[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Formen oder Kernen, insbesondere
für Gießereizwecke, wobei Formstoff oder Sand und wenigstens ein Binder, der zumindest
überwiegend anorganisch, wasserlöslich und/oder hygroskopisch ist, mittels einer Mischvorrichtung
gemischt werden und wobei diese Mischung mit Hilfe einer Zuführeinrichtung wenigstens
einer Sandvorratseinheit einer Kern- oder Formherstellungsvorrichtung zugeführt wird.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zur Herstellung von Formen oder Kernen,
insbesondere für Gießereizwecke, mit einer Mischvorrichtung zum Vermischen von Formstoff
oder Sand und einem Binder, der wenigstens überwiegend anorganisch, wasserlöslich
und/oder hygroskopisch ist, und mit einer Zuführeinrichtung zum Weiterleiten der Mischung
zu einer Sandvorratseinheit einer Kern- oder Formherstellungsvorrichtung.
[0003] Ein derartiges Verfahren und eine vergleichbare Vorrichtung sind aus der Praxis bekannt
und haben sich bewährt.
[0004] Es kann jedoch passieren, dass während des Mischvorgangs und auch danach in dem Binder
ursprünglich enthaltene Feuchtigkeit austritt, so dass die Mischung stellenweise antrocknet
und verkrustet, was einerseits die Weiterbeförderung und Zuführung der Mischung zur
Kern- oder Formherstellungsvorrichtung erschweren und andererseits die Mischvorrichtung
sowie die nachgelagerte Zuführeinrichtung und die Sandvorratseinheit verschmutzen
lassen kann. Auch die Formherstellungsvorrichtung selbst kann durch verklumpte Mischung
verstopft werden. Ausschuss, Produktionsstopp und ein hoher Reinigungsaufwand der
gesamten Anlage - von der Mischvorrichtung bis hin zur Formherstellungsvorrichtung
- können die Folge sein.
[0005] Bisher werden diese Probleme durch kurze Reinigungsintervalle, durch Kühlung der
Mischung oder gegebenenfalls durch eine Erhöhung des Bindemittelanteils, also durch
zusätzlichen Aufwand reduziert werden.
[0006] Es besteht deshalb die Aufgabe, ein Verfahren und auch eine Vorrichtung der eingangs
genannten Art zu schaffen, bei welcher ein frühzeitiges Antrocknen und Verkrusten
der Mischung und die damit einhergehende Verschmutzung der Mischvorrichtung und/oder
der Zuführeinrichtung und/oder Sandvorratseinheit weitgehend vermieden wird.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe sieht das eingangs definierte Verfahren vor, dass der mischungsfreie
Bereich der Mischvorrichtung wenigstens zeitweise und/oder der zwischen der Mischvorrichtung
und der Kern- oder Formherstellungsvorrichtung befindliche mischungsfreie Bereich
der Zuführeinrichtung und/oder der mischungsfreie Bereich der Sandvorratseinheit hinter
der Zuführeinrichtung und vor der Kern- oder Formherstellungsvorrichtung befeuchtet
oder feucht gehalten werden. Durch das Befeuchten stellt sich in den genannten Bereichen
eine hohe Luftfeuchtigkeit ein, die ein Verdunsten oder Austreten von Feuchtigkeit
aus der Mischung unterbinden oder vermindern kann. Somit kann die Mischung weder vollständig
noch teilweise aushärten oder antrocknen oder Verkrustungen bilden. Verschmutzungen
der Mischvorrichtung und/oder der Zuführeinrichtung und/oder der Sandvorratseinheit,
aber auch der Kern- oder Formherstellungsvorrichtung, können also vermindert und/oder
die notwendigen Reinigungsintervalle verlängert werden. Dieser Umstand kann sich insbesondere
positiv auf die Produktivität des Kern- und Formherstellungsprozesses auswirken und
darüber hinaus können die Reinigungsintervalle verlängert und die Reinigungskosten
gesenkt werden.
[0008] Besonders günstig ist es dabei, wenn der mischungsfreie Bereich der Mischvorrichtung
zumindest während des Mischvorgangs wenigstens zeitweise befeuchtet oder feuchtgehalten
wird. Vor allem durch den Mischvorgang könnte Feuchtigkeit aus der Mischung in den
mischungsfreien Bereich austreten. Durch die Befeuchtung des mischungsfreien Bereichs
kann in einfacher Weise verhindert werden, dass Feuchtigkeit aus der Mischung austritt,
diese antrocknet, sich an Teilen der Mischvorrichtung festsetzt und die Mischvorrichtung
verschmutzt.
[0009] Außerdem kann es günstig sein, wenn ein Verdunsten oder Austreten von Feuchtigkeit
aus der Mischung dadurch vermindert oder unterbunden wird, dass oberhalb der Mischung
durch Zuführung von Feuchtigkeit die Luftfeuchtigkeit hochgehalten, insbesondere auf
etwa 70 % bis 100 %, vorzugsweise auf etwa 80 % bis 100 % gehalten wird. Solche Luftfeuchtigkeitswerte
minimieren den Feuchtigkeitsgradienten zwischen der Mischung und der die Mischung
umgebenden Luft, wodurch eine Abgabe von Feuchtigkeit aus der Mischung an die Luft
durch Verdunsten und ein damit einhergehendes, ungewolltes Aushärten der Mischung
weitestgehend verhindert werden kann.
[0010] Dabei ist es möglich, dass die zum Befeuchten dienende Flüssigkeit oder das zum Befeuchten
dienende Wasser mittels Ultraschall zu einem schwebefähigen Aerosol zerstäubt und
der Mischvorrichtung und/oder der Zuführeinrichtung und/oder der Sandvorratseinheit
zugeführt wird. Das schwebfähige Aerosol weist dabei derart kleine Flüssigkeitsbestandteile
auf, dass diese direkt verdunsten und die Luftfeuchtigkeit steigern können, ohne zuvor
zu kondensieren und ohne sich als Kondensat in der Mischvorrichtung und/oder der Zuführeinrichtung
und/oder der Sandvorratseinheit niederschlagen. Die Größe der durch Ultraschall erzeugten
Flüssigkeitsteilchen kann in der Größenordnung von 0,01 mm oder darunter liegen. Gleichzeitig
wird eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit erzielt, die das Austrocknen des Sand-Binder-Gemischs
verhindern kann. Sowohl der Mischvorgang als auch die Zuführung und die Bevorratung
des Sandbindergemischs können prozesssicher erfolgen.
[0011] Das Aerosol beziehungsweise die Menge dieses schwebfähigen Aerosols und die Größe
des mit dem Aerosol versehenen Volumenstroms kann durch Veränderung der von dem/den
Ultraschallgeber(n) abgegebenen Pulspakete und/oder durch Veränderung der Spannung
des/der Ultraschallgeber eingestellt werden. Auf diese Weise lässt sich die Menge
des schwebfähigen Aerosols, womit die die Mischvorrichtung und/oder die Sandvorratseinheit
befeuchtet wird, an die vorhandenen Verhältnisse wie Atmosphärenfeuchtigkeit, Größe
des zu befeuchtenden Volumens und Umgebungstemperatur anpassen.
[0012] Eine besonders zweckmäßige Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann darin
bestehen, dass das schwebefähige Aerosol gebildet und über eine oder mehrere Leitungen
der Mischvorrichtung und/oder der Zuführeinrichtung und/oder der Sandvorratseinheit
zugeleitet wird. Die Erzeugung des Aerosols geschieht somit außerhalb der Misch-,
Zuführ- und/oder der Sandvorratseinheit. Für die Herstellung des Aerosols wird also
in der Misch-, Zuführ- und/oder der Sandvorratseinheit kein zusätzlicher Bauraum benötigt.
Dennoch ist es möglich, eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit bereitzustellen, so
dass ein Antrocknen des Sand-Binder-Gemisches vermieden werden kann, ohne aber zuviel
Flüssigkeit zuzuführen, wodurch insbesondere der Binder eventuell ausgeschwemmt oder
gelöst werden könnte.
[0013] Zur Lösung der Aufgabe ist die eingangs definierte Vorrichtung dadurch gekennzeichnet,
dass an der Mischvorrichtung und/oder an der Zuführeinrichtung und/oder an der Sandvorratseinheit
eine deren Inneres beaufschlagende oder in deren Inneres mündende Befeuchtungseinrichtung
vorgesehen ist. Mit Hilfe der Befeuchtungseinrichtung kann das Erzeugen und die Aufrechterhaltung
der gewünschten Luftfeuchtigkeit in besonders einfacher Weise erreicht werden, so
dass das Risiko eines Antrocknens aufgrund von Feuchtigkeitsverlust der Mischung in
der Mischvorrichtung und/oder in der Zuführeinrichtung und/oder in der Sandvorratseinheit
vermindert sein kann. Dies kann in günstiger Weise die Verschmutzung der Mischvorrichtung
und/oder der Zuführeinrichtung und/oder der Sandvorratseinheit, aber auch der nachgelagerten
Kern- oder Formherstellungsvorrichtung, vermindern.
[0014] Dabei ist es möglich, dass die Befeuchtungseinrichtung wenigstens einen Ultraschallgeber
in Form eines Ultraschallzerstäubers für Wasser oder für eine insbesondere Wasser
enthaltende Flüssigkeit aufweist. Die Erfindung macht sich also die Tatsache oder
Erkenntnis zunutze, dass mit Ultraschallzerstäubern Wasser oder eine Wasser enthaltende
Flüssigkeit derart zerstäubt werden kann, dass die einzelnen Tröpfchen kleiner als
20 Tausendstel Millimeter oder sogar kleiner als 10 Tausendstel Millimeter sein können,
so dass sie in Luftfeuchtigkeit übergehen und sich nicht oder kaum als Feuchtigkeitsfilm
auf Teilen der Mischvorrichtung und/oder der Zuführeinrichtung und/oder der Sandvorratseinheit
niederschlagen.
[0015] Dabei ist es besonders günstig, wenn der/die Ultraschallzerstäuber und ein dazu gehörende
Flüssigkeitsreservoir räumlich von der Mischvorrichtung und/oder von der Zuführeinrichtung
und/oder von der Sandvorratseinheit getrennt angeordnet und mit dem/den zu befeuchtenden
Bereich(en) über zumindest eine Rohr- oder Schlauchleitung verbunden ist/sind. Versuche
haben gezeigt, dass das durch einen Ultraschallzerstäuber aus Wasser oder aus einer
wasserhaltigen Flüssigkeit gebildete schwebende Aerosol problemlos über mehrere Meter
durch eine solche Leitung transportiert werden kann, um an gewünschter Stelle ausreichend
feuchte Luft bereitzustellen, die ein Eintrocknen des Gemisches aus Sand oder Formstoff
und Binder insbesondere in der Mischvorrichtung selbst, der Zuführeinrichtung und/oder
der Sandvorratseinheit verhindert, ohne diese Mischung aber zu sehr zu durchnässen.
Das Flüssigkeitsreservoir mit dem/den Ultraschallgeber(n) kann so in vorteilhafter
Weise an einer Stelle der Form- oder Kernschießmaschine beziehungsweise nahe dieser
Maschine angeordnet werden, wo ausreichend Platz dafür vorhanden ist.
[0016] Besonders zweckmäßig dabei ist es, wenn die Mischvorrichtung, die Zuführeinrichtung
und die Sandvorratseinheit jeweils über eine Rohr- oder Schlauchleitung mit der Befeuchtungseinrichtung
verbunden sind. Mit separat für die einzelnen Vorrichtungsbereiche vorhandenen Rohr-
oder Schlauchleitungen kann feuchte Luft individuell auf die einzelnen Prozessschritte
abgestimmt in die Mischvorrichtung, die Zuführeinrichtung und/oder die Sandvorratseinheit
eingeleitet werden. So kann mit noch größerer Sicherheit verhindert werden, dass das
Sandbindergemisch in einem der vorgenannten Bereiche Feuchtigkeit verliert, antrocknet
und diese verschmutzt.
[0017] Eine erfindungsgemäße Weiterbildung der Vorrichtung kann vorsehen, dass die Anzahl
der Ultraschallzerstäuber mindestens der Anzahl der Rohr- oder Schlauchleitungen entspricht
und je Rohr- oder Schlauchleitung wenigstens ein Ultraschallzerstäuber vorgesehen
ist. Mit wenigsten einem Ultraschallzerstäuber je Rohrleitung ist es möglich, dass
selbst bei unterschiedlichen Luftfeuchtigkeitswerten in den zu befeuchtenden Bereichen
eine ausreichende Menge an Flüssigkeit zerstäubt und den jeweiligen Bereichen zugeführt
werden kann, um ein Austrocknen und Verkrusten der Mischung zu verhindern.
[0018] Außerdem kann es günstig sein, wenn zur Beförderung der Feuchtigkeit oder des Aerosols
von dem/den Ultraschallzerstäuber(n) zu der Mischvorrichtung und/oder Zuführeinrichtung
und/oder Sandvorratseinheit ein Ventilator oder ein Druckgasanschluss insbesondere
oberhalb der Flüssigkeitsoberfläche im Flüssigkeitsreservoir angeordnet ist. Das Aerosol
könnte zwar vor allem bei relativ kurzen Leitungen aufgrund seines Eigendrucks zu
der Mischvorrichtung und/oder Zuführeinrichtung und/oder Sandvorratseinheit strömen,
jedoch kann ein Ventilator oder ein Druckgasanschluss diese Strömung verbessern beziehungsweise
auch einen größeren Abstand des Ultraschallzerstäubers von den mit feuchter Luft zu
versorgenden Bereichen der Vorrichtung ermöglichen. Ferner können durch einen Ventilator
und/oder einen Druckgasanschluss Höhenunterschiede zwischen dem Ultraschallzerstäuber
und der besagten Bereiche der Vorrichtung an der Kernschießeinrichtung überwunden
werden. Vor allem kann das Aerosol auch nach oben gefördert werden, so dass der Ultraschallzerstäuber
mit dem Flüssigkeitsreservoir auch tiefer angeordnet sein kann, wo in der Regel genügend
Platz dafür vorhanden ist. Außerdem ist bei einer solchen Anordnung von Vorteil, dass
ein eventuell auftretendes Kondensat an den inneren Wandungen des Rohres oder des
Schlauches, worin das Aerosol transportiert wird, nach unten in das Flüssigkeitsreservoir
zurückfließen kann.
[0019] Eine abgewandelte Ausführungsform der Erfindung kann vorsehen, dass die Zuführeinrichtung
wenigstens ein beweglicher Transportkübel ist. Mit einem beweglichen Transportkübel
als Zuführeinrichtung ist es möglich, das Sand-Binder-Gemisch von der Mischvorrichtung
zu der Sandvorratseinheit der Kern- oder Formherstellungsvorrichtung auch über größere
Distanzen zu transportieren.
[0020] Nachstehend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher
beschrieben. Die einzige Figur zeigt in schematisierter Darstellung
einen Längsschnitt einer Mischvorrichtung, einer Zuführeinrichtung sowie einer Sandvorratseinheit
mit anhängiger Kern- oder Formherstellungsvorrichtung sowie eine Befeuchtungseinrichtung
mit zwei Ultraschallzerstäubern und Flüssigkeitsreservoir und mit drei Zuführleitungen,
von denen eine zu der Mischvorrichtung, eine zu der Zuführeinrichtung und eine zu
der Sandvorratseinheit verläuft.
[0021] Eine im Ganzen mit 1 bezeichnete Vorrichtung zur Herstellung von Formen oder Kernen,
im Ausführungsbeispiel zur Herstellung von Kernen für Gießereizwecke, weist eine Mischvorrichtung
20 mit einem Mischwerkzeug 22 zum Herstellen einer Mischung M durch Vermischen von
Formstoff oder Sand und einem Binder, eine Zuführeinrichtung 30 zum Weiterleiten der
Mischung M zu einer Sandvorratseinheit 40 mit einer Verschlusseinrichtung 42 sowie
eine Kern- oder Formherstellungsvorrichtung 50 auf.
[0022] Zur Befeuchtung der Luft in der Vorrichtung 1 dient eine Befeuchtungseinrichtung
2 mit zwei Ultraschallzerstäubern 60 für Wasser oder für eine insbesondere Wasser
enthaltende Flüssigkeit 71 und mit einem Flüssigkeitsreservoir 70. Mit Hilfe dieser
Ultraschallzerstäuber 60 kann die Flüssigkeit 71 zu einem feinen Aerosol zerstäubt
werden. Dieses Aerosol ist durch die beiden Wolkenpilze 61 im Inneren des Flüssigkeitsreservoirs
70 in der Figur angedeutet.
[0023] Eine nicht dargestellte Ausführungsform der Vorrichtung kann aber auch vorsehen,
dass drei Ultraschallzerstäuber 60 vorgesehen sind, von denen jeweils einer einer
der drei Rohrleitungen 81, 82 und 83 zugeordnet ist, sodass also für die Flüssigkeitszufuhr
in die zu befeuchtenden Bereiche je Rohrleitung 81, 82 und 83 wenigstens ein Ultraschallzerstäuber
zur Verfügung steht. So kann die Feuchtigkeitsmenge für die einzelnen Bereiche individuell
bemessen und zugeführt werden.
[0024] Anhand der Figur ist auch zu erkennen, dass die Befeuchtungseinrichtung 2 mit den
Ultraschallzerstäubern 60 und dem Flüssigkeitsreservoir 70 räumlich von der Mischvorrichtung
20, der Zuführeinrichtung 30 und der Sandvorratseinheit 40 getrennt angeordnet, jedoch
mit den zu befeuchtenden Bereichen über Rohrleitungen 81, 82 und 83 verbunden sind,
die direkt von dem Flüssigkeitsreservoir 70 in die genannten Bereiche der Vorrichtung
1 hineinreichen und dort mischungsfreie Bereiche 21, 31 und 41 mit feuchter Luft versorgen.
Im Ausführungsbeispiel weist nicht nur die Mischvorrichtung 20, sondern auch die Zuführeinheit
30 und die Sandvorratseinheit 40 zumindest zeitweise jeweils einen mischungsfreien
Bereich 31 und 41 auf.
[0025] Im flüssigkeitsfreien Bereich des Flüssigkeitsreservoirs 70 ist darüber hinaus ein
Ventilator 90 sowie ein Druckgasanschluss 10 zu erkennen. Entweder der Ventilator
90 oder der Druckgasanschluss 10 oder bevorzugt beide dienen der Beförderung und des
Transports des von den Ultraschallzerstäubern 60 hergestellten Aerosols über die Rohrleitungen
81, 82 und 83 zu der Mischvorrichtung 20, der Zuführeinrichtung 30 und der Sandvorratseinheit
40.
[0026] Über die Rohrleitungen 81, 82 und 83 wird ausreichend feuchte Luft oberhalb der Mischung
M in die Mischungsvorrichtung 20, die Zuführeinrichtung 30 und die Sandvorratseinheit
40 eingeblasen, so dass die Mischung M in keinem der drei Bereiche der Vorrichtung
1 aushärten und antrocknen kann, was die Verschmutzung der Vorrichtung 1 verhindert
und dadurch den unterbrechungsfreien Betrieb der Vorrichtung 1 verbessert sowie die
Qualität der erzeugten Sandkerne steigert.
[0027] Eine abgewandelte, nicht näher dargestellte Ausführungsform der Vorrichtung 1 kann
vorsehen, dass die Zuführeinrichtung 30 wenigstens ein Transportkübel ist, der beispielsweise
mit Hilfe einer Schienenbahn oder mit einem Kran zwischen Mischvorrichtung 20 und
Sandvorratseinheit 40 bewegt werden kann. Insbesondere zur Überbrückung größerer Distanzen
zwischen der Mischvorrichtung 20 und der Sandvorratseinheit 40 kann dies günstig sein.
[0028] Zur Herstellung von Formen oder Kernen für Gießereizwecke aus einer Mischung M aus
Formstoff oder Sand und wenigstens einem Binder wird die Mischung M mittels einer
Mischvorrichtung 20 gemischt und mit Hilfe einer Zuführeinrichtung 30 wenigstens einer
Sandvorratseinheit 40 einer Kern- oder Formherstellungsvorrichtung 50 zugeführt, wobei
der mischungsfreie Bereich 21 der Mischvorrichtung 20 wenigstens zeitweise und/oder
die zwischen der Mischvorrichtung 20 und der Kern- oder Formherstellungsvorrichtung
50 befindliche Zuführeinrichtung 30 und/oder die Sandvorratseinheit 40 hinter der
Zuführeinrichtung 30 und vor der Kern- oder Formherstellungsvorrichtung 50 mittels
einer Flüssigkeit 71 befeuchtet oder feucht gehalten wird, wobei die zum befeuchten
dienende Flüssigkeit 71 durch wenigstens einen Ultraschallzerstäuber 60 zu einem schwebefähigen
Aerosol zerstäubt und der Mischvorrichtung 20 und/oder der Zuführeinrichtung 30 und/oder
der Sandvorratseinheit 40 über Rohrleitungen 81, 82 und 83 zugeführt wird.
1. Verfahren zur Herstellung von Formen oder Kernen, insbesondere für Gießereizwecke,
wobei Formstoff oder Sand und wenigstens ein Binder, der zumindest überwiegend anorganisch,
wasserlöslich und/oder hygroskopisch ist, mittels einer Mischvorrichtung (20) gemischt
werden und wobei diese Mischung (M) mit Hilfe einer Zuführeinrichtung (30) wenigstens
einer Sandvorratseinheit (40) einer Kern- oder Formherstellungsvorrichtung (50) zugeführt
wird, dadurch gekennzeichnet, dass der mischungsfreie Bereich (21) der Mischvorrichtung (20) wenigstens zeitweise und/oder
der zwischen der Mischvorrichtung (20) und der Kern- oder Formherstellungsvorrichtung
(50) befindliche mischungsfreie Bereich (31) der Zuführeinrichtung (30) und/oder der
mischungsfreie Bereich (41) der Sandvorratseinheit (40) hinter der Zuführeinrichtung
(30) und vor der Kern- oder Formherstellungsvorrichtung (50) befeuchtet oder feucht
gehalten werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der mischungsfreie Bereich (21) der Mischvorrichtung (20) zumindest während des Mischvorganges
wenigstens zeitweise befeuchtet oder feucht gehalten wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verdunsten oder Austreten von Feuchtigkeit aus der Mischung (M) dadurch unterbunden
wird, dass oberhalb der Mischung (M) durch Zuführung von Feuchtigkeit die Luftfeuchtigkeit
hochgehalten, insbesondere auf etwa 70 % bis 100 %, vorzugsweise auf etwa 80 % bis
100 % gehalten wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zum Befeuchten dienende Flüssigkeit (71) oder das zum Befeuchten dienende Wasser
mittels Ultraschall zu einem schwebefähigen Aerosol zerstäubt und der Mischvorrichtung
(20) und/oder der Zuführeinrichtung (30) und/oder der Sandvorratseinheit (40) zugeführt
wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das aus der Flüssigkeit (71) gebildete Aerosol und die Größe des mit dem Aerosol
versehenen Volumenstroms durch Veränderung der von dem/den Ultraschallgeber(n) abgegebenen
Pulspakete und/oder durch Veränderung der Spannung des/der Ultraschallgeber(s) eingestellt
wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das schwebefähige Aerosol gebildet und über eine oder mehrere Leitungen (81,82,83)
der Mischvorrichtung (20) und/oder der Zuführeinrichtung (30) und/oder der Sandvorratseinheit
(40) zugeleitet wird.
7. Vorrichtung zur Herstellung von Formen oder Kernen, insbesondere für Gießereizwecke,
mit einer Mischvorrichtung (20) zum Vermischen von Formstoff oder Sand und einem Binder,
der wenigstens überwiegend anorganisch, wasserlöslich und/oder hygroskopisch ist,
und mit einer Zuführeinrichtung (30) zum Weiterleiten der Mischung (M) zu einer Sandvorratseinheit
(40) einer Kern- oder Formherstellungsvorrichtung (50), dadurch gekennzeichnet, dass an der Mischvorrichtung (20) und/oder an der Zuführeinrichtung (30) und/oder an der
Sandvorratseinheit (40) eine deren Inneres beaufschlagende oder in deren Inneres mündende
Befeuchtungseinrichtung (2) vorgesehen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Befeuchtungseinrichtung (2) wenigstens einen Ultraschallgeber in Form eines Ultraschallzerstäubers
(60) für Wasser oder für eine insbesondere Wasser enthaltende Flüssigkeit (71) aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der/die Ultraschallzerstäuber (60) und ein dazu gehörendes Flüssigkeitsreservoir
(70) räumlich von der Mischvorrichtung (20) und/oder von der Zuführeinrichtung (30)
und/oder von der Sandvorratseinheit (40) getrennt angeordnet und mit dem/den zu befeuchtenden
Bereich(en) über zumindest eine Rohr- oder Schlauchleitung (81,82,83) verbunden ist/sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischvorrichtung (20), die Zuführeinrichtung (30) und die Sandvorratseinheit
(40) jeweils über eine Rohr- oder Schlauchleitung (81, 82, 83) mit dem Flüssigkeitsreservoir
(70) verbunden sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Ultraschallzerstäuber (60) mindestens der Anzahl der Rohr- oder Schlauchleitungen
(81,82,83) entspricht und je Rohr- oder Schlauchleitung (81,82,83) wenigstens ein
Ultraschallzerstäuber (60) vorgesehen ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zur Beförderung der Feuchtigkeit oder des Aerosols von dem/den Ultraschallzerstäuber(n)
(60) zu der Mischvorrichtung (20) und/oder Zuführeinrichtung (30) und/oder Sandvorratseinheit
(40) ein Ventilator (9) oder ein Druckgasanschluss (10) insbesondere oberhalb der
Flüssigkeitsoberfläche im Flüssigkeitsreservoir (70) angeordnet ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführeinrichtung (30) wenigstens ein beweglicher Transportkübel ist.