[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schützen eines Fahrzeugs vor einem Angriff
durch einen Laserstrahl.
[0002] Mit Hochenergielasern lassen sich sehr hohe Leistungen über mehrere Kilometer und
über eine längere Zeitdauer übertragen. Mit solchen Leistungen können empfindliche
Teile von Fahrzeugen innerhalb von einigen Sekunden so schwer beschädigt oder zerstört
werden, dass die Funktionsfähigkeit der Fahrzeuge gefährdet ist. So können beispielsweise
Luftfahrzeuge vom Boden aus angegriffen werden, wobei insbesondere langsam fliegende
Verkehrsflugzeuge mit verhältnismäßig geringer Manövrierfähigkeit besonders gefährdet
sind.
[0003] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein wirkungsvolles Verfahren
zum Schützen eines Fahrzeugs vor einem Angriff durch einen Laserstrahl anzugeben.
[0004] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren der eingangs genannten Art gelöst, bei dem
erfindungsgemäß ein Sensorsystem Laserstrahlung des Laserstrahls detektiert und ein
Lenkflugkörper in den Laserstrahl hinein fliegt und das Fahrzeug hierdurch abschattet.
Der Laserstrahl kann nicht mehr oder nur noch geschwächt zum Fahrzeug durchdringen
und durch den Schatten wird das Fahrzeug geschützt. Wurde das Fahrzeug bereits beleuchtet,
so kann eine bereits erwärmte Stelle des Fahrzeugs abkühlen. Die Abschattung geschieht
zweckmäßigerweise so zügig, dass die am Fahrzeug deponierte Laserenergie noch nicht
zu für das Fahrzeug bedrohlichen Schäden geführt hat.
[0005] Das Verfahren ist besonders geeignet zum Einsatz gegen eine Hochenergielaserquelle
beziehungsweise einem Hochenergielaserstrahl. Ebenfalls vorteilhaft ist eine Abwehr
eines Störlasers. Das Sensorsystem umfasst zumindest einen für Laserstrahlung sensitiven
Sensor, der die Laserstrahlung des Laserstrahls detektiert. Hierfür ist der Sensor
beziehungsweise das Sensorsystem zweckmäßigerweise in einem Strahlungsspektrum sensitiv,
das üblicherweise für Hochenergielaser oder Störlaser verwendet wird. Um die Erkennung
von Streustrahlung zu vereinfachen, kann das Spektrum, im dem der Sensor sensitiv
ist, auf ein Band um eine Laserwellenlänge beschränkt werden, die üblicherweise für
Hochenergielaser verwendet wird. Beispielsweise liegt das Band maximal ± 100 nm um
die Wellenlänge von 3800 nm herum. Außerdem erkennt der Sensor zweckmäßigerweise für
Laserstrahlung typische Charakteristiken, wie beispielsweise das Vorliegen von kohärenter
Strahlung. Weiter ist es vorteilhaft, wenn das Sensorsystem mittels bildverarbeitender
Methoden einen Laserstrahl als solchen in der Umgebung erkennt, beispielsweise anhand
von Streustrahlung. Hierfür enthält das Sensorsystem vorteilhafterweise einen Bildsensor,
beispielsweise einen Matrixdetektor.
[0006] Das Sensorsystem kann Teil des Fahrzeugs sein, und der Sensor kann fest im Fahrzeug
verbaut sein. Das Sensorsystem detektiert Laserstrahlung des Laserstrahls, also von
der Laserquelle direkt emittierte Strahlung und/oder aus dem Laserstrahl gestreute
Laserstrahlung, beispielsweise durch die Streuung des Laserstrahls in der Luft, an
Partikeln und/oder an einem Gegenstand. Das Sensorsystem nimmt die Strahlung auf und
wandelt sie in ein Messsignal um. Aus dem Messsignal ermittelt eine Steuereinheit
zweckmäßigerweise eine Bedrohungsstufe der Laserstrahlung, beispielsweise durch eine
Klassifikation in zumindest die Stufen bedrohlich oder harmlos. Dies kann beispielsweise
über die gemessene Streulichtstärke in der Atmosphäre, einen Energieeintrag in das
Sensorsystem, ein Streuspektrum und/oder über ein zeitliches Charakteristikum der
Strahlung erfolgen, wie eine Pulsierung.
[0007] Das Fahrzeug ist vorzugsweise ein Luftfahrzeug, und kann Starrflügler oder ein Drehflügler,
wie ein Hubschrauber sein. Die Erfindung ist jedoch auch zum Schützen eines Landfahrzeugs
oder eines Wasserfahrzeugs vorteilhaft anwendbar. Das Fahrzeug kann ein bemanntes
oder unbemanntes Fahrzeug sein.
[0008] Der Flugkörper ist zweckmäßigerweise ein Lenkflugkörper und insbesondere ein unbemannter
Flugkörper. Er kann mit einem Raketenmotor und/oder einem Luft atmenden Motor, wie
beispielsweise einem Turbinenantrieb, ausgestattet sein. Hierbei ist ein Luft atmender
Motor bei einem Begleitschutz des Fahrzeugs durch den Flugkörper vorteilhaft. Ein
zweckmäßigerweise zusätzlicher Raketenmotor ist für einen schnellen Start und das
zügige Erreichen einer Abschattungsposition vorteilhaft. Ebenfalls möglich ist ein
Flugkörper ohne einen eigenen Motor, beispielsweise in Form eines Lenkgeschosses.
Zweckmäßigerweise ist der Flugkörper mit einem Abschattungssegel versehen, das während
des Flugs des Flugkörpers ausfahrbar ist, sodass eine Abschattungsfläche des Flugkörpers
vergrößert wird.
[0009] Vorteilhafterweise begleitet der Lenkflugkörper das Fahrzeug und hält das Fahrzeug
vom Laserstrahl abgeschattet. Der Lenkflugkörper ist insofern vorteilhafterweise ein
loiterfähiger Flugkörper, der in der Lage ist, sich mit im Wesentlichen der gleichen
Geschwindigkeit zu bewegen, mit der sich das Fahrzeug bewegt. Der loiterfähige Lenkflugkörper
kann zwischen dem Fahrzeug und einer Laserquelle des Laserstrahls verbleiben und schützt
das Fahrzeug durch Abschattung auf diese Weise zumindest über eine vorgegebene Zeitdauer
und/oder solange ein als bedrohlich klassifizierter Laserstrahl erkannt wird.
[0010] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird der Lenkflugkörper vom
Fahrzeug aus gestartet. Hierdurch kann ein besonders schneller Schutz des Fahrzeugs
vor dem Laserstrahl erreicht werden, da der Flugkörper bereits vor Ort ist und zur
Abschattung in den Laserstrahl eintauchen kann.
[0011] Je nach Tragfähigkeit des Fahrzeugs ist ein leichter Lenkflugkörper günstig. Auch
hinsichtlich der Kosten ist ein leichter und einfacher Lenkflugkörper vorteilhaft.
Kosten und Gewicht können eingespart werden, wenn der Lenkflugkörper antriebsfrei
ist, also keinen eigenen Antriebsmotor aufweist. In einem solchen Fall kann der Lenkflugkörper
vom Fahrzeug aus abgeschossen werden, zweckmäßigerweise nach vorne, worunter auch
eine Richtung schräg nach vorne verstanden werden soll. Die Loiterfähigkeit des Flugkörpers
entsteht durch ein Mitsegeln des Lenkflugkörpers unterhalb des Fahrzeugs, zweckmäßigerweise
schräg nach unten, um eine ausreichende Geschwindigkeit zu halten. Ein solcher Flugkörper
kann abgeschossen werden, nach unten in Richtung zur Laserquelle des Laserstrahls
segeln und hierdurch das weiter oben fliegende Fahrzeug abschatten. Hierunter kann
im Folgenden verstanden werden, dass der Lenkflugkörper seinen Abstand zur Laserquelle
verringert und seinen Abstand zum Fahrzeug vergrößert: Je näher der Flugkörper zur
Laserquelle kommt, desto langsamer muss er vorwärts fliegen im Vergleich zum weiter
oben fliegenden Fahrzeug.
[0012] Eine Möglichkeit zur Steuerung des Lenkflugkörpers besteht darin, dass der Ort der
Laserquelle des Laserstrahls bestimmt wird. Aus diesem Ort und der Position des Fahrzeugs
kann ein Abschattungskorridor berechnet werden, in dem der Flugkörper bleiben muss,
um das Fahrzeug abzuschatten. Das Ende des Abschattungskorridors an der Laserquelle
bleibt fix im Raum oder wandert mit der Bewegung der Laserquelle mit, und das andere
Ende wandert mit dem bewegten Fahrzeug mit. Ist die Lage des Abschattungskorridors
bekannt, kann der Flugkörper in diesem gehalten werden zur Abschattung des Fahrzeugs.
[0013] Der Flug des Lenkflugkörpers kann von einer Steuereinheit des Lenkflugkörpers und/oder
einer Steuereinheit des Fahrzeugs gesteuert werden. Eine der Steuereinheiten erkennt
den Laserstrahl zweckmäßigerweise als solchen, beispielsweise anhand von Streustrahlung
des Laserstrahls und insbesondere mit Hilfe bildverarbeitender Methoden oder anhand
der Erkennung eines leuchtenden Lichtflecks auf dem Fahrzeug.
[0014] Insofern ist es vorteilhaft, wenn die Steuereinheit aus den Daten des Sensorsystems
die Position einer Laserquelle bestimmt, die den Laserstrahl aussendet. Hierbei kann
ein Strahlende des Laserstrahls erkannt werden, und aus der Lage des Strahls kann
die Position der Laserquelle bestimmt werden. Alternativ oder zusätzlich kann die
Position aus Triangulation aus den Daten mehrerer Sensoren bestimmt werden. Die Position
der Laserquelle kann als eine Richtung erfasst werden, beispielsweise als absolute
Richtung oder als eine Richtung relativ zur Flugrichtung des Luftfahrzeugs. Ebenfalls
ist es möglich, die Richtung als absolute, also geografische Richtung zu bestimmen.
[0015] Weiter ist eine Bestimmung einer Entfernung der Laserquelle vom Sensorsystem vorteilhaft.
Dies kann besonders einfach unter Verwendung einer Flughöhe des Fahrzeugs geschehen.
Ist die Richtung der Laserquelle und die Flughöhe bekannt, kann hieraus die Entfernung
zur Laserquelle in einfacher Weise errechnet werden, insbesondere unter Einbeziehung
topografischer Daten einer überflogenen Landschaft.
[0016] Die Steuereinheit leitet einen Start des Flugkörpers zweckmäßigerweise in Abhängigkeit
vom Erkennungsergebnis ein. Ist ein Laserstrahl als solcher erkannt und ist er zudem
als bedrohlich für das Fahrzeug eingestuft, so wird der Flugkörper gestartet. Wird
ein Laserstrahl nicht als solcher erkannt oder als nicht bedrohlich klassifiziert,
unterbleibt das Starten des Flugkörpers zweckmäßigerweise.
[0017] Der Flug des Flugkörpers kann durch eine Steuereinheit des Flugkörpers selbständig
gesteuert werden. Zusätzlich oder alternativ ist es möglich, dass die im Fahrzeug
verbleibende Steuereinheit den Flug des Flugkörpers steuert beziehungsweise mitsteuert.
Beispielsweise kann dem selbständig steuernden Flugkörper eine Ausweich- oder Abschattungsanweisung
vom Fahrzeug ausgegeben werden, die dann von der Steuereinheit des Flugkörpers berücksichtigt
wird.
[0018] Eine Steuerung des Lenkflugkörpers vom Fahrzeug aus ist auch dann vorteilhaft, wenn
die Lage des Laserstahls beziehungsweise der Laserquelle vom Fahrzeug genau ermittelt
wird oder das Fahrzeug ein Auftreffen des Laserstrahls detektiert. Der Flugkörper
kann vom Fahrzeug aus in eine Abschattungsposition bzw. in den Abschattungskorridor
dirigiert werden.
[0019] Hierfür ist es vorteilhaft, wenn eine Steuereinheit, insbesondere die des Fahrzeugs,
sowohl die Position des Fahrzeugs als auch die Position einer Laserquelle des Laserstrahls
ermittelt. Die Steuereinheit kann den Flug des Lenkflugkörpers steuern und diesen
zwischen der Laserquelle und dem Fahrzeug halten. Zweckmäßigerweise ermittelt die
Steuereinheit auch die Position des Lenkflugkörpers und berücksichtigt diese bei der
Steuerung des Lenkflugkörpers. Die Positionen können absolute Positionen sein, beispielsweise
mit einem Bezug auf ein Erdkoordinatensystem, oder relative Positionen des Fahrzeugs
und der Laserquelle und insbesondere des Lenkflugkörpers zueinander.
[0020] Die Bereiche eines Fahrzeugs sind in der Regel unterschiedlich laserhart, und auch
weniger laserharte Stellen sind vorhanden, deren Zerstörung nicht zu einem kritischen
Zustand des Fahrzeugs allgemein führt. Entsprechend ist es vorteilhaft, wenn der Flug
des Lenkflugkörpers so gesteuert wird, dass dieser zwischen der Laserquelle und einer
vorbestimmten, zu schützenden lasersensiblen Stelle des Fahrzeugs verbleibt. So kann
beispielsweise eine lasersensitive Stelle des Fahrzeugs gezielt durch die entsprechende
Flugsteuerung des Flugkörpers abgeschattet werden. Der Flugkörper verbleibt zwischen
der Laserquelle und der vorbestimmten Stelle, ist also an einer solchen Position,
dass die Stelle vom Laserstrahl abgeschattet ist oder sie abschatten würde, wenn der
Laserstrahl die Stelle beleuchten würde.
[0021] Eine lasersensible Stelle kann eine solche Stelle bzw. ein solcher Bereich sein,
dessen Bestrahlung mit einem Hochenergielaser für einen Dauer von weniger als 5 Sekunden
zu einem kritischen Zustand des Fahrzeugs allgemein führt. Als lasersensible Stelle
ist hierbei nicht nur ein geometrischer Punkt am Fahrzeug zu verstehen, sondern ein
räumlich ausgedehnter Bereich, der vor Bestrahlung durch Hochenergielaserstrahlung
zu schützen ist. Die Summe der lasersensiblen Stellen des Fahrzeugs beschränkt sich
zweckmäßigerweise auf maximal 25% der von der Laserquelle sichtbaren Silhouettenfläche
des Fahrzeugs.
[0022] Eine weitere Möglichkeit zur Steuerung des Lenkflugkörpers besteht darin, dass eine
vom Laserstrahl beleuchtete Stelle des Fahrzeugs erkannt und diese lokalisiert wird.
Ist die Position der Laserquelle bekannt, kann ein Abschattungskorridor berechnet
werden und der Flugkörper kann innerhalb des Abschattungskorridors gehalten bleiben.
Jedoch auch dann, wenn die Position der Laserquelle nicht bekannt ist, kann eine beleuchtete
Stelle am Fahrzeug abgeschattet werden, insbesondere wenn der Lenkflugkörper relativ
nahe am Fahrzeug gehalten wird. Beispielsweise fliegt der Lenkflugkörper direkt unter
dem Fahrzeug und schattet die beleuchtete Stelle ab. Es ist insofern vorteilhaft,
wenn die Position einer Leuchtstelle, an der der Laserstrahl das Fahrzeug trifft,
bestimmt wird und der Lenkflugkörper in Abhängigkeit von der Position der Leuchtstelle
gesteuert wird.
[0023] Eine Erkennung einer am Fahrzeug vom Laserstrahl beleuchteten Stelle ist besonders
einfach von einem in der Nähe fliegenden Flugkörper, insbesondere dem Lenkflugkörper,
möglich. Hierzu kann dieser einen auf das Fahrzeug ausgerichteten Sensor aufweisen,
der zur Erkennung eines Laserleuchtflecks vorbereitet ist. Der Sensor sensiert die
Leuchtstelle, an der der Laserstrahl das Fahrzeug trifft, und eine Steuereinheit,
zweckmäßigerweise eine Steuereinheit des Lenkflugkörpers, bestimmt die Position der
Leuchtstelle, beispielsweise relativ zu einer Position des Lenkflugkörpers und oder
einer Referenzstelle des Fahrzeugs. Die Steuereinheit kann den Flug des Lenkflugkörpers
nun so steuern, dass die Leuchtstelle auf dem Fahrzeug verschwindet. Die Leuchtstelle
kann mit oder ohne Erkennung ihrer Relativposition zum Lenkflugkörper als Steuergröße,
insbesondere als Regelgröße, zur Lenkung des Lenkflugkörpers verwendet werden. Ist
die Leuchtstelle auf dem Fahrzeug erkennbar, so wird der Flug des Lenkflugkörpers
so gesteuert, dass die Leuchtstelle verschwindet.
[0024] Zweckmäßigerweise wird erkannt, ob die Leuchtstelle eine lasersensible Stelle des
Fahrzeugs bedeckt. Die Erkennung kann von einer Steuereinheit des Lenkflugkörpers
durchgeführt werden. Die Erkennung kann anhand von hinterlegten Sensibilitätsdaten
des Fahrzeugs erfolgen. Wird eine lasersensible Stelle des Fahrzeugs beleuchtet, so
wird der Flug des Lenkflugkörpers zweckmäßigerweise so gesteuert, dass die Leuchtstelle
verschwindet. Ist die beleuchtete Stelle keine lasersensible Stelle, die Beleuchtung
der Stelle führt also auch bei einer längeren Beleuchtung nicht zu einer kritischen
Beschädigung der Stelle, so kann auf die Abschattung dieser ausreichend laserharten
Stelle verzichtet werden. Der Lenkflugkörper kann so gesteuert werden, dass er eine
andere - insbesondere lasersensitive - Stelle abschattet, er also zwischen der Laserquelle
und dieser lasersensitiven Stelle verbleibt auch wenn diese nicht beleuchtet wird.
[0025] Zur Bestimmung der Position der beleuchteten Stelle auf dem Fahrzeug ist es vorteilhaft,
wenn eine Steuereinheit die Position der Leuchtstelle auf dem Fahrzeug anhand charakteristischer
Bildmerkmale des Fahrzeugs bestimmt. Hierzu sind die charakteristischen Bildmerkmale
zweckmäßigerweise zumindest teilweise in einer Datenbank hinterlegt, auf die die Steuereinheit
Zugriff hat.
[0026] Zum Schutz eines Lasersensors ist es vorteilhaft, wenn dieser auf einer der Laserquelle
abgewandten Seite des Lenkflugkörpers angeordnet ist und beispielsweise nach oben
ausgerichtet ist. Nach oben kann hierbei so verstanden werden, dass der Schwerpunkt
der Aufnahmeausrichtung des Sensors in den oberen Halbraum gerichtet ist, dessen Zenit
in entgegengesetzter Richtung zum Erdmittelpunkt liegt. Dies kann auch bei einem auf
dem Erdboden in regulärer Parkstellung geparkten Lenkflugkörper sein Fall sein, sodass
der Sensor auf der Oberseite des Lenkflugkörpers angeordnet ist. Der Lenkflugkörper
kann das Fahrzeug von unten beobachten und auf Leuchtstellen überwachen.
[0027] Ein Schutz des Fahrzeugs durch den Lenkflugkörper kann von einer angreifenden Stelle
aus erkannt und eine Steuerung des Laserstrahls kann entsprechend verändert werden.
Beispielsweise wird der Laserstrahl in schneller Folge auf mehrere lasersensitive
Stellen ausgerichtet, sodass an diesen Stellen jeweils eine große Menge Laserenergie
deponiert wird. Durch die Trägheit des Lenkflugkörpers ist dieser eventuell nicht
in der Lage, dem schnellen Zielwechsel zu folgen. Um dennoch einen ausreichenden Schutz
des Fahrzeugs zu erreichen ist es vorteilhaft, wenn der Flug des Lenkflugkörpers so
gesteuert wird, dass der Lenkflugkörper seinen Schatten auf mehrere zu schützende
Stellen des Fahrzeugs so wirft, dass keine der Stellen länger als eine jeweils vorgegebene
Zeitdauer vom Laserstrahl beleuchtet wird. So wird beispielsweise die Beleuchtung
einer zweiten Stelle hingenommen, ohne dass der Lenkflugkörper zur Abschattung dieser
zweiten Stelle gesteuert wird. Erst wenn diese zweite Stelle so lange beleuchtet wird,
dass die vorgegebene Zeitdauer erreicht zu werden droht, so wird die Position des
Lenkflugkörpers relativ zum Luftfahrzeug geändert und die zweite Stelle wird zu deren
Abkühlung abgeschattet.
[0028] Die vorgegebene Zeitdauer kann von einer Lasersensibilität der Stellen abhängen,
sodass die Zeitdauer desto größer ist, je laserhärter die betreffende Stelle ist.
Die Zeitdauer kann auch von einer Laserleistung abhängen, die beispielsweise von einer
Steuereinheit des Fahrzeugs berechnet wurde. Weiter kann die Zeitdauer von der Anzahl
der in der Vergangenheit beleuchteten Stellen am Fahrzeug abhängig sein. Außerdem
kann die vorgegebene Zeitdauer von einem Abstand der beleuchteten Stellen zueinander
abhängig sein, sodass eine Wechseldauer, die ein Wechsel des Lenkflugkörpers von einer
Abschattungsposition in die andere einnimmt, berücksichtigt wird. Des Weiteren kann
die Zeitdauer von der Menge einer zuvor an dieser Stelle deponierten Laserenergie
und einer Abkühlzeit abhängen. Wurden die Stellen bereits zuvor beleuchtet und die
Abkühlzeit war gering, so ist die vorgegebene Zeitdauer kleiner, als wenn die Abkühlzeit
größer gewesen ist.
[0029] Beispielsweise wird eine bestrahlte Stelle am Fahrzeug bestimmt. Nun können eine
Temperatur, eine deponierte Energiemenge, ein Beeinträchtigungsgrad und/oder dergleichen
dieser Stelle bestimmt werden. Weiter kann eine Laserhärte der Stelle berücksichtigt
werden, beispielsweise eine Zerstörungszeitdauer, ab der eine weitere Bestrahlung
der Stelle zu einer Zerstörung der Stelle führt. Ferner kann eine Wechseldauer, die
ein Wechsel der Abschattungsposition des Lenkflugkörpers von einer abgeschatteten
zu einer bestrahlten Stelle dauert, bestimmt werden. In Abhängigkeit von einem oder
mehreren der oben genannten Größen kann ein Wechselzeitpunkt bestimmt werden, an dem
der Lenkflugkörper an eine neue Abschattungsposition gesteuert wird. Zum Wechselzeitpunkt
wird der Flugkörper nun an die neue abzuschattende Stelle dirigiert.
[0030] Es ist vorteilhaft, wenn der Flug des Lenkflugkörpers so gesteuert wird, dass ein
Flugkörperschatten von der momentan beschatteten Stelle zu einer momentan bestrahlten
Stelle wechselt in Abhängigkeit von einer Abkühldauer der momentan beschatteten Stelle.
Weiter kann zweckmäßigerweise eine Laserhärte beziehungsweise Beschädigungszeit der
momentan bestrahlten Stelle und eine Wechseldauer, die das Bewegen des Schattens zwischen
den Stellen dauert, berücksichtigt werden.
[0031] Eine weitere Möglichkeit der Abschattung besteht darin, dass der Lenkflugkörper ein
Abschattungsmittel ausstößt. Ein solches Abschattungsmittel kann Rauch, Flitterelemente
oder dergleichen umfassen. Das Abschattungsmittel wird zweckmäßigerweise zusätzlich
zum Antriebsabgas des Lenkflugkörpers ausgestoßen, sodass der Ausstoß unabhängig von
einer Schubsteuerung des Lenkflugkörpers sein kann. Hierfür umfasst der Lenkflugkörper
zweckmäßigerweise eine Abschattungsmitteldüse, die zusätzlich zur Triebstrahlöffnung
vorhanden ist.
[0032] Weiter ist es vorteilhaft, wenn der Flug des Lenkflugkörpers so gesteuert wird, dass
das ausgestoßene Abschattungsmittel eine vorbestimmte, lasersensitive Stelle des Fahrzeugs
zumindest teilweise abschattet. Insbesondere ist es vorteilhaft, wenn das Abschattungsmittel
in Abhängigkeit von der Position einer Leuchtstelle auf dem Fahrzeug und der Position
des Lenkflugkörpers ausgestoßen wird. Liegt beispielsweise die Leuchtstelle hinter
dem Lenkflugkörper, sodass eine Abschattung durch den Lenkflugkörper durch eine Abbremsung
des Lenkflugkörpers erreicht werden muss, so kann zunächst das Abschattungsmittel
ausgestoßen werden, um eine Abschattung zusätzlich oder bereits früher zu erreichen
bevor der Lenkflugkörper mit seinen festen Strukturen die Abschattung dieser Stelle
beginnen kann.
[0033] Bei Verwendung von Flitterelementen ist es vorteilhaft, wenn diese eine retroreflektierende
Eigenschaft haben. Der Laserstrahl wird an den Flitterelementen in entgegengesetzte
Richtung reflektiert, sodass ein Teil der Laserstrahlung auf die Laserquelle zurückgeworfen
wird. Deren Funktion kann hierdurch beeinträchtigt werden.
[0034] Um eine schnelle Manövrierfähigkeit für eine schnelle Abschattung zu erreichen, ist
es vorteilhaft, wenn der Lenkflugkörper ein Bremsmittel, wie eine Bremsklappe oder
ein Bremssegel, zum Verringern der Fluggeschwindigkeit aufweist. Dieses wird zweckmäßigerweise
während des Fluges ausgefahren und bremst den Lenkflugkörper in Abhängigkeit von dem
Ausfahrgrad ab. Die Fluggeschwindigkeit kann zugig verringert und ein Rückfallen des
Lenkflugkörpers schnell erreicht werden.
[0035] Außerdem ist es vorteilhaft, wenn der Flugkörper nach seinem Start ein Abschattungselement
ausfährt und hierdurch seine Schattenfläche vergrößert, insbesondere auf das zumindest
1,5-fache der Abschattungsfläche des Lenkflugkörpers beim Start. Hierdurch können
Ungenauigkeiten bei der Flugsteuerung des Lenkflugkörpers ausgeglichen werden und/oder
es können mehrere lasersensitive Stellen zugleich abgeschattet werden.
[0036] Zur Störung der Funktion der Laserquelle ist es außerdem vorteilhaft, wenn Lenkflugkörper
einen Reflektor aufweist, insbesondere einen Retroreflektor. Der Reflektor kann beispielsweise
auf einem Abschattungselement abgeordnet sein, das nach dem Start des Lenkflugkörpers
ausgefahren wird.
[0037] Außerdem ist die Erfindung gerichtet auf einen Lenkflugkörper zum Schützen eines
Fahrzeugs vor einem Angriff durch einen Laserstrahl. Um einen wirkungsvollen Schutz
des Fahrzeugs vor dem Angriff zu erreichen, umfasst der Lenkflugkörper erfindungsgemäß
ein Sensorsystem zum Sensieren von Laserstrahlung des Laserstrahls und eine Steuereinheit,
die dazu vorbereitet ist, den Lenkflugkörper in den Laserstrahl hineinzufliegen und
das Fahrzeug vor dem Laserstrahl abzuschatten. Zweckmäßigerweise ist die Steuereinheit
auch dazu vorbereitet, den Schatten des Lenkflugkörpers auf dem Fahrzeug zu halten.
[0038] Die bisher gegebene Beschreibung vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung enthält
zahlreiche Merkmale, die in einigen abhängigen Ansprüchen zu mehreren zusammengefasst
wiedergegeben sind. Diese Merkmale können jedoch zweckmäßigerweise auch einzeln betrachtet
und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammengefasst werden, insbesondere bei
Rückbezügen von Ansprüchen, sodass ein einzelnes Merkmal eines abhängigen Anspruchs
mit einem einzelnen, mehreren oder allen Merkmalen eines anderen abhängigen Anspruchs
kombinierbar ist. Außerdem sind diese Merkmale jeweils einzeln und in beliebiger geeigneter
Kombination sowohl mit dem erfindungsgemäßen Verfahren als auch mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung gemäß den unabhängigen Ansprüchen kombinierbar. So sind Verfahrensmerkmale
auch als Eigenschaften der entsprechenden Vorrichtungseinheit gegenständlich formuliert
zu sehen und funktionale Vorrichtungsmerkmale auch als entsprechende Verfahrensmerkmale.
[0039] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
in Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die im Zusammenhang
mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Die Ausführungsbeispiele dienen der Erläuterung
der Erfindung und beschränken die Erfindung nicht auf die darin angegebene Kombination
von Merkmalen, auch nicht in Bezug auf funktionale Merkmale. Außerdem können dazu
geeignete Merkmale eines jeden Ausführungsbeispiels auch explizit isoliert betrachtet,
aus einem Ausführungsbeispiel entfernt, in ein anderes Ausführungsbeispiel zu dessen
Ergänzung eingebracht und/oder mit einem beliebigen der Ansprüche kombiniert werden.
[0040] Es zeigen:
- FIG 1
- ein Luftfahrzeug unmittelbar vor einem Angriff durch ein Lasersystem,
- FIG 2
- das Luftfahrzeug, das von einem loiternden Lenkflugkörper gegen einen Laserstrahl
des Lasersystems abgeschattet wird,
- FIG 3
- das Luftfahrzeug, das von einem auf die Laserquelle zu fliegenden Lenkflugkörper gegen
einen Laserstrahl abgeschattet wird,
- FIG 4
- das Luftfahrzeug in einer Ansicht von unten mit drei von Laserstrahlen beleuchteten
Stellen, von denen eine durch einen Lenkflugkörper teilweise abgeschattet wird, und
- FIG 5
- den Lenkflugkörper beim Abschatten einer beleuchteten Stelle durch seine festen Strukturen
und dem teilweisen Abschatten einer anderen beleuchteten Stelle durch ein gasförmiges
Abschattungsmittel.
[0041] FIG 1 zeigt ein Fahrzeug 2 in Form eines Luftfahrzeugs, das in diesem Fall als Verkehrsflugzeug
zum Transport von Passagieren oder Luftfracht ausgeführt ist. In einer Landschaft
4, über die das Fahrzeug 2 fliegt, ist ein Lasersystem 6 positioniert, das in dem
in FIG 1 dargestellten Moment einen Laserstrahl 8, der durch eine Laserquelle 10 erzeugt
wird, in den Himmel richtet. Das Lasersystem 6 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel
am Boden platziert und unbeweglich. Es ist jedoch auch möglich, dass das Lasersystem
6 beweglich ist und beispielsweise in einem Luftfahrzeug montiert ist. Alle im Folgenden
beschriebenen und auf die Laserquelle 10 bezogenen Details sind dann entsprechend
auf die Beweglichkeit bzw. Höhe über dem Boden anzupassen.
[0042] Das Lasersystem 6 ist ein Hochenergielasersystem, das den Laserstrahl 8 vorwiegend
im infraroten Spektralbereich aussendet, beispielsweise bei 3,8 µm, wobei der Laserstrahl
8 über eine Distanz von mehreren Kilometern genügend Energie transportiert, um empfindliche
Teile des Luftfahrzeugs zu zerstören und hierdurch dessen Flugfähigkeit akut zu gefährden.
Das Lasersystem 6 dient zum Bekämpfen von Luftfahrzeugen und weist eine Steuereinheit
auf, die den Laserstrahl 8 auf das Fahrzeug 2 schwenkt und den Laserstrahl 8 automatisiert
der Bewegung des Luftfahrzeugs 2 nachführt. In der Steuereinheit ist eine lasersensitive
Stelle des Fahrzeugs 2 hinterlegt, auf die der Laserstrahl 8 mittels bildverarbeitender
Methoden automatisch gerichtet wird, um die im Lasersystem 6 bildhaft hinterlegte
Stelle des Luftfahrzeugs 2 über einen Zeitraum von einigen Sekunden zu bestrahlen
und hierdurch zu zerstören.
[0043] Anstelle des Hochenergielasersystems 6 kann ein Designatorlasersystem bzw. Markierlasersystem
bekämpft oder gestört werden, das das Fahrzeug 2 anleuchtet, um einen Lenkflugkörper
in das Fahrzeug 2 zu steuern. Durch eine Abschattung des Fahrzeugs 2 und/oder eine
Zerstörung der Laserquelle 10 kann diese Markierung gestört werden, so dass der angreifende
Lenkflugkörper das Fahrzeug 2 nicht finden kann. Die folgende Beschreibung bezieht
sich auf ein stationäres Hochenergielasersystem 6, ohne dass damit eine Einschränkung
auf dieses System verbunden wäre.
[0044] Zum Schützen des Fahrzeugs 2 weist dieses zumindest einen Flugkörper 12, 14 auf,
wobei in FIG 1 zur Erläuterung mehrerer Schutzverfahren drei Flugkörper 12 und ein
Flugkörper 14 dargestellt sind. Des Weiteren weist das Luftfahrzeug ein Sensorsystem
16 mit einer Mehrzahl von Sensoren 18 auf, die jeweils mit einer Steuereinheit 20
signaltechnisch verbunden sind. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Luftfahrzeug
mit fünf Sensoren 18 ausgestattet, einer in der hinteren Hälfte des Rumpfs, einer
in der vorderen Hälfte des Rumpfs, je einer an einem Flügel des Luftfahrzeugs und
einem nach oben gerichteten Sensor 18 an der oberen Hälfte des Rumpfs des Luftfahrzeugs.
Zum Schutz des Luftfahrzeugs überwachen die Sensoren 18 des Sensorsystems 16 aktiv
den Luftraum nach Laserstrahlung. Die Sensoren 18 umfassen jeweils einen Bildsensor
hinter einer 180°-Optik, sodass die Szenerie einer Halbkugel des Umraums auf ein lasersensitives
Element abgebildet wird. Hierdurch kann ein Bild des Laserstrahls 8 in der Umgebung
aufgenommen werden, und hieraus können weitere Informationen zum Laserstrahl 8 ermittelt
werden. Auf diese Weise wird ein Bild des Laserstrahls 8 aufgenommen, aus dessen Wellenlänge
beziehungsweise Spektrum und dessen Geometrie die Steuereinheit 20 des Sensorsystems
16 den Laserstrahl 8 insbesondere mittels bildverarbeitender Methoden als solchen
erkennt. Als geometrische Merkmale können verwendet werden, dass der Laserstrahl 8
als gerader Strich in der Landschaft gesehen wird. Außerdem weist er ein scharf begrenztes
Ende an der Laserquelle 10 auf. An seinem anderen Ende wird der Laserstrahl jedoch
- sofern er nicht auf einen Gegenstand trifft - immer schwächer, wie in FIG 1 dargestellt
ist, sodass ein definiertes Ende nicht ohne weiteres ermittelbar ist. Auch dieses
Merkmal des oberen Abschwächens der Laserstrahlung kann zur Lasererkennung genutzt
werden.
[0045] Aus den geometrischen Daten des Laserstrahls 8 sowie dessen Spektrum und Strahlungsintensität
klassifiziert die Steuereinheit 20 den Laserstrahl 8 zunächst in die drei Stufen harmlos,
potentiell gefährlich und gefährlich. Bei einer Klassifikation in die Stufe harmlos
wird der Laserstrahl 8 weiter beobachtet, jedoch wird weder der Laserstrahl 8 abgeschattet
noch die Laserquelle 10 bekämpft. Bei einer Klassifikation in eine der beiden anderen
Stufen wird eine Abschattung und/oder Bekämpfung vorbereitet. Hierzu wird ein Kanister
22, der zumindest einen der Flugkörper 12 beherbergt, in die Richtung der Laserquelle
10 verschwenkt. Diese Verschwenkbarkeit ist in FIG 1 durch den gekrümmten Doppelpfeil
am Kanister 22 angedeutet. Alternativ oder zusätzlich wird der Abwurf des Flugkörpers
14 aus dem Rumpf des Luftfahrzeugs 2 vorbereitet. Bei einer Klassifizierung in die
höchste der Bedrohungsklassen wird die Bekämpfung und/oder Abschattung eingeleitet.
Hierzu ist beispielsweise eine Freigabe eines Bedieners des Luftfahrzeugs 2, beispielsweise
eines Piloten, notwendig. Diese wurde jedoch bereits vorab gegeben, beispielsweise
weil bekannt ist, dass das Luftfahrzeug durch eine potentiell gefährliche Region fliegt.
[0046] Sowohl für die Abschattung als auch für eine Bekämpfung der Laserquelle 10 ist es
vorteilhaft, wenn die Position der Laserquelle 10 bekannt ist. Diese ermittelt die
Steuereinheit 20 beispielsweise aus der Geometrie des Laserstrahls 8. So kann an der
Stelle des abrupten Endes des Laserstrahls 8 die Laserquelle 10 vermutet werden. Außerdem
kann dem Laserstrahl 8 eine Richtung gegeben werden, zumindest eine grobe Richtung
oben und unten, wobei die Laserquelle 10 nur an einem unteren Ende des Laserstrahls
8 positioniert ist. Auf diese Weise kann eine Richtung der Laserquelle 10 relativ
zum Luftfahrzeug 2 ermittelt werden. Aus der Richtung und einer Flughöhe des Luftfahrzeugs
und zweckmäßigerweise einer Topografie der überflogenen Landschaft, kann auch die
Entfernung zwischen Luftfahrzeug und Laserquelle 10 bestimmt werden, insbesondere
werden die absoluten geografischen Koordinaten der Laserquelle 10 bestimmt.
[0047] Die Erkennung des Laserstrahls 8 erfolgt insofern durch eine Aufnahme des Laserstrahls
8 von der Seite, wobei aus dem Laserstrahl 8 an der Atmosphäre gestreute Laserstrahlung
aufgenommen wird. Dies kann auch durch den nach oben gerichteten Sensor 18 geschehen,
dessen Blick auf die Laserquelle 10 verstellt ist. Anhand der Ausrichtung des sichtbaren
Teils des Laserstrahls 8 kann ferner ein weiterer Verlauf des Laserstrahls 8 in der
Umgebung extrapoliert werden.
[0048] Für den Fall, dass der Laserstrahl 8 bereits auf das Luftfahrzeug 2 gerichtet ist
und somit das undefinierte obere Ende nicht mehr als solches zu erkennen ist und der
Laserstrahl 8 sowohl oben als auch unten ein abruptes Ende aufweist, kann die Ermittlung
der Position der Laserquelle 10 durch einen anderen der Sensoren 18 des Sensorsystems
16 vorgenommen werden, beispielsweise durch einen Sensor 18 an einem Flügel des Luftfahrzeugs
2. Dieser erkennt den Laserstrahl 8 an sich und beide abrupte Enden, wobei die Steuereinheit
20 das untere abrupte Ende des Laserstrahls 8 als Standort der Laserquelle 10 auswählt.
Ebenfalls möglich ist eine Positionsbestimmung der Laserquelle 10 mittels Triangulation.
Sobald drei oder mehr Sensoren 18 den Laserstrahl 8 erkannt und dessen unteres abruptes
Ende bestimmt haben, kann neben der Richtung der Laserquelle 10 auch deren Entfernung
durch die bekannte Ausrichtung der Sensoren 18 am Luftfahrzeug 2 zueinander bestimmt
werden.
[0049] Zum Schutz des Luftfahrzeugs wird nun zumindest ein Flugkörper 12, 14 vom Luftfahrzeug
gestartet. Die Steuerung des Starts übernimmt die Steuereinheit 20 des Sensorsystems
16, die auch ein Teil einer zentralen Fahrzeugsteuerung des Fahrzeugs 2 sein kann.
[0050] FIG 2 und FIG 3 zeigen zwei Ausführungsbeispiele zum Schützen des Luftfahrzeugs,
die einzeln oder in Kombination durchgeführt werden können. In dem ersten Ausführungsbeispiel
aus FIG 2 wird der Flugkörper 14 aus dem Rumpf des Luftfahrzeugs abgeworfen, und dieser
beginnt seinen Loiterflug, der im Wesentlichen parallel zum Flug des Luftfahrzeugs
verläuft. Zweck dieses Flugs ist es, das Luftfahrzeug, insbesondere zumindest lasersensible
Stellen des Luftfahrzeugs, vom Laserstrahl 8 abzuschatten. Der Flugkörper 14 ist mit
einem Luft atmenden Verbrennungsmotor, beispielsweise einer Turbine angetrieben, sodass
ein langer Flug in Begleitung des Fahrzeugs 2 möglich ist. Alternativ oder zusätzlich
ist ein Raketenmotor möglich, insbesondere ein Festbrennstoffmotor, der hinsichtlich
seiner Leistung auf die Fluggeschwindigkeit des Luftfahrzeugs abgestimmt ist. Der
Flugkörper 14 ist mit großflächigen Flügeln zur großflächigen Abschattung des Luftfahrzeugs
ausgestattet. Zumindest die gesamte untere Seite des Flugkörpers 14 ist lasergehärtet
ausgeführt, sodass eine Bestrahlung von zumindest drei Minuten durch den Hochenergielaserstrahl
8 keine den Flug beeinträchtigende Zerstörung am Flugkörper 14 erzeugt. Ein Teil der
Unterseite ist mit Retroreflektoren bestückt, die einen Teil der Laserstrahlung zur
Laserquelle 10 zurück reflektieren.
[0051] Zum Halten des Flugkörpers 14 im Laserstrahl 8 bestehen mehrere Möglichkeiten. Beispielsweise
kann die Position des Laserstrahls 8 im Raum bzw. dessen Ende auf dem Fahrzeug 2 durch
Sensoren 18 des Sensorsystems 16 ermittelt werden. Entsprechende Steuersignale werden
von der Steuereinheit 20 an eine Steuereinheit 24 des Flugkörpers 14 gegeben.
[0052] Eine Alternative oder zusätzliche Möglichkeit besteht darin, dass der Flugkörper
14 die Abschattung selbst bestimmt und hieraus seinen Flug steuert. So weist der Flugkörper
14 einen nach oben gerichteten lasersensitiven Sensor 26 auf, der das Luftfahrzeug
2 von unten überwacht. Ein Auftreffen des Laserstrahls 8 auf dem Luftfahrzeug 2 wird
erkannt, und der Flugkörper 14 wird so gesteuert, dass der Bestrahlungsfleck des Laserstrahls
8 auf dem Luftfahrzeug 2 verschwindet. Hierzu wird der Flug so geregelt, dass die
Regelgröße, nämlich die Sichtbarkeit des Laserflecks auf dem Luftfahrzeug 2, verschwindet
oder zumindest verringert wird. Wenn andererseits der Laserstrahl 8 vom Luftfahrzeug
weg bewegt wird, verschwindet der Laserfleck ebenfalls. In diesem Fall begleitet der
Flugkörper 14 das Luftfahrzeug noch eine vorgegebene Strecke bzw. Zeitdauer weiter,
um einen Schutz gegen den potentiell wieder gefährlichen Laserstrahl 8 aufrechtzuhalten.
[0053] Gerade bei einem Flugkörper 14 mit einem Raketenmotor kann es sein, dass der Festbrennstoff
des Raketenmotors nach einer Weile verbraucht ist. In diesem Falle kann ein zweiter
Flugkörper 14 gestartet werden, der das Fahrzeug 2 weiter abschattet. Auch wenn in
FIG 1 nur ein Flugkörper 14 im Fahrzeug 2 gezeigt ist, so können doch mehrere vorhanden
sein und nacheinander gestartet werden.
[0054] Eine zusätzliche oder alternative Methode zum Abschatten des Fahrzeugs 2 durch einen
Flugkörper 12 ist anhand der Zeichnung aus FIG 3 dargestellt. Bei einem wie oben beschriebenen
Bedrohungsszenario wird ein Flugkörper 12 in Form eine Lenkrakete gestartet. Alternativ
kann der Flugkörper 2 als Lenkgeschoss ausgeführt sein, das ohne eigenen Antrieb ausgeführt
ist, jedoch lenkbar ist und zum Zwecke eines langen Flugs segelfähig ist. Dieser Flugkörper
12 wird aus dem Kanister 22 gestartet, beispielsweise durch einem Abwurf, einen Abschuss
und/oder einen Start eines Raketenmotors des Flugkörpers 12. Da der Flugkörper 12
durch die Ausrichtung des Kanisters 22 auf die Laserquelle 10 und/oder nach vorne
und unten bereits ausgerichtet startet, können Umwege vermieden werden und der Flugkörper
12 kann schnell in eine günstige Abschattungsposition gebracht werden. Dies ist besonders
vorteilhaft bei Verwendung eines lenkbaren Geschosses, das ebenfalls mit einer Steuereinheit
zur Steuerung des gelenkten Flugs und einem Lenksystem zur Durchführung der Lenkung
aufweist.
[0055] Die im Folgenden beschriebenen Verfahren können mit dem Lenkflugkörper 12 und/oder
mit dem Lenkflugkörper 14 durchgeführt werden. Zum Steuern des Lenkflugkörpers 12
und/oder des Lenkflugkörpers 14 aus FIG 2 wird von der Steuereinheit 20 zunächst ein
Abschattungskorridor 28 bestimmt. Dieser Abschattungskorridor 28 reicht von der Laserquelle
10 bis zum Fahrzeug 2 und ist in seiner Geometrie so ausgeführt, dass er sämtliche
gedachte Linien von der Laserquelle 10 zu allen Punkten des Fahrzeugs 2 umfasst. Linien
von der Laserquelle 10 zu Raumpunkten, die um mehr als einen vorgegebenen Abstand
vom Fahrzeug 2 entfernt sind, liegen jedoch nicht innerhalb des Abschattungskorridors
28. Diese Entfernung dient zum Ausgleich von Rechenungenauigkeiten und liegt zweckmäßigerweise
unter 50 m, insbesondere unter 10 m. Der Abschattungskorridor 28 wird von der Steuereinheit
20 aus den Positionen der Laserquelle 10 und des Fahrzeugs 2 sowie den Abmessungen,
der Ausrichtung und/oder der Bewegungsrichtung und -geschwindigkeit des Fahrzeugs
2 im Raum berechnet. Die Position des Abschattungskorridors 28, insbesondere seine
Geometrie und Lage im Raum, kann in absoluten, erdfesten Koordinaten oder in Relativkoordinaten
bestimmt sein, die sich auf einen mit dem Fahrzeug 2 mitbewegten Bezugsraum beziehen.
[0056] Weiter sind in der Steuereinheit 20 mehrere lasersensitive Stellen 30, 32 des Fahrzeugs
2 hinterlegt, die in FIG 4 anhand eines vorderen punktierten Bereichs 30 und eines
hinteren gestrichelten Bereichs 32 dargestellt sind. Diese lasersensitiven Stellen
30, 32 umfassen solche Bereiche am Fahrzeug, deren Bestrahlung durch einen Hochenergielaser
innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums vom beispielsweise weniger als 10 Sekunden
zu einem Schaden am Fahrzeug 2 führen, der dessen Funktionsfähigkeit beeinträchtigt.
Auch zu diesen lasersensitiven Stellen 30, 32 werden Abschattungskorridor 34, 36 berechnet,
die in FIG 3 punktiert beziehungsweise gestrichelt angedeutet sind. Entsprechend dem
Abschattungskorridor 28 umfassen die Abschattungskorridor 34, 36 ausschließlich alle
gedachten Linien von der Laserquelle 10 zu allen möglichen Punkten der lasersensitiven
Stellen 30, 32.
[0057] Bei dem in FIG 3 gezeigten Ausführungsbeispiel wurde der Lenkflugkörper 12 nach vorne
und schräg nach unten abgeschossen, sodass sein Abstand zur Laserquelle 10 durch den
Flug verringert wird und sein Abstand zum Fahrzeug 12 zugleich vergrößert wird. Der
Flug des Lenkflugkörpers 12 wird hierbei von der Steuereinheit 20 des Luftfahrzeugs
2 gesteuert, wobei die Steuereinheit 20 über eine Funkverbindung mit der Steuereinheit
des Flugkörpers 12 in Verbindung steht. Der Flug des Flugkörpers 12 wird so gesteuert,
dass der Flugkörper 12 stets innerhalb des Abschattungskorridors 28 bzw. 34, 36 verbleibt.
Verlässt der Laserstrahl 8 den Abschattungskorridor 28, trifft er also nicht mehr
auf das Fahrzeug 2, so verbleibt der Flugkörper 12 dennoch innerhalb des Abschattungskorridors
28, um bei einem erneuten Einschwenken des Laserstrahls 8 auf das Fahrzeugs 2 das
Fahrzeug 2 möglichst schnell abschatten zu können. Insbesondere verbleibt der Lenkflugkörper
12 innerhalb eines der speziellen Abschattungskorridore 34, 36 zum Schutz einer lasersensitiven
Stelle 30, 32 des Fahrzeugs 2. Verlässt der Laserstrahl 8 einen der Abschattungskorridore
34, 36, verbleibt jedoch im Abschattungskorridor 28, trifft also an einer nicht lasersensitiven
Stelle auf das Fahrzeug 2, so verbleibt der Lenkflugkörper 12 dennoch innerhalb eines
der Abschattungskorridore 34, 36, um die betreffende lasersensitive Stelle 30, beziehungsweise
32 zügig schützen zu können, wenn der Laserstrahl 8 auf diese einschwenkt.
[0058] Anhand der Darstellung aus FIG 4 werden in folgenden Verteidigungsstrategien des
Fahrzeugs 2 beschrieben. Der Laserstrahl 8 sei auf das Fahrzeug 2 gerichtet und bilde
einen Leuchtfleck 38 an einer lasersensitiven Stelle 32. Der Lenkflugkörper 12 oder
der Lenkflugkörper 14, auf den sich die Verfahrensbeschreibungen ebenso beziehen,
wird so gelenkt, dass er die lasersensitive Stelle 32 zumindest teilweise abschattet.
Bei der in FIG 4 gezeigten Stellung schattet der Flugkörper 12, 14 den Leuchtfleck
38 teilweise ab. Zur Vergrößerung seiner Abschattungsfläche wurden nach dem Start
des Flugkörpers 12, 14 zwei Abschattungselemente 40 in Form von Abschattungssegeln
ausgefahren, die die Abschattungsfläche des Flugkörpers 12, 14 mehr als verdoppeln.
Die Abschattungselemente 40 sind mit einer retroreflektierenden Schicht beschichtet,
die in FIG 4 durch eine Schraffur der Abschattungselemente 40 angedeutet ist. Fällt
der Laserstrahl 8 auf diese Schicht, so wird der teilweise zur Laserquelle 10 zurückreflektiert
und beschädigt dort dessen Optik oder andere Elemente, sodass die Funktionsfähigkeit
der Laserquelle 10 beeinträchtigt wird.
[0059] Der Flug des Lenkflugkörpers 12, 14 wird nun so gesteuert, beispielsweise von der
Steuereinheit 20 oder der Steuereinheit 24 des Lenkflugkörpers 12, 14, dass der Lenkflugkörper
12, 14 den Leuchtfleck 38 vollständig abschattet. Hierzu wird die Leuchtintensität
des Leuchtfleck 38 gemessen, entweder durch den Sensor 26 des Flugkörpers 12, 14 oder
durch einen der Sensoren 18 des Luftfahrzeugs 2. Die Leuchtintensität kann als Regelgröße
zur Regelung der Lenkung des Flugkörpers 12, 14 verwendet werden, wobei das Regelziel
das Verschwinden der Leuchtstärke ist. Mit dem Flugkörper 14 kann dies sehr einfach
erreicht werden, da dessen Sensor 26 bei einem Loiterflug die Leuchtstärke des Leuchtflecks
38 problemlos erkennen und messen kann. Ist der Flugkörper 12 als segelfähiges Geschoss
ausgeführt, so entfernt er sich relativ schnell vom Fahrzeug 12. Durch die große Distanz
ist die Messung der Leuchtstärke des Leuchtflecks 38 zwar immer noch möglich, jedoch
schwieriger. Die Messung wird daher zweckmäßigerweise von einem der Sensoren 18 durchgeführt.
Diese sind so platziert, dass sie zumindest alle lasersensitiven Stellen 30, 32 abtasten
können.
[0060] Verändert sich die Position des Leuchtflecks 38 am Fahrzeug, wandert er beispielsweise
in einen nicht lasersensitiven Bereich, wie in FIG 4 durch den Leuchtfleck 42 angedeutet
ist, so verbleibt der Flugkörper 12, 14 so, im Abschattungskorridor 34, 36, sodass
er eine lasersensitive Stelle 30, 32 abschattet. Auf eine Abschattung der anderen
Bereiche des Fahrzeugs 2 wird verzichtet. Wird der Laserstrahl 8 jedoch an eine andere
lasersensitive Stelle 30 geführt, wie in FIG 4 durch den Leuchtfleck 44 angedeutet
ist, so wird der Flugkörper 12, 14 in eine Abschattungsposition der entsprechenden
lasersensitiven Stelle 30 gelenkt. Dies muss jedoch nicht sofort erfolgen, sondern
kann nach einer Wartezeitdauer geschehen, die von der Laserhärte des Bereichs 30 beziehungsweise
der dort deponierten Energiemenge abhängig ist. Auf diese Weise wird verhindert, dass
der Leuchtfleck 38, 44 schnell zwischen den lasersensitiven Stellen 30, 32 hin und
her springt und der Flugkörper 12, 14 durch ständiges Nachverfolgen seine Abschattungswirkung
stark verringert. Nach einer vorbestimmten Zeitdauer, beziehungsweise Warteperiode
steuert der Lenkflugkörper 12, 14 den neu beleuchteten lasersensitiven Bereich 30
an und schattet diesen gegen den Laserstrahl 8 ab. Springt der Laserstrahl 8 zu einem
anderen lasersensitiven Bereich 32, so verbleibt der Flugkörper 12, 14 so, dass er
die zuvor bestrahlte lasersensitive Stelle 30 so lange abschattet, bis diese einen
unkritischen Zustand erreicht, beispielsweise lange genug abgekühlt ist. Erst danach
wird der Flugkörper 12, 14 zu Abschattung einer anderen lasersensitiven Stelle 32
gelenkt.
[0061] FIG 5 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel, bei dem die Abschattung zweier Leuchtflecke
38, 44 durch das Ausstoßen von gasförmigem Abschattungsmittel 46 verstärkt wird. Hierzu
umfasst der Flugkörper 12, 14 einen Raucherzeuger oder einen Flitterauswerfer, der
Flitterelemente, beispielsweise Folienstückchen, auswirft. Das Abschattungsmittel
46 hat den Zweck der Abschattung und kann auch den Zweck der Retroreflektion erfüllen,
insbesondere bei Verwendung von Flitterelementen. Bei dem in FIG 5 dargestellten Ausführungsbeispiel
sei beispielsweise die bestrahlungskritische Zeit der lasersensitiven Stellen 30,
32 so klein, dass eine wechselnde Beleuchtung dieser Stellen 30, 32 durch den Laserstrahl
8 zu einer kritischen Zerstörung zumindest einer dieser Stellen 30, 32 führt.
[0062] Nun schützt der Flugkörper 12, 14 die Stellen 30, 32 gemäß einer hinterlegten Priorität.
Diese Priorität kann die Wichtigkeit von an den Stellen 30, 32 befindlichen Elementen
des Luftfahrzeugs 2 sein. Es ist jedoch auch möglich, dass der Flugkörper 12, 14 mit
höherer Priorität den vorderen lasersensitiven Bereich 30 schützt und Versucht, den
hinteren Bereich 32 unter Zuhilfenahme des Abschattungsmittel 46 zumindest teilweise
zu schützen, beziehungsweise abzuschatten. Bei der in FIG 5 gezeigten Darstellung
liegt der hintere Leuchtfleck 38 genau vor dem vorderen Leuchtfleck 44, sodass die
beiden Stellen 30, 32 ausreichend abgeschattet werden können. Diese Anordnung der
Leuchtflecke 38, 44 ist jedoch eher nicht der Regelfall. Liegt der Leuchtfleck 38
schräg hinter dem Leuchtfleck 44, so ist die Konstellation aus FIG 5 nicht erreichbar.
[0063] Allerdings ist es Ausstoßen von Abschattungsmittel 46 dennoch sinnvoll, da der Wechsel
der Abschattungsposition des Flugkörpers 12, 14 von einer Stelle 30 zu anderen Stelle
32 eine Weile dauert. Beispielsweise kann der Flugkörper 32 nach Beendigung der Abschattung
der vorderen lasersensitiven Stelle 30 zur Seite gesteuert werden, bis er genau vor
dem Leuchtfleck 38 auf der hinteren lasersensitiven Stelle 32 fliegt. Der Ausstoß
des Abschattungsmittels 46 kann begonnen werden und so lange andauern, bis der Flugkörper
12, 14 durch Abbremsen seiner Fluggeschwindigkeit die lasersensitive Stelle 32 erreicht
und den Leuchtfleck 38 unmittelbar abschattet.
[0064] Zur Beschleunigung dieses Bremsvorgangs ist der Flugkörper 12, 14 mit einer Bremsklappe
48 ausgestartet, die in FIG 5 nur durch einen Querstrich angedeutet ist. Die Bremsklappe
48 kann auch in äquivalenter Weise durch einen Bremsfallschirm oder ein anderes ausfahrbares
beziehungsweise abwerfbares Element realisiert werden.
[0065] In einem weiteren Verfahren werden mehrere Flugkörper 12 vom Fahrzeug 2 gestartet.
Dies ist in FIG 3 durch die mehreren vorhandenen Flugkörper 12 in Kanister 22 angedeutet.
Die Flugkörper 12 werden uns so gesteuert, dass mehrere oder alle lasersensitiven
Stellen 30, 32 des Fahrzeugs 2 abgeschattet werden, insbesondere unabhängig von der
Position des Leuchtflecks 38, 42, 44.
Bezugszeichenliste
[0066]
- 2
- Fahrzeug
- 4
- Landschaft
- 6
- Lasersystem
- 8
- Laserstrahl
- 10
- Laserquelle
- 12
- Flugkörper
- 14
- Flugkörper
- 16
- Sensorsystem
- 18
- Sensor
- 20
- Steuereinheit
- 22
- Kanister
- 24
- Steuereinheit
- 26
- Sensor
- 28
- Abschattungskorridor
- 30
- lasersensitive Stelle
- 32
- lasersensitive Stelle
- 34
- Abschattungskorridor
- 36
- Abschattungskorridor
- 38
- Leuchtfleck
- 40
- Abschattungselement
- 42
- Leuchtfleck
- 44
- Leuchtfleck
- 46
- Abschattungsmittel
- 48
- Bremsklappe
1. Verfahren zum Schützen eines Fahrzeugs (2) vor einem Angriff durch einen Laserstrahl
(8), bei dem ein Sensorsystem (14) Laserstrahlung des Laserstrahls (8) detektiert,
und ein Lenkflugkörper (12, 14) in den Laserstrahl (8) hinein fliegt und das Fahrzeug
(2) hierdurch abschattet.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Lenkflugkörper (12, 14) vom Fahrzeug (2) aus gestartet und der Flug des Lenkflugkörpers
(12, 14) vom Fahrzeug (2) aus gesteuert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass Lenkflugkörper (12) vom Fahrzeug aus nach vorne abgeschossen wird und in Richtung
zu einer Laserquelle (10) des Laserstrahls (8) segelt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass sowohl die Positionen des Fahrzeugs (2), als auch des Lenkflugkörpers (12, 14) und
einer Laserquelle (10) des Laserstrahls (8) ermittelt wird und der Lenkflugkörper
(12, 14) zwischen der Laserquelle (10) und dem Fahrzeug (2) im Laserstrahl (8) gehalten
wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Position einer Leuchtstelle (38, 42, 44), an der der Laserstrahl (8) das Fahrzeug
(2) trifft, bestimmt wird und der Lenkflugkörper (12, 14) in Abhängigkeit von der
Position der Leuchtstelle (38, 42, 44) gesteuert wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Lenkflugkörper (12, 14) einen auf das Fahrzeug (2) ausgerichteten Sensor (26)
aufweist, der eine Leuchtstelle (38, 42, 44), an der der Laserstrahl (8) das Fahrzeug
(2) trifft, sensiert.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (26) auf einer der Laserquelle (10) abgewandten Seite des Lenkflugkörpers
(12, 14) angeordnet ist und nach oben ausgerichtet ist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Flug des Lenkflugkörpers (12, 14) so gesteuert wird, dass der Lenkflugkörper
(12, 14) seinen Schatten auf mehrere zu schützende Stellen (30, 32) des Fahrzeugs
(2) so wirft, dass keine der Stellen (30, 32) länger als eine jeweils vorgegebene
Zeitdauer vom Laserstrahl (8) beleuchtet wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Flug des Lenkflugkörpers (12, 14) so gesteuert wird, dass ein Flugkörperschatten
von der momentan beschatteten Stelle zur momentan bestrahlten Stelle wechselt in Abhängigkeit
von einer Abkühldauer der momentanen beschatteten Stelle, einer Beschädigungszeit
der momentan bestrahlten Stelle und einer Wechseldauer, die das Bewegen des Schattens
zwischen den Stellen dauert.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Lenkflugkörper (12, 14) ein Abschattungsmittel (46) ausstößt.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Abschattungsmittel (46) in Abhängigkeit von der Position einer Leuchtstelle (38,
42, 44) auf dem Fahrzeug (2) und der Position des Lenkflugkörpers (12, 14) ausgestoßen
wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Lenkflugkörper (12, 14) eine Bremsklappe (48) zum Verringern seiner Fluggeschwindigkeit
aufweist.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Lenkflugkörper (12, 14) nach seinen Start ein Abschattungselement (40) ausfährt
und hierdurch seine Schattenfläche auf zumindest das 1,5-fache vergrößert.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Lenkflugkörper (12, 14) einen Retroreflektor aufweist.
15. Lenkflugkörper (12, 14) zum Schützen eines Fahrzeugs (2) vor einem Angriff durch einen
Laserstrahl (8), der einen Sensor (26) zur Sensierung von Laserstrahlung des Laserstrahls
(8) und eine Steuereinheit (24) aufweist, die dazu vorbereitet ist, den Lenkflugkörper
(12, 14) in den Laserstrahl (8) hinein zu fliegen, das Fahrzeug (2) vor dem Laserstrahl
(8) abzuschatten und den Schatten des Lenkflugkörpers (12, 14) auf dem Fahrzeug (2)
zu halten.