[0001] Die Erfindung betrifft einen Getriebeturboverdichter, umfassend ein Getriebegehäuse,
mindestens eine Turbomaschine mit einer sich entlang einer Achse erstreckenden Turbomaschinenwelle,
wobei die mindestens eine Turbomaschine ein Spiralgehäuse umfasst, mindestens einen
drehbar um die Achse ausgebildeten Impeller umfasst, mindestens einen Turbomaschinenwellenabschnitt
der Turbomaschinenwelle umfasst, an dem der Impeller angebracht ist, eine Einströmung
umfasst zum Einlass eines Prozessfluids in das Spiralgehäuse, eine Abströmung umfasst
zum Auslass des Prozessfluids aus dem Spiralgehäuse. Daneben betrifft die Erfindung
ein Verfahren zur Ausrichtung eines Spiralgehäuses gegenüber einem Getriebegehäuse
für eine derartige Getriebeturbomaschine.
[0002] Bei dem Entwurf von Getriebeturboverdichtern ist es eine grundsätzliche Aufgabe,
Wellenabstände und Übersetzungsverhältnisse mit den damit verbundenen Bauräumen der
strömungsführenden Spiralgehäuse einzelner an den Getriebekasten angeschlossener Turbomaschinen
aufeinander abzustimmen.
[0003] Ein Getriebeturboverdichter (englisch: integrally geared compressor) der eingangs
definierten Art ist bereits aus der
WO 2011/141439 A1 bekannt.
[0004] An einem Getriebegehäuse oder auch Getriebekasten sind regelmäßig ein bis vier Turbomaschinen
mit Turbomaschinenwellen - häufig auch Ritzelwellen genannt- um eine Antriebswelle
- die auch häufig Radwelle genannt wird - angeordnet. Eine zunehmende Anzahl der an
dem Getriebeverdichter vorgesehenen Turbomaschinen - häufig Verdichter - oder eine
zunehmende Größe der einzelnen dort angeordneten Verdichter führt zu dem Problem,
die Verdichter auf den beiden gegenüberliegenden Seiten, an denen die Wellenenden
der Turbomaschinenwellen herausgeführt sind, des Getriebegehäuses anzuordnen und gleichzeitig
thermodynamisch sinnvolle Drehzahlen an den einzelnen Turbomaschinen als Folge von
einem Großraddurchmesser und Ritzeldurchmessern in dem Getriebe zu erhalten. Der zur
Verfügung stehende Abstand bzw. Bauraum zwischen den einzelnen Wellenenden, die aus
dem Getriebegehäuse hinausragen und an die jeweils eine entsprechende - bevorzugt
zentrifugale - Turbomaschine angeschlossen wird, bestimmt sich in der Regel als Funktion
des Zahnrades auf der Antriebswelle und der Zahnräder auf den jeweiligen Ritzelwellen
bzw. Turbomaschinenwellen. Sollten die entsprechenden Abstände nicht zur Anordnung
der einzelnen Spiralgehäuse - wie die Gehäuse der zentrifugal ausgebildeten Turbomaschinen
in der Regel genannt werden - ausreichen, so sind unter entsprechender Drehrichtungsumkehr
regelmäßig Zwischenwellen zwischen dem Großrad der Antriebswelle und den Ritzeln der
Turbomaschinenwellen vorzusehen. Eine andere Möglichkeit, mit einem nur beschränkten
Bauraum die thermodynamischen Anforderungen an die einzelnen Turbomaschinen bzw. die
gesamte Getriebeturbomaschine zu erfüllen, besteht darin, die Anordnung der Turbomaschinen
an dem Getriebegehäuse platzsparender zu gestalten.
[0005] Ausgehend von den Problemen und Anforderungen aus dem Stand der Technik hat es sich
die Erfindung zur Aufgabe gemacht, eine Getriebeturbomaschine der eingangs definierten
Art derart weiterzubilden, dass der zur Verfügung stehende Bauraum zur Anbringung
von Turbomaschinen an einem Getriebegehäuse eines Getriebeturboverdichters besser
zur Lösung der thermodynamischen Aufgabenstellung ausgenutzt wird.
[0006] Zur Lösung wird ein Getriebeturboverdichter der eingangs definierten Art vorgeschlagen
mit den zusätzlichen Merkmalen des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1. Daneben
wird ein Verfahren zur Montage eines derartigen Getriebeturboverdichters vorgeschlagen
gemäß dem auf die Vorrichtungsansprüche rückbezogenen Verfahrensanspruch. Die jeweiligen
Unteransprüche beinhalten vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung.
[0007] Im Rahmen dieser Patentanmeldung sind Begriffe, wie axial, radial, tangential, Umfangsrichtung
stets auf eine Achse, Längsachse, Drehachse oder Wellenachse bezogen, ohne diese Achse
jeweils explizit anzugeben, weil der Zusammenhang zu der entsprechenden Achse eindeutig
für den Fachmann zu erkennen ist.
[0008] Ein besonderer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die Einstell- bzw. Ausrichtvorrichtung
nicht bauraumbestimmend ist. Insbesondere bei Spiralgehäusen, die für eine Größe von
Impellern vorgesehen sind, deren Durchmesser weniger als 1000mm beträgt, sind über
die Abmaße des Spiralgehäuses selbst hinausragende Einstellvorrichtungen zum Ausrichten
von der Montage längen-anteilig derart signifikant, dass es Schwierigkeiten geben
kann, die verschiedenen Turbomaschinengehäuse bzw. Spiralgehäuse an dem Getriebegehäuse
anzuordnen. Die Erfindung vermeidet dieses Problem, indem der von den Spiralgehäusen
genutzte radiale Bauraum auch für die Anordnung der Spiralausrichtteile und Gehäuseausrichtteile
genutzt wird. Auf diese Weise sind nicht die Ausrichtteile bauraumbestimmend, sondern
der Bauraum an dem Getriebegehäuse wird bestmöglich bzw. nahezu vollständig für die
Umsetzung der thermodynamischen Aufgabe ausgenutzt. Die Anordnung der Ausrichtteile
hinter dem Umriss der Spiralgehäuse spart nicht nur Größenbedarf des Getriebeverdichters
ein, sondern auch den Raumbedarf der Gesamtanordnung beispielsweise in einem Maschinenhaus.
[0009] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass das Getriebegehäuse
ein Lagerblech aufweist, wobei das Lagerblech als Halbzylinder ausgebildet fest an
mindestens einer Wand des Getriebegehäuses angebracht ist, derart, dass bei im Wesentlichen
horizontaler Betriebsausrichtung der Achse der Turbomaschinenwelle ein Lager für die
Turbomaschinenwelle, insbesondere von oben, eingelegt werden kann, wobei die erste
Anlagefläche fest verbunden mit dem Lagerblech oder einstückiger Bestandteil des Lagerblechs
ist. Diese Ausführung führt zu einem vereinfachten Aufbau, da bereits bestehende Bauteile
- das Lagerblech - mit bereits bearbeiteten Flächen zu Ausrichtzecken des Spiralgehäuses
genutzt werden. Besonders bevorzugt weist das Getriebegehäuse eine Teilfuge auf, die
eine gemeinsame Fläche bildet mit der ersten Anlagefläche des Gehäuseausrichtteils.
Auf diese Weise werden bereits bearbeitete Flächen - vorliegend diejenige der Teilfuge
- genutzt bzw. einfach fortgesetzt, so dass kein hoher zusätzlicher Fertigungsaufwand
durch die erfindungsgemäße Vorrichtung bzw. das erfindungsgemäße Verfahren entsteht.
Synergetisch wirkt außerdem die damit vereinheitlichte Referenz der Teilfuge mit der
ersten Anlagefläche, die nicht mehr zueinander toleriert werden müssen, weil diese
beiden Flächen mit identischer Erstreckung ausgeführt werden können bzw. dann identisch
sind.
[0010] Bevorzugt wird das Spiralgehäuse in einem betriebsfertigen Zustand axial mit dem
Getriebegehäuse verschraubt. Der Begriff axial bezieht sich hierbei auf die Längsachse
der Schraube und auf die Richtung der Erstreckung der Turbomaschinenwelle, so dass
sich die Schrauben zur Verschraubung und die Wellenachse in identische Richtungen
längs erstrecken.
[0011] Besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass das Spiralgehäuse relativ zu dem Getriebegehäuse
zunächst in eine ungefähre an die endgültige Betriebsposition angenäherte Position
gebracht wird und an dieser Stelle im Rahmen des Spiels der Verschraubung zunächst
mittels der Schrauben gegen ein Herabfallen gesichert wird, ohne das Spiralgehäuse
mit einem endgültigen Anzugsmoment an dem Getriebegehäuse zu befestigen. Der verbleibende
Spielraum der Verschraubung wird anschließend genutzt, eine vertikale und horizontale
Ausrichtrung des Spiralgehäuses zu dem Getriebegehäuse mittels der erfindungsgemäßen
Gehäuseausrichtteile und Spiralausrichtteile durchzuführen.
[0012] Eine besonders bevorzugte Weiterbildung sieht vor, dass das Spiralgehäuse mit dem
Lagerblech des Getriebegehäuses verschraubt ist. Auf diese Weise bilden das Getriebegehäuse,
das Lager, die Wellendichtung und das Spiralgehäuse miteinander eine feste Einheit,
die verformungsbedingte Spielüberbrückung zwischen stehenden und rotierenden Bauteilen
nahezu ausschließt. Weitere Vorteile dieser Modularität zeigen sich in einem geringeren
Schwingungsaufkommen in Folge der direkten Verbindung der kraftführenden Bauteile
miteinander auch bei dynamischer Belastung.
[0013] Der Ausrichtvorgang nach der Erfindung wird weiter vorteilhaft vereinfacht, wenn
die zweite Anlagefläche die Stirnfläche einer ersten Schraube ist, die durch Drehung
in einer Schraubenaxialposition der ersten Schraube gegenüber dem restlichen Spiralausrichtteil
verstellbar ist. Auf diese Weise kann durch einfache Drehung der bevorzugt als Innensechskantschraube
ausgebildeten ersten Schraube die benötigte Position zur bestmöglichen Ausrichtung
des Spiralgehäuses gegenüber dem Getriebegehäuse festgelegt werden, ohne beispielsweise
speziell angepasste Bauteile zwischendurch individuell mechanisch anfertigen zu müssen.
[0014] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung sieht vor, dass zur Sicherung der Ausrichtposition
bzw. Ausrichtpositionen des Spiralgehäuses gegenüber dem Getriebegehäuse mittels der
Spiralausrichtteile bzw. Getriebegehäuseausrichtteile eine erste Sicherung an der
ersten Schraube vorgesehen ist, so dass ein versehentliches Verstellen der ermittelten
Ausrichtung nicht mehr möglich ist. Diese erste Sicherung ist besonders bevorzugt
als Kontermutter an der bevorzugt als Innensechskantstiftschraube ausgebildeten ersten
Schraube vorgesehen.
[0015] Besonders bevorzugt kann die erste Sicherung mittels einer zweiten Sicherung ergänzt
werden, die auch eine Verstellung bei dynamischer Belastung sicher ausschließt. Diese
zweite Sicherung kann beispielsweise und bevorzugt als Verstiftung ausgebildet sein,
so dass die erste Schraube mittels eines Stifts formschlüssig gegen ein Verdrehen
und damit einer Verstellung der Schraubenaxialposition gesichert ist.
[0016] Besonders bevorzugt sind für einen Ausrichtvorgang eines Spiralgehäuses gegenüber
einem Getriebegehäuse mindestens zwei Spiralausrichtteile vorgesehen, die mit jeweiligen
Gehäuseausrichtteilen zusammenwirken. Zweckmäßig ist hierbei die Anordnung der beiden
Spiralausrichtteile bzw. Gehäuseausrichtteile im Wesentlichen in einer in der Betriebsposition
horizontalen Ebene auf unterschiedlichen Seiten der Achse der Turbomaschinenwelle
des jeweiligen Spiralgehäuses.
[0017] Hierbei ist es nach einer weiteren zweckmäßigen Fortbildung der Erfindung vorgesehen,
dass die beiden Spiralausrichtteile neben der jeweils ersten Schraube zur vertikalen
Verstellung bzw. Ausrichtung des Spiralgehäuses gegenüber dem Getriebegehäuse, auch
jeweils eine zweite Schraube aufweisen bevorzugt im Wesentlichen senkrecht zu der
ersten Schraube ausgerichtet. Besonders bevorzugt weist die zweite Schraube eine dritte
Anlagefläche an einer Stirnseite auf, die gegenüber dem Rest des Spiralausrichtteils
durch Drehung der zweiten Schraube in der Schraubenaxialposition derart verstellbar
ist, dass im Zusammenwirken mit einer vierten Anlagefläche an dem Getriebegehäuse
bevorzugt an dem Lagerblech, eine horizontale exakte Positionierung des Spiralgehäuses
gegenüber dem Getriebegehäuse ermöglicht ist. An den bevorzugt zwei Spiralausrichtteilen
sind in diesem Zusammenhang bevorzugt jeweils eine zweite Schraube vorgesehen, die
in ihrer jeweiligen axialen Verstellmöglichkeit miteinander und gegeneinander wirken
können.
[0018] Im Folgenden ist die Erfindung anhand eines speziellen Ausführungsbeispiels unter
Bezugnahme auf Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Seitenansicht eines erfingungsgemäßen Getriebeturboverdichters,
- Figur 2
- eine schematische Schnittansicht gemäß dem in Figur 1 ausgewiesenen Schnitt II,
- Figur 3
- eine schematische Schnittansicht gemäß dem in Figur 2 ausgewiesenen Schnitt III,
- Figur 4
- eine schematische Schnittansicht gemäß dem in Figur 3 ausgewiesenen Schnitt IV,
- Figur 5
- eine schematische Schnittansicht gemäß dem in Figur 4 ausgewiesenen Schnitt V,
- Figur 6
- eine schematische Schnittansicht gemäß dem in Figur 5 ausgewiesenen Schnitt VI.
[0019] Bei der Beschreibung der in den Figuren wiedergegebenen bevorzugten Ausbildung der
Erfindung wird nicht auf jede Figur individuell Bezug genommen, da die einzelnen Detailansichten
nur unterschiedliche Einzelheiten identischer Bauteile wiedergeben.
[0020] Für nicht identische Bauteile werden teilweise trotzdem identische Bezugszeichen
verwendet, die angeben, dass die entsprechenden Bauteile zumindest in ihrer wesentlichen
Funktion identisch sind. Bei ähnlichen Bauteilen wird teilweise von einer Indizierung
Gebrauch gemacht, die entweder in einer laufenden Nummerierung im Text oder in der
Benutzung von Bezugszeichen in den Zeichnungen auftritt oder mittels Platzhaltern
erfolgt, die in der Regel als "i" oder "n" angegeben werden. Bezieht sich eine Angabe
auf eine Menge von mehreren indizierten Bauteilen bzw. Bezugszeichen wird teilweise
- insbesondere in den Bezugszeichen der Ansprüche - von dem Platzhalter "'...'" Gebrauch
gemacht. Die in den Ausführungsbeispielen angegebenen konkreten Varianten der Erfindung
dienen lediglich zur Verdeutlichung einer Möglichkeit, die Erfindung auszuführen und
begrenzen nicht den Schutzbereich, sofern es sich nicht um Merkmale eines unabhängigen
Patentanspruchs handelt. Die Benutzung des Ausdrucks "erfindungsgemäß" bedeutet nicht
unmittelbar, dass es sich um ein Anspruchsmerkmal eines unabhängigen Anspruchs handelt.
Gleichwohl ist, soweit der Fachmann diese Möglichkeit als sinnvoll erkennt, die Kombination
von offenbarten technischen Merkmalen möglich, ohne dass diese Kombination auch mittels
der Rückbezüge in unabhängigen Ansprüchen expressis verbis angegeben worden ist. Auch
diese für den Fachmann erkennbaren Varianten der Erfindung sind dem Schutzbereich
zuzurechnen.
[0021] Figur 1 zeigt eine schematische Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Getriebeturboverdichters
mit einer mittigen Antriebswelle DS und drei Turbomaschinenwellen TMS für drei Turbomaschinen
TM1, TM2, TM3, TMi. Der Getriebeturboverdichter GC weist ein Getriebegehäuse CG auf,
an dem die einzelnen Turbomaschinen TMi bzw. deren Spiralgehäuse CV angebracht sind.
Die einzelnen Turbomaschinenen TMi sind als Turboverdichter des Zentrifugal-Typs ausgebildet.
Insofern handelt es sich auch um Spiralgehäuse CV, da die axial durch eine Einströmung
IN ansaugenden Turboverdichter nach einer Beschleunigung eines Prozessfluids in einem
Impeller IP das Prozessfluid in einem spiralförmigen Sammler COL radial ausgeben.
Anschließend wird das Prozessfluid für weitere Prozessschritte in einer Abströmung
EX verzögert bzw. nach Bernoulli im Druck erhöht. Da der sich um den Impeller IP zur
Abströmung EX führende Sammler COL spiralförmig aufweitet, ist das Gehäuse der Turbomaschine
auch als Spiralgehäuse CV bezeichnet.
[0022] Die Figur 1 zeigt nur eine Seite des Getriebeturboverdichters GC, wobei regelmäßig
auf der nicht dargestellten gegenüberliegenden Seite Enden von Turbomaschinenwellen
TMS als Turbomaschinenwellenabschnitte STM aus dem Getriebegehäuse CG zur Aufnahme
eines Impellers IP von einer Turbomaschine TMi herausragen.
[0023] Wie auch in der Figur 2 erkennbar, dient das Spiralgehäuse CV neben der Aufnahme
des Impellers IP auch der Aufnahme und Anordnung einer Wellendichtung SHS zur Abdichtung
des Betriebsdrucks in dem Spiralgehäuse CV gegenüber der Atmosphäre bzw. dem Getriebegehäuse
CG.
[0024] Das Getriebegehäuse CG dient im Wesentlichen der Übertragung von der Antriebswelle
DS übertragenen Leistung auf die einzelnen Turbomaschinen TMi. Hierzu ist im Inneren
in nicht dargestellter Weise ein Getriebe vorgesehen, wobei im unteren Teil des Getriebegehäuses
CG das von dem Getriebe benutzte Öl in nicht dargestellter Weise aufgenommen wird.
Daneben sind sämtliche Turbomaschinenwellen TMS und die Antriebswelle DS in dem Getriebegehäuse
CG gelagert. Hierzu sind im Bereich der Wände des Getriebegehäuses CG jeweils Lagerbleche
BSUP von Lagern BEA vorgesehen, so dass die Lager BEA insbesondere zur radialen Stützung
der Turbomaschinenwellen TMS die entsprechenden Lagerkräfte mittels der Lagerbleche
BSUP in die Wände des Getriebegehäuses CG einleiten können.
[0025] Die Impeller IP der Turbomaschinen TMi sind auf den herausragenden Wellenenden der
Turbomaschinenwellen TMS fliegend angebracht, so dass die Lagerung der Turbomaschinenwellen
TMS nicht mittels der Spiralgehäuse CV stattfindet. Gegenüberliegend der Einströmung
IN der Spiralgehäuse CV sind die Spiralgehäuse CV, wie in Figur 3 wiedergegeben, mit
einer Rückseite BS - siehe auch Figur 4 - mit den Lagerblechen BSUP mit sich in axialer
Richtung der Turbomschinenwellen TMS erstreckender Schrauben SCR verschraubt. Eine
exakte radiale Ausrichtung in horizontaler und vertikale Richtung der Spiralgehäuse
CV gegenüber dem Getriebegehäuse CG ist insbesondere deswegen erforderlich, weil die
Wellendichtung SHS an dem Spiralgehäuse CV angebracht ist und die Turbomaschinenwelle
TMS positionsbestimmend in dem Getriebegehäuse CG mittels der Lager BEA gelagert ist.
[0026] Da die Wellendichtung SHS jedenfalls einer präzisen Radialausrichtung in horizontaler
und vertikaler Richtung bedarf, ist die Ausrichtung vorgesehen mittels des Zusammenspiels
eines spiralgehäuseseitigen Spiralausrichtteils VCPT und eines getriebegehäuseseitigen
Gehäuseausrichtteils CCPT. Das Gehäuseausrichtteil CCPT ist vorliegend Bestandteil
des Lagerblechs BSUP, wobei das Lagerblech BSUP im Wesentlichen zu diesem Zweck zwei
horizontal sich erstreckende und vertikal nach oben weisende erste Anlageflächen SUP1
des Gehäuseausrichtteils CCPT aufweist, neben zwei vertikal sich erstreckenden und
horizontal in zwei entgegengesetzte Richtung weisende dritte Anlageflächen SUP3 aufweist.
[0027] Das Getriebegehäuse CG weist verschiedene horizontale Teilfugen SPP auf, die bevorzugt
eine horizontale Erstreckung haben, die koinzident ist mit der horizontalen Erstreckung
der Achsen X der Turbomaschinenwellen TMS der einzelnen Turbomaschinen TMI, die in
dieser horizontalen Teilfuge SPP angeordnet sind. Das Getriebegehäuse CG kann zu diesem
Zweck mehrere horizontale Teilfugen SPP aufweisen. Wie in der Figur 1 wiedergegeben,
sind zu diesem Zweck zwei Gehäuseteilfugen SPP vorgesehen. Im Detail ist die obere
Gehäuseteilfuge SPP mit der Turbomaschine TM1 in den übrigen Darstellungen näher erläutert.
[0028] Das Spiralausrichtteil VCPT ist pro Turbomaschine TMi zweifach vorgesehen auf zwei
gegenüberliegenden Seiten vergleichsweise spiegelsymmetrisch angeordnet zu einer Vertikalebene
VP durch die Achse X einer Turbomaschinenwelle TMS. Das Spiralausrichtteil VCPT weist
eine zweite Anlagefläche SUP2 auf, die vorgesehen ist mit der ersten Anlagefläche
SUP1 des Gehäuseausrichtteils CCPT in Kontakt zu treten während der Ausrichtung. Weiterhin
weist das Spiralausrichtteil VCPT eine vierte Anlagefläche SUP4 auf, die mit der dritten
Anlagefläche SUP3 des Gehäuseausrichtteils CCPT kontaktbildend zusammenwirkt. Die
zweite Anlagefläche SUP2 und die vierte Anlagefläche SUP4 der Spiralausrichtteile
VCPT sind jeweils als Stirnseiten von ersten Schrauben SCR1 bzw. zweiten Schrauben
SCR2 ausgebildet, wobei gegenüber dem Rest der Spiralausrichtteile VCPT bzw. der Spiralgehäuse
CV diese Anlageflächen sich in einer Schraubenaxialrichtung hinsichtlich ihrer Schraubenaxialposition
SRP zum Zwecke der Verstellung der Relativposition des Spiralgehäuses CV gegenüber
dem Getriebegehäuse CG durch Drehung der ersten Schraube SCR1 bzw. zweiten Schraube
SCR2 verstellen lassen. Vorliegend erstrecken sich die ersten Schrauben SCR1 mit einer
Längsrichtung vertikal und die zweiten Schrauben SCR2 mit einer Längsrichtung horizontal
entsprechend ihrer jeweiligen Verstellrichtung. Die Schrauben sind als Gewindestifte
mit Innensechskant ausgebildet, so dass zwischen dem Getriebegehäuse CG und dem Spiralgehäuse
CV eine Zugänglichkeit mit einem länglichen Werkzeug mit entsprechend stirnseitiger
Schlüsselflächenanordnung platzsparend möglich ist.
[0029] Das Lagerblech BSUP schließt gemeinsam mit der jeweiligen Teilfuge SPP vertikal nach
oben hin ab, wobei die jeweilige Teilfugenfläche bevorzugt eine gemeinsame bearbeitete
Fläche mit der jeweils zweiten Anlagefläche an dem Lagerblech BSUP des Gehäuseausrichtteils
CCP ausbildet.
[0030] Das Spiralausrichtteil VCPT weist einen jeweils L-förmigen Grundkörper auf, der einen
sich horizontal erstreckenden ersten Schenkel L1 und einen vertikal sich erstreckenden
zweiten Schenkel L2 aufweist. Die beiden Schenkel L1, L2 sind mit jeweils einem Gewindeloch
versehen, dass jeweils das Einschrauben der ersten Schraube SCR1 bzw. der zweiten
Schraube SCR2 ermöglicht. Die horizontalen Schenkel L1 weisen spiegelsymmetrisch zu
einer vertikalen Ebene VP durch die Achse X der Turbomaschinenwelle TMS aufeinander
zu.
[0031] Die zweiten Schrauben SCR2 und zweiten Schenkel L2 sind hier Teil eines Horizontalausrichtteils
(VCH) des Spiralausruchtteils VCPT.
[0032] Die Ausrichtung mittels der ersten Schrauben SCR1 erfolgt gegen die Schwerkraft,
da die Getriebeturbomaschinen GC mit in horizontaler Richtung sich erstreckenden Achsen
X der Turbomaschinenwellen TMS aufgestellt werden. Die Radialausrichtung mittels der
zweiten Schrauben SCR2 erfolgt derart, dass die beiden gegenüberliegenden spiegelsymmetrisch
angeordneten zweiten Schrauben SCR2 gegeneinander arbeiten und auf diese Weise das
Lagerblech BSUP vergleichsweise zwischen sich einklemmen. Die Ausrichtung des Spiralgehäuses
CV gegenüber dem Getriebegehäuse CG erfolgt hierbei jeweils in verschiedenen Schritten.
[0033] Zunächst wird das Spiralgehäuse CV in Annährung an die Endposition an dem Getriebegehäuse
CG angeordnet und die Befestigungsschrauben SCR werden in axialer Richtung eingeschraubt,
so dass ein Bewegungsspielraum des Spiralgehäuses CV verbleibt, das Spiralgehäuse
CV aber nicht der Schwerkraft folgend von dem Getriebegehäuse CG abfällt.
[0034] Anschließend erfolgt eine radiale Ausrichtung zur Achse X der jeweiligen Turbomaschinenwelle
TMS des Spiralgehäuses CV in vertikaler Richtung mittels der beiden ersten Schrauben
SCR1 und in horizontaler Richtung mittels der beiden zweiten Schrauben SCR2.
[0035] Sobald das Spiralgehäuse CV zu der Achse X hinreichend ausgerichtet ist, wird das
Spiralgehäuse CV mittels der Befestigungsschrauben SCR fest an dem Getriebegehäuse
CG befestigt.
[0036] Vor der endgültigen Befestigung oder danach werden die ersten Schrauben SCR1 und
die zweiten Schrauben SCR2 mittels einer ersten Sicherung SF1 in ihrer Position gesichert.
Bei der ersten Sicherung handelt es sich um eine Kontermutter CN, die die als Stiftschraube
ausgebildeten ersten Schrauben SCR1 bzw. zweiten Schrauben SCR2 an dem Spiralausrichtteil
VCPT durch Konterung festlegt. Weiterhin erfolgt eine zweite Sicherung SF2 in diesem
Ausführungsbeispiel und bevorzugt mittels einer Verstiftung SP der ersten Schrauben
SCR1 bzw. zweiten Schrauben SCR2 an dem Spiralausrichtteil VCPT, so dass eine Drehung
der ersten Schrauben bzw. zweiten Schrauben aus dieser Sollposition heraus nicht mehr
möglich ist. Bei anschließenden Demontagen und Montagen kann die einmal ermittelte
Ausrichtung des Spiralgehäuses CV zu dem Getriebegehäuse CG reproduziert werden.
1. Getriebeturboverdichter (GC),
umfassend
- ein Getriebegehäuse (CG),
- mindestens eine Turbomaschine (TM1-TMi) mit einer sich entlang einer Achse (X) erstreckenden
Turbomaschinenwelle (TMS),
- wobei die mindestens eine Turbomaschine(TM1-TMi)
- ein Spiralgehäuse (CV) umfasst,
- mindestens einen drehbar um die Achse (X) ausgebildeten Impeller (IP) umfasst,
- mindestens einen Turbomaschinenwellenabschnitt (STM) der Turbomaschinenwelle (TMS)umfasst,
an dem der Impeller (IP) angebracht ist,
- eine Einströmung (IN) umfasst zum Einlass eines Prozessfluids in das Spiralgehäuse
(CV),
- eine Abströmung (EX) umfasst zum Auslass des Prozessfluids aus dem Spiralgehäuse
(CV),
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Getriebegehäuse (CG) eine im Betrieb im Wesentlichen horizontal verlaufende,
nach oben weisende erste Anlagefläche (SUP1) eines Gehäuseausrichtteils (CCPT) aufweist,
- wobei das Spiralgehäuse (CV) eine im Betrieb im Wesentlichen horizontal verlaufende,
nach unten weisende zweite Anlagefläche (SUP2) eines Spiralausrichtteils (VCPT) aufweist,
- wobei die zweite Anlagefläche (SUP2) im betriebsbereiten Zustand in Kontakt mit
der ersten Anlagefläche (SUP1) steht zum Zweck der vertikalen Ausrichtung des Spiralgehäuses
(CV) gegenüber dem Getriebegehäuse (CG),
wobei das Spiralgehäuse (CV) im Umfangsbereich der zweiten Anlagefläche (SUP2) eine
maximale radiale Breite (RMAX) aufweist,
wobei das Spiralausrichtteil (VCPT) gegenüber der maximalen radialen Breite (RMAX)
radial zurücksteht.
2. Getriebeturboverdichter (GC) nach Anspruch 1,
wobei das Getriebegehäuse (CG) ein Lagerblech (BSUP) aufweist, wobei das Lagerblech
(BSUP) als Halbzylinder ausgebildet fest an mindestens einer Wand des Getriebegehäuses
(CG) angebracht ist, derart, dass bei im Wesentlichen horizontaler Betriebsausrichtung
der Achse (X) von oben ein Lager (BEA) für die Turbomaschinenwelle (TMS) bei der Montage
eingelegt werden kann,
wobei die erste Anlagefläche (SUP1) fest verbunden mit dem Lagerblech (BSUP) oder
einstückiger Bestandteil des Lagerblechs (BSUP) ist.
3. Getriebeturboverdichter (GC) nach mindestens einem der Ansprüche 1, 2,
wobei das Spiralgehäuse (CV) in einem betriebsfertigen Zustand axial mit dem Getriebegehäuse
(CG) verschraubt ist.
4. Getriebeturboverdichter (CG) nach Anspruch 3,
wobei das Spiralgehäuse (CV) axial mit dem Lagerblech (BSUP) des Getriebegehäuses
(CG) verschraubt ist.
5. Getriebeturboverdichter (GC),
wobei das Spiralgehäuse (CV) eine Wellendichtung (SHS) trägt, die zur Turbomaschinenwelle
(TMS) dichtend ausgebildet ist.
6. Getriebeturboverdichter (GC) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche 1
bis 5,
wobei die zweite Anlagefläche (SUP2) die Stirnfläche einer ersten Schraube (VSR1)
ist, die durch Drehung in einer Schraubenaxialposition (SRP) der ersten Schraube (VSR1)
gegenüber dem restlichen Spiralausrichtteil (VCPT) verstellbar ist.
7. Getriebeturboverdichter (GC) nach mindestens Anspruch 6,
wobei die erste Schraube (VSR1) mittels einer ersten Sicherung (SF1) in einer ersten
Schraubenaxialposition (SRP) festlegbar ist.
8. Getriebeturboverdichter (GC) nach Anspruch 1,
wobei die erste Schraube (VSR1) mittels einer zweiten Sicherung (SF2) in einer Schraubenaxialposition
(SRP) festlegbar ist.
9. Getriebeturboverdichter (GC) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Spiralausrichtteil (VCPT) zusätzlich ein Horizontalausrichtteil (VCH) aufweist,
derart, dass das Spiralgehäuse (CV) gegenüber dem Getriebegehäuse (CG) mittels des
Horizontalausrichtteils (VCH) in einer Horizontalposition verschieblich und feststellbar
ist.
10. Getriebeturboverdichter (GC) nach mindestens dem vorhergehenden Anspruch 7,
wobei die erste Sicherung (SF1) eine Kontermutter (CN) an der ersten Schraube (VSR1)
zum Spiralausrichtteil (VCPT) oder eine Verstiftung (SP) der ersten Schraube (VSR1)
mit dem Spiralausrichtteil (VCPT) ist.
11. Getriebeturboverdichter (GC) nach Anspruch 10,
wobei die erste Sicherung (SF1) eine Kontermutter an der ersten Schraube(CSR1) zum
Spiralausrichtteil (VCPT) ist und die zweite Sicherung (FS2) eine Verstiftung (SP)
der ersten Schraube (SVR1) mit dem Spiralausrichtteil (VCPT) ist.
12. Getriebeturboverdichter (GC) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei mindestens eine Turbomaschine (TM1-TMi) mindestens zwei Spiralausrichtteile
(VCPT) aufweist,
die im Wesentlichen in einer in der Betriebsposition horizontalen Ebene auf unterschiedlichen
Seiten der Achse (X) angeordnet sind.
13. Getriebeturboverdichter (GC) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
zwei Spiralausrichtteile (VCPT) an dem Spiralgehäuse (CV) auf an der dem Getriebegehäuse
(CG) zugewendeten Seite angebracht sind.
14. Verfahren zur Ausrichtung eines Spiralgehäuses (CV) gegenüber einem Getriebegehäuse
(CG) für eine Getriebeturbomaschine (GC) nach mindestens einem der vorhergehenden
Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) in einem ersten Schritt mindestens eine zweite Anlagefläche (SUP2) des Spiralausrichtteil
(VCPT) des Spiralgehäuses (CV) auf die erste Anlagefläche (SUP1) des Gehäuseausrichtteils
(CCPT) des Getriebegehäuses (CG) aufgestützt wird,
b) in einem zweiten Schritt die mindestens eine zweite Anlagefläche (SUP2), die als
Stirnfläche einer ersten Schraube (VSR1) ausgebildet ist, mittels Drehung in einer
Schraubenaxialposition (SRP) der ersten Schraube (VSR1) gegenüber dem restlichen Spiralausrichtteil
(VCPT) bis zu einer Sollposition des Spiralgehäuses (CV) gegenüber dem Getriebegehäuse
(CG) verstellt wird,
c) in einem dritten Schritt die erste Schraube (VSR1) mittels einer ersten Sicherung
(SF1) in einer ersten Schraubenaxialposition (SRP) festgelegt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, wobei
d) in einem vierten Schritt die erste Schraube (VSR1) mittels einer zweiten Sicherung
(SF2) in der ersten Schraubenaxialposition (SRP) festgelegt wird.