[0001] Gegenstand der Erfindung ist ein Rollladensystem zum Einbruch- und Witterungsschutz
von Fenstern, ein Verfahren zum Betreiben dieses Rollladensystems sowie ein Komplettsystem
zum Einbruch-, Witterungs- und Sichtschutz von Fenstern. Insbesondere betrifft die
Erfindung ein Rollladensystem und ein Komplettsystem zum Schutz von Schaufenstern.
[0002] Rollläden werden in der Regel von außen vor ein Fenster oder eine Tür montiert. Sie
können verschiedene Schutzeigenschaften erfüllen, wie Einbruch-, Sonnen- oder Sichtschutz.
[0003] Rollläden, die für den Sonnen- und Sichtschutz vorgesehen sind, bestehen meist aus
Rollpanzern aus Kunststoff. Diese bieten jedoch keinen allzu guten Einbruchschutz,
da sie sich mit dem geeigneten Werkzeug in kurzer Zeit aufhebeln oder aufbrechen lassen.
Zum Aufbrechen von Rollpanzern aus Kunststoff reicht in der Regel leichtes Werkzeug
aus. Einen längeren Widerstand gegen Einbruchversuche liefern sog. einbruchhemmende
Rollläden. Zum Aufbrechen einbruchhemmender Rollläden benötigen Einbrecher schwereres
Werkzeug. Damit verstreicht in der Regel auch mehr Zeit, die die Einbrecher zum Überwinden
solcher Rollläden aufwenden müssen. Dadurch steigen die Chancen, dass die Einbrecher
entweder ganz von ihrem Vorhaben absehen, oder dass sie zumindest bemerkt werden,
bevor sie in eine Wohnung, einen Laden oder ein Geschäft eindringen.
[0004] Der Einbruchschutz, den ein einbruchhemmender Rollladen bietet, wird durch die Widerstandsklasse
(engl. "resistance class", abgekürzt RC) des verwendeten Rollpanzers angegeben. Die
Widerstandsklassen werden nach DIN EN 1627-1630 entsprechend mit dem Kurzzeichen RC
gekennzeichnet. Es werden 7 Widerstandsklassen definiert: RC 1 N, RC 2 N, RC 2, RC
3, RC 4, RC 5, RC 6. Hierbei stellt RC 1 nur einen schwachen Schutz dar, während RC
6 den bestmöglichen Einbruchschutz bietet. Für Häuser und Wohnungen sollten Rollläden
mindestens der Widerstandsklasse RC 2 eingebaut werden. In Läden und Geschäften ist
häufig eine Vielzahl von Waren gelagert. Nicht selten besitzen die Waren einen hohen
Wert. Für Schmuckgeschäfte oder Juweliere beispielsweise ist ein besonders resistenter
Rollladen zum Einbruchschutz erforderlich. Zur Einbruchsicherung von Schaufenstern
von Läden und Geschäften ist daher in der Regel ein besserer Einbruchschutz geboten.
Es wird daher eine Widerstandsklasse von mindestens RC 3 empfohlen.
[0005] Bekannte einbruchhemmende Rollläden zum Einbruchschutz umfassen einen Rollpanzer,
der entlang von Führungsschienen ein- und ausgefahren werden kann. Im vollständig
ausgefahrenen Zustand verschließt der Rollpanzer das Fenster oder die Tür und bietet
damit den Einbruchschutz.
[0006] Der Rollpanzer bietet damit gleichzeitig auch einen Sonnen- und Sichtschutz. Dieser
Schutz resultiert bei den bekannten einbruchhemmenden Rollläden daraus, dass der Rollpanzer
ganz oder teilweise parallel zu Fenster oder Tür ausgefahren werden kann. Der Sonnenschutz
ist damit gleichzeitig mit einem mindestens teilweisen Verschließen des Fensters oder
der Tür verbunden. Damit geht gleichzeitig eine merkliche Verdunkelung des Innenraums
einher. Einen von der Einbruchschutzfunktion losgelösten Sonnenschutz bieten die bekannten
einbruchhemmenden Rollläden nicht.
[0007] Es ist bekannt, dass ein zusätzlicher Sonnenschutz mithilfe einer Markise erreicht
werden kann. Eine solche Markise muss zusätzlich zu dem Rollladen an der Fassade des
Gebäudes angebracht werden. Dies hat den Nachteil, dass die Fassade des Gebäudes nicht
nur von dem Rollladen visuell beeinträchtigt wird, sondern zusätzlich auch von der
Markise. Darüber hinaus entstehen durch das Anbringen von zwei getrennten Systemen
zusätzliche Anschaffungs-, Montage- und Instandhaltungskosten. Schließlich erwächst
durch das Bedienen von getrennten Systemen ein deutlicher Mehraufwand an Zeit.
[0008] Gerade bei Schaufenstern von Läden oder Geschäften ist es erwünscht, potentiellen
Kunden einen Schutz vor Witterungseinflüssen, wie etwa Sonne oder Regen, zu bieten.
Die Kunden verweilen für eine Zeit lang vor dem Schaufenster und betrachten die Waren
zunächst von außen, bevor sie sich gegebenenfalls dazu entschließen, den Laden oder
das Geschäft zu betreten. Bei allzu starker Sonneneinstrahlung oder bei heftigem Regen
werden die potentiellen Kunden ohne angemessenen Schutz jedoch auf ein solches Verweilen
verzichten und gegebenenfalls an dem Laden oder Geschäft vorbeilaufen.
[0009] Darüber hinaus ist es bei vielen Läden oder Geschäften nicht erlaubt, an den Fassaden
zusätzliche Markisen oder Vordächer zu montieren, weil dadurch das Gesamtbild der
Fassade beeinträchtigt würde. Solche Verbote können insbesondere auf Gebäude in Innenstädten
zutreffen.
[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Rollladensystem bereitzustellen, das
sowohl sicheren Einbruchschutz als auch Witterungsschutz liefert, ohne dabei unnötigen
Platz in Anspruch zu nehmen.
[0011] Diese Aufgabe wird durch das Rollladensystem mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1 und
durch das Komplettsystem mit den Merkmalen gemäß Anspruch 12 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung sind in den Unteransprüchen 2 bis 10 und
13 bis 15 angegeben. Ein Verfahren zum Betreiben des erfindungsgemäßen Rollladensystems
ist in Anspruch 11 angegeben.
[0012] Das erfindungsgemäße Rollladensystem für Fenster oder Türen umfasst einen Rollpanzer,
zwei Führungsschienen mit jeweils einem oberen Abschnitt, einen Antriebsmechanismus
zum Ein- und Ausfahren des Rollpanzers entlang der Führungsschienen, und einen Verschwenkmechanismus.
Die zwei oberen Abschnitte der Führungsschienen sind über den Verschwenkmechanismus
von einer eingeklappten Position in eine ausgeklappte Position ausklappbar. Dabei
ist in der eingeklappten Position der Rollpanzer in einer ersten Ebene über die Führungsschienen
ein- und ausfahrbar, und in der ausgeklappten Position ist der Rollpanzer über die
beiden oberen Abschnitte der Führungsschienen in einer zweiten Ebene, die gegenüber
der ersten Ebene geneigt ist, ein- und ausfahrbar. Besonders bevorzugt handelt es
sich bei den Fenstern um Schaufenster.
[0013] Die Verwendung der Führungsschienen ermöglicht einen flüssigen Lauf des Rollpanzers
während des Ein- und Ausfahrens. Darüber hinaus stabilisieren die Führungsschienen
den ausgefahrenen Rollpanzer. Vorzugsweise handelt es sich bei der ersten Ebene um
eine Ebene, die parallel zum Fenster oder parallel zur Tür verläuft. Damit wird sichergestellt,
dass der Rollpanzer in der eingeklappten Position im vollständig ausgefahrenen Zustand
das Fenster oder die Tür abdeckt. Dadurch wird maximaler Einbruchschutz gewährt. Dadurch,
dass die Führungsschienen jeweils einen oberen Abschnitt umfassen, wird sichergestellt,
dass der Rollpanzer in der ausgeklappten Position stabilisiert wird. In dieser ausgeklappten
Position dient der ausgefahrene Rollpanzer vorzugsweise als Vordach. Dieses Vordach
bietet Witterungsschutz, zweckmäßigerweise Schutz vor Sonne oder Regen. Dadurch, dass
die zwei oberen Abschnitte der Führungsschienen ausklappbar sind, kann der Rollpanzer,
wenn er nicht zur Einbruchsicherung des Fensters oder der Tür genutzt wird, in eine
geneigte Position ausgefahren werden. Das erfindungsgemäße Rollladensystem hat damit
den Vorteil, dass es sowohl zum Einbruchschutz als auch in Form eines Vordachs als
Witterungsschutz dient, dabei aber nur den Platz eines handelsüblichen Rollladens
einnimmt.
[0014] Es ist zweckmäßig, dass der Rollpanzer miteinander gekoppelte Rollladenprofile umfasst.
Vorzugsweise umfasst der Rollpanzer gelenkig miteinander verbundene Rollladenprofile.
Die Rollladenprofile umfassen besonders bevorzugt Aluminium. Der Vorteil davon ist
eine besonders leichte aber gleichzeitig auch stabile Konstruktion.
[0015] Zweckmäßigerweise ist der Rollpanzer in der ausgeklappten Position entlang der gesamten
Länge der oberen Abschnitte der Führungsschienen ausfahrbar. Zweckmäßigerweise liegt
die Länge der oberen Abschnitte zwischen 1,3 m und 1,7 m, vorzugsweise bei 1,5 m.
Vorzugsweise beträgt die Länge der oberen Abschnitte zwischen 35 % und 65 %, besonders
bevorzugt zwischen 45 % und 55 % der Länge der Führungsschienen. Besonders bevorzugt
erfolgt in der ausgeklappten Position das Ausfahren des Rollpanzers bis zu den Enden
der oberen Abschnitte der Führungsschienen. Zweckmäßigerweise liegt die Länge des
in dieser ausgeklappten Position ausgefahrenen Teils des Rollpanzers zwischen 1,3
m und 1,7 m, vorzugsweise bei 1,5 m.
[0016] Es ist von Vorteil, wenn das Rollladensystem zusätzlich einen Rollladenkasten zur
Aufnahme des Rollpanzers umfasst, wobei der Rollladenkasten und die oberen Abschnitte
der Führungsschienen um eine gemeinsame Achse verschwenkbar sind. Vorzugsweise sind
der Rollladenkasten und die oberen Abschnitte der Führungsschienen einteilig ausgestaltet.
Dadurch, dass der Rollladenkasten und die besagten oberen Abschnitte um eine gemeinsame
Achse verschwenkbar sind, wird ein flüssiges Ein- und Ausfahren des Rollpanzers sichergestellt.
Der Rollpanzer kann ohne zu Verkanten aus dem Rollladenkasten in die besagten oberen
Abschnitte münden. Durch das gemeinsame Verschwenken von Rollladenkasten und besagter
oberer Abschnitte wird der Rollpanzer aus dem Rollladenkasten in den besagten oberen
Abschnitten entlanggeführt, und zwar unabhängig von der Position der besagten oberen
Abschnitte. Eine einteilige Ausgestaltung von Rollladenkasten und oberer Abschnitte
der Führungsschienen hat den Vorteil, dass durch das Verschwenken der besagten oberen
Abschnitte der Rollladenkasten automatisch mitverschwenkt wird. Umgekehrt gilt auch,
dass durch das Verschwenken des Rollladenkastens automatisch die besagten oberen Abschnitte
mitverschwenkt werden.
[0017] Zweckmäßigerweise ist die zweite Ebene um einen Winkel zwischen 60° und 80°, vorzugsweise
zwischen 65° und 75°, besonders bevorzugt um 70° gegenüber der ersten Ebene geneigt.
Diese Winkel haben den Vorteil, dass einerseits der Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung
oder vor Regen gewährleistet ist. Andererseits ist durch die vorgenannten Winkel sichergestellt,
dass bei typischen Fenster- und Türhöhen im Bereich zwischen 2,5 und 3,0 m das Vordach
noch genügend hoch gelagert ist, ohne dass es zu Unfällen im Kopfbereich kommen könnte.
Zweckmäßigerweise ist das Vordach mindestens 2,3 m, vorzugsweise mehr als 2,4 m über
dem Boden gelagert.
[0018] Zweckmäßigerweise ist der Rollpanzer hand- oder motorgetrieben. Vorzugsweise ist
der Rollpanzer über einen Motor ein- und ausfahrbar ist. Besonders bevorzugt kommt
als Motor ein Rohrmotor zum Einsatz. Der Einsatz eines Motors hat den Vorteil, dass
das Ein- und Ausfahren des Rollpanzers erleichtert wird. Anwendung von menschlicher
Kraft ist nicht notwendig. Ein weiterer Vorteil des motorgetriebenen Rollpanzers ist
der Schutz vor ungewolltem Hochschieben des Rollpanzers. Der Motor blockiert den Rollpanzer
gegen ungewolltes Hochschieben. Zweckmäßigerweise kommen zusätzliche Verschlussvorrichtungen
des Rollladensystems zum Einsatz. Vorzugsweise werden Klemmsicherungen, Hochhebesicherungen
und/oder Türverschlüsse verwendet. Die zusätzlichen Verschlussvorrichtungen verstärken
den Widerstand des Rollpanzers gegen ungewolltes Hochschieben. Damit erhöhen sie den
Einbruchschutz. Ein handgetriebener Rollpanzer oder eine Kombination aus hand- und
motorgetriebenem Rollpanzer hat den Vorteil, dass im Falle eines Stromausfalls und/oder
eines Defekts der Rollpanzer noch ein- und ausfahrbar ist.
[0019] Zweckmäßigerweise umfasst der Rollpanzer die Widerstandsklasse RC 3 oder höher nach
DIN EN 1627-1630. Dadurch ist sichergestellt, dass im Falle eines Einbruchversuchs
der Rollpanzer eine gewisse Zeit einer äußeren Krafteinwirkung standhält. Vorteilhafterweise
reicht diese Zeit bis zum Eintreffen der Sicherheitskräfte aus.
[0020] Vorzugsweise umfasst der Verschwenkmechanismus mindestens einen Hydraulikzylinder.
Besonders bevorzugt umfasst der Verschwenkmechanismus zwei Hydraulikzylinder. Zweckmäßigerweise
umfasst das erfindungsgemäße Rollladensystem zusätzlich einen ersten Verriegelungsmechanismus
zur Sicherung der oberen Abschnitte der Führungsschienen in der eingeklappten Position
und/oder einen zweiten Verriegelungsmechanismus zur Sicherung der oberen Abschnitte
der Führungsschienen in der ausgeklappten Position. Hydraulikzylinder haben den Vorteil,
dass damit ein automatisches Ausklappen der oberen Abschnitte der Führungsschienen
ermöglicht wird. Zweckmäßigerweise verhindert ein erster Verriegelungsmechanismus
das ungewollte Ausklappen der oberen Abschnitte der Führungsschienen von der eingeklappten
Position in die ausgeklappte Position. Vorzugsweise sichert ein zweiter Verriegelungsmechanismus
die ausgeklappten oberen Abschnitte der Führungsschienen in der ausgeklappten Position.
Durch den zweiten Verriegelungsmechanismus wird der Vorteil erreicht, dass ein Großteil
des Gewichts des als Vordach verwendeten Rollpanzers nicht auf den Hydraulikzylindern
lastet. Ein weiterer Vorteil des zweiten Verriegelungsmechanismus besteht darin, dass
die ausgeklappte Position gegen ein mögliches Versagen der Hydraulikzylinder geschützt
ist.
[0021] Vorzugsweise umfasst das erfindungsgemäße Rollladensystem zusätzlich ein Steuerungssystem,
das das Einklappen und/oder das Ausklappen der oberen Abschnitte der Führungsschienen
unter Einsatz des Verschwenkmechanismus und das Ein- und/oder Ausfahren des Rollpanzers
unter Einsatz des Antriebsmechanismus steuert. Besonders bevorzugt erfolgt das Steuern
automatisch. Das Steuerungssystem wird vorzugsweise über ein Bedienfeld und/oder über
eine Fernbedienung bedient.
[0022] Vorzugsweise umfasst das Steuerungssystem einen Drehwinkelgeber und einen Sensor,
um die Länge des ausgefahrenen Rollpanzers zu bestimmen. Zweckmäßigerweise ist der
Drehwinkelgeber an den Motor gekoppelt. Zweckmäßigerweise wird der Sensor vom untersten
Rollladenprofil des Rollpanzers umfasst. Drehwinkelgeber und Sensor haben den Vorteil,
dass der Rollpanzer in der ausgeklappten Position der oberen Abschnitte der Führungsschienen
automatisch bis ans Ende der genannten oberen Abschnitte ausgefahren wird, und das
Ausfahren automatisch an den genannten Enden beendet wird.
[0023] Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Betreiben des erfindungsgemäßen
Rollladensystems beschrieben. Dieses Verfahren umfasst die folgenden Schritte: Einfahren
des Rollpanzers in der eingeklappten Position; Ausklappen der oberen Abschnitte der
Führungsschienen von der eingeklappten Position in die ausgeklappte Position; Ausfahren
des Rollpanzers entlang der oberen Abschnitte der Führungsschienen in der ausgeklappten
Position. Zweckmäßigerweise umfasst das Ausklappen der oberen Abschnitte der Führungsschienen
das Entriegeln des ersten Entriegelungsmechanismus. Zweckmäßigerweise umfasst das
Ausklappen der oberen Abschnitte der Führungsschienen den Einsatz des Verschwenkmechanismus.
Vorzugsweise umfasst das Ausklappen der oberen Abschnitte der Führungsschienen das
Sichern dieser Abschnitte durch den zweiten Verriegelungsmechanismus. Das Ausfahren
des Rollpanzers im Anschluss an das Sichern der oberen Abschnitte der Führungsschienen
in der ausgeklappten Position hat den Vorteil, dass das Gewicht des Rollpanzers zum
größten Teil auf dem zweiten Verriegelungsmechanismus lastet und nicht auf den Hydraulikzylindern.
Mithilfe der Hydraulikzylinder braucht damit nicht das Gewicht des Rollpanzers ausgeklappt
zu werden. Damit ist von den Hydraulikzylinder ein deutlich geringerer Kraftaufwand
erforderlich. Darüber hinaus sind die Hydraulikzylinder einer deutlich geringeren
Belastung ausgesetzt. Zweckmäßigerweise erfolgt das Ausfahren des Rollpanzers bis
zu den Enden der oberen Abschnitte der Führungsschienen. Dadurch wird ein größtmöglicher
Witterungsschutz gewährleistet.
[0024] Vorzugsweise umfasst das erfindungsgemäße Verfahren weiter die folgenden Schritte:
Einfahren des Rollpanzers in der ausklappten Position; Einklappen der oberen Abschnitte
der Führungsschienen von der ausgeklappten Position in die eingeklappte Position.
Zweckmäßigerweise umfasst das Einklappen der oberen Abschnitte der Führungsschienen
das Entriegeln des zweiten Entriegelungsmechanismus. Zweckmäßigerweise umfasst das
Einklappen der oberen Abschnitte der Führungsschienen den Einsatz des Verschwenkmechanismus.
Vorzugsweise umfasst das Einklappen der oberen Abschnitte der Führungsschienen das
Verriegeln dieser Abschnitte durch den ersten Verriegelungsmechanismus.
[0025] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Komplettsystem zum Einbruch-,
Witterungs- und Sichtschutz von Fenstern und Türen bereitgestellt, das eine Rollbox,
ein Rollladensystem zum Einbruchschutz, ein Markisensystem zum Witterungsschutz und
ein Gardinenrollosystem zum Sichtschutz umfasst, wobei das Rollladensystem, das Markisensystem
und das Gardinenrollosystem in der Rollbox angeordnet sind. Vorzugsweise sind das
Rollladensystem, das Markisensystem und/oder das Gardinenrollosystem motorgetrieben.
Ein erster Vorteil besteht darin, dass durch die Anordnung der genannten Systeme in
einer Rollbox eine erhebliche Raumersparnis gegenüber der Anordnung von drei separaten
Systemen gegeben ist. Ein weiterer Vorteil besteht in der Materialersparnis in Bezug
auf die Gehäuse. Durch die Anordnung der drei Systeme in einer einzigen Rollbox entfallen
die Gehäuse für das Markisensystem und das Gardinenrollosystem. Aus der Materialersparnis
resultiert eine Kostenersparnis. Ein anderer Vorteil des erfindungsgemäßen Komplettsystems
besteht in einem geringen Montageaufwand, da die Montage nur einmal für die Rollbox
betrieben werden muss, nicht jedoch für jedes einzelne System separat. Ein weiterer
Vorteil tritt zu Tage, wenn das System in die Fassade eines Gebäudes integriert wird,
denn dann ragen weniger Konturen des Markisensystems heraus. Vorzugsweise ist das
in der Rollbox angeordnete Markisensystem derart einfahrbar, dass es nahezu bündig
mit der Fassade eines Gebäudes abschließt. Dies hat den Vorteil, dass sich im Laufe
der Zeit nur wenig Schmutz, Laub usw. am Markisensystem ansammeln kann. Schließlich
ist die Wartung und/oder die Reparatur des Komplettsystems einfacher als die Wartung
und/oder die Reparatur von separaten einzelnen Systemen.
[0026] Vorzugsweise sind mindestens zwei der Systeme aus Rollladensystem, Markisensystem,
Gardinenrollosystem miteinander koppelbar. Zweckmäßigerweise umfasst das erfindungsgemäße
Komplettsystem zusätzlich eine Steuerungseinheit, über die das das Rollladensystem,
das Markisensystem und/oder das Gardinenrollosystem steuerbar sind. Dadurch, dass
mindestens zwei der genannten System miteinander koppelbar sind, ist es möglich, durch
die Steuerung eines Systems weitere Systeme automatisch mitzusteuern. Dies bringt
eine Zeitersparnis mit sich.
[0027] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein modulares Komplettsystem betrachtet.
Durch die Modularität ist eine schnelle und günstige Auf- bzw. Abrüstung des Komplettsystems
möglich. Das Komplettsystem braucht nicht zwingend mit allen Funktionen gekauft zu
werden. Eine einfache Anpassung an spezielle Kundenwünsche ist möglich.
[0028] Das erfindungsgemäße Rollladensystem kann größtenteils aus handelsüblichen Komponenten
hergestellt bzw. zusammengebaut werden: Der Rollpanzer ist in verschiedenen Abmessungen
und für verschiedene Widerstandsklassen erhältlich. Die Führungsschienen sind auch
im Handel in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Der Rahmen des Rollladensystems
kann den Abmessungen von Fenster und Tür entsprechend aus Metall oder Blech zugeschnitten
und geformt werden. Dies ist ein weiterer Vorteil der Erfindung. Kostenintensive Spezialanfertigungen
sind nicht erforderlich. Das Rollladensystem ist damit tauglich für die Serienfertigung.
Dasselbe gilt für das erfindungsgemäße Komplettsystem.
[0029] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung anhand
der nachfolgenden Figuren beschrieben. Es zeigen:
Figur 1 a: eine Schrägansicht eines von außen betrachteten und vor ein Fenster montierten
erfindungsgemäßen Rollladensystems mit vollständig ausgefahrenem Rollpanzer zum Einbruchschutz;
Figur 1 b: eine Schrägansicht des von außen betrachteten und vor ein Fenster montierten
erfindungsgemäßen Rollladensystems mit Rollpanzer in ausgeklappter Position als Vordach
zum Witterungsschutz;
Figur 2a: eine Schrägansicht des Rahmes des erfindungsgemäßen Rollladensystems;
Figur 2b: eine Schrägansicht des Rollladenkastens und der oberen Abschnitte der Führungsschienen;
Figur 2c: eine Schrägansicht des Rollpanzers;
Figur 2d: eine Schrägansicht des erfindungsgemäßen Rollladensystems in eingeklappter
Position mit eingefahrenem Rollpanzer;
Figur 3a: das Rollladensystem aus Figur 2d, eingebaut in eine Gebäudefassade, und
den ersten Verriegelungsmechanismus zum Sichern der oberen Abschnitte der Führungsschienen
in der eingeklappten Position;
Figur 3b: eine Detailansicht des ersten Verriegelungsmechanismus;
Figur 4: eine offene Schrägansicht des erfindungsgemäßen Rollladensystems in der ausgeklappten
Position;
Figur 5: eine Darstellung zur Verdeutlichung der Überführung des Rollpanzers von der
eingeklappten Position in die ausgeklappte Position;
Figur 6: eine Schrägansicht eines von außen betrachteten und vor ein Fenster montierten
erfindungsgemäßen Komplettsystems;
Figur 7a: eine offene Schrägansicht der Rollbox und der darin angeordneten Systeme;
Figur 7b: eine schematische Seitenansicht der Rollbox und der darin angeordneten Systeme;
Figur 8: eine Schrägansicht des ausgefahrenen Markisensystems;
Figur 9: eine Darstellung der verschiedenen Einsatzmöglichkeiten des erfindungsgemäßen
Komplettsystems.
[0030] Figur 1 a zeigt ein in eine Gebäudefassade 100 integriertes erfindungsgemäßes Rollladensystem
1. Das Rollladensystem 1 umfasst einen Rahmen 2, einen Rollpanzer 3, zwei Führungsschienen
4 sowie einen Rollladenkasten 5. Der gezeigte Rollpanzer 3 ist aus Rollladenprofilen
31 zusammengesetzt. Der Rollpanzer 3 wird entlang der Führungsschienen 4 geführt.
In der gezeigten Konfiguration ist der Rollpanzer 3 vollständig ausgefahren. Damit
ist das sich dahinter befindende Fenster (in Fig. 1a nicht zu sehen) vollständig durch
das Rollladensystem 1 verschlossen. Die Führungsschienen 4 umfassen jeweils einen
oberen Abschnitt 41 und einen unteren Abschnitt 42. Die oberen Abschnitte 41 der Führungsschienen
4 sind verschwenkbar an den Rahmen 2 gekoppelt. Die unteren Abschnitte 42 sind fest
am Rahmen 2 montiert. Der Rollladenkasten 5 dient zur Aufnahme des eingefahrenen Rollpanzers
2. In der gezeigten Konfiguration wird das Rollladensystem zum Einbruchschutz eingesetzt.
[0031] In der gezeigten Fig. 1 a sind die oberen Abschnitte 41 der Führungsschienen 4 indirekt
über den Rollladenkosten 5 an den Rahmen verschwenkbar gekoppelt. Weiter sind die
oberen Abschnitte 41 der Führungsschienen 4 in Fig. 1 a in der eingeklappten Position
gezeigt. Die eingeklappte Position ist definiert über eine Ebene, die parallel zum
Fenster verläuft. In der eingeklappten Position verlaufen die oberen Abschnitte 41
der Führungsschienen 4 sowie der ausgefahrene Teil des Rollpanzers 3 im Wesentlichen
parallel zum Fenster.
[0032] Figur 1b zeigt das erfindungsgemäße Rollladensystem 1 aus Fig. 1a, das in eine Gebäudefassade
100 integriert ist. In Fig. 1b gezeigt ist der Rollpanzer 3 in der ausgeklappten Position.
Die ausgeklappte Position ist definiert über eine Ebene, die gegenüber der ersten
Ebene geneigt ist. Es ist nur ein Teil des Rollpanzers 3 ausgefahren. Darüber hinaus
sind die ausgeklappten oberen Abschnitte 41 der Führungsschienen 4 zu sehen. Über
diese oberen Abschnitte 41 wird der Rollpanzer 3 beim Ausfahren geführt. Zu sehen
ist auch ein Verschwenkmechanismus 6. Dieser Verschwenkmenchanismus 6 ist einerseits
an den Rahmen 2 gekoppelt, andererseits ist er an die oberen Abschnitte 41 der Führungsschienen
4 gekoppelt. Der Verschwenkmechanismus 6 dient zum Ausklappen der oberen Abschnitte
41 der Führungsschienen 4. Dies wird unten im Zusammenhang mit Fig. 4 näher beschrieben.
Schließlich sind in Fig. 1b die unteren Abschnitte 42 der Führungsschienen 4 gezeigt.
[0033] In der in Fig. 1b gezeigten Konfiguration dient der ausgefahrene Teil des Rollpanzers
3 als Vordach für das Fenster 110. Dieses Vordach bietet Schutz vor Witterungseinflüssen,
wie etwa Sonne und Regen. Der Neigungswinkel der zweiten Ebene in der ausgeklappten
Position ist dementsprechend gewählt. Dargestellt ist ein Neigungswinkel der zweiten
Ebene gegenüber der parallel zum Fenster 110 verlaufenden ersten Ebene von etwa 70°.
[0034] Die Figuren 2a-2c zeigen einzelne Komponenten des erfindungsgemäßen Rollladensystems
1 aus Figuren 1 a und 1 b.
[0035] Figur 2a zeigt den Rahmen 2. Dieser umfasst im oberen Bereich einen Hohlraum 21.
Dieser Hohlraum 21 dient der Aufnahme des Rollladenkastens 5. Im unteren Bereich sind
die unteren Abschnitte 42 der Führungsschienen 4 zu sehen. Diese Abschnitte 42 sind
einteilig mit dem Rahmen ausgestaltet. Zweckmäßigerweise wird der Rahmen aus Metall
hergestellt.
[0036] In Fig. 2b sind der Rollladenkasten 5 und die oberen Abschnitte 41 der Führungsschienen
gezeigt. In Fig. 2b sind Rollladenkasten 5 und die beiden genannten oberen Abschnitte
41 einteilig ausgestaltet. Dadurch wird gewährleistet, dass der Rollpanzer flüssig
aus dem Rollladenkasten 5 heraus über die oberen Abschnitte 41 der Führungsschienen
4 geführt wird. Damit wird verhindert, dass der Rollpanzer beim Ausfahren aus dem
Rollladenkasten 5 beim Einmünden in die besagten oberen Abschnitte 41 verkantet. Vorzugsweise
werden der Rollladenkasten 5 und die oberen Abschnitte 41 der Führungsschienen 4 aus
Aluminium gefertigt.
[0037] Figur 2c zeigt einen Rollpanzer 3. Der Rollpanzer umfasst eine Vielzahl von Rollladenprofilen
31. In Fig. 2c gezeigt sind Rollladenprofile 31, die miteinander gelenkig verbunden
sind. Der gezeigte Rollpanzer 3 liegt im weitestgehend aufgerollten Zustand vor. In
diesem Zustand kann er im eingefahrenen Zustand im Rollladenkasten 5 vorliegen. Vorzugsweise
umfassen die Rollladenprofile 31 Aluminium. Die gezeigten Rollladenprofile 31 weisen
keine Lichtschlitze auf. Möglich ist es jedoch auch, dass in anderen Ausführungsformen
Rollladenprofile mit Licht- und/oder Luftschlitzen zum Einsatz kommen. Darüber hinaus
ist es möglich, Rollladenprofile 31 aus Stahl zu verwenden. Schließlich ist es erfindungsgemäß
auch möglich, dass die Rollladenprofile 31 eine Hohlkammer aufweisen. In diese Hohlkammer
kann Styropor gefüllt oder Polyurethan (PU) geschäumt werden. Dies dient zur Isolierung.
Um ausreichend Schutz gegen Einbrüche zu gewährleisten, erfüllt der Rollpanzer 3 vorzugsweise
die DIN EN 1627-1630 Normen für Widerstandsklasse RC 3 oder höher.
[0038] In Fig. 2d ist das erfindungsgemäße Rollladensystem 1 aus Figuren 1 a und 1 b, das
aus dem Rahmen 2 aus Fig. 2a, aus dem Rollladenkasten 5 und den oberen Abschnitten
41 der Führungsschienen 4 aus Fig. 2b und aus dem Rollpanzer 3 aus Fig. 2c zusammengesetzt
ist. Darüber hinaus ist ein Teil des Verschwenkmechanismus 6 zu sehen. In Fig. 2d
ist weiter ein Rollladenprofil 31 des Rollpanzers 3 zu sehen. Der Rollpanzer 3 ist
nahezu vollständig eingefahren. Der eingefahrene Teil des Rollpanzers 3 befindet sich
im Rollladenkasten 5. Der Rollladenkasten 5 ist in den Hohlraum 21 des Rahmens 2 eingefügt.
Gezeigt ist das Rollladensystem 1 in der eingeklappten Position.
[0039] Figur 3a zeigt das Rollladensystem 1 aus Fig. 2d eingebaut in eine Gebäudefassade
100. Das Rollladensystem 1 ist vor einem Fenster 110 montiert. In Fig. 3a ist weiter
ein erster Verriegelungsmechanismus 7 zum Sichern der oberen Abschnitte 41 der Führungsschienen
4 in der eingeklappten Position gezeigt. Der erste Verriegelungsmechanismus 7 ist
im Bereich der Enden 410 der oberen Abschnitte 41 der Führungsschienen 4 angeordnet.
Dieser Bereich ist durch das gestrichelte Rechteck in Fig. 3a angedeutet. Der erste
Verriegelungsmechanismus 7 verhindert ein ungewolltes Aufklappen der besagten oberen
Abschnitte 41.
[0040] Figur 3b zeigt eine Vergrößerung des Bereichs mit dem ersten Verriegelungsmechanismus
7 (gestricheltes Rechteck in Fig. 3a). Der erste Verriegelungsmechanismus 7 umfasst
einen Haken 71 und einen dazu komplementären Haken 72. Der Haken 71 ist durch eine
Schlitz 73 aus dem Rahmen 2 geführt. Der Haken 71 kann über eine Antriebsvorrichtung
(nicht gezeigt) angetrieben werden. Diese Antriebsvorrichtung dient zur Ver- bzw.
Entriegelung des ersten Verriegelungsmechanismus 7. Vorzugsweise wird die Antriebsvorrichtung
elektrisch betrieben. Mit dieser Antriebsvorrichtung kann der Haken 71 entlang des
Schlitzes 73 nach oben oder unten bewegt werden. Der komplementäre Haken 72 ist am
Ende 410 eines oberen Abschnitts 41 einer Führungsschiene 4 angebracht. Der komplementäre
Haken 72 befindet sich im Bereich zwischen Rahmen 2 und besagtem oberen Abschnitt
41 in eingeklappter Position. Der komplementäre Haken 72 ist breiter ausgestaltet
als der Haken 71. Der dargestellte Haken 71 ist an der Außenfläche abgeschrägt. Der
dargestellte komplementäre Haken 72 weist die Form eines halbierten U's auf. Dadurch
ist ein sicheres Einhaken von Haken 71 und komplementärem Haken 72 möglich. In der
in Fig. 3b gezeigten Konfiguration sind die besagten oberen Abschnitte 41 durch den
Verriegelungsmechanismus 7 gesichert. Der Haken 71 befindet sich am unteren Ende des
Schlitzes 73. Um die besagten oberen Abschnitte 41 zu entriegeln, wird der Haken 71
über die Antriebsvorrichtung ans obere Ende des Schlitzes 73 bewegt. Haken 71 und
komplementärer Haken 72 sind dann nicht mehr ineinander verhakt. Die oberen Abschnitte
41 der Führungsschienen 4 können nun ausgeklappt werden. Beim Verriegeln wird der
Haken 71 aufgrund seiner abgeschrägten Außenfläche von dem komplementären Haken 72
im Schlitz 73 nach oben geschoben, bis der komplementäre Haken 72 in den Haken 71
einhakt. Das Verriegeln der besagten oberen Abschnitte 41 in der eingeklappten Position
ist ohne Einsatz der Antriebsvorrichtung möglich.
[0041] In Fig. 3b ist der erste Verriegelungsmechanismus 7 im Zusammenhang mit nur einem
oberen Abschnitt 41 der Führungsschienen 4 gezeigt. In der bevorzugten Ausführungsform
ist jeder besagte obere Abschnitt 41 durch einen separaten ersten Verriegelungsmechanismus
7 gesichert. Jeder erste Verriegelungsmechanismus 7 ist im Bereich eines entsprechenden
Endes 410 des entsprechenden oberen Abschnitts 41 angeordnet. Es ist auch möglich,
dass zur Sicherung beider besagten oberen Abschnitte 41 nur ein erster Verriegelungsmechanismus
7 verwendet wird. Sind, wie in Figuren 1 bis 3 gezeigt, die beiden oberen Abschnitte
41 der Führungsschienen 4 sowie der Rollladenkasten 5 einteilig ausgestaltet, bewirkt
die Sicherung eines der besagten oberen Abschnitte 41 durch den ersten Verriegelungsmechanismus
7 auch die Sicherung des zweiten der besagten oberen Abschnitte 41.
[0042] Figur 4 zeigt den Rollpanzer 3 in der ausgeklappten Position. Der Rollpanzer 3 ist
bis zu den Enden 410 der oberen Abschnitte 41 der Führungsschienen 4 ausgefahren.
Ein Teil des Rollpanzers 3 verbleibt in dem Rollladenkasten 5. Dieser Teil des Rollpanzers
3 kann auf einer Welle 9 aufgerollt sein. Weiter gezeigt ist der Antriebsmechanismus
8. Hier zu sehen ist ein Rohrmotor 8. Dieser treibt die Welle 9 an. Dadurch kann der
Rollpanzer 3 ein- oder ausgefahren werden. Der Antriebsmechanismus 8 fährt den Rollpanzer
3 bis zu den Enden 410 der oberen Abschnitte 41 aus. In der beschriebenen bevorzugten
Ausführungsform ist der Antriebsmechanismus 8 mit einem Drehwinkelgeber gekoppelt.
Der Drehwinkelgeber erlaubt die Bestimmung der Länge des ausgefahrenen Teils des Rollpanzers
3. Darüber hinaus können an den Enden 410 der oberen Abschnitte 41 Sensoren angebracht
sein. Zweckmäßigerweise kommen Tastsensoren zum Einsatz. Die Sensoren detektieren
den Rollpanzer 3, sobald dieser die Enden 410 der oberen Abschnitte 41 in der ausgeklappten
Position erreicht hat. Über ein Steuerungssignal wird der Antriebsmechanismus 8 dann
gestoppt. Dadurch wird verhindert, dass der Rollpanzer 3 über die Länge der besagten
oberen Abschnitte 41 hinaus ausgefahren wird.
[0043] Darüber hinaus ist der Verschwenkmechanismus 6 zu sehen. Dieser ist einerseits an
den Rahmen 2 gekoppelt. Andererseits ist er jeweils an einen oberen Abschnitt 41 der
Führungsschienen 4 gekoppelt. In Fig. 4 umfasst der Verschwenkmechanismus 6 zwei Hydraulikzylinder
6. Unter Einsatz des Verschwenkmechanismus 6 werden die oberen Abschnitte 41 der Führungsschienen
4 von der eingeklappten Position in die gezeigte ausgeklappte Position ausgeklappt.
Dies geschieht dadurch, dass die besagten oberen Abschnitte 41 um eine Achse 9 gedreht
werden. Die Achse 9 verläuft durch die Welle 9. In der gezeigten bevorzugten Ausführungsform
wird unter Einsatz des Verschwenkmechanismus 6 auch der Rollladenkasten 5 gedreht.
Diese Drehung erfolgt um die Achse 9. Damit sind die besagten oberen Abschnitte 41
und der Rollladenkasten 5 um eine gemeinsame Achse 9 dreh- bzw. verschwenkbar. Die
besagten oberen Abschnitte 41 und der Rollladenkasten 5 sind einteilig ausgestaltet.
Damit wird durch das Verschwenken der oberen Abschnitte 41 gleichzeitig auch der Rollladenkasten
5 mitverschwenkt.
[0044] Zweckmäßigerweise weist das erfindungsgemäße Rollladensystem gemäß dem bevorzugten
Ausführungsbeispiel einen zweiten Verriegelungsmechanismus (nicht gezeigt) auf. Dieser
zweite Verriegelungsmechanismus ist zweckmäßigerweise im Hohlraum 21 des Rahmens angeordnet.
Dieser zweite Verriegelungsmechanismus ermöglicht eine Sicherung der oberen Abschnitte
41 der Führungsschienen 4 in der ausgeklappten Position. Vorzugsweise kommen als zweiter
Verriegelungsmechanismus mechanische oder elektrische Verriegelungen zum Einsatz.
Der zweite Verriegelungsmechanismus schützt den ausgefahrenen Rollpanzer 3 in der
ausgeklappten Position gegen ein mögliches Versagen des Verschwenkmechanismus 6.
[0045] Figur 5 zeigt verschiedene Konfigurationen 501 bis 504 des erfindungsgemäßen Rollladensystems
1. In der eingeklappten Position 501 dient der vollständig ausgefahrene Rollpanzer
3 dem Einbruchschutz. In der eingeklappten Position 502 ist der Rollpanzer 3 nahezu
vollständig eingefahren. Dadurch ist ein Blick in das Fenster 110 möglich. In der
ausgeklappten Position 503 sind nur die oberen Abschnitte 41 der Führungsschienen
4 ausgeklappt. In der ausgeklappten Position 504 ist der Rollpanzer 3 bis zu den Enden
410 der besagten oberen Abschnitte 41 ausgefahren. Der Rollpanzer 3 dient in der Konfiguration
504 als Vordach. Dieses dient dem Witterungsschutz.
[0046] Anhand Figur 5 soll erläutert werden, wie der Rollpanzer 3 von der eingeklappten
Position 501 in die ausgeklappte Position 504, die als Vordach dient, überführt wird.
Zuerst wird die Lage der Rollladenprofile 31 in der eingeklappten Position überprüft.
Dies erfolgt über den Drehwinkelgeber, der an den Antriebsmechanismus 8 gekoppelt
ist. Darüber hinaus ist es erfindungsgemäß möglich, dass sich im untersten Rollladenprofil
31 des Rollpanzers 3 ein Sensor befindet. Mithilfe dieses Sensors kann festgestellt
werden, ob der Rollpanzer 3 vollständig eingefahren ist. Ist der Rollpanzer 3 nicht
vollständig eingefahren, fährt der Antriebsmechanismus 6 diesen ein. Das Rollladensystem
1 befindet sich dann in der Konfiguration 502.
[0047] Nachdem der Rollpanzer 3 eingefahren ist, wird der erste Verriegelungsmechanismus
7 entriegelt. Damit ist die Sicherung der oberen Abschnitte 41 der Führungsschienen
4 in der eingeklappten Position aufgehoben. Im Anschluss wird der Verschwenkmechanismus
8 angesteuert. Unter Einsatz des Verschwenkmechanismus 8 werden die besagten oberen
Abschnitte 41 von der eingeklappten Position 502 in die ausgeklappte Position 503
ausgeklappt.
[0048] Danach wird der zweite Verriegelungsmechanismus zur Sicherung der oberen Abschnitte
41 der Führungsschienen 4 in der ausgeklappten Position angesteuert. Die besagten
oberen Abschnitte 41 werden durch den zweiten Verriegelungsmechanismus in der ausgeklappten
Position gesichert. Im Anschluss daran fährt der Antriebsmechanismus 8 den Rollpanzer
3 bis zu den Enden 410 der besagten oberen Abschnitte 41 aus. Die Länge des ausgefahrenen
Teils des Rollpanzers 3 wird mithilfe des Drehwinkelgebers und/oder der Sensoren wie
im Zusammenhang mit Fig. 4 beschrieben bestimmt. Das Rollladensystem 1 befindet sich
nun in der Konfiguration 504.
[0049] Das Rollladensystem 1 gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel kann über ein Bedienfeld
im Rahmen 2 des Rollladensystems 1 bedient werden. Es ist erfindungsgemäß auch möglich,
dass die Bedienung des Rollladensystems 1 über eine Fernbedienung erfolgt. Vorzugsweise
hat die Fernbedienung eine kurze Reichweite. Dies hat den Vorteil, dass damit der
Blick auf die bewegten Teile des Rollladensystem 1 gewährleistet ist. Das Überführen
des Rollpanzers 3 von der eingeklappten Position 501 in die ausgeklappte Position
504 muss wegen des Unfallschutzes unter Aufsicht geführt werden, da sich die oberen
Abschnitte 41 der Führungsschienen 4 während des Aufklappens, und der Rollpanzer 3
sich während des Ausfahrens in der ausgeklappten Position im Kopfbereich der vorbeigehenden
Passanten befinden.
[0050] Zur Steuerung der Rollpanzers 3, der oberen Abschnitte 41 der Führungsschienen 4,
des Antriebsmechanismus 8 sowie des Verschwenkmechanismus 6 verfügt das Rollladensystem
1 gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel über ein Steuerungssystem. Das Steuerungssystem
führt den Rollpanzer 3 von der eingeklappten Position 501 unter Einsatz des Verschwenkmechanismus
6 in die ausgeklappte Position 504 über. Wird über das Bedienfeld oder über die Fernbedienung
der Befehl gegeben, das Rollladensystem 1 von der eingeklappten Position 501 in die
ausgeklappte Position 504 überzuführen, so führt das Steuerungssystem die oben beschriebenen
Schritte durch. Zweckmäßigerweise erfolgt die Durchführung der Schritte automatisch.
[0051] Beim Überführen des Rollpanzers 3 von der ausgeklappten Position 504 in die eingeklappte
Position 502 werden die oben beschriebenen Schritte vorzugsweise in umgekehrter Reihenfolge
ausgeführt. Zunächst wird der Rollpanzer 3 mithilfe des Antriebsmechanismus 8 in der
ausgeklappten Position 504 eingefahren. Das Rollladensystem 1 befindet sich dann in
Konfiguration 503. Darauf wird der zweite Verriegelungsmechanismus entriegelt. Im
Anschluss daran werden die oberen Abschnitte 41 der Führungsschienen 4 unter Einsatz
des Verschwenkmechanismus 6 eingeklappt. Der komplementäre Haken 72 des ersten Verriegelungsmechanismus
7 rastet dabei in den Haken 71 ein. Sobald diese Einrasten detektiert wird, ist die
ausgeklappte Position, die als Vordach dient, beendet. Das Rollladensystem 1 befindet
sich in der Konfiguration 502. Das Überführen des Rollpanzers 3 von der ausgeklappten
Position 504 in die eingeklappte Position 502 erfolgt zweckmäßigerweise mithilfe des
Steuerungssystems.
[0052] Für die besonders bevorzugte Ausführungsform endet das Überführen des Rollpanzers
von der ausgeklappten Position in die eingeklappte Position bei der Konfiguration
502. In dieser Konfiguration 502 ist der Rollpanzer 3 vollständig eingefahren. Dies
ist zweckmäßig, da häufig das Einfahren des Vordachs nicht mit dem Sichern bzw. Verschließen
des Fensters korreliert ist. Das Verschließen des Fensters (Konfiguration 501) durch
vollständiges Ausfahren des Rollpanzers 3 kann separat mithilfe des Steuerungssystems
angesteuert werden.
[0053] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Rollladensystems 1 umfasst
der Antriebsmechanismus 8 eine Kurbel. Mit dieser Kurbel kann der Rollpanzer 3 manuell
einund ausgefahren werden. Die Kurbel kann auch zusätzlich zu dem im Zusammenhang
mit dem bevorzugten Ausführungsbeispiel beschriebenen Motor 8 eingesetzt werden. Damit
ist sichergestellt, dass bei Stromausfall oder Defekt ein manueller Betrieb weiterhin
möglich ist. Darüber hinaus kann auch ein Einklappen der oberen Abschnitte 41 der
Führungsschienen 4 manuell möglich sein.
[0054] Figur 6 zeigt ein erfindungsgemäßes Komplettsystem 1000. Das Komplettsystem 1000
ist in eine Gebäudefassade 100 eingebaut. Es ist vor einem Fenster 110 montiert. Das
Komplettsystem 1000 umfasst einen Rahmen 1100. Der Rahmen 1100 umfasst seinerseits
eine Rollbox 1110 und Führungsschienen 1120. In Fig. 6 sind drei Systeme gezeigt,
die in dem Komplettsystem 1000 vereint sind: ein Rollladensystem 1200, ein Markisensystem
1300, ein Gardinenrollosystem 1400. Zu sehen ist der Rollpanzer 1210 des Rollladensystems
1200. Dieser umfasst Rollladenprofile 1211. Der Rollpanzer 1210 ist teilweise ausgefahren.
Das Ausfahren des Rollpanzers 1210 erfolgt in einer Ebene parallel zum Fenster 110.
Der Rollpanzer 1210 wird entlang der Führungsschienen 1120 geführt. Darüber hinaus
sind Markisenband 1310 und Markisenabschlussleiste 1330 des Markisensystems 1300 zu
sehen. Das Markisenband 1310 ist vollständig ausgefahren. Das Ausfahren der Markisenbands
1310 erfolgt in einer Ebene, die gegenüber der parallel zum Fenster 110 verlaufenden
Ebene geneigt ist. In einer bevorzugten Ausführungsform liegt dieser Neigungswinkel
zwischen 65° und 75°, besonders bevorzugt ist ein Neigungswinkel von 70°. Schließlich
ist das Gardinenband 1410 des Gardinenrollosystems 1400 gezeigt. Das Gardinenband
1410 ist teilweise ausgefahren. Das Gardinenband 1410 ist vom Inneren des Gebäudes
ein- und ausfahrbar. Das Ausfahren des Gardinenbands 1410 erfolgt in einer Ebene,
die parallel zum Fenster 110 verläuft.
[0055] Das Rollladensystem 1200, Markisensystem 1300 und Gardinenrollosystem 1400 sind in
der Rollbox 1110 angeordnet. Figur 7a zeigt die Anordnung der genannten Systeme 1200,
1300, 1400 in der Rollbox 1110. Der Rollpanzer 1210 des Rollladensystems 1200 ist
fast vollständig eingefahren. Zwei Rollladenprofile 1211 sind noch ausgefahren. Die
Rollladenprofile 1211 werden in den Führungsschienen 1120 geführt. In Fig. 7a ist
ein Großteil des Rollpanzers 1210 ist in der Rollbox 1110 auf einer Welle 1220 aufgewickelt.
In die Welle 1220 ist ein Rohrmotor 1220 integriert. Dadurch ist eine elektrische
Steuerung des Rollladensystems 1200 möglich. Das Markisenband 1310 des Markisensystems
1300 ist auf einer separaten Welle 1320 aufgerollt. In die Welle 1320 ist ein Rohrmotor
1320 integriert. Dadurch ist eine elektrische Steuerung des Markisensystems 1300 möglich.
Des Weiteren sind die Markisenabschlussleiste 1330 und die Markisenarme 1340 gezeigt.
Ein Ende des Markisenbands 1310 ist an die Markisenabschlussleiste 1330 gekoppelt.
In Fig. 7a ist das Markisensystem 1300 vollständig eingefahren. Die Markisenarme 1340
sind daher eingefahren. Die Markisenabschlussleiste 1340 verläuft bündig zur Rollbox
1110. Das Gardinenband 1410 des Gardinenrollosystems 1400 ist ebenfalls auf einer
separaten Welle 1420 aufgerollt. In die Welle 1420 ist ein Rohrmotor 1420 integriert.
Dadurch ist eine elektrische Steuerung des Gardinenrollosystems 1400 möglich. Das
Gardinenband 1410 ist in Fig. 7a zu einem großen Teil ausgefahren. Schließlich ist
noch die Gardinenabstandsverstellung 1430 gezeigt. Diese dient zur Anpassung des Abstands
des ausgefahrenen Gardinenbands 1410 an die Tiefe des Fensterrahmens. Die Funktionsweise
der Gardinenabstandsverstellung 1430 wird in Zusammenhang mit Fig. 7b näher beschrieben.
[0056] Figur 7b zeigt eine Seitenansicht der Rollbox 1110 und der darin angeordneten Systeme
1200, 1300, 1400 aus Fig. 7a. Zusätzlich zu dem Rollpanzer 1210 und Welle und Rohrmotor
1220 des Rollladensystems 1200 ist in Fig. 7b eine achsverschiebende Einheit 1230
gezeigt. Die achsverschiebende Einheit 1230 ist an Welle und Rohrmotor 1220 gekoppelt.
Sie dient dazu, beim Ausfahren des Rollpanzers 1210 Welle und Rohrmotor 1220 in Richtung
der Führungsschienen 1120 zu bewegen. Da beim Ausfahren des Rollpanzers 1210 die Dicke
des auf Welle und Rohrmotor 1220 aufgerollten Rollpanzers 1210 abnimmt, würden die
Rollladenprofile 1211 bei fehlender Verschiebung von Welle und Rohrmotor 1220 unter
einem immer steileren Winkel in die Führungsschienen 1120 einmünden. Damit wird durch
die achsverschiebende Einheit 1230 ein flüssiges Ausfahren des Rollpanzers 1210 erreicht.
Ein mögliches Verkanten der Rollladenprofile 1211 beim Einmünden in die Führungsschienen
1120 wird verhindert. Entsprechende Überlegungen gelten für das Einfahren des Rollpanzers
1210.
[0057] In Fig. 7b ist dargestellt, dass ein Ende des Markisenbands 1310 des Markisensystems
1300 mithilfe einer Klemmvorrichtung 1331 an der Markisenabschlussleiste 1330 befestigt
ist. Darüber hinaus ist eine Umlenkvorrichtung 1332 gezeigt. Diese ist in der Rollbox
1110 im Bereich der Markisenarme 1340 angebracht. Mithilfe der Umlenkvorrichtung 1332
wird das Markisenband 1310 über die Markisenarme 1340 geführt. Damit kann vermieden
werden, dass das Markisenband 1310 durch die Markisenarme 1340 eingeklemmt oder blockiert
wird. Zweckmäßigerweise kommen Markisenarme 1340 mit Federn zum Einsatz. Beim Ausfahren
des Markisenbands 1310 bewegen die Markisenarme 1340 durch die Federkraft die Markisenabschlussleiste
1330 von der Gebäudefassade weg nach außen. Dies wird unten im Zusammenhang mit Fig.
8 beschrieben.
[0058] In Fig. 7b ist weiter detailliert die Gardinenabstandsverstellung 1430 dargestellt.
Die Gardinenabstandsverstellung 1430 dient dazu, das Gardinenband 1410 bei verschiedenen
Tiefen des Fensterrahmens 111 eng am Fenster anliegen zu lassen. Diese Gardinenabstandsverstellung
1430 umfasst eine erste Umlaufrolle 1431, eine zweite Umlaufrolle 1432 und eine Schiene
1433. Die erste Umlaufrolle 1431 ist fixiert. Sie dient der Umlenkung des Gardinenbands
1410. Die zweite Umlaufrolle 1432 ist verschiebbar an die Schiene 1433 gekoppelt.
Es ist zweckmäßig, wenn die zweite Umlaufrolle 1432 mit einer Schraube verriegelbar
auf die Schiene 1433 klemmbar ist. Durch die Entriegelung der Klemmung über die Schraube
ist die zweite Umlaufrolle 1432 auf der Schiene 1433 verschiebbar. Damit kann der
Abstand zum Fensterrahmen 111 variiert werden. Mithilfe der Gardinenabstandsverstellung
1430 ist eine größtmögliche Ausnutzung des Innenraumes der Wohnung, des Ladens oder
des Geschäfts möglich. Des Weiteren ist es auch möglich, den Innenraum damit zu unterteilen.
[0059] Die Rollbox 1110 ist derart ausgestaltet, dass das Rollladensystem 1200, das Markisensystem
1300 und das Gardinenrollosystem 1300 darin angeordnet werden können. Zweckmäßigerweise
liegen Tiefe und Höhe des in Fig. 7b gezeigten Querschnitts der Rollbox 1110 zwischen
35 cm x 30 cm und 50 cm x 45 cm, in der gezeigten besonders bevorzugten Ausführungsform
betragen sie 42 cm x 40 cm.
[0060] Gemäß einem weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel des Komplettsystems 1000
können die in der Rollbox 1110 angeordneten Systeme 1200, 1300, 1400 auch modular
ausgestaltet sein. Jedes System 1200, 1300, 1400 ist dann autark von den anderen.
Die einzelnen Systeme 1200, 1300, 1400 können dann als Module in die Rollbox 1110
eingebaut werden. Andere Module als die den Systemen 1200, 1300, 1400 entsprechenden
sind möglich. Es ist auch möglich, dass die Gardinenabstandsverstellung 1430 als Modul,
vorzugsweise als Zusatzmodul, vorgesehen ist.
[0061] In Fig. 8 ist das Komplettsystem 1000 des bevorzugten Ausführungsbeispiels mit ausgefahrenem
Markisensystem 1300 gezeigt. Wird das Markisenband 1310 abgerollt, so wird die Markisenabschlussleiste
1330 unter Einsatz der federbelasteten Markisenarme 1340 von der Gebäudefassade 100
weg nach außen bewegt. Das Abrollen erfolgt über Welle und Rohrmotor 1320. Das Markisenband
1310 ist an der Markisenabschlussleiste 1330 befestigt. Damit zieht diese das Markisenband
1310 mit. Zweckmäßigerweise liegt die Länge des ausgefahrenen Markisenbands zwischen
1,3 m und 1,7 m, vorzugsweise bei 1,5 m. Beim Einfahren des Markisensystems 1300 ist
die Zugkraft des Rohrmotors 1320 größer als die gesamte Federkraft der Markisenarme
1340. Das auf der Welle 1320 aufgewickelte und an die Markisenabschlussleiste 1330
gekoppelte Markisenband 1310 zieht dadurch die Markisenabschlussleiste 1330 in Richtung
Gebäudefassade 100. Gleichzeitig werden die Markisenarme 1340 eingeklappt.
[0062] In Fig. 9 sind verschiedene Einsatzmöglichkeiten des erfindungsgemäßen Komplettsystems
1000 zusammengefasst. In der Konfiguration 2100 ist das ausgefahrene Rollladensystem
1200 gezeigt. Das Rollladensystem 1200 dient dem Einbruchschutz und dem Schutz vor
Vandalismus. Der Rollpanzer 1210 des gezeigten Ausführungsbeispiel umfasst Rollladenprofile
1211, die zum Teil Lichtschlitze aufweisen, zum Teil ohne Lichtschlitze ausgestaltet
sind. In Konfiguration 2200 sind sämtliche Systeme 1200, 1300, 1400 vollständig eingefahren.
Es ist ein freier Blick in das Fenster 110 möglich. In der Konfiguration 2300 ist
das Markisensystem 1300 vollständig ausgefahren. Dieses dient dem Sonnenschutz. In
der Konfiguration 2400 ist neben dem ausgefahrenen Markisensystem 1300 das teilweise
ausgefahrene Gardinenrollosystem 1400 gezeigt. Dieses dient dem Sichtschutz.
[0063] In den Konfigurationen 2100 und 2200, in denen das Markisensystem vollständig eingefahren
ist, schließt die Rückseite der Markisenabschlussleiste 1330 bündig mit der Gebäudefassade
100 ab. Damit wird ein minimaler Überstand der Markisenabschlussleiste 1330 aus der
Gebäudefassade 100 heraus erreicht.
[0064] Die Bedienung des Komplettsystems 1000 kann über ein Bedienfeld, das im Gebäude montiert
ist, und/oder über eine Fernbedienung erfolgen. Das Rollladensystem 1200, das Markisensystem
1300 und das Gardinenenrollosystem 1400 werden über eine Steuerungseinheit gesteuert.
Dabei ist es möglich, dass jedes System 1200, 1300, 1400 separat angesteuert wird.
Jedes System kann autark von den anderen betrieben werden. Erfindungsgemäß ist es
auch möglich, dass mithilfe der Steuerungseinheit zwei oder mehr Systeme 1200, 1300,
1400 koordiniert angesteuert werden. Dazu können die entsprechenden Systeme miteinander
gekoppelt sein. So ist es möglich, die Systeme gemäß gewissen Gegebenheiten zu steuern.
So kann es zweckmäßig sein, ein Programm vorzusehen, das an sonnigen Tagen das Rollladensystem
1200 vollständig einfährt und gleichzeitig das Markisensystem 1300 vollständig ausfährt.
Weiter kann es zweckmäßig sein, an sonnigen Tagen, an denen eine private Veranstaltung
stattfinden soll, das Markisensystem 1300 und gleichzeitig das Gardinenrollosystem
1400 auszufahren.
Liste der Bezugszeichen
[0065]
- 1
- Rollladensystem
- 2
- Rahmen
- 21
- Hohlraum des Rahmens 2
- 3
- Rollpanzer
- 31
- Rollladenprofile des Rollpanzers 3
- 4
- Führungsschiene
- 41
- oberer Abschnitt der Führungsschiene 4
- 410
- Ende des oberen Abschnitts 41
- 42
- unterer Abschnitt der Führungsschiene 4
- 5
- Rollladenkasten
- 6
- Verschwenkmechanismus / Hydraulikzylinder
- 7
- erster Verriegelungsmechanismus
- 71
- Haken des ersten Verriegelungsmechanismus 7
- 72
- komplementärer Haken des ersten Verriegelungsmechanismus 7
- 73
- Schlitz des ersten Verriegelungsmechanismus 7
- 8
- Antriebsmechanismus / Motor / Rohrmotor
- 9
- Welle / Achse
- 100
- Gebäudefassade
- 110
- Fenster / Schaufenster
- 111
- Fensterrahmen
- 501
- Rollladensystem 1 in der eingeklappten Position mit vollständig ausgefahrenem Rollpanzer
3
- 502
- Rollladensystem 1 in der eingeklappten Position mit vollständig eingefahrenem Rollpanzer
3
- 503
- Rollladensystem 1 in der ausgeklappten Position mit ausgeklappten oberen Ab schnitten
41 und vollständig eingefahrenem Rollpanzer 3
- 504
- Rollladensystem 1 in der ausgeklappten Position mit ausgefahrenem Rollpanzer 3 als
Vordach
- 1000
- Komplettsystem
- 1100
- Rahmen des Komplettsystems 1000
- 1110
- Rollbox
- 1120
- Führungsschiene des Komplettsystems 1000
- 1200
- Rollladensystem des Komplettsystems 1000
- 1210
- Rollpanzer des Rollladensystems 1200
- 1211
- Rollladenprofile des Rollpanzers 1210
- 1220
- Welle und Rohrmotor des Rollladensystems 1200
- 1230
- achsverschiebbare Einheit
- 1300
- Markisensystem
- 1310
- Markisenband
- 1320
- Welle und Rohrmotor des Markisensystems 1300
- 1330
- Markisenabschlussleiste
- 1331
- Klemmvorrichtung des Markisensystems 1300
- 1332
- Umlenkvorrichtung des Markisensystems 1300
- 1340
- Markisenarm
- 1400
- Gardinenrollosystem
- 1410
- Gardinenband
- 1420
- Welle und Rohrmotor des Gardinenrollosystems 1400
- 1430
- Gardinenabstandsverstellung
- 1431
- erste (feste) Umlaufrolle der Gardinenabstandsverstellung 1430
- 1432
- zweite (verschiebbare) Umlaufrolle der Gardinenabstandsverstellung 1430
- 1433
- Schiene der Gardinenabstandsverstellung 1430
- 2100
- Komplettsystem 1000 mit ausgefahrenem Rollladensystem 1200
- 2200
- Komplettsystem 1000 mit allen System eingefahren
- 2300
- Komplettsystem 1000 mit ausgefahrenem Markisensystem 1300
- 2400
- Komplettsystem 1000 mit ausgefahrenem Markisensystem 1300 und ausgefahrenem Gardinenrollosystem
1400
1. Rollladensystem (1) für Fenster (110) oder Türen, umfassend
- einen Rollpanzer (3),
- zwei Führungsschienen (4) mit jeweils einem oberen Abschnitt (41),
- einen Antriebsmechanismus (8) zum Ein- und Ausfahren des Rollpanzers (3) entlang
der Führungsschienen (8), und
- einen Verschwenkmechanismus (6),
wobei die zwei oberen Abschnitte (41) der Führungsschienen (4) über den Verschwenkmechanismus
(6) von einer eingeklappten Position in eine ausgeklappte Position ausklappbar sind,
wobei in der eingeklappten Position der Rollpanzer (3) in einer ersten Ebene über
die Führungsschienen (4) ein- und ausfahrbar ist, und
wobei in der ausgeklappten Position der Rollpanzer (3) über die beiden oberen Abschnitte
(41) der Führungsschienen (4) in einer zweiten Ebene, die gegenüber der ersten Ebene
geneigt ist, ein- und ausfahrbar ist.
2. Rollladensystem (1) gemäß Anspruch 1, zusätzlich einen Rollladenkasten (5) zur Aufnahme
des Rollpanzers (3) umfassend, wobei der Rollladenkasten (5) und die oberen Abschnitte
(41) der Führungsschienen um eine gemeinsame Achse (9) verschwenkbar sind.
3. Rollladensystem (1) gemäß Anspruch 2, wobei der Rollladenkasten (5) und die oberen
Abschnitte (41) der Führungsschienen (4) einteilig ausgestaltet sind.
4. Rollladensystem (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zweite Ebene
um einen Winkel zwischen 60° und 80°, vorzugsweise zwischen 65° und 75°, besonders
bevorzugt um 70° gegenüber der ersten Ebene geneigt ist.
5. Rollladensystem (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Antriebsmechanismus
(8) einen Motor (8) zum Ein- und Ausfahren des Rollpanzers (3) umfasst.
6. Rollladensystem (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Rollpanzer
(3) die Widerstandsklasse RC 3 oder höher nach DIN EN 1627-1630 aufweist.
7. Rollladensystem (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Verschwenkmechanismus
(6) mindestens einen Hydraulikzylinder (6) umfasst.
8. Rollladensystem (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, zusätzlich einen ersten
Verriegelungsmechanismus (7) zur Sicherung der oberen Abschnitte (41) der Führungsschienen
(4) in der eingeklappten Position und/oder einen zweiten Verriegelungsmechanismus
zur Sicherung der oberen Abschnitte (41) der Führungsschienen (4) in der ausgeklappten
Position umfassend.
9. Rollladensystem (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, zusätzlich ein Steuerungssystem
umfassend, das das Ein- und/oder Ausklappen der oberen Abschnitte (41) der Führungsschienen
(4) unter Einsatz des Verschwenkmechanismus (6) und das Ein- und/oder Ausfahren des
Rollpanzers (3) unter Einsatz des Antriebsmechanismus (8) automatisch steuert.
10. Rollladensystem (1) gemäß Anspruch 9, wobei das Steuerungssystem einen Drehwinkelgeber
und einen Sensor umfasst, um die Länge des ausgefahrenen Rollpanzers (3) zu bestimmen.
11. Verfahren zum Betreiben eines Rollladensystems (1) gemäß einem der vorhergehenden
Ansprüche mit den folgenden Schritten:
- Einfahren des Rollpanzers (3) in der eingeklappten Position;
- Ausklappen der oberen Abschnitte (41) der Führungsschienen (4) von der eingeklappten
Position in die ausgeklappte Position;
- Ausfahren des Rollpanzers (3) entlang der oberen Abschnitte (41) der Führungsschienen
(4) in der ausgeklappten Position.
12. Komplettsystem (1000) zum Einbruch-, Witterungs- und Sichtschutz von Fenstern (110)
und Türen, umfassend
- eine Rollbox (1110),
- ein Rollladensystem (1200) zum Einbruchschutz,
- ein Markisensystem (1300) zum Witterungsschutz, und
- ein Gardinenrollosystem (1400) zum Sichtschutz,
wobei das Rollladensystem (1200), das Markisensystem (1300) und das Gardinenrollsystem
(1400) in der Rollbox (1110) angeordnet sind.
13. Komplettsystem (1000) gemäß Anspruch 12, wobei mindestens zwei der Systeme aus Rollladensystem
(1200), Markisensystem (1300), Gardinenrollosystem (1400) miteinander koppelbar sind.
14. Komplettsystem (1000) gemäß Anspruch 12 oder 13, zusätzlich eine Steuerungseinheit
umfassend, über die das das Rollladensystem (1200), das Markisensystem (1300) und/oder
das Gardinenrollosystem (1400) steuerbar sind.
15. Modular aufgebautes Komplettsystem (1000) gemäß einem der Ansprüche 12 bis 14.