[0001] Die Erfindung geht aus von einer Verbindungsvorrichtung, die mindestens ein Installationsschaltgerät
mit einem Gehäuse und mit mindestens einer schraubenlosen Klemme und mindestens ein
Verbindungselement aufweist, wobei das Verbindungselement wenigstens einen Verbindungsleiter
mit wenigstens einer daran angeordneten Kontaktfahne hat, gemäß dem Oberbegriff von
Anspruch 1.
[0002] Eine solche gattungsgemäße Verbindungsvorrichtung ist bekannt im Zusammenhang mit
Leitungsschutzschaltern, Fehlerstromschutzschaltern, Motorschutzschaltern, Relais
oder Schützen, insbesondere zur Anwendung in Verteilern oder Schaltanlagen im industriellen
Einsatz, also beispielsweise bei der Stromversorgung oder Steuerung von Motoren oder
in Niederspannungsschaltanlagen. Ein Beispiel für ein Verbindungselement, das bei
einer gattungsgemäßen Verbindungsvorrichtung zum Einsatz kommen kann, ist eine Sammelschiene.
Eine Sammelschiene ist eine Vorrichtung, um gleichzeitig eine Mehrzahl von aneinandergereihten
Anschlüssen eines oder mehrerer aneinandergereihter Installationsschaltgeräte elektrisch
miteinander zu verbinden. Die Polschiene der Sammelschiene und die von der Polschiene
meistens in etwa kammartig abstehenden Kontaktfahnen sind aus einem starren und elektrisch
gut leitenden Material, einem starren Leitblech beispielsweise, bevorzugt aus Kupfer
oder einer gut leitenden Kupferlegierung, gefertigt. Zum Zweck der elektrischen Berührsicherheit
ist die Polschiene in einem Isolierprofil aufgenommen, aus dem die Kontaktfahnen an
den dafür vorgesehenen Stellen durch Öffnungen hindurchragen.
[0003] Ein weiteres Beispiel für ein Verbindungselement, das bei einer gattungsgemäßen Verbindungsvorrichtung
zum Einsatz kommen kann, ist ein Steckverbinder. Steckverbinder dienen zum Herstellen
einer elektrischen Verbindung zwischen den Anschlussklemmen beispielsweise eines Motorschutzschalters
und eines Schützes. Ein Steckverbinder zur Verbindung zweier dreiphasiger Geräte hat
beispielsweise drei Verbindungsleiter, die gemeinsam in einem Isolierstoffgehäuse
angeordnet sein können, wobei von jedem Verbindungsleiter zwei Kontaktfahnen abstehen,
eine jeweils zum Einführen in die Anschlussklemme des Motorschutzschalters und eine
zum Einführen in die Anschlussklemme des Schützes.
[0004] Ein weiteres Beispiel für ein Verbindungselement, das bei einer gattungsgemäßen Verbindungsvorrichtung
zum elektrischen Anschluss eines dreipoligen Schützes zum Einsatz kommen kann, ist
ein sogenannter Wendeverbinder. Das ist im Prinzip ein dreipoliger Steckverbinder,
bei dem die Verbindungsleiter zwischen den einzelnen Polen der beiden zu verbindenden
Geräte so angeordnet sind, dass die Laufrichtung eines angeschlossenen Motors sich
umkehrt.
[0005] Traditionell werden bei im industriellen Umfeld verwendeten Installationsschaltgeräten
Schraubklemmen eingesetzt. Das Anschließen eines Verbindungselementes erfolgt dabei
in zwei Schritte. Zunächst wird das Verbindungselement auf die geöffneten Schraubklemmen
aufgelegt, dabei werden die Kontaktfahnen der Sammelschiene in die geöffneten Schraubklemmen
eingesetzt. Danach werden einzeln nacheinander die Klemmschrauben angezogen.
[0006] In letzter Zeit wurde vorgeschlagen, auch schraubenlose Klemmen bei im industriellen
Umfeld verwendeten Installationsschaltgeräten einzusetzen. Dabei wird anstatt einer
Klemmschraube eine als Käfig-Federzugklemme bekannte Anordnung eingesetzt. Ein Beispiel
dafür ist in der
EP 0 928 043 B1 gezeigt. Die Federzugklemme hat einen Klemmrahmen und eine in etwa Ω-förmig gebildete
Klemmfeder, die einen Auflageflügel, einen Klemmflügel mit Schlitz zum Festklemmen
des Anschlussleiters und eine Schleife, die eine Feder bildet und den Auflage- mit
dem Klemmflügel verbindet, aufweist. Um den Anschlussleiter anzuklemmen, muss man
mit einem Werkzeug auf die Schleife drücken und damit den Klemmflügel verschieben,
so dass der Schlitz frei gegeben wird zum Einführen des Anschlussleiters. Wenn das
Werkzeug entfernt wird, zieht die rückstellende Federkraft der schleife den Klemmflügel
wieder zurück, und der Anschlussleiter wird im Schlitz festgeklemmt. Gegenüber der
Schraubklemme bietet das eine gewisse Arbeitserleichterung, und die Klemmkraft ist
reproduzierbar durch die Federkraft der Federschleife eingestellt und nicht mehr abhängig
davon, mit welchem Drehmoment der Monteur die Klemmschraube anzieht. Zum Entfernen
des Anschlussleiters wird wieder das Werkzeug benötigt, um den Klemmflügel wieder
in seine Öffnungsstellung zu drücken.
[0007] Beim Anschluss eines Verbindungselementes mit Kontaktfahne an ein oder mehrere nebeneinander
angereihte Installationsschaltgeräte mit solchen schraubenlosen Federzugklemmen ergibt
sich allerdings die Schwierigkeit, dass eine Mehrzahl von Federzugklemmen, so viele,
wie Kontaktfahnen eingesteckt sind, gleichzeitig geöffnet werden müsste. Das kann
für den Monteur nahezu unmöglich sein, da sich für eine Person eine Mehrzahl von Werkzeugen
mit einer Hand kaum sinnvoll betätigen lässt, und auch die vom Monteur aufzubringende
Kraft zum Öffnen einer Anzahl von aneinandergereihten Klemmen ein Vielfaches der Klemmkraft
einer einzelnen Federzugklemme beträgt, was leicht eine nicht mehr handhabbare Dimension
der aufzubringenden Öffnungskraft erreichen kann.
[0008] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gattungsgemäße Verbindungsvorrichtung
so zu verbessern, dass ein werkzeugloses Verbinden bzw. wieder Entfernen eines Verbindungselementes
mit bzw. von einer Mehrzahl von aneinandergereihten schraubenlosen Klemmanschlüssen
aneinandergereihter Installationsschaltgeräte ermöglicht wird.
[0009] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Verbindungsvorrichtung mit den Merkmalen des
Anspruchs 1.
[0010] Erfindungsgemäß also ist die Klemme von dem Typ, der wenigstens eine als Druckfeder
auf eine Klemmstelle der Kontaktfahne einwirkende Klemmfeder zum Festklemmen der Kontaktfahne
und zum Andrücken einer Kontaktstelle der Kontaktfahne an einer Stromschiene aufweist,
und das Verbindungselement ist mit einem von Hand betätigbaren Öffnungsorgan ausgebildet,
welches bei Betätigung die Klemmfeder von der Klemmstelle weg drückt und somit ein
Entfernen der Kontaktfahne aus der Klemme ermöglicht ohne Einsatz eines zusätzlichen
Werkzeugs.
[0011] Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß somit durch zwei Maßnahmen. Die erste
betrifft die Verwendung eines anderen Typs von schraubenloser Federklemme, nämlich
des Typs, der wenigstens eine als Druckfeder auf eine Klemmstelle der Kontaktfahne
einwirkende Klemmfeder zum Festklemmen eines Anschlussleiters aufweist. Dieser Typ
ist auch bekannt als Federdruckklemme, im englischen Sprachgebrauch auch als "push-in"
- Klemme bekannt. Bei der Federdruckklemme kann ein starrer Anschlussleiter, beispielsweise
eine Kontaktfahne, ohne Öffnungswerkzeug eingeschoben werden. Die Federdruckklemme
hat einen Auflageflügel, einen Klemmflügel zum Festklemmen des Anschlussleiters beziehungsweise
der Kontaktfahne am freien Ende des Klemmflügels und eine Schleife, die eine Feder
bildet und den Auflage- mit dem Klemmflügel verbindet. Beim Einschieben drückt der
starre Anschlussleiter beziehungsweise die Kontaktfahne das Klemmende, das Endstück
des Klemmflügels, beiseite, die rückstellende Federkraft der Schleife sorgt für die
nötige Kontaktdruckkraft. Durch Verwendung dieses Typs von schraubenloser Federklemme
lässt sich ein Verbindungselement, beispielsweise eine Sammelschiene mit ihrer Mehrzahl
von nebeneinanderliegenden starren Kontaktfahnen oder auch ein Steckverbinder oder
ein Wendeverbinder leicht in eine Mehrzahl von nebeneinander angeordneten Klemmöffnungen
einsetzen und festklemmen, ohne dass ein Werkzeug benötigt würde.
[0012] Beim Andrücken könnte sich das Klemmende des Klemmflügels in das Material der Kontaktfahne
eindrücken, insbesondere wenn diese aus einer gut leitfähigen Kupferlegierung besteht.
Das Klemmende des Klemmflügels könnte sich dann ein wenig in der Kontaktfahne verhaken.
Das kann dazu führen, dass ein Herausziehen der Sammelschiene nicht mehr einfach und
nur noch mit erheblichem Kraftaufwand gegen den Verhakungswiderstand möglich ist,
wobei bei wiederholtem Herausziehen die Klemmfeder oder die Kontaktfahne Schaden nehmen
könnte.
[0013] Die zweite erfinderische Maßnahme liegt daher darin, das Verbindungselement mit einem
von Hand betätigbaren Öffnungsorgan auszubilden, welches bei Betätigung die Klemmfeder
von der Klemmstelle weg drückt und somit ein Entfernen der Kontaktfahne aus der Klemme
ermöglicht, ohne Einsatz eines zusätzlichen Werkzeugs. Wenn das Verbindungselement
ein Isolierprofil hat, in dem der oder die Verbindungsleiter mit der oder den Kontaktfahnen
eingebettet ist bzw. sind, so ist in vorteilhafter Weiterbildung das Isolierprofil
mit dem von Hand betätigbaren Öffnungsorgan ausgebildet.
[0014] Beim Betrieb einer erfindungsgemäßen Verbindungsvorrichtung in industrieller Umgebung
könnte es unter ungünstigen Umständen, beispielsweise durch starke Vibrationen, zu
einer Lockerung der Andruckkraft an der Klemmstelle oder zu einem "Herausrütteln"
der Kontaktfahne aus der Anschlussklemme kommen. Um das zu verhindern, wird gemäß
einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung vorgeschlagen, das Verbindungselement
mit einem Rastorgan auszubilden, welches mit einem daran angepassten Rastelement an
dem Gehäuse des Installationsschaltgerätes verrastend zusammenwirkt, wenn die Klemmfeder
die Kontaktfahne an der Klemmstelle festklemmt und an der Kontaktstelle an die Stromschiene
andrückt. Das Rastorgan verhindert ein Losrütteln des Verbindungselements. Wenn das
Verbindungselement ein Isolierprofil hat, in dem der oder die Verbindungsleiter mit
der oder den Kontaktfahnen eingebettet ist bzw. sind, so ist in vorteilhafter Weiterbildung
das Isolierprofil mit dem von Hand betätigbaren Öffnungsorgan ausgebildet. Beispielsweise
kann das bei einer Sammelschiene mit Isolierprofil so realisiert sein. Das Rastorgan
verhindert hier auch ein Losrütteln der Sammelschiene insgesamt. Das Rastorgan ist
zu einer lösbaren Rastverbindung mit dem Rastmittel am Gehäuse ausgebildet, so dass
das Verbindungselement, beispielsweise die Sammelschiene oder der Steckverbinder oder
der Wendverbinder auch wieder abgenommen werden kann. Ein vorteilhaftes Beispiel für
ein erfindungsgemäßes Rastorgan ist eine Rastnase an einem einseitig federnd eingespannten
Rastbalken, und das damit korrespondierende Rastmittel an dem Gehäuse kann in einem
vorteilhaften Beispiel eine an dem Gehäuse angeformte korrespondierende Rastnase oder
eine Rastöffnung sein.
Figurenbeschreibung
[0015] Figuren und Beschreibung dienen dem besseren Verständnis des Gegenstands. Gegenstände
oder Teile von Gegenständen, die im Wesentlichen gleich oder ähnlich sind, können
mit denselben Bezugszeichen versehen sein. Die Figuren sind lediglich eine schematische
Darstellung von vier möglichen Ausführungsformen der Erfindung.
[0016] Dabei zeigt:
- Figur 1
- schematisch und exemplarisch einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Verbindungsanordnung
gemäß einer ersten Ausführungsform, exemplarisch gezeigt mit einer Sammelschiene,
vor dem Einstecken der Sammelschiene,
- Figur 2
- schematisch und exemplarisch einen Querschnitt durch die Verbindungsanordnung nach
Figur 1, mit eingesteckter Sammelschiene,
- Figur 3
- schematisch und exemplarisch einen Querschnitt durch die Verbindungsanordnung nach
Figur 1, vor dem Herausziehen der Sammelschiene,
- Figur 4
- schematisch und exemplarisch einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Verbindungsanordnung
gemäß einer zweiten Ausführungsform, vor dem Einstecken der Sammelschiene,
- Figur 5
- schematisch und exemplarisch einen Querschnitt durch die Verbindungsanordnung nach
Figur 4, mit eingesteckter Sammelschiene,
- Figur 6
- schematisch und exemplarisch einen Querschnitt durch die Verbindungsanordnung nach
Figur 4, vor dem Herausziehen der Sammelschiene,
- Figur 7
- eine erfindungsgemäße Verbindungsanordnung mit zwei aneinandergereihten Motorschutzschaltern
und einer Sammelschiene,
- Figur 8
- eine Detailansicht von schräg oben auf eine erfindungsgemäße Verbindungsanordnung
nach Figur 7, kurz bevor die Kontaktfahnen der Sammelschiene in die Steckfederklemme
eingesteckt werden.
[0017] In den Figuren sind gleiche, ähnliche sowie gleich oder ähnlich wirkende Elemente
mit denselben Bezugsziffern bezeichnet.
[0018] Das Beispiel der Sammelschiene mit Isolierprofil ist hier lediglich beispielhaft
und exemplarisch gewählt und beschrieben, keinesfalls ist die Wahl dieses Beispiels
einschränkend gemeint. Die am Beispiel der Sammelschiene beschriebene Erfindungsidee
lässt sich ohne weiteres auf andere Verbindungselemente, insbesondere auf Steckverbinder
und Wendeverbinder, übertragen, ohne dass es dazu weiterer figürlicher Erläuterungen
bedürfte.
[0019] Es werde zunächst die Figur 7 und 8 betrachtet. Die Figur 7 zeigt eine erfindungsgemäße
Verbindungsvorrichtung 100. Diese weist hier im Beispiel zwei an ihren Breitseiten
aneinandergereihte dreiphasige Motorschutzschalter 1,1' auf. Jeder der beiden Motorschutzschalter
1, 1' hat drei Zugangsklemmen 3, 4, 5, 3', 4', 5' und jeweils gegenüberliegend drei
Abgangsklemmen, in der Abbildung sind nur zwei zu sehen, mit den Bezugszeichen 6,
7. An der Zugangsseite soll eine Sammelschiene 8 angesteckt werden. Die Sammelschiene
8 hat ein Isolierprofil 9, in dem eine Polschiene 10 (siehe Figur 8) angeordnet ist,
an der kammartig sechs Kontaktfahnen 11, 12, 13, 14, 15, 16 angeformt sind und senkrecht
zur Längserstreckungsrichtung der Polschiene abstehen. Wie der Pfeil P in Figur 7
andeutet, wird die Sammelschiene 8 mit den Kontaktfahnen 11, 12, 13, 14, 15, 16 voran
senkrecht auf die Frontseite 17 der Motorschutzschalter aufgesteckt, die Kontaktfahnen
greifen dann in die Klemmenöffnungen ein.
[0020] Figur 8 zeigt in einer Detailansicht eine der Anschlussklemmen von schräg oben. Das
Isolierprofil ist hier von der Sammelschiene entfernt, man sieht die Polschiene 10
und zwei der Kontaktfahnen 12, 13. Bei der Anschlussklemme handelt es sich um eine
Federsteckklemme als Klemmfeder 40. Man sieht den oberen Teil der Schleife 18 und
einen Teil des Klemmflügels 19. Die Kontaktfahnen 12 und 13 befinden sich kurz vor
dem Einstecken in die jeweiligen Klemmenöffnungen.
[0021] Es werden nun die Figuren 1, 2 und 3 betrachtet. Figur 1 zeigt schematisch und exemplarisch
einen Querschnitt durch einen Teil der Verbindungsvorrichtung 100 wie in Figur 7 und
8 gezeigt. Man erkennt einen Teil des Gehäuses des Motorschutzschalters 1: die vordere
Frontseite 20, die hintere Frontseite 21, die vordere Schmalseite 22, die hintere
Schmalseite 23. An der hinteren Schmalseite 21 ist eine Einführöffnung 28 gebildet
zum Einführen der Kontaktfahne 11 der Sammelschiene 8 an die Klemmstelle in Pfeilrichtung
P.
[0022] Die Klemmstelle ist durch eine Federsteckklemme gebildet. Diese hat eine Klemmfeder
40 mit einem Auflageflügel 25, einem Klemmflügel 19 und einer Schleife 18, die den
Klemmflügel 19 mit dem Auflageflügel 25 verbindet und die eine Feder bildet und die
rückstellende Federkraft auf den Klemmflügel 19 bewirkt. Der Klemmflügel 19 hat einen
leichten Knick, sein Klemmende 24 ist leicht nach oben, zu der Frontseite 21 hin,
abgebogen. Mit dem Auflageflügel 25 ist die Klemmfeder 40 an einer Auflageschiene
26 im Inneren des Installationsschaltgerätes 1 abgestützt. Mit dem Klemmende 24 drückt
die Klemmfeder 40 einen eingeführten Anschlussleiter, beispielsweise die Kontaktfahne
11, gegen eine Stromschiene 27. Der elektrische Kontakt erfolgt zwischen der Stromschiene
27 und der Kontaktfahne 11, siehe Figur 2 und 3. Die Stromschiene 27 und die Auflageschiene
26 können Teile eines gemeinsamen Klemmenrahmens sein, sie können aber auch als einzelne
Teile ausgeführt sein. Die Auflageschiene 26 könnte auch als Gehäusevorsprung ausgeführt
sein. An der Stromschiene 27 sind dann weitere Leiterstücke im Inneren des Installationsschaltgerätes
angeschlossen, die den Strompfad von der Klemmstelle aus im Inneren des Installationsschaltgerätes
1 weiterführen.
[0023] In der Darstellung nach Figur 1 sind die Sammelschiene 8 und der Motorschutzschalter
1 noch voneinander getrennt. Die Sammelschiene 8 kann in Richtung des Pfeiles P, mit
der Kontaktfahne 11 voran, in die Einführungsöffnung 28 eingesetzt werden.
[0024] Figur 2 zeigt den Zustand, in dem die Sammelschiene 8 mit der Kontaktfahne 11 voran
in die Einführungsöffnung 28 eingesetzt ist. Die Kontaktfahne 11 drückt das Klemmende
24 der Klemmfeder 40 weg. Das freie Ende der Kontaktfahne 11 hat eine flache Seite,
die an der Stromschiene 27, die ebenfalls mit einer flachen Oberfläche ausgebildet
ist, entlanggleitet. Im eingeschobenen Zustand, siehe Figur 2, drückt das Klemmende
24 des Klemmflügels 19 gegen die dem Klemmflügel 19 zugewandte Seite des Endstückes
der Kontaktfahne 11. Der Bereich, in dem das Klemmende 24 an der Kontaktfahne 11 anliegt,
ist als Klemmstelle 29 bezeichnet. Durch die Druckwirkung des Klemmendes 24 des Klemmflügels
19 auf die Kontaktfahne 11 wird die der Klemmstelle 29 gegenüberliegende Seite der
Kontaktfahne 11 flächig gegen die Stromschiene 27 gedrückt. Der Bereich, in dem die
der Klemmstelle 29 gegenüberliegende Seite der Kontaktfahne 11 flächig an der Stromschiene
27 anliegt, ist als Kontaktstelle 30 bezeichnet.
[0025] An der Kontaktstelle 30 erfolgt der elektrische Kontakt zwischen der Kontaktfahne
11 und der Stromschiene 27. Dort fließt der Strom von der Kontaktfahne 11 in das Installationsschaltgerät
1 hinein oder aus dem Installationsschaltgerät 1 in die Kontaktfahne 11 heraus. An
der Kontaktstelle 30 soll daher ein niedriger elektrischer Übergangswiderstand herrschen.
Wenn die Polschiene mit den Kontaktfahnen 11 aus einem gut leitenden Material, beispielsweise
Kupfer oder einer Kupferlegierung, besteht, ist das bei einem hinreichend großen Anpressdruck
von Seiten der Klemmfeder 40 und deren Klemmende 24 her auf die Klemmstelle 29 erreichbar.
[0026] An der Klemmstelle 29 gibt es keine Stromfluss, die Klemmstelle 29 hat keine elektrische
Kontaktfunktion, nur eine mechanische Funktion. Ein für die Herstellung der Klemmfeder
40 verwendeter Federstahl ist üblicher Weise kein guter elektrischer Leiter, er wird
speziell hinsichtlich seiner federelastischen Eigenschaften optimiert.
[0027] Beim Andrücken des Klemmendes 24 an der Kontaktfahne 11 kann es zu einem Einschneiden
des Klemmendes 24 der Klemmfeder 40 in die aus einem gut leitenden, aber weniger harten
Material bestehende Kontaktfahne 11 im Bereich der Klemmstelle 29 kommen. Es findet
dann ein Festkrallen des Klemmendes 24 des Klemmflügels 19 der Klemmfeder 40 statt.
Die Sammelschiene könnte dann nur mit erhöhtem Kraftaufwand wieder aus der Einführöffnung
28 herausgezogen werden, möglicherweise würde bei mehrmaligem Herausziehen auch die
Klemmfeder 40 oder die Kontaktfahne 11 Schaden nehmen. Um das zu verhindern, ist das
Isolierprofil 9 mit einem von Hand betätigbaren Öffnungsorgan 35 ausgebildet, welches
bei Betätigung das Klemmende 24 der Klemmfeder von der Klemmstelle 29 weg drückt und
somit ein Entfernen der Kontaktfahne 11 aus der Klemme ermöglicht ohne Einsatz eines
zusätzlichen Werkzeugs. Um also immer ohne zusätzliches Werkzeug die Sammelschiene
8 leicht wieder entfernen zu können, wird das Isolierprofil 9 mit einem von Hand betätigbaren
Öffnungsorgan ausgebildet, wie es lediglich beispielhaft in den Figuren 1 - 3 gezeigt
ist.
[0028] Das Öffnungsorgan 35 ist hier im Beispiel in Form eines Doppelarmhebels 35 ausgebildet.
Dessen Schwenkachse 36 befindet sich an einer Anformung 37 an dem Isolierprofil 9,
die von dem Isolierprofil 9 ein Stück weit absteht. Dadurch ist ein von dem Isolierprofil
9 beabstandeter, fest mit dem Isolierprofil 9 verbundener Drehpunkt für den Doppelarmhebel
35 geschaffen, der eine Verschwenkung zu dem Isolierprofil 9 hin und von dem Isolierprofil
9 weg erlaubt. Ein erster Arm 38 des Doppelarmhebels 35 erstreckt sich in etwa parallel
zu der Kontaktfahne 11 in Richtung auf den Klemmflügel 19 der Klemmfeder 40 zu. Ein
zweiter Arm 39 des Doppelarmhebels 35 erstreckt sich in den Raum außerhalb des Isolierprofils
9 und ist bei eingesteckter Sammelschiene 8 von außen mit der Hand betätigbar. In
der hier gezeigten, lediglich als Beispiel dargestellten Ausführungsform, ist der
zweite Arm 39 etwas abgewinkelt, so dass er besser mit einem Finger zum Betätigen
erreichbar ist.
[0029] Figur 1 zeigt die Sammelschiene getrennt von dem Installationsschaltgerät 1. Figur
2 zeigt die Sammelschiene 8 aufgesteckt auf die Einführungsöffnung 28 des Installationsschaltgerätes
1. Das freie Ende des ersten Arms 38 des Öffnungsorgans 35 endet hierbei kurz vor
dem Klemmflügel 19 der Klemmfeder 40.
[0030] Figur 3 zeigt die Situation bei Betätigen des Öffnungsorgans 35. Druck auf den zweiten
Arm 39 in Richtung des Pfeiles D verschwenkt den ersten Arm 38 im Uhrzeigersinn, dieser
drückt dabei das Klemmende 24 des Klemmflügels 19 weg von der Klemmstelle 29, angedeutet
durch den Pfeil F, und die Kontaktfahne 11 kann nach oben herausgezogen werden, siehe
Pfeil E.
[0031] Es werden nun die Figuren 4 - 6 betrachtet. Die darin gezeigte Ausführungsform unterscheidet
sich von der in den Figuren 1 -3 gezeigten Ausführungsform darin, dass hier das Isolierprofil
9 zusätzlich mit einem Rastorgan 31 ausgebildet ist, welches mit einem daran angepassten
Rastelement 32 an dem Gehäuse des Installationsschaltgerätes 1, hier im Beispiel an
der hinteren Schmalseite 23, verrastend zusammenwirkt, wenn die Klemmfeder 40 mit
dem Klemmende 24 die Kontaktfahne 11 an der Klemmstelle 29 festklemmt und an der Kontaktstelle
30 an die Stromschiene 27 andrückt. Das Rastorgan 31 ist eine Rastnase 33 an einem
einseitig federnd eingespannten Rastbalken 34. Das damit korrespondierende Rastelement
32 an dem Gehäuse ist eine an dem Gehäuse angeformte korrespondierende Rastnase oder
eine Rastöffnung (hier in der Figur nicht dargestellt). Das Rastorgan 31 in Verrastung
mit dem Rastelement 32 verhindert ein Losrütteln des Isolierprofils 9 und damit auch
ein Losrütteln der Sammelschiene in industrieller Umgebung, und unterstützt damit
die Klemmwirkung des Klemmendes 24 der Klemmfeder 40 auf die Kontaktfahne 11. Zum
Entfernen der Sammelschiene 8 kann das Rastorgan 31 werkzeuglos mit einem oder mehreren
Fingern weggebogen werden, so dass die Rastnase 33 das Rastelement 32 freigibt, und
mit derselben Hand oder der anderen Hand kann dann die Sammelschiene 8 aus der Einführungsöffnung
28 herausgezogen werden.
Bezugszeichenliste
[0032]
| 1 |
Motorschutzschalter |
23 |
hintere Schmalseite |
| 1' |
Motorschutzschalter |
24 |
Klemmende |
| 3 |
Zugangsklemme |
25 |
Auflageflügel |
| 3' |
Zugangsklemme |
26 |
Auflageschiene |
| 4 |
Zugangsklemme |
27 |
Stromschiene |
| 4' |
Zugangsklemme |
28 |
Einführungsöffnung |
| 5 |
Zugangsklemme |
29 |
Klemmstelle |
| 5' |
Zugangsklemme |
30 |
Kontaktstelle |
| 6 |
Abgangsklemme |
31 |
Rastorgan |
| 7 |
Abgangsklemme |
32 |
Rastelement |
| 8 |
Sammelschiene |
33 |
Rastnase |
| 9 |
isolierprofil |
34 |
Rastbalken |
| 10 |
Polschiene |
35 |
Öffnungsorgan |
| 11 |
Kontaktfahne |
36 |
Schwenkachse |
| 12 |
Kontaktfahne |
37 |
Anformung |
| 13 |
Kontaktfahne |
38 |
erster Arm |
| 14 |
Kontaktfahne |
39 |
zweiter Arm |
| 15 |
Kontaktfahne |
40 |
Klemmfeder |
| 16 |
Kontaktfahne |
100 |
Verbindungsvorrichtung |
| 17 |
Frontseite |
P |
Pfeil |
| 18 |
Schleife |
D |
Pfeil |
| 19 |
Klemmflügel |
E |
Pfeil |
| 20 |
vordere Frontseite |
F |
Pfeil |
| 21 |
hintere Frontseite |
|
|
| 22 |
vordere Schmalseite |
|
|
1. Verbindungsvorrichtung (100), die mindestens ein Installationsschaltgerät (1) mit
einem Gehäuse und mit mindestens einer schraubenlosen Klemme und mindestens ein Verbindungselement
(8) aufweist, wobei das Verbindungselement (8) wenigstens einen Verbindungsleiter
(10) mit wenigstens einer daran angeordneten Kontaktfahne (11) hat,
dadurch gekennzeichnet, dass die Klemme von dem Typ ist, der wenigstens eine als Druckfeder auf eine Klemmstelle
(29) der Kontaktfahne (11) einwirkende Klemmfeder (40) zum Festklemmen der Kontaktfahne
(11) und zum Andrücken einer Kontaktstelle (30) der Kontaktfahne (11) an einer Stromschiene
(27) aufweist, und dass das Verbindungselement (8) mit einem von Hand betätigbaren
Öffnungsorgan (35) ausgebildet ist, welches bei Betätigung die Klemmfeder (40) von
der Klemmstelle (29) weg drückt und somit ein Entfernen der Kontaktfahne (11) aus
der Klemme ermöglicht ohne Einsatz eines zusätzlichen Werkzeugs.
2. Verbindungsvorrichtung (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (8) mit einem Rastorgan (31) ausgebildet ist, welches mit
einem daran angepassten Rastelement (32) an dem Gehäuse des Installationsschaltgerätes
(1) verrastend zusammenwirkt, wenn die Klemmfeder (40) die Kontaktfahne (11) an der
Klemmstelle (29) festklemmt und an der Kontaktstelle (30) an die Stromschiene (27)
andrückt.
3. Verbindungsvorrichtung (100) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Rastorgan (31) eine Rastnase (33) an einem einseitig federnd eingespannten Rastbalken
(34) ist, und dass das damit korrespondierende Rastelement (32) an dem Gehäuse eine
an dem Gehäuse angeformte korrespondierende Rastnase oder eine Rastöffnung ist.
4. Verbindungsvorrichtung (100) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (8) eine Sammelschiene ist, die ein Isolierprofil (9) hat
und wobei der Verbindungsleiter eine in dem Isolierprofil (9) angeordnete Polschiene
ist, und dass das von Hand betätigbare Öffnungsorgan (35) an dem Isolierprofil (9)
ausgebildet ist.
5. Verbindungsvorrichtung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement ein Steckverbinder zur Herstellung einer elektrischen Verbindung
zwischen den Anschlussklemmen eines Motorschutzschalters und eines Schützes ist.
6. Verbindungsvorrichtung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement ein Wendeverbinder ist.