[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Spinnmaschine, insbesondere Ringspinnmaschine,
mit einer Vielzahl nebeneinander angeordneter Spinneinheiten, wobei jede Spinneinheit
ein Streckwerk zum Verziehen eines Faserbandes, eine Spinneinrichtung zum Verdrehen
des verzogenen Faserbandes zu einem Faden sowie eine zwischen dem Streckwerk und der
Spinneinrichtung angeordnete Falschdralleinrichtung aufweist, wobei die Falschdralleinrichtung
zumindest zwei im Wesentlichen quer zum Faden angeordnete, diesen kontaktierende und
entgegengerichtet angetriebene Riementrums mindestens eines Riemens aufweist und die
Riementrums insbesondere z-förmig von dem Faden (3) umschlungen sind und als Reibfläche
für den Faden dienen und die Riementrums (4, 5) von zumindest einer Stützrolle (20)
geführt sind sowie eine Falschdralleinrichtung und eine Fangeinrichtung.
[0002] Aus der
WO 2010/015185 A1 ist eine Spinnmaschine bekannt, bei welcher zwischen einem Streckwerk, auf welchem
das Faserband verzogen wird und einer Spule, auf welcher das Faserband aufgewickelt
wird, eine Falschdralleinrichtung angeordnet ist. Die Falschdralleinrichtung besteht
gemäß einer Ausführung der dortigen Offenbarung aus einem einzigen Riemen, der von
einer Antriebseinrichtung angetrieben wird. Ober- und Untertrum des einen Riemens
bewegen sich zueinander entgegengerichtet. Das Garn kontaktiert dabei die beiden Riementrums
entweder punktförmig (Figur 4), wenn die Riemen unmittelbar nebeneinander angeordnet
sind. In einer anderen Ausführung (Figur 3) sind die Riemen voneinander beabstandet
und verlaufen im Wesentlichen vertikal übereinander in entgegengesetzter Richtung.
Der Faden umschlingt bei dieser Ausführung die Riemen mit einem Winkel von etwa 90°.
In den Ausführungen gemäß den Figuren 1 bis 7 wird die Falschdralleinrichtung aus
einem einzigen Riemen gebildet. Die beiden Riementrums haben dabei denselben Betrag
der Geschwindigkeit, allerdings bewegen sie sich in entgegengesetzter Richtung.
[0003] Im Betrieb einer solchen Spinnmaschine mit Falschdralleinrichtung besteht die latente
Gefahr von Reihenfadenbrüchen. Wickelt sich eine Faseransammlung oder ein Fadenende
nach einem Fadenbruch um den Rundriemen, so führt das unweigerlich zu Reihenfadenbrüchen.
Der Wickel und dessen lose Fadenenden werden vom Riemen durch die Maschine und somit
in den Fadenlauf aller anderen benachbarten Spinnstellen gezogen und verursachen dort
Fadenbrüche. Selbst wenn ein derartiges Ereignis nur selten - z.B. jeden Tag einmal
- stattfindet, ist das nicht akzeptabel, weil danach die komplette Maschine wieder
neu angesponnen werden muss. Ein erster Fadenbruch und die in Folge davon entstehenden
Reihenfadenbrüche entsteht häufig dadurch, dass der Faden durch die Reibung an den
Riementrums ausgelenkt wird, mit den Stützrollen der Riementrums in Berührung kommt
und reißt. Zur Vermeidung dieser Reihenfadenbrüche muss versucht werden, dass keine
Faser- oder Garnwickel auf den Riementrums entstehen.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Spinnmaschine und eine Falschdralleinrichtung
zu schaffen, mit welcher Reihenfadenbrüche zuverlässig vermieden werden können, indem
keine Faser- oder Garnwickel auf den Riementrums entstehen.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst mit einer Spinnmaschine gemäß Anspruch 1 sowie mit einer
Falschdralleinrichtung, welche an einer derartigen Spinnmaschine angeordnet werden
kann mit den Merkmalen der entsprechenden unabhängigen Ansprüche und mit einer entsprechenden
Fangeinrichtung.
[0006] Die erfindungsgemäße Spinnmaschine weist eine Vielzahl nebeneinander angeordneter
Spinneinheiten auf. Eine geeignete Spinnmaschine ist beispielsweise eine Ringspinnmaschine.
Jede Spinneinheit beinhaltet ein Streckwerk mit oder ohne Verdichtungseinrichtung
zum Verziehen eines Faserbandes und eine Spinneinrichtung zum Verdrehen des verzogenen
Faserbandes zu einem Faden. Zwischen dem Streckwerk und der Spinneinrichtung ist eine
Falschdralleinrichtung angeordnet. Insbesondere ist die Falschdralleinrichtung zwischen
der Klemmlinie am Streckwerksausgang und der Spinneinrichtung angeordnet.
[0007] Die Falschdralleinrichtung weist zumindest zwei im Wesentlichen quer zum Faden angeordnete,
diesen kontaktierende und entgegengerichtet angetriebene Riementrums mindestens eines
Riemens auf. Der Faden umschlingt mindestens zwei gegenläufige Riementrums insbesondere
z-förmig. Die Riementrums dienen als Reibfläche für den Faden. Die gegenläufigen Riementrums
können entweder von einem einzigen Riemen oder von zwei oder mehr separaten Riemen
stammen. Wesentlich ist, dass sie in entgegengesetzter Richtung angetrieben sind und
damit einen Drall in den Faden einbringen können. Die Geschwindigkeitsvektoren der
Riemen, welche Reibflächen für den Faden darstellen, sind im Wesentlichen einander
entgegen gerichtet und verlaufen in etwa quer zur Längsachse bzw. Laufrichtung des
Fadens. Der oder die Riemen sind vorzugsweise aus Kunststoffmaterial hergestellt.
Sie können unterschiedliche Querschnitte aufweisen. Bei richtig eingelegtem Faden
werden die Riementrums von dem Faden so umschlungen, dass die beiden einander entgegen
gerichteten Bewegungskomponenten der Riementrums den Faden verdrehen. Dadurch, dass
die beiden Reibflächen durch den z-förmig umschlingenden Faden auf beiden Seiten des
Fadens angreifen, wird die Verdrehung des Fadens bzw. seiner außenliegenden Fasern
bewirkt. Die Riementrums sind von zumindest einer Stützrolle geführt.
[0008] Erfindungsgemäß ist der Falschdralleinrichtung in Fadenlaufrichtung unterhalb des
Fadenlaufs und unmittelbar vor zumindest einem der Riementrums eine Fangeinrichtung
zugeordnet, die den gebrochenen Faden davon abhält, das Riementrum so stark zu umschlingen,
dass es den Faden bis zur benachbarten Spinnstelle mitschleppt.
[0009] Bei Spinnmaschinen mit derartigen Falschdralleinrichtungen ist immer die Gefahr von
Reihenfadenbrüchen gegeben. Normalerweise entsteht ein Fadenbruch im Spinndreieck.
Das frei werdende Fadenende fällt oftmals zwischen die beiden Riementrums. Dabei kann
es zu einer 360°-Umschlingung um das vordere Riementrum, in selteneren Fällen aber
auch um das hintere Riementrum, kommen. In beiden Fällen kann das Fadenende auf Grund
der Eulerschen Reibung nicht mehr auf den Kops der Spinneinrichtung aufgewunden werden.
Die Fadenumschlingung wird mit dem Riementrum entlang der Maschine gezogen, gelangt
zu den Nachbarspinnstellen und verursacht dort ebenfalls Fadenbrüche. Derartige Reihenfadenbrüche
sind im Spinnereibetrieb nicht zu akzeptieren.
[0010] Zur Vermeidung der Reihenfadenbrüche werden in einer ganz bevorzugten Ausführung
der Erfindung parallel und im geringen Abstand zu den Riementrums beispielsweise glatte
Drähte oder dünne Rundschnüre gespannt. Damit wird eine 360°-Umschlingung des Garns
um die Riementrums verhindert. Bei geringer Umschlingung lässt sich das Garn weiterhin
- ohne zu reißen - über die Oberfläche der Riementrums ziehen. So wird das freie Garnende
ohne weiteres vollständig auf den Spinnkops aufgespult.
[0011] In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist die Fangeinrichtung länglich ausgebildet
und erstreckt sich entlang des Riementrums. Ein Fadenende, welches nach einem Fadenbruch
und noch bevor es über das Riementrum abgezogen wurde, herabfällt, wird von dieser
länglich ausgebildeten Fangeinrichtung erfasst und vor einem vorzeitigen Kontakt mit
dem Riementrum abgehalten. Dadurch, dass die Fachfangeinrichtung länglich ausgebildet
ist und sich entlang des Riementrums erstreckt, ist es auch möglich ein Fadenende
abzufangen, welches seitlich ausgelenkt wird. Erst wenn das Fadenende die Fangeinrichtung
kontaktiert hat, wird es über das Riementrum weiter abgezogen und weiter der Spinneinrichtung
zugeführt. Die Fangeinrichtung bewirkt, dass das Fadenende eine nur geringe Umschlingung
des Riementrums beibehält. Diese Umschlingung ist nicht wesentlich größer als im normalen
Spinnbetrieb. Hierdurch wird die Haftreibung des Fadenendes an dem Riementrum nicht
wesentlich erhöht und das Fadenende kann weiterhin, über das Riementrum hinweg, zur
Spinneinrichtung gezogen werden.
[0012] Vorzugsweise erstreckt sich die Fangeinrichtung entlang mehrerer Spinneinrichtungen.
Hierdurch kann auf besonders einfache Weise eine Fangeinrichtung geschaffen werden,
welche für die ganze Spinnmaschine oder zumindest einem Teilbereich, beispielsweise
eine Sektion der Spinnmaschine werden kann. Die Montage und Demontage einer solchen
Fangeinrichtung ist hierdurch wesentlich vereinfacht, da nicht für jede Spinneinheit
eine eigene Fangeinrichtung befestigt werden muss.
[0013] In einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung ist die Fangeinrichtung ein Riemen,
ein Seil, ein Draht, eine Schnur oder ein Stab. Diese länglich ausgebildete Fangeinrichtung
kann sehr einfach, im Wesentlichen parallel zum Riementrum an der Spinnmaschine, angeordnet
sein. Auch seitlich weit abgeschlagene Fadenenden können durch eine solche Fangeinrichtung
einfach vom vorzeitigen Kontaktieren und starken Umschlingen des Riementrums abgehalten
werden. Flexible Elemente, wie Riemen, Seil oder Schnur, können durch eine entsprechende
Umlenkung sehr einfach für beide parallel verlaufende Riementrums eingesetzt werden.
Ein starrer Stab hingegen kann Vorteile haben, wenn eine bestimmte Form, beispielsweise
eine Wellenform für die Fangeinrichtung vorgesehen ist, in welcher sich die einzelnen
Fäden stabilisieren können.
[0014] Vorzugsweise ist die Fangeinrichtung ein endloses Bauelement, insbesondere ein endloser
Riemen. Das endlose Bauelement kann dabei an zwei benachbarten Haltern befestigt sein
und sowohl das erste als auch das zweite Riementrum abdecken.
[0015] Wenn die Fangeinrichtung elastisch ausgebildet ist, so bringt dies Vorteile, insbesondere
beim Einfädeln eines Fadens in die Falschdralleinrichtung. Die elastische Fangeinrichtung
kann dabei ausgelenkt werden um den Faden über die Riementrums der Falschdralleinrichtung
beseitigen zu können. Außerdem kann hierdurch die Fangeinrichtung auf sehr einfache
Weise so stark gespannt sein, dass sie keinen Kontakt mit dem Riementrum erhält und
außerdem den Faden sehr gut von dem Riementrum abhalten kann, wenn dieser bricht.
[0016] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Fangeinrichtung zumindest in eine Richtung
entlang ihrer Längsachse einen hohen Widerstand gegenüber dem Faden aufweist. Dieser
hohe Widerstand kann insbesondere durch Aufrauhungen oder Absätze der Fangeinrichtung
erzielt werden. Durch die Aufrauhungen oder Absätze wird gewährleistet, dass das gebrochene
Fadenende an einer seitlichen Verschiebung entlang der Fangeinrichtung gehindert wird
und somit ein Kontakt mit einer benachbarten Spinneinrichtung sehr gut vermieden werden
kann. In Umfangsrichtung der Fangeinrichtung, bzw. in Fadenlängsrichtung soll der
Widerstand gering sein, um ein Abziehen des Fadens über die Fangeinrichtung zu erleichtern.
[0017] Weist die Fangeinrichtung zwischen benachbarten Spinneinrichtungen Verdickungen auf,
so wird auch hierdurch bewirkt, dass gebrochene Fadenenden nicht bis zur benachbarten
Spinneinrichtung verschleppt werden und dort einen Bruch des noch laufenden Fadens
bewirken könnten. Fadenenden bleiben an den Verdickungen der Fangeinrichtung hängen
und können so leichter von der eigenen Spinneinrichtung abgezogen und aufgewickelt
werden.
[0018] Vorzugsweise sind die Riementrums entlang mehrerer der Spinneinrichtungen angeordnet
und auf mehreren Stützrollen, die im Abstand mehrerer Spinneinheiten vorhanden sind,
abgestützt. Die Stützrollen unterstützen die Riementrums, so dass diese einerseits
gespannt und andererseits entlang mehrerer Spinneinrichtungen in der vorgesehenen
Position verlaufen können. Hierdurch wird ein gleichmäßiges Falschdrallen der Fäden
mehrerer nebeneinander angeordneter Spinneinrichtungen bewirkt.
[0019] Besonders vorteilhaft ist es wenn im Bereich der Stützrolle für das Riementrum ein
Halter angeordnet ist, in welchem die Fangeinrichtung befestigt oder abgestützt ist.
Der Halter im Bereich der Stützrolle hat den Vorteil, dass die Fangeinrichtung im
Wesentlichen parallel zum Verlauf der Riementrums angeordnet werden kann, falls dies
gewünscht wird, ohne dass es hierfür aufwändiger Einstellarbeiten bedürfen würde.
[0020] Um die Fangeinrichtung gespannt halten zu können, insbesondere wenn es sich hierbei
um ein flexibles oder elastisches Material handelt, ist vorteilhafterweise vorgesehen,
dass in dem Halter eine Spanneinrichtung angeordnet ist. Die Spanneinrichtung kann
beispielsweise eine Spiralfeder oder eine Gummimuffe sein, welche sich an der Fangeinrichtung
und dem Halter abstützt und hierdurch die Fangeinrichtung gegenüber dem Halter verspannt.
[0021] Insbesondere wenn die Fangeinrichtung ein flexibles oder elastisches Bauteil ist,
ist es vorteilhaft, wenn die Fangeinrichtung in dem Halter umgelenkt ist, um entlang
des ersten und des zweiten Riementrums geführt zu sein. Zwei zusammenwirkende, voneinander
beabstandete Halter können damit eine Fangeinrichtung, welche sowohl dem ersten als
auch dem zweiten Riementrum zugeordnet ist, aufnehmen.
Ist jeweils ein Halter an den einander zugewandten Seiten zweier Stützrollen angeordnet,
so können pro Riementrum jeweils eine Fangeinrichtung an den beiden Haltern befestigt
und bei Bedarf gespannt werden. Es ist auch möglich, dass ein endloses Bauelement,
das die Fangeinrichtung für beide Riementrums bildet, an den beiden Haltern befestigt
und gespannt wird.
[0022] Ist der Halter zwischen zwei koaxial angeordneten Stützrollen angeordnet, so ist
es auch möglich, dass die Fangeinrichtung über den Halter oder durch den Halter hindurch,
entlang einer Vielzahl von Spinneinrichtungen verläuft. Der Halter dient dabei zum
Aufnehmen oder Abstützen der Fangeinrichtung. Die Fangeinrichtung kann dadurch beispielsweise
ebenso lang ausgeführt sein wie die Riementrums und sich entlang derselben Anzahl
Spinneinrichtungen erstrecken.
[0023] Eine erfindungsgemäße Falschdralleinrichtung weist einen Riemen und eine Antriebseinrichtung
auf. Der Falschdralleinrichtung ist eine entsprechende Fangeinrichtung zugeordnet,
welche einen gebrochenen Faden von dem Riementrum abhält und bewirkt, dass das gebrochene
Fadenende das Riementrum nicht so weit umschlingen kann, dass es aufgrund der dadurch
vergrößerten Seilreibung bis zur benachbarten Spinnstelle mitgeschleppt wird, sondern
zuvor noch von der Spinneinrichtung abgezogen und aufgewickelt werden kann.
[0024] Eine erfindungsgemäße Fangeinrichtung für eine Falschdralleinrichtung weist die entsprechenden
Merkmale auf, insbesondere bewirkt sie, dass der Faden das Riementrum nicht so stark
umschlingen kann, dass aufgrund der erhöhten Seilreibung das Fadenende zur benachbarten
Spinnstelle mitgeschleppt wird und dort einen Fadenbruch verursacht. Eine entsprechende
Fangeinrichtung kann auch an einer zuvor beschriebenen Falschdralleinrichtung oder
einer entsprechenden Spinnmaschine mit einer solchen Falschdralleinrichtung nachgerüstet
werden.
[0025] Weitere Vorteile der Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben.
Es zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Falschdralleinrichtung an einer Spinneinheit,
- Figur 2
- eine schematische Darstellung einer Falschdralleinrichtung mit einer Fangeinrichtung,
- Figur 3
- Stützrollen und Riementrums mit Fangeinrichtungen,
- Figur 4
- eine Draufsicht auf die Ausführung nach Figur 3,
- Figur 5
- eine Darstellung einer Stützrolle und zwei Befestigungen für Fangeinrichtungen,
- Figur 6
- eine Darstellung einer Stützrolle und zwei Befestigungen für eine weitere Art von
Fangeinrichtungen,
- Figur 7
- eine Darstellung einer Stützrolle und einem dazwischen angeordneten Halter zur Auflage
von Fangeinrichtungen,
- Figur 8
- eine schematische Darstellung mehrerer Spinneinheiten mit dazwischen angeordneten
Verdickungen an einer Fangeinrichtung und
- Figur 9
- eine Fangeinrichtung mit sägezahnartigen Verdickungen.
[0026] In Figur 1 ist eine schematische Teildarstellung einer Spinneinheit 1 einer Spinnmaschine
gezeigt. Ein Ausgangswalzenpaar 2 eines hier nicht dargestellten Streckwerks liefert
einen Faden 3. Der Faden 3 wird um ein im Schnitt dargestelltes Riementrum 4 eines
ersten Kunststoffriemens und sodann um ein ebenfalls im Schnitt dargestelltes Riementrum
5 des gleichen oder eines zweiten Kunststoffriemens umgelenkt. Anschließend durchläuft
der Faden 3 einen Drallstop 6 sowie einen Ringläufer 7 und wird anschließend auf eine
Spule 8 aufgewickelt. Das erste Riementrum 4 und das zweite Riementrum 5 bilden eine
Falschdralleinrichtung 9.
[0027] Das erste Riementrum 4 und das zweite Riementrum 5 haben eine gegenläufige Bewegungsrichtung.
Dadurch, dass der Faden 3 auf zwei in entgegengesetzter Richtung sich bewegenden Riementrums
4, 5 aufliegt, wird es von dem einen Trum 4 in die eine und von dem anderen Trum 5
in die andere Richtung gezogen. Der Faden 3 wird soweit zu der Laufrichtung ausgelenkt,
bis die beiden Reibkräfte in Balance sind.
[0028] Durch die in diesem Ausführungsbeispiel im Wesentlichen in einer horizontalen Ebene
angeordneten Riementrums 4 und 5 in Verbindung mit der Anordnung des Ausgangswalzenpaars
2 und dem Drallstop 6 wird eine Umschlingung der Riementrums 4 und 5 durch den Faden
3 erzeugt, welche mehr als 90° ist. Hierdurch wird eine besonders hohe Reibkraft auf
den Faden 3 und damit eine Dralleinleitung in den Faden 3 bewirkt. Die Falschdralleinrichtung
9 kann hierdurch sehr effektiv arbeiten. Dennoch wird der Faden 3 soweit geschont,
dass ein Fadenbruch in akzeptabler Weise zu vermeiden ist.
[0029] Den Riementrums 4 und 5 sind Fangeinrichtungen 14 und 15 zugeordnet. Die Fangeinrichtung
14 ist unterhalb des Fadens 3, zwischen dem Ausgangswalzenpaar 2 und dem Riementrum
4, angeordnet. Es befindet sich unmittelbar vor dem Riementrum 4, um einen Fadenbruch,
welcher zwischen dem Ausgangswalzenpaar 2 und dem Riementrum 4 geschieht, davon abzuhalten,
dass die Umschlingung des Riementrums 4 gegenüber dem Normalbetrieb vergrößert wird.
In gleicher Weise ist die Fangeinrichtung 15 unterhalb des Fadens 3 zwischen dem Riementrum
4 und dem Riementrum 5 und in unmittelbarer Nähe des Riementrums 5 angeordnet. Erfolgt
ein Fadenbruch zwischen dem Riementrum 4 und dem Riementrum 5 oder fällt ein Faden
3, welcher bereits vor dem Riementrum 4 gebrochen ist, nach unten, so wird dieser
von der Fangeinrichtung 15 ebenfalls davon abgehalten, sich um das Riementrum 5 herum
zu schlingen und damit den Umschlingungswinkel so stark zu vergrößern, dass der Faden
3 nicht mehr weiter abgezogen werden kann und sich an dem Riementrum 5 verhängt. Die
Fangeinrichtungen 14 und 15 bewirken somit, dass ein gebrochener Faden 3 noch in seiner
Längsrichtung bewegbar ist und nicht durch eine Vergrößerung des Umschlingungswinkels
um das Riementrum 4 bzw. das Riementrum 5 so stark an diesen anhaftet, dass er nicht
mehr in seiner Längsrichtung abgezogen werden kann.
[0030] In Figur 2 ist eine vergrößerte Darstellung der Falschdralleinrichtung 9 mit den
beiden Riementrums 4 und 5 sowie zwei Fangeinrichtungen 14 und 15 dargestellt. Der
Faden 3 bewegt sich in Pfeilrichtung von dem Ausgangswalzenpaar 2 in Richtung auf
das Riementrum 4. Wenn der Faden 3 an der mit Fb
1 markierten Stelle bricht, so fällt das eine Fadenende nach unten und legt sich, wie
in gestrichelter Linie dargestellt, um die Fangeinrichtung 14. Dieses Fadenende wird
weiterhin von der Spinneneinheit 1 abgezogen, kann sich aber nicht weiter um das Riementrum
4 herumlegen, da die Fangeinrichtung 14 den Umschlingungswinkel weiterhin nahezu so
klein hält, wie es im normalen Spinnbetrieb der Fall ist. Die Umschlingung des Fadenendes
wird damit im Vergleich zum normalen Spinnbetrieb nicht vergrößert, so dass ein weiteres
Abziehen und Aufspulen des Fadens 3 auf der Spule 8 möglich ist.
[0031] In gleicher Weise ist ein Fadenbruch Fb
2 markiert. Dieser Fadenbruch Fb
2 erfolgt beispielsweise zwischen den beiden Riementrums 4 und 5. Auch in diesem Beispiel
fällt das Fadenende nach unten und legt sich dabei über die Fangeinrichtung 15, ohne
dass der Umschlingungswinkel des gestrichelt dargestellten Fadenendes um das Riementrum
5 wesentlich vergrößert wird. Auch dieses Fadenende kann problemlos von der Spule
8 abgezogen werden. Die Fangeinrichtungen 14 und 15, welche in der Regel stationär
angeordnet sind, befinden sich in unmittelbarer Nähe der Riementrums 4 und 5 und halten
das gebrochene Fadenende von einer weiteren Umschlingung der sich bewegenden Riementrums
4 und 5 ab.
[0032] In Figur 3 sind die Falschdralleinrichtung 9 sowie die Fangeinrichtungen 14, 15 im
Bereich von Stützrollen 16 dargestellt. Die Stützrollen 16 sind drehbar an einer Achse
17 befestigt. Auf den Stützrollen 16 laufen die Riementrums 4 und 5. Der Faden 3 umschlingt
die Riementrums 4 und 5 z- bzw. s-förmig. Zwischen den beiden Stützrollen 16 ist ein
Halter 18 angeordnet. Der Halter 18 stützt sich an der Achse 17 ab. In dem Halter
18 sind Öffnungen vorhanden, in welchen die Fangeinrichtungen 14 und 15 eingelegt
und gespannt sind. In dem Ausführungsbeispiel der Figur 3 bestehen die Fangeinrichtungen
14 und 15 aus einem einzigen Rundriemen, welcher um den Halter 18 herum gelegt ist.
So verläuft der erste Teil, welches die Fangeinrichtung 14 bildet, seitlich oberhalb
des Riementrums 4, während der zweite Teil in Form der Fangeinrichtung 15 seitlich
unterhalb des Riementrums 5 angeordnet ist.
[0033] Figur 4 zeigt eine Draufsicht auf die Ausführung der Figur 3. Hieraus ist ersichtlich,
dass die beiden gegenläufig angetriebenen Riementrums 4 und 5 auf den Stützrollen
16 aufliegen. Der Halter 18 befindet sich zwischen den beiden Stützrollen 16. In dem
Halter 18 sind die Fangeinrichtung 14 und die Fangeinrichtung 15 befestigt. Sowohl
die Riementrums 4 und 5 als auch die Fangeinrichtungen 14 und 15 erstrecken sich entlang
mehrerer Fäden 3 bzw. Spinneinheiten 1. Während sich die Fangeinrichtungen 14, 15
in der einen Richtung der Stützrollen 16 erstrecken, sind die Fangeinrichtungen 14'
und 15' an der anderen Seite der Stützrollen 16 angeordnet. In den jeweils nicht dargestellten
Enden der Fangeinrichtungen 14, 15 bzw. 14', 15' ist wieder ein Halter 18 vorhanden,
welcher die Fangeinrichtungen aufspannt. Die hier dargestellten Fangeinrichtungen
14, 15 bzw. 14', 15' bestehen aus endlosen Riemen, die an zwei benachbarten Haltern
18 angeordnet und bei Bedarf gespannt sind. Der endlose Riemen, der auch ein endloses
Seil oder ein endloser Draht oder eine endlose Schnur sein kann, deckt damit sowohl
das hin- als auch den herlaufende Riementrum ab.
[0034] In Figur 5 ist eine weitere Form einer Halterung für die Fangeinrichtungen, hier
die Fangeinrichtung 14 bzw. 14' dargestellt. Die Fangeinrichtungen 14 bzw. 14'weisen
am Ende eine Erweiterung 19 bzw. 19' auf. Diese Erweiterung 19 bzw. 19' erlaubt es,
dass die Fangeinrichtung 14, 14', welche beispielsweise als eine elastische Gummischnur
ausgebildet ist, in eine Öffnung des Halters 18 eingelegt und gespannt wird.
[0035] Figur 6 zeigt eine ähnliche Befestigung wie sie in Figur 5 dargestellt ist. Hier
ist allerdings die Fangeinrichtung 14 bzw. 14' nicht elastisch, sondern beispielsweise
als Drahtseil ausgeführt. Um eine elastische Aufspannung zu erreichen, ist eine Schraubenfeder
20 bzw. 20' vorgesehen, welche die Fangeinrichtung 14, 14' gegenüber ihrem Halter
18 einspannt.
[0036] In einer weiteren Ausführung gemäß Figur 7 befindet sich ein Halter 18' zwischen
den koaxialen Stützrollen 16 an der Achse 17. Der Halter 18' stützt die Fangeinrichtungen
14 und 15 ab, wodurch die Fangeinrichtungen 14 und 15 im Wesentlichen parallel zu
den Riementrums 4, 5 verlaufen können. Die Fangeinrichtungen 14, 15 werden dabei nicht
im Bereich der Stützrollen 16 unterbrochen, sondern können über bzw. an anderer Stelle
unterhalb der Achse 17 verlaufend von dem Halter 18' abgestützt und können hierdurch
gespannt werden.
[0037] In Figur 8 ist in einer schematischen Darstellung eine Draufsicht auf vier nebeneinander
liegende Spinneinheiten dargestellt. Es ist hier nur ein Riementrum 4 gezeigt, wobei
parallel hierzu die Fangeinrichtung 14 verläuft. Zwischen zwei benachbarten Fäden
3 sind an der Fangeinrichtung 14 Verdickungen 21 angeordnet. Diese Verdickungen 21
bewirken, dass ein Fadenende, welches von dem Riementrum 4 noch etwas mitgeschleppt
wird, durch die Verdickung 21 abgestreift wird. Somit wird verhindert, dass das Fadenende
in den Bereich des benachbarten Fadens 3 gelangt. Ein Reihenfadenbruch wird hierdurch
zusätzlich in sehr vorteilhafter Weise verhindert.
[0038] Figur 9 zeigt ein Riementrum 4 und eine Fangeinrichtung 14. Die Fangeinrichtung 14
ist in diesem Ausführungsbeispiel sägezahnartig ausgeführt. Ein Fadenende, welches
sich um die Fangeinrichtung 14 gelegt hat, wird an einem Mitschleppen durch das Riementrum
4 sehr effektiv gehindert, da es sich in den einzelnen Sägezähnen verhängt und auf
der Spule aufgewickelt werden kann, bevor es in den Bereich des benachbarten Fadens
gelangen kann.
[0039] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche sind ebenso möglich wie eine
Kombination der Merkmale, auch wenn diese in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen
dargestellt und beschrieben sind.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Spinneinheit
- 2
- Ausgangswalzenpaar
- 3
- Faden
- 4
- Riementrum
- 5
- Riementrum
- 6
- Drallstop
- 7
- Ringläufer
- 8
- Spule
- 9
- Falschdralleinrichtung
- 14
- Fangeinrichtung
- 15
- Fangeinrichtung
- 16
- Stützrolle
- 17
- Achse
- 18
- Halter
- 19
- Erweiterung
- 20
- Schraubenfeder
- 21
- Verdickung
1. Spinnmaschine, insbesondere Ringspinnmaschine mit einer Vielzahl nebeneinander angeordneter
Spinneinheiten (1),
wobei jede Spinneinheit (1) ein Streckwerk zum Verziehen eines Faserbandes und
eine Spinneinrichtung zum Verdrehen des verzogenen Faserbandes zu einem Faden (3)
sowie
eine zwischen dem Streckwerk und der Spinneinrichtung angeordnete Falschdralleinrichtung
(9) aufweist,
wobei die Falschdralleinrichtung (9) zumindest zwei im Wesentlichen quer zum Faden
(3) angeordnete, diesen kontaktierende und entgegengerichtet angetriebene Riementrums
(4, 5) mindestens eines Riemens aufweist,
die Riementrums (4, 5) insbesondere z-förmig von dem Faden (3) umschlungen sind und
als Reibfläche für den Faden (3) dienen und die Riementrums (4, 5) von zumindest einer
Stützrolle (16) geführt sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Falschdralleinrichtung (9) in Fadenlaufrichtung unterhalb des Fadenlaufs und unmittelbar
vor zumindest einem der Riementrums (4, 5) eine Fangeinrichtung (14, 15) zugeordnet
ist, die den gebrochenen Faden (3) von dem Riementrum (4, 5) abhält.
2. Spinnmaschine nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangeinrichtung (14, 15) länglich ausgebildet ist und sich entlang des Riementrums
(4, 5), insbesondere entlang mehrerer Spinneinrichtungen, erstreckt.
3. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangeinrichtung (14, 15) ein Riemen, ein Seil, ein Draht, eine Schnur oder ein
Stab ist.
4. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangeinrichtung (14, 15) ein endloses Bauelement, insbesondere ein endloser Riemen
ist.
5. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangeinrichtung (14, 15) elastisch ist.
6. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangeinrichtung (14, 15) zumindest in einer Richtung entlang ihrer Längsachse
einen hohen Widerstand, insbesondere durch Aufrauhungen oder Absätze, gegenüber dem
Faden (3) aufweist.
7. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangeinrichtung (14, 15) zwischen benachbarten Spinneinheiten (1) Verdickungen
(21) aufweist.
8. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Riementrums (4, 5) entlang mehrerer der Spinneinheiten (1) angeordnet sind und
mehrere Stützrollen (16) im Abstand mehrerer Spinneinheiten (1) angeordnet sind.
9. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangeinrichtung (14, 15) im Bereich der Stützrolle (16) in einem Halter (18)
angeordnet oder abgestützt ist.
10. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangeinrichtung (14, 15) in dem Halter (18) mittels einer Spanneinrichtung gespannt
ist.
11. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangeinrichtung (14, 15) in dem Halter (18) umgelenkt ist, um entlang des ersten
und des zweiten Riementrums (4, 5) geführt zu sein.
12. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils ein Halter (18) an den einander zugewandten Seiten zweier Stützrollen (16)
angeordnet ist.
13. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Halter (18) zwischen zwei koaxial angeordneten Stützrollen (16) angeordnet ist.
14. Falschdralleinrichtung mit Riemen und einer Antriebseinrichtung mit den in den vorherigen
Ansprüchen genannten Merkmalen, für eine Spinnmaschine mit einer Fangeinrichtung (14,
15) nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche.
15. Fangeinrichtung für eine Falschdralleinrichtung (9) mit den in den vorherigen Ansprüchen
genannten Merkmalen, für eine Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen
Ansprüche.