Gebiet der Erfindung
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Erzeugung
einer Biomassezubereitung (Biomassezusammensetzung), insbesondere einer fermentierbaren
Biomassezubereitung, durch eine Kombination biologischer, mechanischer und / oder
thermischer Aktivierung von mikrobiologischen Aktivatoren, die in der Lage sind, schwer
aufschließbare biologische Edukte, insbesondere den Ligninanteil von Biomasse, aufzuschließen
und vergärbar zu machen.
Stand der Technik
[0002] Herkömmliche Biogasanlagen arbeiten mit hydrolysierenden und methanisierenden Bakterien,
die zuckerhaltige Stoffe und andere leicht zu vergärende Kohlenstoffverbindungen zu
Methan verstoffwechseln können. Allgemein gesprochen ist Biogas ein aus organischen
Substraten mittels anaerober Gär- und Fäulnisprozesse entstandenes Gasgemisch. Es
besteht hauptsächlich aus Methan (ca. 50- 80 Vol% in Abhängigkeit vom Einsatzstoff)
Kohlendioxid (19 - 49 Vol%) und Wasserdampf (1-4 Vol%) Hauptenergieträger im Biogas.
Es wird bei der Verbrennung z. B. in Energie, Sauerstoff und Kohlendioxid umgesetzt.
[0003] Biogas-Systeme des Standes der Technik haben jedoch den Nachteil, dass sie insbesondere
ligninhaltige Einsatzstoffe wie z. B. Stroh nicht oder fast nicht bzw. nur sehr langsam
vergären. Angesichts der aus wirtschaftlichen Gründen endlichen Verweilzeit der Biomassen
im Fermenter bleiben folglich bei herkömmlichen Biogasanlagen bis zu mehr als 50 %
der Biomassen unvergoren. Dies bedeutet eine erhebliche Ineffizienz und führt zu hohem
Einsatzstoffverbrauch. In Zeiten hoher Einsatzstoffpreise ist dies wirtschaftlich
sehr nachteilig und gefährdet die Rentabilität der herkömmlichen Biogasanlagen.
[0004] Es wurden auch thermophile Biogas-Reaktoren entwickelt, die bei höheren Temperaturen
vergären. Dadurch werden der Aufschluss und die Methanisierung der schlechter vergärbaren
Stoffanteile etwas besser. Doch immer noch bleiben erhebliche Anteile der Biomassen
unvergoren. Insbesondere strohige Biomassen führen zur Ausbildung von Schwimmschichten
im Endlager, auch wenn die Gesamtausbeute bereits über 50 % des Kohlenstoffeintrags
beträgt. Pflanzliche Biomasse besteht insbesondere aus Cellulose, Hemizellulose und
Lignin. Lignozellulose ist durch eine Ligninschicht geschützt und kann deshalb ohne
weitere Vorbehandlung nicht oder nur sehr langsam fermentiert werden.
[0005] In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Systeme entwickelt, um durch eine Zerkleinerung
der Einsatzstoffe eine bessere Vergärung zu erreichen. Diese Systeme haben jedoch
einen hohen Eigenenergieverbrauch, insbesondere Stromverbrauch für den mechanischen
Antrieb. Folglich ist die so erreichbare Effizienzsteigerung gering bzw. oft sogar
fraglich. Zudem gelingt es auch damit nicht in ausreichendem Maße, den Ligninanteil
aufzuschließen.
[0006] Ebenfalls wurden biologisch und biochemische Substanzen und Verfahren zur Optimierung
des Gärungs-Stoffwechsels in den Biogasanlagen entwickelt. Diese Methoden schaffen
Abhilfe bei Mangelerscheinungen im Stoffwechsel der Mikroben und können die Ausbeute
steigern. Doch ändert auch dies nicht viel an der grundsätzlich schlechten Vergärbarkeit
der holzigen und / oder ligninhaltigen Einsatzstoffanteile. Diese Problematik der
kaum möglichen Strohvergärung ist umso schwerwiegender, als bis zu 50 % und mehr der
Einsatzstoffe wie Maissilage aus strohartiger Biomasse bestehen. Mit herkömmlicher
Technik bleibt also typisch ca. 50 % der wertvollen eingesetzten Biomasse unvergoren.
Bei Einsatz von stark strohhaltiger Biomasse wie Pferdemist ist eine Vergärung oft
sehr schwierig und ineffizient.
[0007] Deshalb wurden in den letzten Jahren Aktivierungsverfahren entwickelt, die mit Dampf
arbeiten. Das Problem hierbei ist aber, dass Dampf direkt an der Biogasanlage erzeugt
werden muss, was einen hohen Aufwand bedeutet. Dabei hat sich herausgestellt, dass
auch nach Dampfaufschluss die Gesamteffzienz der Methanisierung nicht ausreichend
erhöht werden kann.
[0008] Bislang unbefriedigend gelöst ist der möglichst vollständige Aufschluss ligninhaltiger
Biomassen wie z. B. Strohanteilen, um auf diese Weise eine sehr viel vollständigere
Vergärung der eingesetzten Biomassen zu erreichen. Dabei soll das Verfahren außerdem
effizient, sicher und kostensparend sein.
[0009] Lignin besteht aus festen Biopolymeren, die in die pflanzliche Zellwand eingelagert
werden und dadurch die Verholzung der Pflanzenzelle bewirken. Lignin ist insbesondere
für die Druckfestigkeit von Pflanzenbestandteilen verantwortlich, man findet es also
im Halm oder Stiel und / oder in den Schalen.
[0010] Der natürliche biologische Abbau von Lignin erfolgt nur sehr langsam und ist biologisch
komplex. Der Ligninabbau findet dabei immer unter aeroben Bedingungen statt und ist
sehr energieintensiv. Er kann entsprechend nicht als alleinige Kohlenstoff- und Energiequelle
dienen. Der natürliche Abbau von Lignin kann also nicht für Biomasse-Energieanlagen
genutzt werden.
[0011] Der technische Ligninabbau spielt vor allem bei der Zellstoffherstellung eine wichtige
Rolle. Zur Produktion von Zellstoff muss das Lignin aus der Lignocellulose gelöst
und aus dem Prozess entfernt werden. Dabei existieren unterschiedliche Verfahren für
den Celluloseaufschluss sowie für die nachfolgende Zellstoffbleiche. In etwa 80 %
aller Zellstoffanlagen erfolgt der Aufschluss über das so genannte Sulfatverfahren,
auch bekannt als Kraft-Prozess. Eine Alternative stellt der Celluloseaufschluss im
Sulfitverfahren dar, bei dem der Ligninabbau durch eine Sulfinierung erfolgt.
[0012] Die
DE 10 2005 030 895 A1 beschreibt eine Vorrichtung zum Aufschluss von in Dispersion gehaltenem biologischem
Material mit einem Gefäß zur Durchleitung des Materials, in dem eine Gruppe von diskreten
Schallerzeugern eingebracht ist. Insbesondere mit Ultraschall. Die Vorrichtung soll
zur Zerkleinerung der Stücke dienen. Der thermische Energieeintrag durch die Ultraschallerzeuger
reicht dabei aus, um die nachgeschaltete Fermentation bei der geeigneten Temperatur
erfolgen zu lassen. Die Vorrichtung wird im Zusammenhang mit einem Fermenter und einer
Biogasnutzung im Blockheizkraftwerk (BHKW) beschrieben. Die Beschreibung nennt eine
Einbringung der vorbereiteten Masse von unten unter hohem Druck eingespritzt, wegen
gewollter intensiver Vermischung im Fermenter.
[0013] Die
DE 10 2011 113 646 B3 beschreibt einen Aufschlussbehälter zur Ballenaufnahme und Zuführung eines vorgeheizten
Säure/Wassergemisches über Injektionseinrichtungen sowie Siebelemente im Bodenbereich
zur Abtrennung des flüssigen Hydrolysats von der festen Biomasse. Die Aktivierung
findet vorzugsweise bei 140-160 °C statt. Verwendet werden mineralische oder organische
Säuren. Gelöst werden 50 % des Lignins. Hemicellulose wird zu mehr als 75 in Monosacharide
umgewandelt.
[0014] Die
DE 31 38 309 A1 beschreibt ein Verfahren zum Aufschluss von Holz und anderen ligninhaltigen Substanzen,
wobei die im Darmtrakt lebenden Tierchen verwendet werden, wie sie vor allem bei Termiten
in Symbiose gefunden werden. Ferner wird genannt, dass die Urtierchen und Bakterien
nach ihrer Separierung und Vermehrung tiefgefroren oder gefriergetrocknet werden.
[0015] Die
DE 10 2011 118 067 A1 beschreibt einen Aktivierungsprozess, wobei Essigsäurebildner zugegeben werden. Der
Aktivator setzt Bildung von Essigsäure in Gang, fördert sie und hält die Essigsäurebildung
aufrecht. Unter dem Begriff Essigsäure sind auch Acetate zu verstehen, die Salze der
Essigsäure. Denn in biochemischen Prozessen liegt größtenteils das Anion CH
3COO
- vor. Es bildet sich der sogenannte Essigsäure Acetat Puffer. Es wird mit lebenden
Essigsäurebakterien gearbeitet und eine Suspension hergestellt aus Zucker Alkohol
und Wasser, die typisch mit 1 Liter pro Kubikmeter Biomasse zugegeben wird. Alternativ
wird lebende Hefe zugegeben. Die Umsetzung erfolgt bei einem pH Wert von unter 4.
Die Vorrichtung nutzt spiralförmige Rührwerke.
[0016] Die
DE 198 58 187 C2 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Reduzierung der organischen Anteile
eines ausfaulbaren Substrats. Dabei wird eine erste anaerobe Faulstufe mit einer thermischen
Desintegration kombiniert sowie mit einer nachfolgenden zweiten anaeroben Faulstufe.
Trotz des Aufwandes der thermischen Desintegration gelingt jedoch nur der Aufschluss
der Hemicellulosen, die Ligninanteile bleiben jedoch unaufgeschlossen. Die Ausbeute
an Energie steigt dadurch nur um ca. 10 %.
[0017] Alle diese bekannten Verfahren geben zwar an, auch Lignin aufschließen zu können,
schaffen dies aber nur in einem sehr geringen und wirtschaftlich nicht gewinnbringenden
Umfang. Dies macht einen Ligninabbau in Fermentierungsanlagen bisher technisch und
wirtschaftlich ineffizient. Folglich bleiben die ligninhaltigen Pflanzenteile unverwertet
und landen bislang im Gärrest (in Biogasanlagen bis zu 50 % der Biomasse).
Aufgabe der Erfindung
[0018] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Erzeugung einer Biomassezubereitung bereitzustellen, wobei auch Biomassen mit
sehr hohem Ligninanteil wie z. B. Getreidestroh, Pferdemist, Grünschnitt von Gehölzen,
Gärreste und oder Chinaschilf bzw. C4-Gräser als Einsatzstoffe (Edukte) verwendet
werden können und dabei der im Edukt enthaltene organische Kohlenstoff möglichst vollständig
in energiereiche Kohlenwasserstoffe (z. B. Methan) umwandelt wird.
Erfindungsgemäße Lösung
[0019] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird weiter gelöst durch ein Verfahren zur
Erzeugung einer Biomassezubereitung wie in Anspruch 1 beschrieben.
[0020] Das Verfahren kann in Ausführungsformen weiterhin umfassen:
das Bereitstellen einer Einrichtung zur Druckerhöhung oder Volumenförderung.
[0021] Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst dabei den optionalen Schritt des Unterwerfens
der Kombination aus Edukt und dem Mittel zum Aufschließen des Edukts auf einen Druck
P > P
A mittels einer Druckerhöhungsvorrichtung, z. B. Pumpe oder Kompressor, z. B. vor oder
nach der thermischen Vorrichtung
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglich vorteilhafterweise die besonders effiziente
Erzeugung von fermentierbaren Biomassezusammensetzungen, insbesondere den Aufschluß
von ligninhaltigen Edukten, wenn auch nicht darauf beschränkt und insbeosnder die
Erzeugung von sogenanntem Biogas..
[0023] Das erfindungsgemäße Verfahren basiert auf der vorwiegend thermisch aktivierbaren
Wirkung eines im wesentlichen mikrobiologischen Aktivators, der das Edukt aufschließt
(im folgenden auch Mittel zum Aufschließen des Edukts genannt) die zudem durch Anwendung
erhöhter Drücke verstärkt werden kann. Dieser Aktivator unterscheidet sich ganz wesentlich
von allen bisher eingesetzten Mitteln.
[0024] Der erfindungsgemäße mikrobiologische Aktivator enthält große Mengen von ca. 100
Mrd. Teilchen pro Milliliter an thermophilen druckliebenden Mikroorganismen. Besonders
bevorzugte Aktivierungsbedingungen sind Temperaturen zwischen 70 bis 80°C und Drücke
zwischen 2 bar und 6 bar.
[0025] Der Aktivator wird optional bereits im Vormischer den festen Einsatzstoffen zugegeben.
Alternativ ist der Aktivator bereits vorab Bestandteil eines der Einsatzstoffe, die
im Einsatzstoffmischer gemischt werden. Der Aktivator wird z. B. dem festen Einsatzstoff
wie z. B. Stroh zugegeben, z. B. durch Besprühen aus einer Düsenvorrichtung. Dabei
kommt der Aktivator in Kontakt mit der Oberfläche der Einsatzstoffpartikel.
[0026] Eine weitere Alternative ist es, den Aktivator direkt in die Rohrleitung in den gemischten
Einsatzstoff einzufördern.
[0027] Es werden bevorzugt zwei unterschiedliche Gruppen von Mikroorganismen alleine oder
bevorzugt in Kombination verwendet:
- Anaerobe oder aerobe Mikroben, die Biomoleküle (z. B. Proteine, Zucker, Fette, Zellulose,
Nukleinsäuren) aufbrechen und abbauen, die also z. B. die langkettigen Zellulosen
verdauen und in kürzerkettige Moleküle umwandeln können.
- Thermophile Mikroben, die oberhalb einer Aktivierungstemperatur Ablösemittel erzeugen,
die z. B. die Ligninschichten von den Biomassepartikeln ablösen.
[0028] In besonders bevorzugten Aktivierungsmitteln werden mehr als drei unterschiedliche
Arten von Mikroorganismen bevorzugt in Kombination verwendet.
- Anaerobe Mikroben, die Biomoleküle aufbrechen und abbauen, die also z. B. die langkettigen
Zellulosen verdauen und in kürzerkettige Moleküle umwandeln können.
- Aerobe Mikroben, die mit Hilfe von Sauerstoff und oder oxidationsmitteln Stoffwechsel
treiben.
- Thermophile Mikroben, die oberhalb einer Aktivierungstemperatur Ablösemittel erzeugen,
die z. B. die Ligninschichten von den Biomassepartikeln ablösen.
[0029] Eine Ausführungsform des Aktivierungsmittels kombiniert die vorstehend aufgeführten
Mischungen von Mikroben mit Spurenelementen.
[0030] Eine besondere Ausführungsform des Aktivierungsmittels kombiniert die vorstehend
erwähnten Mischungen von Mikroben mit Gelbildnern.
[0031] Eine weitere besondere Ausführungsform des Aktivierungsmittels kombiniert die vorstehend
erwähnten Mischungen von Mikroben mit Hilfsmitteln für verstärkte exotherme Reaktionen,
die anschließend zur Erwärmung der Einsatzstoffmischung beitragen.
[0032] Das Verfahren wird bevorzugt bei einem TS Wert zwischen 15 und 40 durchgeführt, bevorzugt
15 bis 35 und ganz besonders bevorzugt bei 22 bis 30, da nur bei diesen Werten eine
gute Wärmeübertragung auf eine Stroh-Flüssigkeit Mischung ermöglich ist, so dass die
Aktivierung auch erfolgt und das gesamte Verfahren in überschaubaren Zeiträumen durchgeführt
werden kann. Der TS Wert ist abhängig vom gewählten Einsatzstoff und variiert deshalb
in dem oben angegebenen Bereich. Die beste Wärmeübertragung mit Stroh wird dabei im
besonders bevorzugten Wertebereich erhalten, was aber nicht heißt, dass in den anderen
bevorzugten Temperaturbereiche das erfindungsgemäße Verfahren nicht ebenfalls mit
besonders guten Ergebnissen an erhaltener Biogasmenge durchgeführt werden kann, was
jedoch von der Ligninquelle bzw. dem Einsatzstoff abhängt.
[0033] Als TS Wert (in Prozent) wird die Menge Trockensubstanz je kg Edukt bzw. Einsatzstoff
bezeichnet. OTS Wert bedeutet Menge an organischer Trockensubstanz und wird vorliegend
synonym zu TS Wert verwendet. Ein nasses Edukt hat einen niedrigen TS-Gehalt, eine
trockenes Edukt enthält viel Trockensubstanz. Ein Edukt wird dann als nass bezeichnet,
wenn der TS-Gehalt kleiner als 300 g/kg Frischmasse ist, was einem TS Wert von 30
entspricht. Nur der Vollständigkeit halber werden als trockene Edukte Edukte mit mehr
als 500 g Trockensubstanz je kg Frischmasse (TS mehr als 50) bezeichnet.
[0034] Der TS Wert wird bestimmt, indem die Trockensubstanz durch Wiegen der Frischmasse
und anschließender Trocknung bestimmt wird. Danach wird die getrocknete Probe erneut
gewogen. Der Unterschied zwischen den beiden Messungen ist der Wasseranteil, der während
des Trocknungsprozesses verdampft ist. Die Menge an Trockensubstanz wird in g/kg Frischmasse
wiedergegeben. Häufig wird die Trockensubstanz auch in Prozent angegeben. Ein TS-Gehalt
von 330 g/kg Frischmasse ist identisch mit 33% TS, bzw. dimensionslos als TS = 33.
[0035] Die thermische Aktivierung erfolgt durch überschreiten einer Aktivierungstemperatur
Ta für mindestens den Aktivierungszeitraum Za. Dabei ist die tatsächlich erreichte
Temperatur Tt ausschlagegebend dafür wie lange die Aktivierungszeit Za mindestens
sein muss, um die schwer aufschließbaren Einsatzstoffanteile aufzuschließen. Biologisch
bedingt ist aktuell die niedrigste Temperatur Ta = 63 °C, dann aber benötigt man noch
Stunden Aktivierungszeit. Technisch notwendig sind also tatsächliche Temperaturen
von Tt = 70 °C bis 75 °C, um bei angemessen kurzer Zeit die Aktivierung zu erreichen.
Überraschenderweise wirde gefunden, dass die Aktivierungstemperatur nicht scharf begrenzt,
sondern gleitend ist. Es herrscht eine Beziehung, wonach die doppelte Übertemperatur
Tt-Ta mindestens zur Halbierung der Aktivierungszeit Za führt. Technisch wird man
auch die tatsächliche Zeit Zt der Überschreitung von Ta länger machen als Za. Nebeneffekt
der thermischen Aktivierung ist meist auch eine Hygienisierung des Einsatzstoffes.
[0036] Das festes Edukt, z. B. Stroh, wird vorteilhafterweise vor der fest-flüssig Mischung
mechanisch zerkleinert. Die mechanische Zerkleinerung des Einsatzstoffes und die nachfolgende
Mischung mit dem zugegebenen Aktivierungsmittel wird erfindungsgemäß durchgeführt.
Optional wird ein Arbeitsdruck von mehr als 1 bar erzeugt, bevorzugt mehr als 2 bar
oder mehr als 3 bar, um die Gasbildung zu unterdrücken und die Gaslöslichkeit zu erhöhen.
Die Druckerhöhung ist nicht zwingend nötig, bei Atmosphärendruck entstehen und entweichen
aber oftmals CO
2 und NH
3. Kennzeichen der Erfindung ist also im Besonderen die druckfest ausgeführte geschlossene
Anlage im Bereich der Erwärmung. Der Feststoffeintrag ist natürlich offen. Hier wird
wie technisch üblich z. B. Stroh über einen Trichter in einen Feststoffeintragsapparat
eingeschüttet. Der Feststoffeintrag ist aber Flüssigkeitsdicht und Druckdicht abgedichtet
gegen den Erwärmungsbereich oder die Erwärmungsbereiche. Die Druckentspannung erfolgt
erst nach der thermischen Aktivierung, insbesondere nach Druckabbau durch Reibungsverluste
im Rohr beim Verlassen des Rohrendes im Fermenter.
[0037] Das erfindungsgemäße Verfahren wird in einer weiteren Ausführungsform wie folgt durchgeführt:
Die Zubereitung beginnt mit der Bereitstellung einer Mischung aus ligninhaltiger vorwiegend
organischer Trockensubstanz - Biomasse. Diese wird bevorzugt auf ca. 20 °C bis 30
°C temperiert und optional bereits zuvor mit der Aktivierungssubstanz in Kontakt gebracht,
z. B. durch Berieseln etc.
[0038] Die gemischte Trockensubstanz wird in einer Feststoffzuführung komprimiert und mit
einem zugeführten Fluidstrom vermischt. Dies gelingt z. B. mit dem EnergyJet der Fa.
Vogelsang oder mit anderen, dem Fachmann an sich bekannten Mischern.
[0039] Der zugeführte Fluidstrom wird auf ca. 80 °C vortemperiert. Dies erfolgt durch stufenweises
aufheizen bevorzugt mit Wärmerückgewinnung und in Umlaufsystemen.
[0040] In weiteren Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens in der Vorrichtung
mit Zirkulation kann das Verfahren getaktet durchgeführt werden (siehe Figur 5).
[0041] In Takt A wird flüssiger Einsatzstoff in den Kreislauf gefördert, wobei das Zirkulationsventil
(41) geschlossen ist und das Einlaufventil (43) und das Dosierventil (42) offen sind.
Zudem sind die Druckerhöhungspumpe und die Zirkulationspumpe gleichzeitig aktiv. Die
vorgeheizte Einsatzstoff strömt zum Einsatzstoffmischer (9), um dort mit dem festen
Einsatzstoff vermengt zu werden. Der gleiche hydrostatische Schub fördert Takt für
Takt den angemischten Einsatzstoff durch den thermisch aktivierend wirkenden Wärmetauscher
(23) und weiter durch den Rekuperator (21) bis zum Fermenter. Dabei können optional
weitere Förderanlagen eingebaut werden, wenn der Druckabfall dies erfordert.
[0042] In Takt B ist das Einlaufventil (43) geschlossen, das Zirkulationsventil (41) ist
geöffnet und das Dosierventil (42) ist geschlossen. Folglich steht die gesamte Zirkulationsleitung
unter einem Arbeitsdruck und der flüssige Einsatzstoff wird durch die Zirkulationspumpe
im Umlauf gefördert, bis eine gewünschte Vorheiztemperatur erreicht ist. Dann erfolgt
wieder Takt A.
[0043] Das im Einsatzstoffmischer erzeugte Gemisch hat bereits teilweise die Mischtemperatur
über 70 °C erreicht. Es wird weiter erhitzt auf Temperaturen bis zu 80 °C, um möglichst
in allen Volumenelementen der Biomassezubereitung die Aktivierungstemperatur möglichst
lange zu überschreiten. Dies kann z. B. mittels des von Motorkühlwasser beheizten
Nacherhitzerwärmetauscher erfolgen, wie vorstehend beschrieben.
[0044] Optional kann anschließend eine Abkühlung der Biomasse Zubereitung erfolgen. Um eine
Überhitzung der Fermenter zu vermeiden, erfolgt üblicherweise eine Abkühlung, z. B.
in einem Rekuperator.
[0045] Die so aus ligninhaltiger Biomasse erzeugte Biomasse-Zusammensetzung kann anschließend
in Bioraffinerien und Biogasanlagen als sehr hochwertiger Einsatzstoff verwendet werden.
[0046] Die mikrobiologische Aktivierung findet Im Nacherhitzerwärmetauscher und danach statt.
Die erfindungsgemäße Aktivierung führt zunächst zur mikrobiologischen Ablösung von
Lignin und anschließend zum mikrobiologischen Aufschluss von Lignin. Die Aufschlussreaktion
läuft dabei auch bei wieder fallender Temperatur und auch bei wieder fallendem Druck
weiter ab, bis in die Verweilzeit im nachfolgenden Fermenter. Die Aktivierung muss
also nur über eine Mindestdauer von bevorzugt einigen Sekunden erfolgt sein, damit
der mikrobiologische Aufschluss des Lignins nachfolgend ablaufen kann. Infolge des
Aufschlusses des Lignins wird eine entsprechende Mehrmenge an nutzbaren Bioenergiestoffen,
z. B. Biomethan erzeugt.
[0047] Weiterhin wird durch die erfindungsmäßige Zerkleinerung und Aktivierung der Einsatzstoffe
der elektrische Energieaufwand für Rührwerke, Separatoren und andere Hilfsgeräte deutlich
reduziert. Insgesamt betrachtet kann also unter günstigen Bedingungen der Aufschluss
des Lignins mit sehr wenig zusätzlicher elektrischer Energie erfolgen. Dies ist wirtschaftlich
und ökologisch von großem Vorteil.
[0048] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird weiter gelöst durch eine Vorrichtung
zur Verwendung bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Erzeugung
einer Biomassezubereitung wie in Anspruch 13 beschrieben.
[0049] Die Vorrichtung kann weiterhin umfassen:
- eine Einrichtung zur Druckerhöhung oder Volumenförderung.
[0050] Die Einrichtung zur Druckerhöhung und / oder Volumenförderung kann beispielsweise
eine Pumpe und / oder einen Kompressor umfassen.
[0051] In einer weiteren Ausführungsform umfasst eine Vorrichtung zur Erzeugung einer Biomassezubereitung:
- a) eine Vorrichtung zum Einbringen von schwer aufschließbaren biologischen Edukt/en
insbesondere mit hohem Ligninanteil,
- b) eine Vorrichtung zur Zugabe und Untermischung eines Mittels (Aktivators / Aktivierungsmittels)
zum Aufschließen des/der Edukte, wobei das Aktivierungsmittel bei Überschreiten einer
Temperatur TA aktivierbar ist, mit TA > 55 °C, optional mit der zusätzlichen Bedingung Druck P>PA mit PA > 1,3 bar,
- c) eine Vorrichtung zur Aktivierung einer Kombination / Mischung aus Edukt/en und
Aktivator durch Temperaturerhöhung auf T>TA bei Druck P>PA,
- d) eine Vorrichtung zur Druckerhöhung- und Volumenförderung, insbesondere eine Pumpe
oder ein Kompressor, bevorzugt in Flussrichtung vor der Vorrichtung zur Aktivierung
angeordnet.
[0052] Die erfindungsgemäße Vorrichtung verarbeitet schwer aufschließbare, insbesondere
ligninhaltige, Einsatzstoffe und ermöglicht die Erzeugung einer hochwertigen Biomassezubereitung,
in der auch das Lignin zu einem großen Teil aufgeschlossen ist. Sie ist bestens geeignet
für den Einsatz in Bio-Raffinerien oder Biogasanlagen.
[0053] Das Aktivator umfasst eine Mischung von mikrobiologischen Komponenten, bevorzugt
eingebracht in einer Flüssigkeit und optional ergänzt durch Nährstoffe und Vitalstoffe.
[0054] Der erfindungsgemäße mikrobiologischen Aktivator / das Aktivierungsmittel enthält
große Mengen (mehr als 10
8 Teilchen / Mikroben pro Milliliter, bevorzugt 10
10 bis 10
12 pro Milliliter) an thermophilen druckliebenden Mikroorganismen. Besonders bevorzugte
Aktivierungsbedingungen sind Temperaturen zwischen 65 und 85 °C und Drücke zwischen
2 bar und 6 bar. Der Aktivator besteht aus einer Mischung von mikrobiologischen Komponenten,
bevorzugt eingebracht in einer Flüssigkeit.
[0055] Der Aktivator ist beispielsweise eine Suspension, die mehr als 1 Mio. Teilchen je
Milliliter enthält, bevorzugt mehr als 1 Mrd. Teilchen je Milliliter. Sie enthält
bevorzugt sowohl aerobe, als auch anaerobe als auch thermophile Mikroorganismen. Ein
Anteil dieser Mikroorganismen ist Lösemittelbildner, d. h. die Organismen erzeugen
lokal auf der Oberfläche der Einsatzstoffpartikel Lösemittel, die die vorher schwer
aufschließbaren Schichten angreifen und die Ligninschicht ablösen. Die Anwesenheit
des Lösemittelbildners ist zwingend erforderlich. Bevorzugt ist der Lösemittelbildner
der thermisch aktivierbare mikrobiologische Bestandteil. Zu unterscheiden ist die
aktivierbare Lösemittelbildung von einer hier nicht stattfindenden direkten Zugabe
von Lösemitteln. Die aktivierbare Bildung der Lösemittel erfolgt erfindungsgemäß mikrobiologisch,
also durch Urtierchen (Archaea), Bakterien und / oder Pilze. Zu unterscheiden ist
auch zwischen dem nach Aktivierung an den Grenzflächen der Biomasse gebildeten Lösemittel
und den bei anderen Technologien verwendeten Lösungsmitteln. Die nach Aktivierung
mikrobiologisch produzierten Lösemittel führen z. B. zunächst nur zur Ablösung der
Ligninschicht, jedoch noch nicht zur Auflösung des Lignins. Erst nach der Ablösung
werden die Ligninschicht-Fragmente durch Mikroben in kurzkettige Kohlenstoffverbindungen
aufgelöst bzw. aufgeschlossen.
[0056] Das Edukt kann in fester, breiförmiger oder flüssiger Form eingesetzt werden, sodass
nahezu alle möglichen Biomassen, wie z. B. Stroh, Pflanzenstengel, Holzspäne, tierische
Exkremente, Schlachtabfälle etc. aufgeschlossen werden können.
[0057] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann eine Vorrichtung zum In-Kontakt-Bringen des/der
Edukt(e) mit dem Aktivator beispielswiese eine Mischkammer umfassen, jedoch ist in
einer weiteren Ausführungsform vorgesehen, dass das Edukt bereits vor der Einbringung
in die eigentliche erfindungsgemäße Vorrichtung mit dem Aktivator in Kontakt gebracht
wird, z. B. mittels Besprühen des Edukts mit einem flüssigen Aktivator.
[0058] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur thermischen Aktivierung umfasst eine Vorrichtung
zur Temperierung der Edukte bzw. der Biomassezubereitung auf eine Temperatur oberhalb
der Aktivierungstemperatur T>T
A. Bevorzugt werden dazu Wärmetauscher verwendet, die z. B. durch Motorabwärme eines
nahe stehenden Blockheizkraftwerks beheizt werden. Die Aufheizung der mit Aktivator
vermischten Edukte bewirkt den Start der Aktivierung. Bevorzugt wird die Aktivierung
durch die Anwendung eines erhöhten Druckniveaus unterstützt, wobei der Druck höher
ist als der Aktivierungsdruck P>P
A. Die Temperaturerhöhung kann in besonderen Ausführungen auch durch interne chemische
Wärmequellen hervorgerufen werden, z. B. durch ablaufende exotherme Reaktionen oder
durch elektrische Heizung oder durch Einstrahlung von elektromagnetischen Wellen oder
Schall. Weitere Alternativen sind weiter unten anhand der Figuren näher erläutert.
[0059] Weitere Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung umfassen weiterhin eine
Mischvorrichtung für Edukte, die so ausgestaltet ist, dass verschiedene Einsatzstoffe
mit verschiedenen Aggregatzuständen, fest, breiförmig oder flüssig, vorgemischt werden
können, wie z. B. eine reine Feststoff-Vormischeinrichtung oder ein Fest-Flüssig-Einsatzstoffmischer.
[0060] Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist in einigen Ausführungsformen eine Vorrichtung
zur Wärmerückgewinnung auf, sodass die erfindungsgemäße Vorrichtung besonders energieeffizient
betrieben werden kann. Dabei wird bevorzugt thermische Energie aus dem aufgeschlossenen
Produkt auf mindestens einen der Einsatzstoffe übertragen, um dessen Temperatur zu
erhöhen.
[0061] Die verschiedenen Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung lassen sich
als eine Kombination aus einer biologischen, mechanisch und / oder thermischen wirkenden
Vorrichtung beschreiben:
- Eine biologische wirkende Vorrichtung zur Zudosierung von mikrobiologischen Aktivierungssubstanzen
(des Aktivators), die ab einer bestimmten Mindesttemperatur ligninhaltige Schichten
angreifen können,
- eine mechanisch wirkende Vorrichtung für die Zuführung von schwer aufschließbaren
Einsatzstoffen (Edukten) und Vermischung mit dem Aktivator, wobei ein bestimmtes Druckniveau
erreicht wird,
- sowie eine thermisch wirkende Vorrichtung zur Einstellung einer Temperatur oberhalb
der Aktivierungstemperatur, wodurch die Aktivierung des Aktivators erreicht und der
mikrobiologische Aufschluss des Lignins gestartet wird.
[0062] In einer weiteren Ausführungsform kann die erfindungsgemäße Vorrichtung folgende
Komponenten umfassen:
- eine Vorrichtung zur Zubereitung einer Biomassemischung, z. B. fest-flüssig Eintragssystem,
Vorfermenter, Hydrolysestufe oder Desintegrationsstufe, wobei am Ausgang ein Massestrom
von ligninhaltiger Biomasse zur Verfügung gestellt wird,
- eine Vorrichtung zur dosierten Zufuhr eines Aktivierungsmittels, das erst durch Erreichen
bzw. Vorliegend eines aktivierenden Bereichs in Druck, Temperatur und Nährstoffkonzentration
sowie Zeit aktiviert wird.
- eine Vorrichtung zur Einstellung eines Druckes z. B. 4 bar und zur Förderung, z. B.
Pumpe oder Kompressor,
- eine Vorrichtung zur Einstellung einer Medientemperatur, z. B. Wärmetauscher oder
Heizung oder interne biochemische Wärmefreisetzung.
[0063] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann in einer Weiterbildung zwei Erhitzersysteme
umfassen, nämlich einen Vorerhitzer und einen Nacherhitzer. Dabei erwärmt der Vorerhitzer
flüssigen Einsatzstoff auf eine Vormischtemperatur T
V. Der vorerhitzte flüssige Einsatzstoff wird gemischt mit einer festen Einsatzstoffzubereitung,
die bevorzugt kleinstückig ist, z. B. gehäckseltes oder gemahlenes Stroh. Die entstehende
Mischtemperatur ist T
M. Der gemischte Einsatzstoff wird vor oder nach der Mischung mit Aktivierungsmittel
versetzt und anschließend durch einen Nacherhitzer auf T>T
A erwärmt. Dadurch kommt es zur Aktivierung des Aktivators und folglich zur mikrobiologischen
Ablösung des Lignins und im weiteren zum mikrobiologischen Aufschluss des Lignins.
[0064] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann in einer Weiterbildung zwei Pumpensysteme,
die der Druckerhöhung und Volumenförderung dienen, umfassen, nämlich ein erstes System
zum Aufbau eines Arbeitsdruckes und ein zweites Pumpensystem zur Erzeugung einer Zirkulationsströmung.
Die Zirkulationsströmung wird bevorzugt benutzt, um den Vorerhitzer mit flüssigem
Einsatzstoff zu durchströmen.
[0065] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann in einer Weiterbildung drei Wärmetauschersysteme,
mindestens zwei Pumpen, einem Separator zur Bereitstellung von Separatorfluid sowie
einem Eintragssystem für feste Biomasse unter Zumischung von fluider oder flüssiger
Biomasse umfassen.
[0066] Die drei Wärmetauschersysteme sind vorzugsweise so ausgelegt, dass sie je bis zu
50 Kilowatt Wärmeleistung übertragen können, bezogen auf eine Feuerungswärmeleistung
von 500 Kilowatt. Der erste Wärmetauscher fungiert als Vorerhitzer, der die vom Rekuperator
auf ca. 50 °C vorgewärmte Separatorfluid auf bis zu 80 °C im Zirkulationsbetrieb erhitzt.
Das Fluid durchströmt eine Zirkulationspumpe auf hohem Druckniveau von ca. 4 bis 10
bar. Der zweite Wärmetauscher fungiert als Nacherhitzer, der Mischung aus Biomasse
/ Aktivator nochmals auf Temperaturen von mehr als 75 °C, bevorzugt 80 °C erhitzt,
um den Ligninaufschluss zu starten. Der dritte Wärmetauscher fungiert als Rekuperator
zur Rückgewinnung von Wärme und überträgt z. B. im Gegenstrom die Wärme von der erfindungsgemäß
aufgeschlossenen Biomassezubereitung auf das bereit gestellte Separatorfluid, den
flüssigen Einsatzstoffanteil. Das ist wichtig, um den Wärmeeintrag in den Fermenter
zu begrenzen. Die Wärmetauscher sind bevorzugt als Rohrmantelwärmetauscher ausgestaltet.
Im durchgehenden Innenrohr fließt jeweils das höher viskose Fluid. Das Außenrohr ist
bevorzugt gewendelt und hat zwei Flansche für Zu- und Ablauf. Der gesamte Wärmeaufwand
liegt bei etwa 6 % bis 20 % der Feuerungswärmeleistung. Die Wärme kann z. B. über
das Motorkühlwasser eines BHKW regenerativ bereit gestellt werden.
[0067] Die Druckerzeugung und Förderung von Einsatzstoffen mit hohem Trockensubstanzgehalt
ist technologisch schwierig, insbesondere bei hoher Temperatur über 60 °C. Folglich
arbeitet eine besonders bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
mit einer Druckerzeugungspumpe, die kühlen fluiden Einsatzstoff mit T<50 °C komprimiert
auf einen Vordruck Pv von z. B. 4 bar bis 6 bar. Dann erst erfolgt die Erwärmung des
fluiden Einsatzstoffes. Durch den erhöhten Arbeitsdruck wird die Gasfreisetzung unterbunden.
Der Arbeitsdruck wird im Weiteren als vorwiegende Antriebskraft benutzt, um die Masse
durch Rohre, Mischer, Ventile und Wärmetauscher etc. zu bewegen.
[0068] Die Vorwärmung des Einsatzstoff-Fluids wird ergänzt durch einen weiteren Wärmetauscher,
der die Möglichkeit hat, auch ohne Einmischungsförderung von Fluid in den Einsatzstoffmischer
das Fluid zur Wärmeaufnahme zu bringen. Besonders bevorzugt ist ein Umwälz-Heizkreislauf,
angetrieben von einer zusätzlichen Umwälzpumpe, der sich auf Kreislaufdruck Pk befindet.
Die Pumpe fördert von Druck Pkr auf Pkv. Der Druckabfall im Heizkreislauf erfolgt
über Rohre, Verteiler, Ventile Wärmetauscher etc.
[0069] Der Zugang zum Fluideintrag in den Einsatzstoffmischer ist durch mindestens ein Ventil
Ve abgeschlossen, das in seiner Öffnung variiert werden kann. Der Umwälzkreislauf
hat ebenfalls ein Ventil Vk, das den Kreislauf frei gibt oder absperrt. Die erste
Position ist die Befüllung des Kreislaufs mit geschlossenem Kreislauf-Ventil Vk und
geöffnetem Eintragsventil Ve. Die zweite Position ist die Umwälzposition mit geöffnetem
Kreislauf-Ventil Vk und geschlossenem Eintragsventil Ve. Mischpositionen dazwischen
sind möglich und manchmal vorteilhaft.
[0070] Eine Weiterbildung der Erfindung umfasst weiter einen Einsatzstoffmischer für feste
Eintragsstoffe, optional versehen mit Aktivator, und fluide Eintragsstoffe, bevorzugt
vorgeheizt. Der Einsatzstoffmischer umfasst eine Verdichtungsstrecke mit Motorantrieb,
die einen flüssigkeitsdichten Stopfen aus Einsatzstoff bildet und laufend nachbildet,
in dem Maße wie im Einsatzstoffmischer fester Einsatzstoff zugemischt wird. Der kontinuierlich
gebildete und verbrauchte Stopfen bewirkt eine druckfeste Abdichtung gegen den unter
Druck zugeführten flüssigen Einsatzstoff und gegen den Aktivierungsbereiche, in dem
der gemischte Einsatzstoff thermisch aktiviert wird.
[0071] In einer speziellen Weiterbildung wird die Dichtheit des Stopfens durch eine neuartige
Regeltechnik sichergestellt. Die bisher übliche Regeltechnik regelt die Drehzahl der
Druckerzeugungspumpe. Überraschend wurde festgestellt, dass dies nicht die gewünschte
Sicherheit gegen Durchschlag der Flüssigkeit gegen die Förderrichtung liefert. Erfindungsgemäß
wird nun ein Regelventil im Einsatzstofffluidzulauf geregelt und optional zur Sicherheit
eine Absperrschieber in Serie geschaltet, womit der Durchfluss schnell reduziert wird,
falls die Dichtheit am Einsatzstoffmischer nicht mehr vorhanden ist. Der Einsatzstoffmischer
erzeugt selbsttätig durch seine Aktion einen fortlaufend verbrauchten Einsatzstoffstopfen,
der abdichtende Eigenschaften besitzt. Diese Abdichtungseigenschaften sind umso besser,
je besser sich die Masse kompaktieren lässt, so dass keine Fluidkanäle verbleiben.
[0072] In einer Weiterbildung umfasst die erfindungsgemäße Vorrichtung eine Zuführung von
gelbildenden Mitteln zum trockenen Einsatzstoff. Denn in einer Testsituation mit schlecht
abdichtenden Einsatzstoffen wurde überraschend festgestellt, dass eine Zugabe von
gelbildenden Mitteln in den Vormischer in die Mischung der festen Einsatzstoffe oder
aber in den Einsatzstoffmischer selbst zur Wirkung hat, dass sich besonders druckdichte
Stopfen bilden. Diese Ausführungsform umfasst also einen Einsatzstoffmischer mit Zuführungsvorrichtung
für Gelbildner. Geeignete Gelbildner sind z. B. Chitin- oder Chitosan-Zubereitungen
oder Öle oder geleeartige Zubereitungen, insbesondere solche, die bei erhöhten Temperaturen
flüssig werden und bei Temperaturen unter 60 °C geleeartig sind. Die zugegebenen Mengen
führen dazu, dass die Fluidkanäle im Stopfen verschlossen werden. Der Stopfen indes
wird in Betrieb stets verbraucht und das Material wird zugemischt. Man muss also ständig
neue Gelbildner zumischen.
Figuren und Ausführungsbeispiele
[0073] Der Erfindung ist nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen und Figuren näher
erläutert ohne dass dies als auf eine bestimmte Ausführungsform als beschränkend verstanden
werden soll.
[0074] Es zeigen:
- Figur 1:
- ein Schema der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Figur 2:
- eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem Einsatzstoffmischer
für feste Einsatzstoffe,
- Figur 3:
- eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einem Einsatzstoffmischer
für feste und flüssige Einsatzstoffe,
- Figur 4:
- eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einer Vorrichtung zur Wärmerückgewinnung,
und
- Figur 5:
- eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung in schematischer Ansicht.
- Figur 6:
- einen Vergleich der Menge an erhaltenem Biogas beim erfindungsgemäßen Verfahren und
beim Verfahren des Standes der Technik.
[0075] In Figur 1 werden verschiedene Einsatzstoffe (50, 51... 55), die in einer Vorbereitungsvorrichtung
61-62 einsatzfähig gemacht. Diese Vorbereitungsvorrichtung 61-62 können beispielsweise
Fest-Flüssig Einsatzstoffmischern wie EnergyJet, flüssig-flüssig-Einsatzstoffmischer,
Vorfermenter, Hydrolysestufen oder thermische Desintegratoren oder Separationsvorrichtungen
sein. Allgemein wird so der erfindungsgemäßen Vorrichtung ein pumpbares fließfähiges
und wärmeleitendes Biomasse-Material (1) zur Verfügung gestellt, das einen wirtschaftlich
interessanten Gehalt an schwer aufschließbarer ligninhaltiger Biomasse aufweist (bei
Stroh als Einsatzstoff sind bei herkömmlichen Systemen bis zu 60% und mehr nicht in
den für wirtschaftliche Anlagen relevanten Verweilzeiten aufschließbar). Typisch für
das Biomassematerial (1) sind 30 % bis 80 % der organischen Substanz als ligninhaltige
Biomasse. Um den bisher nicht möglichen Aufschluss von Lignin und damit die weitere
Freisetzung von Energieträgern wie CH
4 (Methan) zu ermöglichen wird ein Aktivator zugegeben und anschließend aktiviert.
Die Zugabe kann im Grunde bereits in der Vorbereitungsstufe (61-62) erfolgen, sie
muss spätestens vor der Aktivierungsstufe (21) erfolgen. Die gesamte Aktivierungsvorrichtung
besteht aus mehreren Elementen (41, 31,21 etc.) und stellt die geeigneten Aktivierungsbedingungen
her. Die Zugabe von Aktivator (42) erzeugt dabei die biologischen Voraussetzungen
her (durch Zugabe von thermophilen aktivierend wirkenden Mikroorganismen, die lokal
an der Lignin-Biomasse ablösend wirkende Biochemikalien erzeugen können, ergänzt bei
Bedarf durch Hilfsstoffe wie Spurenelemente). Die Zugabe des Aktivators erfolgt mittels
Dosiersystem in Mengen von typisch 0,1 bis 10 Liter pro Tonne gesamte Biomasse. Das
Dosiersystem (41) ist optional so ausgelegt, dass es auch auf das erhöhte Aktivierungsdruckniveau
(z. B. 4 bar) eindosieren kann. Nach der Eindosierung wird Biomasse und Aktivator
vermischt und kontaktiert, z. B. durch die Mischwirkung eines fest-flüssig Eintragssystems
(z. B. EnergyJet) oder die Mischwirkung einer Fluid-Pumpe (z. B. Kreiselpumpe). Zusätzlich
zur Mischung wird in diesem Förderelement (31) auch eine Druckerhöhung auf Aktivierungsdruck
größer Pa vorgenommen. Zudem wird eine Temperaturerhöhung auf Aktivierungstemperatur
größer Ta vorgenommen. Für die Temperaturerhöhung wird ein Erhitzungselement (21)
eingesetzt ausgewählt aus (Wärmetauscher, Heizpatrone, interne reaktive Wärmequelle,
z. B. exotherm reagierende Zusätze). Nach der Aktivierung (spätestens einsetzend in
Aktivierungsvorrichtung 21) erfolgt zunächst die Ablösung der Ligninhaltigen Biomasse
und danach schrittweise die Auflösung der ligninhaltigen Biomasse, wobei die sonst
schwer aufschließbare Biomasse in eine vergärbare Substanzmischung umgewandelt wird,
die insbesondere kurzkettige Kohlenstoffverbindungen enthält.
[0076] In Figur 2 zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit Einsatzstoffmischer, hier
bezeichnet als (9). Der Mischer (9) erzeugt den Einsatzstoff (1) für das eigentliche
Aktivierungs-System. Man sieht auch, dass die Position der Pumpe (31) in den Fluidkreis
gesetzt ist. Entscheidend ist der Druck nach dem Mischer (9) und in der thermisch
Aktivierungsvorrichtung (21) für den gelten muss P>Pa sowie T>Ta. Der danach aktivierte
Einsatzstoff ist hier mit (58) bezeichnet.
[0077] Dem Einsatzstoffstrom wird der Aktivator (42) zugegeben, wahlweise in die EinsatzstoffMischung
(50,... , 55) oder in den daraus erzeugten Einsatzstoff-Mix (1). Zudem wird der Einsatzstoff
(1) auf Druck P>Pa und auf Temperatur T>Ta gebracht. Dadurch wird die Aktivierung
erreicht und die mikrobiologischen Komponenten des Aktivators (42) beginnen aktiv
zu werden. Nach der Aktivierung erfolgt eine Reaktionsstrecke, wobei hier die Temperatur
bereits wieder abgesenkt werden kann, aber nicht muss. Temperaturabsenkung durch z.
B. Rekuperator wird optional benutzt, im bei mesophilen Fermentern eine Temperaturerhöhung
im nachfolgenden Fermenter zu begrenzen. Bei Thermophilen Fermentern kann man z. B.
auf die Abkühlung nach Aktivierung verzichten. Eine besonders bevorzugte Ausführung
benutzt zur Erzeugung des Einsatzstoff-Mix (1) einen Anteil von festen Gärresten,
bevorzugt aus dem Endlager. Diese werden z. B. durch eine Separationsvorrichtung (Filter,
Separator, etc.) abgetrennt und zum Einsatzstoff-Mischer gebracht und dort mit Stroh
vermengt. Eine weitere besonders bevorzugte Ausführungsform nutzt einen Anteil flüssiger
Gärreste oder Fermenterinhalte mit org. Trockensubstanzgehalt typisch unter 10 %,
bevorzugt unter 6 %, besonders unter 4 %, um diesen fluiden Anteil separat aufzuwärmen,
zu komprimieren und mit Aktivator zu versehen. Anschließend erfolgt die Vermischung
mit den trocken-festen Einsatzstoffen in einer dafür geeigneten Mischvorrichtung wie
z. B. EnergyJet von Vogelsang. Die so entstehende Einsatzstoff Mischung ist durch
die Zugabe des Aktivators und durch die Mischung bereits aktivierungsfähig. Auch der
Vordruck kann genutzt werden, um den Aktivierungsdruck zumindest teilweise aufzubauen.
Auch die nach Mischung erhaltene Vorlauftemperatur Tv ist eine gute Ausgangsposition
für die weitere Erwärmung über die Aktivierungstemperatur Ta hinaus. Im Sonderfall
reicht die Mischer-Vorlauftemperatur Tv sogar aus, um die Aktivierungstemperatur Ta
zu erreichen. Im Regelfall aber wird eine weitere Erwärmungsstrecke (21) nachgeschaltet,
um Ta zu überschreiten. Erwärmung entweder durch Wärmetausch z. B. mit Motorkühlwasser
oder durch Elektroheizer mit Überschussstrom oder durch enthaltene exotherme Reagenzien.
[0078] Besonders bevorzugt ist weiterhin die Führung des Fluids mit geringem Gehalt an Organische
Trockensubstanz (OTS) in einer Vorerhitzungsvorrichtung, z. B. Wärmetauscherkreislauf,
auf einem erhöhten Druckniveau Pv, das oberhalb des Aktivierungsdruckes Pa liegt.
Dazu wird eine Druckerhöhungsstufe (31) verwendet und optional eine weitere Umwälzvorrichtung
(32). Die Zugabe des Aktivators (42) erfolgt wahlweise vor dem Einsatzstoffmischer
(fluidseitig oder feststoffseitig, nutzt die Mischwirkung aus) oder nach dem Einsatzstoffmischer
(dann aber kombiniert mit nachfolgendem Aktivator-Mischer als Teil von (41)), in jedem
Fall aber vor der thermisch wirkenden Aktivierungsvorrichtung (21). Den Aktivator
(42 bzw. 70) kann auch nach dem Mischer (9) zugegeben werden, was aber nicht vorteilhaft
ist, weil dann ein zusätzlicher Aktivator-Mischer (41) nötig wäre. Bevorzugt ist die
Zugabe des Aktivators (42) vor dem Einsatzstoff-Mischer (9) bzw. in das System (61-62)
in Figur 2, weil dann die Mischwirkung des Einsatzstoffmischers für die innige Vermengung
mit dem Aktivator (42 bzw. 70) genutzt wird.
[0079] Figur 3 zeigt eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit
einer Vorrichtung für die Mischung von festen und flüssigen Einsatzstoffen. Nach dem
Mischer 9) ist der Einsatzstoff (1) für die Aktivierung verfügbar. Die Vorheizung
der fluiden Einsatzstoffe (53) befolgt über eine thermische Strecke (22), z. B. einen
Wärmetauscher oder ein Heizelement, optional erweitert durch Umlaufkreis mit Fördereinrichtung
32. Der Aktivierungsdruck wird bevorzugt aufgebaut durch eine Druckerhöhungsstufe
bzw. Fördereinrichtung (31). Die Erwärmungsstrecke (21) stellt sicher, dass im Einsatzstoff
überall mindestens T>Ta erreicht wird. Der Aktivierte Einsatzstoff (58 bzw. 2) kommt
in die Reaktionsstrecke, in der das abgelöste Lignin mikrobiologisch aufgelöst bzw.
aufgeschlossen wird. Optional wird dabei oder danach die Temperatur des aktivierten
Einsatzstoffes reduziert. Figur 3 zeigt weitere besondere Pumpenanordnung. Dabei erzeugt
die Fördereinrichtung (31) bereits den hohen Arbeitsdruck. Fördereinrichtung 32 dient
der Zirkulation des fluiden Einsatzstoffes (53) im Vorheizkreis inkl. Thermischer
Strecke (22) die insbesondere als Wärmetauscher ausgeführt werden kann, beheizt z.
B. durch Motorabwärme.
[0080] Anstelle eines Wärmetauschers als Ausführungsform für die Erwärmungsstrecke (21 und
oder 22) könne ebenso elektrische Erhitzer oder biochemische Reaktionskomponenten,
die zur Erwärmung führen verwendet werden. Wesentlich ist lediglich, dass in diesen
Erwärmungsstrecken ein thermischer Zustand T>Ta erreicht und über Zeit Z>Za gehalten
wird.
[0081] Auf die Verwendung eines Wärmetauschers kann verzichtet werden, wenn nach der Zumischung
des Aktivators die Einsatzstoffmischung auf eine förderfähige Konsistenz gebracht
wird, z. B. durch Mischen mit Fluiden, und davor und oder danach infolge von besonderer
Wärmefreisetzung auf eine tatsächliche Temperatur Tt oberhalb der Aktivierungstemperatur
Ta gebracht und mindestens die Zeit Za auf mindestens dieser Temperatur gehalten wird.
Die besondere Wärmefreisetzung kann z. B. durch exotherme Reaktionen erfolgen, wie
sie z. B. unter Nutzung von eingebrachtem Oxidationsmitteln und oder anderen Reaktionsmitteln
erfolgen können. Die Einbringung von Sauerstoff z. B. geschieht bei der Feststoffzufuhr
aus dem atmosphärischen Raum und es können zusätzliche Reaktionsfähige Mittel zugegeben
werden.
[0082] In Figur 4 ist eine weitere Variante der in Figur 3 näher beschriebenen Vorrichtung
gezeigt. Diese weist nun zusätzlich eine Vorrichtung zur Wärmerückgewinnung auf (Rekuperator).
Die Einsatzstoffmischung hat nach der Aktivierung zunächst eine hohe Temperatur größer
Ta und transportiert somit viel spezifische Wärme. Diese Wärme kann z. B. abgegeben
werden, um das Einsatzstofffluid vorzuwärmen. Es handelt sich also um eine Wärmerückgewinnung,
die den Wärmeverbrauch der Anlage reduziert. Zudem reduziert sich der Wärmeeintrag
in den Fermenter. Bevorzugte Temperaturen nach dem Rekuperator sind z. B. 55 °C. Verglichen
mit der in Figur 3 gezeigten Ausführungsform weist die Vorrichtung gemäß Figur 4 also
einen Rekuperator (23) zur Wiedergewinnung der Wärme aus dem aktivierten Einsatzstoff
(58) auf. Die wieder gewonnene Wärme kann z. B. zur Vorwärmung des fluiden Einsatzstoffes
(53) verwendet werden. In einer weiteren Ausführungsform kann der Rekuperator (53)
auch einen einfachen Kühler beheizen.
[0083] In Figur 5 ist ein schematischer Aufbau einer erfindungsgemäßen Vorrichtung gezeigt.
In dieser speziellen Ausführungsform wird insbesondere das Aufschwimmen von gehäckseltem
Stroh durch Aktivierung und Vermischung von ligninhaltiger Biomasse mit Aktivierungsfluid
und Rezyclat in der Vorrichtung für Feststoffeintrag (9) vorteilhafterweise vermieden.
[0084] Die Schwierigkeit der Wärmeübertragung auf eine Stroh-Wasser Mischung wird dadurch
gelöst, dass zunächst ein dünnflüssiges Fluid mittels Separator (2) absepariert wird,
das sich gut pumpen lässt. Dieses wird im Rekuperator (21) vorgewärmt und im Vorerhitzer-Kreislauf
per Vorerhitzer-Wärmetauscher (22) auf ca. 70 °C bis 80 °C erwärmt wird. Als Wärmequelle
dient z. B. Motorkühlwasser.
[0085] Im Umlaufverfahren oder periodisch wird das Ventil (41) geschlossen und über das
Dosierventil (42) aus dem Vorheizkreis die nötige Menge Rezyklat / Separatorfluid
entnommen und mit Überdruck von z. B. bis zu 6 bar in die vorbereitete organische
Masse gepresst.
[0086] Die ligninhaltige Biomasse muss erfindungsgemäß mindestens einige Sekunden auf eine
Temperatur von bevorzugt 75 °C, besonders bevorzugt 80 °C erwärmt werden.
[0087] Direkt nach dem Feststoffeintrag hat die Biomasse-Aktivator-Mischung eine Mischtemperatur
unter 70 °C. Danach wird in Wärmetauscher nacherhitzt auf ca. 80 °C. Dadurch wird
die mikrobiologische Reaktion angestoßen und die Ligninaufspaltung beginnt.
[0088] Nach der Aufspaltung wird Mischung optional abgekühlt, z. B. im Gegenstrom-Wärmetausch.
Die Temperatur sinkt dabei unter 60 °C und wird dem Fermenter zugeführt. Im Fermenter
wird die Biomassezusammensetzung der Fermentation zugeführt. Nun sind die zuvor ligningeschützten
Biomasseanteile aufgeschlossen und werden zu Biogas umgesetzt, das dann in einem Blockheizkraftwerk
umgesetzt werden kann und das dann für das erfindungsgemäße Verfahren die nötige Energie
liefert, so dass ein geschlossener Energiekreislauf entsteht.
[0089] Dies bedeutet je nach Einsatzstoff (z. B. Stroh) Mehrerträge von bis zu 300 % (bis
zu 600 Kubikmeter je Tonne org. Trockensubstanz) verglichen mit den Verfahren des
Standes der Technik erhalten werden.
Ausführungsbeispiele
[0090] (Die Bezugszeichen beziehen sich auf Figur 5)
Beispiel 1
[0091] Bei Repowering von Bestandsanlagen hat das Endlager anfangs noch hohe Feststoffanteile.
Aus dem Endlager (1) wird Gärrest entnommen und zu einem Separator (2) geführt. Dieser
trennt den Gärrest in einen Festanteil (51) mit z. B. 25 % OTS und einem Fluidanteil
(52) von z. B. 4 % OTS. Das Separator Fluid wird zwischengelagert im Separator Fluidbehälter
(3) und bei Bedarf frostschützend geheizt.
[0092] Der Festanteil (51) wird ebenfalls zwischengelagert und bei Bedarf zur Eintragsseite
zum Feststoffmischer (8) gefördert, um dem Eintragsstoff zugemischt zu werden. Der
Fluidanteil (52) mit z. B. 4 % OTS wird aus dem Lagerbehälter (3) von einer Druckerzeugenden
Pumpe (31) angesaugt und auf einen Vorlaufdruck von bis zu 5 bar komprimiert.
[0093] Mit etwas Druckabfall durchströmt dieses niederviskose und chemisch alkalische Separator
Fluid (53) durch einen Wärmetauscher (21), in dem es Wärme von einem erhitzten Gegenstrom
(57) aufnimmt. Der Gegenstrom ist das fertige erhitzte und aktivierte Einsatzstoffgemisch
auf dem Weg zum Fermenter (58).
[0094] Das vorgewärmte Separator Fluid wird in eine Zulauf Mischkammer (82) gepresst und
erzeugt auf diese Weise im Zirkulationsumlauf (55) einen Systemdruck von bis zu 4
bar. der Zulauf ist hier nur bei geöffnetem Ventil (43) möglich, Optional baut man
im Zirkulationskreis (55) des Vor-Erhitzers einen Pufferspeicher mit Abscheider (4)
ein, der ein auffüllbares Speicher-Element enthält.
[0095] Der Zirkulationskreis (55) wird angetrieben durch eine Zirkulationspumpe (32), die
weniger auf Druckaufbau ausgerichtet ist, dafür aber besonders korrosionsfest und
besonders temperaturfest ausgelegt ist. Die zu erzeugende Druckdifferenz ist die des
Druckverlustes im Zirkulationskreis durch die Wärmetauscher (22) und die (82, 83,
84) Mischkammern.
[0096] Der Vor-Erhitzer (8) ist als Rohrwärmetauscher ausgeführt. Erhitzt wird im Gegenstrom
durch Motorkühlwasser, das dem Biogas BHKW (Blockheizkraftwerk) entnommen wird. Die
Erhitzung erfolgt also 100 % regenerativ.
[0097] Der Zirkulationskreis durchströmt eine Auslass Mischkammer (84), an der die Schnelle
reduziert ist, so dass ein Staudruck auf das Dosierventil (42) wirkt. Wenn das Motorventil
(42) öffnet, kann erhitztes Separator Fluid (55) mit ca. 80 °C oder höher zum Feststoffeintrag
(9) strömen.
[0098] Auf dem Weg zum Feststoffeintrag (9) befindet sich eine Einspritzung für den Aktivator
(Bionik Fluid) aus Tank (6) und gereinigtem Heißwasser, diese Mündet in Kammer (81).
[0099] Der Einsatzstoff Eintrag erfolgt über einen Feststoffmischer (8). Dieser mischt frische
Biomasse nach Bedarf mit Rezyclat (51) aus dem Separator (2) und zerkleinertem Stroh
und fügt zudem eine funktionell sehr wichtige biologische Komponente aus dem Tank
(7) hinzu, den Aktivator. Der Einsatzstoff wird hierbei auch zerkleinert auf eine
Korngröße / Stiftlänge unter 30 mm, bevorzugt ca. 10 mm.
[0100] Der vorgemischte Einsatzstoff wird in der Feststoffeintragsvorrichtung (9) komprimiert
und mit dem vorgeheizten Separator Fluid aus Kammer (81) innig gemischt. Dabei ist
bevorzugt das Separator Fluid der größere Massenanteil und hat zudem die höhere spezifische
Wärme. Es entsteht die Biomassezubereitung (56) mit einer Mischtemperatur z. B. unter
ca. 70 °C. Diese Biomassezubereitung (56) ist mit Aktivator versetzt aber noch nicht
ganz aktiviert. Sie wird also weiter erhitzt bis zur Aktivierung und dann im Rekuperator
etwas abgekühlt. Von dort aus geht es zum Fermenter, wo Biogas entsteht, das abgeleitet
bzw. aufgefangen und in einem BHKW eingesetzt wird, dass wiederum dem vorbeschriebenen
Verfahren für die Aktivierung bzw. danach in den PreMix Stufen über zB Heißwasserleitungen
die nötige thermische Energie zuführt, die durch die Verbrennung des Biogases erhalten
wird.
Beispiel 2
[0101] Im Dauerbetrieb wird die Biomasse Zubereitung aus dem erfindungsgemäßen System im
Fermenter fast vollständig verwertet. Dadurch sinkt der organische Feststoffgehalt
(TS bzw. O (= organisch) TS) nach einigen bis etlichen Monaten im Endlager (1) auf
Werte unter 4 %. Nun ist kein Separator (2) mehr erforderlich. Die Endlagerflüssigkeit
kann direkt als flüssiger Einsatzstoff (52) verwendet werden.
Beispiel 3
[0102] Als Einsatzstoff soll z. B. vorwiegend trockenes Stroh verwendet werden, z. B. weil
dieses in einem landwirtschaftlichen Großbetrieb als Abfall anfällt. In diesem Fall
muss das Stroh gehäckselt werden. Der TS Gehalt von Stroh liegt über 85 %. Zur Verarbeitung
muss eine Zumischung von Flüssigkeit erfolgen, z. B. Fermenterflüssigkeit. Diese hat
aber zunehmend hohen Mineralgehalt. Folglich wird zudem Wasser in die Einsatzstoffzubereitung
zugemischt werden, um die Mineralstoffkonzentration in Fermenter und Endlager auf
Dauer nicht zu hoch werden zu lassen.
Beispiel 4
[0103] Bei Hühnermist als Einsatzstoff gibt es ein Überangebot an Ammonium. Dann wird aus
einem Dosierbehälter (5) in den Abscheider (4) ein Fällmittel eindosiert, um Ammoniumdünger
aus der erhitzten zirkulierenden Flüssigkeit (55) auszufällen. Auf diese Weise können
auch Metallionen und andere Bestandteile aus dem Vorerhitzerkreislauf ausgefällt werden.
Beispiel 5
[0104] Der Biomasse Fluidkreislauf soll gespült werden. Hierfür wird das Einlaufventil (43)
geöffnet und das Zirkulationsventil (41) geschlossen. Das Dosierventil (42) wird geöffnet
und der Feststoffeintrag wird bei Bedarf bzw. Undichtheit überbrückt (nicht gezeichnet).
Dann strömt die von den Pumpen (31) und (32) beförderte Fluid durch alle Wärmetauscher
und reinigt diese. Nach dem Rekuperator (21) kann das Fluid auch wieder in den Behälter
(3) gepumpt werden (nicht gezeichnet).
Beispiel 6
[0105] Biomassen mit extrem hohen Ligningehalten von 20% und mehr bezogen auf die Gesamttrockenmasse
erfordern eine besonders starke Aktivierung bei erhöhten Temperaturen. Dann wird zunächst
das Dosierventil (42) geschlossen und das Separatorfluid (55) zirkuliert durch den
Wärmetauscher(22) und erwärmt sich auf bis zu 85 %. Entsprechend wird nur wenig Feststoff
zugeführt und es ergibt sich eine erhöhte Mischtemperatur im E-Mix (56). Diese wird
weiter gesteigert im Nacherhitzer (23). Bei Bedarf könnte auch der Rekuperator (21)
auf Heizbetrieb umgestellt werden, um die Aktivierung des Fluids (57) noch weiter
zu steigern.
[0106] Figur 6 zeigt die Ergebnisse der Produktion von Biogas (60% Methan, 37% CO
2 und 3 % Wasser) aus einer Mischung aus Dünngülle (sogenannte Separatorflüssigkeit
bzw. Separatorfluid (55) s.o.) und Weizenstroh (gehäckselt in verschiedenen Größen)
in einem Mischungsverhältnis von 4 : 1 bei einem TS Wert von ca. 25 bei verschiedenen
Temperaturen. Das Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung (G9-S3, G11-S4, G17-S7
und G19-S8) zeigte im Vergleich zu dem Verfahren, das gemäß dem Stand der Technik
ohne Aktivatorvorrichtung 21 durchgeführt wurde (G5-S1, G7-S2, G13-S5, G15-S6) eine
deutlich erhöhte Menge an erhaltenem Biogas, wobei am meisten Biogas bei einer Temperatur
von 63°C erhalten wurde (G19-S8). Das Verfahren wurde in einer Anlage 60 gemäß Figur
5 durchgeführt, wobei wie oben schon gesagt, beim Verfahren des Standes der Technik
keine Aktivatorvorrichtung 21 in der Anlage vorhanden war.
Bezugszeichen
[0107] Bezugzeichenliste für Figur 5
- 1
- Endlagerbehälter
- 2
- Separator
- 3
- Separator Fluidbehälter
- 4
- Abscheider
- 5
- Fäller
- 6
- Bionik HAT Tank
- 7
- Bionik LT Tank
- 8
- Feststoffmischer
- 9
- Feststoffeintrag
- 21
- Rekuperator Wärmetauscher
- 22
- Vorerhitzer Wärmetauscher
- 23
- Nacherhitzer Wärmetauscher
- 31
- Druck Pumpe 4 bar 20-50 °C
- 32
- Zirkulationspumpe 1 bar 70-90 °C
- 41
- Zirkulations Ventil im Vorheizkreis
- 42
- Dosier Ventil zum Feststoffeintrag
- 43
- Einlauf Ventil zum Vorerhitzer
- 44
- Überlauf Ventil vom Vorerhitzer in Separatorfluid
- 45
- Ablauf Ventil vom Abscheider
- 51
- Separator Material Feststoff Gärrest
- 52
- Separator Fluid TS04 kalt dünnflüssig
- 53
- Separatorfluid im Außenmantel aufgewärmt
- 54
- Separatorfluid durch Einlaufventil 50 °C
- 55
- Separatorfluid TS04 im Vorerhitzerkreis 80 °C
- 56
- E-Mix nach Zugabe von Feststoffen <70 °C
- 57
- E-Mix TS12 nach Erhitzung 80 °C
- 58
- E-Mix TS12 abgekühlt 55 °C zum Fermenter
- 91
- Motorkühlwasser heizt Vorerhitzer 22
- 92
- Motorkühlwasser heizt Nacherhitzer 23
- 93
- Motorkühlwasser heizt Separatorfluid 3 bei Bedarf
- 94
- Motorkühlwasser heizt Bionik HT Tank 6
- 95
- Motorkühlwasser heizt Feststoffeintrag bei Bedarf
[0108] Die Betriebsweise des BMT Systems ist bevorzugt getaktet.
- A. Einlasstakt und zugleich Ausstoß aus der Zirkulation in die Zumischung
- B. Erhitzungstakt in Zirkulation und zugleich Nacherhitzung im Wärmetauscher 23 sowie
Kühlung in WT 21. Dann wieder A.
1. Verfahren zur Erzeugung einer Biomassezubereitung, umfassend die Schritte des:
a) Bereitstellens eines schwer aufschließbaren ligninhaltigen biologischen Edukts,
b) Bereitstellens eines mikrobiologischen Aktivators zum Aufschließen des Edukts,
der bei Überschreiten einer Temperatur TA aktivierbar ist und
c) Aktivierens einer Kombination aus Edukt und mikrobiologischen Aktivator zum Aufschließen
des Edukts mittels einer Einrichtung zur thermischen Aktivierung,
dadurch gekennzeichnet, dass der mikrobiologische Aktivator mehr als 1 Million thermophile Mikroben pro Milliliter
umfasst,
wobei zumindest ein Anteil dieser Mikroben Lösemittelbildner ist,
wobei T
A > 70°C beträgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Edukt ligninhaltig ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Edukt fest ist oder vor Schritt a) mechanisch
zerkleinert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei das Edukt nach Schritt a) oder b) mit einer Flüssigkeit
vermischt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei die Mischung auf eine Temperatur T1 gebracht wird, wobei T1 < TA.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, wobei die Mischung auf einen TS Wert zwischen 9
und 15 eingestellt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei die Mischung auf einen TS Wert zwischen 10 und 15
eingestellt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei nach Schritt c) die Reaktionsmischung
einem Fermenter zugeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei die Reaktionsmischung vor der Zuführung in den Fermenter
auf eine Temperatur TF mit TF < TA abgekühlt wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei vor oder während dem Aktivieren
die Kombination aus Edukt und Aktivator auf einen Druck größer als ein Aktivierungsdruck
komprimiert wird, wobei der Aktivierungsdruck größer als 1,3 bar ist.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Aktivieren bewirkt, dass
mindestens eine mikrobiologische Komponente beginnt, Ligninschichten abzulösen und
anschließend mindestens eine mikrobiologische Komponente beginnt, Ligninfragmente
aufzuschließen.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche wobei das im Fermenter entstehende
Biogas abgetrennt wird.
13. Vorrichtung (10, 20, 30, 40, 60) zur Verwendung für die Durchführung des Verfahrens
nach einem der Ansprüche 1 bis 12 zur Erzeugung einer Biomassezubereitung, umfassend:
- eine Einrichtung (9, 31, 41) zum Einbringen eines schwer aufschließbaren ligninhaltigen
biologischen Edukts in die Vorrichtung (10, 20, 30, 40, 60),
- eine Aktivatorvorrichtung (21) mit einem mikrobiologischen Aktivator zum Aufschließen
des Edukts, der bei Überschreiten einer Temperatur TA aktivierbar ist und mit einer Vorrichtung zur thermischen Aktivierung der Aktivatorvorrichtung
(21),
dadurch gekennzeichnet, dass der mikrobiologische Aktivator 1 Million thermophile Mirkoben pro Milliliter umfasst,
wobei zumindest ein Anteil dieser Mikroben Lösemittelbildner ist,
wobei T
A > 70°C beträgt.
14. Vorrichtung (10, 20, 30, 40, 60) nach Anspruch 13, wobei das schwer aufschließbare
biologische Edukt ligninhaltig ist.
15. Vorrichtung (10, 20, 30, 40, 60) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die
Aktivatorvorrichtung (21) einen Wärmetauscher oder eine Heizeinrichtung umfasst.
16. Vorrichtung (10, 20, 30, 40, 60) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin
umfassend:
- eine Mischeinrichtung für Edukte.
17. Vorrichtung (10, 20, 30, 40, 60) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin
umfassend:
- eine Dosiereinrichtung für eine dosierte Zugabe des Mittels zum Aufschließen des
Edukts.
18. Vorrichtung (10, 20, 30, 40, 60) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin
umfassend:
- eine Mischeinrichtung zum Mischen des Edukts aus verschiedenen festen, breiförmigen
oder flüssigen Edukten.
19. Vorrichtung (10, 20, 30, 40, 60) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin
umfassend:
- eine Heizeinrichtung, die erwärmt wird durch chemische Energie oder Reaktionswärme
oder elektromagnetische Energie oder Strahlung.
20. Vorrichtung (10, 20, 30, 40, 60) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiterhin
umfassend:
- eine Einrichtung zur Wärmerückgewinnung.
1. Process for the production of a biomass preparation, comprising the steps of:
a) providing a poorly digestible lignin-containing biological educt,
b) providing an microbiological activator for digesting the educt, which is activatable
when a temperature TA is exceeded, and
c) activating a combination of educt and microbiological activator for digesting the
educt by means of a device for thermal activation,
characterized in that the microbiological activator comprises more than 1 million thermophilic microbes
per millilitre,
wherein at least one portion of these microbes is solvent binder,
wherein T
A > 70°C.
2. Process according to Claim 1, wherein the educt is lignin-containing.
3. Process according to Claim 1 or 2, wherein the educt is solid or is mechanically comminuted
before step a).
4. Process according to Claim 3, wherein the educt after step a) or b) is blended with
a liquid.
5. Process according to Claim 4, wherein the mixture is brought to a temperature T1, wherein T1 < TA.
6. Process according to Claim 4 or 5, wherein the mixture is adjusted to a DS value between
9 and 15.
7. Process according to Claim 6, wherein the mixture is adjusted to a DS value between
10 and 15.
8. Process according to one of the previous claims, wherein after step c) the reaction
mixture is fed into a fermenter.
9. Process according to Claim 8, wherein before feeding into the fermenter the reaction
mixture is cooled to a temperature TF with TF < TA.
10. Process according to one of the previous claims, wherein before or during the activation,
the combination of educt and activator is compressed to a pressure greater than an
activation pressure, wherein the activation pressure is greater than 1.3 bar.
11. Process according to one of the previous claims, wherein the activation has the effect
that at least one microbiological component begins to detach lignin layers and next
at least one microbiological component begins to digest lignin fragments.
12. Process according to one of the previous claims wherein the biogas forming in the
fermenter is separated.
13. Device (10, 20, 30, 40, 60) for use for carrying out the process according to one
of Claims 1 to 12 for the production of a biomass preparation, comprising:
- a device (9, 31, 41) for introducing a poorly digestible lignin-containing biological
educt into the device (10, 20, 30, 40, 60),
- an activator device (21) with a microbiological activator for digestion of the educt,
which is activatable when a temperature TA is exceeded, and with a device for the thermal activation of the activator device
(21),
characterized in that the microbiological activator comprises 1 million thermophilic microbes per millilitre,
wherein at least one portion of these microbes is solvent binder,
wherein T
A > 70°C.
14. Device (10, 20, 30, 40, 60) according to Claim 13, wherein the poorly digestible biological
educt is lignin-containing.
15. Device (10, 20, 30, 40, 60) according to one of the previous claims, wherein the activator
device (21) comprises a heat exchanger or a heating device.
16. Device (10, 20, 30, 40, 60) according to one of the previous claims, further comprising:
- a mixing device for educts.
17. Device (10, 20, 30, 40, 60) according to one of the previous claims, further comprising:
- a metering device for metered addition of the agent for digestion of the educt.
18. Device (10, 20, 30, 40, 60) according to one of the previous claims, further comprising:
- a mixing device for mixing the educt consisting of different solid, slurry or liquid
educts.
19. Device (10, 20, 30, 40, 60) according to one of the previous claims, further comprising:
- a heating device which is heated by chemical energy or heat of reaction or electromagnetic
energy or irradiation.
20. Device (10, 20, 30, 40, 60) according to one of the previous claims, further comprising:
- a device for heat recovery.
1. Procédé de production d'une préparation de biomasse comprenant les étapes de
a) mettre & disposition un matériau de départ biologique peu digestible contenant
de la lignine,
b) mettre & disposition un activateur microbiologique qui est activable lorsqu'une
température TA est dépassée pour désintégrer le matériau de départ, et
c) activer une combinaison de matériau de départ et d'activateur microbiologique pour
digérer le matériau de départ au moyen d'un dispositif d'activation thermique,
caractérisé en ce que l'activateur microbiologique comprend plus de 1 million de microbes thermophiles
par millilitre,
dans lequel au moins une partie de ces microbes sont des formateurs de solvant, dans
lequel T
A est > 70°C
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel le matériau de départ comprend de la
lignine.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, dans lequel le matériau de départ est solide
ou est broyé mécaniquement avant l'étape a).
4. Procédé selon la revendication 3, dans lequel le matériau de départ est mélangé avec
un liquide après l'étape a) ou b).
5. Procédé selon la revendication 4, dans lequel le mélange est porté à une température
T1, dans lequel T1 < TA.
6. Procédé selon la revendication 4 ou 5, dans lequel le mélange est ajusté à une valeur
TS comprise entre 9 et 15.
7. Procédé selon la revendication 6, dans lequel le mélange est ajusté à une valeur TS
comprise entre 10 et 15.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel, après l'étape c),
le mélange réactionnel est introduit dans un fermenteur.
9. Procédé selon la revendication 8, dans lequel le mélange réactionnel est refroidi
à une température TF avec TF < TA avant d'être introduit dans le fermenteur.
10. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel avant ou pendant l'activation
la combinaison de matériau de départ et de l'activateur est comprimée à une pression
supérieure à une pression d'activation, dans laquelle la pression d'activation est
supérieure à 1,3 bar.
11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel l'activation provoque
qu'au moins un composant microbiologique commence à détacher des couches de lignine
et ensuite au moins un composant microbiologique commence à désintégrer des fragments
de lignine.
12. Procédé selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le biogaz produit
dans le fermenteur est séparé.
13. Dispositif (10, 20, 30, 40, 60) pour être utilisé pour la mise en œuvre du procédé
selon l'une des revendications 1 à 12 pour la production d'une préparation de biomasse,
comprenant:
- un dispositif (9, 31, 41) pour introduire un matériau de départ biologique contenant
de la lignine peu digestible dans le dispositif (10, 20, 30, 40, 60),
- un dispositif activateur (21) ayant un activateur microbiologique pour digérer le
matériau de départ pouvant être activé lorsqu'une température TA est dépassée, et
ayant un dispositif pour l'activation thermique du dispositif activateur (21),
caractérisé en ce que l'activateur microbiologique comprend 1 million de microbes thermophiles par millilitre,
dans lequel au moins une partie de ces microbes sont des formateurs de solvant, dans
lequel T
A est > 70°C.
14. Dispositif (10, 20, 30, 40, 60) selon la revendication 13, dans lequel le matériau
de départ biologique peu digestible comprend de la lignine.
15. Dispositif (10, 20, 30, 40, 60) selon l'une des revendications précédentes, dans lequel
le dispositif activateur (21) comprend un échangeur de chaleur ou un dispositif de
chauffage.
16. Dispositif (10, 20, 30, 40, 60) selon l'une des revendications précédentes, comprenant
en outre:
- un dispositif de mélange pour des matériaux de départ.
17. Dispositif (10, 20, 30, 40, 60) selon l'une des revendications précédentes, comprenant
en outre:
- un dispositif de dosage pour une addition dosée des moyens de digestion du matériau
de départ.
18. Dispositif (10, 20, 30, 40, 60) selon l'une des revendications précédentes, comprenant
en outre:
- un dispositif de mélange pour mélanger le matériau de départ à partir de divers
matériaux de départ solides, bouillis ou liquides.
19. Dispositif (10, 20, 30, 40, 60) selon l'une des revendications précédentes, comprenant
en outre:
- un dispositif de chauffage chauffé par une énergie chimique ou une chaleur de réaction
ou une énergie électromagnétique ou un rayonnement.
20. Dispositif (10, 20, 30, 40, 60) selon l'une des revendications précédentes, comprenant
en outre:
- un appareil pour la récupération de chaleur.