[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine umgebaute Feuerwaffe, die Teil eines Waffensimulators
ist und für Übungszwecke umgerüstet ist und die einen zwischen einer vorderen Ausgangsstellung
und einer nach hinten gefahrenen Endstellung hin und her bewegbaren Verschluss aufweist.
Die Feuerwaffe weist eine hydraulische Vorrichtung zur hydraulischen Betätigung des
Verschlusses und zur Simulation eines Rückstoßes der Feuerwaffe auf. Die Feuerwaffe
weist außerdem einen hydraulischen Anschluss für eine Druckluftversorgung der hydraulischen
Vorrichtung der Feuerwaffe auf.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung einen Waffensimulator zum Trainieren der Bedienung
und des Einsatzes mindestens einer zu Übungszwecken umgebauten Feuerwaffe, die einen
zwischen einer vorderen Ausgangsstellung und einer nach hinten gefahrenen Endstellung
hin und her bewegbaren Verschluss aufweist. Die mindestens eine Feuerwaffe weist ferner
eine hydraulische Vorrichtung zur hydraulischen Betätigung des Verschlusses und zur
Simulation eines Rückstoßes der Feuerwaffe auf.
[0003] 'Hydraulisch' im Sinne der vorliegenden Erfindung umfasst sowohl ein flüssiges als
auch ein gasförmiges Medium. Die vorliegende Erfindung wird zwar anhand von Druckluft
als hydraulisches Medium erläutert. Sie könnte aber genauso gut mit einem flüssigen
hydraulischen Medium realisiert werden.
[0004] Auf Grund der Gefahren, die mit dem Betrieb von realen Waffen verbunden sind, ist
ein umfangreiches Training der Benutzung von Waffen erforderlich. Ein solches Training
umfasst üblicherweise das Abfeuern von Platzpatronen oder echter Munition. Die Geräusche
beim Laden, der Abfall verbrauchter Patronen, gesundheitsschädliche Rückstände von
verbranntem Schießpulver, wiederholtes Nachladen, Einschränkungen auf Grund von Umweltschutz,
hohe Kosten und eine der Verwendung von Schusswaffen inhärente Gefahr sind wesentliche
Nachteile der Verwendung von Platzpatronen oder echter Munition.
[0005] Um diese Nachteile zu überwinden, sind sogenannte Waffensimulatoren geschaffen worden,
die das Abfeuern von Waffen simulieren. Dabei kommen Feuerwaffen zum Einsatz, die
für Übungszwecke umgerüstet worden sind. Die Waffensimulatoren werden hauptsächlich
im militärischen Umfeld eingesetzt. Aus der
US 4,302,190 ist ein Rückstoßsimulator für ein Gewehr bekannt, wobei komprimierte Luft durch Öffnungen
in dem Gewehrlauf hindurchtritt, um den Gewehrlauf in einer simulierten Rückstoßbewegung
nach oben zu bewegen. Ein Schalter am Auslöser aktiviert ein elektromagnetisches Luftventil,
um den Luftfluss zu den Öffnungen in dem Gewehrlauf zu steuern. Bei diesem Stand der
Technik wird also der Rückstoß nicht durch einen hin und her bewegbaren Verschluss
simuliert, sondern allein durch einen gesteuerten Luftstrom.
[0006] Ferner ist aus der
WO 2004/015357 A2 eine umgebaute Feuerwaffe für einen Waffensimulator bekannt, bei der ein hin und
her bewegbarer Verschluss mittels Druckluft beim Betätigen des Auslösers hydraulisch
ausgelöst wird. Damit soll eine möglichst realistische Benutzung der umgebauten Feuerwaffe
möglich sein. Da die umgebaute Feuerwaffe in der Regel keine Munition verschießt,
fehlt es an einem durch das Abfeuern der Munition ausgelösten Rückstoß und einer dadurch
ausgelösten hin und her Bewegung des Verschlusses. Der Rückstoß kann durch die bekannte
umgebaute Feuerwaffe simuliert werden. Zur Realisierung der hydraulischen Bewegung
des Verschlusses ist in der bekannten Feuerwaffe ein Druckluftreservoir enthalten,
aus dem über elektromagnetisch betätigte Luftventile beim Betätigen des Auslösers
Luft entweichen und zur hin und her Bewegung des Verschlusses genutzt werden kann.
[0007] Die Ansteuerung der elektromagnetischen Ventile in der Feuerwaffe erfolgt computergesteuert.
Die umgebaute Feuerwaffe steht über eine Datenkommunikationsverbindung mit einem zentralen
Steuerungsrechner des Waffensimulators in Verbindung, welcher die Ablaufsteuerung
der Feuerwaffe übernimmt. Die Intelligenz der bekannten Feuerwaffe beschränkt sich
somit darauf, Zustandsinformationen über den aktuellen Betriebszustand der Feuerwaffe
an den zentralen Steuerungsrechner zu senden, Ansteuerbefehle von dem Steuerungsrechner
zu empfangen und die elektromagnetischen Hydraulikventile zur Steuerung des Druckluftflusses
in der Feuerwaffe damit anzusteuern.
[0008] Eine andere umgebaute Feuerwaffe zur Verwendung in einem Waffensimulator ist beispielsweise
aus der
EP 2 385 337 A2 bekannt. Auch hier wird der Verschluss hydraulisch in eine hin und her Bewegung versetzt,
um einen Rückstoß beim "Abfeuern" der Waffe zu simulieren. Die Feuerwaffe weist eine
Vorrichtung mit einem geschlossenen Hydraulikkreislauf auf, der verschiedene Hydraulikkomponenten,
einschließlich einer Hydraulikkammer zum Speichern von Hydraulikmedium, aufweist.
Die Vorrichtung hat die äußere Form eines Magazins kann in eine Magazinaufnahme der
Feuerwaffe eingeführt und darin festgelegt werden. Als Hydraulikmedium wird auch hier
Druckluft verwendet, die über einen Druckluftschlauch, der zum Befüllen der Hydraulikkammer
an der Feuerwaffe angeschlossenen wird, zugeführt wird.
[0009] Eine abrupte hin und her Bewegung des Verschlusses wird durch die an Stelle eines
Magazins in die Magazinaufnahme der Feuerwaffe einsetzbare rein mechanische Vorrichtung
realisiert. Die Vorrichtung ist ohne jegliche Elektronik ausgebildet und weist eine
hydraulische Steuermechanik auf. Verschiedene Hydraulikkammern in der Vorrichtung
bewirken im Zusammenspiel mit Hydraulikventilen und deren besonderen Ansteuerung eine
schlagartige Bewegung eines Rückschlaghebels, der Teil der Vorrichtung ist. Die Bewegung
des Rückschlaghebels wirkt auf den Verschluss der Feuerwaffe und fährt diesen abrupt
nach hinten.
[0010] Durch eine spezielle Ausgestaltung der Steuermechanik werden ein Druckventil und
ein Auslassventil nacheinander betätigt, um die hin und her Bewegung des Verschlusses
zu realisieren. Aufgrund des geschlossenen Hydraulikkreislaufs kann während der Funktion
der Vorrichtung bzw. während des "Abfeuerns" der Waffe keinerlei Hydraulikmedium nach
außen entweichen. Die Vorrichtung wird zunächst mit Hydraulikmedium befüllt. Dabei
wird unter hohem Druck Hydraulikmedium in eine Gasdruckkammer eingefüllt. Durch Ansteuern
der Hydraulikventile wird eine bestimmte Menge des Hydraulikmediums aus der Gasdruckkammer
zur Betätigung des Rückschlaghebels und damit des Verschlusses genutzt. Das zum Auslösen
einer Bewegung des Verschlusses genutzte Hydraulikmedium sammelt sich anschließend
in einer Rücklaufkammer und gelangt von dort zurück in die Gasdruckkammer, wo es dann
wieder für eine erneute Betätigung des Verschlusses zur Verfügung steht.
[0011] Für ein besonders gutes Training im Umgang mit einer Feuerwaffe ist eine möglichst
hohe Übereinstimmung im Verhalten der simulierten Feuerwaffe mit realen Feuerwaffen
wichtig. In diesem Zusammenhang haben die bekannten umgebauten Feuerwaffen verschiedene
Nachteile. Bei realen Feuerwaffen verbleibt nach der Entnahme des Magazins aus der
Magazinaufnahme noch eine Patrone in der Patronenkammer der Feuerwaffe. Diese kann
noch abgefeuert werden, obwohl das Magazin bereits entnommen wurde. Dieses Verhalten
kann bspw. durch die aus der
EP 2 385 337 A2 bekannte Feuerwaffe nicht nachgebildet werden. Da dort nach der Entnahme des umgebauten
Magazins der Rückschlaghebel, welcher zur Simulation des Rückstoßes den Verschluss
in die hin und her Bewegung versetzt, nicht mehr vorhanden ist, ist auch eine hin
und her Bewegung des Verschlusses nicht mehr möglich. Außerdem ist es bei realen Feuerwaffen
so, dass nach dem Einsetzen eines Magazins in die Magazinaufnahme zunächst repetiert
werden muss, um eine Patrone aus dem Magazin in die Patronenkammer zu befördern. Ohne
Repetieren nach dem Einsetzen eines Magazins kann kein Schuss abgegeben werden. Auch
dieses Verhalten kann durch die aus der
EP 2 385 337 A2 bekannte Feuerwaffe nicht nachgebildet werden. Nach dem Einsetzen des bekannten umgebauten
Magazins in die Magazinaufnahme ist der Rückschlaghebel vorhanden und wird durch Betätigen
des Auslösers der umgebauten Feuerwaffe, selbst ohne dass die Feuerwaffe zuvor repetiert
wurde, betätigt und der Verschluss in die hin und her Bewegung versetzt.
[0012] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, eine Möglichkeit zu schaffen,
auf eine einfache und zuverlässige Art und Weise eine besonders realitätsnahe Simulation
einer Feuerwaffe zu realisieren, insbesondere die oben angeführten Funktionen einer
realen Feuerwaffe auch bei umgebauten Feuerwaffen von Waffensimulatoren besonders
einfach und kostengünstig nachzubilden.
[0013] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ausgehend von der umgebauten Feuerwaffe der eingangs
genannten Art vorgeschlagen, dass die hydraulische Vorrichtung der Feuerwaffe einen
Druckspeicher aufweist, der über den hydraulischen Anschluss mit Druckluft beaufschlagt
ist, und dass die hydraulische Vorrichtung der Feuerwaffe ein Ventil zwischen dem
Druckspeicher und dem hydraulischen Anschluss aufweist, das nach einem Trennen einer
externen Druckluftversorgung von dem Anschluss schließt und ein Entweichen der Druckluft
aus dem Druckspeicher verhindert
[0014] Eine Besonderheit des Druckspeichers ist es, dass darin so viel Druckluft gespeichert
werden kann, dass selbst nach einem Entfernen der Druckluftversorgung von der Feuerwaffe
noch genügend Druckluft in der hydraulischen Vorrichtung der Feuerwaffe gespeichert
ist, um mindestens ein einmaliges Betätigen der Feuerwaffe, d.h. eine hin und her
Bewegung des Verschlusses, zu ermöglichen.
[0015] Eine Druckluftversorgung oder Druckluftquelle ist von außerhalb der Feuerwaffe an
den hydraulischen Anschluss der Feuerwaffe angeschlossen. Im Grunde genommen kann
die Druckluftversorgung auf beliebige Weise, insbesondere leitungsgebunden über eine
an den hydraulischen Anschluss anzuschließende externe Druckluftleitung, oder ohne
Druckluftleitung erfolgen. So kann der hydraulische Anschluss bspw. an einer beliebigen
Stelle der Feuerwaffe ausgebildet sein, so dass eine externe Druckluftleitung an den
Anschluss angeschlossen wird. Der hydraulische Anschluss kann selbst außen an einem
in eine Magazinaufnahme der Feuerwaffe eingesetzten umgebauten Magazin ausgebildet
sein, so dass die externe Druckluftleitung an das Magazin angeschlossen werden kann.
[0016] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Druckluftversorgung der hydraulischen Vorrichtung
der Feuerwaffe über ein in eine Magazinaufnahme der Feuerwaffe eingesetztes umgebautes
Magazin erfolgt. Dieses kann entweder an eine externe Druckluftleitung angeschlossen
sein oder aber einen internen Druckluftspeicher aufweisen, der bei in der Magazinaufnahme
eingesetztem umgebauten Magazin an den hydraulischen Anschluss der Feuerwaffe angeschlossen
ist und so den Druckspeicher mit Druckluft versorgt. In diesem Fall wäre also der
hydraulische Anschluss in der Magazinaufnahme angeordnet.
[0017] Es wird vorgeschlagen, dass das Ventil als ein Rückschlagventil ausgebildet ist,
das beim Trennen der Druckluftquelle von dem hydraulischen Anschluss automatisch schließt
und so ein Entweichen der Druckluft aus dem Druckspeicher verhindert. Insbesondere
schließt das Ventil im Falle einer Druckluftversorgung über das umgebaute Magazin
automatisch beim Entnehmen des Magazins aus der Magazinaufnahme und verhindert so
ein Entweichen der Druckluft aus dem Druckspeicher.
[0018] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Druckspeicher über ein weiteres Ventil mit
einem Zylinder der Feuerwaffe pneumatisch in Verbindung steht, in den bei geöffnetem
weiterem Ventil Druckluft von dem hydraulischen Anschluss und aus dem Druckspeicher
gelangt, die zu einer hin und her Bewegung des Verschlusses führt. Vorzugsweise ist
das weitere Ventil als ein Elektromagnetventil ausgebildet. Dieses kann von einer
zentralen Steuereinheit der Feuerwaffe, die bspw. als ein Mikrocontroller ausgebildet
ist, angesteuert werden. Eine Ansteuerung und ein Öffnen des Elektromagnetventils
erfolgt bspw. wenn ein Auslöser der Feuerwaffe betätigt wird.
[0019] Vorzugsweise gelangt bei geöffnetem weiterem Ventil Druckluft aus dem Zylinder in
einen Hohlraum zwischen dem Zylinder und dem Verschluss, die zu einer Bewegung des
Verschlusses von dem Zylinder weg in Richtung der Endstellung führt. Alternativ wäre
es natürlich auch denkbar, dass der Zylinder einen Kolben aufweist, der durch die
Druckluft nach außen bewegt wird, gegen den Verschluss stößt und dabei den Verschluss
nach hinten in Richtung seiner Endstellung bewegt.
[0020] Vorteilhafterweise hat der Druckspeicher zwischen dem ersten Ventil und dem weiteren
Ventil ein Volumen, das so groß ist, dass die darin nach Entnahme des umgebauten Magazins
aus der Magazinaufnahme der Feuerwaffe gespeicherte Druckluft ausreicht, um den Verschluss
noch mindestens einmal in eine hin und her Bewegung zu versetzen. Vorzugsweise hat
der Druckspeicher zwischen dem ersten Ventil und dem weiteren Ventil ein Volumen von
maximal 5 cm
3, vorzugsweise von 3 bis 4 cm
3.
[0021] Bezüglich einer möglichen Realisierung des Druckspeichers wird vorgeschlagen, dass
der Druckspeicher als ein Rohr ausgebildet ist. Durch Variation der Länge des Rohrs
kann das Volumen des Druckspeichers einfach und kostengünstig an die jeweils vorhandenen
Gegebenheiten, insbesondere an die Art der umgebauten Feuerwaffe, angepasst werden.
Vorzugsweise ist das Rohr nach Art einer Wendel geformt. Dadurch ergibt sich ein besonders
platzsparender Druckspeicher.
[0022] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird ein umgebautes Magazin
in die Magazinaufnahme der Feuerwaffe eingesetzt, das rein äußerlich einem echten
Magazin einer realen Feuerwaffe gleicht. Das umgebaute Magazin kann in die Magazinaufnahme
eingeführt und darin lösbar festgelegt werden. Ein entsprechender Sensor kann das
ordnungsgemäße Einsetzen und Festlegen des umgebauten Magazins in der Magazinaufnahme
detektieren und an einen zentralen Mikrocontroller der umgebauten Feuerwaffe melden.
Anders als echte Magazine, welche die abzufeuernden Patronen enthalten, enthält das
umgebaute Magazin Komponenten zur Versorgung der hydraulischen Vorrichtung der Feuerwaffe
mit Druckluft zur Simulation eines Rückstoßes der Feuerwaffe beim Abfeuern. Zudem
sind in dem Magazin elektronische Komponenten vorgesehen, welche eine Magazin-individuelle
Erfassung der aus dem Magazin abgefeuerten Schüsse erlauben.
[0023] In dem umgebauten Magazin ist zunächst ein Druckluftspeicher vorgesehen, der vorzugsweise
aus einem oder mehreren zylinderförmigen Hohlräumen oder Rohren besteht. Mehrere Hohlräume
stehen über Verbindungsleitungen miteinander in Verbindung, so dass in allen Hohlräumen
der gleiche Druck herrscht. Die Hohlräume können bspw. von der Unterseite des Magazins
her mittels einer Bohrung in ein massives Material, welches später das umgebaute Magazin
bildet, eingebracht werden. Von der Unterseite her können dann Stopfen in die Bohrungen
eingesetzt werden, um die hohlzylinderförmigen Hohlräume nach außen hin luftdicht
zu verschließen. Der Druckluftspeicher ist mit so viel Druckluft befüllt, dass mit
der umgebauten Feuerwaffe mehrere Schüsse abgegeben werden können. Die Druckluftmenge
reicht zumindest aus, um so viele Schüsse abzugeben, wie Patronen in einem entsprechenden
echten Magazin einer entsprechenden realen Feuerwaffe maximal enthalten sind. Insbesondere
ist der Druckluftspeicher mit so viel Druckluft befüllt, dass in dem Speicher unmittelbar
nach dem Befüllen ein Druck von einigen hundert bar herrscht. Vorzugsweise herrscht
in dem Druckluftspeicher nach dem Befüllen ein Druck von etwa 300 bar.
[0024] In dem umgebauten Magazin ist ferner ein erster Anschluss vorgesehen, über den bei
in einer Magazinaufnahme der Feuerwaffe eingesetztem Magazin der Druckluftspeicher
mit den übrigen Komponenten der hydraulischen Vorrichtung, die in der umgebauten Feuerwaffe
angeordnet sind, hydraulisch in Verbindung steht. Dabei tritt der erste Anschluss
des Magazins mit dem hydraulischen Anschluss der Feuerwaffe pneumatisch in Verbindung.
Über den ersten Anschluss wird also bei Betätigung des Auslösers der umgebauten Feuerwaffe
ein Teil der gespeicherten Druckluft in die übrigen Komponenten der hydraulischen
Vorrichtung geleitet, um eine hin und her Bewegung des Verschlusses auszulösen und
einen Rückstoß zu simulieren. Zur Steuerung der Druckluftzufuhr aus dem Druckspeicher
zu den übrigen in der Feuerwaffe angeordneten Komponenten der hydraulischen Vorrichtung
ist in der Feuerwaffe ein Pneumatikventil vorgesehen. Vorzugsweise ist dieses Ventil
als ein elektromagnetisches Ventil ausgebildet. Die Ansteuerung des Ventils erfolgt
über Ansteuersignale, die von einem zentralen Mikrocontroller der Feuerwaffe generiert
werden. Die Ansteuersignale werden in Abhängigkeit von Sensorsignalen generiert, welche
von in der Feuerwaffe angeordneten Sensoren erzeugt werden, welche den aktuellen Betriebszustand
der Feuerwaffe (z.B. Magazin eingesetzt, Feuerwaffe repetiert, Auslöser betätigt,
etc.) erfassen. Mit der erfindungsgemäßen Feuerwaffe kann somit selbst bei in die
Magazinaufnahme eingesetztem umgebautem Magazin eine Funktion realisiert werden, wonach
die hydraulische Betätigung des Verschlusses erst nach einem Repetieren der Feuerwaffe
erfolgt. Dazu muss einfach das elektromagnetische Ventil der Feuerwaffe, das zwischen
dem Druckspeicher und dem Zylinder angeordnet ist, entsprechend angesteuert werden.
[0025] Da die in der Feuerwaffe enthaltenen Komponenten der hydraulischen Vorrichtung mit
vertretbarem Aufwand und vertretbaren Kosten nicht für so hohe Drücke ausgelegt werden
können, wie sie in dem Druckspeicher des umgebauten Magazins herrschen, ist in dem
Magazin auch ein Druckminderer angeordnet, durch den der Druck von dem in dem Druckluftspeicher
herrschenden Druck auf einige zehn bar reduziert wird. Vorzugsweise ist der Druck,
auf den der Druckminderer den in dem Druckluftspeicher herrschenden Druck reduziert,
für den jeweiligen Einsatzfall einstellbar. Insbesondere wird der Druck auf etwa 50
bis 100 bar reduziert. Der Druckminderer ist in einer Druckluftleitung angeordnet,
die von dem Druckluftspeicher zu dem ersten Anschluss des Magazins verläuft.
[0026] In einem der von der Unterseite her in die den Druckspeicher bildendenden hohlzylinderförmigen
Hohlräume eingesetzten Stopfen kann ein mit einem Rückschlagventil versehener weiterer
Anschluss des umgebauten Magazins ausgebildet sein. An diesen weiteren Anschluss kann
eine externe Druckluftleitung angeschlossen werden, um den Druckluftspeicher mit Druckluft
zu befüllen. Dies erfolgt vorzugsweise einmal vor einer Trainingseinheit. Während
der eigentlichen Trainingseinheit ist die Druckluftleitung dann von dem weiteren Anschluss
getrennt. Die in dem Druckluftspeicher gespeicherte Druckluft reicht vorzugsweise
aus, um so viele Schüsse abzugeben, wie Patronen in mehreren echten Magazinen von
realen Feuerwaffen eingesetzt werden können.
[0027] Des Weiteren umfasst das umgebaute Magazin ein elektronisches Speicherelement, welches
die mit diesem eingesetzten Magazin abgegebenen Schüsse Magazin-individuell speichert.
Das Speicherelement ist bspw. als ein EPROM oder EEPROM, als ein beliebiges RAM oder
als ein sog. Flash-Speicher ausgebildet. Die in dem Speicherelement abgelegten Werte
bleiben auch nach der Entnahme des Magazins aus der Magazinaufnahme der Feuerwaffe
erhalten. Auf diese Weise kann nach einem Entfernen und späteren wieder Einsetzen
des umgebauten Magazins wieder bei dem gespeicherten Wert weitergezählt werden. Der
Zählerstand kann nach dem Leerschießen des Magazins wieder zurückgesetzt werden, als
hätte man das Magazin wieder mit Patronen befüllt. Das Rücksetzen kann bspw. automatisch
beim Wiederaufladen des Druckluftspeichers mit Druckluft erfolgen. Dann beginnt das
Zählen der mit dem Magazin abgegebenen Schüsse wieder von vorne.
[0028] Des Weiteren kann in dem Speicherelement auch ein Summenwert aller mit diesem Magazin
bisher (über mehrere Ladezyklen hinweg) abgegebenen Schüsse gespeichert werden. Dieser
Wert gibt Aufschluss über die zu erwartende noch verbleibende Lebensdauer des umgebauten
Magazins. Aufgrund der in dem Druckspeicher und einem Teil der anderen hydraulischen
Komponenten des Magazins vorhandenen hohen Drücke von mehreren hundert bar ist die
Haltbarkeit und die zuverlässige Funktion des Magazins auf eine bestimmte Anzahl von
Schüssen bzw. Aufladezyklen beschränkt. Danach sollte das Magazin aussortiert und
evtl. gegen ein neues ausgetauscht werden.
[0029] Die in dem Speicherelement abzuspeichernden Werte werden vorzugsweise von dem zentralen
Mikrocontroller der umgebauten Feuerwaffe vorgegeben. Die entsprechende Datenübertragung
von dem zentralen Mikrocontroller der Feuerwaffe zu dem Speicherelement kann über
das mindestens eine elektrische Kontaktelement des Magazins erfolgen. Über dieses
kann eine beliebige Datenübertragung zwischen dem zentralen Mikrocontroller der Feuerwaffe
und dem Speicherelement erfolgen. Ferner kann über das mindestens eine Kontaktelement
eine Energieübertragung zwischen einer Energiequelle der Feuerwaffe und dem Speicherelement
erfolgen. Die elektrische Energie kann zum Abspeichern der Werte in dem Speicherelement
oder zur anderweitigen Änderung des Inhalts des Speicherelements genutzt werden. Wenn
nur ein Kontaktelement vorgesehen ist, kann die elektrische Energie über dieses Kontaktelement
als Phase und das Gehäuse des Magazins bzw. der Feuerwaffe (sofern die Gehäuse aus
einem elektrisch leitfähigen Material bestehen) als Masse erfolgen.
[0030] Vorzugsweise sind mehrere Kontaktelemente für die Energie- und Datenübertragung vorgesehen.
Diese können Teil einer Kontaktleiste sein, die an dem umgebauten Magazin angeordnet
ist. Die umgebaute Feuerwaffe weist an einer entsprechenden Stelle ebenfalls eine
Kontaktleiste mit mindestens einem Kontaktelement auf. Jedes Kontaktelement ist vorzugweise
in Richtung eines Einsetzens des umgebauten Magazins in die Magazinaufnahme federnd
nachgiebig ausgebildet, um eine sichere und zuverlässige Kontaktierung sicherzustellen.
Das oder jedes Kontaktelement des umgebauten Magazins kann auch Teil eines Steckers
oder einer Buchse sein, wobei in der Magazinaufnahme der Feuerwaffe dann eines oder
mehrere entsprechende Kontaktelemente angeordnet sind, die Teil einer entsprechenden
Buchse bzw. eines Steckers sein können.
[0031] Der in dem Magazin enthaltene Druckluftspeicher zur Druckluftversorgung der Feuerwaffe
hat gegenüber einer ständigen Druckluftversorgung über eine an die Feuerwaffe angeschlossenen
Druckluftleitung den Vorteil, dass sich der Schütze mit der umgebauten Feuerwaffe
frei in einem Waffensimulator bewegen kann.
[0032] Das Speicherelement ist vorzugsweise Teil eines in dem umgebauten Magazin enthaltenen
Mikrocontrollers. Auf diese Weise hat das Magazin auch eine gewisse Intelligenz, um
Rechenoperationen auszuführen oder um Steuerungsaufgaben für die Komponenten des Magazins
zu erfüllen. Der zusätzliche Mikrocontroller des umgebauten Magazins kann den zentralen
Mikrocontroller der Feuerwaffe entlasten und funktional ergänzen. Ferner kann der
zusätzliche Mikrocontroller des Magazins eine Kommunikation mit dem zentralen Mikrocontroller
der Feuerwaffe über das mindestens eine Kontaktelement steuern.
[0033] Ferner wird vorgeschlagen, dass das umgebaute Magazin auch einen beweglichen Verschlussfang
aufweist, der im Normalfall vollständig eingefahren in dem Magazin angeordnet ist
und der nach dem Abfeuern des letzten Schusses aus dem umgebauten Magazin heraus in
einen Bewegungsbereich eines Verschlusses der Feuerwaffe ausfährt, um den Verschluss
in einer zurück gefahrenen Position zu halten. Damit wird wie bei realen Feuerwaffen
der Verschluss in der hinteren Position gehalten, wenn keine Patrone mehr in die Patronenkammer
geladen wird. Zur Betätigung des Verschlussfangs weist das umgebaute Magazin vorzugsweise
einen Elektromotor oder einen Elektromagnet auf. Diese können ebenfalls entweder von
dem zentralen Mikrocontroller der Feuerwaffe und/oder dem zusätzlichen Mikrocontroller
des Magazins angesteuert werden. Die Energieversorgung des Elektromagnet bzw. des
Elektromotors erfolgt vorzugsweise ebenfalls über das mindestens eine Kontaktelement.
[0034] Die vorliegende Erfindung betrifft auch einen Waffensimulator der eingangs genannten
Art, in dem erfindungsgemäße umgebaute Feuerwaffen betrieben werden können. Der Waffensimulator
dient zum Trainieren möglichst realitätsnaher Einsätze unter Verwendung von zu Trainingszwecken
umgerüsteten Feuerwaffen. Dabei ist zumindest eine der Feuerwaffen eine erfindungsgemäße
Feuerwaffe.
[0035] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend anhand
der Figuren näher erläutert. Die Erfindung ist jedoch nicht auf die beschriebenen
Ausführungsbeispiele beschränkt. Es zeigen:
Figur 1 einen Ausschnitt einer erfindungsgemäßen umgerüsteten Feuerwaffe zur Verwendung
in einem Waffensimulator mit einer hydraulischen Vorrichtung zur Simulation eines
Rückstoßes der Feuerwaffe und einem in die Feuerwaffe eingesetzten umgebauten Magazin
als Teil der hydraulischen Vorrichtung gemäß einer bevorzugten Ausführungsform;
Figur 2 ein in der Feuerwaffe aus Figur 1 enthaltener Teil der hydraulischen Vorrichtung
im Ausschnitt; und
Figur 3 ein in eine Magazinaufnahme der Feuerwaffe aus Figur 1 eingesetztes erfindungsgemäßes
umgebautes Magazin mit einem Teil der hydraulischen Vorrichtung.
[0036] In Figur 1 ist ein Ausschnitt einer erfindungsgemäßen Feuerwaffe als Teil eines Waffensimulators
in seiner Gesamtheit mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnet. Der Waffensimulator (nicht
dargestellt) umfasst beispielsweise einen zentralen Steuerungsrechner, bei dem alle
im Umfeld des Waffensimulators verwendeten für Übungszwecke umgerüsteten Feuerwaffen,
beispielsweise die Feuerwaffe 1 und andere Feuerwaffen, angemeldet sind. Der Waffensimulator
dient zum Trainieren möglichst realitätsnaher Einsätze unter Verwendung von Feuerwaffen.
Der Waffensimulator kann mindestens ein Display umfassen, z.B. in Form einer Leinwand
oder eines Bildschirms, auf dem ein Trainingsszenario dargestellt wird.
[0037] Die Feuerwaffe 1 ähnelt von ihrem Aussehen und Gewicht her, sowie von ihrer Haptik
und er Bedienbarkeit her echten Feuerwaffen. Die Feuerwaffe 1 wurde jedoch so umgerüstet,
dass sie keine Platzpatronen oder echte Munition verschießt. Die verschiedenen Aktionen,
die in einer echten Feuerwaffe vor, während und nach einer Abgabe eines Schusses ablaufen,
müssen deshalb in der umgerüsteten Feuerwaffe 1 simuliert werden. Zu diesem Zweck
sind in der Feuerwaffe 1 Sensoren angeordnet, die einen aktuellen Betriebszustand
der Feuerwaffe 1 erfassen, und es sind Aktuatoren vorgesehen, die in Abhängigkeit
von dem aktuellen Betriebszustand entsprechende Aktionen vornehmen, so dass eine möglichst
realitätsnahe Benutzung der Feuerwaffe 1 gegeben ist.
[0038] So kann beispielsweise ein Sensor die Betätigung eines Auslösers der Feuerwaffe 1
detektieren, was - gegebenenfalls nachdem weitere Bedingungen erfüllt sind - zum "Abfeuern"
eines simulierten Schusses führt. Dazu kann beispielsweise ein Verschluss 2 der Waffe
1 aus der in Figur 1 gezeigten Ausgangs- oder Ruheposition nach hinten, in Figur 1
also nach rechts, bewegt werden. Zur Detektion der Bewegung des Verschlusses 2 kann
ein weiterer Sensor vorgesehen sein.
[0039] Zur Bewegung des Verschlusses 2 kann nicht die Energie einer abgefeuerten Patrone
genutzt werden, da die umgerüstete Feuerwaffe 1 des Waffensimulators keine Patronen
oder andere Munition verschießt. Stattdessen dient zur Betätigung des Verschlusses
2 eine hydraulische Vorrichtung 3, die ein Hydraulikmedium, beispielsweise Druckluft,
verwendet. Ein Teil 3a bzw. einige Komponenten der hydraulischen Vorrichtung 3 sind
in der Feuerwaffe 1 angeordnet. Ein anderer Teil 3b bzw. einige andere Komponenten
der hydraulischen Vorrichtung 3 sind in einem umgebauten Magazin 4 (vgl. Figur 3)
angeordnet. Das Magazin 4 ist in eine Magazinaufnahme 5 der Feuerwaffe 1 eingesetzt.
[0040] Der Teil 3a der hydraulischen Vorrichtung 3 in der Feuerwaffe 1 umfasst einen hydraulischen
Anschluss 6, über den bei in die Magazinaufnahme 5 eingesetztem umgebautem Magazin
4 Druckluft aus dem Teil 3b der hydraulischen Vorrichtung 3, das in dem Magazin 4
angeordnet ist, in den Teil 3a der Feuerwaffe 1 übertragen wird. Der Anschluss 6 umfasst
in dem gezeigten Beispiel einen Stift, der in einen entsprechenden ersten hydraulischen
Anschluss in dem Magazin 4 eindringt und ein Rückschlagventil in dem Magazin 4 öffnet.
Dies wird später noch näher erläutert. Die Druckluft wird von dem hydraulischen Anschluss
6 über Druckluftleitungen, die schematisch eingezeichnet und mit dem Bezugszeichen
7 bezeichnet sind, und ein Rückschlagventil 8 in einen Druckspeicher 9 der Feuerwaffe
1 geleitet (vgl. Figur 2). Ferner verfügt der Teil 3a der hydraulischen Vorrichtung
3 über ein Elektromagnetventil 10, das bei Betätigung des Auslösers der Feuerwaffe
1 kurzzeitig öffnet, um Druckluft aus dem Druckluftspeicher 19 des Magazins 4 und
dem Druckspeicher 9 der Feuerwaffe 1 über eine oder mehrere Druckluftleitungen, die
schematisch eingezeichnet und mit dem Bezugszeichen 11 bezeichnet sind, zu einem Zylinder
12 zu leiten. Der Zylinder 12 sitzt möglichst luftdicht in einer entsprechenden Bohrung
des Verschlusses 2, so dass aus dem Zylinder 12 in die Bohrung des Verschlusses 2
strömende Druckluft den Verschluss 2 schlagartig nach hinten bewegt. Es ist keine
hermetische Abdichtung zwischen dem Zylinder 12 und der Bohrung in dem Verschluss
2 erforderlich. Es genügt, dass ein schlagartiges Einspritzen von Druckluft in den
Hohlraum zwischen dem Zylinder 12 und der Bohrung zu einer Bewegung des Verschlusses
2 in Richtung Endstellung führt. Unmittelbar nach Erreichen der rückwärtigen Endstellung
des Verschlusses 2 bzw. zu einem geringen Teil sogar während der Bewegung nach hinten
kann Druckluft aus dem Hohlraum zwischen der Bohrung des Verschlusses 2 und dem Zylinder
12 entweichen. Die Rückbewegung nach vorne in die Ausgangsstellung erfolgt dann vorzugsweise
mittels eines Federelements 13.
[0041] Nach der hin und her Bewegung des Verschlusses 2 gelangt bei erneut geschlossenem
Elektromagnetventil 8 wieder Druckluft aus dem Druckluftspeicher 19 des Magazins 4
in die Hydraulikleitungen 7 und den Druckspeicher 9. Durch den Druckspeicher 9 ist
es möglich, dass nach dem Entfernen des Magazins 4 aus der Magazinaufnahme 5 noch
so viel Druckluft in den Druckluftleitungen 7 und dem Druckspeicher 9 gespeichert
ist, dass mindestens noch ein Schuss abgegeben werden kann, d.h. dass der Verschluss
2 noch mindestens einmal nach hinten bewegt werden kann. Damit wird simuliert, dass
nach der Entnahme eines echten Magazins aus der Magazinaufnahme einer realen Feuerwaffe
noch eine Patrone in der Patronenkammer enthalten ist, die noch abgefeuert werden
kann, obwohl kein Magazin mehr eingesetzt ist. Das Volumen des Druckspeichers 9 beträgt
maximal 5 cm
3. Wenn man das Volumen der Druckleitungen 7 zwischen dem Rückschlagventil 8 und dem
Elektromagnetventil 10 noch hinzurechnet, ist das Volumen noch etwas größer. Für große
Feuerwaffen 1, bspw. das G36 Sturmgewehr, hat sich ein Volumen des Druckspeichers
9 von etwa 4 cm
3 (insbesondere 3,76992 cm
3) als völlig ausreichend erwiesen. Dieses Volumen wird bspw. durch ein 30 cm langes
Rohr aus Metall, bspw. aus Kupfer, mit einem Durchmesser von 2 mm realisiert. Das
Rohr ist vorzugsweise als eine Wendel ausgebildet, um den Druckspeicher 9 möglichst
platzsparend in der Feuerwaffe 1 unterbringen zu können. Durch Variation der Länge
des Rohrs kann das Volumen des Druckspeichers 9 an die jeweilige Feuerwaffe 1 und
an die zur Betätigung des Verschlusses 2 nach Entfernen des Magazins 4 erforderliche
Menge an Druckluft angepasst werden. Selbstverständlich können auch andere Ausgestaltungen
des Druckspeichers 9 realisiert werden.
[0042] Wenn das Magazin 4 aus der Magazinaufnahme 5 entfernt wird, schließt das Rückschlagventil
8, so dass die Druckluft in dem Druckspeicher 9 und den Druckluftleitungen 7 zwischen
Druckspeicher 9 und Rückschlagventil 8 verbleibt. Durch Öffnen des Elektromagnetventils
10 gelangt die Druckluft dann zur Simulation eines Rückstoßes in den Hohlraum zwischen
Zylinder 12 und der Bohrung in dem Verschluss 2 und bewirkt ein hin und her Bewegen
des Verschlusses 2. Ein Entweichen der Druckluft zurück zu dem Anschluss 6 wird durch
das geschlossene Rückschlagventil 8 unterbunden.
[0043] Die Ansteuerung des Elektromagnetventils 10 erfolgt über eine zentrale Steuereinheit
(nicht dargestellt), bspw. in Form eines Mikrocontrollers, der Feuerwaffe 1. In Abhängigkeit
von Sensorsignalen, die von den Sensoren der Feuerwaffe 1 generiert werden und die
den aktuellen Betriebszustand der Feuerwaffe 1 beobachten, generiert die zentrale
Steuereinheit Ansteuersignale für das Elektromagnetventil 10. Insbesondere wird ein
Ansteuersignal zum Öffnen des Ventils 10 generiert, wenn der Auslöser der Feuerwaffe
1 betätigt wird und evtl. noch weitere Bedingungen erfüllt sind, z.B. ein Magazin
4 in die Magazinaufnahme 5 eingesetzt ist.
[0044] Die Feuerwaffe 1 weist ferner eine Kontaktleiste 14 mit mindestens einem elektrischen
Kontaktelement 15 auf. Das mindestens eine Kontaktelement 15 steht mit der zentralen
Steuereinheit der Feuerwaffe 1 in Verbindung, wobei die Datenleitungen in den Figuren
nicht dargestellt sind. Alternativ oder zusätzlich kann mindestens ein Kontaktelement
15 mit einer elektrischen Energiequelle der Feuerwaffe 1 in Verbindung stehen, um
elektrische Energie zu den Komponenten der hydraulischen Vorrichtung 3b des Magazins
4 zu leiten. Die Kontaktleiste 14 ist dazu ausgebildet, bei in die Magazinaufnahme
15 eingesetztem Magazin 4 mit einer entsprechenden Kontaktleiste 16 mit ebenfalls
mindestens einem Kontaktelement 17 in einen elektrischen Kontakt zu treten, um Daten
(z.B. Steuersignale) und/oder Energie von der Feuerwaffe 1 zu dem umgebauten Magazin
4 bzw. den darin angeordneten Komponenten zu übertragen.
[0045] Ein Beispiel für ein erfindungsgemäßes umgebautes Magazin 4 ist in Figur 3 gezeigt.
Dort sind die Kontaktleiste mit dem Bezugszeichen 16 und das mindestens eine Kontaktelement
mit dem Bezugszeichen 17 bezeichnet. Das mindestens eine Kontaktelement 17 steht mit
einem elektronischen Speicherelement 18 in Kontakt. In dem Speicherelement 18 können
Werte für verschiedene Größen während eines Betriebs der Feuerwaffe 1 mit dem Magazin
4 Magazin-individuell abgespeichert werden. Diese Werte sind bspw. eine Anzahl an
Schüssen, die seit einem pneumatischen Wiederaufladen des Druckluftspeichers 19 des
Magazins 4 abgegeben wurden, die Gesamtzahl der bisher mit dem Magazin 4 über mehrere
Aufladevorgänge hinweg abgegebenen Schüsse, die Anzahl der Aufladevorgänge, während
denen das umgebaute Magazin 4 mit Druckluft aufgeladen wurde. Diese Werte bleiben
in dem Speicherelement 18 auch dann noch gespeichert, wenn das Magazin 4 aus der Magazinaufnahme
5 entnommen wird. Wenn das Magazin 4 dann wieder in die gleiche oder eine andere Feuerwaffe
1 eingesetzt wird, stehen die abgespeicherten Werte sofort wieder zur Verfügung. Die
abgespeicherten Werte können von der zentralen Steuereinheit der Feuerwaffe 1 eingelesen
und in der Steuereinheit intern abgespeichert werden. So weiß die Steuereinheit bspw.
ob aus einem neu eingesetzten Magazin 4 bereits ein Schuss abgegeben wurde und wenn
ja, wie viele Schuss abgegeben wurden, und kann von diesem Wert ausgehend weiter zählen.
Außerdem kann aus der Gesamtzahl der über die bisherige Lebensdauer des Magazins 4
abgegebenen Schüsse bzw. der Anzahl der Wiederaufladevorgänge auf eine geschätzte
zu erwartende weitere Lebensdauer des Magazins 4 geschlossen werden und dieses rechtzeitig
entsorgt werden, um eine Gefahr für den Schützen oder andere umstehende Personen zu
vermeiden.
[0046] Das umgebaute Magazin 4 als Teil 3b der hydraulischen Vorrichtung 3 weist ferner
einen Druckluftspeicher 19 auf, in dem in einem vollständig befüllten Zustand Druckluft
zur mehrfachen Betätigung der außerhalb des umgebauten Magazins 4 in der Feuerwaffe
1 angeordneten hydraulischen Vorrichtung 3 bzw. des Verschlusses 2 enthalten ist.
Der Druckluftspeicher 19 umfasst in dem dargestellten Beispiel mehrere zylinderförmige
Bohrungen 19a, 19b, 19c, die über Hydraulikleitungen 19d miteinander in Verbindung
stehen, so dass in dem gesamten Druckluftspeicher 19 nach Möglichkeit der gleiche
Druck herrscht. Um die Bohrungen 19a, 19b, 19c nach außen hin abzudichten, sind diese
mittels Stopfen 20 luftdicht verschlossen. In einem der Stopfen 20 kann ein weiterer
Anschluss 21 mit einem Rückschlagventil 22 angeordnet sein, an dem eine Druckluftleitung
(nicht dargestellt) angeschlossen werden kann, um den Druckluftspeicher 19 mit Druckluft
zu befüllen. Nach dem Befüllen herrscht in dem Druckluftspeicher 19 vorzugsweise ein
Druck von einigen hundert bar, insbesondere von etwa 300 bar. Selbstverständlich können
dort je nach Anwendungsfall auch andere Drücke herrschen. Insbesondere nimmt der Druck
in dem Druckluftspeicher 19 mit der Anzahl der seit dem letzten Aufladevorgang bereits
abgefeuerten Schüsse ab.
[0047] Über eine weitere Druckluftleitung 23 gelangt Druckluft aus dem Druckluftspeicher
19 zu dem ersten Anschluss 24 des Magazins 4, der ebenfalls über ein Rückschlagventil
25 verfügt. Bei vollständig in die Magazinaufnahme 5 eingesetztem Magazin 4 tritt
der Anschluss 6 mit dem Anschluss 24 in Eingriff und bildet eine luftdichte Verbindung
zwischen dem Magazin 4 und der Feuerwaffe 1. Der Stift des Anschlusses 6 öffnet dabei
automatisch das Rückschlagventil 25. Auf diese Weise kann Druckluft aus dem Druckluftspeicher
19 in den Druckspeicher 9 der Feuerwaffe 1 gelangen. Damit nicht der hohe Druck aus
dem Druckluftspeicher 19 an den Komponenten 3a der hydraulischen Vorrichtung 3 der
Feuerwaffe 1 anliegt, ist in der Druckluftleitung 23 ein Druckminderer 26 angeordnet.
Der Druck, auf den der Druckminderer 26 den in dem Druckluftspeicher 19 herrschenden
Druck reduziert, ist für den jeweiligen Einsatzfall einstellbar. Vorzugsweise reduziert
dieser den Druck aus dem Druckluftspeicher 19 auf einige zig bar, insbesondere auf
etwa 50 bis 100 bar.
[0048] Ferner umfasst das umgebaute Magazin 4 einen in Richtung eines Doppelpfeils 28 bewegbaren
Verschlussfang 27, der im Normalfall (vgl. Figur 3) vollständig eingefahren in dem
Magazin 4 angeordnet ist. Nach dem Abfeuern des letzten Schusses aus dem Magazin 4
fährt der Verschlussfang 27 aus dem Magazin 4 (in Figur 3 nach oben) in einen Bewegungsbereich
des Verschlusses 2 der Feuerwaffe 1 heraus, um den Verschluss 2 in einer zurück gefahrenen
Endposition zu halten. Zur Betätigung des Verschlussfangs 27 ist ein elektrisches
Betätigungselement 29 vorgesehen, das bspw. als ein Elektromotor oder als ein Elektromagnet
ausgebildet sein kann. Eine Ansteuerung des Betätigungselements 29 erfolgt vorzugsweise
durch die zentrale Steuereinheit der Feuerwaffe 1. Entsprechende Ansteuersignale der
Steuereinheit werden über die Kontaktelemente 15, 17 der Kontaktleisten 14, 16 an
das Betätigungselement 29 übertragen.
[0049] Das Speicherelement 18 kann auch Teil eines lokalen Mikrocontrollers des Magazins
4 sein. Dieser kann bei Bedarf die zentrale Steuereinheit der Feuerwaffe 1 entlasten
bzw. funktional ergänzen. So kann der lokale Mikrocontroller evtl. zusammen mit der
zentralen Steuereinheit die Ansteuerung des Betätigungselements 29 der Verschlussfangs
27 übernehmen. Ebenso wäre es denkbar, dass der lokale Mikrocontroller die Kommunikation
mit der zentralen Steuereinheit steuert. Auf diese Weise könnte zur Datenübertragung
über die Kontaktelemente 15, 17 ein Bussystem, bspw. ein E
2C-Bus, realisiert werden. Die elektrische Energie zum Betrieb des lokalen Mikrocontrollers
kann bspw. über eines oder mehrere der Kontaktelemente 15, 17 von einer Energiequelle
der Feuerwaffe 1 übertragen werden.
[0050] Zusammenfassend schlägt die Erfindung also statt der aus dem Stand der Technik bekannten
rein mechanischen Systeme zur Simulation eines Rückstoßes der Feuerwaffe 1, bei denen
ein mechanisch betätigter Rückschlaghebel des umgebauten Magazins gegen den Verschluss
2 schlägt und die hin und her Bewegung auslöst, ein intelligentes elektronisches System
vor. Besonders vorteilhaft ist dabei, dass die Anzahl der abgefeuerten Schüsse und/oder
die Anzahl der erfolgten Aufladezyklen des Druckluftspeichers 19 Magazin-individuell
abgespeichert werden kann. Ferner ist es vorteilhaft, dass aufgrund des Druckspeichers
9 in dem Teil 3a der hydraulischen Vorrichtung 3 der Feuerwaffe 1 nach der Entnahme
des Magazins 4 aus der Magazinaufnahme 5 noch ein letzter Schuss abgefeuert werden
kann, was bei den bekannten mechanischen Systemen nicht möglich ist.
1. Umgebaute Feuerwaffe (1), die Teil eines Waffensimulators ist und für Übungszwecke
umgerüstet ist und die einen zwischen einer vorderen Ausgangsstellung und einer nach
hinten gefahrenen Endstellung hin und her bewegbaren Verschluss (2) aufweist, wobei
die Feuerwaffe (1) eine hydraulische Vorrichtung (3; 3a) zur hydraulischen Betätigung
des Verschlusses (2) und zur Simulation eines Rückstoßes der Feuerwaffe (1) aufweist,
und wobei die Feuerwaffe einen ersten hydraulischen Anschluss (6) für eine Druckluftversorgung
der hydraulische Vorrichtung (3; 3a) der Feuerwaffe (1) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die hydraulische Vorrichtung (3; 3a) der Feuerwaffe (1) einen Druckspeicher (9) aufweist,
der über den hydraulischen Anschluss (6) mit Druckluft beaufschlagt ist, und dass
die hydraulische Vorrichtung (3; 3a) der Feuerwaffe (1) ein Ventil (8) zwischen dem
Druckspeicher (9) und dem hydraulischen Anschluss (6) aufweist, das nach einem Trennen
einer externen Druckluftversorgung von dem Anschluss (6) schließt und ein Entweichen
der Druckluft aus dem Druckspeicher (9) verhindert.
2. Umgebaute Feuerwaffe (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckluftversorgung der hydraulische Vorrichtung (3; 3a) der Feuerwaffe (1) über
ein in eine Magazinaufnahme (5) der Feuerwaffe (1) eingesetztes umgebautes Magazin
(4) erfolgt.
3. Umgebaute Feuerwaffe (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das umgebaute Magazin (4) einen Druckluftspeicher (19) aufweist, der bei in die Magazinaufnahme
(5) eingesetztem umgebauten Magazin (4) den Druckspeicher (9) der Feuerwaffe (1) über
den hydraulischen Anschluss (6) der Feuerwaffe (1) mit Druckluft versorgt.
4. Umgebaute Feuerwaffe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventil (8) als ein Rückschlagventil ausgebildet ist.
5. Umgebaute Feuerwaffe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckspeicher (9) über ein weiteres Ventil (10) mit einem Zylinder (12) pneumatisch
in Verbindung steht, in den bei geöffnetem weiterem Ventil (10) Druckluft von dem
hydraulischen Anschluss (6) und aus dem Druckspeicher (9) gelangt, die zu einer hin
und her Bewegung des Verschlusses (2) führt.
6. Umgebaute Feuerwaffe (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das weitere Ventil (10) als ein Elektromagnetventil ausgebildet ist.
7. Umgebaute Feuerwaffe (1) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei geöffnetem weiterem Ventil (10) Druckluft aus dem Zylinder (12) in einen Hohlraum
zwischen dem Zylinder (12) und dem Verschluss (2) gelangt, die zu einer Bewegung des
Verschlusses (2) von dem Zylinder (12) weg in Richtung der Endstellung führt.
8. Umgebaute Feuerwaffe (1) nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckspeicher (9) zwischen dem ersten Ventil (8) und dem weiteren Ventil (10)
ein Volumen aufweist, das so groß ist, dass die darin nach Entnahme des umgebauten
Magazins (4) aus der Magazinaufnahme (5) der Feuerwaffe (1) gespeicherte Druckluft
ausreicht, um den Verschluss (2) noch mindestens einmal in eine hin und her Bewegung
zu versetzen.
9. Umgebaute Feuerwaffe (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckspeicher (9) zwischen dem ersten Ventil (8) und dem weiteren Ventil (10)
ein Volumen von maximal 5 cm3, vorzugsweise von 3 bis 4 cm3 aufweist.
10. Umgebaute Feuerwaffe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckspeicher (9) als ein Rohr ausgebildet ist.
11. Umgebaute Feuerwaffe (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr nach Art einer Wendel geformt ist.
12. Waffensimulator zum Trainieren der Bedienung und des Einsatzes mindestens einer zu
Übungszwecken umgebauten Feuerwaffe (1), die einen zwischen einer vorderen Ausgangsstellung
und einer nach hinten gefahrenen Endstellung hin und her bewegbaren Verschluss (2)
aufweist, wobei die mindestens eine Feuerwaffe (1) eine hydraulische Vorrichtung (3;
3a) zur Simulation eines Rückstoßes der Feuerwaffe (1) und zur hydraulischen Betätigung
des Verschlusses (2) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens einen Feuerwaffe (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 ausgebildet
ist.