[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schutz von eingeklemmten Personen, Tieren
oder Gegenständen bei Schiebetüren und Schwenkschiebetüren, insbesondere von Fahrzeugen
und ganz besonders von Schienenfahrzeugen wie S-Bahnen oder U Bahnen, an der Hauptschließkante
im Schließendbereich der Türen, entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Vorrichtungen und auch Steuerverfahren zur Bewegung von Türen, im Zusammenhang mit
dem Problem des Einklemmens von Gegenständen, der Einfachheit halber wird im Folgenden
nur von Gegenständen gesprochen, worunter auch Mensch und Tier zu subsummieren sind,
an der Hauptschließkante im Schließendbereich der Türen, sind verschiedentlich bekannt,
beispielsweise aus der
EP 673 464 der Anmelderin oder der
EP 1 183 435, auch von der Anmelderin.
[0003] Diese Vorrichtungen haben sich bewährt und werden vielfach eingesetzt, doch besteht
nach wie vor Bedarf an einer wesentlich einfacheren, daher auch kostengünstigeren,
leichter zu wartenden und dennoch gleichermaßen zuverlässigen Lösung.
[0004] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine solche Lösung anzugeben.
[0005] Dies geschieht erfindungsgemäß durch die im Anspruch 1 im kennzeichnenden Teil angegebenen
Merkmale; mit anderen Worten, bei einer Tür mit Spindelantrieb wird bei einem der
Türflügel die Türflügelanbindung gegenüber der Spindelmutter mit Schiebesitz über
eine Druckfeder, gesehen in Schließrichtung geführt. Wenn der Fingerschutz auf einen
Gegenstand stößt, wird der Antrieb weiterbetätigt bis die Spindelmutter in der Schließendlage
ist und die Verriegelung des Türantriebs erfolgen kann, der Türflügel selbst wird
durch die Druckfeder nicht starr, nämlich mit der Schließkraft des Türantriebs, sondern
nur mit der voreingestellten Federkraft und deren Zunahme durch die zunehmende Spannung
der Feder, gegen das Hindernis gedrückt und durch diese Federkraft wird die Tür nach
Entfernen des Hindernisses ebenfalls in ihre Schließendlage gebracht.
[0006] Bei Türen mit Linearantrieb wird die Erfindung mutatis mutandis angewandt, letztlich
besteht sie aus der federnden Verbindung zwischen dem Antrieb (Mutter auf Spindel,
Kolbenstange, beweglicher Teil eines linearen Elektromotors) einerseits und dem Türblatt
andererseits.
[0007] Gegenüber dem Stand der Technik hat dies den Vorteil, dass der Schließvorgang und
das schlussendliche Verriegeln des Antriebes nicht verzögert wird, und dass dennoch
das Einklemmen von Gegenständen nicht mit der vollen Schließkraft erfolgt, sondern
mit der entsprechend voreingestellten begrenzten Federkraft. Damit wird das Aufdrücken
der Tür zuverlässig verhindert, das Entfernen des eingeklemmten Gegenstandes erleichtert
und es ist sichergestellt, dass nach dem Entfernen des eingeklemmten Gegenstandes
auch der Türflügel ohne weitere Tätigkeit in die Schließendlage kommt.
[0008] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt
die Fig. 1, rein schematisch die Situation im Stand der Technik,
die Fig. 2 die erfindungsgemäße Vorrichtung in inaktiver Lage und
die Fig. 3 die Situation der Fig. 2 in aktiver Lage.
[0009] Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, werden im Stand der Technik bei einer Tür 1 eines
nicht näher dargestellten Fahrzeuges oder Liftes oder Seilbahngondel oder dergleichen
zwei Türflügel 2 mittels eines Türantriebs 5 über eine Spindel 10 und Türflügelanbindungen
6 zwischen einer geschlossenen Stellung, in der sie in Fig. 1 dargestellt sind, und
einer offenen Stellung bewegt. An dem Ende der Spindel 10, das dem Motor 5 gegenüber
liegt, befindet sich eine lösbare Freilaufeinrichtung mit einem Freilauf 8 und einer
lösbaren Bremse oder Kupplung 9. Mittels eines Sensors 7 wird die Schließendlage der
Tür(en) festgestellt, Pfeile 3 zeigen die Öffnungsrichtung der Türen bzw. die Richtung
der Kraft, die beim Einklemmen eines Gegenstandes auf die Türflügel 2 wirkt, an.
[0010] Erfindungsgemäß wird nun die Türflügelanbindung 6 mit der Spindelmutter 11 über eine,
bevorzugt vorgespannte, Feder 12, im dargestellten Ausführungsbeispiel eine Schraubenfeder,
verbunden. Damit ist der axiale Abstand a' (= in Richtung der Spindelachse 13), zwischen
der Spindelmutter 11 und der Türflügelanbindung 6 variabel und nimmt, wie in Fig.
2 dargestellt, seinen größten Wert "A" an. Zur Begrenzung des Abstandes ist eine Hülse
14 vorgesehen, die eine weitere Ausdehnung der Feder 12 und damit eine Vergrößerung
des Abstandes a' (beispielsweise in Fig. 2 angegeben) von der axialen Mitte der Türflügelanbindung
6 zur axialen Mitte der Spindelmutter mit Schiebesitz 11, begrenzt. Andere Endpunkte
zur Bestimmung dieses Abstandes sind selbstverständlich möglich und liefern vergleichbare
Resultate. Die so dargestellten Abstände "a", "a" und "A" entsprechen dabei den Abständen
zwischen dem Fingerschutz (Deformationen nicht berücksichtigt) der Türflügel und der
Hauptschließkante und somit dem Sicherheitsbereich.
[0011] In Fig. 3 ist der Abstand a dargestellt, der dem kleinsten Abstand, wenn die einzelnen
Windungen der Feder 12 einander berühren und eine weitere Verkürzung nicht mehr möglich
ist, entspricht. Die im Betrieb auftretenden Abstände "a" zwischen dem größten "A"
und dem kleinsten "a" sind nicht dargestellt.
[0012] Auf der jeweils rechten Seite der Fig. 2 und Fig. 3 ist eine Schraubvorrichtung zur
Feineinstellung der Federvorspannung angedeutet, diese kann die unterschiedlichsten
Ausführungsformen annehmen; in Kenntnis der Erfindung kann der Fachmann auf dem Gebiet
der Türherstellung eine passende Vorrichtung leicht aus dem Stand der Technik wählen
und adaptieren.
[0013] Die Funktionsweise ist nun Folgende: Selbst, wenn ähnlich wie in Fig. 1 dargestellt,
zwei Türflügel 2 vorhanden sind, ist es doch ausreichend nur einen von ihnen mit einer
erfindungsgemäßen Schutzvorrichtung auszurüsten, da die Beweglichkeit der eingeklemmten
Gegenstände in Richtung der Achse 13 in den kleinen Ausmaßen, wie sie im Schließendbereich
von Türflügeln auftreten, stets gegeben sind. Wird nun ein Gegenstand zwischen den
Türflügeln 2 eingeklemmt, so wird nicht nur der Fingerschutzgummi, der in Fig. 1 angedeutet
ist, deformiert, sondern auch, insbesondere bei etwas größeren eingeklemmten Gegenständen,
der entsprechende Türflügel an der weiteren Schließbewegung gehindert, wobei aber
die zugehörige Spindelmutter 11 unter (weiterem) spannen der Feder 13 in die Schließendlage
gebracht wird, ohne dass der zugehörige Türflügel seine Schließendlage erreicht. Wird
nun der eingeklemmte Gegenstand entfernt, so wird der Türflügel durch die Wirkung
der Feder 13 ebenfalls in seine Schließendlage gebracht, ohne dass dazu irgendein
weiteres Zutun von Mensch oder Steuerung notwendig ist.
[0014] Die Erfindung kann natürlich mit allen Schutz- und Sicherheitsvorrichtungen kombiniert
werden, im Stand der Technik, beispielsweise für das Aufprallen der Türen auf Hindernissen
weit außerhalb des Schließendbereiches, bekannt sind. Es können, wie in Fig. 1 durch
die strichlierte Linie entlang der Hauptschließkanten 15 der beiden Türflügel 2 angedeutet,
verschiedene Sensoren vorgesehen sein, um das Einklemmen von Gegenständen und das
schlussendliche Entfernen derselben der Türsteuerung und damit dem zuständigen Personal
zu melden, und dergleichen mehr. Wesentlich ist, dass eventuell vorhandene Sensoren
7 mit der Spindelmutter 11 zusammenwirken und nicht mit der Türflügelanbindung 6,
da bei Erfindungsgemäß ausgestatteten Vorrichtungen die Schließendlage der Spindelmutter
stets erreicht wird, während die Türflügelanbindung sie nur erreicht, wenn kein Hindernis
vorliegt.
[0015] In diesem Zusammenhang soll noch darauf hingewiesen werden, dass die axiale Erstreckung
der Hindernisse für deren Behandlung sich die Erfindung eignet im Bereich bis zu einigen
Zentimetern liegt. Als Grenze nach oben für den maximalen Abstand A ist die Sicherheit
gegen das vollständige durch den gebildeten Schlitz im Bereich der Hauptschließkante
treten von größeren Gegenständen oder gar Kindern anzusehen; als Grenze nach unten
die Notwendigkeit, zumindest die empfindlichen Körperteile, insbesondere die Finger
und Hände, gegen das Auftreten der eigentlichen Schließkraft zu schützen. Damit kommt
man auf eine Untergrenze von a ∼ 3 cm und eine Obergrenze von A ∼ 12 cm, bei besonders
voluminösen Fingerschutzgummis kann A auch merklich kleiner sein, beim Fehlen derartiger
Fingerschutzgummis auch merklich größer.
Bezugszeichenliste:
[0016]
| 01 |
Tür |
10 |
Spindel |
| 02 |
Türflügel, Türblatt |
11 |
Spindelmutter |
| 03 |
Pfeile |
12 |
Feder |
| 04 |
frei |
13 |
Spindelachse |
| 05 |
Türantrieb, Motor |
14 |
Hülse |
| 06 |
Türflügelanbindung |
15 |
Hauptschließkante |
| 07 |
Sensor |
"A" |
größter Abstand |
| 08 |
Freilauf |
a' |
Abstand |
| 09 |
lösbare Bremse oder Kupplung |
"a" |
kleinster Abstand |
1. Vorrichtung zum Schutz für eingeklemmte Personen, Tiere oder Gegenstände bei Schiebetüren
und Schwenkschiebetüren, insbesondere von Fahrzeugen und ganz besonders von Schienenfahrzeugen
wie S-Bahnen oder U Bahnen, im Schließendbereich der Tür (1) an deren Hauptschließkante
(15) wobei der bzw. die Türflügel (2) über eine Türflügelanbindung (6) mit einem Linearantrieb,
beispielsweise einem Spindelantrieb, verbunden ist bzw. sind, dadurch gekenntzeichnet, dass zumindest eine der Türflügelanbindungen (6) mit dem Linearantrieb über eine Feder
(12), bevorzugt eine Kompressionsfeder, verbunden ist, die das Türblatt in Schließrichtung
mit Kraft beaufschlagt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (12) eine Schraubenfeder ist, die den axial in ihrem Inneren verlaufenden
Linearantrieb, beispielsweise eine Spindel (10) eines Spindelantriebs, umhüllt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (12) in einer Hülse (14) angeordnet ist, die die maximale Ausdehnung der
Feder (12) begrenzt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Türflügelanbindung (6) mit der Hülse (14) verbunden ist.
5. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Linearantrieb ein Spindelantrieb ist und dass die Feder (12) mit einem ihrer
Enden an der Spindelmutter (11) anliegt.