und
2 dargestellten Positionierung verschwenkt und die Verbindungsöffnung 50 zwischen
der zweiten Kammer 16 und der ersten Kammer 14 mit fortschreitender Verschwenkung
zunehmend freigibt. Dies hat zur Folge, dass ein zunehmender Anteil des Abgasstroms
über die zweite Kammer 16 und das Verbindungsrohr 48 in die erste Kammer 14 und über
diese in das Abgasrohr 38 strömt.
[0042] Durch das Bereitstellen der Strömungsleitelemente 68 am Betätigungsbereich 64 des
Ventilelements 56 wird sichergestellt, dass aus bei der Abschließstellung ausgelenktem
Ventilelement 56 dieses stabil im Abgasstrom gehalten wird, so dass die Gefahr von
Oszillationen des Ventilelements 56 vermieden wird. Dazu trägt auch bei, dass auf
das Vorhandensein einer eine Unterstützungskraft liefernden Feder, wie z. B. der Feder
70, vollständig verzichtet werden kann, oder dass, sofern die Feder 70 vorgesehen
ist, diese eine degressiv zunehmende Krafteinwirkung bei Verschwenkung des Ventilelements
56 in Richtung Offenstellung der Abgasventilanordnung 52 bereitstellt. Ein Verzicht
auf ein eine derartige Unterstützungswirkung bereitstellendes Federelement hat weiter
den Vorteil, dass alterungsbedingte Veränderungen in der Kraftcharakteristik eines
derartigen dem vergleichsweise heißen Abgasstrom ausgesetzten Federelements vermieden
werden können.
[0043] Es sei darauf hingewiesen, dass der in Fig. 1 dargestellte Abgasschalldämpfer, ohne
von den Prinzipien der vorliegenden Erfindung abzuweichen, in verschiedenster Weise
variiert werden kann. So könnte selbstverständlich die durch ein Federelement bereitgestellte
Unterstützungskraft nicht notwendigerweise durch eine Schraubenzugfeder, sondern beispielsweise
durch eine anders gestaltete Feder, wie z. B. Spiralfeder, Blattfeder oder Omegafeder
oder Kombinationen von verschiedenen Federelementen, bereitgestellt werden. Auch könnte
das Ventilelement an anderer Positionierung, beispielsweise am Schalldämpfergehäuse,
schwenkbar angebracht sein, um gleichwohl die Verbindungsöffnung bzw. den zweiten
Einlassöffnungsbereich in der vorangehend beschriebenen Art und Weise unter Beibehalt
eines definierten Leckagestroms abschließen zu können. Auch könnte auf die dritte
Kammer ggf. verzichtet werden, wobei dann eine die zweite Kammer von der ersten Kammer
trennende Wandung vorzusehen ist, in welcher beispielsweise durch entsprechende Öffnungen
oder diese Wandung durchsetzende Rohre die Verbindungsöffnung bzw. der zweite Einlassöffnungsbereich
bereitgestellt sein kann.
1. Abgasschalldämpfer für den Abgasstrom einer Brennkraftmaschine, insbesondere Fahrzeugbrennkraftmaschine,
umfassend:
- in einem Schalldämpfergehäuse (12) eine erste Kammer (14) und eine zweite Kammer
(16),
- einen Abgaseinlass (24), wobei der Abgaseinlass (24) in einem ersten Einlassöffnungsbereich
(30) zur ersten Kammer (14) offen ist und in einem zweiten Einlassöffnungsbereich
(32) zur zweiten Kammer (16) offen ist,
- einen Abgasauslass (36), wobei der Abgasauslass (36) in einem Auslassöffnungsbereich
(42) zur ersten Kammer (14) offen ist,
- wenigstens eine Verbindungsöffnung (50) zwischen der ersten Kammer (14) und der
zweiten Kammer (16),
- eine der wenigstens einen Verbindungsöffnung (50) zugeordnete Abgasventilanordnung
(52) mit einem Ventilelement (56), umfassend einen in einer Abschließstellung der
Abgasventilanordnung (52) die wenigstens eine Verbindungsöffnung (50) abschließenden
Abschließbereich (58),
dadurch gekennzeichnet, dass die Abgasventilanordnung (52) einen dem zweiten Einlassöffnungsbereich (32) zugeordneten
Betätigungsbereich (64) umfasst zur Erzeugung einer die Abgasventilanordnung (52)
aus der Abschließstellung in Richtung zu einer Offenstellung beaufschlagenden Betätigungskraft
durch Abgasumströmung.
2. Abgasschalldämpfer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgasventilanordnung (52) im Wesentlichen in der zweiten Kammer (16) angeordnet
ist,
oder/und
dass der Abschließbereich (58) einen in der Abschließstellung der Abgasventilanordnung
(52) die wenigstens eine Verbindungsöffnung (50) vorzugsweise an einer der zweiten
Kammer (16) zugewandten Seite wenigstens teilweise bedeckenden Ventilklappenbereich
umfasst.
3. Abgasschalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass dem Ventilelement (56) eine Anschlagdämpfungsanordnung (80) zur Anschlagdämpfung
bei Bewegung des Ventilelements (56) in Richtung Abschließstellung der Abgasventilanordnung
(52) zugeordnet ist,
vorzugsweise wobei die Anschlagdämpfungsanordnung (80) Anschlagdämpfungsmaterial (82)
umfasst, wobei das Anschlagdämpfungsmaterial (82) an einem den zweiten Einlassöffnungsbereich
(32) bereitstellenden Bauteil (26) oder/und einem die wenigstens eine Verbindungsöffnung
(50) bereitstellenden Bauteil (48) oder/und dem Ventilelement (56) in seinem mit dem
den zweiten Einlassöffnungsbereich (32) bereitstellenden Bauteil (26) oder/und dem
die wenigstens eine Verbindungsöffnung (50) bereitstellenden Bauteil (48) zusammenwirkenden
Bereich vorgesehen ist.
4. Abgasschalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste Leckageöffnungsanordnung vorgesehen ist zum Bereitstellen eines Abgasleckagestroms
von der zweiten Kammer (16) zur ersten Kammer (14) bei in der Abschließstellung positionierter
Abgasventilanordnung (52),
vorzugsweise wobei die erste Leckageöffnungsanordnung wenigstens eine Durchströmöffnung
(62) im Abschließbereich (58) oder/und in einem die wenigstens eine Verbindungsöffnung
(50) bereitstellenden Bauteil (48) oder/und zwischen dem Abschließbereich (58) und
einem die wenigstens eine Verbindungsöffnung (50) bereitstellenden Bauteil (48) umfasst.
5. Abgasschalldämpfer nach Anspruch 3 und Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlagdämpfungsanordnung (80) wenigstens einen Teil der ersten Leckageöffnunganordnung
bereitstellt,
vorzugsweise wobei die Anschlagdämpfungsanordnung flexibles, poröses Anschlagmaterial
(82), vorzugsweise Drahtgeflechtmaterial, umfasst.
6. Abgasschalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei in der Abschließstellung positionierter Abgasventilanordnung (52) der Abschließbereich
(58) aufgrund einer zwischen der zweiten Kammer (16) und der ersten Kammer (14) bestehenden
Druckdifferenz in Richtung Abschließstellung belastet ist,
oder/und
dass die Abgasventilanordnung (52) durch eine Unterstützungskraftwirkung in Richtung
Abschließstellung belastet ist, vorzugsweise wobei die Unterstützungskraftwirkung
durch Federkraft oder/und Schwerkraft bereitgestellt ist.
7. Abgasschalldämpfer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterstützungskraftwirkung bei Bewegung der Abgasventilanordnung (52) von der
Abschließstellung zur Offenstellung degressiv zunimmt,
vorzugsweise wobei eine Unterstützungskraftanordnung eine das Ventilelement (56) zur
Verschwenkung in Richtung Abschließstellung der Abgasventilanordnung (52) mit Hebelwirkung
beaufschlagende Unterstützungskraftfeder (70) umfasst, wobei eine effektive Hebellänge
(H) bei Verschwenkung des Ventilelements (56) von der Abschließstellung der Abgasventilanordnung
(52) in Richtung zur Offenstellung der Abgasventilanordnung (52) wenigstens bereichsweise
abnimmt.
8. Abgasschalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsbereich (64) einen in der Abschließstellung der Abgasventilanordnung
(52) den zweiten Einlassöffnungsbereich (32) vorzugsweise an einer der zweiten Kammer
(16) zugewandten Seite wenigstens teilweise bedeckenden Betätigungsklappenbereich
an dem Ventilelement (56) umfasst.
9. Abgasschalldämpfer nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine zweite Leckageöffnungsanordnung vorgesehen ist zur Bereitstellung eines Abgasleckagestroms
aus dem Abgaseinlass (24) in die zweite Kammer (16) bei in der Abschließstellung positionierter
Abgasventilanordnung (52), vorzugsweise wobei die zweite Leckageöffnungsanordnung
wenigstens eine Durchströmöffnung (66) im Betätigungsbereich (64) oder/und in einem
den zweiten Einlassöffnungsbereich (32) bereitstellenden Bauteil (26) oder/und zwischen
dem Betätigungsbereich (64) und einem den zweiten Einlassöffnungsbereich (32) bereitstellenden
Bauteil (26) umfasst.
10. Abgasschalldämpfer nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsbereich (64) wenigstens ein, vorzugsweise eine Mehrzahl von von Abgas
umströmbaren Strömungsleitelementen (68) umfasst,
oder/und
dass eine vorzugsweise schalldämpfendes Material (44) enthaltende dritte Kammer (18)
im Schalldämpfergehäuse (12) zwischen der ersten Kammer (14) und der zweiten Kammer
(16) vorgesehen ist.
11. Abgasschalldämpfer nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Abgaseinlass (24) wenigstens ein die erste Kammer (14) und die dritte Kammer
(18) durchsetzendes, im ersten Einlassöffnungsbereich (30) zur ersten Kammer (14)
offenes und im zweiten Einlassöffnungsbereich (32) zur zweiten Kammer (16) offenes
Einlassrohr (26) umfasst, oder/und dass der Abgasauslass (36) wenigstens ein die zweite
Kammer (16) und die dritte Kammer (18) durchsetzendes, im Auslassöffnungsbereich (42)
zur ersten Kammer (14) offenes Auslassrohr (38) umfasst, oder/und dass wenigstens
ein die dritte Kammer (18) durchsetzendes und zum Bereitstellen einer Verbindungsöffnung
(50) zur ersten Kammer (14) und zur zweiten Kammer (16) offenes Verbindungsrohr (48)
vorgesehen ist.
12. Abgasventilanordnung, insbesondere für einen Abgasschalldämpfer nach einem der vorangehenden
Ansprüche, umfassend ein Ventilelement (56) mit einem in einer Abschließstellung der
Abgasventilanordnung (52) eine Abgasströmung wenigstens teilweise unterbindend positionierbaren
Abschließbereich (58) und einem durch Abgasumströmung eine die Abgasventilanordnung
(52) in Richtung zu einer Offenstellung beaufschlagende Betätigungskraft erzeugenden
Betätigungsbereich (64).
13. Abgasventilanordnung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass im Abschließbereich (58) wenigstens eine Durchströmöffnung (62) zur Bereitstellung
eines Abgasleckagestroms bei in der Abschließstellung positionierter Abgasventilanordnung
(52) vorgesehen ist, oder/und dass im Betätigungsbereich (64) wenigstens eine Durchströmöffnung
(66) zur Bereitstellung eines Abgasleckagestroms bei in der Abschließstellung positionierter
Abgasventilanordnung (52) oder/und wenigstens ein Strömungsleitelement (68) vorgesehen
ist.
14. Abgasventilanordnung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Ventilfeder (70) zum Beaufschlagen des Ventilelements (56) in Richtung
Abschließstellung der Abgasventilanordnung (52) vorgesehen ist, wobei eine Beaufschlagungswirkung
bei Bewegung des Ventilelements (56) von der Abschließstellung der Abgasventilanordnung
(52) in Richtung zu einer Offenstellung der Abgasventilanordnung (52) degressiv zunimmt.
15. Abgasventilanordnung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventilelement (56) in einem Schwenklagerungsbereich um eine Schwenkachse schwenkbar
ist, und dass der Betätigungsbereich (64) in größerem Abstand zum Schwenklagerungsbereich
(54) vorgesehen ist als der Abschließbereich (58).