[0001] Die Erfindung betrifft ein Klemmenbauelement mit einem Isolierstoffgehäuse und mit
mindestens einer Federklemme zum Anklemmen eines elektrischen Leiters, wobei die Federklemme
eine Stromschienenstück und eine sich in Längserstreckungsrichtung mit einem freien
Klemmende in Richtung des Stromschienenstücks erstreckende und unter Bildung einer
Klemmstelle für den elektrischen Leiter gegen das Stromschienenstück federnde Klemmfeder
hat, und wobei im Isolierstoffgehäuse mindestens eine zu einer zugeordneten Klemmstelle
führende Leitereinführungsöffnung und jeweils ein neben einer Leitereinführungsöffnung
angeordneter und zum Einführen eines Betätigungswerkzeugs und Öffnen der zugeordneten
Klemmfeder mit dem Betätigungswerkzeug vorgesehener Betätigungskanal ist.
[0002] Derartige Klemmbauelemente sind beispielsweise als Reihenklemmen oder als mit Feldgeräten
über die Federklemmen verbindbaren Ein-/Ausgabe-Modulen eines Feldbussystems an sich
hinreichend bekannt und werden insbesondere in der Automatisierungstechnik eingesetzt.
Die Federklemmen bieten mit ihrer Klemmfeder einen langzeitstabilen, rüttelfesten
Kontakt für einen elektrischen Leiter. Zum Öffnen der Klemmstelle ist allerdings eine
Betätigung der Klemmfeder entgegen der Federrückstellkraft notwendig.
[0003] Zur Betätigung von Klemmfedern sind beispielsweise aus
DE 299 15 515 U1,
EP 0 335 093 B1,
GB 1 593 321,
AT 376 524 B und
DE 28 26 978 C2 in das Isolierstoffgehäuse integrierte Betätigungshebel bekannt, die in Richtung
der Breite der Klemmfedern neben der Klemmstelle für den elektrischen Leiter auf die
Klemmfeder drücken. Die Betätigungsrichtung des Betätigungshebels unterscheidet sich
dabei von der Leitereinführungsrichtung, so dass die Federklemmen eine relativ große
Baubreite einnehmen.
[0004] Beispielsweise aus
DE 27 24 354 C2 und
DE 79 11 182 U1 sind Klemmenbauelemente bekannt, bei denen schräg zur Leitereinführungsöffnung Betätigungskanäle
vorgesehen sind, um eine Klemmfeder zu betätigen. Die durch die Hauptachsen der Leitereinführungsöffnungen
und des Betätigungskanals jeweils aufgespannten und die Klemmfeder im Bereich der
Klemmstelle quer zur Längserstreckungsrichtung über die Breite der Klemmfeder schneidenden
Ebenen stehenden im Winkel zueinander. Dies hat zur Folge, dass die den Leitereinführungsöffnungen
zugeordneten Betätigungskanäle einen relativ großen Raum einnehmen.
[0005] DE 195 04 092 B4 offenbart eine Federklemme für einen elektrischen Leiter, bei dem eine Leitereinfiihrungsöffnung
in Auslenkrichtung einer Zugfeder parallel zu einem Betätigungskanal angeordnet ist.
Während die Leitereinfiihrungsöffnung in einen Klemmabschnitt am freien Ende der Zugfeder
mündet, ist der Betätigungskanal auf einen gegenüberliegenden, sich an den einen Federbogen
anschließenden Betätigungsabschnitt der Zugfeder ausgerichtet um die Zugfeder von
dort aus mit einem Druckstift zu öffnen.
[0006] Eine derartige rückwärtige Betätigung ist auch für eine U-förmig gebogene Klemmfeder
aus der
DE 299 15 512 U1 bekannt.
[0007] Ausgehend hiervon ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Klemmenbauelement
zu schaffen, das bei möglichst geringem Bauraum eine einfache und zuverlässige Betätigung
einer Federklemme mit einem in einen Betätigungskanal eingeführten Betätigungswerkzeug
ermöglicht.
[0008] Die Aufgabe wird durch das Klemmenbauelement mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Es wird vorgeschlagen, dass der Betätigungskanal in einem quer zur Längserstreckungsrichtung
an die Klemmstelle für den elektrischen Leiter angrenzenden Betätigungsabschnitt der
Klemmfeder mündet, so dass Klemmstelle und Betätigungsabschnitt auf der Breite der
Klemmfeder nebeneinander liegen. Die Leitereinführungsöffnung ist räumlich durch eine
Zwischenwand aus Isolierstoffmaterial des Isolierstoffgehäuses von dem Betätigungskanal
getrennt. Der Betätigungskanal verläuft im Querschnitt in Richtung der Breite der
Klemmfeder gesehen in einer Flucht zur Leitereinführungsöffnung. Das heißt, dass die
durch die Hauptachsen der Leitereinführungsöffnungen und des Betätigungskanals jeweils
aufgespannten und quer zur Längserstreckungsrichtung der Klemmfeder im Bereich der
Klemmstelle die Breite der Klemmfeder schneidenden Ebenen annährend parallel zueinander
sind. Die Hauptachse des Betätigungskanals ist im Längsschnitt im Winkel von 5 bis
25 Grad zur Hauptachse der Leitereinführungsöffnung verkippt. Der Betätigungskanal
ist von der oberen Öffnung nach unten zur Federklemme im Längsschnitt konisch zulaufend.
[0009] Durch die Anordnung von Betätigungskanal und Leitereinführungsöffnung nebeneinander
so, dass im Querschnitt durch die Federklemme gesehen Betätigungskanal und Leitereinführungsöffnung
annährend in einer Flucht sind, wird ein minimaler Raum für den Betätigungskanal benötigt.
[0010] Die Betätigung der Klemmfeder mit einem Betätigungswerkzeug durch den Betätigungskanal
in der Breite der Klemmfeder gesehen neben dem elektrischen Leiter - und nicht wie
zumeist ober- oder unterhalb von der Klemmstelle - führt dazu, dass die Klemmfeder
mit den schmalen Seitenflanken eines Schraubendrehers geöffnet wird und nicht wie
herkömmlich mit der breiten Keilfläche. Dies führt dazu, dass die Betätigung wesentlich
sicherer ist und die Gefahr eines Verbiegens des Betätigungswerkzeuges reduziert wird.
[0011] Eine solche Betätigung durch die schmalen Seitenflanken eines Schraubendrehers ermöglicht
es auch, dass der Querschnitt des Betätigungskanals quer zur Längserstreckungsrichtung
des freien Endes der Klemmfeder in Richtung der Breite der Klemmfeder schmaler als
quer zur Breite der Klemmfeder sein kann. Hierdurch wird die Baugröße weiter reduziert.
[0012] Besonders vorteilhaft ist es, wenn mindestens eine Klemmfeder ausgehend von einem
sich im Wesentlichen parallel zur Hauptachse der Leitereinführungsöffnung erstreckenden
und am Isolierstoffgehäuse anliegenden Anlageschenkel mit einem Federbogen umgebogen
ist. Dann erstreckt sich ein Klemmschenkel in Richtung Stromschiene, der sich an den
Federbogen anschließt. Eine solche im Unterschied zu einer Käfigzugfeder im Wesentlichen
einfach U-förmig gebogenen Klemmfeder ist mit dem Anlageschenkel, oder dem Klemmschenkel
gegenüberliegt, im Isolierstoffgehäuse und ggf. an oder in der Stromschiene festgelegt.
Das freie Ende des Anlageschenkels kann hierbei beispielsweise in eine Öffnung in
der Stromschiene eingesteckt sein.
[0013] Der Klemmschenkel der mindestens einen Klemmfeder kann im Mündungsbereich des Betätigungskanals
in Richtung des Anlageschenkels zurückgebogen sein, während sich der in Richtung der
Breite der Klemmfeder benachbarte Klemmabschnitt der Klemmfeder für den elektrischen
Leiter vom Anlageschenkel weg erstreckt.
[0014] Über die Breite der Klemmfeder im Bereich der Klemmstelle gesehen ist die Klemmfeder
somit zweigeteilt und weist einen zum Anklemmen des elektrischen Leiters optimierten
Klemmabschnitt und einen zur Betätigung mit einem Betätigungswerkzeug über den Betätigungskanal
optimierten Betätigungsabschnitt auf. Durch das Zurückbiegen des Anlageschenkels im
Bereich des Betätigungsabschnitts kann die Auslenkung der Feder begrenzt werden. Der
zurückgebogene Abschnitt des Anlageschenkels bildet somit einen Überlastschutz, indem
dieser im betätigten Zustand der Klemmfeder an den Anlageschenkel oder das Isolierstoffgehäuse
anstößt. Zudem wird durch das Zurückbiegen des Klemmschenkels eine verbesserte Führung
eines Betätigungswerkzeuges erreicht, so dass die Gefahr des Einklemmens des Betätigungswerkzeuges
durch die Klemmfeder reduziert ist.
[0015] In entsprechender Weise ist am Isolierstoffgehäuse oder einem Stromschienenabschnitt
ein Überlastanschlag vorgesehen, der an das die Klemmstelle bildende freie Klemmende
der Klemmfeder derart angepasst ist, dass bei dem Versuch einer übermäßigen Auslenkung
der Klemmfeder durch einen elektrischen Leiter das freie Klemmende an den Überlastanschlag
anstößt.
[0016] Das Klemmenbauelement kann ein aktives oder passives Bauelement sein. So können zwei
oder mehr Federklemmen durch die eine gemeinsame Stromschiene einfach miteinander
verbunden sein, um hierdurch an die Federklemmen angeklemmte Leiter elektrisch miteinander
zu verbinden.
[0017] Denkbar ist aber auch, dass in dem Isolierstoffgehäuse mit mindestens einer Federklemme
elektrisch leitend verbundene elektrische und/oder elektronische (aktive und/oder
passive) Bauelemente angeordnet sind. Ein solches Klemmenbauelement kann beispielsweise
ein Ein-/Ausgabe-Modul zum Anklemmen von Feldgeräten sein, wobei an den Seitenflächen
des Isolierstoffgehäuses Anschlusskontakte zur Etablierung eines Datenbusses und/oder
einer Leistungsstromversorgung angeordnet sind, wenn zwei oder mehr Klemmbauelemente
unmittelbar angrenzend aneinander auf eine Hutschiene aufgerastet sind. Vorteilhaft
ist es dabei, wenn das Isolierstoffgehäuse Rasthaken zum Aufrasten des Klemmenbauelementes
auf eine Hutschiene hat.
[0018] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen mit den beigefügten
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1 a - d
- - Querschnittsansicht durch ein Klemmenbauelement im Teilschnitt im unbetätigten Zustand,
bei der Betätigung durch einen Schraubendreher, nach einstecken eines elektrischen
Leiters und im abschließenden Klemmzustand;
- Figur 2
- - Querschnittsansicht eines Klemmenbauelementes im Teilschnitt mit in Richtung Anlageschenkel
zurückgebogenem Klemmschenkel im Bereich des Betätigungsabschnitts;
- Figur 3
- - Längsschnitt durch das Klemmenbauelement aus Figur 2 im Teilschnitt;
- Figur 4
- - Draufsicht auf die Klemmenbauelemente aus Figuren 1 bis 3 im Bereich einer Klemmstelle;
- Figur 5
- - Draufsicht auf ein herkömmliches Klemmenbauelement im Bereich einer Klemmstelle.
[0019] Figuren 1a) bis d) lassen einen Teilschnitt durch ein Klemmenbauelement 1 im Querschnitt
mit einer Betätigungssequenz erkennen.
[0020] Figur 1a) zeigt den Teilschnitt des Klemmenbauelementes 1 im unbetätigten Zustand.
Erkennbar ist, dass in ein Isolierstoffgehäuse 2 eine Leitereinführungsöffnung 3 eingebracht
ist, die zu einer Federklemme 4 führt, die in an sich bekannter Weise aus einem Stromschienenstück
5 und einer im Wesentlichen U-förmig gebogenen Klemmfeder 6 gebildet ist. Die Klemmfeder
6 hat einen im Isolierstoffgehäuse 2 und/oder dem Stromschienestück 5 festgelegten
Anlageabschnitt 7, einen sich daran anschließenden Federbogen 8 und einen sich an
den Federbogen 8 anschließenden Klemmschenkel 9, dessen freies Ende 10 im ausgefederten
(entspannten) Zustand an einem Vorsprung 11 des Stromschienenstücks 5 anliegt und
in diesem Bereich eine Klemmstelle für einen elektrischen Leiter bildet.
[0021] Deutlich wird auch, dass der Klemmschenkel 9 über die Breite der Klemmfeder 6, d.
h. in der Querschnittsansicht in Blickrichtung quer zur Längserstreckungsrichtung
L des Klemmschenkels 9 und quer zur Federrichtung F der Klemmfeder 6 zweigeteilt derart
ist, dass sich ein an die Klemmstelle bildender und an dem Stromschienenstück anliegender
Klemmabschnitt des freien Endes 10 in Richtung Stromschienenstück 5 erstreckt, während
ein über die Breite der Klemmfeder 6 benachbarter Betätigungsabschnitt 12 leicht in
Richtung des Anlageschenkels 6 zurückgebogen ist. Erkennbar ist, dass die Auslenkung
in einem Winkel von etwa 15 bis 45 Grad von der Längserstreckungsrichtung des die
Klemmstelle bildenden freien Endes 10 erfolgt. Das freie Ende des Betätigungsabschnitts
muss dabei nicht auf den Anlageschenkel 7 im entspannten Zustand der Klemmfeder 6
weisen, ist aber dennoch im Vergleich zu dem freien Ende 10 in Richtung Anlageschenkel
zurückgebogen.
[0022] In entsprechender Weise ist am Isolierstoffgehäuse 2 oder einem Abschnitt des Stromschienenstücks
5 ein Überlastanschlag Ü vorgesehen, der an das die Klemmstelle bildende freie Klemmende
10 der Klemmfeder 6 derart angepasst ist, dass bei dem Versuch einer übermäßigen Auslenkung
der Klemmfeder 6 durch einen elektrischen Leiter das freie Klemmende 10 an den Überlastanschlag
Ü anstößt. Damit wird auch ein Schutz gegen Überlastung durch den elektrischen Leiter,
beispielsweise aufgrund eines unzulässig verbogenen Leiterendes oder eines zu großen
Leiterquerschnitts erreicht.
[0023] Figur 1b) lässt den Zustand des Klemmenbauelements 1 bei der Betätigung durch einen
Schraubendreher 13 erkennen, der in einen neben der Leitereinführungsöffnung 3 angeordneten
und bezogen auf den dargestellten Querschnitt in gleicher Flucht verlaufenden Betätigungskanal
14 eingeführt ist. Der Betätigungskanal 14 erstreckt sich so weit, dass das freie
Ende des Schraubendrehers 13 den Betätigungsabschnitt 12 erreichen kann und den Klemmschenkel
9 mit der schmalen Seitenflanke des Schraubendrehers 13 in Richtung Anlageschenkel
7 zurückdrückt. Die den Betätigungsabschnitt 12 gegenüberliegende schmale Seitenkante
des Schraubendrehers 13 liegt dabei am Isolierstoffgehäuse 2 an.
[0024] Erkennbar ist auch, dass durch das Zurückbiegen des Klemmschenkels 9 im Bereich des
Betätigungsabschnitts 12 das freie Ende des Betätigungsabschnitts 12 annährend parallel
an der schmalen Seitenkante des Schraubendrehers 13 anliegt und annährend parallel
zu der gegenüberliegenden Wandung des Isolierstoffgehäuses 2 im Bereich des Betätigungskanals
14 verläuft, wenn die Klemmfeder 6 vollständig ausgelenkt ist. Hierdurch kann die
Gefahr des Verklemmens des Schraubendrehers 13 durch die Klemmfeder 6 reduziert werden.
[0025] Deutlich wird auch, dass das die Klemmstelle bildende freie Ende 10 des Klemmschenkels
9 hinter dem Schraubendreher 13 vorbeigeführt ist und z. B. ein wenig unter dem freien
Ende des Schraubendrehers 13 hervorragt. Der Schraubendreher 13 als Betätigungswerkzeug
wirkt somit über die Breite der Klemmfeder 16 im Bereich des Betätigungsabschnitts,
während der angrenzende Klemmabschnitt mit der Klemmstelle für einen anzuklemmenden
elektrischen Leiter frei bleibt.
[0026] Figur 1c) lässt den Betätigungszustand des Klemmbauelementes 1 erkennen, bei dem
die Klemmfeder 6 durch den Schraubendreher 13 wie in der Figur 1b) geöffnet ist und
nunmehr ein elektrischer Leiter 15 mit einem am Ende abisolierten freien Leiterende
in den Leitereinführungskanal 3 eingeführt ist. Durch das Zurückbiegen des Klemmschenkels
9 entgegen der Federkraft in Richtung Anlageschenkel 7 wird das die Klemmstelle bildende
freie Ende 10 des Klemmschenkels 9 soweit aus dem Leitereinführungsbereich herausgefedert,
dass der elektrische Leiter 15 problemlos in das Isolierstoffgehäuse 2 und die Federklemme
4 eingeführt werden kann.
[0027] Figur 1d) lässt den abschließenden Klemmzustand erkennen, bei dem der Schraubendreher
13 nunmehr aus dem Betätigungskanal 14 herausgezogen wird und der Betätigungsabschnitt
12 auf diese Weise freigegeben ist. Deutlich wird, dass die Klemmfeder 6 hierdurch
wieder mit ihrem Klemmschenkel 9 in Richtung Stromschienenstück zurückfedern kann,
so dass das freie, eine Klemmstelle bildende Ende 10 an dem abisolierten freien Ende
des elektrischen Leiters 15 anliegt und dieses gegen die Stromschiene 5 und insbesondere
gegen den Vorsprung 11 der Stromschiene 5 drückt. Durch den Vorsprung 11 von der Stromschiene
5 wird ein definierter Kontaktpunkt mit möglichst geringer Kontaktfläche sichergestellt,
so dass die verfügbare Federkraft auf diese möglichst kleine Kontaktfläche konzentriert
werden kann, wie an sich bekannt ist.
[0028] Das Klemmenbauelement 1 bietet durch in Querrichtung gesehenen parallel zur Leitersteckrichtung
laufenden Betätigungskanal 14 und das Vorsehen des Betätigungsabschnitts in Breitenrichtung
der Klemmfeder 6 die Möglichkeit einer sehr platz-sparenden Ausgestaltung. Zudem ist
für den Betätigungskanal 14 und die Leitereinführungsöffnung 3 prinzipiell die gleiche
Öffnung nutzbar. Denkbar ist aber auch, dass zwischen Betätigungskanal 14 und Leitereinführungsöffnung
3 eine (dünne) Wand aus Isolierstoffmaterial vorgesehen ist, die integral mit dem
Isolierstoffgehäuse 2 gefertigt ist.
[0029] Durch die seitliche Abwinklung des Klemmschenkels 9 im Bereich des Betätigungsabschnitts
kann zudem eine Begrenzung der Auslenkung der Klemmfeder 6 erreicht werden. Dies ist
aus der Figur 2 besser erkennbar, die eine Querschnittsansicht eines Klemmenbauelementes
1 im Teilschnitt mit in Ruhestellung ausgefedertem Klemmschenkel 9 und in Betätigungsstellung
in Richtung Anlageschenkel 7 zurückgebogenem Klemmschenkel 7 zeigt. Aus der in der
linken Hälfte dargestellten Betätigungsposition wird deutlich, dass der in Richtung
Anlageschenkel 7 umgebogene Betätigungsabschnitt 12 mit seinem freien Ende des Klemmschenkels
9 am Anlageschenkel 7 anliegt, wenn der Schraubendreher 13 in den Betätigungskanal
14 eingeführt ist. Eine weitere Auslenkung und Überlastung der Klemmfeder 6 wird hierdurch
verhindert.
[0030] Erkennbar ist weiterhin, dass der Anlageschenkel 7 der Klemmfeder 6 mit seinem freien
Ende in eine Öffnung des Stromschienenstücks 5 eintaucht, um die Klemmfeder 6 an dem
Stromschienenstück 5 festzulegen. Weiterhin ist erkennbar, dass das Stromschienenstück
5 selbst annährend U-förmig gebogen ist, um an seinem Boden eine Anschlagfläche für
den elektrischen Leiter 15 und mit seinem nach oben gebogenen freien Ende eine Klemmstelle
bereitzustellen.
[0031] Figur 3 lässt einen Längsschnitt durch das Klemmbauelement 1 aus Figur 2 im Teilschnitt
erkennen. Deutlich wird hierbei, dass in der dargestellten Ausführungsform die Leitereinführungsöffnung
3 räumlich durch eine Zwischenwand 16 aus Isolierstoffmaterial des Isolierstoffgehäuses
2 von dem Betätigungskanal 14 getrennt ist. Erkennbar ist zudem, dass der Betätigungskanal
im Querschnitt, d.h. in Richtung der Breite der Klemmfeder 6 gesehen in einer Flucht
zur Leitereinführungsöffnung 3 verläuft, während die Hauptachse des Betätigungskanals
16 im Längsschnitt (Figur 3) leicht winklig (5 bis 25 Grad) zur Hauptachse der Leitereinführungsöffnung
3 verkippt ist. Weiterhin wird deutlich, dass der Betätigungskanal von der oberen
Öffnung nach unten zur Federklemme 4 im Längsschnitt konisch zulaufend und damit entsprechend
an die konisch zulaufende Kontur herkömmlicher Schraubendreher 13 angepasst ist.
[0032] Figur 4 zeigt eine Draufsicht auf die Klemmenbauelemente 1 aus Figuren 1 bis 3 im
Bereich einer Klemmstelle. Es wird deutlich, dass durch die Betätigung der Federklemme
mit einem hochkant gesteckten Schraubendreher und die hierdurch ermöglichte Anordnung
des Betätigungskanals 14 in Breitenrichtung der Klemmfeder 6 neben der Leitereinfiihrungsöffnung
3 eine in Länge und Breite ausgewogene, annähernd quadratische Platzaufteilung resultiert.
Hingegen resultiert bei den in Figur 5 dargestellten herkömmlichen Klemmenbauelementen
1 ein in Breite und Länge ungleicher Platzbedarf. Das erfindungsgemäße Klemmenbauelement
1 ermöglicht durch die ausgewogene Verteilung von Klemmfeder 6, Betätigungskanal 14
und Leitereinführungsöffnung 3 eine Platzierung der Federklemmen in einem gleichmäßigen
Raster. Durch die größere Breite der Klemmfeder 6 im Vergleich zu der in Figur 5 gezeigten
herkömmlichen Variante ist es möglich, die Dicke des Federblechs zu reduzieren, wodurch
der Radius des Federbogens ebenfalls verringert werden kann, ohne Einbußen an Federkraft
zu haben. Dies führt zu einer Verringerung der Baugröße.
[0033] Das Klemmenbauelement 1 kann beispielsweise eine Reihenklemme sein, bei dem zwei
oder mehr Klemmstellen über die Stromschienen 5 miteinander verbunden sind. Derartige
Reihenklemmen sind an sich hinreichend bekannt. Sie können auch mit elektrischem und/oder
elektronischen Bauelementen, wie Relais, Sicherungen etc. ausgestattet sein, um auf
diese Weise so genannte Funktionsklemmen zu bilden, wie beispielsweise Trenn- und
Messklemmen, Sicherungsklemmen, Initiatoren- und Aktorenklemmen, Diodenklemmen, LED-Klemmen,
etc. Denkbar ist allerdings auch, dass Klemmenbauelemente Module für die Automatisierungstechnik
sind, wie beispielsweise Feldbuskoppler und daran angeschlossene Ein-/Ausgabe-Module,
die über die Federklemmen mit Feldbusgeräten verbunden sind. Dabei ist es vorteilhaft,
wenn an den Seitenwandungen des Isolierstoffgehäuses zwei Anschlusskontakte zur Etablierung
eines Datenbusses und/oder einer Leistungsstromversorgung hervorragen, wenn Klemmenbauelemente
aneinander angrenzend nebeneinander auf einer Hutschiene aufgesetzt sind (vgl.
DE 44 02 002 B4).
1. Klemmenbauelement (1) mit einem Isolierstoffgehäuse (2) und mit mindestens einer Federklemme
(4) zum Anklemmen eines elektrischen Leiters (15), wobei die Federklemme (4) ein Stromschienenstück
(5) und eine sich in Längserstreckungsrichtung (L) mit einem freien Klemmende (11)
in Richtung des Stromschienenstücks (5) erstreckende und unter Bildung einer Klemmstelle
für den elektrischen Leiter (15) gegen das Stromschienenstück (5) federnde Klemmfeder
(6) hat, und wobei im Isolierstoffgehäuse (2) mindestens eine zu einer zugeordneten
Klemmstelle führende Leitereinführungsöffnung (3) und jeweils ein neben einer Leitereinführungsöffnung
(3) angeordneter und zum Einführen eines Betätigungswerkzeuges (13) und Öffnen der
zugeordneten Klemmfeder (6) mit dem Betätigungswerkzeug (13) vorgesehener Betätigungskanal
(14) ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungskanal in einem quer zur Längserstreckungsrichtung (L) an die Klemmstelle
für den elektrischen Leiter (15) angrenzenden Betätigungsabschnitt (12) der Klemmfeder
(6) mündet, so dass Klemmstelle und Betätigungsabschnitt (12) auf der Breite der Klemmfeder
(6) nebeneinander liegen, dass die Leitereinführungsöffnung (3) räumlich durch eine
Zwischenwand (16) aus Isolierstoffmaterial des Isolierstoffgehäuses (2) von dem Betätigungskanal
(14) getrennt ist, dass der Betätigungskanal (14) im Querschnitt in Richtung der Breite
der Klemmfeder (6) gesehen in einer Flucht zur Leitereinfiihrungsöffnung (3) verläuft,
während die Hauptachse des Betätigungskanals (14) im Längsschnitt im Winkel von 5
bis 25 Grad zur Hauptachse der Leitereinfiihrungsöffnung (3) verkippt ist, und dass
der Betätigungskanal (14) von der oberen Öffnung nach unten zur Federklemme (4) im
Längsschnitt konisch zulaufend ist.
2. Klemmenbauelement (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt des Betätigungskanals (14) quer zur Längsersteckungsrichtung (L)
in Richtung der Breite der Klemmfeder (6) schmaler als quer zur Breite der Klemmfeder
(6) ist.
3. Klemmenbauelement (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Klemmfeder (6) ausgehend von einem sich im Wesentlichen parallel
zur Hauptachse der Leitereinführungsöffnung (3) erstreckenden und am Isolierstoffgehäuse
(2) anliegenden Anlageschenkel (7) mit einem Federbogen (8) umgebogen ist, und ein
sich an den Federbogen (8) anschließender Klemmschenkel (9) ist Richtung Stromschienenstück
(5) erstreckt.
4. Klemmenbauelement (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Anlageschenkel (7) der mindestens einen Klemmfeder (6) in dem Stromschienenstück
(5) festgelegt ist.
5. Klemmenbauelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Klemmschenkel (9) im Mündungsbereich des Betätigungskanals (14) in Richtung des
Anlageschenkels (7) zurückgebogen ist, während sich der in Richtung der Breite der
Klemmfeder (6) benachbarte Klemmstellenabschnitt der Klemmfeder (6) für den elektrischen
Leiter (15) vom Anlageschenkel (7) weg erstreckt.
6. Klemmenbauelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen an das die Klemmstelle bildende freie Klemmende (10) der Klemmfeder (6) derart
angepassten Überlastanschlag (Ü) am Isolierstoffgehäuse (2) oder dem Stromschienenstück
(5), dass eine übermäßige Auslenkung der Klemmfeder (6) durch einen elektrischen Leiter durch Anstoßen des freien Klemmendes (10) an den Überlastanschlag (Ü) verhindert wird.
7. Klemmenbauelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Isolierstoffgehäuse (2) mit mindestens einer Federklemme (4) elektrisch verbundene
elektrische und/oder elektronische Bauelemente angeordnet sind.