(19)
(11) EP 3 112 589 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.01.2017  Patentblatt  2017/01

(21) Anmeldenummer: 15175301.9

(22) Anmeldetag:  03.07.2015
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F01D 5/14(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA

(71) Anmelder: Siemens Aktiengesellschaft
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Buchholz, Björn
    46535 Dinslaken (DE)
  • Gossilin, Ralph
    46049 Oberhausen (DE)
  • Koch, Daniela
    45130 Essen (DE)
  • Schüler, Marco
    45131 Essen (DE)

   


(54) TURBINENSCHAUFEL


(57) Die Erfindung betrifft eine gegossene Turbinenschaufel (10) mit einer Plattform (16) und mit einem daran angeordneten hohlen Schaufelblatt (18), wobei das Schaufelblatt (18) eine druckseitige Schaufelwand (34) und eine saugseitige Schaufelwand (32) umfasst, die sich längs einer mittig davon angeordneten gewölbten Profilmittenline (42) von einer gemeinsamen Vorderkante (28) zu einer gemeinsamen Hinterkante (30) erstrecken sowie mit einem einen äußeren Konturverlauf aufweisenden Übergang (36) zwischen Schaufelblatt und Plattform (36), wobei die Schaufelwände (32, 34) jeweils eine lokal zu erfassende Schaufelwanddicke (D) aufweisen, wobei die Turbinenschaufel im Inneren einen Konturverlauf aufweist, welcher teilweise dem äußeren Konturverlauf des Übergangs (36) in der Weise angepasst ist, dass im Bereich des Übergangs (36) eine im Wesentlichen gleichmäßige Schaufelwanddicke vorhanden ist. Um die Lebensdauer einer derartigen Turbinenschaufel weiter zu verbessern ist vorgesehen, dass im Übergang (36) der Konturverlauf an einem der Vorderkante (28) gegenüberliegenden Flächenabschnitt (40) des Schaufelblatts dergestalt ist, dass dort die Schaufelwanddicke vergrößert ist, vergleichen mit der Schaufelwanddicke des Übergangs abseits der Vorderkante.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Turbinenschaufel gemäß dem Gattungsbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Hohle Turbinenschaufeln, insbesondere Gasturbinenschaufeln, weisen im Bereich eines Übergangs vom Schaufelblatt zur Plattform eine belastungsmäßig und gusstechnisch notwendige Krümmung auf einer Außenoberfläche auf, wobei es in diesem hohlkehlartigen Übergang insgesamt zu lokalen Massenanhäufungen kommt, die durch ein im Innern strömbares Kühlmedium schwerer kühlbar sind. Eine derartige Turbinenschaufel ist aus der US 6,019,579 bekannt. Des Weiteren zeigt das Dokument US 2,861,775 eine aus gebogenen Blechen hergestellte Turbinenschaufel.

[0003] Eine Turbinenschaufel mit einer verlängerten Lebensdauer ist zudem aus dem EP 1 355 041 A1 bekannt, wobei die Kontur des Übergangs vom Schaufelblatt zur Plattform im Schaufelinneren angepasst ist, um auch im Übergangbereich eine Schaufelblatt-Wandstärke zu erhalten, die in etwa der Wandstärke des restlichen Schaufelblatts entspricht. Dabei ist die Kontur entlang des gesamten, geschlossenen Umlaufs, also entlang der Plattform, angepasst. Die verringerte Wandstärke kann aus Festigkeitsgründen jedoch die Lebensdauer der Turbinenschaufel negativ beeinflussen, was unerwünscht ist.

[0004] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine gegossene Turbinenschaufel aufzuzeigen, bei der der Übergangsbereich vom Schaufelblatt zur Plattform weiterhin hinreichend kühlbar ist unter Erreichung einer verlängerten Lebensdauer.

[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Turbinenschaufel mit den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den abhängigen Ansprüchen wiedergegeben, deren Merkmale in beliebiger Weise miteinander kombiniert werden können.

[0006] Erfindungsgemäß ist für eine dem Gattungsbegriff entsprechende Turbinenschaufel vorgesehen, dass im Übergang der Konturverlauf an einem der Vorderkante gegenüberliegenden Innenflächenabschnitt des Schaufelblatts dergestalt ist, dass dort die Schaufelwanddicke vergrößert ist, verglichen mit der Schaufelwanddicke des Übergangs, abseits des lokalen Innenflächenabschnitts. Damit weist die Turbinenschaufel im Inneren auf Höhe der Plattform eine Kontur auf, die längs des Umlaufs des Hohlraums unterschiedlich ist. Im Bereich der Vorderkante ist die innere Kontur des Hohlraums eher geradlinig und fluchtet mit derjenigen Innenfläche, welcher der Vorderkante abseits des Übergangs gegenüber liegt. Damit ist die die Masseanhäufungen vermeidende innere Kontur lediglich an denjenigen Bereichen des Schaufelblatts vorgesehen, die weiter stromab der Vorderkante zu finden sind.

[0007] Vorzugsweise erstreckt sich der Innenflächenabschnitt mit vergrößerter Schaufelwanddicke beginnend an der Vorderkante des Schaufelblatts entlang der Saugseitenwand und/oder der Druckseitenwand längs der Profilmittenlinie bis zu einer Position, die gleich oder geringer ist als 9 % der Länge der Profilmittenlinie.

[0008] Mit der Erfindung kann die Festigkeit, insbesondere im Vorderkantenbereich der Turbinenschaufel, lokal vergrößert werden, was zu einer erhöhten Lebensdauer der betreffenden Bereiche führt.

[0009] Es hat sich dabei als besonders vorteilhaft herausgestellt, dass die Plattform eine Plattformwanddicke und das Schaufelblatt abseits des Übergangs eine Schaufelwanddicke aufweisen, wobei im Bereich mit im Wesentlichen gleichmäßiger Schaufelwanddicke des Übergangs, das Verhältnis von Schaufelwanddicke zu Plattformwanddicke zwischen 0,5 und 1 liegt.

[0010] Eine derartige Turbinenschaufel lässt sich besonders homogen kühlen, was thermomechanische Belastungen im Material der Turbinenschaufel reduziert.

[0011] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den nachfolgenden Figuren dargestellt.

[0012] In allen Figuren sind identische Merkmale mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

[0013] Es zeigen:
FIG 1
eine Draufsicht auf den Fußbereich einer als Leitschaufel ausgestalteten Turbinenschaufel und
FIG 2
einen Längsschnitt durch die Turbinenschaufel gemäß FIG 1, entlang der Schnittlinie II-II.


[0014] Die FIG 1 zeigt in perspektivischer Ansicht eine Turbinenschaufel 10. Die Perspektive ist so gewählt, dass die Draufsicht auf einen Befestigungsbereich 12 der als Leitschaufel ausgestalteten Turbinenschaufel 10 dargestellt ist. In FIG 2 ist der Längsschnitt durch die Turbinenschaufel 10 gemäß der Schnittlinie II-II aus FIG 1 gezeigt. Die Turbinenschaufel 10 weist entlang einer Radialachse 14 aufeinanderfolgend den Befestigungsbereich 12, eine daran angrenzende Schaufelplattform 16 sowie ein Schaufelblatt 18 auf. Im Befestigungsbereich 12 ist ein Schaufelfuß 20 ausgebildet, der zur Befestigung der Turbinenschaufel 10 an einem nicht dargestellten Turbinenleitschaufelträger dient.

[0015] Die Darstellung der Erfindung erfolgt beispielhaft anhand einer als Leitschaufel mit zwei Plattformen ausgestalteten Turbinenschaufel. Nichts desto trotz sind andere Ausgestaltungen möglich, insbesondere kann die Turbinenschaufel auch als Laufschaufel einer Turbine ausgestaltet sein. Zumindest der Grundkörper der Turbinenschaufel ist durch ein Gussverfahren hergestellt und umfasst wenigstens das Schaufelblatt 18, sowie wenigstens eine Plattform 16.

[0016] Wie aus den Figuren hervorgeht, ist die erfindungsgemäße Turbinenschaufel 10 und insbesondere deren Schaufelblatt 18 im Inneren hohl ausgeführt, so dass sie einen Hohlraum 25 umfasst, der in bekannter Art und Weise als Kühlkanal mit oder ohne Prallkühlung ausgestaltet sein kann.

[0017] Das Schaufelblatt 18 erstreckt sich von einer Vorderkante 28 zu einer Hinterkante 30. Dabei umfasst das Schaufelblatt 18 eine in FIG 1 nur schematisch angedeutete saugseitige Schaufelwand 32 sowie eine druckseitige Schaufelwand 34. Entlang der Radialrichtung 14 weisen die Schaufelwände 32, 34 eine Wanddicke D auf, die im Wesentlichen gleichbleibend ist.

[0018] Fertigungsbedingt besteht zwischen dem Schaufelblatt 18 und der Plattform 16 ein Übergang 36, der auf der äußeren Oberfläche der Turbinenschaufel 10 abgerundet und somit hohlkehlartig ist.

[0019] Im Inneren weist das Schaufelblatt 18 eine den äußeren Flächen gegenüber liegende Innenfläche auf. Diese ist im Bereich der saugseitigen Schaufelwand 32 dergestalt, dass sie teilweise dem äußeren Konturverlauf des Übergangs angepasst ist, so dass auch dort im Übergang 36 eine im Wesentlichen gleichmäßige Schaufelwanddicke D1 vorhanden ist.

[0020] Die Innenfläche im Bereich des Übergangs 36 umfasst einen der Vorderkante 28 gegenüberliegenden Innenflächenabschnitt 40, dessen Konturverlauf derartig ist, dass dort die Schaufelwanddicke (D2) vergrößert ist, verglichen mit der Schaufelwanddicke D1 des Übergangs abseits diesen Innenflächenabschnitts. Mit anderen Worten: der Innenflächenabschnitt ist lediglich in der näheren Umgebung der Vorderkante angesiedelt und bildet mit der Innenfläche des restlichen Schaufelblatts längs der Radialrichtung 14 sowie im Längsschnitt betrachtet eine Gerade, wohingegen die restliche Innenfläche der Saugund/oder Druckseite im Übergang unter Beibehaltung einer annähernd gleichmäßigen Schaufelwanddicke D1 gekrümmt ist.

[0021] Hierdurch kann ein im Bereich der Vorderkante 28 aufgedickter Übergangsbereich einer Turbinenschaufel 10 bereit gestellt werden, der eine größere Steifigkeit aufweist als im restlichen Bereich. Dies kann die Lebensdauer der Turbinenschaufel 10 verbessern.

[0022] Insgesamt betrifft die Erfindung eine gegossene Turbinenschaufel 10 mit einer Plattform 16 und mit einem daran angeordneten hohlen Schaufelblatt 18, wobei das Schaufelblatt 18 eine druckseitige Schaufelwand 34 und eine saugseitige Schaufelwand 32 umfasst, die sich längs einer mittig davon angeordneten gewölbten Profilmittenlinie 42 von einer gemeinsamen Vorderkante 28 zu einer gemeinsamen Hinterkante 30 erstrecken sowie mit einem einen äußeren Konturverlauf aufweisenden Übergang 36 zwischen Schaufelblatt und Plattform 36, wobei die Schaufelwände 32, 34 jeweils eine lokal zu erfassende Schaufelwanddicke D aufweisen, wobei die Turbinenschaufel im Inneren einen Konturverlauf aufweist, welcher teilweise dem äußeren Konturverlauf des Übergangs 36 in der Weise angepasst ist, dass im Bereich des Übergangs 36 eine im Wesentlichen gleichmäßige Schaufelwanddicke vorhanden ist. Um die Lebensdauer einer derartigen Turbinenschaufel weiter zu verbessern ist vorgesehen, dass im Übergang 36 der Konturverlauf an einem der Vorderkante 28 gegenüberliegenden Innenflächenabschnitt 40 des Schaufelblatts dergestalt ist, dass dort die Schaufelwanddicke vergrößert ist, verglichen mit der Schaufelwanddicke des Übergangs abseits der Vorderkante.


Ansprüche

1. Gegossene Turbinenschaufel (10),
mit einer Plattform und mit einem daran angeordneten hohlen Schaufelblatt, wobei das Schaufelblatt (18) eine druckseitige Schaufelblattwand (34) und eine saugseitige Schaufelblattwand (32) umfasst, die sich längs einer mittig davon angeordneten gewölbten Profilmittenlinie (42) von einer gemeinsamen Vorderkante (28) zu einer gemeinsamen Hinterkante (30 erstrecken sowie mit einem einen äußeren Konturverlauf aufweisenden Übergang (36) zwischen Schaufelblatt (18) und Plattform (16),
wobei die Schaufelwände (32, 34) jeweils eine lokal zu erfassende Schaufelwanddicke (D) aufweisen,
wobei die Turbinenschaufel (10) im Inneren einen Konturverlauf aufweist, welcher teilweise dem äußeren Konturverlauf des Übergangs in der Weise angepasst ist, dass im Bereich des Übergangs (36) in der Weise angepasst ist, dass im Bereich des Übergangs (36) eine im Wesentlichen gleichmäßige Schaufelwanddicke (D1) vorhanden ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Übergang (36) der Konturverlauf an einem der Vorderkante (28) gegenüberliegenden Innenflächenabschnitt (40) des Schaufelblatts (18) dergestalt ist, dass dort die Schaufelwanddicke (D1) vergrößert ist, verglichen mit der Schaufelwanddicke (D2) des Übergangs (36), abseits des Innenflächenabschnitts (40).
 
2. Turbinenschaufel (10) nach Anspruch 1,
bei der der Konturverlauf im Innenflächenabschnitt (40) geradlinig ist.
 
3. Turbinenschaufel (10) nach Anspruch 1 oder 2,
bei der die Plattform eine Plattformwanddicke (D3) und das Schaufelblatt (18) abseits des Innenflächenabschnitts (40) eine Schaufelwanddicke (D) aufweisen, wobei im Bereich mit im Wesentlichen gleichmäßiger Schaufelwanddicke das Verhältnis (D/D3) von Schaufelwanddicke (D) zu Plattformwanddicke (D3) zwischen 0,5 und 1 liegt.
 
4. Turbinenschaufel (10) nach Anspruch 1, 2 oder 3,
bei der sich der Innenflächenabschnitt (40) mit vergrößerter Schaufelwanddicke (D2) von der Vorderkante (28) ausgehend sich entlang der Saugseitenwand (32) und/oder entlang der Druckseitenwand (34) längs der Profilmittenlinie (42) bis zu einer Position erstreckt, die geringer ist als 15 % der Länge der Profilmittenlinie (42).
 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente