(19)
(11) EP 3 121 904 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
25.01.2017  Patentblatt  2017/04

(21) Anmeldenummer: 16186605.8

(22) Anmeldetag:  04.08.2009
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H01R 4/48(2006.01)
H01R 9/24(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 27.08.2008 DE 102008039864

(62) Anmeldenummer der früheren Anmeldung nach Art. 76 EPÜ:
09777637.1 / 2319127

(71) Anmelder: Wago Verwaltungsgesellschaft mbH
32423 Minden (DE)

(72) Erfinder:
  • Köllmann, Hans-Josef
    32425 Minden (DE)

(74) Vertreter: Gerstein, Hans Joachim 
Gramm, Lins & Partner Patent- und Rechtsanwälte PartGmbB Freundallee 13 a
30173 Hannover
30173 Hannover (DE)

 
Bemerkungen:
Diese Anmeldung ist am 31-08-2016 als Teilanmeldung zu der unter INID-Code 62 erwähnten Anmeldung eingereicht worden.
 


(54) KLEMMENBAUELEMENT


(57) Es werden Klemmenbauelemente (1) mit einem Isolierstoffgehäuse (2) und mit mindestens einer Federklemme (4) zum Anklemmen eines elektrischen Leiters (15) beschrieben, wobei die Federklemme (4) ein Stromschienenstück (5) und eine sich in Längserstreckungsrichtung (L) mit einem freien Klemmende (11) in Richtung des Stromschienenstücks (5) erstreckende und unter Bildung einer Klemmstelle für den elektrischen Leiter (15) gegen das Stromschienenstück (5) federnde Klemmfeder (6) hat, und wobei im Isolierstoffgehäuse (2) mindestens eine zu einer zugeordneten Klemmstelle führende Leitereinführungsöffnung (3) und jeweils ein neben einer Leitereinführungsöffnung (3) angeordneter und zum Einführen eines Betätigungswerkzeuges (13) und Öffnen der zugeordneten Klemmfeder (6) mit dem Betätigungswerkzeug (13) vorgesehener Betätigungskanal (14) ist. Der Betätigungskanal mündet in einem quer zur Längserstreckungsrichtung (L) an die Klemmstelle für den elektrischen Leiter (15) angrenzenden Betätigungsabschnitt (12) der Klemmfeder (6), so dass Klemmstelle und Betätigungsabschnitt (12) auf der Breite der Klemmfeder (6) nebeneinander liegen und dass die durch die Hauptachsen der Leitereinführungsöffnung (3) und des Betätigungskanals (14) jeweils aufgespannten und quer zur Längserstreckungsrichtung der Klemmfeder (6) im Bereich der Klemmstelle die Breite der Klemmfeder (6) schneidenden Ebenen annährend parallel zueinander sind.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Klemmenbauelement mit einem Isolierstoffgehäuse und mit mindestens einer Federklemme zum Anklemmen eines elektrischen Leiters, wobei die Federklemme eine Stromschienenstück und eine sich in Längserstreckungsrichtung mit einem freien Klemmende in Richtung des Stromschienenstücks erstreckende und unter Bildung einer Klemmstelle für den elektrischen Leiter gegen das Stromschienenstück federnde Klemmfeder hat, und wobei im Isolierstoffgehäuse mindestens eine zu einer zugeordneten Klemmstelle führende Leitereinführungsöffnung und jeweils ein neben einer Leitereinführungsöffnung angeordneter und zum Einführen eines Betätigungswerkzeugs und Öffnen der zugeordneten Klemmfeder mit dem Betätigungswerkzeug vorgesehener Betätigungskanal ist.

[0002] Derartige Klemmbauelemente sind beispielsweise als Reihenklemmen oder als mit Feldgeräten über die Federklemmen verbindbaren Ein-/Ausgabe-Modulen eines Feldbussystems an sich hinreichend bekannt und werden insbesondere in der Automatisierungstechnik eingesetzt. Die Federklemmen bieten mit ihrer Klemmfeder einen langzeitstabilen, rüttelfesten Kontakt für einen elektrischen Leiter. Zum Öffnen der Klemmstelle ist allerdings eine Betätigung der Klemmfeder entgegen der Federrückstellkraft notwendig.

[0003] Zur Betätigung von Klemmfedern sind beispielsweise aus DE 299 15 515 U1, EP 0 335 093 B1, GB 1 593 321, AT 376 524 B und DE 28 26 978 C2 in das Isolierstoffgehäuse integrierte Betätigungshebel bekannt, die in Richtung der Breite der Klemmfedern neben der Klemmstelle für den elektrischen Leiter auf die Klemmfeder drücken. Die Betätigungsrichtung des Betätigungshebels unterscheidet sich dabei von der Leitereinführungsrichtung, so dass die Federklemmen eine relativ große Baubreite einnehmen.

[0004] Beispielsweise aus DE 27 24 354 C2 und DE 79 11 182 U1 sind Klemmenbauelemente bekannt, bei denen schräg zur Leitereinführungsöffnung Betätigungskanäle vorgesehen sind, um eine Klemmfeder zu betätigen. Die durch die Hauptachsen der Leitereinführungsöffnungen und des Betätigungskanals jeweils aufgespannten und die Klemmfeder im Bereich der Klemmstelle quer zur Längserstreckungsrichtung über die Breite der Klemmfeder schneidenden Ebenen stehenden im Winkel zueinander. Dies hat zur Folge, dass die den Leitereinführungsöffnungen zugeordneten Betätigungskanäle einen relativ großen Raum einnehmen.

[0005] DE 195 04 092 B4 offenbart eine Federklemme für einen elektrischen Leiter, bei dem eine Leitereinfiihrungsöffnung in Auslenkrichtung einer Zugfeder parallel zu einem Betätigungskanal angeordnet ist. Während die Leitereinfiihrungsöffnung in einen Klemmabschnitt am freien Ende der Zugfeder mündet, ist der Betätigungskanal auf einen gegenüberliegenden, sich an den einen Federbogen anschließenden Betätigungsabschnitt der Zugfeder ausgerichtet um die Zugfeder von dort aus mit einem Druckstift zu öffnen.

[0006] Eine derartige rückwärtige Betätigung ist auch für eine U-förmig gebogene Klemmfeder aus der DE 299 15 512 U1 bekannt.

[0007] Ausgehend hiervon ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Klemmenbauelement zu schaffen, das bei möglichst geringem Bauraum eine einfache und zuverlässige Betätigung einer Federklemme mit einem in einen Betätigungskanal eingeführten Betätigungswerkzeug ermöglicht.

[0008] Die Aufgabe wird durch das Klemmenbauelement mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Es wird vorgeschlagen, dass der Betätigungskanal in einem quer zur Längserstreckungsrichtung an die Klemmstelle für den elektrischen Leiter angrenzenden Betätigungsabschnitt der Klemmfeder mündet, so dass Klemmstelle und Betätigungsabschnitt auf der Breite der Klemmfeder nebeneinander liegen. Die Leitereinführungsöffnung ist räumlich durch eine Zwischenwand aus Isolierstoffmaterial des Isolierstoffgehäuses von dem Betätigungskanal getrennt. Der Betätigungskanal verläuft im Querschnitt in Richtung der Breite der Klemmfeder gesehen in einer Flucht zur Leitereinführungsöffnung. Das heißt, dass die durch die Hauptachsen der Leitereinführungsöffnungen und des Betätigungskanals jeweils aufgespannten und quer zur Längserstreckungsrichtung der Klemmfeder im Bereich der Klemmstelle die Breite der Klemmfeder schneidenden Ebenen annährend parallel zueinander sind. Die Hauptachse des Betätigungskanals ist im Längsschnitt im Winkel von 5 bis 25 Grad zur Hauptachse der Leitereinführungsöffnung verkippt. Der Betätigungskanal ist von der oberen Öffnung nach unten zur Federklemme im Längsschnitt konisch zulaufend.

[0009] Durch die Anordnung von Betätigungskanal und Leitereinführungsöffnung nebeneinander so, dass im Querschnitt durch die Federklemme gesehen Betätigungskanal und Leitereinführungsöffnung annährend in einer Flucht sind, wird ein minimaler Raum für den Betätigungskanal benötigt.

[0010] Die Betätigung der Klemmfeder mit einem Betätigungswerkzeug durch den Betätigungskanal in der Breite der Klemmfeder gesehen neben dem elektrischen Leiter - und nicht wie zumeist ober- oder unterhalb von der Klemmstelle - führt dazu, dass die Klemmfeder mit den schmalen Seitenflanken eines Schraubendrehers geöffnet wird und nicht wie herkömmlich mit der breiten Keilfläche. Dies führt dazu, dass die Betätigung wesentlich sicherer ist und die Gefahr eines Verbiegens des Betätigungswerkzeuges reduziert wird.

[0011] Eine solche Betätigung durch die schmalen Seitenflanken eines Schraubendrehers ermöglicht es auch, dass der Querschnitt des Betätigungskanals quer zur Längserstreckungsrichtung des freien Endes der Klemmfeder in Richtung der Breite der Klemmfeder schmaler als quer zur Breite der Klemmfeder sein kann. Hierdurch wird die Baugröße weiter reduziert.

[0012] Besonders vorteilhaft ist es, wenn mindestens eine Klemmfeder ausgehend von einem sich im Wesentlichen parallel zur Hauptachse der Leitereinführungsöffnung erstreckenden und am Isolierstoffgehäuse anliegenden Anlageschenkel mit einem Federbogen umgebogen ist. Dann erstreckt sich ein Klemmschenkel in Richtung Stromschiene, der sich an den Federbogen anschließt. Eine solche im Unterschied zu einer Käfigzugfeder im Wesentlichen einfach U-förmig gebogenen Klemmfeder ist mit dem Anlageschenkel, oder dem Klemmschenkel gegenüberliegt, im Isolierstoffgehäuse und ggf. an oder in der Stromschiene festgelegt. Das freie Ende des Anlageschenkels kann hierbei beispielsweise in eine Öffnung in der Stromschiene eingesteckt sein.

[0013] Der Klemmschenkel der mindestens einen Klemmfeder kann im Mündungsbereich des Betätigungskanals in Richtung des Anlageschenkels zurückgebogen sein, während sich der in Richtung der Breite der Klemmfeder benachbarte Klemmabschnitt der Klemmfeder für den elektrischen Leiter vom Anlageschenkel weg erstreckt.

[0014] Über die Breite der Klemmfeder im Bereich der Klemmstelle gesehen ist die Klemmfeder somit zweigeteilt und weist einen zum Anklemmen des elektrischen Leiters optimierten Klemmabschnitt und einen zur Betätigung mit einem Betätigungswerkzeug über den Betätigungskanal optimierten Betätigungsabschnitt auf. Durch das Zurückbiegen des Anlageschenkels im Bereich des Betätigungsabschnitts kann die Auslenkung der Feder begrenzt werden. Der zurückgebogene Abschnitt des Anlageschenkels bildet somit einen Überlastschutz, indem dieser im betätigten Zustand der Klemmfeder an den Anlageschenkel oder das Isolierstoffgehäuse anstößt. Zudem wird durch das Zurückbiegen des Klemmschenkels eine verbesserte Führung eines Betätigungswerkzeuges erreicht, so dass die Gefahr des Einklemmens des Betätigungswerkzeuges durch die Klemmfeder reduziert ist.

[0015] In entsprechender Weise ist am Isolierstoffgehäuse oder einem Stromschienenabschnitt ein Überlastanschlag vorgesehen, der an das die Klemmstelle bildende freie Klemmende der Klemmfeder derart angepasst ist, dass bei dem Versuch einer übermäßigen Auslenkung der Klemmfeder durch einen elektrischen Leiter das freie Klemmende an den Überlastanschlag anstößt.

[0016] Das Klemmenbauelement kann ein aktives oder passives Bauelement sein. So können zwei oder mehr Federklemmen durch die eine gemeinsame Stromschiene einfach miteinander verbunden sein, um hierdurch an die Federklemmen angeklemmte Leiter elektrisch miteinander zu verbinden.

[0017] Denkbar ist aber auch, dass in dem Isolierstoffgehäuse mit mindestens einer Federklemme elektrisch leitend verbundene elektrische und/oder elektronische (aktive und/oder passive) Bauelemente angeordnet sind. Ein solches Klemmenbauelement kann beispielsweise ein Ein-/Ausgabe-Modul zum Anklemmen von Feldgeräten sein, wobei an den Seitenflächen des Isolierstoffgehäuses Anschlusskontakte zur Etablierung eines Datenbusses und/oder einer Leistungsstromversorgung angeordnet sind, wenn zwei oder mehr Klemmbauelemente unmittelbar angrenzend aneinander auf eine Hutschiene aufgerastet sind. Vorteilhaft ist es dabei, wenn das Isolierstoffgehäuse Rasthaken zum Aufrasten des Klemmenbauelementes auf eine Hutschiene hat.

[0018] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen mit den beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 a - d
- Querschnittsansicht durch ein Klemmenbauelement im Teilschnitt im unbetätigten Zustand, bei der Betätigung durch einen Schraubendreher, nach einstecken eines elektrischen Leiters und im abschließenden Klemmzustand;
Figur 2
- Querschnittsansicht eines Klemmenbauelementes im Teilschnitt mit in Richtung Anlageschenkel zurückgebogenem Klemmschenkel im Bereich des Betätigungsabschnitts;
Figur 3
- Längsschnitt durch das Klemmenbauelement aus Figur 2 im Teilschnitt;
Figur 4
- Draufsicht auf die Klemmenbauelemente aus Figuren 1 bis 3 im Bereich einer Klemmstelle;
Figur 5
- Draufsicht auf ein herkömmliches Klemmenbauelement im Bereich einer Klemmstelle.


[0019] Figuren 1a) bis d) lassen einen Teilschnitt durch ein Klemmenbauelement 1 im Querschnitt mit einer Betätigungssequenz erkennen.

[0020] Figur 1a) zeigt den Teilschnitt des Klemmenbauelementes 1 im unbetätigten Zustand. Erkennbar ist, dass in ein Isolierstoffgehäuse 2 eine Leitereinführungsöffnung 3 eingebracht ist, die zu einer Federklemme 4 führt, die in an sich bekannter Weise aus einem Stromschienenstück 5 und einer im Wesentlichen U-förmig gebogenen Klemmfeder 6 gebildet ist. Die Klemmfeder 6 hat einen im Isolierstoffgehäuse 2 und/oder dem Stromschienestück 5 festgelegten Anlageabschnitt 7, einen sich daran anschließenden Federbogen 8 und einen sich an den Federbogen 8 anschließenden Klemmschenkel 9, dessen freies Ende 10 im ausgefederten (entspannten) Zustand an einem Vorsprung 11 des Stromschienenstücks 5 anliegt und in diesem Bereich eine Klemmstelle für einen elektrischen Leiter bildet.

[0021] Deutlich wird auch, dass der Klemmschenkel 9 über die Breite der Klemmfeder 6, d. h. in der Querschnittsansicht in Blickrichtung quer zur Längserstreckungsrichtung L des Klemmschenkels 9 und quer zur Federrichtung F der Klemmfeder 6 zweigeteilt derart ist, dass sich ein an die Klemmstelle bildender und an dem Stromschienenstück anliegender Klemmabschnitt des freien Endes 10 in Richtung Stromschienenstück 5 erstreckt, während ein über die Breite der Klemmfeder 6 benachbarter Betätigungsabschnitt 12 leicht in Richtung des Anlageschenkels 6 zurückgebogen ist. Erkennbar ist, dass die Auslenkung in einem Winkel von etwa 15 bis 45 Grad von der Längserstreckungsrichtung des die Klemmstelle bildenden freien Endes 10 erfolgt. Das freie Ende des Betätigungsabschnitts muss dabei nicht auf den Anlageschenkel 7 im entspannten Zustand der Klemmfeder 6 weisen, ist aber dennoch im Vergleich zu dem freien Ende 10 in Richtung Anlageschenkel zurückgebogen.

[0022] In entsprechender Weise ist am Isolierstoffgehäuse 2 oder einem Abschnitt des Stromschienenstücks 5 ein Überlastanschlag Ü vorgesehen, der an das die Klemmstelle bildende freie Klemmende 10 der Klemmfeder 6 derart angepasst ist, dass bei dem Versuch einer übermäßigen Auslenkung der Klemmfeder 6 durch einen elektrischen Leiter das freie Klemmende 10 an den Überlastanschlag Ü anstößt. Damit wird auch ein Schutz gegen Überlastung durch den elektrischen Leiter, beispielsweise aufgrund eines unzulässig verbogenen Leiterendes oder eines zu großen Leiterquerschnitts erreicht.

[0023] Figur 1b) lässt den Zustand des Klemmenbauelements 1 bei der Betätigung durch einen Schraubendreher 13 erkennen, der in einen neben der Leitereinführungsöffnung 3 angeordneten und bezogen auf den dargestellten Querschnitt in gleicher Flucht verlaufenden Betätigungskanal 14 eingeführt ist. Der Betätigungskanal 14 erstreckt sich so weit, dass das freie Ende des Schraubendrehers 13 den Betätigungsabschnitt 12 erreichen kann und den Klemmschenkel 9 mit der schmalen Seitenflanke des Schraubendrehers 13 in Richtung Anlageschenkel 7 zurückdrückt. Die den Betätigungsabschnitt 12 gegenüberliegende schmale Seitenkante des Schraubendrehers 13 liegt dabei am Isolierstoffgehäuse 2 an.

[0024] Erkennbar ist auch, dass durch das Zurückbiegen des Klemmschenkels 9 im Bereich des Betätigungsabschnitts 12 das freie Ende des Betätigungsabschnitts 12 annährend parallel an der schmalen Seitenkante des Schraubendrehers 13 anliegt und annährend parallel zu der gegenüberliegenden Wandung des Isolierstoffgehäuses 2 im Bereich des Betätigungskanals 14 verläuft, wenn die Klemmfeder 6 vollständig ausgelenkt ist. Hierdurch kann die Gefahr des Verklemmens des Schraubendrehers 13 durch die Klemmfeder 6 reduziert werden.

[0025] Deutlich wird auch, dass das die Klemmstelle bildende freie Ende 10 des Klemmschenkels 9 hinter dem Schraubendreher 13 vorbeigeführt ist und z. B. ein wenig unter dem freien Ende des Schraubendrehers 13 hervorragt. Der Schraubendreher 13 als Betätigungswerkzeug wirkt somit über die Breite der Klemmfeder 16 im Bereich des Betätigungsabschnitts, während der angrenzende Klemmabschnitt mit der Klemmstelle für einen anzuklemmenden elektrischen Leiter frei bleibt.

[0026] Figur 1c) lässt den Betätigungszustand des Klemmbauelementes 1 erkennen, bei dem die Klemmfeder 6 durch den Schraubendreher 13 wie in der Figur 1b) geöffnet ist und nunmehr ein elektrischer Leiter 15 mit einem am Ende abisolierten freien Leiterende in den Leitereinführungskanal 3 eingeführt ist. Durch das Zurückbiegen des Klemmschenkels 9 entgegen der Federkraft in Richtung Anlageschenkel 7 wird das die Klemmstelle bildende freie Ende 10 des Klemmschenkels 9 soweit aus dem Leitereinführungsbereich herausgefedert, dass der elektrische Leiter 15 problemlos in das Isolierstoffgehäuse 2 und die Federklemme 4 eingeführt werden kann.

[0027] Figur 1d) lässt den abschließenden Klemmzustand erkennen, bei dem der Schraubendreher 13 nunmehr aus dem Betätigungskanal 14 herausgezogen wird und der Betätigungsabschnitt 12 auf diese Weise freigegeben ist. Deutlich wird, dass die Klemmfeder 6 hierdurch wieder mit ihrem Klemmschenkel 9 in Richtung Stromschienenstück zurückfedern kann, so dass das freie, eine Klemmstelle bildende Ende 10 an dem abisolierten freien Ende des elektrischen Leiters 15 anliegt und dieses gegen die Stromschiene 5 und insbesondere gegen den Vorsprung 11 der Stromschiene 5 drückt. Durch den Vorsprung 11 von der Stromschiene 5 wird ein definierter Kontaktpunkt mit möglichst geringer Kontaktfläche sichergestellt, so dass die verfügbare Federkraft auf diese möglichst kleine Kontaktfläche konzentriert werden kann, wie an sich bekannt ist.

[0028] Das Klemmenbauelement 1 bietet durch in Querrichtung gesehenen parallel zur Leitersteckrichtung laufenden Betätigungskanal 14 und das Vorsehen des Betätigungsabschnitts in Breitenrichtung der Klemmfeder 6 die Möglichkeit einer sehr platz-sparenden Ausgestaltung. Zudem ist für den Betätigungskanal 14 und die Leitereinführungsöffnung 3 prinzipiell die gleiche Öffnung nutzbar. Denkbar ist aber auch, dass zwischen Betätigungskanal 14 und Leitereinführungsöffnung 3 eine (dünne) Wand aus Isolierstoffmaterial vorgesehen ist, die integral mit dem Isolierstoffgehäuse 2 gefertigt ist.

[0029] Durch die seitliche Abwinklung des Klemmschenkels 9 im Bereich des Betätigungsabschnitts kann zudem eine Begrenzung der Auslenkung der Klemmfeder 6 erreicht werden. Dies ist aus der Figur 2 besser erkennbar, die eine Querschnittsansicht eines Klemmenbauelementes 1 im Teilschnitt mit in Ruhestellung ausgefedertem Klemmschenkel 9 und in Betätigungsstellung in Richtung Anlageschenkel 7 zurückgebogenem Klemmschenkel 7 zeigt. Aus der in der linken Hälfte dargestellten Betätigungsposition wird deutlich, dass der in Richtung Anlageschenkel 7 umgebogene Betätigungsabschnitt 12 mit seinem freien Ende des Klemmschenkels 9 am Anlageschenkel 7 anliegt, wenn der Schraubendreher 13 in den Betätigungskanal 14 eingeführt ist. Eine weitere Auslenkung und Überlastung der Klemmfeder 6 wird hierdurch verhindert.

[0030] Erkennbar ist weiterhin, dass der Anlageschenkel 7 der Klemmfeder 6 mit seinem freien Ende in eine Öffnung des Stromschienenstücks 5 eintaucht, um die Klemmfeder 6 an dem Stromschienenstück 5 festzulegen. Weiterhin ist erkennbar, dass das Stromschienenstück 5 selbst annährend U-förmig gebogen ist, um an seinem Boden eine Anschlagfläche für den elektrischen Leiter 15 und mit seinem nach oben gebogenen freien Ende eine Klemmstelle bereitzustellen.

[0031] Figur 3 lässt einen Längsschnitt durch das Klemmbauelement 1 aus Figur 2 im Teilschnitt erkennen. Deutlich wird hierbei, dass in der dargestellten Ausführungsform die Leitereinführungsöffnung 3 räumlich durch eine Zwischenwand 16 aus Isolierstoffmaterial des Isolierstoffgehäuses 2 von dem Betätigungskanal 14 getrennt ist. Erkennbar ist zudem, dass der Betätigungskanal im Querschnitt, d.h. in Richtung der Breite der Klemmfeder 6 gesehen in einer Flucht zur Leitereinführungsöffnung 3 verläuft, während die Hauptachse des Betätigungskanals 16 im Längsschnitt (Figur 3) leicht winklig (5 bis 25 Grad) zur Hauptachse der Leitereinführungsöffnung 3 verkippt ist. Weiterhin wird deutlich, dass der Betätigungskanal von der oberen Öffnung nach unten zur Federklemme 4 im Längsschnitt konisch zulaufend und damit entsprechend an die konisch zulaufende Kontur herkömmlicher Schraubendreher 13 angepasst ist.

[0032] Figur 4 zeigt eine Draufsicht auf die Klemmenbauelemente 1 aus Figuren 1 bis 3 im Bereich einer Klemmstelle. Es wird deutlich, dass durch die Betätigung der Federklemme mit einem hochkant gesteckten Schraubendreher und die hierdurch ermöglichte Anordnung des Betätigungskanals 14 in Breitenrichtung der Klemmfeder 6 neben der Leitereinfiihrungsöffnung 3 eine in Länge und Breite ausgewogene, annähernd quadratische Platzaufteilung resultiert. Hingegen resultiert bei den in Figur 5 dargestellten herkömmlichen Klemmenbauelementen 1 ein in Breite und Länge ungleicher Platzbedarf. Das erfindungsgemäße Klemmenbauelement 1 ermöglicht durch die ausgewogene Verteilung von Klemmfeder 6, Betätigungskanal 14 und Leitereinführungsöffnung 3 eine Platzierung der Federklemmen in einem gleichmäßigen Raster. Durch die größere Breite der Klemmfeder 6 im Vergleich zu der in Figur 5 gezeigten herkömmlichen Variante ist es möglich, die Dicke des Federblechs zu reduzieren, wodurch der Radius des Federbogens ebenfalls verringert werden kann, ohne Einbußen an Federkraft zu haben. Dies führt zu einer Verringerung der Baugröße.

[0033] Das Klemmenbauelement 1 kann beispielsweise eine Reihenklemme sein, bei dem zwei oder mehr Klemmstellen über die Stromschienen 5 miteinander verbunden sind. Derartige Reihenklemmen sind an sich hinreichend bekannt. Sie können auch mit elektrischem und/oder elektronischen Bauelementen, wie Relais, Sicherungen etc. ausgestattet sein, um auf diese Weise so genannte Funktionsklemmen zu bilden, wie beispielsweise Trenn- und Messklemmen, Sicherungsklemmen, Initiatoren- und Aktorenklemmen, Diodenklemmen, LED-Klemmen, etc. Denkbar ist allerdings auch, dass Klemmenbauelemente Module für die Automatisierungstechnik sind, wie beispielsweise Feldbuskoppler und daran angeschlossene Ein-/Ausgabe-Module, die über die Federklemmen mit Feldbusgeräten verbunden sind. Dabei ist es vorteilhaft, wenn an den Seitenwandungen des Isolierstoffgehäuses zwei Anschlusskontakte zur Etablierung eines Datenbusses und/oder einer Leistungsstromversorgung hervorragen, wenn Klemmenbauelemente aneinander angrenzend nebeneinander auf einer Hutschiene aufgesetzt sind (vgl. DE 44 02 002 B4).


Ansprüche

1. Klemmenbauelement (1) mit einem Isolierstoffgehäuse (2) und mit mindestens einer Federklemme (4) zum Anklemmen eines elektrischen Leiters (15), wobei die Federklemme (4) ein Stromschienenstück (5) und eine sich in Längserstreckungsrichtung (L) mit einem freien Klemmende (11) in Richtung des Stromschienenstücks (5) erstreckende und unter Bildung einer Klemmstelle für den elektrischen Leiter (15) gegen das Stromschienenstück (5) federnde Klemmfeder (6) hat, und wobei im Isolierstoffgehäuse (2) mindestens eine zu einer zugeordneten Klemmstelle führende Leitereinführungsöffnung (3) und jeweils ein neben einer Leitereinführungsöffnung (3) angeordneter und zum Einführen eines Betätigungswerkzeuges (13) und Öffnen der zugeordneten Klemmfeder (6) mit dem Betätigungswerkzeug (13) vorgesehener Betätigungskanal (14) ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungskanal in einem quer zur Längserstreckungsrichtung (L) an die Klemmstelle für den elektrischen Leiter (15) angrenzenden Betätigungsabschnitt (12) der Klemmfeder (6) mündet, so dass Klemmstelle und Betätigungsabschnitt (12) auf der Breite der Klemmfeder (6) nebeneinander liegen, dass die Leitereinführungsöffnung (3) räumlich durch eine Zwischenwand (16) aus Isolierstoffmaterial des Isolierstoffgehäuses (2) von dem Betätigungskanal (14) getrennt ist, dass der Betätigungskanal (14) im Querschnitt in Richtung der Breite der Klemmfeder (6) gesehen in einer Flucht zur Leitereinfiihrungsöffnung (3) verläuft, während die Hauptachse des Betätigungskanals (14) im Längsschnitt im Winkel von 5 bis 25 Grad zur Hauptachse der Leitereinfiihrungsöffnung (3) verkippt ist, und dass der Betätigungskanal (14) von der oberen Öffnung nach unten zur Federklemme (4) im Längsschnitt konisch zulaufend ist.
 
2. Klemmenbauelement (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt des Betätigungskanals (14) quer zur Längsersteckungsrichtung (L) in Richtung der Breite der Klemmfeder (6) schmaler als quer zur Breite der Klemmfeder (6) ist.
 
3. Klemmenbauelement (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Klemmfeder (6) ausgehend von einem sich im Wesentlichen parallel zur Hauptachse der Leitereinführungsöffnung (3) erstreckenden und am Isolierstoffgehäuse (2) anliegenden Anlageschenkel (7) mit einem Federbogen (8) umgebogen ist, und ein sich an den Federbogen (8) anschließender Klemmschenkel (9) ist Richtung Stromschienenstück (5) erstreckt.
 
4. Klemmenbauelement (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Anlageschenkel (7) der mindestens einen Klemmfeder (6) in dem Stromschienenstück (5) festgelegt ist.
 
5. Klemmenbauelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Klemmschenkel (9) im Mündungsbereich des Betätigungskanals (14) in Richtung des Anlageschenkels (7) zurückgebogen ist, während sich der in Richtung der Breite der Klemmfeder (6) benachbarte Klemmstellenabschnitt der Klemmfeder (6) für den elektrischen Leiter (15) vom Anlageschenkel (7) weg erstreckt.
 
6. Klemmenbauelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen an das die Klemmstelle bildende freie Klemmende (10) der Klemmfeder (6) derart angepassten Überlastanschlag (Ü) am Isolierstoffgehäuse (2) oder dem Stromschienenstück (5), dass eine übermäßige Auslenkung der Klemmfeder (6) durch einen elektrischen Leiter durch Anstoßen des freien Klemmendes (10) an den Überlastanschlag (Ü) verhindert wird.
 
7. Klemmenbauelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Isolierstoffgehäuse (2) mit mindestens einer Federklemme (4) elektrisch verbundene elektrische und/oder elektronische Bauelemente angeordnet sind.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente