[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Vorbehandeln und Bedrucken von textilen
Oberflächen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Eine solche Vorrichtung weist mindestens eine Palette zum Aufnehmen und Halten eines
zu bedruckenden Textils, wobei das Textil zum Bedrucken auf einer Druckseite vorgesehen
ist, eine Vorbehandlungseinrichtung, mittels welcher das Textil vor einem Bedrucken
vorbehandelbar ist, wobei auf dem Textil ein Vorbehandlungsfluid in einem Vorbehandlungsbereich
aufgebracht ist, eine Druckeinrichtung mit mindestens einem Druckkopf, mittels welchem
das Textil in dem Vorbehandlungsbereich mit dem Druckbild bedruckbar ist, eine Verfahreinrichtung,
mittels welcher die mindestens eine Palette relativ zu der Vorbehandlungseinrichtung
und der Druckeinrichtung verfahrbar ist, und eine programmierbare Steuereinrichtung
auf, mittels welcher die Druckeinrichtung, die Vorbehandlungseinrichtung und/oder
die Verfahreinrichtung steuerbar sind.
[0003] Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Vorbehandeln und Bedrucken von
textilen Oberflächen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 8.
[0004] Bei einem solchen Verfahren wird ein Textil mittels einer Vorbehandlungseinrichtung
vor einem Bedrucken vorbehandelt, wobei ein Vorbehandlungsfluid in einem Vorbehandlungsbereich
aufgebracht wird, bedruckt eine Druckeinrichtung, mit mindestens einem Druckkopf,
das Textil in dem Vorbehandlungsbereich mit einem Druckbild, steuert eine programmierbaren
Steuereinrichtung die Druckeinrichtung und/oder die Vorbehandlungseinrichtung.
[0005] Eine gattungsgemäße Vorrichtung und ein entsprechendes Verfahren zum Vorbehandeln
und Bedrucken von textilen Oberflächen ist zum Beispiel aus der
EP 2 481 593 A1 bekannt. Bei dieser Vorrichtung und dem entsprechenden Verfahren ist eine Benetzungszusammensetzung
vorgesehen, mittels welcher eine zu bedruckende textile Oberfläche vorbehandelt wird,
um in einem zweiten Schritt ein Druckbild auf die vorbehandelte textile Oberfläche
aufzutragen. Hierbei wird die Vorbehandlungsflüssigkeit flächig auf einer Druckseite
des zu bedruckenden Textils aufgetragen.
[0006] Die Chemikalien einer Benetzungszusammensetzung sollen einerseits verhindern, dass
Farbtröpfchen, welche durch eine Druckeinrichtung auf das Textil aufgetragen werden,
durch Kapillarkräfte sowie andere physikalische und/oder chemische Prozesse in den
Fasern des Textils verlaufen, was eine Unschärfe des Druckbilds bewirken kann. Somit
kann eine erste Funktion der Benetzungszusammensetzung darin bestehen, die Stabilität
des Druckbildes auf der textilen Oberfläche zu gewährleisten.
[0007] Andererseits sollen die verwendeten Chemikalien des Vorbehandlungsfluids die Bindungsfähigkeit
der auf das Textil aufgetragenen Farbtröpfchen an die Fasern des Gewebes positiv beeinflussen
und somit die Bindung des Druckbilds an die textile Oberfläche an der vorgesehenen
Position auf dem Textil stärken und beschleunigen.
[0008] Beispielsweise durch Reaktion des Vorbehandlungsfluids mit dem Gewebe oder mit Tröpfchen
der aufgetragenen Druckerfarbe und/oder durch anschließende chemische oder thermische
Behandlung der Druckerfarbe sowie des mit Vorbehandlungsfluid benetzten Textils, können
die voranstehend beschriebenen Eigenschaften des Vorbehandlungsfluids hervorgerufen
und/oder verstärkt werden.
[0009] Überschüssiges Vorbehandlungsfluid auf dem flächig vorbehandelten Textil, welches
nicht mit Druckerfarbe in Kontakt kommt, verbleibt hierbei beispielsweise ungenutzt
auf dem Textil zurück oder wird in einem anschließenden Waschungsprozess als Abfallprodukt
der Umwelt zugeführt.
[0010] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Vorbehandeln und Bedrucken eines Bekleidungsstücks
sowie ein entsprechendes Verfahren anzugeben, welche es erlauben, den Einsatz von
Vorbehandlungsfluid besonders ökologisch und verbrauchsmaterialschonend zu gestalten.
[0011] Die Aufgabe wird nach der Erfindung einerseits durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen
nach Anspruch 1 und andererseits durch ein Verfahren mit den Merkmalen nach Anspruch
8 gelöst.
[0012] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung
und der Figur angegeben.
[0013] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Vorbehandeln und Bedrucken von textilen Oberflächen
ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Erkennungseinrichtung vorgesehen ist, mittels
welcher das Textil erkennbar ist, und dass die Erkennungseinrichtung mit der programmierbaren
Steuereinrichtung in Verbindung steht, wobei abhängig von dem erkannten Textil der
Vorbehandlungsbereich individuell auf einen Teilbereich der Druckseite des Textils
aufbringbar ist.
[0014] Weiterhin ist das erfindungsgemäße Verfahren zum Vorbehandeln und Bedrucken einer
textilen Oberfläche dadurch gekennzeichnet, dass das Textil durch eine Erkennungseinrichtung
erkannt wird und dass die programmierbare Steuereinrichtung, welche mit der Erkennungseinrichtung
in Verbindung steht, den Druckbereich auf dem erkannten Textil ermittelt, und dass
die Vorbehandlungseinrichtung den Vorbehandlungsbereich abhängig von dem erkannten
Textil individuell auf einem Teilbereich der Druckseite des Textils aufbringt.
[0015] Ein Grundgedanke der Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung zum Vorbehandeln und
Bedrucken mit einer Vorbehandlungseinrichtung sowie ein entsprechendes Verfahren anzugeben,
mittels welcher gezielt solche Bereiche eines Textils mit einem Vorbehandlungsfluid
vorbehandelt werden, die anschließend mit Druckerfarbe bedruckt werden. Somit können
selbst bei komplexen Druckbildern Zwischenräume zwischen Motiven und farbfreien Bereichen
eines Druckbildes von einer Vorbehandlung ausgenommen werden. Dies kann im Vergleich
zu einem flächigen Auftragen einen erheblich effizienteren Einsatz von Vorbehandlungsfluid
ermöglichen.
[0016] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist es bevorzugt, dass die Vorbehandlungseinrichtung
mindestens eine Düse aufweist, mittels welcher das Vorbehandlungsfluid auf das Textil
auftragbar ist, und dass die mindestens eine Düse mittels der programmierbaren Steuereinrichtung
steuerbar ist. Das Vorbehandlungsfluid kann in einem Vorratstank vorgesehen sein,
welcher mit der Vorbehandlungseinrichtung über ein Leitungssystem verbunden ist. Die
mindestens eine Düse kann so ausgebildet sein, dass die Durchflussmenge an Vorbehandlungsfluid
durch die mindestens eine Düse der Vorbehandlungseinrichtung durch eine programmierbare
Steuereinrichtung anpassbar ist. Somit kann insbesondere eine Unterbrechung des Fluidflusses
aus der mindestens einen Düse ermöglicht sein, um einen unbehandelten Bereich auf
einem Textil vorzusehen.
[0017] Eine zweckmäßige Weiterbildung der Erfindung kann darin bestehen, dass die Vorbehandlungseinrichtung
über die gesamte Breite des Textils ausgebildet ist. Dies kann sich vorteilhaft auf
die Vorbehandlungsgeschwindigkeit auswirken, da so ein laterales Verfahren der Vorbehandlungseinrichtung
entlang der Breite des Textils nicht erforderlich ist, um den Vorbehandlungsbereich
auf dem Textil mit Vorbehandlungsfluid zu benetzen. Eine quer zur Verfahrrichtung
des Textils unbeweglich vorgesehene Vorbehandlungsvorrichtung kann geringerem Verschleiß
unterliegen, als vergleichbare quer zur Verfahrensrichtung bewegliche Vorbehandlungseinrichtungen.
[0018] Eine besonders bevorzugte Weiterbildung der Erfindung kann darin bestehen, dass die
Vorbehandlungseinrichtung eine Vielzahl von Düsen aufweist, wobei die Düsen durch
die programmierbare Steuereinrichtung individuell steuerbar sind. Insbesondere kann
die Vielzahl von Düsen über die gesamte Breite des Textils an der Vorbehandlungseinrichtung
vorgesehen sein. Düsen, welche voneinander unabhängig durch die programmierbare Steuereinrichtung
während des Auftragens von Vorbehandlungsfluid zumindest zeitweise verschließbar sind,
können in besonders vorteilhafter Weise das Vorsehen eines individuellen Vorbehandlungsbereichs
auf mindestens einem Teilbereich der Druckseite des Textils ermöglichen, indem mindestens
ein Bereich der Druckseite von der Vorbehandlung ausgenommen bleiben kann. Hierbei
kann das Textil auf der Palette mittels der Verfahrenseinrichtung unter der Vorbehandlungseinrichtung
hindurchführbar sein, wobei die einzelnen Düsen der Vorbehandlungseinrichtung individuell
geöffnet werden können, so dass sie nur dann den Austritt von Vorbehandlungsfluid
ermöglichen, wenn ein Teilbereich des individuellen Vorbehandlungsbereichs der entsprechenden
Düse oder Düsen zugestellt ist. Auch kann die Vorbehandlungseinrichtung gegenüber
dem Textil transversal verfahrbar sein, was ein besonders zügiges und gleichmäßiges
Vorbehandeln des Textils ermöglichen kann. Die Steuereinrichtung steuert dabei auch
das Verfahren der Palette, welche eine Trägereinrichtung für das Textil ist. Die Verfahreinrichtung
kann eine Transportkette oder ein Transportband aufweisen.
[0019] Eine zweckmäßige Weiterbildung der Erfindung kann darin bestehen, dass die Vorbehandlungseinrichtung
an einem Eingangsbereich einer Trocknereinrichtung vorgesehen ist, welcher insbesondere
als Durchlauftrockner ausgebildet ist. Somit kann das Vorbehandlungsfluid direkt nach
dem Auftragen von einem Lösemittelanteil befreit werden und/oder einer thermischen
Behandlung unterzogen werden. Hierbei ist es besonders bevorzugt, dass die Trocknereinrichtung
über die gesamte Breite des Textils ausgebildet ist, was ein gleichmäßiges Behandeln
des Textils ermöglichen kann.
[0020] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist es bevorzugt, dass durch die Erkennungseinrichtung
eine Lage des Textils auf der Palette ermittelbar ist und dass durch die programmierbare
Steuereinrichtung der Vorbehandlungsbereich abhängig von der Lage des Textils aufbringbar
ist. Somit kann das Textil in einer beliebigen horizontalen Ausrichtung auf der Palette
vorsehbar sein, wobei die programmierbare Steuereinrichtung die Vorbehandlungseinrichtung
anhand der Informationen der Erkennungseinrichtung steuern kann, um ein individuelles
Benetzen des Vorbehandlungsbereichs mit Vorbehandlungsfluid zu ermöglichen und den
Vorbehandlungsbereich auf dem Textil so auszurichten, dass das Druckbild die gewünschte
Orientierung auf dem Textil aufweist. Hierzu kann die Erkennungseinrichtung die Ausrichtung
beispielsweise anhand einer Markierung oder der Textilstruktur ermitteln.
[0021] Nach einer Weiterbildung ist es bevorzugt, dass die programmierbare Steuereinrichtung
ausgebildet ist, einen von einem Benutzer gesendeten und eindeutig definierten Druckauftrag
mit Druck- und Bilddaten zu empfangen, mittels der Erkennungseinrichtung den zu bedruckenden
Bereich auf dem Textil zu identifizieren und mittels der Druckeinrichtung ein entsprechendes
Druckbild auf dem Textil aufzudrucken. Die programmierbare Steuereinrichtung kann
das Textil mittels der Erkennungseinrichtung dem eindeutig definierten Druckauftrag
mit Druck- und Bilddaten zuordnen und ein entsprechendes Druckbild mit einer auftragsgemäßen
Orientierung auf dem Textil vorsehen. Die Druckeinrichtung kann mittels der programmierbaren
Steuereinrichtung insbesondere dazu steuerbar sein, in dem zuvor aufgebrachten Vorbehandlungsbereich
auf dem Textil das Druckbild vorzusehen.
[0022] Besonders zweckmäßig ist es nach einer Weiterbildung der Erfindung, dass eine digitale
Druckeinrichtung mit mindestens einer Druckdüse auf das vorbehandelte Textil, welches
sich auf der Palette befindet, das Druckbild aufdruckt und dass die Druckeinrichtung
von der programmierbaren Steuereinrichtung gesteuert ist, wobei das Druckbild individuell
auf das erkannte Textil aufgedruckt wird. Mittels digitaler Drucktechnik kann ein
Druckbild auf einem Textil in besonders präziser Weise vorsehbar sein. Hierzu kann
die Druckdüse mindestens entlang der Breite des vorgesehenen Textils lateral verfahrbar
angeordnet sein. Die programmierbare Steuereinrichtung kann Informationen bezüglich
eines vorgesehen Druckbilds, welches auf dem Textil vorgesehen werden soll, an die
Druckeinrichtung für ein Bedrucken übermitteln. Das auf dem Textil vorzusehende Druckbild
sowie weitere Informationen, welche die programmierbare Steuereinrichtung zum Steuern
der Vorrichtung benötigt, können durch einen Benutzer mittels eines Eingabeterminals
oder über eine Datenfernleitung an die programmierbare Steuereinrichtung übermittelt
werden. Es kann zweckdienlich sein, die programmierbare Steuereinrichtung so auszubilden,
dass Informationen zu mehreren Druckaufträgen, auch durch mehrere Benutzer, in der
programmierbaren Steuereinrichtung hinterlegbar sind. Somit kann die programmierbare
Steuereinrichtung auch als Datenbank für bereits durchgeführte, erneut abrufbare und
ausführbare sowie zukünftige Druckaufträge einsetzbar sein. Alternativ kann auch eine
separate Datenbank zum Hinterlegen von Druckaufträgen vorgesehen sein, welche mit
der programmierbaren Steuereinrichtung in Verbindung steht.
[0023] Eine bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann darin bestehen,
dass das Textil mit einer Markierung versehen wird, welche ausgebildet ist, eine Zugehörigkeit
des Textils zu einem zuvor eindeutig definierten Druckauftrag mit Druck- und Bilddaten
anzugeben. Die Markierung kann in Form eines Drucks auf dem Textil vorgesehen sein,
wobei die Markierung beispielsweise alle für die Durchführung des Druckauftrages benötigten
Informationen enthalten kann oder einen Verweis auf beispielsweise in der programmierbaren
Steuereinrichtung hinterlegte Informationen darstellt. Insbesondere kann die Markierung
in Form eines Strichcodes, QR-Codes, einer RFID-Markierung oder in einer sonstigen
visuellen oder sensorisch erfassbaren Ausführungsform vorgesehen sein.
[0024] Eine bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann darin bestehen,
dass eine Erkennungseinrichtung eine Markierung auf dem Textil erkennt und dass die
programmierbare Steuereinrichtung die Markierung einem zuvor eindeutig definierten
Druckauftrag mit Druck- und Bilddaten zuordnet. Hierbei kann es vorteilhaft sein,
dass die Erkennungseinrichtung passend zu den verwendeten Markierungen ausgebildet
ist.
[0025] Zweckmäßigerweise kann eine Weiterbildung der Erfindung darin bestehen, dass die
Erkennungseinrichtung eine Ausleseeinrichtung und/oder eine Sensoreinrichtung aufweist,
mittels welcher die Markierung auf dem Textil durch die programmierbare Steuereinrichtung
auslesbar ist. Die Ausleseeinrichtung kann beispielsweise so ausgestaltet sein, dass
sie die vorgesehene Markierung auf dem Textil erkennt und an die programmierbare Steuereinrichtung
übermittelt. Insbesondere kann es sich hierbei um einen Laserscanner handeln. Die
Sensoreinrichtung kann insbesondere eine optische Sensoreinrichtung sein, welche ausgebildet
ist, spezifische Merkmale des Textils wie beispielsweise Lage, Textilart, Textilschnitt
oder eine Markierung zu erkennen. Insbesondere kann es sich bei den Sensoren um mindestens
eine Kamera handeln. Die programmierbare Steuereinrichtung kann anhand der durch die
Ausleseeinrichtung und/oder die Sensoreinrichtung erfassten Informationen die erfindungsgemäße
Vorrichtung planmäßig nach eindeutig definiertem und hinterlegtem Druckauftrag steuern.
[0026] Besonders zweckdienlich ist es nach einer Weiterbildung der Erfindung, dass die programmierbare
Steuereinrichtung mittels der Erkennungseinrichtung die Position der Markierung auf
dem Textil bestimmt und diese Informationen an die Vorbehandlungseinrichtung übermittelt,
dass die Vorbehandlungseinrichtung basierend auf den übermittelten Informationen,
gemäß dem zuvor eindeutig definierten Druckauftrag, bestimmungsgemäß den Vorbehandlungsbereich
aufbringt. Die Vorbehandlungseinrichtung kann hierbei durch die programmierbare Steuereinrichtung
gesteuert werden, um druckauftragsgemäß den Vorbehandlungsbereich individuell, welcher
als mindestens ein Teilbereich der Druckseite des erkannten Textils ausgebildet ist,
mit Vorbehandlungsfluid zu benetzen.
[0027] Nach einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es bevorzugt, dass
die programmierbare Steuereinrichtung einen Druckauftrag mit Druck- und Bilddaten
empfängt, welche von einem Benutzer gesendet wurden, und dass das Textil mittels der
Druckvorrichtung mit einem entsprechenden Druckbild bedruckt wird. Die programmierbare
Steuereinrichtung kann den Druckauftrag empfangen und verarbeiten. Auf einem geeigneten
Textil, insbesondere mit einer dem Druckauftrag entsprechenden Markierung, welches
in der Vorrichtung vorgesehen ist, kann druckauftragsgemäß das Druckbild aufgedruckt
werden.
[0028] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnung weiter erläutert.
In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Vorbehandeln und
Bedrucken von textilen Oberflächen.
[0029] Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung 10 zum Bedrucken von textilen Oberflächen. Ein zu bedruckendes
Textil 20 ist auf einer Palette 22 mit einer Druckseite 25 vorgesehen, welche sich
in einer Rüstposition befindet, in welcher die Palette 22 mit dem Textil 20 bestückbar
ist. Das Textil 20 ist auf der Palette 22 mittels der Verfahreinrichtung 23 entlang
einer Führungsschiene 24 verfahrbar gelagert und den einzelnen Einrichtungen der Vorrichtung
10 nacheinander zustellbar. Ausgehend von der Rüstposition ist in einer Verfahrrichtung
der Palette 22 zunächst eine Erkennungseinrichtung 30 angeordnet, mittels welcher
das Textil 20, insbesondere eine Markierung 21 auf dem Textil, durch eine programmierbare
Steuereinrichtung 31 erkennbar ist. Die programmierbare Steuereinrichtung 31 steht
mit allen Einrichtungen der Vorrichtung 10 in Verbindung. Die durch die Erkennungseinrichtung
30 ermittelten Informationen bezüglich des Textils 20 sind mittels der programmierbaren
Steuereinrichtung 31 einem eindeutig definierten Druckauftrag zuordenbar. Der Druckauftrag
kann mittels eines Eingabeterminals an der Vorrichtung 10 oder über eine Fernkommunikationsverbindung
an die programmierbare Steuereinrichtung 31 durch den Benutzer übermittelt werden.
Die hierbei übermittelten Bild- und Druckdaten werden von der programmierbaren Steuereinrichtung
31 in eine auftragsgemäße Steuerung der einzelnen Einrichtungen der Vorrichtung 10
umgesetzt.
[0030] In Verfahrrichtung der Palette 21 ausgehend von der Rüstposition der Palette 22 ist
hinter der Erkennungseinrichtung 30 eine Vorbehandlungseinrichtung 40 vorgesehen,
welche in einer Querrichtung zur Verfahrrichtung der Palette 22 ausgebildet ist. Die
Palette 22 kann unter der Vorbehandlungseinrichtung 40 hindurchgeführt werden, wobei
auf dem Textil 20 ein Vorbehandlungsfluid aufgebracht wird. Die Vorbehandlungseinrichtung
40 weist eine Vielzahl von Düsen 41 auf, welche entlang der Vorbehandlungseinrichtung
40 ausgebildet sind und sich an dieser über die gesamte Breite des Textils 20 auf
der Palette 22 in der Querrichtung zur Verfahrrichtung der Palette 22 erstrecken.
Durch individuelles Ansteuern, insbesondere Öffnen und Schließen der Düsen 41 während
des Auftragens des Vorbehandlungsfluids auf das Textil, steuert die programmierbare
Steuereinrichtung 31 die Vorbehandlungseinrichtung 40, um einen individuellen Vorbehandlungsbereich
26 auf dem Textil 20 aufzutragen, in welchem das auftragsgemäße Druckbild vorsehbar
ist. Dieser ist in Fig. 1 schematisch auf dem Textil 20 dargestellt. Hierbei können
insbesondere solche Bereiche der Druckseite des Textils von einer Vorbehandlung ausgenommen
sein, welche nicht mit einem Druckbild bedruckt werden. Die Steuerung der Vorbehandlungseinrichtung
30 erfolgt gemäß der Informationen, welche über das zu bedruckende Textil zu dem Druckauftrag
mittels der Erkennungseinrichtung 30 an die programmierbare Steuereinrichtung 31 übermittelt
wurden beziehungsweise in der programmierbaren Steuereinrichtung 31 hinterlegt sind.
[0031] In Verfahrrichtung der Palette 22 ist nach der Vorbehandlungseinrichtung 40 ein Trockner
50 angeordnet, welcher sich länglich entlang der Führungsschiene 24 erstreckt mittels
welchen das aufgetragene Vorbehandlungsfluid auf dem Textil 20 trocknenbar und/oder
thermisch behandelbar ist.
[0032] In Verfahrrichtung der Palette 22 ist nach dem Trockner 50 die Druckeinrichtung 60
angeordnet, welche mindestens einen Druckkopf 61 aufweist, der quer zu der Verfahrrichtung
der Palette veränderbar gelagert ist. Der Druckkopf, welcher insbesondere ein digitaler
Inkjet-Druckkopf sein kann, ist über die gesamte Breite des Textils 20 verfahrbar,
wodurch selbst ein Bedrucken in einem Randbereich des Textils 20 ermöglicht ist. Die
Druckeinrichtung 60 mit dem Druckkopf 61 wird mittels der programmierbaren Steuereinrichtung
31 gesteuert, um das auftragsgemäße Druckbild in dem vorbehandelten Bereich auf dem
Textil vorzusehen. Zur Entnahme kann das Textil zurück in eine erste Rüstposition
vor der Erkennungseinrichtung 30 verfahren werden. Hierbei passiert die Palette mit
dem bedruckten Textil erneut mindestens den Trockner 50, welcher in einem zweiten
Trocknungsschritt die auf dem Textil aufgebrachte Druckerfarbe trocknen, beziehungsweise
wärmebehandeln kann, um eine besonders gute Verbindung der Druckerfarbe mit der textilen
Oberfläche zu gewährleisten.
1. Vorrichtung zum Vorbehandeln und Bedrucken von textilen Oberflächen mit
- mindestens einer Palette (22) zum Aufnehmen und Halten eines zu bedruckenden Textils
(20), wobei das Textil (20) zum Bedrucken auf einer Druckseite (25) vorgesehen ist,
- einer Vorbehandlungseinrichtung (40), mittels welcher das Textil (20) vor einem
Bedrucken vorbehandelbar ist, wobei auf dem Textil (20) ein Vorbehandlungsfluid in
einem Vorbehandlungsbereich (26) aufgebracht ist,
- einer Druckeinrichtung (60) mit mindestens einem Druckkopf (61), mittels welchem
das Textil (20) in dem Vorbehandlungsbereich (26) mit einem Druckbild bedruckbar ist,
- einer Verfahreinrichtung (23), mittels welcher die mindestens eine Palette (22)
relativ zu der Vorbehandlungseinrichtung (40) und der Druckeinrichtung (60) verfahrbar
ist, und
- einer programmierbaren Steuereinrichtung (31), mittels welcher die Druckeinrichtung
(60), die Vorbehandlungseinrichtung (40) und/oder die Verfahreinrichtung (23) steuerbar
sind
dadurch gekennzeichnet,
- dass eine Erkennungseinrichtung (30) vorgesehen ist, mittels welcher das Textil (20) erkennbar
ist, und
- dass die Erkennungseinrichtung (30) mit der programmierbaren Steuereinrichtung (31) in
Verbindung steht, wobei abhängig von dem erkannten Textil (20) der Vorbehandlungsbereich
(26) individuell auf einen Teilbereich der Druckseite (25) des Textils (20) aufbringbar
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Vorbehandlungseinrichtung (40) mindestens eine Düse (41) aufweist, mittels welcher
das Vorbehandlungsfluid auf das Textil (20) auftragbar ist, und
- dass die mindestens eine Düse (41) mittels der programmierbaren Steuereinrichtung (31)
steuerbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorbehandlungseinrichtung (40) über die gesamte Breite des Textils (20) ausgebildet
ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorbehandlungseinrichtung (40) eine Vielzahl von Düsen (41) aufweist, wobei die
Düsen (41) durch die programmierbare Steuereinrichtung (31) individuell steuerbar
sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorbehandlungseinrichtung (40) an einem Eingangsbereich einer Trocknereinrichtung
(50) vorgesehen ist, welcher insbesondere als Durchlauftrockner ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die Erkennungseinrichtung (30) eine Lage des Textils (20) auf der Palette (22)
ermittelbar ist und
dass durch die programmierbare Steuereinrichtung (31) der Vorbehandlungsbereich (26) abhängig
von der Lage des Textils (20) aufbringbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die programmierbare Steuereinrichtung (31) ausgebildet ist, einen von einem Benutzer
gesendeten und eindeutig definierten Druckauftrag mit Druckund Bilddaten zu empfangen,
mittels der Erkennungseinrichtung (30) den zu bedruckenden Bereich auf dem Textil
(20) zu identifizieren und mittels der Druckeinrichtung (60) ein entsprechendes Druckbild
auf dem Textil (20) aufzudrucken.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
- dass eine digitale Druckeinrichtung (60) mit mindestens einer Druckdüse auf das vorbehandelte
Textil (20), welches sich auf der Palette (22) befindet, das Druckbild aufdruckt und
- dass die Druckeinrichtung (60) von der programmierbaren Steuereinrichtung (31) gesteuert
ist, wobei das Druckbild individuell auf das erkannte Textil (20) aufgedruckt wird.
9. Verfahren, insbesondere für eine Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, zum
Vorbehandeln und Bedrucken von textilen Oberflächen, bei welchem
- ein Textil (20) mittels einer Vorbehandlungseinrichtung (40) vor einem Bedrucken
vorbehandelt wird, wobei ein Vorbehandlungsfluid in einem Vorbehandlungsbereich (26)
aufgebracht wird,
- eine Druckeinrichtung (60), mit mindestens einem Druckkopf (61), das Textil (20)
in dem Vorbehandlungsbereich (26) mit einem Druckbild bedruckt, und
- eine programmierbare Steuereinrichtung (31) die Druckeinrichtung (60) und/oder die
Vorbehandlungseinrichtung (40) steuert,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das Textil (20) durch eine Erkennungseinrichtung (30) erkannt wird und
- dass die programmierbare Steuereinrichtung (31), welche mit der Erkennungseinrichtung
(30) in Verbindung steht, den Druckbereich auf dem erkannten Textil (20) ermittelt,
und
- dass die Vorbehandlungseinrichtung (40) den Vorbehandlungsbereich (26) abhängig vom erkannten
Textil (20) individuell auf einem Textilbereich der Druckseite (25) des Textils (20)
aufbringt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Textil (20) mit einer Markierung (21) versehen wird, welche ausgebildet ist,
eine Zugehörigkeit des Textils (20) zu einem zuvor eindeutig definierten Druckauftrag
mit Druck- und Bilddaten anzugeben.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Erkennungseinrichtung (30) eine Markierung (21) auf dem Textil (20) erkennt
und dass die programmierbare Steuereinrichtung (31) die Markierung (21) einem zuvor
eindeutig definiertem Druckauftrag mit Druck- und Bilddaten zuordnet.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Erkennungseinrichtung (30) eine Ausleseeinrichtung und/oder eine Sensoreinrichtung
aufweist, mittels welcher die Markierung (21) auf dem Textil (20) durch die programmierbare
Steuereinrichtung (31) auslesbar ist.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die programmierbare Steuereinrichtung (31) mittels der Erkennungseinrichtung (30)
die Position der Markierung (21) auf dem Textil (20) bestimmt und diese Informationen
an die Vorbehandlungseinrichtung (40) übermittelt,
- dass die Vorbehandlungseinrichtung (40) basierend auf den übermittelten Informationen,
gemäß dem zuvor eindeutig definierten Druckauftrag bestimmungsgemäß den Vorbehandlungsbereich
(26) aufbringt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die programmierbare Steuereinrichtung (31) einen Druckauftrag mit Druck- und Bilddaten
empfängt, welche von einem Benutzer gesendet wurden, und
- dass das Textil (20) mittels der Druckvorrichtung (60) mit einem entsprechenden Druckbild
bedruckt wird.