[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auffangen eines Kondensats sowie die
Verwendung einer solchen Vorrichtung.
[0002] Kondensate bilden sich an äusseren Bereichen von Apparaturen, beispielsweise an Verdampfungssystemen,
bei relativ hoher Luftfeuchtigkeit, wenn die Umgebungstemperatur deutlich über der
Temperatur der Apparatur liegt. Dies führt zur Kondensation von Wasser aus der Umgebungsluft
an äusseren Bereichen der Apparatur, welches an der Apparatur herabfliesst und sich
auf Laborbänken bzw. Laborböden ansammelt. Dies geschieht vor allem an Kühlern, beispielsweise
Rückflusskühlern von Verdampfungssystemen. Des Weiteren führt die Kondensatbildung
an Apparaturen insbesondere an Verdampfungssystemen zu Problemen beim Abnehmen von
Behältern bzw. Kolben. Dabei verunreinigt abtropfendes Kondensat den Inhalt des Behälters/Kolbens
durch Eintropfen in den Behälter. Nachfolgend wir unter Kondensat immer ein Kondensat
verstanden, welches sich an der äusseren Oberfläche einer Apparatur durch die Feuchtigkeit
der Luft ausbildet.
[0003] Lösungen für ein gerichtetes Abtropfen von Kondensaten an Apparaturen sind im Stand
der Technik bekannt. Eine Lösung ist ein elastisches Kunststoffteil, welches an Apparaturen
kragenförmig angelegt wird, wobei das Kunststoffteil einen spitz zulaufenden äusseren
Bereich aufweist, welcher zum gerichteten Abtropfen von an dem Kunststoffteil gesammelten
Kondensat geeignet ist. Unter den spitz zulaufenden äusseren Bereich kann beispielsweise
auf der Laborbank ein Sammelbecher untergestellt werden, welcher das abtropfende Kondensat
auffängt. Nachteilig daran ist, dass durch die Position des Auffangbehälters der Zugang
zum Behälter/Kolben eingeschränkt ist. Des Weiteren muss beim Abnehmen des Behälters/Kolbens
der Apparatur besonders darauf geachtet werden, dass von dem Kunststoffteil abtropfendes
Kondensat nicht in den Behälter/Kolben tropft.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile des Standes der Technik zu überwinden.
Insbesondere ist es Aufgabe der Erfindung, ein kontrolliertes Auffangen und/oder Ableiten
eines Kondensats an einer Apparatur zu gewährleisten.
[0005] Diese Aufgaben werden durch die Vorrichtung mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs
1 gelöst.
[0006] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auffangen eines Kondensats, umfassend
eine Auffangrinne mit einem Bodenbereich, wenigstens einer Seitenwand und einer Kontaktfläche
zum Inkontaktbringen mit einem kondensatbildenden Element. Unter "Inkontaktbringen"
wird hier und im Folgenden "Kontaktieren" verstanden. Dabei ist die Auffangrinne wenigstens
teilweise umlaufend mit der Kontaktfläche an das kondensatbildende Element anlegbar.
Auf diese Weise wird eine Vorrichtung zur Verfügung gestellt, welche ein Kondensat
in der Auffangrinne auffängt und sammelt. Derart erfolgen kein unkontrolliertes Tropfen
des Kondensats und keine Kontamination von Behältern/Kolben durch abtropfendes Kondensat.
Des Weiteren sind eine gute Kontaktierbarkeit der Vorrichtung mit dem kondensatbildenden
Element zum Auffangen eines Kondensats sowie ein einfaches Nachrüsten gängiger Laborapparaturen
wie beispielsweise Destillationssystemen, insbesondere Rotationsverdampfern, gegeben.
Auf diese Weise wird insbesondere Kondensat von den Aussenbereichen eines Kühlers,
insbesondere Rückflusskühlers, aufgefangen und gesammelt. Die Auffangrinne ist so
ausgestaltet, dass sie um ein kondensatbildendes Element anlegbar ist und ist insbesondere
flexibel ausgebildet. Derart kann die Vorrichtung über einen dicken Bereich, insbesondere
einen Flansch, hinweg an einen dünnen Bereich des kondensatbildenden Elements für
den Betriebszustand gelegt werden. Hier und im Folgenden wird unter flexibel verstanden,
dass die Vorrichtung oder ein oder mehrere Bereiche der Vorrichtung biegbar, dehnbar
und/oder elastisch ist. Die Vorrichtung kann derart besonders vorteilhaft um kondensatbildende
Elemente angeordnet werden und ein gutes Anliegen am kondensatbildenden Element gewährleisten.
[0007] Die Auffangrinne kann derart an das Gegenstück eines kondensatbildenden Elements
anlegbar sein, dass die Auffangrinne das Element, insbesondere im Betriebszustand,
wenigstens vollständig umläuft. Auf diese Weise wird Kondensat, welches über die gesamte
Fläche des kondensatbildenden Elements herabläuft, aufgefangen. Im Betriebszustand
kann die Auffangrinne mit einem Teilbereich der Kontaktfläche am Element anliegen
und einen Bereich aufweisen, in welchem die Kontaktfläche nicht in Kontakt mit dem
Element steht. Auf diese Weise sind unterschiedliche Grössen des Elements von der
Vorrichtung umfassbar.
[0008] Die Vorrichtung kann einen Auslass zum Ableiten eines aufgefangenen Kondensats aufweisen.
Dabei ist der Auslass an der Auffangrinne angeordnet. Auf diese Weise kann das aufgefangene
Kondensat aus der Auffangrinne abgeleitet werden. So ist die Vorrichtung nicht auf
das Volumen der Auffangrinne zum Aufnehmen des Kondensats limitiert, sondern ein kontinuierlich
herabfliessendes Kondensat kann aufgefangen und abgeleitet werden. Auf diese Weise
können grosse Volumen von Kondensat abgeleitet werden. Ein kontinuierlicher Betrieb
ist so möglich.
[0009] Angrenzend an die Kontaktfläche kann eine Auflagefläche zum Aufnehmen einer Gegenfläche
des kondensatbildenden Elements angeordnet sein. Die Gegenfläche ist beispielsweise
durch einen Flansch eines Rückflusskühlers bereitgestellt, auf welche die Vorrichtung
angeordnet wird.
[0010] Der Auslass kann am tiefsten Punkt der Auffangrinne angeordnet sein, dabei insbesondere
an einem tiefsten Punkt des Bodenbereichs. Dieser tiefste Punkt versteht sich als
tiefster Punkt im Betriebszustand der Vorrichtung, d. h. wenn die Vorrichtung an einer
Apparatur angebracht ist. Alternativ kann der Auslass am oberen Rand der Seitenwand
oder der Kontaktfläche angeordnet oder in der Seitenwand eingelassen sein.
[0011] Der Auslass kann ein Verbindungselement, insbesondere einen Schlauchverbinder, aufweisen.
Auf diese Weise kann aufgefangenes Kondensat über den Auslass in ein über das Verbindungselement,
insbesondere Schlauchverbinder, nachgeschaltetes Ableitsystem, insbesondere ein Schlauchsystem,
abgeleitet werden. Auf diese Weise können die Auffang- und Ableitkapazitäten erhöht
werden. Des Weiteren vorteilhaft kann das Kondensat kontrolliert in einen separaten
Auffangbehälter abgeleitet werden, ohne dabei Verunreinigungen von Arbeits- oder Bodenflächen
zu verursachen. Das Kondensat tropft nicht mehr ab sondern wird kontrolliert abgeleitet,
sodass eine Verunreinigung von Behältern/Kolben, die vom System abgenommen werden,
ausgeschlossen ist.
[0012] Die Vorrichtung oder ein oder mehrere Bereiche der Vorrichtung können aus elastischem
Material gefertigt sein. Insbesondere können diese aus Silikon-Kautschuk (Q/MQ), Fluor-Kautschuk
(FPM), Fluor-Silikon-Kautschuk (FMQ), Äthylen-Propylen-DienKautschuk (EPM/EP), Polyacrylat-Elastomer
(ACM), Epichlorhydrin-Kautschuk (ECO/CO), Chloropren-Kautschuk (CR), Hydrierter Nitril-Butadien-Kautschuk
(HNBR), Nitril-Butadien-Kautschuk (NBR), Butyl-Kautschuk (IIR), Polyurethane (AU,
EU), Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR) gefertigt sein. Beispielsweise kann der Kunststoff,
welcher unter dem Handelsnamen Santoprene
™ 8201-70 von der Firma Exxon Mobile Chemical vertrieben wird, für die Fertigung der
Vorrichtung oder für einen oder mehrere Bereiche der Vorrichtung verwendet werden.
Durch die Verwendung von elastischem Material ist die Vorrichtung einfach anlegbar
bzw. anpassbar an ein kondensatbildendes Element. Dabei kann die Vorrichtung besonders
vorteilhaft an Elemente mit unterschiedlichen Grössen angelegt werden, wobei eine
hohe Dichtheit zwischen Vorrichtung und kondensatbildendem Element gewährleistet ist.
Dementsprechend lässt sich eine Apparatur auch vorteilhaft mit der erfindungsgemässen
Vorrichtung nachrüsten.
[0013] Die Vorrichtung kann einstückig ausgebildet sein. Derart ist die Vorrichtung einfach
und kostengünstig herstellbar. Die Vorrichtung kann auch mehrteilig ausgebildet sein
beispielsweise in Form eines O-Rings, welcher an der Kontaktfläche der Auffangrinne
positionierbar ist, mit einer separat gefertigten Auffangrinne.
[0014] Die Vorrichtung kann ein weiteres kondensatauffangendes und/oder -ableitendes Teil
aufweisen, insbesondere eine zweite insbesondere flexible Auffangrinne. Das weitere
kondensatauffangende und/oder -ableitende Teil ist an einer Abzweigung des kondensatbildenden
Elements ein zweites kondensatbildendes Element anordenbar. Ist das weitere kondensatauffangende
und/oder - ableitende Teil als zweite insbesondere flexible Auffangrinne ausgestaltet,
so umfasst diese einen Bodenbereich, wenigstens eine Seitenwand und eine Kontaktfläche
zum Inkontaktbringen mit einem kondensatbildenden Element. Auf diese Weise kann die
Vorrichtung an weitere Elemente oder an zusätzliche Positionen des kondensatbildenden
Elements angelegt werden. Dies ist insbesondere bei Verdampfungssystemen, insbesondere
Rotationsverdampfern, sowie Kühlern, insbesondere Rückflusskühlern, von Vorteil. Beispielsweise
kann die erste Auffangrinne am unteren Bereich eines Rückflusskühlers, bspw. im Übergangsbereich
zu einem Auffangkolben, angebracht sein, während das weitere kondensatauffangende
und/oder kondensatableitende Teil bei einer Glasverzweigung im Bereich eines Flansches
zum Anbringen einer weiteren Apparatur, insbesondere einer Dampfdurchführung zu einem
Verdampfungskolben eines Rotationsverdampfers, angeordnet ist. Auf diese Weise wird
eine Kontamination eines Verdampfungskolbens und/oder des Auffangkolbens beim Anbringen
und/oder Abnehmen der Kolben von der Apparatur vermieden.
[0015] Die erste Auffangrinne kann mit dem weiteren kondensatauffangenden und/oder -ableitenden
Teil derart verbunden sein, dass sich das Kondensat beider Teile in der ersten Auffangrinne
sammelt. Derart wird das gebildete Kondensat besonders einfach abgeleitet.
[0016] Die Auffangrinne kann in Umfangsrichtung geschlossen sein und eine erste, insbesondere
kreisförmige, Aussparung zur Aufnahme eines kondensatbildenden Elements aufweisen.
Derart ist ein Auffangen von Kondensat besonders vorteilhaft gewährleistet. Hier und
im Folgenden wird unter einer geschlossenen Auffangrinne verstanden, dass die Auffangrinne
die Aussparung umläuft und kein Anfang und kein Ende aufweist.
[0017] Die Aussparung kann einen Durchmesser von 10 bis 50,8 mm (0,4 bis 2 inch), bevorzugt
von 19 bis 31,75 mm (0,75 bis 1,25 inch), besonders bevorzugt 22 mm bis 28 mm (0,9
bis 1,1 inch) aufweisen. Ganz besonders bevorzugt weist die Aussparung einen Durchmesser
von 25,4 mm (1 inch) auf. Auf diese Weise ist die Vorrichtung um kondensatbildende
Elemente mit den vorgenannten Durchmessern legbar und damit vorteilhaft im Laborbereich
einsetzbar. Durch eine flexible Ausgestaltung sind auch kondensatbildende Elemente
mit von diesen Werten abweichenden Durchmessern aufnehmbar.
[0018] Das zweite kondensatauffangende Teil kann eine zweite, insbesondere kreisförmige
Aussparung mit einer Kontaktfläche zur Aufnahme eines zweiten kondensatbildenden Elements
aufweisen. Auf diese Weise lässt sich die Vorrichtung dicht um ein korrespondierendes
Gegenstück positionieren.
[0019] Die zweite Aussparung des zweiten kondensatauffangenden Teils kann eine Fläche aufspannen,
welche in einem Winkel von 90° bis 165°, bevorzugt 120° relativ zu einer von der ersten
Aussparung aufgespannten Fläche positioniert ist. Auf diese Weise kann die Vorrichtung
um verzweigte Glaselemente einer Apparatur, insbesondere eines Rotationsverdampfers,
angelegt werden und herabfliessendes Kondensat auffangen. Insbesondere kann die Vorrichtung
derart an einen Kühler, insbesondere einen Rückflusskühler, gelegt werden. Durch eine
flexible Ausgestaltung sind auch andere Winkel problemlos einstellbar.
[0020] Die zweite Aussparung kann einen Durchmesser von 25,4 bis 50,8 mm (1 bis 2 inch),
bevorzugt 42 mm (1,65 inch) aufweisen. Durch eine flexible Ausgestaltung sind auch
Durchmesser mit abweichenden Werten aufnehmbar.
[0021] Des Weiteren kann ein Rand der zweiten Aussparung eine Auflagefläche zum Aufnehmen
einer Gegenfläche aufweisen. Auf diese Weise ist die Vorrichtung optimal auf einer
Gegenfläche des kondensatbildenden Elements, insbesondere einem Flansch, positionierbar.
[0022] Die Auffangrinne kann eine offene Auffangrinne mit wenigstens einem einseitig geschlossenen
Endbereich sein. Vorzugsweise wird beim Anbringen der Auffangrinne der geschlossene
Endbereich tiefer als ein offener Endbereich platziert.
[0023] Die Vorrichtung kann einen Auslass zum Ableiten eines Kondensats im Endbereich der
Auffangrinne umfassen. Dabei ist der Auslass in einem Endbereich der Auffangrinne
positioniert, welcher bei betriebsgemässem Gebrauch den tiefsten Punkt der Auffangrinne
bildet. Auf diese Weise fliesst im bestimmungsgemässen Gebrauch das in der Auffangrinne
aufgefangene Kondensat in den Endbereich, insbesondere den tiefsten Punkt, der Auffangrinne
und kann über den Auslass ausgeleitet werden.
[0024] Die Vorrichtung oder ein oder mehrere Bereiche der Vorrichtung können plastisch verformbar
sein. Unter einer plastischer Verformung wird hier und im Folgenden verstanden, dass
die Vorrichtung oder Bereiche der Vorrichtung ihre Form nach dem Verformen beibehalten,
d.h. die Vorrichtung nimmt diese verformte Form dauerhaft an, bis die Vorrichtung
erneut verformt wird an. Somit kann die Vorrichtung situations- bzw. anwendungsbedingt
optimal an ein korrespondierendes Gegenstück angepasst werden.
[0025] Die Vorrichtung oder ein oder mehrere Bereiche der Vorrichtung können elastisch verformbar
sein. Unter elastischer Verformung versteht sich hier und im Folgenden, dass die Vorrichtung
oder Bereiche der Vorrichtung verformbar sind und ihre ursprüngliche, vor der Verformung
bestehende Form wieder einnehmen oder einnehmen wollen. Ist die Vorrichtung elastisch
verformbar ausgestaltet, kann sie insbesondere spiralförmig ausgestaltet sein. Damit
passt sie sich besonders gut einem zylindrischen Gegenstück an und lässt sich an Elementen
mit unterschiedlichen Grössen bzw. Durchmessern anlegen.
[0026] Des Weiteren betrifft die Erfindung die Verwendung einer Vorrichtung wie vorgängig
erläutert zum Auffangen und/oder Ableiten eines Kondensats an einem Kühler, insbesondere
einem Rückflusskühler, eines Verdampfungssystem, insbesondere an einem Rotationsverdampfer.
[0027] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Verdampfungssystem, insbesondere einen
Rotationsverdampfer, aufweisend eine Vorrichtung wie vorgängig erläutert sowie dessen
Verwendung zum Auffangen und/oder Ableiten eines Kondensats an einem Kühler. Auf diese
Weise ist ein Verdampfungssystem zur Verfügung gestellt, welches die Nachteile des
Standes der Technik überwindet, insbesondere ein Ansammeln von Kondensat auf Labortischen
oder -böden und eine Kontamination von anzubringenden oder abzunehmenden Gefässen
an der Apparatur.
[0028] Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Auffangen und/oder Ableiten
eines Kondensats eines Verdampfungssystems, insbesondere eines Rotationsverdampfers,
wobei Kondensat eines kondensatbildenden Elements in einer Auffangrinne der Vorrichtung
wie vorgängig erläutert aufgefangen und/oder abgeleitet wird. Das Kondensat wird dabei
an der äusseren Oberfläche einer Apparatur durch die Feuchtigkeit der Luft ausgebildet.
Derart wird ein an einem äusseren Bereich eines Verdampfungssystems gebildetes Kondensat
einfach gesammelt und/oder abgeleitet.
[0029] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Abbildungen und exemplarischen Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- Eine Vorrichtung zum gerichteten Abtropfen von Kondensat aus dem Stand der Technik;
- Figur 2:
- einen vertikalen Schnitt durch eine erfindungsgemässe Vorrichtung zum Auffangen eines
Kondensats;
- Figur 3:
- eine perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemässen
Vorrichtung von schräg oben;
- Figur 4:
- eine perspektivische Ansicht der Vorrichtung aus Fig. 3 von schräg unten;
- Figur 5:
- einen vertikalen Schnitt der Vorrichtung aus Figur 3 und 4;
- Figur 6a:
- eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung zum Auffangen eines
Kondensats, ähnlich einem flexiblen Kurvenlineal;
- Figur 6b:
- eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung zum Auffangen eines
Kondensats, ähnlich einem flexiblen Kurvenlineal, im bestimmungsgemässen Gebrauch;
- Figur 7:
- eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung zum Auffangen eines
Kondensats, ähnlich einem Spiralkabelbinder.
[0030] Die Figur 1 zeigt eine Vorrichtung I zum Auffangen und Ableiten eines Kondensats
aus dem Stand der Technik. Die Vorrichtung I ist als Kunststoffteil mit einem Saum
II ausgestaltet. Der Saum II umläuft vollständig eine gestanzte Aussparung III und
weist einen spitz zulaufenden äusseren Bereich IV auf. Im Betriebszustand ist die
gestanzte Aussparung III um ein kondensatbildendes Element gelegt, wobei ein Kondensat
am Saum II gesammelt wird. Das gesammelte Kondensat tropft über den spitz zulaufenden
äusseren Bereich IV ab. Das abtropfende Kondensat wird bspw. in einem hier nicht gezeigten
Sammelbecher aufgefangen, welcher im Betriebszustand unter dem spitz zulaufenden äusseren
Bereich IV positioniert ist. Vorteilhaft wird diese Vorrichtung in einer geneigten
Ebene angeordnet, so dass der spitz zulaufende Bereich den tiefsten Punkt bildet.
Dies ist jedoch nicht immer einfach.
[0031] Die Figur 2 zeigt einen vertikalen Schnitt durch eine erfindungsgemässe Vorrichtung
1 zum Auffangen eines Kondensats. Die Vorrichtung 1 weist eine Auffangrinne 2 auf,
welche einen Bodenbereich 3, eine Seitenwand 4 und eine Kontaktfläche 5 umfasst. Die
Kontaktfläche 5 definiert eine Aussparung 8. Im Bodenbereich 3 der Vorrichtung 1 ist
ein Auslass 6 angeordnet. Im Auslass 6 befindet sich ein Verbindungselement 7, worüber
ein aufgefangenes Kondensat abgeleitet werden kann. Im Betriebszustand ist die Kontaktfläche
5 in Kontakt mit einem kondensatbildenden Element, beispielsweise dem unteren Bereich
eines Rückflusskühlers. Ein vom kondensatbildenden Element herabfliessendes Kondensat
wird in der Auffangrinne 2 aufgefangen. Die Auffangrinne 2, welche durch den Bodenbereich
3, die Seitenwand 4 und die Kontaktfläche 5 begrenzt ist, weist ein Auffangvolumen
auf. Ein aufgefangenes Kondensat wird über den Auslass 6 ausgeleitet. An das Verbindungselement
7 kann ein hier nichtgezeigtes Ableitsystem bspw. ein Schlauch angeschlossen werden.
Die Vorrichtung 1 ist aus Santoprene
™ 8201-70 gefertigt.
[0032] Die Figuren 3 und 4 zeigen eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemässen
Vorrichtung 1 in verschiedenen Ansichten. Figur 3 zeigt eine perspektivische Ansicht
von schräg oben und Figur 4 eine perspektivische Ansicht von schräg unten. Die Vorrichtung
1 ist im Wesentlichen identisch zur Vorrichtung aus Figur 2 und weist eine Auffangrinne
2 auf. Die Auffangrinne 2 umfasst einen Bodenbereich 3, eine Seitenwand 4 und eine
Kontaktfläche 5. Im Bodenbereich 3 der Vorrichtung 1 ist ein Auslass 6 angeordnet.
Die Kontaktfläche 5 definiert eine Aussparung 8. Die Auffangrinne 2 umläuft die Aussparung
8 vollständig. Die Aussparung 8 spannt eine Fläche auf, welche im Betriebszustand
im Wesentlichen horizontal an einem kondensatbildenden Element positioniert werden
kann.
[0033] Die Vorrichtung 1 der Figuren 3 und 4 unterschiedet sich von der Vorrichtung aus
Figur 2 durch ein weiteres kondensatauffangendes und/oder kondensatableitendes Teil,
eine zweite Aussparung 9 und eine Kontaktfläche 10 der Aussparung 9. Das weitere kondensatauffangende
und/oder -ableitende Teil weist eine Auflagefläche 11 am Rand der zweiten Aussparung
auf. Im Betriebszustand ist die Vorrichtung 1 mittels der Aussparungen 8 und 9 um
zwei kondensatbildende Elemente oder an zwei Positionen eines kondensatbildenden Elements
positioniert. An den oder dem kondensatbildenden Element herablaufendes Kondensat
wird über den Bereich der Vorrichtung, welcher die Aussparung 9 umläuft, aufgefangen
und zur Auffangrinne 2 geleitet und/oder direkt in der Auffangrinne 2 aufgefangen
und über den Auslass 6 abgeleitet.
[0034] Die Figur 5 zeigt einen vertikalen Schnitt der Vorrichtung aus den Figuren 3 und
4. Die erste Aussparung 8 zur Aufnahme eines kondensatbildenden Elements spannt eine
Fläche F1 auf. Die Aussparung 9 des zweiten kondensatauffangenden Teils spannt eine
zweite Fläche F2 auf. Die von der Aussparung 9 aufgespannte zweite Fläche F2 ist in
einem Winkel α von im Wesentlichen 120° relativ zu der von der ersten Aussparung 8
aufgespannten Fläche F1 positioniert.
[0035] Die Figuren 6a und 6b zeigen eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemässen
Vorrichtung 1 aus einem plastisch verformbaren Material ähnlich einem flexiblen Kurvenlineal.
Die Vorrichtung 1 weist eine Auffangrinne 2 und einen Auslass 6 auf. Die Auffangrinne
2 weist einen Bodenbereich 3, eine Seitenwand 4 und eine Kontaktfläche 5 auf. Die
Vorrichtung ist grundsätzlich langgestreckt ausgebildet (Figur 6a). Für den Betriebszustand
wird die Vorrichtung 1 an ein kondensatbildendes Element angelegt und dabei derart
verformt, dass die Vorrichtung 1 passgenau auf dem kondensatbildenden Element anliegt
(Figur 6b). Die Vorrichtung 1 behält diese Form dauerhaft bei bis die Vorrichtung
erneut verformt oder entfernt wird. Somit ist die Vorrichtung 1 situations- bzw. anwendungsbedingt
optimal an ein korrespondierendes Gegenstück anpassbar bzw. angepasst. Der im Betriebszustand
am niedrigsten positionierte, geschlossene Endbereich umfasst einen Auslass 6. Darüber
kann gesammeltes Kondensat ausgeleitet werden und gegebenenfalls mit einem angeschlossenen
Schlauch gerichtet abgeleitet werden.
[0036] Die Figur 7 zeigt eine weitere erfindungsgemässe Ausführungsform der Vorrichtung
1 aus einem elastisch verformbaren Material, welches sich ähnlich wie ein Spiralkabelbinder
verhält. Die Vorrichtung 1 weist eine Auffangrinne 2 und einen Auslass 6 auf. Die
Auffangrinne 2 weist einen Bodenbereich 3, eine Seitenwand 4 und eine Kontaktfläche
5 auf. Die Vorrichtung 1 ist spiralförmig ausgestaltet. Das elastische Material ist
verformbar, nimmt aber seine vor einer Verformung bestehende Form wieder ein oder
will die vor der Verformung bestehende Form wieder einnehmen. Aufgrund der elastischen
Eigenschaften des Materials presst sich die Kontaktfläche 5 an ein korrespondierendes,
zylindrisches Gegenstück und so passt sich die Vorrichtung im Betriebszustand besonders
vorteilhaft an. So lässt sich die Vorrichtung 1 vorteilhaft an kondensatbildende Elemente
mit unterschiedlichen Grössen bzw. Durchmessern anlegen. Die Auffangrinne 2 weist
eine Länge auf, so dass die Vorrichtung 1 ein korrespondierendes Gegenstück mindestens
vollständig umläuft. Derart wird Kondensat, welches über die gesamte Fläche des kondensatbildenden
Elements abfliesst aufgefangen und kann über den Auslass 6 im geschlossenen Endbereich
des tiefsten Punktes der Auffangrinne 2 ausgeleitet werden.
1. Vorrichtung (1) zum Auffangen eines Kondensats umfassend eine Auffangrinne (2) mit
einem Bodenbereich (3), wenigstens einer Seitenwand (4) und einer Kontaktfläche (5)
zum Inkontaktbringen mit einem kondensatbildenden Element, wobei die Auffangrinne
(2) wenigstens teilweise umlaufend mit der Kontaktfläche (5) an das kondensatbildende
Element anlegbar ist.
2. Vorrichtung (1) gemäss Anspruch 1, wobei die Auffangrinne (2) derart an das kondensatbildende
Element anlegbar ist, dass die Auffangrinne (2) das Element wenigstens vollständig
umläuft.
3. Vorrichtung (1) gemäss einem der Ansprüche 1 oder 2 umfassend einen Auslass (6) zum
Ableiten eines aufgefangenen Kondensats, wobei der Auslass (6) an der Auffangrinne
(2) angeordnet ist.
4. Vorrichtung (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 2, wobei die Vorrichtung (1) oder
ein oder mehrere Bereiche der Vorrichtung (1) aus elastischem Material gefertigt sind.
5. Vorrichtung (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Vorrichtung (1) einstückig
ausgebildet ist.
6. Vorrichtung (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Vorrichtung ein zweites
kondensatauffangendendes und/oder kondensatableitendes Teil, insbesondere eine zweite
flexible Auffangrinne, aufweist, welches an ein zweites kondensatbildendes Element
anordenbar ist.
7. Vorrichtung (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6,
wobei die Auffangrinne (2) in Umfangsrichtung geschlossen ist und eine erste, insbesondere
kreisförmige, Aussparung (8) zur Aufnahme eines kondensatbildenden Elements aufweist.
8. Vorrichtung (1) gemäss Anspruch 7, wobei die erste Aussparung (8) einen Durchmesser
von 10 bis 50,8 mm, bevorzugt 19 bis 31,75 mm, besonders bevorzugt 22 bis 28 mm aufweist.
9. Vorrichtung (1) gemäss einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei das zweite kondensatauffangende
Teil eine insbesondere kreisförmige Aussparung (9) mit einer Kontaktfläche (10) zur
Aufnahme eines zweiten kondensatbildenden Elements aufweist.
10. Vorrichtung (1) gemäss Anspruch 7 und 9, wobei die Aussparung (9) des zweiten kondensatauffangenden
Teils eine Fläche (F2) aufspannt, welche in einem Winkel (α) von 90 bis 165°, bevorzugt
120°° relativ zu einer von der ersten Aussparung aufgespannten Fläche (F1) positioniert
ist.
11. Vorrichtung (1) gemäss Anspruch 9 oder 10, wobei die Aussparung (9) des zweiten kondensatauffangenden
Teils einen Durchmesser von 25,4 bis 50,8 mm, bevorzugt 42 mm aufweist.
12. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Auffangrinne (2) eine offene
Auffangrinne mit wenigstens einem einseitig geschlossenen Endbereich ist.
13. Vorrichtung (1) gemäss Anspruch 12 umfassend einen Auslass (6) zum Ableiten eines
aufgefangenen Kondensats im Endbereich der Auffangrinne (2).
14. Vorrichtung gemäss Anspruch 12 oder 13, wobei die Vorrichtung (1) oder ein oder mehrere
Bereiche der Vorrichtung (1) plastisch und/oder elastisch verformbar sind.
15. Verwendung einer Vorrichtung (1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 14 zum Auffangen
und/oder Ableiten eines Kondensats an einem Kühler eines Verdampfungssystems, insbesondere
eines Rotationsverdampfers.
16. Verdampfungssystem, insbesondere Rotationsverdampfer, aufweisend eine Vorrichtung
(1) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 14.
17. Verwendung eines Verdampfungssystems, insbesondere Rotationsverdampfers, gemäss Anspruch
16 zum Auffangen und/oder Ableiten eines Kondensats an einem Kühler.
18. Verfahren zum Auffangen und/oder Ableiten eines Kondensats eines Verdampfungssystems,
insbesondere eines Rotationsverdampfers, wobei Kondensat eines kondensatbildenden
Elements in einer Auffangrinne (2) der Vorrichtung (1) gemäss einem der Ansprüche
1 bis 14 aufgefangen und/oder abgeleitet wird.