(19)
(11) EP 3 121 359 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
25.01.2017  Patentblatt  2017/04

(21) Anmeldenummer: 16180071.9

(22) Anmeldetag:  19.07.2016
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E06B 1/70(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 23.07.2015 AT 506502015

(71) Anmelder: Lottmann Fensterbänke GbmbH
4462 Reichraming (AT)

(72) Erfinder:
  • Kothgassner, Günther
    4452 Ternberg (AT)

(74) Vertreter: Burgstaller, Peter 
Rechtsanwalt Landstrasse 12 Arkade
4020 Linz
4020 Linz (AT)

   


(54) VORMONTIERTES RILLENGLEITABSCHLUSSSYSTEM


(57) Die Erfindung betrifft ein vormontiertes Rillengleitabschluss-System für Fensterbänke und sonstige Brüstungs-, Parapet- und Mauerabdeckungen bestehend aus zwei seitlichen Rillengleitabschlüssen (1), einem Abdeckelement (2) und zumindest zwei Dichtstreifen (3), wobei sich zumindest je ein Dichtstreifen (3) zwischen einem Auflageschenkel (1.1) je eines Rillengleitabschlusses (1) und dem Abdeckelement (2) befindet und die Rillengleitabschlüsse (1) mit einer Klebeverbindung am Abdeckelement (2) befestigt sind.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein vormontiertes Rillengleitabschluss-System für Fensterbänke und sonstige Brüstungs-, Parapet- und Mauerabdeckungen.
Ein Rillengleitabschluss im Sinne der gegenständlichen Erfindung ist ein Element, auf welchem das Ende eines Abdeckelements aufliegt, wobei sich das Abdeckelement in der Ebene der Auflagefläche bewegen kann, also über das Abschlusselement gleiten kann. Erfindungsgemäße Rillengleitabschlüsse können einen Abschluss für das Abdeckelement zu einer Wand oder einer Laibung bilden, oder den Abschluss bzw. die Verbindung eines Abdeckelements zu einem benachbarten Abdeckelement. Alternativ könnte der Rillengleitabschluss als Rillengleitelement Rillengleitprofil, Rillengleitverbinder etc. bezeichnet werden. Bekannte Rillengleitabschluss-Systeme sind in Einzelschritten zu montieren. Das heißt die Seitenabschlüsse, also die Gleitelemente, sind vorab zu montieren. Die Vormontage ist aufwendig und zeitintensiv, daher auch kostenrelevant. Aufwendig ist vor allem, dass die Seitenabschlüsse vorab montiert werden müssen und dabei sowohl horizontal als auch vertikal exakt auszurichten sind. Auch der Winkel der Seitenabschlüsse zum Fenster und der Fassade oder sonstigen Oberflächen muss vorab eingerichtet werden. Zusätzlich ist der exakte Abstand zwischen den beiden angebrachten Abschlüssen zu beachten. Ist das aufwändige Einrichten der einzelnen Abschlüsse und Verbinder geschehen sind diese noch zu fixieren. Dafür können sie mit der Fensterlaibung oder der Brüstung bzw. dem Parapet verklebt oder verschraubt werden, wobei dafür oft eine aufwendige Montage von Winkeln oder Konsolen notwendig ist. Die Fensterbank wird dann auf die montierten Rillengleitabschlüsse aufgelegt und kann sich dort "bewegen". Die thermisch bedingte Längenänderung der Fensterbank ist somit von der Fassade entkoppelt. Nachteilig an diesem Montagesystem ist zudem, dass bei Sonnenschutzsystemen die Führungsschienen vom Behang oft über die Sohlbankkante hinunter ragen, wobei in diesem Fall bei bereits montierten Rillengleitabschlüssen keine Fensterbank mehr eingeschoben werden kann. Der Fensterbankanschraubsteg würde bei den Führungsschienen anstehen.
Herkömmliche Rillengleitabschlüsse mit den genannten Nachteilen sind beispielsweise in der DE7107653U und der DE102013012374A1 gezeigt. Die Rillengleitabschlüsse bestehen aus einem im Wesentlichen L- oder T-förmigen Profilelement, wobei die Fensterbank auf dem Fußsteg aufliegt, welcher zumindest eine Rille aufweist. Die Rillen können als Vertiefungen im Fußsteg vorliegen, oder durch zumindest zwei parallele beabstandete Stege am Fußsteg ausgeführt sein. Wie in der DE7107653U gezeigt, ist üblicherweise in einer Rille ein Dichtstreifen angeordnet, beispielsweise eingelegt und eine zweite Rille ist leer und dient zur Ableitung von Wasser, falls dieses den Dichtstreifen überwinden könnte. Wie in der DE102013012374A1 gezeigt, kann der Dichtstreifen, beispielsweise als Dichtlippe, mit dem Abschlusselement verbunden sein, wobei im Fall der DE102013012374A1 die Dichtlippe und das Abschlusselement aus unterschiedlichen einstückig miteinander verbundenen Kunststoffen bestehen.
Ferner sind gesteckte Gleitabschlüsse bekannt, welche üblicherweise zwei- oder mehrteilig aufgebaut sind. Ein Gehäuse umfasst üblicherweise eine Dichtung, in welche die Fensterbank bei der Montage integriert wird. Durch die Dichtung wird üblicherweise die thermisch bedingte Längenänderung der Fensterbank aufgefangen und somit von der Fassade bzw. Anschlussbauteilen entkoppelt. Diese Gleitabschlüsse können auf die Fensterbank vormontiert werden. Allerdings ist die Gleitfunktion durch die erforderliche Klemmwirkung der erforderlichen Dichtung eingeschränkt. Weiters gibt es solche Abschlüsse üblicherweise nur als Unterputzversion.
Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe besteht darin, die Montage eines Rillengleitabschluss-Systems zu vereinfachen und zu beschleunigen. Außerdem soll bei bereits montierten Sonnenschutz-Führungsschienen, welche über die Sohlbankkante hinunter ragen die Möglichkeit geschaffen werden, ein Rillengleitabschluss-System zu verwenden.

[0002] Zur Lösung der Aufgabe wird vorgeschlagen, mittels einer flexiblen Klebeverbindung die seitlichen Rillengleitabschlüsse (Endstücke/Bordprofile/Abschlüsse) mit der Fensterbank oder dem sonstigen Abdeckelement zu verkleben. Somit kann das gesamte und komplette Abdeck- bzw. Fensterbanksystem als Einheit montiert werden, sodass sich die Ausrichtung der Rillengleitabschlüsse maßgeblich vereinfacht. Diese "Einheit" ermöglicht es auch das Abdeck- bzw. Fensterbanksystem unter Sonnenschutz-Führungsschienen, welche über die Sohlbankkante ragen einzufädeln und ordnungsgemäß zu montieren.
In weiterer Folge wird die Erfindung am Beispiel Fensterbank beschrieben, welche im Vergleich zu Brüstungs-, Parapet- oder Mauerabdeckungen oder Dachumrandungen den wohl häufigsten Anwendungsfall darstellt.
Bevorzugt erfolgt das flexible Verkleben der Rillengleitabschlüsse mit der Fensterbank durch die Dichtstreifen, indem diese elastisch und zumindest an deren Grund- und Deckfläche klebend ausgeführt sind. Die Dichtstreifen sind also sowohl am Rillengleitabschluss als auch an der Fensterbank angeklebt, sodass diese in der Lage zueinander fixiert sind, wobei die geforderte Bewegbarkeit der Fensterbank bei montierten Rillengleitabschlüssen über die elastische Verformbarkeit der flexiblen Klebeverbindung erhalten bleibt. Eine flexible Verbindung ist erfindungsgemäß auch über einen Keder (verstärkter Rand eines Stoffs, einer Plane oder einer Gummidichtung) möglich, welcher in den Rillengleitabschluss bzw. Abdeckelement integriert ist. Der Keder kann in eine Schiene bzw. Nut im Abdeckelement oder Gleitabschluss dichtend eingesetzt sein, und das an den Keder anschließende frei Ende das dichten Stoffs, der Plane bzw. der Gummidichtung mit dem jeweils anderen Element dichtend verbunden, insbesondere verklebt werden. Die Gummidichtung kann auch an beiden Enden einen Keder aufweisen, wobei einer in eine Nut am Rillengleitabschluss eingesetzt ist und der andere in eine Nut am Abdeckelement.
In einer erfindungsgemäßen Variante ist die Verklebung reversibel bzw. lösbar, wobei bevorzugt die Klebeverbindung der Fensterbank mit dem Dichtstreifen weniger stark ausgebildet ist, als die Klebeverbindung des Dichtstreifens mit dem Rillengleitabschluss. Das Lösen der Klebeverbindung kann durch Krafteinsatz erfolgen oder durch einen gewollten, allmählichen Verlust der Klebewirkung, beispielweise aufgrund der Witterung (Feuchtigkeit und/oder Temperaturwechsel) oder aufgrund wiederholter Relativbewegung zwischen Fensterbank und Rillengleitabschluss. Durch den Verlust der Klebewirkung ergibt sich eine echte lose Lagerung der Fensterbank, sodass das flexible Klebematerial der Ausdehnung der Fensterbank keinen Widerstand entgegen setzt.
Die Verklebung erfolgt bevorzugt dadurch, dass Schaumstoffe, oder elastische klemmbare Gummiwerkstoffe, welche den Dichtstreifen bilden mit einer unteren und einer oberen Klebeschicht versehen werden. Die Verklebung kann in einer zweiten bevorzugten Variante durch elastische, spritzbare Klebe-Dichtstoffe erfolgen, welche beispielsweise in Form einer Klebe-Raupe auf den Rillengleitabschluss aufgetragen werden und so bevorzugt auch den Dichtstreifen bilden können.
Die Erfindung wird anhand von beispielhaften Zeichnungen näher erläutert.

Fig. 1: zeigt die erfindungsgemäßen Systembestandteile in perspektivischer Ansicht in Explosionsdarstellung.

Fig. 2: zeigt die erfindungsgemäßen Systembestandteile in perspektivischer Ansicht im vormontierten Zustand.

Fig. 3: zeigt in Detailansicht den vorderen Eckbereich des Montagesystems.

Fig. 4: die Fig. 4a-4c zeigen das Profil eines besonders bevorzugten Rillengleitabschlusses, mit Darstellung der Fensterbank und der Dichtstreifen in drei unterschiedlichen Ausdehnungszuständen der Fensterbank.

Fig. 5: die Fig. 5a-5d zeigen beispielhaft alternative Ausführungen erfindungsgemäß einsetzbarer Gleitabschlüsse.



[0003] Wie in Fig. 1 gezeigt, weist das bevorzugte erfindungsgemäße vormontierte Rillengleitabschluss-System zumindest zwei Rillengleitabschlüsse 1, ein Abdeckelement 2, welches beispielsweise eine Fensterbank ist und zumindest zwei, vorzugsweise vier Dichtstreifen 3 auf, welche bevorzugt als Klebedichtstreifen ausgeführt sind.

[0004] Zudem kann das Rillengleitabschluss-System bevorzugt zumindest zwei entfernbare Abstandhalter umfassen, welche bis zur abgeschlossenen Montage in die Dehnfugen zwischen dem Abdeckelement 2 und den Rillengleitabschlüssen 1 eingesetzt sind, um eine mittige Montage des Abdeckelements 2 sicher zu stellen. Zudem kann das System bevorzugt zwei Dichtpflaster (Butylpflaster) umfassen, welche je über alle drei angrenzenden Flächen je eines Eckbereichs der Anschlussleiste 2.1 des Abdeckelements 2 und einem Rillengleitabschluss 1 geklebt wird. Jeder Rillengleitabschluss 1 weist zumindest einen Auflageschenkel 1.1 auf, oder kann auch nur aus einem mit Nuten bzw. Rillen versehenem Auflageschenkel 1.1 bestehen. Die beiden seitlichen Enden des Abdeckelements 2 liegen auf den Auflageschenkeln 1.1 der beiden Rillengleitabschlüssen 1 auf.
Bei der Vormontage wird werkseitig zumindest je ein Dichtstreifen 3 in je eine Rille bzw. Nut jedes der beiden Rillengleitabschlüsse 1 eingeklebt und die Rillengleitabschlüsse 1 in exakter Ausrichtung und Abstand zu einander auf das Abdeckelement 2 aufgeklebt, wobei zur vereinfachten Ausrichtung die entfernbaren Abstandhalter bereits auf den Rillengleitabschlüssen 1 aufgelegt sein können, wobei die Abstandhalter leicht klebend ausgeführt sein können. Die Rillengleitabschlüsse 1 weisen an ihrem hinteren, dem Gebäude zugewandten Ende bevorzugt ein parallel zur Anschlussleiste 2.1 liegendes Flachstück 1.3 auf, welches den Eckbereich zwischen dem vertikalen Schenkel 1.2 und dem Auflageschenkel 1.1 des Rillengleitabschlusses 1 abschließt. Alternativ kann dieser Eckbereich offen sein und in Anlehnung an die AT 11263 U1 durch ein Butylpflaster abgedichtet werden.
Zwischen dem Flachstück 1.3 und der Anschlussleiste 2.1 kann ein Dichtmaterial eingesetzt werden, beispielsweise durch Beschichtung des Flachstücks 1.3. Alternativ kann beim vormontierten System auf der Rückseite, also der dem Gebäude zugewandten Fläche, welche durch die Anschlussleiste 2.1 und das Flachstück 1.3 gebildet ist, eine Dichtung meist in Form eines Fugendichtbands aufgeklebt werden, beispielsweise über die gesamte Länge oder nur im Eckbereich. Bevorzugt erstreckt sich das Fugendichtband auch zumindest über eine Teillänge des vertikalen Schenkels 1.2.
Das vormontierte System, wie in Fig. 2 dargestellt, wird als Einheit an den Verwendungsort geliefert und auf das vorbereitete Parapet aufgelegt und in der gewünschten Höhe parallel zum Fenster ausgerichtet. Die Auflageschenkel 1.1 und das Abdeckelement 2 werden dabei in der Regel leicht schräg vom Fenster weg abfallend montiert, beispielsweise in einem Winkel von 5° zur Horizontalen. Die Auflageschenkel 1.1 und das Abdeckelement 2 können auch einen anderen Winkel zur Horizontalen aufweisen, oder insbesondere im Fall von Mauerabdeckungen horizontal montiert werden.
Die Anschlussleiste 2.1 weist zumindest zwei Langlöcher auf, durch welche sie am Basisprofil bzw. Blendrahmen des Fensters verschraubt wird. Die Rillengleitabschlüsse 1 werden üblicherweise am Parapet befestigt, beispielsweise mit Montagekleber oder Befestigungswinkel.

[0005] Bei Unterputzmontage werden die vertikalen Schenkel 1.2 der Rillengleitabschlüsse 1 in die Fensterlaibung eingeputzt und werden dabei häufig zunächst über Montagewinkel oder durch Kleben in ihrer Lage fixiert.
Der Auflageschenkel 1.1 des Rillengleitabschlusses 1 ist bevorzugt an seinem vorderen Ende nach unten abgewinkelt ausgeführt und steht beim fertiggestellten Gebäude über die Fassade vor, um eine Abtropfkante zu bilden. Das Abdeckelement 2 weist an seinem vorderen Ende ebenfalls einen nach unten abgewinkelten Abschnitt 2.2 auf, welcher über die Abtropfkante des Rillengleitabschlusses 1 vorsteht und diese bevorzugt hakenförmig untergreift wie in Fig. 3 dargestellt. Der vertikale Schenkel 1.2 des Rillengleitabschlusses 1 weist an seinem vorderen Ende einen nach unten vorstehend verbreiterten Abschnitt 1.2.1 auf, welcher seitlich das Abdeckelement 2 nach vorne und unten und den nach unten abgewinkelten Abschnitt 1.1.1 des Auflageschenkels 1.1 nach hinten überragt. Das in den Rillen des Gleitabschlusses 1 abrinnende Wasser gelang in die durch den hakenförmigen unteren Rand des Abdeckelements 2 gebildete Rinne und läuft aus dieser im Dehnungspalt zwischen dem Abdeckelement 2 und dem vertikalen Schenkel 1.2 ab.

[0006] In den Fig. 4a-4c ist das Profil eines besonders bevorzugten Rillengleitabschlusses 1 gezeigt, wobei in Fig. 4a die Fensterbank bzw. das Abdeckelement 2 und die Dichtstreifen 3 bei Vorliegen einer mittleren Temperatur dargestellt sind, in Fig. 4b bei kalter Temperatur und in Fig. 4c bei warmer Temperatur. Der Rillengleitabschluss 1 weist einen Auflageschenkel 1.1 und einen vertikalen Schenkel 1.2 auf, wobei diese im Beispiel gemeinsam einen L-förmigen Querschnitt bilden. Der vertikale Schenkel 1.2 könnte auch nach unten hin über den Auflageschenkel 1.1 vorstehen, wodurch sich ein T-Profil ergibt. An der dem Abdeckelement 2 zugewandten Seite des Auflageschenkels 1.1 weist dieser zumindest zwei Rillen bzw. Nuten auf, welche bevorzugt durch zumindest zwei Stege 1.4 gebildet sind. Zumindest in einer Nut ist ein Dichtstreifen 3 eingesetzt und zumindest eine Nut bleibt frei, um das Abfließen von Wasser zu erleichtern. Die Stege 1.4 können an ihrem oberen Ende einen in die Nut hineinragenden Vorsprung 1.4.1 aufweisen, sodass in die Nut ein Keder eingesetzt werden kann.
Bevorzugt weist der Auflageschenkel 1.1 zumindest vier Nuten auf, wobei in zwei dieser Nuten ein Dichtstreifen 3 eingesetzt ist und an den vertikalen Schenkel 1.2 zumindest eine freie Nut anschließt und zwischen den Nuten mit Dichtstreifen zumindest eine freie Nut angeordnet ist. Bevorzugt sind beide dieser Dichtstreifen 3 beidseitig klebend ausgeführt, sodass das vormontierte System eine verbesserte Verwindungssteifigkeit aufweist.
Die mit Dichtstreifen 3 versehenen Nuten sind breiter als die Dichtstreifen 3 ausgeführt, um die Beweglichkeit der Dichtstreifen nicht einzuschränken. Die Dichtstreifen 3 werden in die Nuten eingeklebt und stehen etwas aus diesen vor, wobei die Dichtstreifen 3 bevorzugt durch das Gewicht des auf diesen aufgeklebten Abdeckelements 2 soweit komprimiert werden, dass das Abdeckelement 2 auf den Stegen 1.4 aufliegt.
Die erste an den vertikalen Schenkel 1.2 anschließende Nut kann bevorzugt in die Dehnfuge zwischen Abdeckelement 2 und vertikalem Schenkel 1.2 hineinragen.
Der Dichtstreifen 3 kann einen beliebigen Querschnitt aufweisen, beispielsweise rund, oval oder vieleckig, wie dargestellt weist der Dichtstreifen 3 bevorzugt einen rechteckigen Querschnitt auf, welcher bei Längenänderung des Abdeckelements 2 wie in Fig. 4b und 4c dargestellt zu einem Parallelogramm verformt wird.
Bei Unterputzmontage weist der vertikale Schenkel 1.2 an seinem oberen Endbereich einen weiteren Schenkel auf, welcher sich bevorzugt parallel zum Abdeckelement erstreckt und welcher als Unterkante für die Putzschicht der Fensterlaibung dient und der bevorzugt optional als Aufsteckwinkel 4 anbringbar ist, wie in Fig. 4c dargestellt.

[0007] Als Material für das Abdeckelement 2 und die Abschlusselemente 1 eignen sich beispielsweise Bleche, Kunststoffe oder lackierte oder beschichtete Bleche oder Kunststoffe. Das Abdeckelement 2 kann weiters aus Natur- oder Kunststein oder Holzwerkstoffen bestehen. Das erfindungsgemäße System ist zwar für den Außenbereich eines Gebäudes bestimmt, aufgrund der dort auftretenden Temperaturunterschiede und des Niederschlags, jedoch spricht auch nichts dagegen, dass erfindungsgemäße System im Innenbereich einzusetzen.
Als Verallgemeinerung ist anzumerken, dass einer oder seltener beide Rillengleitabschlüsse 1 als Verbinder vorliegen können, welche bei langen Abdeckungen benötigt werden, um mehrere aneinander folgende Abdeckelemente 2 untereinander zu verbinden. Solche als Verbinder ausgeführten Rillengleitabschlüsse 1 sind in den Fig. 5a-c beispielhaft dargestellt. Bei diesen als Verbinder ausgeführten Rillengleitabschlüssen würden die beiden Abdeckelemente 2 links und rechts der gedachten Mittellinie mit Spiel zueinander aufgelegt bzw. aufgeklebt. Dabei kann es insbesondere vorteilhaft sein, die jeweils an einer Laibung oder Wand anliegenden Rillengleitanschlüsse 1 mit dem zugehörigen Abdeckelement 2 und dem nächsten als Verbinder ausgeführten Rillengleitabschluss 1 als erfindungsgemäßes vormontiertes System auszuführen.
Die Fig. 5a zeigt einen als Eck-Verbinder ausgeführten Rillengleitabschluss 1 für ein außenliegendes Gebäudeeck, welcher zwei in einem Winkel von 90° zueinander liegende Abdeckelemente 2 verbinden kann, wobei wie dargestellt kein vertikaler Schenkel 1.2 vorhanden ist. Die Flachstücke 1.3 der beiden Abschlussseiten weisen Bohrungen zur Befestigung am Gebäude bzw. am Blendrahmen auf.
Die Fig. 5b zeigt einen als Stoßverbinder ausgeführten Rillengleitabschluss 1 für zwei Abdeckelemente 2, welcher am hinteren Ende einen Anschlusssteg zur Befestigung an einer Wand oder einem Blendrahmen aufweist.

[0008] Die Fig. 5c zeigt die einfachste Form eines als Stoßverbinder ausgeführten Rillengleitabschlusses 1, welcher ausschließlich aus einem Auflageschenkel 1.1 mit Stegen 1.4 besteht.
Fig. 5d zeigt einen Rillengleitabschluss 1 für ein offenes Ende eines Abdeckelements 2 (liegt beispielsweise vor, wenn eine Fensteröffnung in eine Türöffnung übergeht), bei welchem sich der vertikale Schenkel 1.2 hauptsächlich nach unten erstreckt um die unter dem Rillengleitabschluss 1 liegende Montagefuge abzudecken.
Es liegt im Belieben des Fachmanns die in den Fig. 5a-5d offenbarten Merkmale der Rillengleitabschlüsse 1 nach Belieben zu kombinieren, bzw. einen oder mehrerer dieser im erfindungsgemäßen vormontierten Rillengleitabschluss-System vorzusehen.


Ansprüche

1. Vormontiertes Rillengleitabschluss-System für Fensterbänke und sonstige Brüstungs-, Parapet- und Mauerabdeckungen umfassend zwei Rillengleitabschlüsse (1), ein Abdeckelement (2) und zumindest zwei Dichtstreifen (3), wobei jeder Rillengleitabschluss (1) zumindest einen Auflageschenkel (1.1) aufweist, je ein seitliches Ende des Abdeckelements (2) auf einem Auflageschenkel (1.1) eines Rillengleitabschlusses (1) aufliegt und sich zumindest je ein Dichtstreifen (3) zwischen jedem Auflageschenkel (1.1) und dem Abdeckelement (2) befindet, dadurch gekennzeichnet, dass die Rillengleitabschlüsse (1) mit einer Klebeverbindung am Abdeckelement (2) befestigt sind.
 
2. Vormontiertes Rillengleitabschluss-System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klebeverbindung durch zumindest je einen elastischen Dichtstreifen (3) pro Rillengleitabschluss (1) gebildet ist, wobei der Dichtstreifen (3) an seiner Unter- und Oberseite mit Klebstoff versehen ist oder selbst aus klebendem elastischen Dichtmaterial besteht.
 
3. Vormontiertes Rillengleitabschluss-System nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Dichtstreifen (3) in einer Nut des Auflageschenkels (1.1) eingesetzt ist, die breiter als der Dichtstreifen (3) ist und der Dichtstreifen (3) bevorzugt einen rechteckigen Querschnitt aufweist.
 
4. Vormontiertes Rillengleitabschluss-System nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Auflageschenkel (1.1) zumindest zwei Nuten aufweist, wobei zumindest in einer Nut ein Dichtstreifen (3) eingesetzt ist und zumindest eine Nut frei von Dichtstreifen (3) ist.
 
5. Vormontiertes Rillengleitabschluss-System nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Auflageschenkel (1.1) zumindest drei Nuten aufweist, wobei in zwei Nuten ein Dichtstreifen (3) eingesetzt ist und zwischen den Nuten mit Dichtstreifen (3) zumindest eine freie Nut angeordnet ist.
 
6. Vormontiertes Rillengleitabschluss-System nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Rillengleitabschluss (1) einen L oder T-förmigen Querschnitt aufweist, welcher durch den Auflageschenkel (1.1) und den vertikale Schenkel (1.2) gebildet ist.
 
7. Vormontiertes Rillengleitabschluss-System nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Rillengleitabschluss (1) an seinem hinteren, dem Gebäude zugewandten Ende ein Flachstück (1.3) aufweist, welches den Eckbereich zwischen dem vertikalen Schenkel (1.2) und dem Auflageschenkel (1.1) des Rillengleitabschlusses (1) abschließt.
 
8. Vormontiertes Rillengleitabschluss-System nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckelement (2) an seinem dem Gebäude zugewandt liegenden Ende eine abgewinkelte Anschlussleiste (2.1) aufweist, über welche es am Gebäude insbesondere am Blendrahmen bzw. am Basisprofil eines Fensters befestigbar ist.
 
9. Vormontiertes Rillengleitabschluss-System nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass in die zwischen dem Abdeckelement (2) und den vertikalen Schenkeln (1.2) liegenden Dehnfugen entnehmbare Abstandhalter eingesetzt sind.
 
10. Vormontiertes Rillengleitabschluss-System nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckelement (2) und der Auflageschenkel (1.1) an ihrem vorderen Ende nach unten abgewinkelt ausgeführt sind, wobei der abgewinkelte Abschnitt (2.2) des Abdeckelements (2) den abgewinkelten Abschnitt (1.1.1) des Auflageschenkels (1.1) hakenförmig untergreift und der vertikale Schenkel (1.2) an seinem vorderen Ende einen breiteren nach unten vorstehend Abschnitt (1.2.1) aufweist, welcher seitlich den abgewinkelten Abschnitt (2.2) der Fensterbank (2) nach vorne und unten überragt und den abgewinkelten Abschnitt (1.1.1) des Auflageschenkels (1.1) nach hinten überragt.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente