[0001] Die Erfindung betrifft Alpinski für präparierte Pisten und freies Gelände.
Stand der Technik
[0002] Auf präparierten Pisten dominiert heute der geschnittene Schwung. Dieser sog. "Carving
Schwung" wird automatisch ausgelöst durch das Aufkanten des taillierten "Carving Ski".
Im weiteren Schwungverlauf schneidet die Kante eine kreisförmige Rille mit einem durch
die Taillierung vordefiniertem Radius.
Der Radius lässt sich etwas verkleinern durch größere Neigung des Fahrers in der Kurve,
d,h, durch größeren Aufkantwinkel.
[0003] Die Rille im Schnee hat nur begrenzte Abscherfestigkeit und bricht daher mitten im
Carving-Schwung und lässt den Ski seitlich abrutschen wie den klassischen Ski beim
Parallelschwung. Ski-Experten steuern den tatsächlich gefahrenen Kurvenradius durch
Aufkantwinkel (so weit möglich), gewolltes Driften (verlängert die Kurve) oder "jump
turn" (verkürzt die Kurve).
[0004] Die Schwäche des "Carving Schwungs" mit dem taillierten "Carving Ski" ist sein nur
umständlich kontrollierbarer Kurvenradius, der geringe Halt der Kante auf realer Schneeunterläge
und das plötzliche Verreißen eines Ski durch Unebenheiten des Bodens, was zu ernsten
Knieverletzungen führen kann.
[0005] In der Vergangenheit haben sich einige Erfinder um die Lösung der Probleme des Ski-Schwungs
der damals noch nicht-taillierten Skier bemüht und dabei verschiedene Einrichtungen
zum besseren Kurvenfahren vorgeschlagen.
[0006] Das Patent
US 4 752 082 A (Sevington, 1988) beschreibt einen verkehrt U-förmigen Träger, der an der Ski-Oberfläche angebracht
ist und dessen senkrechte Wände bis zu der Schneeunterlage auf beiden Seiten des Ski
reichen. Diese Wände sind im hinteren Ski-Abschnitt wellenartig ausgeschnitten. Jede
"Welle" funktioniert wie eine separate Wirkplatte, d.h. schneidet bei der Rücklage
des Fahrers die Schneeunterlage.
"Der Erfindungsgegenstand sollte das Drehen erleichtern" (Spalte 1, Zeile 9-10), "..der
Skifahrer kann einen Schwung ausführen, in dem er sich nach hinten lehnt und seine
Füße in die gewünschte Fahrt-Richtung dreht... "(Spalte 2, Zeile 61 bis 63),
[0007] Anders als bei den gebogenen Platten in unserer Anmeldung handelt es sich hier um
flache Platten in der Fahrtrichtung, die senkrecht zu der Lauffläche angeordnet sind
und an die Ski-Wange dicht anliegen.
http://www.freepatentsonline.com/4752082.pdf
[0008] Das ungewollte seitliche Wegrutschen bei typischen Ski-Schwung wollten zwei neuere
US-Patentanmeldungen verhindern.
Anton F. Wilson's "Gliding Skis"
US 2004/0084879 A1 sind taillierte Skis mit der vorgeschriebenen Breite "zwischen 25 und 44mm" unter
dem Skischuh und "sekundären Skikanten, die Ski-Schwünge mit variablen Garving-Radien
auf einem einzigen Paar Ski ermöglichen."
http://www.freepatentsonline.com/20040084879.pdf
[0009] Anders als in unserer Anmeldung befestigt man diese "sekundären Skikanten" spiegelbildlich
auch an der Ski-Schaufel, symmetrisch zu der geometrischen Ski-Mitte, wo sich auch
der Skischuh befindet. Weiters setzt unsere Anmeldung die normale Skibreite voraus,
welche die genannten "44mm" in allen Fällen überschreitet.
[0010] Die zweite US-Patentanmeldung, Thomas Frederick Hafer's "Ice Carver Ski"
US 2004/0080142 A1 nennt die zusätzliche Kante "outrigger edge", d.h. Ausleger-Kante und will sie auf
eisigen Pisten einsetzen.
http://www.freepatentsonline.com/20040080142.pdf
[0011] "Ausleger-Kante verbessert die Drehbarkeit und die Steuerung von Ski und Snowboard
auf Eis oder im Schnee. Sie wird angebracht seitlich und etwas oberhalb der normalen
Ski-Kante und berührt den Schnee oder Eis nur bei ausreichender Neigung des Ski im
Bezug auf die Unterlage"
[0012] Anders als in unserer Anmeldung verlaufen diese "outrigger edges" entlang des ganzen
Skis oder bestehen aus mehreren Teilen, die sich über die ganze Länge erstrecken.
[0013] Ein solcher Ski mit "Ausleger-Kanten", wie sie in Fig.4a bis 5b dargestellt ist,
lässt sich überhaupt nicht drehen. Die gebogenen Platten in unserer Anmeldung sind
deshalb sehr kurz (eingeschnittene Länge darf 15% der Skilänge nicht überschreiten).
Doch in der anschließenden Beschreibung seiner techn. Lösung sagt der Erfinder ohne
nähere Erklärung, dass er seine Erfindung in der Nähe des Gewichtszentrums des Skifahrers
angewendet und getestet hat.
[0014] Er meint anscheinend, dass er die "outrigger edges" im Bindungsbereich montiert hat.
In seinen Patentansprüchen 14 bis 16 schränkt er die Länge dieser Kanten ein, ohne
ihre Position am Ski genauer zu erläutern.
[0015] "14. Ein Gegenstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die besagte
Ausleger-Kante nur über einen Abschnitt der besagten ersten Kante erstreckt."
[0016] Für unsere Anmeldung haben wir an unzähligen Prototypen bewiesen, dass sich nur sehr
kurze "outrigger edges" zwischen dem Bindungsbereich und dem hinteren Skiabschluss
wirklich drehen lassen. Und diese sind bei uns an einem schräg aufsteigenden Ski-Heck
angebracht. Solche Ausführung des Ski-Hecks wird in der US-Patentanmeldung
US 2004/0080142 nicht erwähnt.
[0017] Noch vor der Einführung von Carving-Skis hat Manfred Winkler im Jahre 1984 eine "Tandem
Stahlkante" unter
DE 3411000 A1 angemeldet.
http://worldwide.espacenet.com/publicationDetails/biblio?DB=worldwide.espac enet.com&II=0&ND=3&adjacent=true&locale=en
EP&FT=D&date=19850926 &CC-DE&NR=3411000A1&KC=A1
Ziel der Erfindung war ein besserer Halt des geneigten Skis auf steilem und hartem
Hang. Die zweite Kante war der -damals noch fast geradelinigen Skikante- vorgelagert
und verlief schräg nach unten von der Ski-Wange fast bis zu der Ebene der Lauffläche.
Auch diese Erfindung unterscheidet sich von unserer Anmeldung dadurch, dass die zweite
Kante zu lang ist, was eine Ski-Lenkung durch langsame Drehung des ganzen Skis um
die vertikale Achse und die damit verbundene Schrägstellung der zweiten Kante unmöglich
macht. Der Drehwiderstand der eingeschnittenen langen Kante ist einfach zu groß.
[0018] Zum Stand der Technik gehört auch der Ski nach dem Patent
FR 1340 031 A (Barkhausen, 1963): die Verwendung von senkrechten Platten in der Längsrichtung, deren Größe und Form,
die beabsichtigte Funktion der Richtungssteuerung.
Unterschiedlich ist die fixe Anordnung einer Platte unterhalb der Skispitze, die Drehbarkeit
der zweiten Platte und der große Abstand zwischen den beiden Platten. In festere Schneeunterlagen
wird sich dieser Ski festklemmen wie ein Tourenski mit aufgesetztem Harsch-Eisen oder
wie ein stumpfes Sägeblatt im harten Holz. und ist deshalb auf heutigen präparierten
Pisten absolut unbrauchbar.
Der Ski fährt nur im lockeren Schnee, was in seiner Entstehungszeit kein großer Nachteil
war.
Die nach hinten aufsteigende untere Schneide der Platten in unserer Anmeldung erlaubt
deren dosierbares Eindrücken in harte Unterlage, gesteuert durch die Gewichtsverlagerung
entlang der Skiachse. Ungewollt starkes Einschneiden bremst den Ski und bewirkt ein
Kippen des Fahrers nach vorne. Durch den festen Skischuh überträgt sich dieses Drehmoment
auf den Ski und hebt die Platten aus der Verklemmung.
[0019] Der in der Druckschrift
FR 2 706 780 A1 (Pasquet, 1994) beschriebene Ski zeigt entfernte Verwandtschaft mit dieser Anmeldung, obwohl hier
andere Ziele angegeben wurden: nicht die Richtungssteuerung, sondern die Stabilisierung
des Gleitens durch eine zweite Lauffläche, die Rückfahrtsbremse durch das seitlich
am Träger der zweiten Lauffläche befestigte Harsch-Eisen und eine Geschwindigkeitssteuerung
durch rudimentäre finnenartige Zacken. Für die Aktivierung dieser Funktionen ist eine
vorbereitende Fixierung des Winkels zwischen den beiden Laufflächen mittels einer
passenden Unterlage und ein Zusammendrücken der Enden der beiden Laufflächen durch
starke Belastung des Angelpunktes. Auf diese Weise bekommt die längere obere Lauffläche
Schneekontakt und stützt federnd den Skifahrer nach hinten, dabei reichen die am Träger
der oberen Lauffläche befestigten Metallteile in den Schnee und bremsen nach Bedarf.
Diese dürfen keinen zu großen Seitenwiderstand aufweisen, um die klassische Richtungssteuerung
über die Kante nicht zu beeinflussen. Für die Rückfahrtsbremse beim Gehen ist die
Lockerung der vorderen Aufhängung des Trägers notwendig.
[0020] WIPO Patent
WO 9954004 A1 (Railo Egil, Railo Willy, 1999) "Downhill Ski Device" nach dem norwegischen Patent
NO 305913 ersetzt die damals schon übliche Carving-Kante im Bereich des Ski-Schuhs durch eine
senkrechte oder schräggestellte Platte mit kleinerem Radius als die Carving-Kante
selbst.
Anders als in unserer Anmeldung sind die gezeigten Platten nicht in einem sich entgegen
der Skilaufrichtung vergrößernden Abstand zu den Seiten des Skikörpers angeordnet.
Die Platten sind auch nicht spiegelsymmetrisch bezüglich einer Symmetrieebene des
Skis und weisen auch keine nach unten abnehmende Stärke auf.
http://www.freepatentsonline.com/WO1999054004.html
[0021] Japanisches Patent
JP S4842832 A hat schon im Jahre 1973, also noch tief in der Vor-Carving Ära, das Gleiche vorgeschlagen.
Allerdings waren hier die seitlichen Platten, entsprechend der damaligen Zeit, nicht
gebogen.
http://worldwide.espacenet.com/publicationDetails/mosaics?CC=JP&NR=S484 2832A&KC=A&FT=D&ND=3&date=19730621&DB=&locale=en
EP
[0022] Die Einführung von vertikalen flachen Heckfinnen für Kurzski im Jahre 2006 als ein
zweites Steuerungselement (nach den Skikanten) gemäß unserem österreichischem Patent
AT 503 250 brachte leichte Schwungauslösung auch im schwierigen freien Gelände, frei wählbaren
Kurvenradius und besseren Halt in der Kurve. Allerdings muss der Skifahrer die Heckfinnen
durch entsprechende Rücklage tatsächlich belasten, wenn er ihre Vorteile nutzen will,
d.h. er darf nicht in steifer "Carving"-Haltung fahren, sondern dynamisch zwischen
Vorund Rücklage wechseln.
[0023] Bis 2008 wurde weiterentwickelt, die Finnen näher zu Ferse verlegt und eine neue
Finne in der Skiachse eingeführt, dadurch der Anpressdruck auf die Heckfinnen erhöht
und die Laufruhe verbessert. Das Ergebnis wurde patentiert unter
AT 506 544 und als Europäische Patentanmeldung
EP 09450065 publiziert. Eine nicht autorisierte Konkretisierung von
AT 506 544 wurde von Dusan Peterka als
WO 2011098054 A1 angemeldet und als Gebrauchsmuster
AT 12 814 im Jahre 2013 registriert.
[0024] Eine Variante mit geknickter Gleitfläche wurde als Gebrauchsmuster unter
AT 12279 U1 im 2012 registriert.
[0025] Als Nachteil des "Skis mit Heckfinnen" galt die notwendige Rücklage des Fahrers bei
der Schwung-Auslösung. Im Jahre 2012 wurden seitliche Finnen im Bindungsbereich ("Flügel")
eingeführt, die der Skikante vorgelagert sind und sich beim Aufkanten des Skis in
der Kurve automatisch in die Schneeunterlage einschneiden und so den Verlauf von jedem
"Carving"-Schwung steuern,
AT 512 396.
[0026] Alle diese Patente und Gebrauchsmuster verwenden als Finnen flache gerade Platten,
orientiert in der Längsachse des Skis. Diese sorgen für höchste Spurtreue in der momentanen
Fahrtrichtung. Was im Umkehrschluss heißt, dass man vor jeder Richtungsänderung diese
geraden Finnen schräg zu der momentanen Fahrtrichtung stellen muss, d.h. mit einer
gewissen Kraftanstrengung die Skis um ihre vertikale Achsen leicht drehen. Dank der
kurzen Gesamtlänge aller Finnen reicht hier schon ein geringes Drehmoment. Auf einer
Eisplatte kann allerdings diese Schrägstellung ein unkontrolliertes Ausrutschen auslösen.
Dagegen im schweren Schnee verlangt jeder Schwung eine gewisse Anspannung der Beinmuskeln.
[0027] Mit unserer nächsten Patentanmeldung
A 782-2014 vom Oktober 2014 haben wir die Heckfinnen erstmals gebogen und somit die Idee der
taillierten "Carving"Skis (das Aufkanten führt den Ski automatisch in die Kurve) voll
angewendet. Allerdings nur für Seitenfinnen am hinteren Skiabschluss.
[0028] Anders als bei flachen Finnen/geraden Skikanten beginnt die Kurve schon mit leichtem
Aufkanten, verursacht durch die Seitenlage des Skifahrers.
Aufgabe der Erfindung
[0029] Die Erfindung stellte sich als ihre Aufgabe, das Kurvenfahren mit dem Ski auf Pisten
und im freien Gelände wesentlich zu verbessern. Die Kurve muss vollständig "auf der
Kante" gefahren werden können, ohne seitliches Ausrutschen, Springen und desgleichen.
Der Skifahrer und nicht die Geometrie der langen Skikante soll den Kurvenradius bestimmen
und ihn auch im Kurvenverlauf kontinuierlich ändern können.
[0030] Die Erfindung ist vom meistverbreiteten Ski für präparierte Pisten, dem "Carving
Ski" und allen unseren bisherigen Erfindungen ausgegangen und versuchte, die Errungenschaften
der langen "Carving Kante", der gebogenen Heckfinne nach
A782-2014 und der separaten kurzen Seitenfinne im Bindungsbereich ("Flügel") gemäß
AT 512 396 in einem integrierten Leitwerk zu vereinen. Eine einzige schmale gebogene Metallplatte
auf jeder Ski-Seite sollte alle ihre Funktionen übernehmen.
[0031] Das neue Leitwerk befindet sich vollständig hinter dem Wirkpunkt des Fahrer-Gewichts.
Somit kann er den Ski nicht verreißen wie die stark gekrümmte Kante an der Schaufel
der heute üblichen Skiern. Dadurch entfallen typische KnieVerletzungen mit radikalen
"Carvern" wie Kreuzbandriss.
[0032] Die funktionelle Verkürzung der langen "Carving Kante" auf ein Zehntel sollte aber
auch besseren Halt auf harten und steilen Pisten bringen. Denn der Druck auf jeden
cm Kantenlänge ist bei dieser Anmeldung viel höher als bei der üblichen langen Kante.
Das Ziel ist ein Ski, der sehr schnelle Kurven auf der Kante fahren kann, wo herkömmliche
Carving Skier bereits seitlich driften.
[0033] Der Gegenstand unserer Anmeldung sollte nicht nur Bögen mit dem durch die Krümmung
seiner Platten bestimmten Radius fahren können. Der Skifahrer sollte den Kurvenverlauf
durch aktive Beinarbeit bestimmen können.
[0034] Die Vorzüge der bisherigen "Skis mit Heckfinnen" sollten allerdings erhalten bleiben.
Das aufsteigende Ski-Heck mit seinen Finnen ermöglicht die Fahrweise mit angehobenen
Skispitzen. Die Finnen schneiden sichere Spur in beliebige Unterlage und sorgen für
schnelle Richtungsänderung im extremen Terrain.
[0035] Die Erfindung muss sich leicht konfigurieren lassen für unterschiedliche Bedürfnisse.
Einfach durch die Wahl der Finnen-Größe, -Lage, Schrägstellung, - -Querschnitt usw.
Offenbarung der Erfindung
[0036] erfolgt durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils nach Anspruch 1 bis 9.
[0037] Die Erfindung hat die gestellte Aufgabe durch ein neuartiges Leitwerk gelöst, bestehend
aus je einer gebogenen Schneide, die der jeweiligen Skikante vorgelagert ist. Diese
Schneide ist eigentlich die Unterkante einer schmalen gebogenen Platte, die vorne
im Bereich der Schuhsohle bis hinunter zu der Ebene der Ski-Lauffläche reicht und
im weiteren Verlauf gegen die SkiLaufrichtung leicht aufsteigt und sich gleichzeitig
von der Skiachse bogenartig entfernt. Die Platte wird dabei nach innen gebogen (in
Richtung der Skiachse) wie die Skikante selbst.
[0038] Die beiden Platten spiegeln sich in der Symmetrieebene des Skis. Im Unterschied zu
unserer früheren Patentanmeldung nach
A782-2014 beginnen die gebogenen Platten weiter vorne, zwischen dem vorderen und dem hinteren
Backen der Skibindung, d.h. unter der Schuhsohle. Somit wirken ihre vorderen Teile
wie die seitlichen Finnen ("Flügeln") aus unserem Patent
AT 512 396.
[0039] Dabei stehen die Platten nicht senkrecht zu der Ski-Lauffläche, sondern schräg, nach
unten abstehend. Deren zugespitzte Unterkanten verlaufen vorne (unter der Schuhsohle)
kurz parallel zueinander und dann im weiteren Verlauf in Richtung Ski-Heck auseinander
laufen.
[0040] Realisiert wird das Leitwerk durch zwei mit dem Skikörper fest verbundene Metallplatten.
Die Platten sind ca 8 bis 20cm lang und 1 bis 5cm breit. Die Krümmung ist etwa zylindrisch
mit einem Radius zwischen 0,5 und 3 m.
Die Unterkanten der beiden paarweisen Platten liegen vorne (unter der Schuhferse)
etwa 0 bis 3mm über der Ebene der Ski-Lauffläche mit einem seitlichen Abstand von
3 bis 15mm zu der Skikante und steigen dann in Richtung Ski-Heck auf 7 bis 25mm über
die genannte Ebene.
Die Unterkanten sind als Schneiden ausgebildet und stellen das wichtigste Element
der Richtungssteuerung dar. Nach dem Aufkanten des Skis schneiden sie die alles entscheidende
bogenförmige Rille in die Schneeunterlage.
[0041] Dieses Leitwerk könnte auf einem herkömmlichen Alpinski angewendet werden, doch verlangt
das neue Leitwerk eine feinere Steuerung des Einschneidens seiner gebogenen Platten.
Und das ist nur auf einem Ski mit radikal aufsteigendem Heck oder gar einem Stufenheck
möglich.
Durch mehr oder weniger Rücklage kann hier der Skifahrer den Druckpunkt entlang der
gebogenen Schneide verschieben und dadurch den Schneidewinkel und sogar die eingeschnittene
Länge kontrollieren. Denn die Normalstellung des Fahrers hebt den hinteren Teil des
Leitwerks aus dem Schnee.
[0042] Das Leitwerk kann noch um eine einzige flache Heckfinne in der Skiachse erweitert
werden. Diese kurze, in der Seitenansicht etwa dreieckige Platte wird nach unten zugespitzt
und endet ca 1 bis 5mm oberhalb der Ebene der Ski-Lauffläche. Ihre vordere Anlaufkante
verläuft in einem Winkel von 15 bis 30° zu dieser.
[0043] Die besten Fahreigenschaften auf hartem Schnee und Eis wurden beobachtet mit 16cm
langen Platten mit Kurven-Radien um 1 m, die in Seitenansicht langsam ansteigen in
der Heck-Richtung. Das bedeutet 1 mm Höhe über der Ebene der Ski-Lauffläche am vorderen
Ende und 4-12 mm Höhe am hinteren Ende der gebogenen Schneide. Der Abstand zwischen
der Platte und der benachbarten Ski-Kante beträgt am vorderen Ende der Platte ca 0,3
bis 1cm breit..
[0044] Die Platten werden mit einem Neigungswinkel von 15 bis 45° zu der Vertikale, d.h.
zu der Symmetrie-Ebene des Ski montiert, in der Richtung nach unten von dieser abstehend.
Bei der Schräglage des Fahrers in der Kurve und dem entsprechenden Aufkanten des Ski
sollten die Platten möglichst senkrecht in die Schneeunterlage eindringen, was die
optimalste Abscherfestigkeit mit sich bringt.
[0045] Die nach unten zugespitzte Platte ist so dimensioniert, dass sie im gesamten Kurven-Verlauf
tiefer in den Schnee eindringt als die lange Ski-Kante selbst. Außerdem liegt sie
direkt unter der Ferse des Skifahrers und kann so die Kräfte sehr effizient auf die
Schneeunterlage übertragen.
[0046] Die schmale Platte schneidet eine tiefere Rille in der Schneeunterlage, die einer
größeren Zentrifugalkraft standhalten kann als die Rille, die durch die Skikante selbst
entsteht.
[0047] Die Platte reicht von oben bis zu der Ebene der Ski-Lauffläche. Tiefer darf sie nicht
gehen um das Gleiten des Skis auf voller Lauffläche nicht zu beeinflussen.
[0048] Oberer Rand der Platte wird meistens an einem bogenförmig ausgeschnittenen Träger
befestigt.
[0049] Die Platte jeweils einer Seite wird automatisch aktiviert durch die Schräglage des
Fahrers in der Kurve und/oder durch das bewusste Aufkanten schon vor der Kurve.
[0050] An dieser Stelle ist ein Vergleich mit den bisherigen Erfindungen unter dem Titel
"Alpinski mit Heckfinnen" angebracht. Die flachen (nicht gekrümmten) Finnen erzeugen
das für die Kurvenfahrt notwendige Drehmoment einzig und allein durch ihre Querstellung
im Bezug auf die momentane Fahrtrichtung.
[0051] Diese entsteht durch die "Beinarbeit" des Skifahrers und verlangt natürlich gewisse
Kraftanstrengung.
[0052] Bei dem Gegenstand dieser Anmeldung übernimmt die gekrümmt eingeschnittene Rille
diese Anstrengung.
[0053] Im Laufe der umfangreichen Tests haben wir die gebogenen Platten immer weiter nach
vorne, in Richtung Skispitze versetzt. Hinten am aufsteigenden Heck blieb nur die
flache Heckfinne in der Skiachse. Für extremes Gelände haben wir noch ein Paar gegenüberliegenden
Finnen am Heck montiert und dadurch viel stärkeres Einschneiden bei der Fahrt in der
Fallinie erreicht.
Effekte der Erfindung
[0054] Mit dieser Erfindung entstand ein Ski mit kurzen, radikal gekrümmten "Carving" Platten,
die auf beiden Seiten des Ski angebracht werden.
[0055] Durch diese Anordnung wurden die positiven Effekte der modernen "Carving" Skis beibehalten
- in erster Reihe die leichte Schwungauslösung durch bloßes Aufkanten. Die gebogene
Platte ist der benachbarten Ski-Kante vorgelagert. In der Kurve wird sie durch das
Gewicht des Fahrers in die Schneeunterlage gepresst und schneidet dann eine etwa kreisförmige
Rille. Anders als lange Carving-Kante der handelsüblichen Skiern erlaubt diese kurze,
vorgelagerte Platte Carving-Schwünge mit unterschiedlichem Kurven-Radius. Der Fahrer
steuert den zu fahrenden momentanen Kurven-Radius durch das entsprechende "Drehen"
der beiden Skiern in die Kurve.
[0056] Das ungewollte Einschneiden der vorderen Skikante in Unebenheiten der Piste und das
daraus resultierende Verreißen des Skis, wurde eliminiert. Die kurze gebogene Platte
"carvt" saubere Spur sogar auf den Buckeln.
[0057] Der Anpressdruck auf jeden cm der Kantenlänge ist natürlich viel höher als beim herkömmlichen
Ski mit seinen langen Kanten und kann durch eine evtl. Rücklage des Fahrers noch gesteigert
werden. Selbst auf sehr harten Unterlagen und Eis kann dieser Ski auf der Kante fahren,
ohne seitliches Ausrutschen.
[0058] Die Eigenschaften der früheren Erfindung "Ski mit Heckfinnen" wurden ebenfalls beibehalten.
Etwa der variable Kurvenradius durch entsprechende Beinarbeit des Fahrers und die
größere Richtungsstabilität durch die Verwendung der optionalen flachen Heckfinne
in der Skiachse.
[0059] Für steile Abfahrten im freien Gelände lässt sich der erfindungsgemäße Ski auch noch
mit einem Paar seitlicher Heck-Finnen ausstatten. Bei der Fahrweise mit gehobenen
Skispitzen schneiden die Heckfinnen eine sichere Spur in eine eisige oder sonst "nicht
befahrbare" Unterlage.
[0060] Unteranspruch 2
beschreibt eine für die meisten Anwendungsgebiete praktischste Variante dieser Erfindung:
die im Anspruch 1 definierten gebogenen Platten werden in ihren Positionen von einem
Träger gehalten, der auf dem Skikörper fest montiert wird.
[0061] Unteranspruch 3
lässt den erfindungsgemäßen Träger nach dem Ende des Skikörpers aufsteigen. Der so
entstandene Sprung nach Ende der Gleitfläche bremst bei der Rücklage des Fahrers und
vermeidet dadurch Stürze nach hinten. Diese Bauweise wird dem Unteranspruch 4 in den
meisten Fällen vorgezogen.
[0062] Unteranspruch 4
bietet statt einem Sprung eine "geknickte" Gleitfläche, die sich unter einem aufsteigenden
Träger fortsetzt. Dies steigert die Geschwindigkeit beim Gleiten, erhöht aber die
Gefahr des Kippens nach hinten. Weniger geeignet für extrem steiles Gelände, aber
durchaus hervorragend für normale Pisten.
[0063] Unteranspruch 5
positioniert an dem aufsteigenden Träger eine zusätzliche flache Finne in der Symmetrieebene
des Ski, die eine bessere Spurtreue bringt.
[0064] Unteranspruch 6
schränkt die Position der gebogenen Platten auf den Schuh-Bereich ein. Sie enden im
Bereich des hinteren Backens der Skibindung.
[0065] Unteranspruch 7
nützt die nach Unteranspruch 6 freie Seiten des aufsteigenden Trägers für die Platzierung
von zusätzlichen Heckfinnen. Diese Variante der Erfindung eignet sich besonders für
das Freeriding außerhalb der präparierten Pisten. Steile Hänge jeder Art können -nur
auf den Heckfinnen fahrend- bewältigt werden.
[0066] Unteranspruch 8
verzichtet völlig auf ein aufsteigendes Heck und jede Art Heckfinnen. Die erfindungsmäßigen
gebogenen Platten werden auf beiden Seitenwangen eines geeigneten Trägers befestigt
und dieser dann einfach auf einen handelsüblichen Ski im Bindungsbereich aufgesetzt.
[0067] Unteranspruch 9
sieht eine für die Produktion vorteilhafte Ausführung dieser Erfindung als ein integriertes
Leitwerk vor.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0068] In den Zeichnungen ist der Erfmdungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen
die Fig.1 und 1b einen erfindungsgemäßen Ski nach Anspruch 1,2 und 3, d.h. in der
Variante mit einem auf der Oberseite des Skikörpers befestigten Träger und einem Paar
gebogener Platten, die an den ausgeschnittenen Seitenwangen des Trägers angebracht
sind und schließlich auch die mittige Finne in der Symmetrieebene nach Anspruch 5.
[0069] Die Fig.1c, 1d und 1e zeigen Querschnitte durch den erfindungsgemäßen Ski nach Fig.1
und 1b im Trägerbereich. Fig.1c zeigt den Ski-Körper mit dem darüber liegenden Träger
und der hinteren Bindungs-Backe. Fig.1d bringt den Querschnitt des Trägers mit beiden
schräg montierten seitlichen Platten und der senkrechten Finne in der Skiachse nach
Anspruch 5. Fig.1e zeigt schließlich nur den Träger und die beiden seitlichen Platten
in ihrem hinteren Abschnitt.
[0070] Fig.2 und 2b zeigen einen erfindungsgemäßen Ski nach Anspruch 1,2 und 4, d.h. in
der Variante mit einer "geknickten" Gleitfläche, die sich unter einem schräg aufsteigenden
Träger nach hinten fortsetzt, und einem Paar gebogener Platten, die an den ausgeschnittenen
Seitenwangen des Trägers angebracht sind.
[0071] Die Fig.2c, 2d und 2e zeigen Querschnitte durch den erfindungsgemäßen Ski nach Fig.2
und 2b. Fig.2c zeigt den Ski-Körper mit dem darüber liegenden Träger und der hinteren
Bindungs-Backe. Fig.2d und 2e bringen den Querschnitt des Trägers und des darüber
liegenden Ski-Hecks mit beiden schräg montierten seitlichen Platten.
[0072] Fig.3 und 3b zeigen einen erfindungsgemäßen Ski nach Anspruch 1,2,3 und 6, d.h. in
der Variante mit gebogenen Platten nur vorne im Schuh-Bereich und einer unter dem
hinteren Bindungsbacken unterbrochener Gleitfläche, die hier einen "Sprung" bildet.
Nach diesem Sprung steigt die Unterseite des Trägers bis zum Ende auf. Von dieser
gleitfähigen Unterseite ragt eine einzige Heckfinne senkrecht nach unten (siehe den
Anspruch 5).
[0073] Fig.4 und 4b zeigen einen erfindungsgemäßen Ski nach Anspruch 1,2,4 und 6, d.h. in
der Variante mit gebogenen Platten nur vorne im Schuh-Bereich und der "geknickten"
Gleitfläche, die sich unter einem schräg aufsteigenden Träger nach hinten fortsetzt,
und einem Paar gegenüberliegender Heckfinnen nach Anspruch 7. Die dritte Heckfinne
in der Skiachse erfüllt den Anspruch 5.
[0074] Fig.5 und 5b zeigen einen erfindungsgemäßen Ski nach Anspruch 1,2 und 8, d.h. in
der Variante ohne aufsteigendes Heck, nur mit einem Paar gebogener Platten im Bereich
der Schuhsohle, die an den ausgeschnittenen Seitenwangen des Trägers angebracht sind.
[0075] Die Fig.5c, 5d und 5e zeigen Querschnitte durch den erfindungsgemäßen Ski nach Fig.5
und 5b im Bindungsbereich. Jeder Querschnitt zeigt den Ski-Körper, den Träger darüber
und die schrägen gebogenen Platten. Die Fig. 5f und 5g illustrieren die Funktionsweise
des Erfindungsgegenstands im Verlauf des Carving-Schwungs auf der Skipiste. Die Strich-Punkt-Linie
symbolisiert dabei die Schnee-Oberfläche im Querschnitt. In die harte oder eisige
Oberfläche auf Fig. 5f können die Platten nur eine seichte Rille schneiden, während
die Skikante 17 keinen Schneekontakt hat. Ohne die Platten könnte sich die Skikante
auf der eisigen Piste nicht halten und der Ski müsste wahrscheinlich driften, d.h.
seitlich abrutschen. Die Fig. 5g zeigt die Situation auf einer normalen, mittel-harten
Skipiste. Neben einer leicht eingedrückten Skikante 17 schneidet die fast senkrecht
zum Hang stehende dünne Platte 7 eine tiefe Rille.
Beschreibung einer Ausführungsform
[0076] Gemäß dem in der Fig.1 und 1b dargestellten Ausführungsbeispiel wird ein herkömmlicher
Alpinski 1, wie z.B. der sog. "Fun Carver" auf die Länge von ca 1 m verkürzt, d.h.
am hinteren Ende abgeschnitten, wodurch ein neues Ski-Ende 11 entsteht.
[0077] Auf der Oberseite 8 des Skis wird im Bindungsbereich ein Träger 3 montiert, der ab
dem neuen Ski-Ende nach hinten leicht aufsteigt. An diesem Träger werden die gebogenen
Platten 7 und die flache senkrechte Finne 12 in der Symmetrieebene des Ski befestigt.
[0078] Die Seitenwangen 5 des Trägers 3 werden bogenförmig ausgeschnitten und außerdem abgeschrägt,
damit sie als Auflageflächen für die gebogenen Platten 7 dienen können.
[0079] Die Platten 7 selbst werden gemäß der Figur 1b aus Alu-Platte mit Stärke 3mm ausgeschnitten
und gemäß Fig.1 sanft gebogen, bis ihre unteren Kanten 10 einen Kreis-Segment mit
dem Kurvenradius zwischen 0,7 und 1,5m bilden. Dann werden die Platten 7 mittels ca.
6 Schrauben an den Seitenwangen 5 des Trägers befestigt, symmetrisch zu der Skiachse.
Die untere Platten-Kante 10 darf nicht unter der Ebene der Ski-Lauffläche 6 liegen.
[0080] Schließlich wird an der Unterseite des hinteren Abschnitts des Trägers 3 in seiner
Längsachse eine einzelne Heckfinne 12 aus eloxiertem Aluminium befestigt. Ihre untere
Spitze liegt ca 2mm oberhalb der Ebene der Gleitfläche 6.
[0081] Die unteren Kanten 10 der gebogenen Platten und der Heckfinne 12 werden nach unten
zugespitzt.
[0082] Der hintere Abschluss des Trägers 3 wird schwalbenschwanz-artig ausgeschnitten, um
bessere Spurführung im steilen und weichen Schnee zu erreichen.
[0083] Auf dem Ski 1 ist eine beispielhafte Sicherheitsbindung 2,4 montiert.
[0084] Gemäß dem in der Fig.2 und 2b dargestellten Ausführungsbeispiel wird ein herkömmlicher
Alpinski 1, wie z.B. der sog. "Fun Carver" auf die Länge von ca 1,20 m verkürzt, d.h.
am hinteren Ende abgeschnitten, wodurch ein neues Ski-Ende 11 entsteht. Unser Ziel
ist es, das Heck 9 des so verkürzten Ski aufsteigen zu lassen, ohne die Gleitfläche
6 zu unterbrechen oder zu beschädigen.
[0085] Dazu wird der Ski ca 1m ab der Ski-Spitze "geknickt", d.h. seine Oberfläche wird
an dieser Stelle 13 quer zu der Skiachse bis zu der Gleitfläche 6 eingeschnitten.
Der Skibelag darf dabei nicht eingeschnittene werden.
Das Einschneiden wird 2mm links und rechts von der ersten Rille leicht schräg wiederholt,
bis sich das Ski-Heck 9 knicken läßt und nach hinten in einem Winkel von ca 15 Grad
zum Skikörper 1 aufsteigt.
[0086] Der so geknickte Ski wird überlappt und somit stabilisiert mit einem geeigneten Träger
3. Dieser wird fest verschraubt sowohl mit dem Ski-Heck 9 als auch mit dem Skikörper
1 vor dem Knick. Die Seitenwangen 5 des Trägers werden dann bogenförmig ausgeschnitten
und außerdem abgeschrägt, damit sie als Auflageflächen für die gebogenen seitlichen
Platten 7 dienen können.
[0087] Die Platten 7 selbst werden gemäß der Figur 2b aus Alu-Platte mit Stärke 3mm ausgeschnitten
und gemäß Fig.2 sanft gebogen, bis ihre unteren Kanten 10 einen Kreis-Segment mit
dem Kurvenradius zwischen 0,7 und 1,5m bilden. Dann werden die Platten 7 mittels ca
6 Schrauben an den Seitenwangen 5 des Trägers 3 befestigt, symmetrisch zu der Skiachse.
Die untere Platten -Kante 10 darf nicht unter der Ebene der Ski-Lauffläche 6 liegen.
[0088] Die unteren Kanten 10 beider gebogenen Platten werden nach unten zugespitzt. Der
hintere Abschluss des Trägers 3 wird schwalbenschwanz-artig ausgeschnitten, um bessere
Spurführung im steilen und weichen Schnee zu erreichen.
[0089] Auf dem Ski 1 ist eine beispielhafte Sicherheitsbindung 2,4 montiert.
[0090] Gemäß dem in der Fig.5 und 5b dargestellten Ausführungsbeispiel wird auf einem herkömmlichen
Ski 1 in seinem Bindungsbereich ein Aufbau 3 montiert, der als Träger für die seitlichen
gebogenen Platten 7 dienen wird.
[0091] Seine Wangen 5 werden kreisförmig (Radius ca Im) ausgeschnitten, symmetrisch zu der
Skiachse und außer dem abgeschrägt (15 bis 50 Grad von der Senkrechten) . Die Sekanten
der beiden ausgeschnittenen Segmente laufen zueinander in der Fahrtrichtung des Skis,
d.h. der Aufbau ist vorne schmaler. Hier laufen die Tangenten der beiden Wangen praktisch
parallel zueinander. Der Träger wird schließlich auf der Ski-Oberseite 8 angebracht,
wie eine so genannte "Carving Platte".
[0092] Die Platten selbst werden gemäß der Figur 5b aus Alu-Platte mit Stärke 3mm ausgeschnitten.
Die untere Kante 10 der Platte 7 darf nicht unter der Ebene der Ski-Lauffläche 6 liegen.
Im vorderen Teil verläuft sie bogenartig, erreicht nach einem Zehntel der Länge ihren
tiefsten Punkt und steigt dann bis zu ihrem hinteren Ende geradlinig auf, wo sie ca
5% der Kanten-Länge über der Ebene der Ski-Lauffläche 6 liegt. Die beiden fertigen
Platten werden jetzt wie die Wangen des Trägers kreisförmig gebogen. Die Krümmung
ist dann richtig, wenn die obere Kante 16 der Platte 7 den Radius von ca 1m aufweist.
[0093] Entlang dieser Oberkante 16 werden jetzt in regelmäßigen Abständen 6 Löcher gebohrt
und die beiden Platten 7 dann mittels 6 Schrauben an den Wangen 5 befestigt. In der
Draufsicht ergeben die beiden Platten ein konkaves Gebilde.
[0094] Der Träger 3 und die zwei spiegelbildlich gebogenen Platten 7 bilden zusammen das
eigentliche Leitwerk. Es wird am besten aus einer Gussform, Material ist eloxiertes
Aluminium.
[0095] Auf dem Träger 3 selbst wird dann der hintere Bindungsbacken 2 montiert. Und zwar
so, dass hintere Ende von Skischuh in etwa über dem hinteren Ende der gebogenen Platte
liegt. Abhängig von der Schuhgröße wird dann der vordere Bindungsbacken 4 auf dem
vorderen Ende des Trägers angebracht.
1. Alpinski mit einer Einrichtung für das Kurvenfahren,
wobei die Einrichtung aus zwei schmalen, in der Längsrichtung leicht gebogenen Platten
(7) besteht, welche auf beiden Seiten des Skikörpers(1) in einem kleinen Abstand zu
diesem fix angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass sich die gebogenen Platten in der Symmetrieebene des Ski spiegeln, wobei der Abstand
beider Platten im Bereich der Schuh-Ferse am kleinsten ist und sich entgegen der SkiLaufrichtung
vergrößert und die genannten Platten nach unten zum Schneeboden hin schräg auseinander
laufen,
wobei die Stärke der Platten nach unten abnimmt.
2. Alpinski nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die genannten gebogenen Platten (7) von einem auf der Oberseite (8) des Skikörpers
(1) befestigten unverstellbaren Träger (3) gehalten werden, welcher zwei schräge,
in der Draufsicht bogenartig ausgeschnittene Seitenwangen (5) aufweist, auf denen
die nach unten zum Schneeboden hin verlaufende, in diesen eindrückbäre, gebogene Platten
(7) befestigt werden.
3. Alpinski nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass der Träger (3) nach dem hinteren Endabschnitts des Ski (9) entgegen der Laufrichtung
in spitzem Winkel zur Oberseite (8) des Skikörpers (1) nach oben verläuft, wobei zwischen
der Unterseite des aufsteigenden hinteren Teils des Trägers und der Gleitfläche des
Ski (6) ein Sprung entsteht. (Fig. 1b).
4. Alpinski nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass der hintere Endabschnitts des Ski (9) und der darüber liegende hintere Teil des Trägers
(3) entgegen der Laufrichtung in spitzem Winkel zur Oberseite (8) des Skikörpers (1)
nach oben verlaufen, wobei die Unterseite des hinteren Endabschnitts des Ski an die
Gleitfläche des Ski (6) ohne einen Sprung anschließt (13). (Fig. 2b).
5. Alpinski nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet,
dass aus dem aufsteigenden hinteren Teil des Trägers (3) eine in der Symmetrieebene des
Ski liegende Finne (12) nach unten zum Schneeboden hin ragt, welche die Form eines
nicht-gebogenen Plättchens aufweist und oberhalb der Ebene der Gleitfläche des Ski
(6) angeordnet ist. (Fig. 1, 1b, 1d,3b,3f,4b,4f).
6. Alpinski nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass sich die genannten gebogenen Platten (7) entgegen der Laufrichtung des Ski nur bis
zu dem hinteren Backen (2) der Skibindung erstrecken, wobei das vordere Ende (14)
der Platten zwischen dem vorderen Backen (4) der Skibindung und dem hinteren Backen
(2) liegt. (Fig. 3,4).
7. Alpinski nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
dass auf den Seitenwangen des aufsteigenden hinteren Teil des Trägers (3) ein Paar gegenüber
liegender Finnen (15) befestigt wird, welche nach unten zum Schneeboden hin ragen
und die Form der nicht-gebogenen Plättchen aufweisen. (Fig. 4,4b,4f,4g).
8. Alpinski nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass der genannte Träger (3) entgegen der Laufrichtung des Ski nur bis zu dem hinteren
Backen (2) der Skibindung reicht, der hintere Endabschnitts des Ski (9) nicht aufsteigt
und die genannten gebogenen Platten (7) nur durch das Aufkanten des Ski beim Durchfahren
einer Kurve in die Wirkstellung bringbar sind. (Fig. 5 bis 5g).
9. Alpinski nach Anspruch 5,6,7 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
dass der Träger (3) und die zwei gebogenen Platten (7), sowie alle am aufsteigenden hinteren
Teil des Trägers (3) befestigte Finnen (12,15) eine materielle Einheit bilden, z.B.
ein Gußstück oder ein Produkt des 3D-Druckers.