[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen von Anlagen unter gleichzeitiger
Detektion des Reinheitsgrades der Anlage.
STAND DER TECHNIK
[0002] Bei so genannten "CIP"-Anwendungen, d.h. bei der "Clean-in-place"-Reinigung von z.B.
Schank- oder Getränkeabfüllanlagen, üblicherweise mittels wässriger Lösungen starker
Oxidationsmittel, stellt sich das allgemeine Problem der Detektion des Reinheitsgrades
der gereinigten Anlage. Zu diesem Zweck werden den Lösungen Farbindikatoren zugesetzt,
bei denen bei Austritt aus der Anlage ein Farbumschlag zu beobachten ist, solange
darin oxidierbare (in der Regel organische) Verunreinigungen enthalten sind. Vorzugsweise
kommt hierfür Permanganat als starkes Oxidationsmittel zum Einsatz, das gleichzeitig
ein Farbindikatorsystem bereitstellt. In
EP 1.343.864 A1 und
EP 1.730.258 A1 (entspricht
WO 2005/044968 A1) offenbart auch die Anmelderin wasserlösliche, Permanganat enthaltende Reinigungs-
und Desinfektionsmittel, in denen neben Permanganat ein zweites Oxidationsmittel verwendet
wird, das mitunter als Haupt-Oxidationsmittel dient, während dem Permanganat vorwiegend
Indikatorfunktion zukommt.
[0003] Oftmals, z.B. bei Verwendung von Permanganat als einziges Oxidationsmittel, d.h.
bei hohen Konzentrationen des Indikators, ist es jedoch schwierig, anhand des Farbumschlags
zu erkennen, ob sich noch oxiderbare Rückstände in der Anlage befinden, weswegen häufig
weitaus mehr Reinigungslösung verbraucht wird als notwendig.
[0004] Zur Lösung dieses Problems wurde z.B. in
DE 10 2006 060 204 A1 ein Reinigungsverfahren vorgeschlagen, das eine Rezyklierung des Indikatormittels
zur Wiederverwendung als Oxidationsmittel umfasst. Als bevorzugte Reinigungs- und
Indikatormittel werden jene genannt, die in den oben zitierten Anmeldungen der Anmelderin
offenbart werden. In bevorzugten Ausführungsformen sieht
DE 10 2006 060 204 A1 vor, einen Farbwert der Reinigungszusammensetzung nach Austritt aus der Anlage zu
messen und mit ihrem Farbwert vor Eintritt zu vergleichen. Sobald die Werte im Wesentlichen,
d.h. im Rahmen eines bestimmten Toleranzbereichs, übereinstimmen, kann die Anlage
als ausreichend gereinigt angesehen werden. Falls nicht, müssen gemäß Absatz [0020]
ein oder mehrere Reinigungsschritte wiederholt werden, was impliziert, das es sich
dabei um ein diskontinuierliches Reinigungsverfahren handelt, das durch das Passieren
von Indikatorlösung durch die Anlage unterbrochen wird. Zur Bestimmung der Farbwerte
kann beispielsweise eine digitale Kamera, z.B. ein "Photo Eye" der Anmelderin, eingesetzt
werden.
[0005] Der Nachteil eines solchen Verfahrens gemäß
DE 10 2006 060 204 A1 besteht darin, dass die zu vergleichenden Werte, d.h. der nach Austritt aus der zu
reinigenden Anlage gemessene Farbwert und der Referenzwert des Indikatormittels vor
Eintritt, unter unterschiedlichen Bedingungen gemessen werden, wie dies nachstehend
näher ausgeführt wird, und nicht unmittelbar vergleichbar sind. Die vorliegende Erfindung
soll dieses Problem lösen.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
[0006] Dieses Ziel erreicht die Erfindung durch Bereitstellung eines Verfahrens zum Reinigen
einer Anlage, umfassend das Hindurchleiten einer zumindest ein Oxidationsmittel umfassenden
Reinigungszusammensetzung zum Oxidieren von Verunreinigungen sowie das Hindurchleiten
einer Indikatorzusammensetzung zum Detektieren des Reinheitszustands der Anlage durch
Beobachten einer Farbveränderung der Indikatorzusammensetzung, wozu Farbwerte derselben
an einer oder mehreren Stellen, zumindest aber nach deren Austritt aus der Anlage,
bestimmt und mit einem Sollwert verglichen werden, wobei
- a) eine farbindikatorhältige Reinigungszusammensetzung eingesetzt wird, die gleichzeitig
als Indikatorzusammensetzung dient; und
- b) die Zusammensetzung kontinuierlich durch die Anlage geleitet wird;
und wobei das erfindungsgemäße Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass:
- c) die Farbwerte F der Zusammensetzung nach deren Austritt aus der Anlage in festgelegten
zeitlichen Intervallen bestimmt werden;
- d) aus in zwei aufeinander folgenden Bestimmungen erhaltenen Farbwerten Differenzen
ΔF gebildet werden;
- e) vor Inbetriebnahme der reinen Anlage die Farbwerte so lange bestimmt werden, bis
eine Differenz ΔF von 0 festgestellt wird, wonach der zuletzt gemessene Farbwert als
inhärenter Anlagenwert FA definiert wird und eine maximal tolerierbare Abweichung von diesem Wert als Sollwert
ΔFA für die Reinigung festgelegt wird; und
- f) die Reinigung der Anlage nach deren Betrieb so lange durchgeführt wird, bis die
Differenz ΔFR zweier aufeinander folgender Farbwerte FR gleich oder kleiner ΔFA ist, was die Reinheit der Anlage anzeigt.
[0007] Gemäß diesem Verfahren der vorliegenden Erfindung dient nicht der hierin als F
B bezeichnete Basis-Farbwert der gleichzeitig als Indikatorzusammensetzung dienenden
Reinigungszusammensetzung vor dem Eintritt in die zu reinigende Anlage als Bezugswert
für die Bestimmung der Reinheit der Anlage. Vielmehr wird gemäß vorliegender Erfindung,
sozusagen zur "Kalibrierung" des Verfahrens, die Anlage zunächst bis zum Erhalt eines
konstanten Farbwerts mit der Zusammensetzung durchspült. Die Konstanz des F
A genannten, anlagenspezifischen Farbwerts zeigt an, dass keine oxidierbaren Verunreinigungen
mehr in der Anlage enthalten sind.
[0008] Im Gegensatz zu den Ausführungen in
DE 10 2006 060 204 A1 kann jedoch dieser Farbwert gar nicht dem Basiswert der Zusammensetzung vor dem Einleiten
in die Anlage entsprechen. Die Erfinder haben nämlich überraschenderweise festgestellt,
dass es in jenen Anlagen, auf die sich die Erfindung hauptsächlich bezieht, d.h. Schank-
oder Getränkeabfüllanlagen, zu einem nicht unbeträchtlichen Abbau des Permanganats
während des Passierens der Anlage kommt.
[0009] Ohne sich auf eine bestimmte Theorie festlegen zu wollen, nehmen die Erfinder an,
dass dies auf eine Kontamination des für die Bereitung der Zusammensetzung (aus Konzentraten
oder Stammlösungen) verwendeten Wassers sowie mitunter auch der in der Anlage enthaltenen
Luft zurückzuführen ist. Speziell im Falle des vorzugsweise als Farbindikator verwendeten,
hochempfindlichen Permanganats ist dieser Effekt zu beobachten: Mit Permanganat als
Indikator ist es möglich, organische Verunreinigungen in Mengen von < 0,5 mg pro Liter
nachzuweisen.
[0010] Darüber hinaus haben die Erfinder festgestellt, dass dieser "Selbstabbau" temperaturabhängig
ist und zudem auch noch stark von der Größe der Anlage, d.h. von deren inneren Oberfläche
und der Verweilzeit darin, sowie natürlich von der Genauigkeit bei der Bereitung der
Zusammensetzung abhängt.
[0011] Es hat sich weiters gezeigt, dass die in den eingangs zitierten früheren Anmeldungen
der Anmelderin beschriebene Kaskade des Abbaus von Permanganat zu Braunstein, besonders
bei Zusammenwirken mit einem weiteren Oxidationsmittel, wie z.B. Persulfat oder Hypochlorit,
von selbst weiterläuft, sobald sie durch Kontakt mit auch nur geringsten Mengen an
oxidierbaren organischen Verunreinigungen einmal in Gang gesetzt wurde. In Abwesenheit
von (weiteren) Verunreinigungen ist die Reaktionsgeschwindigkeit zwar deutlich geringer,
aber eben nicht null.
[0012] Daraus folgt eben, dass die Differenz zwischen F
B und F
A in der Realität niemals null sein kann und darüber hinaus noch in Abhängigkeit von
mehreren Parametern mehr oder weniger stark schwankt. Der Einfluss des "Selbstabbaus"
des Indikators innerhalb der Anlage wird durch die vorliegende Erfindung, wie oben
beschrieben, nun gänzlich beseitigt.
[0013] Um auch weitere der oben beschriebenen Einflüsse auszuschalten, umfasst das Verfahren
der vorliegenden Erfindung vorzugsweise, dass der inhärente Anlagenwert F
A in Schritt c)
- bei unterschiedlichen Temperaturen der Zusammensetzung und/oder
- mit unterschiedlichen Indikatorkonzentrationen und/oder
- an unterschiedlichen Tagen
mehrfach bestimmt wird und ein Mittelwert gebildet wird, der als inhärenter Anlagenwert
F
A herangezogen wird, aus dem der Sollwert ΔF
A berechnet wird.
[0014] So kann etwa vor Inbetriebnahme der Anlage nach einer nachweislich gründlichen Reinigung
der Wert für F
A unter Verwendung unterschiedlicher Wassertemperaturen mehrfach bestimmt werden, wie
sie innerhalb der natürlichen Schwankungsbreite-während der entsprechenden Jahreszeit
oder über das gesamte Kalenderjahr - liegen, um so den Temperatureinfluss herauszumitteln.
Oder es können Ungenauigkeiten beim Vermischen der üblicherweise im Handel erhältlichen
Konzentrate für die Reinigungszusammensetzung herausgemittelt werden, indem die Einwaage
z.B. in 1%-Schritten um ± 5 Gew.-% variiert wird und die jeweiligen Farbwerte bestimmt
und zur Mittelwertsberechnung herangezogen werden. Durch die Durchführung der Messungen
an unterschiedlichen Tagen, vorzugsweise im Abstand von mehreren Tagen oder Wochen,
können z.B. auch Einflüsse der Reinheit des Wassers und der Umgebungsuft in den Mittelwert
einfließen gelassen werden.
[0015] Um Leerläufe der Anlage zwischen den Mehrfachbestimmungen zu vermeiden, werden diese
vorzugsweise jeweils im Zuge der Reinigungsvorgänge nach zwischenzeitlichem Betrieb
der Anlage durchgeführt. Beispielsweise kann in der Praxis bei jeder routinemäßigen
Reinigung der Anlage, die z.B. 1x pro Woche erfolgt, zumindest während der ersten
Monate des Betriebs der Anlage der Farbwert der austretenden Zusammensetzung bis zur
Konstanz gemessen werden, so dass im Lauf der Zeit ein immer genauerer Mittelwert
für F
A erhalten wird, in dem Temperatur-, Luft- und Konzentrationsschwankungen bzw. -einflüsse
berücksichtigt sind.
[0016] In bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens kann zusätzlich
in Schritt c) bei jeder der Mehrfachbestimmungen des inhärenten Anlagenwerts F
A unter denselben Temperatur- bzw. Konzentrationsbedingungen auch jeweils ein Basis-Farbwert
F
B der Zusammensetzung ohne Passage der Anlage bestimmt werden, der mit dem jeweils
erhaltenen Wert für F
A in Beziehung gesetzt wird, um so im Lauf der Zeit in iterierender Weise eine immer
genauere allgemeine Korrelation zwischen F
B und F
A zu erhalten.
[0017] Dieser Wert für F
B dient jedoch nicht, wie im Stand der Technik, als Bezugspunkt für die Festlegung
des Sollwerts, sondern stellt lediglich eine Alternative oder vorzugsweise auch eine
Ergänzung zu den oben beschriebenen Mehrfachbestimmungen dar. Anstatt im Lauf der
Zeit einen immer genaueren Mittelwert für F
A zu erhalten, in dem Temperatur- und andere Einflüsse berücksichtigt sind, kann gemäß
dieser bevorzugten Ausführungsform der Erfindung das "Herausmitteln" dieser Einflüsse
ad hoc erfolgen. Nach mehrmaliger, insbesondere oftmaliger, Durchführung der Schritte
a) bis e) und dem daraus resultierendem Erhalt einer zuverlässigen Korrelation zwischen
F
B und F
A braucht für eine bestimmte Anlage in Schritt c) nur noch der Basis-Farbwert F
B bestimmt zu werden, während der inhärente Anlagenwert F
A aus der Korrelation zwischen F
B und F
A berechnet werden kann. Dies vereinfacht und beschleunigt daher das Verfahren der
Erfindung deutlich und sorgt gleichzeitig für hohe Genauigkeit bei der Reinheitsbestimmung.
[0018] Der Sollwert ΔF
A, der auf Grundlage des zunächst bei der "Kalibrierung" der Anlage bestimmten, inhärenten
Anlagenwerts F
A ermittelt wird und als Bezug für die Messung während der folgenden Reinigungsvorgänge
dient, ist nicht speziell eingeschränkt und kann in Abhängigkeit von mehreren Faktoren
variieren. Dazu zählen vor allem der Verwendungszweck der Anlage selbst, z.B. ob diese
für Getränke oder andere Lebensmittel bzw. nicht für Lebensmittel dient, die Häufigkeit
der Reinigung, die zum Erreichen eines bestimmten Reinheitsgardes notwendigen Kosten
und der dafür benötigte Zeitaufwand, aber auch die Zuverlässigkeit des inhärenten
Anlagenwerts F
A. Letztere hängt vor allem davon ab, ob der Wert auf Mehrfachbestimmungen beruht,
falls ja, von deren Anzahl und davon, welche Einflüsse dabei im Mittelwert berücksichtigt
wurden (z.B. Temperatur, Wasserqualität etc.).
[0019] Beispielsweise kann die letzte Differenz ΔF größer null vor Erreichen der Wertekonstanz
als Sollwert ΔF
A vorgegeben werden, oder auch eine bestimmte prozentuelle Abweichung vom inhärenten
Anlagenwert F
A, z.B. 95 % davon oder dergleichen. Da das erfindungsgemäße Verfahren vor allem eine
Einsparung von Reinigungszusammensetzung bewirkt, kann als Sollwert mitunter eine
relativ große Abweichung von F
A vorgegeben werden, solange dies z.B. ohne Verletzung einschlägiger Hygienebestimmungen
möglich ist.
[0020] Zur Bestimmung der Farbwerte wird gemäß vorliegender Erfindung vorzugsweise eine
digitale Kamera und zur Berechnung der Differenzwerte ΔF eine Farbvergleichssoftware
eingesetzt, z.B. eine Software, die zur Umrechnung der von der Kamera aufgenommenen
Farben in RBG-Werte (sofern die Kamera nicht direkt RGB-Werte aufnimmt) und Vergleich
dieser RGB-Werte imstande ist, z.B. durch ein Vektorsubtraktionsverfahren, wobei der
Betrag des Differenzvektors für die jeweilige Differenz ΔF steht.
[0021] Die farbindikatorhältige Reinigungszusammensetzung umfasst in bevorzugten Ausführungsformen
Permanganat als Farbindikator sowie zumindest ein weiteres Oxidationsmittel, dessen
Oxidationspotenzial über jenem von Permanganat liegt, wie dies eingangs beschrieben
wurde, besonders bevorzugt Peroxodisulfat, Hypochlorit oder ein Gemisch davon, v.a.
aufgrund der hohen Empfindlichkeit und starken Oxidationswirkung solcher Systeme.
Es können aber auch andere Indikatoren als Permanganat bzw. Kombinationen mit Oxidationsmittel(n)
eingesetzt werden, z.B. z.B. Kaliumiodid, Dichromat oder Dichlorphenolindophenol in
Kombination mit Wasserstoffperoxid oder Ferroin für Persulfat.
[0022] Weiters sei erwähnt, dass hierin unter "Farbwert" nicht notwendigerweise ein RGB-Wert
zu verstehen ist. Das Prinzip der Erfindung funktioniert mit sämtlichen physikalischen
Daten, die Rückschlusse auf die Konzentration der Manganionen-Spezies in der aus der
Anlage austretenden Reinigungszusammensetzung - und damit in weiterer Folge auf die
Menge der bei der soeben erfolgten Passage der Anlage oxidierten Verunreinigungen
- zulässt. Dazu zählen beispielsweise auch photometrisch gemessene Extinktionswerte,
der Brechungsindex oder auch der pH-Wert der aus der Anlage austretenden Reinigungszusammensetzung.
[0023] Weiters sei ausdrücklich festgestellt, dass das Prinzip der Erfindung nicht nur mit
Differenzwerten, sondern durchaus auch mit anderen Relationen zwischen zwei zeitlich
aufeinander folgenden Farbwertsmessungen funktioniert. Anstelle von Differenzen können
beispielsweise auch Quotienten der beiden zuletzt erhaltenen Messwerte gebildet werden,
in welchem Fall Konstanz der Reinigungszusammensetzung nicht bei einem Differenzwert
von 0, sondern bei einem Quotienten von 1 vorläge. Der Sollwert kann jedoch auch in
diesem Fall eine prozentuelle Abweichung davon sein, z.B. ein Wert von 0,95 oder von
1,05 - je nachdem, ob der Farbwert bei der Annäherung an den konstanten inhärenten
Anlagenwert F
A zu- oder abnimmt. Siehe hierzu auch die Ausführungen in den späteren Beispielen,
insbesondere im Zusammenhang mit den Fig. 5 und 6.
[0024] Die oben erläuterten alternativen Ausführungsformen sind jedenfalls als äquivalent
anzusehen und sollen ebenfalls im Schutzumfang der Erfindung liegen.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0025] Nachstehend werden Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung anhand von Beispielen
unter Bezugnahme auf die sechs beiliegenden Zeichnungen näher beschrieben. Davon sind
die Fig. 1 bis 4 schematische Darstellungen dreier verschiedener Ausführungsformen
des Verfahrens der Erfindung, und die Fig. 5 und 6 sind grafische Darstellungen von
in einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens gemessenen Farbwerten.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
[0026] Eine einfachste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist in Fig. 1 dargestellt.
Aus einem Vorratsbehälter 1 für die Reinigungszusammensetzung wird diese kontinuierlich
durch eine zu reinigende Anlage 2 geleitet, wonach sie einen Sensor 3 passiert, in
dem in regelmäßigen Intervallen Farbwerte und deren Differenzen bestimmt werden. Die
Länge des Zeitintervalls hängt dabei maßgeblich von der Größe der Anlage und der damit
verbundenen Verweilzeit der Zusammensetzung in der Anlage -vom Eintritt bis zum Wiederaustritt
- ab. Bei einer Getränkeabfüllanlage mittlerer Größe kann die Verweilzeit beispielsweise
rund 15 min betragen, in welchem Fall die Bestimmung des Farbwerts beispielsweise
alle 2 min oder alle 5 min erfolgen kann.
[0027] Aus diesen Messwerten F
i für den Farbwert werden laufend Differenzen ΔF
i zwischen unmittelbar nacheinander gemessenen Werten gebildet, und die Messung (zumindest)
so lange durchgeführt, bis eine Differenz von null gemessen wird, d.h. der aktuelle
Messwert dem zuletzt gemessenen entspricht und dadurch ein konstanter Farbwert erreicht
ist. Dieser zeigt die Reinheit der Anlage an und wird als inhärenter Anlagenwert F
A definiert, was jenen Wert darstellt, der mit einer definierten Reinigungszusammensetzung
unter den gegebenen Umständen (Temperatur, Luftverhältnisse) erreichbar ist.
[0028] Basierend auf diesem Leitwert wird eine maximal zulässige Abweichung ΔF
A definiert, die bei der nächsten Reinigung der Anlage nach deren Betrieb zu erreichen
ist, um die Anlage als ausreichend rein angehen zu können. Wie oben erwähnt, hängt
die Größe dieses Sollwerts von diversen Überlegungen und Gegebenheiten ab. Beispielsweise
kann die zuletzt gemessene Differenz >0 als Sollwert ΔF
A herangezogen werden. Dies würde bedeuten, dass nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
die Spülung der Anlage einige Minuten früher beendet werden könnte, was Materialkosten
(für die Reinigungszusammensetzung), Energie und Zeit spart.
[0029] Vorzugsweise wird jedoch, falls die Reinheitsanforderungen dies zulassen, eine größere
Differenz als ΔF
A festgelegt, um das Einsparungspotenzial zu erhöhen, z.B. eine Differenz zwischen
F
A und jenem Wert, der vor dem kompletten letzten Durchlauf der Anlage gemessen wurde,
d.h. beispielsweise zu dem 15 min vor Erreichen der Nulldifferenz gemessen Wert, oder,
wie bereits erwähnt, eine prozentuelle Abweichung von F
A.
[0030] Um die Zuverlässigkeit des inhärenten Anlagenwerts F
A zu erhöhen, wird dieser vorzugsweise mehrfach bestimmt: Sei es mehrmals am selben
Tag, z.B. mit unterschiedlichen Temperaturen des zur Bereitung der Reinigungszusammensetzung
verwendeten Wassers und/oder leicht variierenden Konzentrationen der Reinigungszusammensetzung,
oder auch an verschiedenen Tagen, um neben den genannten Parametern auch die Einflüsse
der Umgebungsluft miteinzubeziehen.
[0031] Insbesondere wird über einen bestimmten Zeitraum bei jeder Reinigung der Anlage zunächst
der Wert für F
A bestimmt. Auf diese Weise wird für F
A ein Durchschnittswert erhalten, in dem mehrere Variablen Berücksichtigung gefunden
haben, so dass man immer sicherer sein kann, bei Abbruch des Reinigungsvorgangs nach
Messung einer Farbwertsdifferenz < ΔF
A die Anlage tatsächlich hinreichend gereinigt zu haben.
[0032] Die Länge dieses "bestimmten Zeitraums" hängt natürlich von der Häufigkeit der Reinigung
und diversen anderen Gegebenheiten ab. Bei einer wöchentlich stattfindenden Reinigung
kann beispielsweise mehrere Monate oder auch ein ganzes Jahr lang jeweils der F
A-Wert bestimmt werden, um einen repräsentativen Mittelwert zu erhalten.
[0033] Auf diese Weise wird gemäß vorliegender Erfindung der Selbstabbau der Reinigungszusammensetzung
in der Anlage bei der Beurteilung der Anlagenreinheit berücksichtigt, was nach dem
Stand der Technik bisher niemals der Fall war.
[0034] Fig. 2 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform des Verfahrens aus Fig. 1, in der parallel
zu der Leitung durch die Anlage 2 eine Bypassleitung B vorgesehen ist, durch die die
Reinigungszusammensetzung - mittels Betätigung der in der Zeichnung mit Bezugszeichen
4 und 4' angedeuteten Dreiwegventile geleitet werden kann, ohne zunächst die Anlage
selbst zu passieren.
[0035] Eine solche Anordnung ermöglicht die Bestimmung eines so genannten Basis-Farbwerts
F
B, ähnlich wie in
DE 10 2006 060 204 A1. Allerdings wird F
B gemäß vorliegender Erfindung im Gegensatz zum Stand der Technik nicht vor Eintritt
in die Anlage von einem eigenen Sensor, sondern von demselben, der Anlage nachgeschalteten
Sensor 3 gemessen wie im Verlauf der eigentlichen Reinigung. Und weiters dient im
Verfahren der Erfindung F
B nicht als Sollwert bei der Reinigung, sondern lediglich zur genaueren Bestimmung
des inhärenten Anlagenwerts F
A bzw. der darauf basierenden Differenz ΔF
A.
[0036] Durch Messung des Basis-Farbwerts F
B vor Beginn jedes Reinigungsvorgangs, können tagesaktuelle Schwankungen wie Wassertemperatur,
Konzentration, Wasser- und Luftreinheit Berücksichtigung finden. Letztere insbesondere
dadurch, dass bei einer Ausführungsform gemäß Fig. 2 die Reinigungszusammensetzung
beim Passieren der Bypassleitung B eine bestimmte Zeit lang sowohl mit der Umgebungsluft
als auch mit dem Leitungssystem in Kontakt stand, was einen erheblich zuverlässigeren
Vergleichswert ergibt als bei Messung von F
B vor Eintritt in die Anlage - oder gar völlig unabhängig von der Anlage, wie dies
in
DE 10 2006 060 204 A1 offenbart wird.
[0037] Der so gemessene Basis-Farbwert F
B kann weiters mit F
A verglichen werden, vorzugsweise mit einem jeweils am selben Tag gemessenen Wert für
F
A, um so mit der Zeit eine immer genauere Korrelation zwischen F
B und F
A zu erhalten, die beispielsweise eine definierte Berechnungsformel oder eine daraus
abgeleitete Kalibrierkurve sein kann. Nach ausreichend häufiger Bestimmung beider
Werte, z.B. wöchentlich während eines ganzen Jahres, kann in der Folge aus einem gemessenen
Wert für F
B aus der erhaltenen Korrelation mit hoher Präzision ein zugehöriger Wert für F
A abgeschätzt werden, ohne diesen eigens bestimmen zu müssen. Und zwar ein Wert für
F
A, in dem tagesaktuelle Schwankungen (siehe oben) bereits berücksichtigt sind.
[0038] In Fig. 3 ist eine Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens schematisch dargestellt,
bei der im Gegensatz zur Ausführungsform aus den Fig. 1 und 2 die aus der Anlage austretende
Zusammensetzung nicht zur Gänze abgeführt (und mitunter verworfen) wird, sondern zumindest
teilweise rezykliert und mit frischer Reinigungszusammensetzung vermischt wird. Mit
4 ist wiederum ein Dreiwegventil angedeutet, mittels dessen das Verhältnis zwischen
rezyklierter und zu verwerfender Reinigungszusammensetzung einstellbar ist.
[0039] In Fig. 4 ist eine ähnliche Variante wie in Fig. 2 mit Bypass dargestellt, bei der
zusätzlich zur Anordnung aus Fig. 3 in einem Bypass-Kreislauf B zwischen den Ventilen
4 und 4' der Basis-Farbwert FB der Reinigungszusammensetzung an Sensor 3 gemessen
und wiederum mit dem inhärenten Anlagenwert F
A in Beziehung gesetzt werden kann. Nach Bestimmung des Basis-Farbwerts F
B wird der Bypass B weggeschaltet, so dass die Reinigungszusammensetzung wie in Fig.
3 dargestellt geführt wird. Mittels Ventil 4" ist erneut das Verhältnis zwischen rezyklierter
und zu verwerfender Reinigungszusammensetzung einstellbar.
[0040] Optional - und daher in Klammern dargestellt - kann in dieser Anordnung aus Fig.
4 ein zusätzlicher Sensor 3' vorgesehen sein, der ähnlich wie in
DE 10 2006 060 204 A1 einen weiteren Basis-Farbwert F
B' vor Eintritt in die Anlage misst. Dieser Wert kann ebenfalls in Korrelation mit entweder
F
A oder F
B oder mit beiden gesetzt werden, um die Genauigkeit der Kalibrierung noch weiter zu
erhöhen. Das Verfahren der Erfindung funktioniert jedoch auch ohne solchen zweiten
Sensor bestens.
[0041] In den Fig. 5 und 6 schließlich werden Kurven gezeigt, die durch Auftragen von Messwerten
bei einer Verfahrensführung und Messanordnung wie in Fig. 1 dargestellt erhalten wurden.
Konkret wurde mit einem Photometer die Extinktion einer von der Anmelderin vertriebenen
Reinigungszusammensetzung (TM Desana) nach Austritt aus der Anlage 2 alle 12 Sekunden
gemessen, und das bei zwei unterschiedlichen Temperaturen, nämlich bei Raumtemperatur,
d.h. ca. 20 °C, und bei 40 °C, und bei unterschiedlichen Detektionswellenlängen. Der
Anlage wurde in diesen Beispielen eine künstliche organische Verunreinigung, nämlich
mit einem Malz-Extrakt imprägnierte Mikrokügelchen, zugesetzt, wonach die Anlage mit
der Reinigungszusammensetzung gereinigt und beobachtet wurde, wie sich dabei die Zusammensetzung
nach Austritt aus der Anlage im Zeitverlauf veränderte.
[0042] Fig. 5 zeigt die Ergebnisse der Messungen bei beiden Temperaturen sowie bei 535 nm
Wellenlänge, d.h. die Änderung der Violettfärbung aufgrund von Permanganat, die ein
Maß für das Vorhandensein von Mangan(VII) in der Zusammensetzung darstellt. Bei beiden
Temperaturen war ein ähnlicher Verlauf festzustellen: Nach Zugabe der Verunreinigung
fiel der Gehalt an Mangan(VII) vom als Startpunkt aufgetragenen inhärenten Anlagenwert
F
A, der in diesem Fall bei einer Extinktion von etwa 0,1 lag, abrupt auf ein Minimum
ab, erholte sich aber rasch - aufgrund der kleinen Dimensionen der Testanlage bereits
nach wenigen Sekunden - wieder und näherte sich dann langsam wieder dem Ausgangswert
F
A an.
[0043] Bei Raumtemperatur (karoförmige Messpunkte) hatte die Reinigungszusammensetzung bereits
nach etwa 1 min wieder rund 95 % des Ausgangswerts, d.h. von F
A, erreicht und näherte sich von da an nahezu asymptotisch an diesen an. Bei 40 °C
(quadratische Messpunkte) war dies erst nach etwa 4 min der Fall.
[0044] Dies liegt einerseits daran, dass bei der höheren Temperatur die Reste der verschmutzten
Mikrokügelchen, die an schwer zugänglichen Stellen der Anlage (z.B. Hinterschneidungen,
Verzweigungen) zurückgelieben sind, stärker mit Mangan(VII) reagieren als bei der
niedrigeren Temperatur, allerdings auch daran, dass der "Selbstabbau" bei der höheren
Temperatur in stärkerem Ausmaß abläuft, d.h. die zuvor erwähnte, nach Kontakt mit
auch nur geringsten Mengen an oxidierbaren organischen Verunreinigungen von selbst
ablaufende Kaskade des Abbaus von Permanganat zu Braunstein.
[0045] Für beide Messreihen in Fig. 5 ist ein Differenzwert ΔF eingezeichnet, d.h. ΔF
RT bzw. ΔF
40°C, der jeweils etwa 5 % der ursprünglichen Extinktion, d.h. von F
A, entspricht und der als Sollwert ΔF
A für die hier verwendete Anlage herangezogen werden kann. In der Praxis würden ja
i) die an schwer zugänglichen Stellen zurückbleibenden Verunreinigungen aus Komponenten
eines in der Anlage im Normalbetrieb durchgeführten Verfahrens bestehen, die als solche
das Verfahren selbst nicht sonderlich stören könnten (zumindest solange es sich nicht
um leicht verderbliche Lebensmittel handelt), speziell, da ii) diese Restverunreinigungen
in der Regel ja nur in äußerst geringen Mengen enthalten sind, die aber ausreichen,
um den Selbstabbau des Permanganats in Gang zu setzen.
[0046] Die hier exemplarisch gezeigte Anlage so lange weiter zu reinigen, bis F
A tatsächlich wieder erreicht worden wäre, würde jedenfalls stundenlang dauern und
wäre damit höchst unwirtschaftlich. Durch das Verfahren der vorliegenden Erfindung
ist es jedoch möglich, sehr genau abzuschätzen, wie lange die Reinigung der Anlage
sinnvollerweise durchgeführt werden sollte.
[0047] Es sei erneut darauf hingewiesen, dass der hier als Startpunkt aufgetragene inhärente
Anlagenwert F
A in der Praxis nicht jenem Extinktionswert entspricht, der mit der Reinigungszusammensetzung
vor Passieren der Anlage erhalten werden würde. Aufgrund der Selbstabbaus des Indikators
ist dies sogar ausgeschlossen, d.h. es ist unvermeidlich, dass sich diese beiden Werte
voneinander unterscheiden.
[0048] In Fig. 6 sind die Werte des Versuchs bei 40 °C erneut aufgetragen. Zusätzlich sind
jedoch auch gleichzeitig gemessene Extinktionswerte bei 435 nm aufgetragen, die die
zeitliche Änderung der Mengen an grün gefärbten Mangan(VI)-Spezies widerspiegeln.
Es ist klar zu erkennen, dass die beiden Verläufe - logischerweise - entgegengesetzt
sind: Bei Schmutzzusatz nimmt abrupt die Menge an Mangan(VII) ab und jene an Mangan(VI)
zu, im Verlauf des Reinigungsvorgangs nähern sich beide jedoch wieder den Ausgangsmengen
an. Für beide sind entsprechende ΔF-Werte eingezeichnet, d.h. ΔF
Mn(VII) und ΔF
mn(VI), die beide als Sollwert ΔF
A bei der Reinigung dienen können.
[0049] Dabei ist gut erkennbar, dass ΔF
A je nach Art des gemessenen Farbwerts einen positiven oder negativen Wert haben kann.
Ausschlaggebend ist daher lediglich der Betrag dieser Differenz, d.h. das Ausmaß der
Farbwerts- und somit der Konzentrations-änderung der Reinigungszusammensetzung, nicht
aber das Vorzeichen.
[0050] Die Erfindung stellt somit offenkundig ein neues Verfahren bereit, mittels dessen
Anlagen, wie z.B. Schank- oder Abfüllanlagen, auf deutlich wirtschaftlichere Weise
gereinigt werden können als nach dem Stand der Technik.
1. Verfahren zum Reinigen einer Anlage, umfassend das Hindurchleiten einer zumindest
ein Oxidationsmittel umfassenden Reinigungszusammensetzung zum Oxidieren von Verunreinigungen
sowie das Hindurchleiten einer Indikatorzusammensetzung zum Detektieren des Reinheitszustands
der Anlage durch Beobachten einer Farbveränderung der Indikatorzusammensetzung, wozu
Farbwerte derselben an einer oder mehreren Stellen, zumindest aber nach deren Austritt
aus der Anlage, bestimmt und mit einem Sollwert verglichen werden, wobei
a) eine farbindikatorhältige Reinigungszusammensetzung eingesetzt wird, die gleichzeitig
als Indikatorzusammensetzung dient; und
b) die Zusammensetzung kontinuierlich durch die Anlage geleitet wird;
dadurch gekennzeichnet, dass:
c) die Farbwerte F der Zusammensetzung nach deren Austritt aus der Anlage in festgelegten
zeitlichen Intervallen bestimmt werden;
d) aus in zwei aufeinander folgenden Bestimmungen erhaltenen Farbwerten Differenzen
ΔF gebildet werden;
e) vor Inbetriebnahme der reinen Anlage die Farbwerte so lange bestimmt werden, bis
eine Differenz ΔF von 0 festgestellt wird, wonach der zuletzt gemessene Farbwert als
inhärenter Anlagenwert FA definiert wird und eine maximal tolerierbare Abweichung von diesem Wert als Sollwert
ΔFA für die Reinigung festgelegt wird; und
f) die Reinigung der Anlage nach deren Betrieb so lange durchgeführt wird, bis die
Differenz ΔFR zweier aufeinander folgender Farbwerte FR gleich oder kleiner ΔFA ist, was die Reinheit der Anlage anzeigt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der inhärente Anlagenwert F
A in Schritt c)
- bei unterschiedlichen Temperaturen der Zusammensetzung und/oder
- mit unterschiedlichen Indikatorkonzentrationen und/oder
- an unterschiedlichen Tagen
mehrfach bestimmt wird und ein Mittelwert gebildet wird, der als inhärenter Anlagenwert
F
A herangezogen wird, aus dem der Sollwert ΔF
A berechnet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mehrfachbestimmungen von FA jeweils im Zuge der Reinigungsvorgänge nach zwischenzeitlichem Betrieb der Anlage
durchgeführt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt c) bei jeder der Mehrfachbestimmungen des inhärenten Anlagenwerts FA unter denselben Temperatur- bzw. Konzentrationsbedingungen auch jeweils ein Basis-Farbwert
FB der Zusammensetzung ohne Passage der zu reinigenden Anlage bestimmt wird, der mit
dem erhaltenen Wert für FA in Beziehung gesetzt wird, um iterierend eine allgemeine Korrelation zwischen FB und FA zu erhalten.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass nach mehrmaliger Durchführung der Schritte a) bis e) in Schritt c) nur noch der Basis-Farbwert
FB bestimmt und der inhärente Anlagenwert FA aus der Korrelation zwischen FB und FA berechnet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bestimmung der Farbwerte eine digitale Kamera und zur Berechnung der Differenzwerte
ΔF eine Farbvergleichssoftware eingesetzt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die farbindikatorhältige Reinigungszusammensetzung Permanganat als Farbindikator
sowie zumindest ein weiteres Oxidationsmittel, dessen Oxidationspotenzial über jenem
von Permanganat liegt, umfasst.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass als weiteres Oxidationsmittel Peroxodisulfat, Hypochlorit oder ein Gemisch davon
eingesetzt wird.
1. A method for cleaning a system, comprising conducting through a cleaning composition
comprising at least one oxidizing agent for oxidizing impurities, as well as conducting
through an indicator composition for detecting the state of cleanliness of the system
by monitoring a color change of the indicator composition, to which end color values
thereof are determined at one or more positions, but at least after its exit from
the system, and compared to a setpoint value, wherein
a) a cleaning composition containing a color indicator is used, which simultaneously
serves as the indicator composition;
b) the composition is conducted continuously through the system;
characterized in that:
c) the color values F of the composition after its exit from the system are determined
at fixed time intervals;
d) differences ΔF are calculated between color values obtained from two consecutive
determinations;
e) before putting into operation the clean system, color values are determined until
a difference ΔF of 0 is determined, whereafter the color value measured last is defined
as an inherent system value FA and a maximum tolerable deviation from said value is specified as a setpoint value
ΔFA for cleaning; and
f) cleaning of the system after its operation is carried out until the difference
ΔFA between two consecutive color values FR is equal to or smaller than ΔFA, which shows that the system is clean.
2. The method according to claim 1,
characterized in that the inherent system value F
A in step c) is determined multiple times
- at different temperatures of the composition and/or
- at different indicator concentrations and/or
- on different days
and that a mean value is determined which is used as the inherent system value F
A, from which the setpoint value ΔF
A is calculated.
3. The method according to claim 2, characterized in that the multiple determinations of FA are each conducted in the course of cleaning procedures after interim operation of
the system.
4. The method according to claim 2 or 3, characterized in that, in step c), during each of the multiple determinations of the inherent system value
FA under the same temperature or concentration conditions, additionally a basic color
value FB of the composition is determined without passage through the system to be cleaned
and is correlated with the respective value of FA in order to obtain a general correlation between FB and FA.
5. The method according to claim 4, characterized in that, after repeated conduction of the steps a) to e), only the basic color value FB is determined in step c) and the inherent system value FA is calculated from the correlation between FB and FA.
6. The method according to any one of the claims 1 to 5, characterized in that a digital camera is used for determining the color values and a color comparison
software is used for calculating the difference values ΔF.
7. The method according to any one of the claims 1 to 6, characterized in that the cleaning composition containing a color indicator comprises permanganate as the
color indicator and comprises at least one further oxidizing agent, the oxidizing
potential of which is higher than that of permanganate.
8. The method according to claim 7, characterized in that peroxodisulfate, hypochlorite, or a mixture thereof is used as said further oxidizing
agent.
1. Procédé pour nettoyer un système, comprenant le passage d'une composition de nettoyage
comprenant au moins un agent oxydant pour oxyder des contaminations, ainsi que le
passage d'une composition indicatrice pour détecter l'état de propreté du système
moyennant l'observation d'un changement de couleur de la composition indicatrice,
l'observation consistant à déterminer des valeurs chromatiques de la composition indicatrice
à un ou plusieurs positions, mais au moins après sa sortie du système, et à les comparer
avec une valeur désirée;
a) une composition de nettoyage contenant un indicateur de couleur, qui en même temps
sert de composition indicatrice, étant employée; et
b) la composition étant passée dans le système de manière continue;
caractérisé en ce que:
c) les valeurs chromatiques F de la composition sont déterminées, après la sortie
de celle-ci du système, dans des intervalles de temps prédéfinies;
d) des différences ΔF obtenues à partir de deux déterminations successives sont formées;
e) avant le démarrage du système propre les valeurs sont déterminés jusqu'à ce qu'une
différence ΔF de 0 soit déterminée, après quoi la valeur chromatique mesurée en dernier
est définie comme valeur intrinsèque du système FA et une déviation tolérée maximale de cette valeur est définie comme valeur désirée
ΔFA pour le nettoyage; et
f) le nettoyage du système est effectué après le démarrage de ce dernier jusqu'à ce
que la différence ΔFR entre deux valeurs chromatiques successives FR soit égale ou inférieure à ΔFA, ce qui indique la propreté du système.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que la valeur intrinsèque du système F
A est mesurée plusieurs fois dans l'étape c)
- à de températures différentes de la composition et/ou
- avec des concentrations indicatrices différentes et/ou
- dans des journées différentes
et une valeur moyenne est formée, qui est utilisée comme valeur intrinsèque du système
F
A à partir de laquelle est calculée la valeur désirée ΔF
A.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que les déterminations multiples de FA sont à chaque fois effectuées lors des opérations de nettoyage, après le fonctionnement
intermédiaire du système.
4. Procédé selon les revendications 2 ou 3, caractérisé en ce que dans l'étape c), lors de chaque détermination multiple de la valeur intrinsèque du
système FA, est déterminée, sous les mêmes conditions de température et/ou de concentration,
également une valeur chromatique de base FB de la composition sans passage dans le système à nettoyer, qui est corrélée avec
la valeur FA obtenue, pour obtenir par itération une corrélation générale entre FB et FA.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'après effectuation multiple des étapes a) à e), lors de l'étape c) est déterminée
uniquement la valeur chromatique de base FB et calculée la valeur intrinsèque du système FA à partir de la corrélation entre FB et FA.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que pour déterminer les valeurs chromatiques est employée une caméra numérique et pour
calculer les différences ΔF est employé un logiciel de comparaison de couleur.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que la composition de nettoyage contenant un indicateur de couleur comprend du permanganate
comme indicateur de couleur ainsi qu'au moins un autre agent oxydant, dont le potentiel
d'oxydation est supérieur à celui du permanganate.
8. Procédé selon la revendication 7, caractérisé en ce que comme autre agent oxydant est employé du peroxodisulfate, de l'hypochlorite ou un
mélange de ceux-ci.