(19)
(11) EP 3 112 544 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
02.10.2019  Patentblatt  2019/40

(21) Anmeldenummer: 15174338.2

(22) Anmeldetag:  29.06.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04B 1/86(2006.01)

(54)

AKUSTIKPANEEL

ACOUSTIC PANEL

PANNEAU ACOUSTIQUE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
04.01.2017  Patentblatt  2017/01

(73) Patentinhaber: SWISS KRONO Tec AG
6004 Luzern (CH)

(72) Erfinder:
  • BRAUN, Roger
    6130 Willisau (CH)

(74) Vertreter: Kalkoff & Partner 
Patentanwälte Martin-Schmeisser-Weg 3a-3b
44227 Dortmund
44227 Dortmund (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A1-2010/089271
DE-A1-102014 207 852
DE-U1-202006 017 188
WO-A2-2011/006813
DE-U1-202005 018 659
DE-U1-202009 016 944
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Akustikpaneel gemäß des Oberbegriffs des unabhängigen Anspruchs 1 und ein Verfahren zum Herstellen eines Akustikpaneels gemäß des Oberbegriffs des unabhängigen Anspruchs 9.

    [0002] Akustikelemente zur Verwendung als Wand- oder Deckenbelag dienen der Beeinflussung der Raumakustik. Die Raumakustik wird von direkt von einer Schallquelle abgestrahlten Schallwellen und von Wänden, Decken und Einrichtungsgegenständen reflektierten Schallwellen, die in einem Raum auftreten beeinflusst. Entscheidend für die Verbesserung der Raumakustik ist die Verminderung der direkten Schallreflexion im Raum. Als Maß hierfür dient der Schallabsorptionsgrad der jeweiligen Materialien.

    [0003] Akustikelemente sind insbesondere zum Einsatz in Besprechungsräumen, Eingangsbereichen, Gaststätten, Büros, Konzerthallen, Versammlungsräumen, Schulen oder Sportstätten vorgesehen. Ein derartiges Akustikelement ist bspw. aus der DE 10 2014 207 852 A1 bekannt, das ein Paneel mit einer Holzfaserdämmplatte, einer Holzwerkstoffplatte und einer auf der Holzwerkstoffplatte aufliegenden sichtbaren Vollholzoberfläche offenbart, wobei in die Vollholzoberfläche und die Holzwerkstoffplatte Schlitze bis in den Holzfaserdämmstoff eingebracht sind. Zum Verbinden der Paneele ist eine Nutfederverbindung in der Holzwerkstoffplatte vorgesehen. Weitere Akustikelemente sind bspw. aus der DE 20 2009 016 944 U1, der EP 2 216 773 B1 und der WO 2006/056351 A1 bekannt.

    [0004] Ein weiteres als Fußbodenbelag ausgebildetes Akustikpaneel ist aus der WO 2010/089271 A1 bekannt, das eine Trägerplatte mit einer oberseitig angebrachten Dekorschicht und einem unterseitig angebrachten Akustikvlies aufweist. Zur Aufnahme von Raumschall sind die Deckschicht und die Trägerplatte mit Ausnehmungen durchsetzt. Um das Eindringen von Flüssigkeiten in die deckseitigen Ausnehmungen zu verhindern, ist der Querschnitt der Ausnehmungen entsprechend klein ausgebildet, sodass Flüssigkeiten ab einer bestimmten Oberflächenspannung nicht mehr in die Ausnehmungen eindringen können. Das Dokument WO 2010/089271 A1 offenbart die Merkmale des Oberbegriffs des Anspruchs 1.

    [0005] Eine weitere als Wandverkleidung geeignete Schallabsorptionsvorrichtung ist aus der DE 20 2005 018 659 U1 bekannt. Die Schallabsorptionsvorrichtung weist eine Trägerplatte mit im Querschnitt zweiteiligen Ausnehmungen auf. An der Rückseite der Trägerplatte sind Abstandshalter angeordnet, an denen wiederum ein Rückwandelement befestigt wird. Im Zwischenraum kann ein Absorptionsmaterial angeordnet sein.

    [0006] Bekannte Akustikpaneele sind mehrschichtig aufgebaut und weisen eine zum Raum hin ausgerichtete mit Perforationen oder anderen Ausnehmungen versehene Sichtoberfläche auf, die dazu ausgebildet ist, dass die Schallwellen durch sie hindurch in eine Absorberoberfläche eindringen und sich dort verlaufen. Der strukturelle Aufbau der bekannten Paneele ist zum Erreichen eines hohen Wirkungsgrades besonders aufwendig ausgestaltet. Jedes Paneel ist als eigenständiges Bauelement ausgebildet und zum jeweils separaten Befestigen an der Wand oder Decke vorgesehen. Das Herstellen optisch besonders ansprechender, akustisch besonders wirksamer und präzise montierbarer Akustikpaneele, d.h. Akustikpaneele mittels der ohne Versatz montierbare Belagsoberflächen hergestellt werden können, ist mit den bekannten Akustikpaneelen und Herstellungsverfahren aufwendig und kostenintensiv.

    [0007] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein strukturell besonders einfach aufgebautes und kostengünstig herstellbares Akustikpaneel bereitzustellen, mit dem versatzlose und optisch ansprechende Oberflächen ausgebildet werden können. Weiter ist es Aufgabe, ein entsprechendes Verfahren zum Herstellen eines derartigen Akustikpaneels bereitzustellen.

    [0008] Die Erfindung löst die Aufgabe durch ein Akustikpaneel mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 9. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben. Dabei sind die beschriebenen Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination grundsätzlich Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.

    [0009] Das erfindungsgemäße Akustikpaneel zur Verwendung als Decken- und/oder Wandbelag weist eine Basisplatte auf, die mindestens eine Holzwerkstoffplatte mit einer Oberseite und einer Unterseite und einer auf der Oberseite angeordneten Deckschicht umfasst und die an den Längsseiten und/oder Stirnseiten zueinander korrespondierende Verriegelungsprofile zum klebstofffreien Verbinden mit weiteren Akustikpaneelen und eine an der Unterseite angeordneten Absorbereinheit zum Absorbieren von Raumschall und eine Vielzahl die Basisplatte vollständig durchsetzende Ausnehmungen zum Durchleiten von auf die Oberseite treffenden Raumschalls in die Absorbereinheit aufweist.

    [0010] Die Ausführung des Akustikpaneels mit korrespondierenden Verriegelungsprofilen ermöglicht in besonders einfacher Weise, Wand- und Deckenbeläge mit versatzlosen Oberflächen herzustellen, da die Verriegelungsprofile ein versatzloses Verbinden der Akustikpaneele garantieren. Selbst bei Unebenheiten an der direkten Wand- oder Deckenoberfläche, bzw. bei den Befestigungsmitteln für die Akustikpaneele ist die von den Akustikpaneelen erzeugte im Raum sichtbare Oberfläche versatzlos. Aufgrund der Verrieglungsprofile ist zudem gewährleistet, dass die Oberfläche dauerhaft versatzlos bleibt und die Positionierung der einzelnen Paneele zueinander dauerhaft gleich bleibend ist, so dass bspw. selbst bei Setztätigkeiten des Bauwerks und/oder bei klimabedingten Veränderungen einzelner Baustoffe, wie bspw. der Holzwerkstoffplatte, die Oberfläche des erzeugten Belages dauerhaft gleichbleibend erhalten bleibt. Unter versatzlos wird verstanden, dass die Paneeloberflächen in einer Ebene angeordnet sind.

    [0011] Das erfindungsgemäße Akustikpaneel kann durch ein auf das Akustikpaneel abgestimmtes Verfahren hergestellt werden, das besonders kostengünstig ist, da einzelne Verfahrensschritte zumindest teilweise aus der Herstellung von Fußboden-, Wand- oder Deckenlaminaten bekannt sind. Ein weiterer besonderer Vorteil des erfinderischen Akustikpaneels ist, dass alternativ auch ein an sich bekanntes und in großer Vielfalt kostengünstig herstellbares Fußboden-, Wand- oder Deckenlaminat durch Modifikation mit den entsprechenden Ausnehmungen und dem Verbinden mit einer unterseitigen Absorbereinheit besonders kostengünstig zu einem erfinderischen Akustikpaneel weiterverarbeitet werden kann. Der besonders einfache strukturelle Aufbau des erfinderischen Akustikpaneels ermöglicht es somit jedes als Wand-, Decken- oder Fußbodenlaminat bekannte Paneel auf einfache und kostengünstige Weise zum Akustikpaneel zu modifizieren.

    [0012] Unter Decken- und Wandbelägen sind vom Rauminnern aus sichtbare Beschichtungen (Verkleidungen, Beläge) auf den Wänden und Decken zu verstehen. Diese können entweder direkt mit der Wand oder der Decke verbunden oder über eine Befestigungsvorrichtung und entsprechende Verbindungsmittel wie bspw. über Abhang- oder Unterdecken, Clipsysteme, sowie Schienensysteme mit Montagekrallen an diesen angeordnet sein.

    [0013] Die Holzwerkstoffplatte kann insbesondere eine Spanplatte oder Faserplatte, bspw. eine MDF- oder HDF-Platte, oder eine mineralfasergebundene Platte, sein. Dabei ist die Holzwerkstoffplatte in Abhängigkeit vom vorgesehenen Einsatzgebiet insbesondere als formaldehydarm oder formaldehydfrei verleimte Holzwerkstoffplatte mit einer Formaldehydausgleichskonzentration von ≤ 0,02 ppm, entsprechend EN 717-1, ausgebildet. Hierzu kann die verwendete Holzwerkstoffplatte insbesondere ein formaldehydfreies Bindemittel, bspw. ein Isocyanat aufweisen. Somit können die für das erfinderische Akustikpaneel vorzugsweise verwendeten Span-, oder Faserplatten zumindest in großen Teilen Isocyanat als Bindemittel enthalten. Zudem können die Holzwerkstoffplatten weitere Additive, wie bspw. Brandhemmer, enthalten.

    [0014] Unter einer Basisplatte wird ein einzelner Abschnitt einer in mehrere Abschnitte aufgeteilten, beschichteten Holzwerkstoffplatte verstanden, die noch keine Profilierung an den Längs-, und/oder Querseiten aufweist. Dementsprechend kann auch die Basisplatte eine Spanplatte oder eine Faserplatte, bspw. eine MDF- oder HDF-Platte, umfassen. Eine Basisplatte weist zudem zumindest weitestgehend die spätere Paneellänge und Paneelbreite auf und kann auf der Oberseite neben mindestens einer Deckschicht, bspw. einer Dekorschicht, weitere Beschichtungs-Schichten aufweisen. Zudem kann die Basisplatte auch an der Unterseite eine Beschichtung aus einer Schicht oder mehreren Schichten, bspw. eine unterseitige Unterzugbeschichtung, aufweisen. Die Basisplatte ist mit Beschichtungen vorzugsweise zwischen 4 mm und 12 mm dick.

    [0015] Unter einem Paneel (bspw. Akustikpaneel) wird im Zusammenhang mit der Erfindung eine Basisplatte mit zueinander korrespondierenden Verriegelungsprofilen an den Stirn- und/oder Längsseiten der Basisplatte verstanden.

    [0016] Die Verriegelungsprofile des Paneels sind zum klebstofffreien Verbinden mehrerer Paneele untereinander ausgebildet. Dabei können jeweils die an den Längsseiten angeordneten Profile und die an den Querseiten (Stirnseiten) angeordneten Profile zueinander korrespondieren, so dass mittels einer Mehrzahl von Akustikpaneelen eine vollständig ebene (absatzlose) Fläche (Wand- oder Deckenbelag) ausgebildet werden kann.

    [0017] Die Deckschicht kann, wie bereits erwähnt, insbesondere als Dekorschicht ausgebildet sein. Dabei kann die Dekorschicht insbesondere einfarbig ausgebildet sein oder ein Holzdekor, eine Steinoberfläche, ein Fliesendekor oder ein Fantasiedekor zeigen. Alternativ kann die Deckschicht bspw. auch als Nutzschicht ausgebildet sein. Die Deckschicht kann zudem mehrlagig sein.

    [0018] Eine ggf. an der Unterseite angeordnete Beschichtung kann bspw. als Gegenzug ausgebildet sein und eine oder mehrere Schichten umfassen. Die Beschichtung kann an die Absorbereinheit angrenzend angeordnet bzw. mit der Absorbereinheit verbunden sein. Die als Gegenzug wirkende Schicht kann bspw. bei der Ausbildung der Dekorschicht mittels eines Dekorpapiers ein Gegenzugpapier sein. Bei einem direkt bedruckten Paneel kann bspw. eine Lackschicht, die als Gegenzug zur Dekorschicht wirkt, angeordnet sein.

    [0019] Unter der Unterseite wird im Weiteren somit die der Deckschicht gegenüberliegende unterseitige Oberfläche der Holzwerkstoffplatte, der Basisplatte oder des Paneels/Akustikpaneels verstanden, die entsprechend dem Kontext unbeschichtet oder beschichtet (bspw. mit einer Gegenzugschicht) sein kann. Um bspw. von beiden Seiten sichtbare Elemente zur Raumteilung bereitzustellen, kann die Unterseite alternativ auch mit einer oder mehreren Deckschichten, bspw. einer Dekorschicht, beschichtet sein.

    [0020] Unter einer Absorbereinheit wird ein Baukörper verstanden, der zur Aufnahme der Schallwellen ausgebildet ist und in dem sich die Schallwellen zerstreuen. Absorbereinheiten weisen insbesondere eine besonders geringe Dichte im Bereich von 50 kg/m3 bis 300 kg/m3 auf und sind bevorzugt offenporig ausgebildet. Absorbereinheiten können bspw. aus Kunststoffen bestehen. Vorzugsweise sind die Absorbereinheiten jedoch aus Holzwerkstoff, bspw. aus einer Holzfaserdämmplatte, ausgebildet. Die Absorbereinheit ist insbesondere plattenförmig ausgebildet und flächig mit der Holzwerkstoffplatte oder deren Beschichtung verbunden.

    [0021] Die Ausnehmungen in der Basisplatte können unterschiedliche geometrische Formen aufweisen. Sie können bspw. als runde oder eckige Löcher oder auch schlitzförmig ausgebildet sein. Die Ausnehmungen sind nebeneinander in Längs- und/oder Querrichtung des Paneels angeordnet. Die Ausnehmungen durchsetzen die Basisplatte vollständig, d.h., die Ausnehmungen durchsetzen neben der Holzwerkstoffplatte auch alle Schichten der Beschichtung, d.h. sowohl die Deckschicht oder weitere Schichten auf der Oberseite, als auch alle auf die Unterseite aufgetragenen Schichten, wie bspw. eine Gegenzugschicht. Die Ausnehmungen sind somit dazu ausgebildet, dass auf die Beschichtung auf der Oberseite auftreffende Schallwellen durch die Ausnehmungen hindurch geleitet werden, auf die Absorbereinheit treffen, in diese eindringen und sich in dieser zerstreuen.

    [0022] Ergänzend können neben den die Basisplatte vollständig durchsetzenden Ausnehmungen, insbesondere in Randbereichen des Paneels, Dekorausnehmungen angeordnet sein, die durch die Deckschicht bis in die Holzwerkstoffplatte hineinragen, diese jedoch nicht durchdringen. Die Dekorausnehmungen gewährleisten eine besonders hohe Stabilität des Akustikpaneels im Randbereich und somit eine besonders sichere und dauerhafte Verbindung mehrerer Akustikpaneele miteinander mittels der bindemittelfreien Verriegelungsprofile.

    [0023] Die Absorbereinheit kann direkt bei der Herstellung der Basisplatte, bspw. mit Hilfe eines an der Unterseite angeordneten klebenden Gegenzuges, mit der Holzwerkstoffplatte verbunden werden. Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist jedoch zwischen der Unterseite (d.h. der Oberfläche der Holzwerkstoffplatte oder der ggf. vorliegenden Beschichtung) und der Absorbereinheit eine zusätzliche Klebstoffschicht zum Verbinden der Absorbereinheit mit der Unterseite angeordnet. Dies kann insbesondere ein Schmelzkleber (HotMelt), eine Klebfolie oder ein Einkomponentenklebstoff, wie z.B. Weißleim, sein.

    [0024] Gemäß der Erfindung ist vorgesehen, dass die Ausnehmungen die Klebstoffschicht durchsetzen. D.h., die Ausnehmungen ragen durch die Klebstoffschicht hindurch. Hierdurch wird eine deutliche Verbesserung der Schallabsorption erreicht, da die in die Ausnehmungen eindringenden Schallwellen besonders einfach in die Absorbereinheit eindringen können und nicht von der Klebstoffschicht reflektiert werden.

    [0025] Zudem ist nach der Erfindung vorgesehen, dass die Ausnehmungen bis in die Absorbereinheit ragen. D.h., die Ausnehmungen ragen über die Unterseite des Paneels und eine ggf. angeordnete Klebstoffschicht hinaus in die Absorbereinheit hinein, so dass in der Absorbereinheit ebenfalls Ausnehmungen angeordnet sind. Vorzugsweise durchdringen die Ausnehmungen die Absorbereinheit dabei nicht. Die sich in die Absorbereinheit erstreckenden Ausnehmungen verbessern die Schallabsorption nochmals deutlich.

    [0026] Besonders bevorzugt ist zudem vorgesehen, dass die das Paneel durchsetzenden Ausnehmungen und ggf. auch die Dekorausnehmungen sich über die gesamte Länge des Akustikpaneels erstrecken, wodurch eine weiter verbesserte Schallabsorption des auf das Paneel treffenden Schalls ermöglicht wird.

    [0027] Nach einer Weiterbildung der Erfindung sind an der Unterseite, insbesondere quer zur Längsrichtung der Holzwerkstoffplatte bzw. Basisplatte oder quer zu einer Längsrichtung der Ausnehmungen ausgerichtete Verstärkungselemente angeordnet. Die Verstärkungselemente können bspw. als Leisten (stabförmig) ausgebildet sein. Die Verstärkungselemente sind mit der Unterseite verbunden, insbesondere verklebt, und sorgen für eine erhöhte Festigkeit des Paneels, bspw. bei einer hohen Anzahl von das Paneel durchsetzenden Ausnehmungen. Die Verstärkungselemente sind insbesondere an das Material der Holzwerkstoffplatte angepasst und bestehen somit bevorzugt aus Holzwerkstoff, wie Spanplatte, HDF oder MDF. Die Verstärkungselemente sind bevorzugt beabstandet zueinander angeordnet, wobei bspw. im Bereich der Stirnseiten, insbesondere an die stirnseitigen Verriegelungsprofile angrenzend, jeweils ein in Querrichtung des Paneels ausgerichtetes Verstärkungselement angeordnet ist.

    [0028] Die Verstärkungselemente sind bevorzugt zwischen 10 mm - 50 mm, insbesondere 20 mm +/-2 mm breit. Die Verstärkungselemente sind in ihrer Dicke an die Dicke der Absorbereinheit angepasst. Bspw. abhängig vom Pressdruck bzw. dem angewendeten Pressverfahren beim Verpressen des Verstärkungselementes mit der Basisplatte ist die Dicke des Verstärkungselementes gleich der Dicke des Absorbereinheit oder bis zu 20% niedriger als die Absorbereinheit ausgebildet, wodurch ein sicheres Verpressen von Verstärkungselement und Absorberelement mit der Unterseite gewährleistet ist. Insbesondere zur Ausbildung von besonders dünnen Akustikpaneelen mit einer Höhe von 15 mm +/- 5 mm ist die Absorbereinheit, entsprechend an die Höhe der Basisplatte angepasst, zwischen 4 mm bis 14 mm hoch ausgebildet. Die besonders bevorzugten Maße gewährleisten ein optimales Verhältnis aus hoher Stabilität, geringen Herstellungskosten, minimaler Dicke und hohen Schallabsorptionsraten. Besonders gute Schallabsorptionsraten werden zudem ab einem Höhenverhältnis von ca. 1:1 zwischen Basisplatte und Absorbereinheit erreicht.

    [0029] Die Absorbereinheit ist bevorzugt einstückig, ausgebildet und deckt die Unterseite der Holzwerkstoffplatte weitestgehend (ggf. bis auf Randbereiche) vollständig ab. Bei einer Anordnung von Verstärkungselementen an der Unterseite weist die Absorbereinheit jedoch besonders bevorzugt eine Vielzahl von Absorberelementen auf, die insbesondere zwischen den Verstärkungselementen angeordnet sind. Hierdurch wird eine hohe Schallabsorption bei entsprechend ausreichend hoher Festigkeit des Akustikpaneels erreicht. Die bereits erwähnte von der Höhe der Basisplatte abhängige optimierte Höhe der Absorbereinheit zwischen 4 mm - 14 mm, gewährleistet eine optimale Schallabsorption, so dass ein besonders dünnes Akustikpaneel mit einer Höhe von 15 +/- 5 mm bereitgestellt werden kann. Der besonders dünne Aufbau des Akustikpaneels ermöglicht es, wie bereits oben erwähnt, Räume, in denen bei der Bauplanung keine Akustikpaneele vorgesehen waren, ohne wesentliche Raumverluste mit Akustikpaneelen nachzurüsten.

    [0030] Die auf der Oberseite angeordnete Deckschicht kann als Vollholzschicht ausgebildet sein, ist besonders bevorzugt jedoch als auf die Oberfläche der Holzwerkstoffplatte aufgetragene Schicht aus PVC, PE, PP, Polyester, PU, als Schichtstoff, HPL, DPL, CPL, Folie, Acrylfolie, und/oder als auf die Oberfläche aufgedruckte Lack- und/oder Kunstharzschicht ausgebildet, die bspw. im Digitaldruck aufgetragen wird. Die Deckschicht kann zudem sämtliche für das Auftragen der Deckschicht oder einer Dekorschicht notwendigen Hilfsschichten, wie bspw. Klebschichten, Grundierungen, Spachtelschichten usw., umfassen.

    [0031] Besonders bevorzugt ist zudem (außenseitig) eine (insbesondere transparente) Nutzschicht und/oder Strukturschicht oder eine strukturierte Nutzschicht zur Verbesserung der Oberflächenbeständigkeit des Akustikpaneels vor äußeren Einflüssen, bzw. zur optischen Aufwertung und/oder haptischen Ausbildung der Oberfläche, angeordnet. Die Nutzschicht und/oder Strukturschicht kann bspw. als Kunstharzschicht oder Overlayjeweils flüssig oder fest aufgetragen werden. Insbesondere wird die Nutzschicht und/oder Strukturschicht mittels eines schichtbildenden digitalen Druckverfahrens aufgetragen. Einzelne Schichten, wie bspw. eine Strukturschicht, können nur abschnittsweise aufgetragen sein, um eine haptische, bspw. auf das Dekor abgestimmte, negative oder positive Oberflächenstruktur zu erzeugen.

    [0032] Die Profile an den Längsseiten und Querseiten sind besonders bevorzugt als Rastprofile, d.h. zum gegenseitigen Verriegeln, ausgebildet. Dabei sind die Profile insbesondere als Dreh-Schwenk-Profil oder als vertikales Rastprofil ausgebildet. Vertikal heißt, dass zwei zueinander korrespondierende Profile in einer senkrecht zur Oberseite zeigenden Richtung ineinander bringbar sind.

    [0033] Vorzugsweise sind die Profile an den Längsseiten und den Querseiten korrespondierend zueinander, so dass ein erstes Paneel mit einer Querseite in eine Längsseite eines zweiten Paneels eingerastet werden kann. Hierzu können die Profile bspw. als Dreh-Schwenk-Profil oder vertikales Rastprofil ausgebildet sein. Bei der Ausführung von bspw. rechteckigen Paneelen können somit eine Vielzahl von unterschiedlichen Verlegemustern (bspw. Querseite an Längsseite) verwirklicht werden.

    [0034] Alternativ weisen jeweils die Querseiten korrespondierende Verriegelungsprofile, bspw. vertikale Rastprofile, und jeweils die Längsseiten korrespondierende Verriegelungsprofile, bspw. Dreh-Schwenk-Profile auf, wodurch insbesondere die Montage der Akustikpaneele im Wand- oder Deckenbereich deutlich erleichtert wird.

    [0035] Die Befestigung der Akustikpaneele kann direkt an einer Wand oder Decke bspw. durch Klebemittel erfolgen. Vorzugsweise werden die Akustikpaneele jedoch über bspw. mechanische Verbindungsmittel an einer an der Wand oder Decke angeordneten Befestigungsvorrichtung zur Aufnahme der Paneele angebracht. Besonders bevorzugt ist hierfür im Bereich der längsseitigen Verriegelungsprofile ein Mittel zur Aufnahme von Verbindungsmitteln für die Befestigung des Akustikpaneels an der Befestigungsvorrichtung angeordnet. Die Mittel am Akustikpaneel sind auf die Verbindungsmittel abgestimmt. Hierfür ist vorzugsweise das längsseitige Verriegelungsprofil zumindest abschnittsweise modifiziert und zur Aufnahme des Verbindungsmittels ausgebildet, bspw. durch eine zumindest abschnittsweise Veränderung der Profilgeometrie. Alternativ oder ergänzend ist eine Ausnehmung, bspw. eine Nut in unmittelbare Nähe des längsseitigen Profils, bspw. im Bereich eines Profilgrundes (Nutgrund) oder an einem unterseitigen Abschnitt des Paneels angeordnet.

    [0036] Weiter wird die Aufgabe der Erfindung gelöst durch ein Verfahren zum Herstellen eines Akustikpaneels mit den Schritten: Beschichten einer eine Oberseite und eine Unterseite aufweisenden Holzwerkstoffplatte mit mindestens einer Deckschicht auf der Oberseite, Aufschneiden der Holzwerkstoffplatte zum Erzeugen von Basisplatten, Profilieren von Längs- und/oder Stirnseiten der Basisplatte mit Verriegelungsprofilen zum klebstofffreien Verbinden mehrerer Akustikpaneele miteinander, Verbinden einer Absorbereinheit mit der Unterseite, Einbringen von die Basisplatte vollständig durchsetzenden Ausnehmungen, zum Durchleiten von auf die Oberseite der Basisplatte treffenden Raumschalls in die Absorbereinheit.

    [0037] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht die Herstellung eines in seiner Struktur besonders einfach aufgebauten Akustikpaneels mit besonders hohem Schallabsorptionsgrad. Dabei werden zahlreiche zumindest in Teilen aus der Herstellung von Wand-, Decken- oder Fußbodenlaminaten bekannte Verfahrensschritte genutzt, wodurch das Akustikpaneel besonders kostengünstig hergestellt werden kann. Zudem ermöglicht das Verfahren die Herstellung besonders dünner Akustikpaneele im Dickenbereich von 15 mm +/- 5 mm mit besonders hohem Schallabsorptionsgrad, wodurch auch eine Nachrüstung von Akustikpaneelen in Räumen, in denen ursprünglich keine Akustikpaneele vorgesehen sind, ermöglicht wird. Abhängig von der gewählten Reihenfolge der Verfahrensschritte sind unterschiedliche Herstellungsverfahren ausführbar.

    [0038] Nach der Erfindung werden zuerst die Verfahrensschritte Beschichten, Aufschneiden und Profilieren nacheinander und nachfolgend das Verbinden und Einbringen in beliebiger Reihenfolge durchgeführt. D.h., dass zuerst ein Wand-, Decken- oder Fußbodenlaminat hergestellt wird (Beschichten, Aufschneiden und Profilieren) und anschließend erfolgt die Modifizierung des fertig hergestellten Paneels in ein Akustikpaneel durch das Aufbringen der Absorbereinheit und das Einbringen der Ausnehmungen. Dabei kann das Paneel bspw. nach dem Profilieren auch vorerst eingelagert und erst bei entsprechendem Bedarf aus dem Lager entnommen und zu einem Akustikpaneel weiterverarbeitet werden.

    [0039] Neben der Modifizierung von bereits bestehenden Paneelen können gemäß einer Weiterbildung des Verfahrens auch zuerst die Verfahrensschritte Beschichten, Verbinden, Aufschneiden und Profilieren nacheinander und nachfolgend oder gleichzeitig mit dem Verbinden, Aufschneiden oder Profilieren das Einbringen durchgeführt werden. Hierdurch kann unter Ausnutzung zum Teil bekannter Verfahrensschritte eine großformatige Holzwerkstoffplatte in einem speziell auf die Herstellung von Akustikpaneelen ausgerichteten Verfahren besonders kostengünstig hergestellt werden.

    [0040] Abhängig von der Ausgestaltung des Akustikpaneels kann die Absorbereinheit auch aus mehreren Absorberelementen bestehen, so dass zum Anordnen der Absorbereinheit mehrere Absorberelemente ggf. mit Verstärkungselementen aufgebracht werden.

    [0041] Insbesondere im Zusammenhang mit dem Beschichten können zahlreiche zusätzliche Verfahrenschritte durchgeführt werden. So kann bspw. eine entsprechende Gegenzugschicht auf die Unterseite aufgebracht werden oder es können weitere Schichten auf oder unter die Deckschicht aufgetragen werden. Insbesondere können Grundierungs-, Nutz- und/oder Strukturschichten angeordnet werden.

    [0042] Nach einer Weiterbildung der Erfindung wird eine Verbindungsmittelaufnahme zur Aufnahme eines Verbindungsmittels, welches zur Befestigung des Paneels an einer Befestigungsvorrichtung ausgebildet ist, angeordnet. Die Verbindungsmittelaufnahme kann in die Holzwerkstoffplatte oder die Absorbereinheit eingebracht werden. Insbesondere wird die Verbindungsmittelaufnahme jedoch in die Basisplatte oder mindestens ein Verstärkungselement eingebracht, um einen besonders sicheren Halt der Paneele an der Befestigungsvorrichtung zu gewährleisten. Vorzugsweise wird die Verbindungsmittelausnehmung gleichzeitig oder nach dem Profilieren oder dem Einbringen der die Basisplatte durchsetzenden Ausnehmungen eingebracht, wodurch eine besonders effiziente Produktion möglich ist. Die Verbindungsmittelausnehmung wird bspw. als sich in Längsrichtung des Paneels erstreckende Nut ausgebildet.

    [0043] Obwohl manche Aspekte im Zusammenhang mit einer Vorrichtung beschrieben wurden, versteht es sich, dass diese Aspekte auch eine Beschreibung des entsprechenden Verfahrens darstellen, so dass ein Block- oder ein Bauelement einer Vorrichtung auch als ein entsprechender Verfahrensschritt oder als ein Merkmal eines Verfahrensschrittes zu verstehen ist. Analog dazu stellen Aspekte, die im Zusammenhang mit einem oder als ein Verfahrensschritt beschrieben wurden, auch eine Beschreibung eines entsprechenden Blocks oder Details oder Merkmals einer entsprechenden Vorrichtung dar.

    [0044] Im Weiteren wird die Erfindung anhand von mehreren Ausführungsbeispielen näher beschrieben. Es zeigt:
    Fig. 1
    schematisch in einer Ansicht eine erste Ausführungsform des Akustikpaneels;
    Fig. 2
    schematisch in einem vertikalen Längsschnitt die Ausführungsform aus Fig. 1;
    Fig. 3
    schematisch in einer Ansicht eine zweite Ausführungsform des Akustikpaneels;
    Fig. 4
    schematisch in einem vertikalen Längsschnitt die Ausführungsform des Akustikpaneels aus Fig. 3;
    Fig. 5
    schematisch in einem vertikalen Querschnitt die Ausführungsform des Akustikpaneels aus Fig. 3 und 4.


    [0045] Fig. 1 und 2 zeigen ein Akustikpaneel 1 aus einer Basisplatte 2, d.h. einer beschichteten, in Plattenabschnitte aufgeteilten Holzwerkstoffplatte 2a, hier einer MDF-Platte. Die Basisplatte 2 weist auf einer Oberseite 5 eine Deckschicht (hier nicht dargestellt), hier eine Dekorschicht und eine oberhalb der Dekorschicht angeordnete Strukturschicht (hier nicht dargestellt) zum Herstellen einer haptischen Oberfläche auf. Auf einer Unterseite 6 ist eine Gegenzugschicht (hier nicht dargestellt) angeordnet.

    [0046] An den Längsseiten 3a, 3b der Basisplatte 2 sind Verriegelungsprofile 13a, 13b hier zueinander korrespondierende, miteinander verriegelbare Dreh-Schwenk-Profile (siehe auch Fig. 5) angeordnet, über die das Akustikpaneel 1 mit weiteren (hier nicht dargestellten) Akustikpaneelen 1 bindemittellos zu einer absatzlosen Fläche verbunden werden kann. An den Stirnseiten 4a, 4b des Akustikpaneels 1 sind zum vertikalen Aufeinandersetzen korrespondierend ausgebildete Rastprofile 10 angeordnet.

    [0047] Die Dekorschicht ist als Lackschicht ausgebildet. Die Gegenzugschicht ist hieran angepasst ebenfalls als Lackschicht ausgebildet. Die Dekorschicht zeigt ein Holzdekor (hier nicht dargestellt).

    [0048] An der als Lackschicht ausgebildeten Gegenzugschicht ist eine Absorbereinheit 7 aus einer Holzfaserdämmplatte mit einer Dichte von 150 kg/m3 angeordnet. Die Absorbereinheit 7 ist unterbrechungsfrei, d.h. durchgängig (bis an die Verriegelungsprofile angrenzend) über die Unterseite 6 der Basisplatte 2 angeordnet. Die Absorbereinheit 7 ist mit der Unterseite 6, hier an der als Gegenzug ausgebildeten Lackschicht, mittels einer Klebstoffschicht (hier nicht dargestellt), hier einer Schmelzkleberschicht, verbunden.

    [0049] In das Akustikpaneel 1 sind eine Vielzahl von nebeneinander angeordneten, die Basisplatte 2 durchsetzenden Ausnehmungen 8 eingebracht. Die Ausnehmungen 8 sind als in Längsrichtung des Akustikpaneels 1 ausgerichtete Schlitze ausgebildet. Die Ausnehmungen 8 sind nur partiell in die Basisplatte 2 eingebracht. Die Ausnehmungen 8 sind sowohl im Randbereich 9a, 9b der Stirnseiten 4a, 4b als auch in einem Zentralbereich 9c der Basisplatte 2 ausgesetzt, so dass die Basisplatte 2 in den Randbereichen 9a, 9b keine Ausnehmungen 8 aufweist. Hierdurch wird eine besonders gute Stabilität des Akustikpaneels 1 gewährleistet.

    [0050] Die Ausnehmungen 8 ragen durch die gesamte Basisplatte 2 und durch die Klebstoffschicht in die Absorbereinheit 7 hinein, so dass auf die Sichtseite des Akustikpaneels 1 auftreffende Schallwellen (hier nicht dargestellt) durch die Ausnehmungen 8 bis in die Absorbereinheit 7 geleitet werden können. Die Basisplatte 2 weist eine Höhe von 6 mm und die Absorbereinheit 7 eine Höhe von 8 mm auf.

    [0051] Fig. 3 bis 5 zeigen eine zweite Ausführungsform des Akustikpaneels 1 mit sich über die gesamte Länge des Akustikpaneels 1 erstreckenden Ausnehmungen 8. Die Ausnehmungen 8 sind ebenfalls schlitzförmig angeordnet und parallel zueinander in Längsachsenrichtung ausgerichtet. An der Unterseite 6 der Basisplatte 2 sind Verstärkungselemente 11 (in Fig. 3 durch gestrichelte Linien dargestellt) angeordnet, die sich quer zur Längsrichtung des Akustikpaneels 1 erstrecken und mit diesem verbunden sind. Die Verstärkungselemente 11 sind als Leisten, hier entsprechend der Basisplatte 2 ebenfalls aus MDF ausgebildet, und mit der Unterseite 6 verklebt. Zwischen den Verstärkungselementen 11 sind Absorberelemente 15 der Absorbereinheit 7 angeordnet. Die Höhe der Absorbereinheit 7 ist (hier nicht dargestellt) um ca. 10 % höher als die Höhe der Verstärkungselemente 11. Aufgrund der sich über die gesamte Länge des Akustikpaneels 1 erstreckenden Ausnehmungen 8 wird eine besonders gute Schallabsorption durch das Akustikpaneel 1 beim Auftreffen von Schallwellen erreicht. Zudem bietet diese Ausführungsform des Akustikpaneels 1 die Möglichkeit, fugenlose Akustikpaneelflächen mit unterbrechungsfreien Ausnehmungen 8 auszubilden.

    [0052] In vertikaler Richtung erstrecken sich die Ausnehmungen 8 durch die gesamte Basisplatte 2 hindurch bis in die einzelnen Absorberelemente 15 der Absorbereinheit 7 bzw. in die Verstärkungselemente 11 und bilden in diesen Nuten 14 aus. Für ein gleichmäßiges Erscheinungsbild sind zudem im längsseitigen Außenbereich des Akustikpaneels 1 sich bis in die Holzwerkstoffplatte 2a erstreckende Dekorausnehmungen 12 angeordnet, die zum einen für ein gleichmäßiges Erscheinungsbild des Akustikpaneels 1 und zum anderen für eine Zerstreuung der auftreffenden Schallwellen ausgebildet sind.

    [0053] Das in Fig. 3 bis 5 dargestellte Akustikpaneel 1 weist entsprechend der Ausführungsform aus Fig. 1 und 2 an den Stirnseiten 4a, 4b und an den Längsseiten 3a, 3b jeweils zueinander korrespondierende Verriegelungsprofile auf, die als Dreh-Schwenk-Profile bzw. als vertikale Rastprofile 10 ausgebildet sind.

    Bezugszeichenliste



    [0054] 
    1
    Akustikpaneel
    2
    Basisplatte
    2a
    Holzwerkstoffplatte
    3a, 3b
    Längsseiten
    4a, 4b
    Stirnseiten
    5
    Oberseite
    6
    Unterseite
    7
    Absorbereinheit
    8
    Ausnehmungen
    9a, 9b
    Randbereich
    9c
    Zentralabschnitt
    10
    vertikales Rastprofil
    11
    Verstärkungselement
    12
    Dekorausnehmungen
    13a, 13b
    Verriegelungsprofil
    14
    Nuten
    15
    Absorberelemente



    Ansprüche

    1. Akustikpaneel zur Verwendung als Decken- und Wandbelag, aufweisend

    - eine Basisplatte (2) mindestens umfassend eine Holzwerkstoffplatte (2a) mit einer Oberseite (5) und einer Unterseite (6) und einer auf der Oberseite (5) angeordneten Deckschicht,

    - an den Längsseiten (3a, 3b) und/oder Stirnseiten (4a, 4b) der Basisplatte (2) zueinander korrespondierende Verriegelungsprofile (13a, 13b) zum klebstofffreien Verbinden mit weiteren Akustikpaneelen (1),

    - eine an der Unterseite (6) angeordneten Absorbereinheit (7) zum Absorbieren von Raumschall,

    - eine Vielzahl die Basisplatte (2) vollständig durchsetzende Ausnehmungen (8) zum Durchleiten von auf die Oberseite (5) des Paneels treffenden Raumschalls in die Absorbereinheit (7), dadurch gekennzeichnet, dass

    - zwischen der Unterseite (6) und der Absorbereinheit (7) eine Klebstoffschicht zum Verbinden der Absorbereinheit (7) mit der Unterseite (6) angeordnet ist, und dass

    - die Ausnehmungen (8) die Klebstoffschicht durchsetzen und

    - sich die Ausnehmungen (8) in die Absorbereinheit (7) erstrecken.


     
    2. Akustikpaneel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebstoffschicht ein Schmelzkleber, eine Klebefolie oder ein Einkomponentenklebstoff ist.
     
    3. Akustikpaneel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Ausnehmungen (8) über die gesamte Länge des Akustikpaneels (1) erstrecken.
     
    4. Akustikpaneel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Unterseite (6) zueinander beabstandet angeordnete Verstärkungselemente (11) angeordnet sind und zwischen den Verstärkungselementen mindestens ein Absorberelement (15) angeordnet ist.
     
    5. Akustikpaneel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht als PVC-Schicht, PE-Schicht, PP-Schicht, Polyester-Schicht, PU-Schicht, Schichtstoff, HPL, DPL, CPL, Folie, Lack- oder Kunstharzschicht ausgebildet und/oder im Digitaldruck aufgetragen, ist.
     
    6. Akustikpaneel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht eine Dekorschicht umfasst, wobei insbesondere oberhalb der Dekorschicht eine Nutzschicht und/oder eine Strukturschicht oder eine strukturierte Nutzschicht angeordnet ist.
     
    7. Akustikpaneel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungsprofile als Dreh-Schwenk-Profile und/oder als vertikale Rastprofile ausgebildet sind.
     
    8. Akustikpaneel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der längsseitigen Verriegelungsprofile Mittel zur Aufnahme von Verbindungsmitteln für die Befestigung des Akustikpaneels an einer Befestigungsvorrichtung angeordnet sind.
     
    9. Verfahren zum Herstellen eines Akustikpaneels (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 mit den Schritten:

    - Beschichten einer eine Oberseite (5) und eine Unterseite (6) aufweisenden Holzwerkstoffplatte (2a), mit mindestens einer Deckschicht auf der Oberseite (5),

    - Aufschneiden der Holzwerkstoffplatte (2a) zum Erzeugen von Basisplatten (2),

    - Profilieren von Längs- und/oder Stirnseiten (3a, 3b, 4a, 4b) der Basisplatte (2) mit Verriegelungsprofilen (13a, 13b) zum klebstofffreien Verbinden mehrerer Akustikpaneele (1) miteinander,

    - Verbinden einer Absorbereinheit (7) mit der Unterseite (6),

    - Einbringen von die Basisplatte (2) vollständig durchsetzenden Ausnehmungen (8), zum Durchleiten von auf die Oberseite (5) der Basisplatte (2) treffendem Raumschall in die Absorbereinheit (7)
    dadurch gekennzeichnet, dass

    - zuerst die Verfahrensschritte Beschichten, Aufschneiden und Profilieren nacheinander und nachfolgend das Verbinden und nachfolgend das Einbringen durchgeführt werden, oder

    - dass die Verfahrensschritte Beschichten, Verbinden, Aufschneiden und Profilieren und nachfolgend oder gleichzeitig mit dem Verbinden, Aufschneiden oder Profilieren das Einbringen durchgeführt werden.


     
    10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass

    - beabstandet zueinander angeordnete Verstärkungselemente (11) und

    - zwischen den Verstärkungselementen (11) angeordnete Absorberelemente der Absorbereinheit (7) mit der Unterseite (6) verbunden werden.


     
    11. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 9 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verbindungsmittelaufnahme zur Aufnahme eines Verbindungsmittels zur Befestigung des Akustikpaneels (1) an einer Befestigungsvorrichtung angeordnet wird.
     


    Claims

    1. An acoustic panel for use as a ceiling or wall covering, having

    - a base plate (2) at least comprising a wood material plate (2a) with an upper side (5) and an underside (6) and a top layer arranged on the upper side (5),

    - interlocking profiles (13a, 13b) on the longitudinal sides (3a, 3b) and/or end sides (4a, 4b) of the base plate (2) that correspond to each other for connecting to further acoustic panels (1) without glue,

    - an absorber unit (7) arranged on the underside (6) for absorbing ambient sound,

    - a plurality of cut-outs (8) that pass completely through the base plate (2) for conducting the ambient sound that hits the upper side (5) of the panel into the absorber unit (7), characterized in that

    - an adhesive layer for connecting the absorber unit (7) to the underside (6) is arranged between the underside (6) and the absorber unit (7), and in that

    - the cut-outs (8) pass through the adhesive layer and

    - the cut-outs (8) extend into the absorber unit (7).


     
    2. The acoustic panel according to claim 1, characterized in that the adhesive layer is a hot-melt adhesive, an adhesive film or a single-component adhesive.
     
    3. The acoustic panel according to one of the preceding claims, characterized in that the cut-outs (8) extend over the entire length of the acoustic panel (1).
     
    4. The acoustic panel according to one of the preceding claims, characterized in that reinforcing elements (11) that are arranged spaced apart from each other are arranged on the underside (6) and at least one absorber element (15) is arranged between the reinforcing elements.
     
    5. The acoustic panel according to one of the preceding claims, characterized in that the top layer is designed as a PVC layer, PE layer, PP layer, polyester layer, PU layer, laminated material, HPL, DPL, CPL, film, paint or synthetic resin layer and/or is applied by digital printing.
     
    6. The acoustic panel according to one of the preceding claims, characterized in that the top layer comprises a decorative layer, wherein a wear layer and/or a structural layer or a structured wear layer is arranged in particular above the decorative layer.
     
    7. The acoustic panel according to one of the preceding claims, characterized in that the interlocking profiles are designed as rotary swivel profiles and/or as vertical latching profiles.
     
    8. The acoustic panel according to one of the preceding claims, characterized in that means for accommodating connecting means for attaching the acoustic panel to an attachment device are arranged in the region of the longitudinal interlocking profiles.
     
    9. A method for manufacturing an acoustic panel (1) according to one of claims 1 to 8, with the steps:

    - coating a wood material plate (2a) having an upper side (5) and an underside (6) with at least one top layer on the upper side (5),

    - cutting the wood material plate (2a) to create base plates (2),

    - profiling longitudinal and/or end sides (3a, 3b, 4a, 4b) of the base plate (2) with interlocking profiles (13a, 13b) for connecting multiple acoustic panels (1) to each other without adhesive,

    - connecting an absorber unit (7) to the underside (6),

    - introducing cut-outs (8) that pass completely through the base plate (2) for conducting the ambient sound that hits the upper side (5) of the base plate (2) into the absorber unit (7)
    characterized in that

    - first the method steps coating, cutting and profiling are performed one after the other and then connecting and then introducing are performed, or

    - the method steps coating, connecting, cutting and profiling are performed and then introducing is performed after or simultaneously with connecting, cutting or profiling.


     
    10. The method according to claim 9, characterized in that

    - reinforcing elements (11) that are arranged spaced apart from each other and

    - absorber elements of the absorber unit (7) that are arranged between the reinforcing elements (11) are connected to the underside (6).


     
    11. The method according to at least one of claims 9 to 10, characterized in that a connecting means seat for accommodating a connecting means for attaching the acoustic panel (1) to an attachment device is arranged.
     


    Revendications

    1. Panneau acoustique destiné à être utilisé comme revêtement de plafond ou de mur, présentant

    - une plaque de base (2) comportant au moins une plaque en matériau à base de bois (2a) avec une face supérieure (5) et une face inférieure (6) et une couche de couverture disposée sur la face supérieure (5),

    - des profilés de verrouillage (13a, 13b) correspondant les uns aux autres sur les côtés longitudinaux (3a, 3b) et/ou les côtés frontaux (4a, 4b) de la plaque de base (2), pour l'assemblage sans colle avec d'autres panneaux acoustiques (1),

    - une unité d'absorption (7) disposée sur la face inférieure (6) pour l'absorption du bruit ambiant,

    - une pluralité d'évidements (8) traversant entièrement la plaque de base (2) pour diriger le bruit ambiant tombé sur la face supérieure (5) du panneau vers l'unité d'absorption (7), caractérisé en ce que

    - une couche de colle destinée à assembler l'unité d'absorption (7) avec la face inférieure (6) est disposée entre la face inférieure (6) et l'unité d'absorption (7), et en ce que

    - les évidements (8) traversent la couche de colle, et

    - les évidements (8) s'étendent dans l'unité d'absorption (7) .


     
    2. Panneau acoustique selon la revendication 1, caractérisé en ce que la couche de colle est une colle fusible, une feuille adhésive ou une colle à un composant.
     
    3. Panneau acoustique selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les évidements (8) s'étendent sur toute la longueur du panneau acoustique (1).
     
    4. Panneau acoustique selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que des éléments de renforcement (11) espacés les uns des autres sont disposés sur la face inférieure (6) et au moins un élément d'absorption (15) est disposé entre les éléments de renforcement.
     
    5. Panneau acoustique selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la couche de couverture est conçue comme une couche de PVC, une couche de PE, une couche de PP, une couche de polyester, une couche de PU, un stratifié, un HPL, un DPL, un CPL, une feuille, une couche de vernis ou de résine synthétique et/ou appliquée par impression numérique.
     
    6. Panneau acoustique selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la couche de couverture comporte une couche décorative, une couche d'usure et/ou une couche de structure ou une couche d'usure structurée étant en particulier disposée au-dessus de la couche décorative.
     
    7. Panneau acoustique selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les profilés de verrouillage sont conçus comme des profilés pivotants rotatifs et/ou comme des profilés d'encliquetage verticaux.
     
    8. Panneau acoustique selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que des moyens destinés à recevoir des moyens d'assemblage pour fixer le panneau acoustique à un dispositif de fixation sont disposés dans la région des profilés de verrouillage longitudinaux.
     
    9. Procédé pour la fabrication d'un panneau acoustique (1) selon l'une des revendications 1 à 8, comprenant les étapes suivantes :

    - application d'un revêtement d'au moins une couche de couverture sur la face supérieure (5) d'une plaque en matériau à base de bois (2a) présentant une face supérieure (5) et une face inférieure (6),

    - découpage de la plaque en matériau à base de bois (2a) pour fabriquer des plaques de base (2),

    - profilage de côtés longitudinaux et/ou frontaux (3a, 3b, 4a, 4b) de la plaque de base (2) avec des profilés de verrouillage (13a, 13b) pour l'assemblage sans colle de plusieurs panneaux acoustiques (1) entre eux,

    - assemblage d'une unité d'absorption (7) avec la face inférieure (6),

    - formation d'évidements (8) traversant entièrement la plaque de base (2) pour diriger le bruit ambiant tombé sur la face supérieure (5) de la plaque de base (2) vers l'unité d'absorption (7),
    caractérisé en ce que

    - les étapes d'application de revêtement, de découpage et de profilage sont d'abord exécutées successivement, suivies de l'assemblage, puis de la formation, ou

    - les étapes d'application de revêtement, d'assemblage, de découpage et de profilage sont exécutées, et la formation est exécutée après ou simultanément avec l'assemblage, le découpage ou le profilage.


     
    10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que

    - des éléments de renforcement (11) espacés les uns des autres et

    - des éléments d'absorption de l'unité d'absorption (7) disposés entre les éléments de renforcement (11) sont reliés à la face inférieure (6).


     
    11. Procédé selon l'une au moins des revendications 9 à 10, caractérisé en ce qu'il est prévu un logement de moyen d'assemblage destiné à recevoir un moyen d'assemblage pour la fixation du panneau acoustique (1) à un dispositif de fixation.
     




    Zeichnung














    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente