Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine thermodynamische Kreisprozessvorrichtung, die insbesondere
eine ORC-Vorrichtung sein kann, und die einen Vorwärmer zum Vorwärmen eines Arbeitsmediums;
einen Verdampfer zum Verdampfen und gegebenenfalls Überhitzen eines ersten Massenstroms
des vorgewärmten Arbeitsmediums; eine Expansionsmaschine zum Expandieren des verdampften
und überhitzten Massenstroms des Arbeitsmediums; einen Kondensator zum Kondensieren
und gegebenenfalls Unterkühlen des aus dem Auslass austretenden Arbeitsmediums; und
eine Speisepumpe zum Pumpen von kondensiertem Arbeitsmedium zum Vorwärmer umfasst.
Weiterhin betrifft die Erfindung ein entsprechendes Verfahren zum Betreiben eines
thermodynamischen Kreisprozesses, insbesondere eines ORC-Prozesses.
Stand der Technik
[0002] Wird ein krafterzeugender Prozess, wie z.B. der Organic Rankine Cycle (ORC), im Umfeld
eines weiteren Aggregates, wie z.B. eines Verbrennungsmotors, betrieben, ist sowohl
die direkte Einbindung der erzeugten Energie als mechanische Leistung in das Fremdsystem
(z.B. kann die Expansionsmaschine des krafterzeugenden Prozesses den Fremdprozess
zumindest unterstützend antreiben), als auch deren Bereitstellung für Nebenaggregate
(z.B. kann der Fremdprozess eine Pumpe im krafterzeugenden Prozess antreiben) oft
vorteilhaft, da es bei der Umwandlung von mechanischer Energie in elektrische Energie
zu Umwandlungsverlusten kommt. Zudem entfallen durch die eingesparten Motoren für
Antrieb bzw. Generatoren für Abtrieb ebenfalls Kosten und die Kompaktheit kann gesteigert
werden, was beides kritische Faktoren für die Integration eines krafterzeugenden Prozesses
in das genannte Umfeld sind.
[0003] Durch eine direkte Anbindung (beispielsweise eine Kopplung über eine starre Welle)
verliert jedoch einer der Prozesse den Freiheitsgrad der Drehzahlsteuerung (meist
der nachgelagerte Prozess). Um dies zu umgehen, kann eine Anbindung über ein Getriebe
erfolgen. Hierdurch kann sowohl eine gestufte als auch eine stufenlose Anbindung die
Drehzahlsteuerung ermöglichen. Dieser Wiedergewinn der Drehzahlsteuerung geht jedoch
mit einer Reihe nachteiliger Eigenschaften einher. Zum einen stellt ein Getriebe einen
zusätzlichen Kostenaufwand dar, der je nach Anwendung einen erheblichen Einfluss auf
die Wirtschaftlichkeit hat. Dieser Effekt wird dadurch verstärkt, dass Getriebe (insbesondere
stufenlose) ebenfalls zu einer Wirkungsgradeinbuße führen. Getriebe unterliegen ferner
einer erheblichen Beanspruchung und fügen der Anlage somit zusätzlichen Wartungsaufwand
und entsprechende Kosten hinzu. Nicht zuletzt ist ein Getriebe ebenfalls vergleichsweise
bauraumintensiv, was dem Ziel der Kompaktheit bei vielen Anwendungen der Motorintegration
entgegensteht.
[0004] Durch die hier beschriebene Kopplung der Expansionsmaschine oder der Kopplung sowohl
der Expansionsmaschine als auch der Speisepumpe des ORC-Systems an Fremdprozesse ohne
Getriebe gehen die Freiheitsgrade der Drehzahlregelung verloren. Hierdurch können
keine für den ORC-Betrieb günstigen und für die Komponenten erforderlichen Parameter
geregelt werden - vor allem Volumenströme, Temperaturen und Druckniveaus. Dies stellt
insbesondere ein Problem für den Betrieb dar, da die erlaubten Temperaturen der Komponenten
limitiert sind, insbesondere auf der Abströmseite der Expansionsmaschine.
[0005] Außerdem kann durch das Fehlen der Drehzahlregelung der Expansionsmaschine nicht
gezielt ein Expansionsverhältnis zur Verfügung gestellt werden, welches zu dem in
einer volumetrischen Expansionsmaschine fest verbautem Volumenverhältnis korreliert.
Die im Stand der Technik übliche Umsetzung eines variablen Volumenverhältnisses mittels
variablem Ein- bzw. Auslassfenster stellt ein aufwändiges und teures Verfahren dar,
welches die Wirtschaftlichkeit von ORC-Systemen behindert. Eine für die Expansionsmaschine
unpassende Expansion kann jedoch zum einen zu stark fallenden Wirkungsgraden und somit
ebenfalls einer Unwirtschaftlichkeit des Gesamtsystems führen oder im Extremfall eine
Überschreitung des zulässigen Maximaldrucks zur Folge haben. Die Überschreitung von
maximal zulässigen Drücken und Temperaturen führt zu einem Ausfall der Anlage mit
möglichen Folgeschäden.
Beschreibung der Erfindung
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es die genannten Nachteile zumindest teilweise zu überwinden,
und dementsprechend die folgenden vier Aufgaben zumindest teilweise zu lösen:
- 1. Absenken der Überhitzung (bei gegebenem Druck) um die Komponenten vor einem Betrieb
bei Temperaturen oberhalb ihrer Limitierung zu schützen und/oder Absenken der Überhitzung
um eine Wirtschaftlichkeit des Systems durch verbesserte Wirkungsgrade zu gewährleisten.
Die Überhitzung bei trockenen Fluiden ist per se schädlich für den Wirkungsgrad, da
sie Energie auf hohem Temperaturniveau darstellt, welche keinen zusätzlichen Beitrag
zur Expansion leistet. Je weiter der Abdampf im überhitzten Bereich liegt, desto mehr
Wärme muss vor der Verflüssigung im Kondensator abgeführt werden.
- 2. Vermeidung von für den Betrieb uneffektiven Volumenverhältnissen auf Grund der
nicht regelbaren Drucklagen bei festem Volumenverhältnis der Expansionsmaschine.
- 3. Vermeidung von zu hohen Drücken (absolut oder auf die vom System erreichbare Verdampfungstemperatur
bezogen), welche zu Schäden an der Anlage oder einer Nichtverdampfung des Fluides
oder Teilen hiervon führen, was neben einem Wirkungsgradeinbruch ebenfalls Schäden
verursachen kann.
- 4. Vermeidung von zu großen Massenströmen des Arbeitsmediums, welche durch die zur
Verfügung stehende Wärme nicht (in ausreichendem Maße) verdampft werden können.
[0007] Die Aufgaben 1 und 2 werden gelöst durch eine Vorrichtung nach Anspruch 1 und ein
Verfahren nach Anspruch 11.
[0008] Die erfindungsgemäße thermodynamische Kreisprozessvorrichtung, die insbesondere eine
ORC-Vorrichtung sein kann, umfasst einen Vorwärmer zum Vorwärmen eines Arbeitsmediums;
einen Verdampfer zum Verdampfen und Überhitzen eines ersten Massenstroms des vorgewärmten
Arbeitsmediums; eine Expansionsmaschine zum Expandieren des verdampften und überhitzten
ersten Massenstroms des Arbeitsmediums; einen Kondensator zum Kondensieren des aus
der Expansionsmaschine austretenden Arbeitsmediums; und eine Speisepumpe zum Pumpen
von kondensiertem Arbeitsmedium zum Vorwärmer. Die erfindungsgemäße thermodynamische
Kreisprozessvorrichtung ist gekennzeichnet durch eine erste Zuführeinrichtung zum
Zuführen eines zweiten Massenstroms des vorgewärmten Arbeitsmediums zum teilweise
expandierten ersten Massenstrom des Arbeitsmediums in der Expansionsmaschine.
[0009] Dies ermöglicht die Freiheitsgrade der Absenkung der Abdampftemperatur und eines
angepassten Expansionsverhältnisses. Die Überhitzung kann auf diese Weise reduziert
werden, und das Volumenverhältnis der Expansion kann dynamisch verringert werden.
[0010] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann dahingehend weitergebildet werden, dass die
erste Zuführeinrichtung einen Zuführeinlass der Expansionsmaschine und eine erste
Zuführleitung zwischen dem Vorwärmer und dem Zuführeinlass umfassen kann.
[0011] Der Zuführeinlass kann in Fluidverbindung mit einem Expansionsraum der Expansionsmaschine
bei einem vorbestimmten Volumenbereich des Expansionsraums angeordnet sein, wobei
der Expansionsraum zwischen einem Einlass und einem Auslass der Expansionsmaschine
expandiert.
[0012] Eine andere Weiterbildung besteht darin, dass die erste Zuführeinrichtung ein erstes
ansteuerbares Drosselelement, insbesondere ein erstes thermostatisches Expansionsventil,
zum Regeln des zweiten Massenstroms umfasst und/oder wobei die erste Zuführeinrichtung
eine Einspritzvorrichtung an der Expansionsmaschine, insbesondere am Zuführeinlass,
umfassen kann.
[0013] Gemäß einer anderen Weiterbildung kann die thermodynamische Kreisprozessvorrichtung
weiterhin eine zweite Zuführeinrichtung zum Zuführen eines dritten Massenstroms des
vorgewärmten Arbeitsmediums zum verdampften und überhitzten ersten Massenstrom des
Arbeitsmediums vor dessen Expansion in der Expansionsmaschine umfassen. Dies ermöglicht
eine Temperaturlimitierungen vor der Direkteinspritzung in die Expansionsmaschine
und eine Absenkung der Überhitzung, auch wenn das reale Expansionsverhältnis nicht
(weiter) abgesenkt werden soll. Diese Strategie erlaubt eine schnelle Regulierung
der Frischdampftemperatur.
[0014] Die zweite Zuführeinrichtung kann eine zweite Zuführleitung umfassen, die zwischen
dem Vorwärmer oder der ersten Zuführleitung einerseits und dem Einlass oder einer
zwischen dem Verdampfer und dem Einlass angeordneten dritten Leitung andererseits
angeordnet ist.
[0015] Die zweite Zuführeinrichtung kann ein zweites ansteuerbares Drosselelement, insbesondere
ein zweites thermostatisches Expansionsventil, zum Regeln des dritten Massenstroms
umfassen.
[0016] Eine andere Weiterbildung besteht darin, dass die Speisepumpe mit einem über die
Expansionsmaschine betriebenen Antriebsstrang gekoppelt sein kann; und wobei die Kreisprozessvorrichtung
weiterhin eine regelbare Rezirkulationseinrichtung zum teilweisen Rezirkulieren von
Arbeitsmedium von einer Hochdruckseite der Speisepumpe zu einer Niederdruckseite der
Speisepumpe umfassen kann. Schwankungen und Instabilitäten in der Verdampfungszone
können so vermieden werden.
[0017] Die regelbare Rezirkulationseinrichtung kann eine Leitung von der Hochdruckseite
zu der Niederdruckseite der Speisepumpe umfassen, wobei die Leitung die mit einem
dritten ansteuerbaren Drosselelement versehen sein kann.
[0018] Gemäß einer anderen Weiterbildung kann eine Drehung der Expansionsmaschine mit einer
Drehung eines extern laufenden Prozesses koppelbar sein; wobei insbesondere eine Welle
der Expansionsmaschine mit einem externen Antriebsstrang eines Motors koppelbar sein
kann, entweder direkt oder indirekt über ein Getriebe.
[0019] Die erfindungsgemäße Aufgabe wird weiterhin gelöst durch ein Verfahren nach Anspruch
11.
[0020] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben eines thermodynamischen Kreisprozesses,
insbesondere eines ORC-Prozesses, umfasst die folgenden Schritte: Vorwärmen eines
Arbeitsmediums durch einen Vorwärmer; Verdampfen und Überhitzen eines ersten Massenstroms
des vorgewärmten Arbeitsmediums durch einen Verdampfer; Expandieren des verdampften
und überhitzten ersten Massenstroms des Arbeitsmediums in einer Expansionsmaschine
zwischen einem Einlass und einem Auslass der Expansionsmaschine; Kondensieren des
aus dem Auslass austretenden Arbeitsmediums durch einen Kondensator; und Pumpen von
kondensiertem Arbeitsmedium zum Vorwärmer mit einer Speisepumpe; wobei das Verfahren
gekennzeichnet ist durch Zuführen eines zweiten Massenstroms des vorgewärmten Arbeitsmediums
zum teilweise expandierten ersten Massenstrom des Arbeitsmediums in der Expansionsmaschine.
[0021] Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens und dessen Weiterbildungen entsprechen
- wenn nicht anders angegeben - jenen der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0022] Gemäß einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann der folgende weitere
Schritt vorgesehen sein: Regeln des zweiten Massenstroms und/oder Einspritzen des
zweiten Massenstroms in einen Expansionsraum der Expansionsmaschine.
[0023] Eine andere Weiterbildung besteht darin, dass das Verfahren weiterhin umfassen kann:
Zuführen eines dritten Massenstroms des vorgewärmten Arbeitsmediums zum verdampften
und überhitzten ersten Massenstrom des Arbeitsmediums vor dessen Expansion in der
Expansionsmaschine.
[0024] Gemäß einer anderen Weiterbildung kann der dritte Massenstrom geregelt werden.
[0025] Eine andere Weiterbildung besteht darin, dass der folgende weitere Schritt vorgesehen
sein kann: Koppeln einer Drehung der Expansionsmaschine mit einer Drehung eines extern
laufenden Prozesses; insbesondere durch Koppeln einer Welle der Expansionsmaschine
mit einem externen Antriebsstrang eines Motors, entweder direkt oder indirekt über
ein Getriebe.
[0026] Die genannten Weiterbildungen können einzeln eingesetzt oder wie beansprucht geeignet
miteinander kombiniert werden.
[0027] Weitere Merkmale und beispielhafte Ausführungsformen sowie Vorteile der vorliegenden
Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es versteht sich,
dass die Ausführungsformen nicht den Bereich der vorliegenden Erfindung erschöpfen.
Es versteht sich weiterhin, dass einige oder sämtliche der im Weiteren beschriebenen
Merkmale auch auf andere Weise miteinander kombiniert werden können.
Zeichnungen
[0028]
- Fig. 1
- zeigt eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen thermodynamischen Kreisprozessvorrichtung.
- Fig. 2
- zeigt eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen thermodynamischen Kreisprozessvorrichtung.
- Fig. 3
- zeigt eine dritte Ausführungsform der erfindungsgemäßen thermodynamischen Kreisprozessvorrichtung.
- Fig. 4
- zeigt qualitativ den Zusammenhang von Expansionsverhältnis und Expansionswirkungsgrad.
- Fig. 5
- ist eine beispielhafte Darstellung des Zusammenhangs von Druck und Enthalpie bei der
Direkteinspritzung von vorgewärmtem Arbeitsmedium in die Expansionsmaschine.
Ausführungsformen
[0029] Fig. 1 zeigt eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen thermodynamischen Kreisprozessvorrichtung
100 in Form einer ORC-Vorrichtung (Organic Rankine Cycle). Die Kreisprozessvorrichtung
umfasst einen Vorwärmer 10 zum Vorwärmen eines Arbeitsmediums; einen Verdampfer 20
zum Verdampfen und Überhitzen eines ersten Massenstroms des vorgewärmten Arbeitsmediums;
eine Expansionsmaschine 30 zum Expandieren des verdampften und überhitzten ersten
Massenstroms des Arbeitsmediums; einen Kondensator 60 zum Kondensieren des aus der
Expansionsmaschine 30 austretenden Arbeitsmediums; und eine Speisepumpe 70 (mit ist
Motor M) zum Pumpen von kondensiertem Arbeitsmedium zum Vorwärmer 10. Erfindungsgemäß
ist eine erste Zuführeinrichtung 40 zum Zuführen eines zweiten Massenstroms des vorgewärmten
Arbeitsmediums zum teilweise expandierten ersten Massenstrom des Arbeitsmediums in
der Expansionsmaschine 30 vorgesehen.
[0030] Die erste Zuführeinrichtung 40 umfasst einen Zuführeinlass 48 der Expansionsmaschine
30 und eine erste Zuführleitung 47 zwischen dem Vorwärmer 10 und dem Zuführeinlass
48. Der Zuführeinlass 48 ist in Fluidverbindung mit einem Expansionsraum der Expansionsmaschine
30 bei einem vorbestimmten Volumenbereich des Expansionsraums angeordnet, wobei der
Expansionsraum zwischen einem Einlass 32 und einem Auslass 34 der Expansionsmaschine
30 expandiert.
[0031] Die erste Zuführeinrichtung 40 umfasst weiterhin ein erstes ansteuerbares Drosselelement
45, insbesondere ein erstes thermostatisches Expansionsventil, zum Regeln des zweiten
Massenstroms umfasst und/oder wobei die erste Zuführeinrichtung 40 eine Einspritzvorrichtung
41 an der Expansionsmaschine 30, insbesondere am Zuführeinlass 48.
[0032] Die Regelung kann auf der Grundlage der gemessenen und exemplarisch dargestellten
Temperaturen T erfolgen. Insbesondere kann das Drosselelement 45 entsprechend angesteuert
werden.
[0033] Die Drehung der Expansionsmaschine 30 ist mit einer Drehung eines extern laufenden
Prozesses koppelbar; wobei insbesondere eine Welle 31 der Expansionsmaschine 30 mit
einem externen Antriebsstrang eines Motors 90 koppelbar ist, entweder direkt oder
indirekt über ein Getriebe 91, welches einen Freilauf oder Schaltmöglichkeiten umfassen
kann.
[0034] Das Einspritzen des vorgewärmten Arbeitsmediums in die bereits teilweise erfolgte
Expansion hat die im Folgenden dargestellte Wirkung.
I. Vorsehen einer Direkteinspritzung vorgewärmten Fluides in die laufende Expansion
gemäß Prozessführung in Fig. 1 zur Lösung von Aufgaben 1 und 2:
[0035] Während der für den ORC-Kreis üblichen Prozesse der Vorwärmung VW (
Q̇VW), Verdampfung VD (
Q̇VD) und Überhitzung ÜH (
Q̇ÜH) wird ein Teil des Fluides (
ṁAM,DE) vor der Verdampfung abgeführt. Der Gesamtenergieeintrag in das System, welcher direkt
oder über einen Zwischenkreis erfolgen kann, lässt sich wie folgt bestimmen:

[0036] Hier bezeichnen
h1, h2, h3 und
h4 die Enthalpien an den jeweiligen in Fig. 1 angegebenen Positionen. Für die hier angewandte
Betrachtung des Abzweigens von Arbeitsmedium (AM) nach der Vorwärmung wird keine weitere
Aufteilung des Massenstromes betrachtet und die Verdampfung und Überhitzung lässt
sich zusammenfassen zu Verdampfen mit Überhitzen (
Q̇VÜ):

mit

ferner gilt:

[0037] Um sich erneut die Freiheitsgrade von Temperatur und angepasstem Expansionsverhältnis
zu ermöglichen, wird das abgezweigte flüssige Arbeitsmedium der Expansionsmaschine
über eine geeignete Zuführung bereits nach einem gewissen Anteil der Expansion zugeführt
und direkt eingespritzt (Prozessführung gemäß Fig. 1). Um bei der Einspritzung ein
möglichst schnelles Erreichen des thermischen Gleichgewichtes (Wärmeeintrag bis eine
einheitliche Temperatur in der Expansionskammer vorliegt) zu erreichen, muss die Einspritzvorrichtung
entsprechend ausgeführt werden und eine gute Verteilung mit hohen Fluidoberflächen
gewährleisten (z.B. feine Zerstäubung). Für die Regelbarkeit der Parameter wird ein
Drosselelement, insbesondere ein ansteuerbares oder ein passives Drosselelement (z.B.
thermostatisches Expansionsventil) in die Zuführleitung eingesetzt.
[0038] Für die Einspritzung in den Expander muss an geeigneter Stelle im Gehäuse eine Einlassbohrung
vorgenommen werden. Diese muss je nach Volumenverhältnis der Expansionsmaschine bestimmt
werden. Begrenzend in Richtung Expansionsbeginn wirkt der noch hohe Druck der Kammer,
wodurch der Eintrag von flüssigem Fluid behindert wird. Zudem kann auch die Überhitzung
im Verlauf der Expansion zunehmen, sodass zu einem späteren Zeitpunkt der Expansion
auch mehr flüssiges Fluid verdampft werden kann. Andererseits sollte bis zur Kammeröffnung
ausreichend Zeit sein, um ein thermisches Gleichgewicht mit vollständiger Verdampfung
zu erhalten. Weiterhin ist auch die Teilnahme an einem großen Expansionsanteil an
der Gesamtexpansion positiv für die Leistungsgenerierung.
[0039] Hierdurch können verschiedene positive Effekte erzielt werden:
a. Volumenverhältnisanpassung
[0040] Das Volumenverhältnis der Expansion (Φ
EX) kann dynamisch verringert werden (siehe dazu auch Fig. 5), es gilt der folgende
Zusammenhang mit den spezifischen Volumina zum Zeitpunkt der Kammerschließung im Eintritt
in die Expansionsmaschine (
vK,ein) sowie im Moment der Kammeröffnung am Austritt der Expansionsmaschine (
vK,aus) mit dem festen Volumenverhältnis der Expansionsmaschine V
i:

mit den Kammervolumina am Ein- und Auslass
VK,ein/aus sowie der Masse des in der Kammer eingeschlossenen Arbeitsmediums
mAM,K,ein/aus. Da im Standardfall ohne Kammereinspritzung die Masse des Arbeitsmediums in der Kammer
konstant ist, ergibt sich Φ
EX =
Vi.
[0041] Das real anliegende Expansionsverhältnis (Φ
real) bestimmt sich aus den Frischdampfparametern sowie den Abdampfparametern und ist
von Druck und Temperatur vor und nach der Expansionsmaschine bestimmt.
[0042] Im Falle von Φ
real < Φ
EX befindet man sich im Bereich der Nachkompression. Bei dieser wird das Fluid während
der Expansion in der Expansionsmaschine (Kammer geschlossen) auf ein niedrigeres Druckniveau
gebracht, als tatsächlich nach der Expansionsmaschine vorliegt. Dies führt dazu, dass
nach dem Öffnen der Kammer das Fluid verdichtet wird, was durch die hierbei von der
Expansionsmaschine aufzubringende erhöhte Ausschiebearbeit sehr negative Auswirkungen
auf den Wirkungsgrad hat. Im Bereich der Nachexpansion (Φ
real > Φ
EX) hat der erhöhte Austrittsdruck aus der Kammer eine positive Wirkung. Hierbei liegt
das Druckniveau in der Expansionskammer am Ende der Expansion noch über dem nach der
Expansionsmaschine. Hierdurch expandiert das Fluid beim Öffnen der Kammer noch weiter,
die Nachexpansion generiert aufgrund der geringeren von der Expansionsmaschine aufzuwendenden
Ausschiebearbeit zusätzlich Leistung.
[0043] Durch die Einspritzung von Fluid während der Expansion gilt:
mAM,K,aus > MAM,K,ein, was gemäß oben gezeigtem Zusammenhang zu einer Verringerung von Φ
EX führt, sodass Φ
EX <
Vi:

[0044] Diese Verschiebung ist mit dem qualitativen Verlauf des isentropen Expansionswirkungsgrades
in Fig. 4 dargestellt.
[0045] Des Weiteren wird hierdurch das Prinzip einer internen Rekuperation (wie in Fig.
5 dargestellt) in den Prozess integriert.
[0046] Diese führt auf zwei Weisen zu einer Verbesserung der Leistungsabgabe des Systems.
Zum einen wird die bei der Expansion steigende Überhitzung des trockenen Fluides genutzt,
um zusätzliches vorgewärmtes AM für die Expansion zu verdampfen und somit den Massenstrom
des an der Expansion teilnehmenden AM zu erhöhen. Die Energie der Überhitzung des
Abdampfes müsste andernfalls durch den Kondensator abgeführt werden. Zusätzlich hierzu
ist die Niedertemperaturwärmequelle des Vorwärmers meist nicht vollständig ausgenutzt
und kann durch die erhöhte Fluidmenge in der Vorwärmung besser ausgenutzt werden.
[0047] Die interne Rekuperation vermeidet hierbei zwei Probleme, die eine normale Rekuperation
im Anschluss an die Expansion hat. Zum einen entsteht kein zusätzlicher Druckverlust
durch Einbauten nach der Expansion, welche das für die Expansion verfügbare Druckniveau
verringert. Weiterhin entspricht eine anschließende Rekuperation einer Vorwärmung
des AM, wofür jedoch meist bereits ausreichend Wärme auf niedrigem Temperaturniveau
zur Verfügung steht, weshalb dieser die genutzte Wärmemenge gegenüber der verfügbaren
verringert.
b. Senkung der Überhitzung des Abdampfes
[0048] Neben dem positiven Effekt auf die Leistung, kann es ebenfalls durch die Limitierung
der Komponenten, z.B. des dampfgekühlten Generators, notwendig sein, die Abdampftemperatur
zu senken. Eine Erhöhung des Massenstromes würde die Überhitzung des AM verringern,
kann jedoch keinen Einfluss auf das bereits als Frischdampf vorliegende Fluid nehmen
und stellt somit einen relativ trägen Regeleingriff dar. Hingegen lässt sich dies
durch die Einspritzung sehr schnell realisieren.
[0049] Da die Gesamtwärmebilanz durch die Bypassung nicht beeinflusst wird, ist auch durch
diese schnelle Regelung der Frischdampftemperatur ein Nachregeln durch den Massenstrom
notwendig. Dies geschieht durch die Drehzahlregelung der Pumpe (auf nicht drehzahlregelbare
Pumpen wird in Abschnitt III. im Zusammenhang mit Fig. 3 eingegangen).
[0050] Temperaturlimitierungen von Komponenten, die sich vor der Direkteinspritzung in die
laufende Expansion befinden, können hierdurch nicht gewährleistet werden (siehe hierzu
Abschnitt II.)
c. Messung der Parameter
[0051] Hierfür sind zwei Regelstrategien denkbar:
- 1. Vor der Einspritzstelle: modellprädiktive Ermittlung der einzuspritzenden Menge
an AM anhand eines gemessenen Ist-Wertes. Es wird nicht gemessen, inwiefern sich nach
der Einspritzung der geforderte Sollwert (=Maximalwert) auch einstellt.
- 2. Nach der Einspritzstelle: "klassische" Regelung der einzuspritzenden Menge an AM
durch Vergleich von Soll- und Istwert.
[0052] Fig. 2 zeigt eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen thermodynamischen
Kreisprozessvorrichtung 200, die gegenüber der ersten Ausführungsform weitere Merkmale
aufweist. Gleiche Bezugszeichen bedeuten dabei gleiche Elemente. Es ist eine zweite
Zuführeinrichtung 50 zum Zuführen eines dritten Massenstroms des vorgewärmten Arbeitsmediums
zum verdampften und überhitzten ersten Massenstrom des Arbeitsmediums vor dessen Expansion
in der Expansionsmaschine 30 vorgesehen. Die zweite Zuführeinrichtung 50 umfasst eine
zweite Zuführleitung 57, die zwischen dem Vorwärmer 10 oder der ersten Zuführleitung
47 einerseits und dem Einlass 32 oder einer zwischen dem Verdampfer 20 und dem Einlass
32 angeordneten dritten Leitung 17 andererseits angeordnet ist. wobei die zweite Zuführeinrichtung
50 ein zweites ansteuerbares Drosselelement 55, insbesondere ein zweites thermostatisches
Expansionsventil, zum Regeln des dritten Massenstroms umfasst.
[0053] Diese Maßnahme hat die im Folgenden beschriebene Wirkung.
II. Vorsehen einer Direkteinspritzung vorgewärmten Fluides vor der Expansion gemäß
Fig. 2 zur Lösung des verbleibenden Teiles von Problem 1 (Temperaturlimitierung vor
der Expansion):
a. Senkung der Überhitzung des Frischdampfes
[0054] Zusätzlich zu der Direkteinspritzung in die Expansionsmaschine (Prozessführung gemäß
Fig. 1) kann eine Direkteinspritzung von vorgewärmtem Fluid in den Frischdampf vor
der Expansionsmaschine notwendig sein - beispielsweise dann, wenn auch die Temperaturlimitierungen
vor der Direkteinspritzung in die Expansionsmaschine nicht anderweitig sichergestellt
sind (Prozessführung gemäß Fig. 2) oder wenn eine Absenkung der Überhitzung notwendig
ist, jedoch das reale Expansionsverhältnis (durch Prozessführung gemäß Fig. 1) nicht
(weiter) abgesenkt werden soll.
[0055] Diese Strategie erlaubt eine schnelle Regulierung auf die Frischdampftemperatur,
welche wie bereits beschrieben, durch die Pumpe zu langsam wäre.
[0056] Da die Gesamtwärmebilanz durch diese Maßnahme jedoch erhalten bleibt, muss ebenfalls
die Regelung des Gesamtmassenstromes, beispielsweise durch Erhöhung der Pumpenleistung,
erfolgen.
b. Messung der Parameter
[0057] Hierfür sind zwei Regelstrategien denkbar:
- 1. Vor der Einspritzstelle: modellprädiktive Ermittlung der einzuspritzenden Menge
an AM anhand eines gemessenen Ist-Wertes. Es wird nicht gemessen, inwiefern sich nach
der Einspritzung der geforderte Sollwert (=Maximalwert) auch einstellt.
- 2. Nach der Einspritzstelle: "klassische" Regelung der einzuspritzenden Menge an AM
durch Vergleich von Soll- und Istwert.
[0058] Fig. 3 zeigt eine dritte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kreisprozessvorrichtung
300. Die Speisepumpe 70 ist mit einem über die Expansionsmaschine 30 betriebenen Antriebsstrang
gekoppelt, nämlich mit dem externen Motor 90; wobei die Kreisprozessvorrichtung weiterhin
eine regelbare Rezirkulationseinrichtung 80 zum teilweisen Rezirkulieren von Arbeitsmedium
von einer Hochdruckseite der Speisepumpe 70 zu einer Niederdruckseite der Speisepumpe
70 umfasst. Die regelbare Rezirkulationseinrichtung 80 umfasst eine Leitung 81 von
der Hochdruckseite zu der Niederdruckseite der Speisepumpe 70, wobei die Leitung 81
die mit einem dritten ansteuerbaren Drosselelement 82 versehen ist.
[0059] Diese Maßnahme hat die im Folgenden beschrieben Wirkung.
III. Vorsehen einer regelbaren Rezirkulation um die Speisepumpe im Falle einer zusätzlichen
Kopplung der Speisepumpe an den Fremdprozess gemäß Fig. 3 zur Lösung der oben genannten
Aufgaben 3 und 4:
[0060] Im Falle, dass die Pumpe ebenfalls fest mit dem Prozess gekoppelt wird, ist eine
Auslegung der Pumpe mit Rezirkulationsschaltung notwendig (Prozessführung gemäß Fig.
3).
[0061] Der Nachteil dieser Verschaltung liegt darin, dass zusätzliche Verluste durch die
Rezirkulation um die Pumpe erzeugt werden. Dies ist jedoch notwendig, um sich bei
fester Anbindung die Regelung des Massenstromes zu erhalten.
[0062] Hierbei ist die Pumpe so zu dimensionieren, dass im Volllastfall möglichst geringe
Verluste auftreten und gleichzeitig in Teillast ausreichend Regelleistung zur Verfügung
steht. Regelleistung ist sowohl für die Erhöhung des Massenstromes durch den ORC-Kreis
notwendig (z.B. bei zu hoher Überhitzung) als auch zur Senkung des Massenstromes (z.B.
verfügbare Wärmemenge ist kleiner als durch AM abgeführte Wärmemenge oder der sich
einstellende Frischdampfdruck liegt über dem Verdampfungsdruck bei dem verfügbaren
Temperaturniveau).
[0063] Ferner besteht in der Aufteilung in eine Regelung mit zwei Komponenten, bei der die
Erste den Verdampfer umgeht (Bypass zweigt vor VD ab und führt das Fluid nach VD+ÜH
wieder zu), und die Zweite, die ein Nachregeln des Massenstroms (entweder durch Pumpe
mit drehzahlregelbarem Motor oder über Rezirkulationsregelung) durch den Verdampfer
umfasst, den Vorteil, dass plötzliche Schwankungen und Instabilitäten in der Verdampfungszone
vermieden werden. Dieser Einfluss sei kurz am Beispiel einer zu starken Überhitzung
mit der Notwendigkeit einer Erhöhung des Massenstromes dargelegt:
Die Regelung der Pumpe/Rezirkulation erhöht den Massenstrom, gleichzeitig wird die
Direkteinspritzung vergrößert. Hierdurch erfährt die Durchströmung des Verdampfers
und Überhitzers nur eine geringe Massenstromänderung. Da die verschiedenen Wärmeübergänge
im Verdampfer/Überhitzer sensibel auf Füllstandsänderungen reagieren, hilft diese
Maßnahme den Prozess zu stabilisieren. Im Falle, dass nur oder auch Prozessführung
gemäß Fig. 2 zur Regelung eingesetzt wird, wird deren Anteil an ṁAM,DE langsam wieder auf Null gefahren, sodass insgesamt ein schneller Regeleingriff mit
rel. langsamen Änderungsraten in der Verdampferdurchströmung erreicht wird.
[0064] Die dargestellten Ausführungsformen sind lediglich beispielhaft und der vollständige
Umfang der vorliegenden Erfindung wird durch die Ansprüche definiert.
1. Thermodynamische Kreisprozessvorrichtung (100, 200, 300), insbesondere eine ORC-Vorrichtung,
umfassend:
einen Vorwärmer (10) zum Vorwärmen eines Arbeitsmediums;
einen Verdampfer (20) zum eventuellen weiteren Vorwärmen, Verdampfen und Überhitzen
eines ersten Massenstroms des vorgewärmten Arbeitsmediums; und
eine Expansionsmaschine (30) zum Expandieren des verdampften und überhitzten ersten
Massenstroms des Arbeitsmediums;
einen Kondensator (60) zum Kondensieren des aus der Expansionsmaschine (30) austretenden
Arbeitsmediums; und
eine Speisepumpe (70) zum Pumpen von kondensiertem Arbeitsmedium zum Vorwärmer (10);
gekennzeichnet durch
eine erste Zuführeinrichtung (40) zum Zuführen eines zweiten Massenstroms des vorgewärmten
Arbeitsmediums zum teilweise expandierten ersten Massenstrom des Arbeitsmediums in
der Expansionsmaschine (30).
2. Thermodynamische Kreisprozessvorrichtung nach Anspruch 1, wobei die erste Zuführeinrichtung
(40) einen Zuführeinlass (48) der Expansionsmaschine (30) und eine erste Zuführleitung
(47) zwischen dem Vorwärmer (10) und dem Zuführeinlass (48) umfasst.
3. Thermodynamische Kreisprozessvorrichtung nach Anspruch 2, wobei der Zuführeinlass
(48) in Fluidverbindung mit einem Expansionsraum der Expansionsmaschine (30) bei einem
vorbestimmten Volumenbereich des Expansionsraums angeordnet ist, und wobei der Expansionsraum
zwischen einem Einlass (32) und einem Auslass (34) der Expansionsmaschine (30) expandiert.
4. Thermodynamische Kreisprozessvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die
erste Zuführeinrichtung (40) ein erstes Drosselelement (45), insbesondere ein erstes
thermostatisches Expansionsventil, zum Regeln des zweiten Massenstroms umfasst und/oder
wobei die erste Zuführeinrichtung (40) eine Einspritzvorrichtung (41) an der Expansionsmaschine
(30), insbesondere am Zuführeinlass (48), umfasst.
5. Thermodynamische Kreisprozessvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, weiterhin
umfassend:
eine zweite Zuführeinrichtung (50) zum Zuführen eines dritten Massenstroms des vorgewärmten
Arbeitsmediums zum verdampften und überhitzten ersten Massenstrom des Arbeitsmediums
vor dessen Expansion in der Expansionsmaschine (30).
6. Thermodynamische Kreisprozessvorrichtung nach Anspruch 5, wobei die zweite Zuführeinrichtung
(50) eine zweite Zuführleitung (57) umfasst, die zwischen dem Vorwärmer (10) oder
der ersten Zuführleitung (47) einerseits und dem Einlass (32) oder einer zwischen
dem Verdampfer (20) und dem Einlass (32) angeordneten dritten Leitung (17) andererseits
angeordnet ist.
7. Thermodynamische Kreisprozessvorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, wobei die zweite
Zuführeinrichtung (50) ein zweites Drosselelement (55), insbesondere ein zweites thermostatisches
Expansionsventil, zum Regeln des dritten Massenstroms umfasst.
8. Thermodynamische Kreisprozessvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die
Speisepumpe (70) mit einem über die Expansionsmaschine (30) betriebenen Antriebsstrang
gekoppelt ist; und wobei die Kreisprozessvorrichtung weiterhin umfasst:
einer regelbare Rezirkulationseinrichtung (80) zum teilweisen Rezirkulieren von Arbeitsmedium
von einer Hochdruckseite der Speisepumpe (70) zu einer Niederdruckseite der Speisepumpe
(70).
9. Thermodynamische Kreisprozessvorrichtung nach Anspruch 8, wobei die regelbare Rezirkulationseinrichtung
(80) eine Leitung (81) von der Hochdruckseite zu der Niederdruckseite der Speisepumpe
(70) umfasst, und wobei die Leitung (81) mit einem dritten Drosselelement (82) versehen
ist.
10. Thermodynamische Kreisprozessvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei eine
Drehung der Expansionsmaschine (30) mit einer Drehung eines extern laufenden Prozesses
koppelbar ist; wobei insbesondere eine Welle (31) der Expansionsmaschine (30) mit
einem externen Antriebsstrang eines Motors koppelbar ist, entweder direkt oder indirekt
über ein Getriebe, welches einen Freilauf oder Schaltmöglichkeiten aufweisen kann.
11. Verfahren zum Betreiben eines thermodynamischen Kreisprozesses, insbesondere eines
ORC-Prozesses, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfasst:
Vorwärmen eines Arbeitsmediums durch einen Vorwärmer (10);
eventuelles weiteres Vorwärmen, Verdampfen und Überhitzen eines ersten Massenstroms
des vorgewärmten Arbeitsmediums durch einen Verdampfer (20);
Expandieren des verdampften und überhitzten ersten Massenstroms des Arbeitsmediums
in einer Expansionsmaschine (30);
Kondensieren des aus dem Auslass (34) austretenden Arbeitsmediums durch einen Kondensator
(60); und
Pumpen von kondensiertem Arbeitsmedium zum Vorwärmer (10) mit einer Speisepumpe (70);
gekennzeichnet durch
Zuführen eines zweiten Massenstroms des vorgewärmten Arbeitsmediums zum teilweise
expandierten ersten Massenstrom des Arbeitsmediums in der Expansionsmaschine (30).
12. Verfahren nach Anspruch 11, mit dem weiteren Schritt:
Regeln des zweiten Massenstroms und/oder Einspritzen des zweiten Massenstroms in einen
Expansionsraum der Expansionsmaschine (30) zwischen einem Einlass (32) und einem Auslass
(34) der Expansionsmaschine (30).
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, weiterhin umfassend:
Zuführen eines dritten Massenstroms des vorgewärmten Arbeitsmediums zum verdampften
und überhitzten ersten Massenstrom des Arbeitsmediums vor dessen Expansion in der
Expansionsmaschine (30).
14. Verfahren nach Anspruch 13, mit dem weiteren Schritt:
Regeln des dritten Massenstroms.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, umfassend:
Koppeln einer Drehung der Expansionsmaschine (30) mit einer Drehung eines extern laufenden
Prozesses; insbesondere durch Koppeln einer Welle (31) der Expansionsmaschine (30)
mit einem externen Antriebsstrang eines Motors, entweder direkt oder indirekt über
ein Getriebe.