[0001] Die Erfindung betrifft ein Diffusorbauteil für eine Gasturbine nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Über ein solches Diffusorbauteil kann eine Fluidströmung in Richtung einer Brennkammer
einer Gasturbine, insbesondere eines Gasturbinentriebwerks verlangsamt werden, wobei
sich hierfür ein Strömungsquerschnitt des Diffusorbauteils erweitert. Der Strömungsquerschnitt
des Diffusorbauteils wird hierbei durch eine Diffusorwandung definiert, die sich von
einem Einlass des Diffusorbauteils in Richtung eines Auslasses des Diffusorbauteils
derart erstreckt, dass sich der Strömungsquerschnitt stetig oder unstetig in Richtung
des Auslasses erweitert.
[0003] Innerhalb eines Gasturbinentriebwerks bildet ein solches Diffusorbauteil zum Beispiel
einen Teil eines Axialdiffusors am Ende eines (Hochdruck-) Verdichters stromab eines
Nachleitrades. Das Diffusorbauteil wird hierbei typischerweise nach oben an ein Brennkammergehäuse
und ein Verdichtergehäuse angeschlossen und nach unten an ein inneres Brennkammergehäuse.
Ausgehend von dem Auslass des Diffusorbauteils strömt dann Luft insbesondere zu einer
Brennkammer des Gasturbinentriebwerks und hier beispielsweise zu einem einen Brennraum
definierenden Flammrohr der Brennkammer.
[0004] Die Diffusorwandung ist üblicherweise allenfalls lokal mit den Brennkammergehäusen
und dem Verdichtergehäuse verbunden. Die Diffusorwandung stütz sich somit mit einem
Teil nicht an dem jeweiligen Gehäuse ab. Wenigstens mit einem Abschnitt kann das Diffusorbauteil
mit seiner Diffusorwandung zudem in die Brennkammer hineinragen. Derart kann es im
Betrieb der Gasturbine vorkommen, dass die Diffusorwandung in Schwingung versetzt
wird. Eine solche Schwingung kann dann aber unter Umständen im Betrieb zum Abriss
eines Teils der Diffusorwandung führen.
[0005] Eine Erhöhung der Festigkeit und insbesondere der Dauerschwingfestigkeit des Diffusorbauteils
über die Ausbildung der Diffusorwandung mit einer erhöhten Wandstärke ist hierbei
regelmäßig nicht wünschenswert. Einerseits kann die Möglichkeit zur Aufdickung durch
den zur Verfügung stehenden Bauraum limitiert sein. Andererseits würde eine Aufdickung
das Gewicht des Diffusorbauteils erheblich erhöhen.
[0006] Ausgehend von dieser Problematik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Diffusorbauteil
für eine Gasturbine weiter zu verbessern und insbesondere dessen Festigkeit bei den
im Betrieb auftretenden Belastungen zu erhöhen, ohne hierfür das Gewicht des Diffusorbauteils
erheblich erhöhen zu müssen.
[0007] Diese Aufgabe wird mit einem Diffusorbauteil des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Erfindungsgemäß ist die Diffusorwandung des Diffusorbauteils zumindest lokal versteift,
in dem an der Diffusorwandung mindestens ein Versteifungselement mit einer gitterförmigen
Struktur vorgesehen ist. Durch seine gitterförmige Strukturen wird hierbei die Diffusorwandung
derart versteift, dass sie weniger leicht in Schwingung versetzt werden kann. Indem
das mindestens eine Versteifungselement mit einer gitterförmigen Struktur versehen
und nicht massiv ausgebildet ist, bringt die Versteifung der Diffusorwandung über
das Versteifungselement dabei nur ein vergleichsweise geringes Zusatzgewicht mit sich.
[0009] Das Versteifungselement mit der gitterförmigen Struktur kann an der Diffusorwandung
ausgeformt sein oder als separates Bauteil an die Diffusorwandung nachträglich fixiert
sein. Das Diffusorbauteil und/oder das mindestens eine Versteifungselement können
hierbei beispielsweise gegossen sein.
[0010] Bei der gitterförmigen Struktur des mindestens einen Versteifungselements können
einzelne Zellen oder Fächer durch winklig zueinander verlaufende (Quer- und Längs-)
Streben gebildet sein. Hierdurch können die einzelnen Zellen beispielsweise im Querschnitt
eine rechteckige, dreieckige, trapezfarbige, rautenförmige oder wabenförmige Grundfläche
aufweisen. Unter einer wabenförmige Grundfläche wird hierbei insbesondere eine Grundfläche
der Zelle verstanden, die durch ein vorzugsweise regelmäßiges Fünf- oder Sechseck
gebildet ist. Das mindestens eine Versteifungselement kann somit in einem Ausführungsbeispiel
auch eine Wabengitterstruktur ausbilden. Die gitterförmige Struktur des mindestens
einen Versteifungselements kann im Übrigen auch Zellen mit einer im Querschnitt kreisförmigen
oder ellipsenförmige Grundfläche ausbilden.
[0011] Hierbei ist es keinesfalls zwingend, dass die einzelnen Zellen der gitterförmigen
Struktur des mindestens einen Versteifungselement identisch zueinander ausgebildet
sind. Vielmehr können auch geometrisch unterschiedlich ausgestaltete Zellen und/oder
Zellen unterschiedlicher Größe an der gitterförmigen Struktur ausgebildet sein, um
zum Beispiel höher belastete Bereiche der Diffusorwandung in stärkerem Maße, zum Beispiel
über kleinere aneinander angrenzende Zellen zu versteifen.
[0012] Auch kann vorgesehen sein, dass das Versteifungselement mit sich ändernde Höhe an
der Diffusorwandung erhaben vorsteht. Dementsprechend baut die gitterförmige Struktur
des Versteifungselements zum Beispiel lokal höher als an einem anderen Bereich entlang
der Diffusorwandung. So kann beispielsweise durch einen der Fluidströmung anhaftenden
Drall ein Bereich der Diffusorwandung, zum Beispiel im Bereich des äußeren Brennkammergehäuses,
stärker belastet sein, sodass hier das Versteifungselement dicker ausgebildet ist
als in anderen Bereichen der Diffusorwandung. Ein weiterer Grund für lokal unterschiedliche
Höhen des Versteifungselements bzw. unterschiedlichen Höhen oder Dicken an einer Innenseite
und einer Außenseite der Diffusorwandung können unterschiedliche thermische Ausdehnungen
innerhalb des Bauteils sein.
[0013] Grundsätzlich kann vorgesehen sein, dass das Versteifungselement vollständig an einem
Umfang der Diffusorwandung umlaufend ausgebildet ist. Das Versteifungselement erstreckt
sich somit mit seiner gitterförmigen Struktur zum Beispiel hülsenartig an der Außenseite
der Diffusorwandung entlang. Insbesondere kann in diesem Zusammenhang vorgesehen sein,
dass sich das Versteifungselement über die gesamte Mantelfläche der Diffusorwandung
erstreckt. Hierbei ist es auch möglich, dass sich das Versteifungselement an einer
der Fluidströmung zugewandten inneren Mantelfläche der Diffusorwandung erstreckt.
Aufgrund des unter Umständen störenden Einflusses der gitterförmigen Struktur auf
das Strömungsverhalten wird regelmäßig eine Erstreckung des Versteifungselement an
der äußeren Mantelfläche der Diffusorwandung bevorzugt.
[0014] Das Versteifungselement muss mit seiner gitterförmigen Struktur aber selbstverständlich
nicht die gesamte Diffusorwandung, zum Beispiel an ihrer Außenseite, bedecken. Vielmehr
kann auch vorgesehen sein, dass sich das Versteifungselement nur über einen Teil der
Diffusorwandung erstreckt. So ist in einem Ausführungsbeispiel zur weiteren Gewichtsoptimierung
vorgesehen, dass sich das mindestens eine Versteifungselement nicht über die gesamte
Länge der Diffusorwandung von einem Einlass des Diffusors zu einem Auslass des Diffusors
erstreckt. Beispielsweise ist über das Versteifungselement mit seiner gitterförmigen
Struktur die Diffusorwandung nur lokal versteift. In einer alternativen Ausführungsvariante
erstreckt sich das Versteifungselement mit seiner gitterförmigen Struktur aber zumindest
über einen Großteil der Länge (mehr als 60 % der Länge) an der Diffusorwandung, um
diese vorzugsweise großflächig zu versteifen.
[0015] In einer Ausführungsvariante können mindestens zwei räumlich voneinander separierte
Versteifungselemente mit je mindestens einer gitterförmigen Struktur an der Diffusorwandung
vorgesehen sein. Über mehrere (mindestens zwei) voneinander separierte Versteifungselemente
kann die Versteifungswirkung noch besser an die im Betrieb auftretenden Belastungen
angepasst werden. Beispielsweise sind hierfür mindestens zwei Versteifungselemente
an der Diffusorwandung vorgesehen, die
- mit verschiedenen Höhen erhaben an der Diffusorwandung vorstehen und/oder
- verschieden lang und/oder breit sind und/oder
- gitterförmige Strukturen mit hinsichtlich ihrer Geometrie und/oder Größe verschiedenen
Zellen aufweisen.
[0016] Gegebenenfalls können auch mindestens zwei Versteifungselemente in mehreren Lagen
übereinander und sich somit zumindest teilweise überlappend an der Diffusorwandung
vorgesehen sein. Dies wird jedoch aus Gewichtsgründen und der deutlich größeren Bauhöhe
infolge der einander überlappenden gitterförmigen Strukturen nur in Ausnahmefällen
favorisiert. Über einander sandwichartig angeordnete gitterförmige Strukturen, die
beispielsweise auch geometrisch zueinander unterschiedlich ausgestaltete Zellen aufweisen
können, kann aber die Festigkeit der Diffusorwandung im Bedarfsfall erheblich erhöht
werden, wobei dann die Gesamtdicke der Diffusorwandung mit den gitterförmigen Strukturen
immer noch signifikant kleiner ist als bei einer massiven Diffusorwandung gleicher
Festigkeit.
[0017] Die mindestens zwei räumlich zueinander separierten Versteifungselemente können grundsätzlich
entlang einer Erstreckungsrichtung der Diffusorwandung, die von einem Einlass des
Diffusors zu einem Auslass des Diffusors weist, hintereinander und/oder quer zu dieser
Erstreckungsrichtung nebeneinander angeordnet sein.
[0018] Wie bereits zuvor erläutert ist das mindestens eine Versteifungselement vorzugsweise
an einer der Fluidströmung abgewandten Außenseite der Diffusorwandung vorgesehen.
Insbesondere für die Anbringung oder Ausbildung des Versteifungselement mit seiner
gitterförmigen Struktur an einer der Fluidströmung zugewandten Innenseite der Diffusorwandung,
ohne hierüber die Fluidströmung störend zu beeinflussen, kann mindestens ein zusätzliches
flächiges Versteifungselement an der gitterförmigen Struktur angeordnet sein. Ein
solches zusätzliches flächiges Versteifungselement überdeckt dann zumindest einen
Teil der gitterförmigen Struktur und bildet eine ebene der Fluidströmung zugewandte
Innenfläche.
[0019] In einer alternativen Ausführungsvariante ist das zusätzliche flächige Versteifungselement
an einer gitterförmigen Struktur eines Versteifungselement angeordnet, das sich an
der der Fluidströmung abgewandten Außenseite der Diffusorwandung erstreckt. So können
über das zusätzliche flächige Versteifungselement (zusätzlich) - bezogen auf die Strömungsrichtung
des Fluids innerhalb des Diffusorbauteils - axiale Kräfte aufgenommen werden, die
im Betrieb der Gasturbine an der Diffusorwandung auftreten. Demgemäß kann die Anordnung
eines zusätzlichen flächigen Versteifungselements sowohl an der Innenseite als auch
der Außenseite der Diffusorwandung vorteilhaft sein, wenn hier jeweils auch eine gitterförmige
Struktur vorgesehen ist.
[0020] Das wenigstens eine zusätzliche flächige (zweite) Versteifungselement kann sich über
die gesamte gitterförmige Struktur des (ersten) Versteifungselement erstrecken und
diese flächig überdecken oder auch nur über einen Teil der gitterförmigen Struktur.
[0021] Mittels des zusätzlichen flächigen Versteifungselements kann - gegebenenfalls auch
nur lokal - eine versteifende Sandwichstruktur an dem Diffusorbauteil ausgebildet
werden. Hierbei erstreckt sich die gitterförmige Struktur des ersten Versteifungselements
zumindest teilweise zwischen der Innen- oder Außenseite der Diffusorwandung und dem
zusätzlichen flächigen zweiten Versteifungselement.
[0022] In einer möglichen Ausführungsvariante ist das mindestens eine zusätzliche Versteifungselement
mit einem dünnen Blech versehen oder in Form eines solchen dünnen Bleches ausgebildet.
Die Wandstärke dieses Bleche ist hierbei bevorzugt deutlich kleiner als die Wandstärke
der Diffusorwandung. Beispielsweise macht die Wandstärke des dünnen Bleche maximal
30% der Wandstärke der Diffusorwandung aus.
[0023] Ein zusätzliches flächiges Versteifungselement, das als separates Bauteil an dem
Versteifungselement mit der gitterförmigen Struktur angeordnet ist, ist beispielsweise
angeschweißt oder angelötet.
[0024] In einer bevorzugten Ausführungsform bildet ein erfindungsgemäßes Diffusorbauteil
eine Komponente eines Gasturbinentriebwerks und leitet im Betrieb des Gasturbinentriebwerks
eine Fluidströmung in Richtung einer Brennkammer des Gasturbinentriebwerks.
[0025] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung werden bei der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen anhand der Figuren deutlich werden.
[0026] Hierbei zeigen:
- Figuren 1A bis 1 B
- ein aus dem Stand der Technik bekanntes Diffusorbauteil schematisch in unterschiedlichen
Ansichten in einem in ein Gasturbinentriebwerk eingebauten Zustand;
- Figuren 2A bis 2C
- jeweils in Schnittansicht und schematisch drei unterschiedliche Ausführungsvarianten
eines erfindungsgemäßen Diffusorbauteils mit jeweils mindestens einem Versteifungselement;
- Figuren 3A bis 3H
- jeweils in Draufsicht eine Diffusorwandung eines erfindungsgemäßen Diffusorbauteils
mit unterschiedlich ausgestalteten Versteifungselementen, die jeweils an einer Außenseite
der Diffusorwandung vorgesehen sind;
- Figur 4A
- in mit den Figuren 2A bis 2C übereinstimmender Ansicht eine weitere Ausführungsvariante
eines erfindungsgemäßen Diffusorbauteils, bei dem an einer ersten gitterförmigen Versteifungsstruktur
lokal mehrere flächige Versteifungselemente zusätzlich angeordnet sind;
- Figur 4B
- in Draufsicht die gitterförmige Versteifungsstruktur der Figur 4A mit zwei hieran
angeordneten zusätzlichen flächigen Versteifungselementen.
[0027] Die Figuren 1A und 1B zeigen jeweils in Schnittansicht ein aus dem Stand der Technik
bekanntes Diffusorbauteil in Form eines Diffusors 6 in einem Gasturbinentriebwerk.
Hierbei ist in der Figur 1A in einer Schnittdarstellung schematisch die Einbausituation
des Diffusors 6 veranschaulicht, während die Figur 1B eine vergrößerte Darstellung
dieser Einbausituation zeigt. Der hier als Axialdiffusor ausgebildete Diffusor 6 ist
stromab einer Verdichterrotorstufe des Gasturbinentriebwerks angeordnet und leitet
eine hiervon kommende Luftströmung in Richtung einer Brennkammer 10 des Gasturbinentriebwerks.
Aus der Figur 1A sind hierbei insbesondere ein Verdichtergehäuse 1, ein Nachleitrad
7, der Diffusor 6 und Teile des Gehäuses der Brennkammer 10 ersichtlich, die entlang
einer Triebwerksachse M hintereinander angeordnet sind. Innerhalb des Verdichtergehäuses
1 lagert drehbar eine Verdichterrotorscheibe 4 mit Verdichterrotornabe 3 und Verdichterrotor
2. Die genannten Komponenten bilden hierbei Teile eines Hochdruckverdichters, über
den eine Fluidströmung in Richtung eines Nachleitrades 7 geleitet wird. Die erzeugte
Fluidströmung strömt hierbei über einen Spalt 5 zwischen dem Verdichterrotor 2 und
dem Nachleitrad 7 in einen Gehäuseabschnitt für das Nachleitrad 7 ein. Das der Ausrichtung
der Fluidströmung dienende Nachleitrad 7 ist hierbei zwischen Nachleitradaußenwänden
12 eingefasst.
[0028] Stromab des Nachleitrades 7 ist der Diffusor 6 angeordnet. Über diesen Diffusor 6
wird die Fluidströmung verlangsamt, indem sich ein über die Diffusorwandung 11 definierter
Strömungsquerschnitt ausgehend von einem Einlass 60 des Diffusors 6 zu einem Auslass
61 des Diffusors 6 in Richtung der Brennkammer 10 erweitert. Die Diffusorwandung 11
des Diffusors 6 ist dabei an einer inneren Mantelfläche oder Innenseite 111 der Fluidströmung
zu gewandt. An einer gegenüberliegenden Außenseite 110 der Diffusorwandung 11 ist
die Diffusorwandung 11 einerseits an ein äußeres Brennkammergehäuse 8 und andererseits
an ein inneres Brennkammergehäuse 9 angeschlossen.
[0029] Bei der dargestellten und aus dem Stand der Technik bekannten Ausgestaltung und Anordnung
eines Diffusors 6 kann im Betrieb des Gasturbinentriebwerks die Diffusorwandung 11
zu unerwünschten Schwingungen angeregt werden, die letztlich sogar zum Abriss der
Diffusorwandung 11 oder eines Teiles hiervon führen können.
[0030] Zur Abhilfe ist bei den erfindungsgemäßen Ausführungsvarianten der Figuren 2A, 2B
und 2C vorgesehen, an der Außenseite 110 einer Diffusorwandung 11 eine versteifende
gitterförmige Struktur mittels eines separaten Versteifungselement 13 vorzusehen oder
ein solches Versteifungselement 13 mit einer versteifenden gitterförmigen Struktur
an der Außenseite 110 der Diffusorwandung 11 auszuformen. Das Versteifungselement
13 kann sich hierbei vollumfänglich an der Diffusorwandung 11 entlang erstrecken und
diese an ihrer Außenseite 110 auch vollflächig bedecken. Entsprechend den Ausführungsvarianten
der Figuren 2A, 2B und 2C kann aber auch vorgesehen sein, dass ein Versteifungselement
13 mit einer gitterförmigen Struktur lediglich an einem Teil der Diffusorwandunge11
fixiert oder alternativ hieran ausgebildet ist.
[0031] Hierbei können entsprechend den Schnittdarstellungen der Figuren 2A, 2B und 2C mehrere
voneinander separierte Versteifungselemente 13 entlang des Umfangs der Diffusorwandung
11 vorgesehen sein, die sich mit unterschiedlichen Längen l1 und l2 entlang einer
Erstreckungsrichtung x, die vom Einlass 60 zum Auslass 61 des Diffusors 6 weist, an
der Diffusorwandung 11 erstrecken. Alternativ kann vorgesehen sein, dass ein einzelnes
Versteifungselement 13 mit einer sich entlang des Umfangs in Erstreckungsrichtung
x ändernder Länge vorgesehen ist, sodass sich dann zum Beispiel in der Schnittdarstellung
der Figur 2A dieses in einem oberen Bereich der Diffusorwandung 11 mit einer Länge
l1 und einem gegenüberliegenden unteren Bereich der Diffusorwandung 11 mit einer kleineren
Länge l2 darstellt.
[0032] Wie im Vergleich der Figuren 2A und 2B ersichtlich ist, kann je nach Anforderung
auch eine Höhe d1 oder d2 des Versteifungselements 13 variiert werden, mit der die
gitterförmige Struktur des jeweiligen Versteifungselements 13 erhaben an der Außenseite
110 der Diffusorwandung 11 vorsteht.
[0033] Entsprechend der Zusammenschau der Figuren 2B und 2C kann auch ein Abstand a1 oder
a2 eines Versteifungselements 13 von dem Einlass 60 des Diffusors 6 variiert werden.
Beispielsweise kann bei einer einlassnahen Anbindung der Diffusorwandung 11 an das
innere und äußere Brennkammergehäuse 8 und 9 vorgesehen sein, dass über das wenigstens
eine Versteifungselement 13 vor allem der auslassnahe Bereich der Diffusorwandung
11 versteift wird, um unerwünschte Schwingungen zu vermeiden.
[0034] Aus der Figur 2C ist ferner ersichtlich, dass nicht nur die Länge l3 oder l4 eines
Versteifungselements 13 und seiner gitterförmigen Struktur entlang der Erstreckungsrichtung
x variabel ist. Vielmehr ist hieraus auch ersichtlich, dass an der Diffusorwandung
11 auch ein Versteifungselement 13 mit sich entlang des Umfangs ändernder Höhe d3,
d4 vorgesehen werden kann oder mindestens zwei Versteifungselemente 13 mit unterschiedlichen
Dicken oder Höhen d3 und d4.
[0035] Anhand der Figuren 3A bis 3H sind exemplarisch unterschiedliche Varianten für die
von einem Versteifungselement 13, 13a oder 13b ausgebildeten gitterförmigen (Versteifungs-)
Strukturen dargestellt. Jede dieser gitterförmigen Strukturen bildet über mehrere
sich winklig zueinander erstreckende und sich gegebenenfalls kreuzender (Quer- und
Längs-) Streben 131 mehrere Zellen 130, 130a, 130b und 130c aus, um die Diffusorwandung
11 an ihrer Außenseite 110 zu versteifen. Die dargestellten gitterförmigen Strukturen
können hierbei selbstverständlich auch gewölbt sein, um sich an der Diffusorwandung
eines kegelförmigen Diffusorbauteils 6 entlang zu erstrecken. Die Draufsichten der
Figuren 3A bis 3H zeigen hierbei Bereiche von Versteifungselemente 13, die sich vorzugsweise
vollständig umlaufend am Umfang der Diffusorwandung 11 entlang erstrecken.
[0036] Bei der Ausführungsvariante der Figur 3A bildet das Versteifungselement 13 über zueinander
parallel verlaufende Quer- und Längsstreben im Querschnitt quadratische Zellen 130
aus.
[0037] Bei der Ausführungsvariante der Figur 3B erscheinen die durch die gitterförmige Struktur
ausgebildeten Zellen 130 rechteckig und insbesondere rautenförmig.
[0038] Bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 3C sind zwei voneinander separate Versteifungselemente
13a und 13b vorgesehen, die jeweils identisch ausgebildete Versteifungssegmente 132
für die Diffusorwandung 11 ausbilden. Jedes dieser Versteifungssegmente 132 erstreckt
sich über eine in der Draufsicht rechteckförmige Grundfläche und bildet geometrisch
unterschiedlich ausgestaltete und unterschiedlich dimensionierte Zellen 130a, 130b
und 130c aus. Die einzelnen Versteifungselemente 132 können hierbei entlang der Erstreckungsrichtung
x der Diffusorwandung 11 unmittelbar aneinander anliegend oder auch beabstandet zueinander
angeordnet und an der Außenseite 110 fixiert sein.
[0039] Bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 3D bildet das Versteifungselement 13 eine gitterförmige
Struktur mit dreieckigen Zellen 130 aus. Jede dreieckige Zelle 130 weist hierbei eine
Grundfläche auf, die durch ein gleichschenkliges Dreieck definiert ist.
[0040] In der Figur 3E ist ein Versteifungselement 13 mit wabenförmig ausgestalteten Zellen
130 veranschaulicht. Das Versteifungselement 13 bildet hierfür eine Wabengitterstruktur
nach Art von Bienenwaben aus, wobei die einzelnen, identisch ausgebildeten Zellen
130 eine Grundfläche in Form eines regelmäßigen Sechsecks aufweisen.
[0041] Bei der Variante der Figur 3F bildet das Versteifungselement 13 eine Gitterstruktur
mit geometrisch unterschiedlich ausgestalteten Zellen 130a, 130b aus. Einzelne Zellen
130a sind hierbei in ihrer Grundfläche dreieckig, während andere Zellen 130b mit einer
rautenförmige Grundfläche ausgestaltet sind.
[0042] Bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 3G sind entlang der Erstreckungsrichtung x
zueinander beabstandete Versteifungselemente 13a und 13b vorgesehen. Die gitterförmigen
Strukturen dieser beiden Versteifungselemente 13a und 13b sind jedoch zueinander identisch
ausgestaltet und weisen insbesondere mehrere Zellen 130 mit quadratischer Grundfläche
auf.
[0043] Bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 3H sind zueinander entlang der Erstreckungsrichtung
x und quer hierzu (entlang einer hierzu senkrecht verlaufenden Erstreckungsrichtung
y) zueinander versetzt angeordnete Versteifungselemente 13a und 13b vorgesehen. Diese
Versteifungselemente 13a und 13b versteifen die Diffusorwandung 11 lediglich lokal
in einem vergleichsweise kleinen Bereich bezogen auf die gesamte äußere Mantelfläche
der Diffusorwandung 11. Dabei bilden die einzelnen Versteifungselemente 13a und 13b
Zellen 130a und 130b mit unterschiedlichen Geometrien aus. Während das eine Versteifungselement
13a Zellen 130a mit rechteckigem Querschnitt ausbildet, sind die Zellen 130b des anderen
Versteifungselements 13b im Querschnitt quadratisch.
[0044] Mit den Figuren 4A und 4B ist eine weitere Ausführungsvariante eines erfindungsgemäßen
Diffusorbauteils 6 veranschaulicht. In dieser Variante ist zusätzlich zu wenigstens
einem Versteifungselement 13 mit gitterförmiger Versteifungsstruktur mindestens ein
zusätzliches flächiges Versteifungselement 14a oder 14b vorgesehen. Ein solches zusätzliches
flächiges Versteifungselement 14a oder 14b ist beispielsweise aus einem dünnen Blech
hergestellt und an der gitterförmigen Struktur eines Versteifungselement 13 angeordnet,
sodass das jeweilige zusätzliche flächige Versteifungselement 14a oder 14b zumindest
einen Teil der gitterförmigen Struktur überdeckt. Ein Versteifungselement 14a oder
14b kann hierbei z. B. an das Versteifungselement 13 und dessen gitterförmige Struktur
angeschweißt oder angelötet sein.
[0045] Ein zusätzliches flächiges Versteifungselement 14a oder 14b dient dabei der zusätzlichen
Aufnahme axialer Kräfte im Betrieb des Gasturbinentriebwerks. So kann über entsprechend
platzierte zusätzliche flächige Versteifungselemente 14a oder 14b eine Diffusorwandung
11 lokal weiter versteift werden, zum Beispiel gerade in Bereichen, in denen mit einer
erhöhten (Schwingungs-) Belastung im Betrieb des Gasturbinentriebwerks zu rechnen
ist.
[0046] Während die in den beigefügten Figuren dargestellten Versteifungselemente 13, 13a
und 13b durchweg an einer Außenseite 110 und damit einer äußeren Mantelfläche der
Diffusorwandung 11 vorgesehen sind, kann es gleichwohl in einer Variante vorgesehen
sein, dass ein Versteifungselement 13, 13a oder 13b oder mehrere Versteifungselemente
13, 13a oder 13b (auch) an einer der Fluidströmung zugewandten Innenseite 111 der
Diffusorwandung 11 vorgesehen oder hieran ausgebildet sind. Um hierbei eine störende
Beeinflussung der Fluidströmung über die Fächer oder Zellen 130, 130a, 130b oder 130c
der jeweiligen gitterförmigen Struktur im Betrieb zu vermeiden, kann ein zusätzliches
flächiges Versteifungselement 14a, 14b oder können mehrere zusätzliche flächige Versteifungselemente
14a, 14b vorgesehen sein, um die gitterförmige Struktur (en) zu verkleiden. Dann ist
der Fluidströmung eine ebene Innenfläche des zusätzlichen Versteifungselements 14a,
14b zugewandt.
Bezugszeichenliste
[0047]
- 1
- Verdichtergehäuse
- 10
- Brennkammer
- 11
- Diffusorwandung
- 110
- Außenseite
- 111
- Innenseite
- 12
- Nachleitradaußenwand
- 13, 13a, 13b
- Versteifungselement
- 130, 130a, 130b, 130c
- Zelle
- 131
- Strebe
- 132
- Versteifungssegment
- 14a, 14b
- Zusätzliches flächiges Versteifungselement
- 2
- Verdichterrotor
- 3
- Verdichterrotornabe
- 4
- Verdichterrotorscheibe
- 5
- Spalt zwischen Rotor und Nachleitrad
- 6
- Diffusor
- 60
- Einlass
- 61
- Auslass
- 7
- Nachleitrad
- 8
- Äußeres Brennkammergehäuse
- 9
- Inneres Brennkammergehäuse
- a1, a2
- Abstand
- d1, d2, d3, d4
- Dicke / Höhe
- l1, l2, l3, l4
- Länge
- M
- Triebwerksachse
- x, y, z
- Raumrichtung
1. Diffusorbauteil für eine Gasturbine, wobei über das Diffusorbauteil (6) eine Fluidströmung
in Richtung einer Brennkammer (10) der Gasturbine verlangsamt werden kann und sich
hierfür ein Strömungsquerschnitt des Diffusorbauteils (6), der durch eine Diffusorwandung
(11) definiert ist, erweitert,
dadurch gekennzeichnet, dass
an der Diffusorwandung (11) mindestens ein die Diffusorwandung (11) in zumindest einem
Abschnitt versteifendes Versteifungselement (13, 13a, 13b) mit einer gitterförmigen
Struktur vorgesehen ist.
2. Diffusorbauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei der gitterförmigen Struktur einzelne Zellen (130, 130a, 130b, 130c) durch winklig
zueinander verlaufende Streben (131) gebildet sind.
3. Diffusorbauteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an der gitterförmigen Struktur einzelne Zellen (130, 130a, 130b, 130c) mit einer
im Querschnitt rechteckigen, dreieckigen, trapezförmigen, kreisförmigen, ellipsenförmigen,
rautenförmigen oder wabenförmigen Grundfläche ausgebildet sind.
4. Diffusorbauteil nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass geometrisch unterschiedlich ausgestaltete Zellen (130, 130a, 130b, 130c) und/oder
Zellen (130, 130a, 130b, 130c) unterschiedlicher Größe an der gitterförmigen Struktur
ausgebildet sind.
5. Diffusorbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Versteifungselement (13, 13a, 13b) mit sich ändernder Höhe (d1 - d4) an der Diffusorwandung
(11) erhaben vorsteht.
6. Diffusorbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Versteifungselement (13, 13a, 13b) vollständig an einem Umfang der Diffusorwandung
(11) umlaufend ausgebildet ist.
7. Diffusorbauteil nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Versteifungselement (13, 13a, 13b) über die gesamte Mantelfläche der Diffusorwandung
(11) erstreckt.
8. Diffusorbauteil nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Versteifungselement (13, 13a, 13b) sich nur über einen Teil der Diffusorwandung
(11) erstreckt.
9. Diffusorbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei räumlich voneinander separierte Versteifungselemente (13, 13a, 13b)
mit je mindestens einer gitterförmigen Struktur an der Diffusorwandung (11) vorgesehen
sind.
10. Diffusorbauteil nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei Versteifungselemente (13, 13a, 13b) entlang einer Erstreckungsrichtung
(x) der Diffusorwandung (11), die von einem Einlass (60) des Diffusors (6) zu einem
Auslass (61) des Diffusors (6) weist, hintereinander und/oder quer zu dieser Erstreckungsrichtung
(x) nebeneinander angeordnet sind.
11. Diffusorbauteil nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei Versteifungselemente (13, 13a, 13b)
- mit verschiedenen Höhen (d1 - d4) erhaben an der Diffusorwandung (11) vorstehen
und/oder
- verschieden lang und/oder breit sind und/oder
- gitterförmige Strukturen mit hinsichtlich ihrer Geometrie und/oder Größe verschiedenen
Zellen aufweisen.
12. Diffusorbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Versteifungselement (13, 13a, 13b) an einer der Fluidströmung abgewandten Außenseite
(110) der Diffusorwandung (11) vorgesehen ist.
13. Diffusorbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Versteifungselement (13, 13a, 13b) mindestens ein zusätzliches flächiges Versteifungselement
(14a, 14b) angeordnet ist.
14. Diffusorbauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine zusätzliche Versteifungselement (14a, 14b) ein dünnes Blech aufweist
und/oder an das Versteifungselement (13, 13a, 13b) angeschweißt oder angelötet ist.
15. Gasturbinentriebwerk mit einem Diffusorbauteil (11) nach einem der Ansprüche 1 bis
14, über das im Betrieb des Gasturbinentriebwerks eine Fluidströmung in Richtung einer
Brennkammer (10) des Gasturbinentriebwerks geleitet wird.