[0001] Die Erfindung betriff eine Kraftfahrzeugschlossanordnung nach dem Oberbegriff von
Anspruch 1.
[0002] Die in Rede stehende Kraftfahrzeugschlossanordnung findet Anwendung bei allen Arten
von Kraftfahrzeugtüren eines Kraftfahrzeugs. Der Begriff "Kraftfahrzeugtür" ist dabei
weit zu verstehen. Er umfasst insbesondere Seitentüren, Hecktüren, Heckklappen, Heckdeckel
oder Motorhauben.
[0003] Die Kraftfahrzeugschlossanordnung weist ein Kraftfahrzeugschloss mit einer Schlossfalle
und einer Sperrklinke auf. Zusätzlich kann ein Öffnungshilfsantrieb vorgesehen sein,
welcher die Sperrklinke motorisch aus der Schlossfalle aushebt. Die bekannte Kraftfahrzeugschlossanordnung
(
EP 1 739 258 B1), von der die Erfindung ausgeht, weist einen solchen Öffnungshilfsantrieb auf.
[0004] Bei der bekannten Kraftfahrzeugschlossanordnung muß die Sperrklinke zusammen mit
dem Öffnungshilfsantrieb nach dem motorischen Öffnen des Kraftfahrzeugschlosses in
eine Ausgangsstellung rückgeholt werden. Im einfachsten Fall ist hierfür eine Federanordnung
vorgesehen, die zur Gewährleistung einer hohen Betriebssicherheit eine entsprechend
große Federvorspannung aufweisen muß. Diese Federanordnung wirkt dem Öffnungshilfsantrieb
beim Öffnen jedoch entgegen und erschwert das Ausheben der Sperrklinke. Daher müssen
für den Öffnungshilfsantrieb starke und im Ergebnis teure Antriebsmotoren verwendet
werden.
[0005] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, die bekannte Kraftfahrzeugschlossanordnung
derart auszugestalten und weiterzubilden, dass eine Reduzierung der Herstellkosten
bei hoher Betriebssicherheit möglich ist.
[0006] Das obige Problem wird bei einer Kraftfahrzeugschlossanordnung gemäß dem Oberbegriff
von Anspruch 1 durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils von Anspruch 1 gelöst.
[0007] Durch eine Federanordnung zum Rückholen der Sperrklinke und/oder eines mit der Sperrklinke
gekoppelten oder koppelbaren Sperrklinkenhebels kann nach dem motorischen Ausheben
der Sperrklinke der Öffnungshilfsantrieb auf einfache Weise mechanisch rückgeholt
werden. Dabei wird die Federanordnung im Zuge der Öffnungsbewegung der Schlossfalle
gespannt, um das Rückholen der Sperrklinke und/oder des Sperrklinkenhebels bewerkstelligen
zu können. Dies bedeutet, dass vor der Öffnungsbewegung die Federvorspannung der Federanordnung
geringer ist, so dass sie dem Ausheben der Sperrklinke nicht wesentlich entgegenwirkt.
Bei geeigneter Auslegung ist damit ein vergleichsweise leichtes Ausheben der Sperrklinke
möglich. Dies wiederum ermöglicht die Verwendung schwacher und damit kostengünstiger
Antriebsmotoren für den Öffnungshilfsantrieb, wodurch eine kostengünstige Kraftfahrzeugschlossanordnung
bereitgestellt werden kann.
[0008] Das vorschlagsgemäße Vorspannen der Federanordnung kann beispielsweise auf den bei
geschlossener Kraftfahrzeugtür wirkenden Türdichtungsdruck der Kraftfahrzeugtür zurückgehen,
der über einen Schließkeil auf die Schlossfalle des Kraftfahrzeugschlosses wirkt.
[0009] Zur Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die Federanordnung derart
angeordnet und ausgebildet ist, dass die Federanordnung das Rückholen der Sperrklinke
und/oder des Sperrklinkenhebels nach dem Ausheben der Sperrklinke selbsttätig bewirkt
(Anspruch 2). Damit kann auf irgendwelche zusätzlichen konstruktiven Maßnahmen für
das Rückholen verzichtet werden.
[0010] Zusätzlich oder alternativ wird gemäß Anspruch 3 vorgeschlagen, den Öffnungshilfsantrieb
rücktreibbar auszugestalten, wobei die Federanordnung im Zuge des Rückholens der Sperrklinke
und/oder des Sperrklinkenhebels den Öffnungshilfsantrieb zurücktreibt. Hierdurch kann
der Öffnungsantrieb selbst konstruktiv besonders einfach ausgestaltet sein.
[0011] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist das Kraftfahrzeugschloss derart ausgebildet,
dass die Federanordnung im Zuge der Öffnungsbewegung erst nach einem ersten Bewegungsabschnitt
mit der Schlossfalle zum Spannen gekoppelt wird (Anspruch 5). Dadurch wird zumindest
dieser erste Bewegungsabschnitt der Schlossfalle nicht durch die Federanordnung behindert.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel einer vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschlossanordnung soll
nachfolgend anhand einer Zeichnung beschrieben werden. In der Zeichnung zeigt
- Fig. 1
- die Kraftfahrzeugschlossanordnung bei in der Hauptschließstellung befindlicher Schlossfalle,
- Fig. 2
- die Kraftfahrzeugschlossanordnung gemäß Fig. 1 bei ausgehobener Sperrklinke,
- Fig. 3
- die Kraftfahrzeugschlossanordnung gemäß Fig. 2 bei ausgehobener Sperrklinke und bei
in der Offenstellung befindlicher Schlossfalle,
- Fig.4
- die Kraftfahrzeugschlossanordnung gemäß Fig. 3 bei rückgeholtem Sperrklinkenhebel,
- Fig. 5
- die Kraftfahrzeugschlossanordnung gemäß Fig. 4 während einer Schließbewegung der Schlossfalle.
[0013] Die vorschlagsgemäße Kraftfahrzeugschlossanordnung 1 weist ein Kraftfahrzeugschloss
2 auf, welches eine Kraftfahrzeugtür hält. Hinsichtlich des weiten Verständnisses
des Begriffs "Kraftfahrzeugtür" darf auf den einleitenden Teil der Beschreibung verwiesen
werden. Das Kraftfahrzeugschloss 2 weist eine schwenkbare Schlossfalle 3 und eine
schwenkbare Sperrklinke 4 auf. Hier und vorzugsweise ist die Sperrklinke 4 als einfache
Sperrklinke 4 ausgebildet. In einem anderen Ausführungsbeispiel kann die Sperrklinke
4 jedoch auch als zweiteilige Sperrklinke 4 ausgebildet sein.
[0014] Die Schlossfalle 3 weist im Ausführungsbeispiel eine Schwenkachse A auf, welche durch
die Schlossfalle 3 verläuft. Die Sperrklinke 4 weist eine Schwenkachse B auf, welche
durch die Sperrklinke 4 verläuft. Die Schwenkachsen A, B der Schlossfalle 3 und der
Sperrklinke 4 verlaufen hier und vorzugsweise parallel zueinander.
[0015] Die Schlossfalle 3 ist zwischen einer Schließstellung, wie in Fig. 1 gezeigt, und
einer Offenstellung, wie in Fig. 4 gezeigt, bewegbar. Bei dieser Bewegung kann es
sich um eine Öffnungsbewegung, in der Zeichnung eine Schwenkbewegung der Schlossfalle
3 im Uhrzeigersinn, und um eine Schließbewegung, in der Zeichnung um eine Schwenkbewegung
der Schlossfalle 3 im Gegenuhrzeigersinn, handeln.
[0016] Die Sperrklinke 4 ist zwischen einer die Schlossfalle 3 in der Schließstellung haltenden
Einfallstellung und einer die Schlossfalle 3 freigebenden Aushebestellung bewegbar.
Das Ausheben erfolgt motorisch mittels eines Öffnungshilfsantriebs 5. Hier und vorzugsweise
wirkt der Öffnungshilfsantrieb 5 auf einen Sperrklinkenhebel 6, über den die Sperrklinke
4 aushebbar ist. Der Öffnungshilfsantrieb 5 ist hier integraler Bestandteil des Kraftfahrzeugschlosses
2. Alternativ kann der Öffnungshilfsantrieb 5 aber auch separat von dem Kraftfahrzeugschloss
2 ausgestaltet und angeordnet sein.
[0017] Der Sperrklinkenhebel 6 weist eine Schwenkachse C auf. Diese verläuft bevorzugt durch
den Sperrklinkenhebel 6. Vorzugsweise verlaufen die Schwenkachse C des Sperrklinkenhebels
6 und die Schwenkachse B der Sperrklinke 4 parallel zueinander. Hier und vorzugsweise
sind die Schwenkachsen B und C koaxial angeordnet.
[0018] Des Weiteren weist das Kraftfahrzeugschloss 2 eine Federanordnung 7 auf, welche zum
Rückholen der Sperrklinke 4 und/oder des mit der Sperrklinke 4 gekoppelten oder koppelbaren
Sperrklinkenhebels 6 nach dem motorischen Ausheben der Sperrklinke 4 vorgesehen ist.
[0019] Die Federanordnung 7 ist derart ausgebildet und mit der Schlossfalle 3 gekoppelt
oder koppelbar, dass eine Öffnungsbewegung der Schlossfalle 3 die Federanordnung 7
auf die Sperrklinke 4 und/oder Sperrklinkenhebel 6 vorspannt.
[0020] Wie oben angedeutet, ist der Sperrklinke 4 hier der Sperrklinkenhebel 6 zugeordnet,
welcher mit dem Öffnungshilfsantrieb 5 gekoppelt ist. Alle Ausführungen zu dem Sperrklinkenhebel
6 gelten für die Sperrklinke 4 entsprechend. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund,
dass die Sperrklinke 4 auch ohne zwischengeschalteten Sperrklinkenhebel 6 mit dem
Öffnungshilfsantrieb 5 gekoppelt sein kann.
[0021] Alle hier beschriebenen Kopplungen können unmittelbar oder mittelbar, also insbesondere
über weitere Hebel, vorgesehen sein. Das Kraftfahrzeugschloss 2 kann ein Gehäuse 8
aufweisen. Das Gehäuse 8 kann dann die Schlossfalle 3, die Sperrklinke 4 zusammen
mit dem ggf. vorhandenen Sperrklinkenhebel 6, die Federanordnung 7 sowie ggf. den
Öffnungshilfsantrieb 5 aufnehmen.
[0022] Im Ausführungsbeispiel und vorzugsweise ist die Federanordnung 7 derart angeordnet
und ausgebildet, dass die Federanordnung 7 das Rückholen der Sperrklinke und/oder
des Sperrklinkenhebels 6 nach dem Ausheben der Sperrklinke 4 selbsttätig bewirkt.
Durch das Rückholen des Sperrklinkenhebels 6 kann der hier und vorzugsweise rücktreibbar
ausgestaltete Öffnungsantrieb 5 mittels der Federanordnung 7 rückgetrieben werden.
[0023] Der Öffnungshilfsantrieb 5 weist vorzugsweise einen Antriebsstrang 9 mit einem flexiblen
Zugmittel 10 und einem Antriebsmotor 11 auf. Das Zugmittel 10 kann, wie im Ausführungsbeispiel
gezeigt, ein Seil, insbesondere ein Kunststoffseil, sein. In einer alternativen Ausgestaltung
kann das Zugmittel 10 auch eine Kette oder ein Band sein.
[0024] Hier und vorzugsweise wickelt der Öffnungshilfsantrieb 5 das flexible Zugmittel 10
zum Öffnen des Kraftfahrzeugschlosses 2 auf. Insbesondere kann der Öffnungshilfsantrieb
5 das Zugmittel 10 auf eine Welle 12, insbesondere eine Motorwelle des Antriebsmotors
11 des Öffnungshilfsantriebs 5 aufwickeln. Dadurch lassen sich mit geringem konstruktivem
Aufwand hohe Übersetzungsverhältnisse erzeugen, die erforderlich sind, um den Sperrklinkenhebel
6 zu bewegen und die Sperrklinke 4 aus der Schlossfalle 3 auszuheben. Zwar hemmen
die hohen Übersetzungsverhältnisse grundsätzlich das Rücktreiben des Öffnungshilfsantriebs
5. Allerdings lassen sich mit der vorschlagsgemäßen Lösung im Zuge der Öffnungsbewegung
der Schlossfalle 3 ja nahezu beliebige Vorspannungen der Federanordnung 7 einstellen.
[0025] Vorliegend sind der Sperrklinkenhebel 6 und der Öffnungshilfsantrieb 5 derart angeordnet
und ausgestaltet, dass das flexible Zugmittel 10 helixartig auf eine Welle 12 des
Öffnungshilfsantriebs 5 aufwickelbar ist. Dieses geordnete Aufwickeln sorgt für eine
hohe Lebensdauer des flexiblen Zugmittels 10.
[0026] Bei dem dargestellten und insoweit bevorzugten Ausführungsbeispiel ist das Kraftfahrzeugschloss
2 derart ausgebildet, dass die Federanordnung 7 im Zuge der Öffnungsbewegung erst
nach einem ersten Bewegungsabschnitt mit der Schlossfalle 3 zum Spannen gekoppelt
wird. Hierdurch wird die Federanordnung 7 erst nach dem Beginn der Öffnungsbewegung
der Schlossfalle 3 effektiv wirksam, so dass die Schlossfalle 3 in diesem ersten Bewegungsabschnitt
frei von der Federanordnung 7 ist.
[0027] Vorzugsweise ist das Kraftfahrzeugschloss 2 derart ausgebildet, dass die Federanordnung
7 in einer Schließstellung der Schlossfalle 3 noch nicht mit der Schlossfalle 3 gekoppelt
und/oder koppelbar ist. Die Federanordnung 7 und die Schlossfalle 3 können hier insbesondere
formschlüssig miteinander in koppelnden Eingriff bringbar sein.
[0028] Die Schlossfalle 3 lässt sich hier und vorzugsweise in zwei Schließstellungen bringen,
nämlich in eine nicht dargestellte Vorschließstellung und in eine in Fig. 1 gezeigte
Hauptschließstellung. Hierfür weist die Schlossfalle 3 zunächst eine Hauptrast 13
zum Halten der Schlossfalle 3 in der Hauptschließstellung auf. Ferner weist die Schlossfalle
3 hier und vorzugsweise zusätzlich eine Vorrast 14 zum Halten der Schlossfalle 3 in
der Vorschließstellung auf.
[0029] Vorzugsweise ist das Kraftfahrzeugschloss 2 derart ausgebildet, dass die Federanordnung
7 im Zuge der Öffnungsbewegung erst nach der Vorschließstellung mit der Schlossfalle
3 zum Spannen gekoppelt wird. Alternativ kann die Federanordnung 7 im Zuge der Öffnungsbewegung
auch vor der Vorschließstellung mit der Schlossfalle 3 zum Spannen gekoppelt werden.
[0030] Das obige Koppeln der Federanordnung 7 mit der Schlossfalle 3 nach Erreichen der
Vorschließstellung hat den Vorteil, dass die Federanordnung 7 erst nach dem Schwenken
der Schlossfalle 3 über die Vorschließstellung hinaus wirksam wird. Damit wird ein
vorzeitiges Einfallen der Sperrklinke 4 in die Vorrast 14 während der Öffnungsbewegung
der Schlossfalle 3 vermieden.
[0031] Die Fig. 3 und 4 zeigen, dass in der Offenstellung der Schlossfalle 3 ein Drehmoment
von der Federanordnung 7 auf die Schlossfalle 3 bezogen auf ihre Schwenkachse A wirkt.
Alternativ kann die Federanordnung 7 derart ausgebildet und angeordnet werden, dass
in einer Offenstellung der Schlossfalle 3 kein Drehmoment von der Federanordnung 7
auf die Schlossfalle 3 bezogen auf ihre Schwenkachse A wirkt. Vorzugsweise führt die
Kraftwirkungslinie der Vorspannung der Federanordnung 7 dann durch die Schwenkachse
A der Schlossfalle 3.
[0032] Hier und vorzugsweise weist die Federanordnung 7 eine Schenkelfeder 15 auf. Weiter
vorzugsweise ist die Federanordnung 7 einerseits mit einem insbesondere gehäusefesten
Anschlag 16 und andererseits mit der Schlossfalle 3 gekoppelt oder koppelbar. Die
Federanordnung 7 ist insbesondere in einer Schließstellung der Schlossfalle 3 zwischen
einem insbesondere gehäusefesten Anschlag 16 und der Sperrklinke 4 und/oder dem Sperrklinkenhebel
6 vorgespannt. Dies ist in Fig. 4 gezeigt. Zusätzlich ist die Federanordnung 7 in
einer Offenstellung der Schlossfalle 3 vorzugsweise zwischen der Schlossfalle 3 und
der Sperrklinke 4 und/oder dem Sperrklinkenhebel 6 vorgespannt. Dabei ist weiter vorzugsweise
die Federanordnung 7 in der Offenstellung der Schlossfalle 3 stärker vorgespannt als
in der Schließstellung der Schlossfalle 3.
[0033] Der Sperrklinke 4 ist vorzugsweise eine Sperrklinkenfeder 17 zugordnet, welche die
Sperrklinke 4 in Richtung ihrer Einfallstellung vorspannt. Vorzugsweise spannt die
Sperrklinkenfeder 17 die Sperrklinke 4 gegenüber dem Sperrklinkenhebel 6 in Richtung
ihrer Einfallstellung vor, wie dies in der Zeichnung gezeigt ist. Zusätzlich oder
alternativ spannt die Sperrklinkenfeder 17 die Sperrklinke 4 gegenüber einem insbesondere
gehäusefesten Anschlag 16 in Richtung Einfallstellung vor.
[0034] Hier und vorzugsweise wirkt die Federanordnung 7 einer Bewegung der Schlossfalle
3 von der Schließstellung in die Offenstellung entgegen. Dadurch ergibt sich grundsätzlich
die Möglichkeit, die Öffnungsbewegung der Schlossfalle 3 auf einen vorbestimmten Bewegungsablauf
einzustellen. Dies kann insbesondere bei der akustischen Optimierung des Kraftfahrzeugschlosses
2 nützlich sein. Das Kraftfahrzeugschloss 2 weist einen Anschlag für die Schlossfalle
3 auf, an den die Schlossfalle 3 in der Offenstellung anschlägt.
[0035] Der Schlossfalle 3 ist vorzugsweise eine Schlossfallenfeder 19 zugeordnet, welche
die Schlossfalle 3 in ihre Öffnungsrichtung vorspannt. Die Schlossfallenfeder 19 ist
bevorzugt als Schenkelfeder ausgebildet. Hier und vorzugsweise ist im Zuge der Öffnungsbewegung
zumindest über einen Bewegungsabschnitt bezogen auf die Schwenkachse A der Schlossfalle
3 ein von der Schlossfallenfeder 19 auf die Schlossfalle 3 in Öffnungsrichtung wirkendes
Drehmoment höher, als ein von der Federanordnung 7 auf die Schlossfalle 3 in Schließrichtung
wirkendes Drehmoment. Damit ist bei geöffneter Kraftfahrzeugtür sichergestellt, dass
die Schlossfalle 3 in ihrer Offenstellung verbleibt.
[0036] Die Funktionsweise der vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschlossanordnung 1 ergibt sich
aus der nachfolgenden Erläuterung.
[0037] In der Fig. 1 befindet sich das Kraftfahrzeugschloss 2 in seiner Hauptschließstellung.
Zum Öffnen wird der Antriebsmotor 11 des Öffnungshilfsantriebs 5 bestromt, was ein
Aufwickeln des Zugmittels 10 auf die Welle 12 bewirkt. Dies ergibt sich aus dem Übergang
von Fig. 1 auf Fig. 2.
[0038] Durch das obige Aufwickeln des Zugmittels 10 wird der Sperrklinkenhebel 6 in Fig.
1 im Uhrzeigersinn verschwenkt. Der Sperrklinkenhebel 6 nimmt über ein Eingriffselement
20 die Sperrklinke 4 mit und hebt diese in eine Aushebestellung aus. Die Sperrklinke
4 und der Sperrklinkenhebel 6 sind über das Eingriffselement 20 in Ausheberichtung
formschlüssig miteinander gekoppelt. In der entgegengesetzten Wirkrichtung sind die
Sperrklinke 4 und der Sperrklinkenhebel 6 über die Sperrklinkenfeder 17 federnd miteinander
gekoppelt.
[0039] In Fig. 2 hat der Öffnungshilfsantrieb 5 das Zugmittel 10 aufgewickelt und die Sperrklinke
4 über den Sperrklinkenhebel 6 ausgehoben. Die Schlossfalle 3 wird von der Sperrklinke
4 somit nicht mehr in der Schließstellung gehalten. Die Schlossfalle 3 wird durch
die Schlossfallenfeder 18 und den über den Schließkeil 21 auf die Schlossfalle 3 übertragenen
Türdichtungsdruck in Richtung Offenstellung bewegt, wie sich aus dem Übergang von
Fig. 2 auf Fig. 3 ergibt. Der Öffnungshilfsantrieb 5 wird nach dem Ausheben der Sperrklinke
4 vorzugsweise stromlos gestellt. Nachdem die Schlossfalle 3 über die Vorschließstellung
hinaus verschwenkt ist, kommt die Kopplung zwischen der Federanordnung 7 und der Schlossfalle
3 zustande, vorliegend über das Eingriffselement 22. Durch die Bewegung der Schlossfalle
3 in die Offenstellung wird die Federanordnung 7 weiter gespannt, wie in Fig. 3 zu
erkennen ist. Diese Vorspannung bewirkt ein Rückstellen des Sperrklinkenhebels 6.
Dabei wird das Zugmittel 10 von der Welle 12 abgewickelt und der Öffnungshilfsantrieb
5 rückgetrieben (Fig. 4).
[0040] Somit wird erreicht, dass der Öffnungshilfsantrieb 5 zum Ausheben der Sperrklinke
4 eine nur geringe Federkraft der Federanordnung 7 überwinden muss. Beim anschließenden
Rückholen des Sperrklinkenhebels 6 steht jedoch eine große Federkraft der Federanordnung
7 insbesondere zum Rücktreiben des Öffnungshilfsantriebs 5 bereit. Hierdurch können
kleine und kostengünstige Antriebsmotoren 11 für den Öffnungshilfsantrieb 5 Anwendung
finden.
[0041] In Fig. 5 ist gezeigt, wie die Schlossfalle 3 über den Schließkeil 21, hier getrieben
durch ein Zuschlagen der Kraftfahrzeugtür, in einer Schließbewegung in Richtung ihrer
Schließstellung bewegt wird und die Sperrklinke 4 entlang einer Rückenfläche der Schlossfalle
3 gleitet, bis diese in die Vorrast 14 oder die Hauptrast 13 der Schlossfalle 3 einfällt.
1. Kraftfahrzeugschlossanordnung mit einem Kraftfahrzeugschloss (2) zum Halten einer
Kraftfahrzeugtür, wobei das Kraftfahrzeugschloss (2) eine schwenkbare Schlossfalle
(3) und eine schwenkbare Sperrklinke (4) aufweist, wobei die Schlossfalle (3) zwischen
einer Schließstellung und einer Offenstellung bewegbar ist und wobei ein Öffnungshilfsantrieb
(5) vorgesehen ist, durch den die Sperrklinke (4) aus einer die Schlossfalle (4) in
der Schließstellung haltenden Einfallstellung in eine die Schlossfalle (4) freigebende
Aushebestellung motorisch aushebbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Federanordnung (7) zum Rückholen der Sperrklinke (4) und/oder eines mit der
Sperrklinke (4) gekoppelten oder koppelbaren Sperrklinkenhebels (6) nach dem motorischen
Ausheben der Sperrklinke (4) vorgesehen ist und dass die Federanordnung (7) derart
ausgebildet und mit der Schlossfalle (3) gekoppelt oder koppelbar ist, dass eine Öffnungsbewegung
der Schlossfalle (3) die Federanordnung (7) gegen die Sperrklinke (4) und/oder den
Sperrklinkenhebel (6) vorspannt.
2. Kraftfahrzeugschlossanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Federanordnung (7) derart angeordnet und ausgebildet ist, dass die Federanordnung
(7) das Rückholen der Sperrklinke (4) und/oder des Sperrklinkenhebels (6) nach dem
Ausheben der Sperrklinke (4) selbsttätig bewirkt.
3. Kraftfahrzeugschlossanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Öffnungshilfsantrieb (5) rücktreibbar ausgestaltet ist und dass die Federanordnung
(7) im Zuge des Rückholens der Sperrklinke (4) und/oder des Sperrklinkenhebels (6)
den Öffnungshilfsantrieb (5) rücktreibt.
4. Kraftfahrzeugschlossanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Öffnungshilfsantrieb (5) einen Antriebsstrang (9) aufweist, der ein flexibles
Zugmittel (10), insbesondere ein Seil, eine Kette oder ein Band, umfasst, vorzugsweise,
dass der Öffnungshilfsantrieb (5) das flexible Zugmittel (10) zum Öffnen des Kraftfahrzeugschlosses
(2) aufwickelt, weiter vorzugsweise, dass der Öffnungshilfsantrieb (5) das flexible
Zugmittel (10) auf einer Welle (12), insbesondere auf einer Motorwelle eines Antriebsmotors
(11) des Öffnungshilfsantriebs (5), aufwickelt.
5. Kraftfahrzeugschlossanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftfahrzeugschloss (2) derart ausgebildet ist, dass die Federanordnung (7)
im Zuge der Öffnungsbewegung erst nach einem ersten Bewegungsabschnitt mit der Schlossfalle
(3) zum Spannen gekoppelt wird.
6. Kraftfahrzeugschlossanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlossfalle (3) eine Hauptrast (13) zum Halten der Schlossfalle (3) in einer
Hauptschließstellung und eine Vorrast (14) zum Halten der Schlossfalle (3) in einer
Vorschließstellung aufweist, vorzugsweise, dass das Kraftfahrzeugschloss (2) derart
ausgebildet ist, dass die Federanordnung (7) im Zuge der Öffnungsbewegung erst nach
der Vorschließstellung mit der Schlossfalle (3) zum Spannen gekoppelt wird, und/oder,
dass die Federanordnung (7) im Zuge der Öffnungsbewegung vor der Vorschließstellung
mit der Schlossfalle (3) zum Spannen gekoppelt wird.
7. Kraftfahrzeugschlossanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Federanordnung (7) derart ausgebildet und angeordnet ist, dass in einer Offenstellung
der Schlossfalle (3) kein Drehmoment von der Federanordnung (7) auf die Schlossfalle
(3) bezogen auf ihre Schwenkachse (A) wirkt.
8. Kraftfahrzeugschlossanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Federanordnung (7) einerseits mit einem insbesondere gehäusefesten Anschlag (16)
und andererseits mit der Schlossfalle (3) gekoppelt oder koppelbar ist.
9. Kraftfahrzeugschlossanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Federanordnung (7) insbesondere in einer Schließstellung der Schlossfalle (3)
zwischen einem insbesondere gehäusefesten Anschlag (16) und der Sperrklinke (4) und/oder
dem Sperrklinkenhebel (6) vorgespannt ist, vorzugsweise, dass die Federanordnung in
einer Offenstellung der Schlossfalle (3) zwischen der Schlossfalle (3) und der Sperrklinke
(4) und/oder dem Sperrklinkenhebel (6) vorgespannt ist.
10. Kraftfahrzeugschlossanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sperrklinke (4) eine Sperrklinkenfeder (17) zugeordnet ist, die die Sperrklinke
(4) in Richtung ihrer Einfallstellung vorspannt, vorzugsweise, dass die Sperrklinkenfeder
(17) die Sperrklinke (4) gegenüber dem Sperrklinkenhebel (6) in Richtung ihrer Einfallstellung
vorspannt, und/oder, dass die Sperrklinkenfeder (17) die Sperrklinke (4) gegenüber
einem insbesondere gehäusefesten Anschlag (16) in Richtung ihrer Einfallstellung vorspannt.
11. Kraftfahrzeugschlossanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlossfalle (3) eine Schlossfallenfeder (19) zugeordnet ist, welche die Schlossfalle
(3) in Öffnungsrichtung vorspannt, vorzugsweise, dass im Zuge der Öffnungsbewegung
zumindest über einen Bewegungsabschnitt bezogen auf die Schwenkachse (A) der Schlossfalle
(3) ein von der Schlossfallenfeder (19) auf die Schlossfalle (3) in Öffnungsrichtung
wirkendes Drehmoment höher ist als ein von der Federanordnung (7) auf die Schlossfalle
(3) in Schließrichtung wirkendes Drehmoment.
12. Kraftfahrzeugschlossanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Öffnungshilfsantrieb (5) zum Öffnen des Kraftfahrzeugschlosses (2) die Sperrklinke
(4) aushebt, vorzugsweise, dass der Öffnungshilfsantrieb (5) zum Öffnen des Kraftfahrzeugschlosses
(2) die Sperrklinke (4) über den Sperrklinkenhebel (6) aushebt.