[0001] Die Erfindung betrifft eine Turbinenschaufel gemäß dem Gattungsbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Hohle Turbinenschaufeln, insbesondere Gasturbinenschaufeln, weisen im Bereich eines
Übergangs vom Schaufelblatt zur Plattform eine belastungsmäßig und gusstechnisch notwendige
Krümmung auf einer Außenoberfläche auf, wobei es in diesem hohlkehlartigen Übergang
insgesamt zu lokalen Massenanhäufungen kommt, die durch ein im Innern strömbares Kühlmedium
schwerer kühlbar sind. Eine derartige Turbinenschaufel ist aus der
US 6,019,579 bekannt. Des Weiteren zeigt das Dokument
US 2,861,775 eine aus gebogenen Blechen hergestellte Turbinenschaufel.
[0003] Eine Turbinenschaufel mit einer verlängerten Lebensdauer ist zudem aus dem
EP 1 355 041 A1 bekannt, wobei die Kontur des Übergangs vom Schaufelblatt zur Plattform im Schaufelinneren
angepasst ist, um auch im Übergangbereich eine Schaufelblatt-Wandstärke zu erhalten,
die in etwa der Wandstärke des restlichen Schaufelblatts entspricht. Dabei ist die
Kontur entlang des gesamten, geschlossenen Umlaufs, also entlang der Plattform, angepasst.
Die verringerte Wandstärke kann aus Festigkeitsgründen jedoch die Lebensdauer der
Turbinenschaufel negativ beeinflussen, was unerwünscht ist.
[0004] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine gegossene Turbinenschaufel aufzuzeigen,
bei der der Übergangsbereich vom Schaufelblatt zur Plattform weiterhin hinreichend
kühlbar ist unter Erreichung einer verlängerten Lebensdauer.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Turbinenschaufel mit den im Anspruch
1 angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den abhängigen
Ansprüchen wiedergegeben, deren Merkmale in beliebiger Weise miteinander kombiniert
werden können.
[0006] Erfindungsgemäß ist für eine dem Gattungsbegriff entsprechende Turbinenschaufel vorgesehen,
dass im Übergang der Konturverlauf an einem der Vorderkante gegenüberliegenden Innenflächenabschnitt
des Schaufelblatts dergestalt ist, dass dort die Schaufelwanddicke vergrößert ist,
verglichen mit der Schaufelwanddicke des Übergangs, abseits des lokalen Innenflächenabschnitts.
Damit weist die Turbinenschaufel im Inneren auf Höhe der Plattform eine Kontur auf,
die längs des Umlaufs des Hohlraums unterschiedlich ist. Im Bereich der Vorderkante
ist die innere Kontur des Hohlraums eher geradlinig und fluchtet mit derjenigen Innenfläche,
welcher der Vorderkante abseits des Übergangs gegenüber liegt. Damit ist die die Masseanhäufungen
vermeidende innere Kontur lediglich an denjenigen Bereichen des Schaufelblatts vorgesehen,
die weiter stromab der Vorderkante zu finden sind.
[0007] Vorzugsweise erstreckt sich der Innenflächenabschnitt mit vergrößerter Schaufelwanddicke
beginnend an der Vorderkante des Schaufelblatts entlang der Saugseitenwand und/oder
der Druckseitenwand längs der Profilmittenlinie bis zu einer Position, die gleich
oder geringer ist als 9 % der Länge der Profilmittenlinie.
[0008] Mit der Erfindung kann die Festigkeit, insbesondere im Vorderkantenbereich der Turbinenschaufel,
lokal vergrößert werden, was zu einer erhöhten Lebensdauer der betreffenden Bereiche
führt.
[0009] Es hat sich dabei als besonders vorteilhaft herausgestellt, dass die Plattform eine
Plattformwanddicke und das Schaufelblatt abseits des Übergangs eine Schaufelwanddicke
aufweisen, wobei im Bereich mit im Wesentlichen gleichmäßiger Schaufelwanddicke des
Übergangs, das Verhältnis von Schaufelwanddicke zu Plattformwanddicke zwischen 0,5
und 1 liegt.
[0010] Eine derartige Turbinenschaufel lässt sich besonders homogen kühlen, was thermomechanische
Belastungen im Material der Turbinenschaufel reduziert.
[0011] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den nachfolgenden Figuren dargestellt.
[0012] In allen Figuren sind identische Merkmale mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0013] Es zeigen:
- FIG 1
- eine Draufsicht auf den Fußbereich einer als Leitschaufel ausgestalteten Turbinenschaufel
und
- FIG 2
- einen Längsschnitt durch die Turbinenschaufel gemäß FIG 1, entlang der Schnittlinie
II-II.
[0014] Die FIG 1 zeigt in perspektivischer Ansicht eine Turbinenschaufel 10. Die Perspektive
ist so gewählt, dass die Draufsicht auf einen Befestigungsbereich 12 der als Leitschaufel
ausgestalteten Turbinenschaufel 10 dargestellt ist. In FIG 2 ist der Längsschnitt
durch die Turbinenschaufel 10 gemäß der Schnittlinie II-II aus FIG 1 gezeigt. Die
Turbinenschaufel 10 weist entlang einer Radialachse 14 aufeinanderfolgend den Befestigungsbereich
12, eine daran angrenzende Schaufelplattform 16 sowie ein Schaufelblatt 18 auf. Im
Befestigungsbereich 12 ist ein Schaufelfuß 20 ausgebildet, der zur Befestigung der
Turbinenschaufel 10 an einem nicht dargestellten Turbinenleitschaufelträger dient.
[0015] Die Darstellung der Erfindung erfolgt beispielhaft anhand einer als Leitschaufel
mit zwei Plattformen ausgestalteten Turbinenschaufel. Nichts desto trotz sind andere
Ausgestaltungen möglich, insbesondere kann die Turbinenschaufel auch als Laufschaufel
einer Turbine ausgestaltet sein. Zumindest der Grundkörper der Turbinenschaufel ist
durch ein Gussverfahren hergestellt und umfasst wenigstens das Schaufelblatt 18, sowie
wenigstens eine Plattform 16.
[0016] Wie aus den Figuren hervorgeht, ist die erfindungsgemäße Turbinenschaufel 10 und
insbesondere deren Schaufelblatt 18 im Inneren hohl ausgeführt, so dass sie einen
Hohlraum 25 umfasst, der in bekannter Art und Weise als Kühlkanal mit oder ohne Prallkühlung
ausgestaltet sein kann.
[0017] Das Schaufelblatt 18 erstreckt sich von einer Vorderkante 28 zu einer Hinterkante
30. Dabei umfasst das Schaufelblatt 18 eine in FIG 1 nur schematisch angedeutete saugseitige
Schaufelwand 32 sowie eine druckseitige Schaufelwand 34. Entlang der Radialrichtung
14 weisen die Schaufelwände 32, 34 eine Wanddicke D auf, die im Wesentlichen gleichbleibend
ist.
[0018] Fertigungsbedingt besteht zwischen dem Schaufelblatt 18 und der Plattform 16 ein
Übergang 36, der auf der äußeren Oberfläche der Turbinenschaufel 10 abgerundet und
somit hohlkehlartig ist.
[0019] Im Inneren weist das Schaufelblatt 18 eine den äußeren Flächen gegenüber liegende
Innenfläche auf. Diese ist im Bereich der saugseitigen Schaufelwand 32 dergestalt,
dass sie teilweise dem äußeren Konturverlauf des Übergangs angepasst ist, so dass
auch dort im Übergang 36 eine im Wesentlichen gleichmäßige Schaufelwanddicke D1 vorhanden
ist.
[0020] Die Innenfläche im Bereich des Übergangs 36 umfasst einen der Vorderkante 28 gegenüberliegenden
Innenflächenabschnitt 40, dessen Konturverlauf derartig ist, dass dort die Schaufelwanddicke
(D
2) vergrößert ist, verglichen mit der Schaufelwanddicke D
1 des Übergangs abseits diesen Innenflächenabschnitts. Mit anderen Worten: der Innenflächenabschnitt
ist lediglich in der näheren Umgebung der Vorderkante angesiedelt und bildet mit der
Innenfläche des restlichen Schaufelblatts längs der Radialrichtung 14 sowie im Längsschnitt
betrachtet eine Gerade, wohingegen die restliche Innenfläche der Saugund/oder Druckseite
im Übergang unter Beibehaltung einer annähernd gleichmäßigen Schaufelwanddicke D
1 gekrümmt ist.
[0021] Hierdurch kann ein im Bereich der Vorderkante 28 aufgedickter Übergangsbereich einer
Turbinenschaufel 10 bereit gestellt werden, der eine größere Steifigkeit aufweist
als im restlichen Bereich. Dies kann die Lebensdauer der Turbinenschaufel 10 verbessern.
[0022] Insgesamt betrifft die Erfindung eine gegossene Turbinenschaufel 10 mit einer Plattform
16 und mit einem daran angeordneten hohlen Schaufelblatt 18, wobei das Schaufelblatt
18 eine druckseitige Schaufelwand 34 und eine saugseitige Schaufelwand 32 umfasst,
die sich längs einer mittig davon angeordneten gewölbten Profilmittenlinie 42 von
einer gemeinsamen Vorderkante 28 zu einer gemeinsamen Hinterkante 30 erstrecken sowie
mit einem einen äußeren Konturverlauf aufweisenden Übergang 36 zwischen Schaufelblatt
und Plattform 36, wobei die Schaufelwände 32, 34 jeweils eine lokal zu erfassende
Schaufelwanddicke D aufweisen, wobei die Turbinenschaufel im Inneren einen Konturverlauf
aufweist, welcher teilweise dem äußeren Konturverlauf des Übergangs 36 in der Weise
angepasst ist, dass im Bereich des Übergangs 36 eine im Wesentlichen gleichmäßige
Schaufelwanddicke vorhanden ist. Um die Lebensdauer einer derartigen Turbinenschaufel
weiter zu verbessern ist vorgesehen, dass im Übergang 36 der Konturverlauf an einem
der Vorderkante 28 gegenüberliegenden Innenflächenabschnitt 40 des Schaufelblatts
dergestalt ist, dass dort die Schaufelwanddicke vergrößert ist, verglichen mit der
Schaufelwanddicke des Übergangs abseits der Vorderkante.
1. Gegossene Turbinenschaufel (10),
mit einer Plattform und mit einem daran angeordneten hohlen Schaufelblatt, wobei das
Schaufelblatt (18) eine druckseitige Schaufelblattwand (34) und eine saugseitige Schaufelblattwand
(32) umfasst, die sich längs einer mittig davon angeordneten gewölbten Profilmittenlinie
(42) von einer gemeinsamen Vorderkante (28) zu einer gemeinsamen Hinterkante (30 erstrecken
sowie mit einem einen äußeren Konturverlauf aufweisenden Übergang (36) zwischen Schaufelblatt
(18) und Plattform (16),
wobei die Schaufelwände (32, 34) jeweils eine lokal zu erfassende Schaufelwanddicke
(D) aufweisen,
wobei die Turbinenschaufel (10) im Inneren einen Konturverlauf aufweist, welcher teilweise
dem äußeren Konturverlauf des Übergangs in der Weise angepasst ist, dass im Bereich
des Übergangs (36) in der Weise angepasst ist, dass im Bereich des Übergangs (36)
eine im Wesentlichen gleichmäßige Schaufelwanddicke (D1) vorhanden ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Übergang (36) der Konturverlauf an einem der Vorderkante (28) gegenüberliegenden
Innenflächenabschnitt (40) des Schaufelblatts (18) dergestalt ist, dass dort die Schaufelwanddicke
(D1) vergrößert ist, verglichen mit der Schaufelwanddicke (D2) des Übergangs (36), abseits des Innenflächenabschnitts (40).
2. Turbinenschaufel (10) nach Anspruch 1,
bei der der Konturverlauf im Innenflächenabschnitt (40) geradlinig ist.
3. Turbinenschaufel (10) nach Anspruch 1 oder 2,
bei der die Plattform eine Plattformwanddicke (D3) und das Schaufelblatt (18) abseits des Innenflächenabschnitts (40) eine Schaufelwanddicke
(D) aufweisen, wobei im Bereich mit im Wesentlichen gleichmäßiger Schaufelwanddicke
das Verhältnis (D/D3) von Schaufelwanddicke (D) zu Plattformwanddicke (D3) zwischen 0,5 und 1 liegt.
4. Turbinenschaufel (10) nach Anspruch 1, 2 oder 3,
bei der sich der Innenflächenabschnitt (40) mit vergrößerter Schaufelwanddicke (D2) von der Vorderkante (28) ausgehend sich entlang der Saugseitenwand (32) und/oder
entlang der Druckseitenwand (34) längs der Profilmittenlinie (42) bis zu einer Position
erstreckt, die geringer ist als 15 % der Länge der Profilmittenlinie (42).