Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schalten eines Relais mit zwei parallel
geschalteten Strompfaden sowie das Relais zur Durchführung des Verfahrens.
Stand der Technik
[0002] In der Photovoltaikbranche werden üblicherweise Wechselrichter zur Umwandlung des
von den Photovoltaikanlagen auf Dächern gelieferten Gleichstromes in Wechselstrom
eingesetzt. Die hierfür eingesetzten Wechselrichter verfügen üblicherweise über eine
eingangsseitige Gleichspannungsseite, einen Gleichspannungszwischenkreis und eine
ausgangsseitige Wechselspannungsseite zur Einspeisung der von den Photovoltaik - Modulen
erzeugten elektrischen Leistung in das elektrische Versorgungsnetz. Um die Wechselrichter
Eingangs- sowie Ausgangsseitig sicher freischalten zu können d.h. galvanisch vom Netz
oder der Photovoltaikanlage zu trennen bzw. zum sicheren führen von Strömen im Betrieb
werden mechanische Trennschalter zur Erzeugung einer galvanischen Trennstrecke genutzt.
Die Trennschalter werden meist in Form von Relais realisiert, die in den Wechselrichtern
direkt auf den Platinen angeordnet sind. Wechselrichter verfügen im Regelfall über
eine Steuerung bzw. Regelung, die den Level der ausgangsseitigen Spannung bzw. die
vom Wechselrichter in das Netz eingespeiste Leistung regelt. Die Steuerung bzw. Regelung
übernimmt ebenfalls die Steuerung der Relais sowie alle sonstigen Aufgaben zum Betrieb
des Wechselrichters wie eine EVU (Energieversorgungsunternehmen) seitige Reduzierung
der Einspeiseleistung. Ist der Schalter geschlossen, kann ein Laststrom fließen, ansonsten
nicht.
[0003] Relais sind Schalter, die mittels eines Aktors, in der Regel durch Ein/und Ausschalten
eines Elektromagneten zwischen wenigstens zwei Schaltzuständen (z.B. Schalter offen
/ Schalter geschlossen) geschaltet werden.
[0004] Dazu haben Relais einen ersten Kontakt, der relativ zu einem zweiten Kontakt beweglich
ist. Der erste Kontakt hat in der Regel einen federelastischen Metallstreifen, der
mit einem Ende an einem Träger befestigt ist, so dass das andere Ende beweglich ist.
Das bewegliche Ende trägt ein erstes Kontaktstück zur Kontaktierung eines gegenüberliegenden
zweiten Kontaktstücks. Das erste Kontaktstück und das zweite Kontaktstück werden bei
geschlossenem Kontakt gegeneinander gedrückt. Das zweite Kontaktstück ist an einer
leitfähigen Metallschiene befestigt. Die Metallschiene kann ein starres Profil sein
oder ebenfalls ein federelastischer Metallstreifen. Die Halteschiene und der federelastische
Metallstreifen werden in der Fachsprache auch verallgemeinernd jeweils als Kontaktfinger
bezeichnet. Der erste Kontaktfinger und der zweite Kontaktfinger bilden zusammen mit
den jeweiligen Kontaktstücken einen Hauptkontakt. Die Kontaktstücke können als z.B.
Niet oder als auf die Kontaktfinger aufgeschweißte Kontaktfläche ausgeführt sein.
Die Kontaktstücke können aus leifähigen Materialien wie zum Beispiel Kupfer, Aluminium
oder Messing bestehen.
[0005] Durch den Aktor kann der erste Kontakt bewegt werden, so dass er den zweiten Kontakt
kontaktiert oder von ihm getrennt ist. Das Rückstellen des ersten Kontaktfingers kann
über eine zusätzliche Feder, oder alleine über die Federelastizität des Kontaktfingers
und / oder den Aktor erfolgen.
[0006] Als Aktor wird üblicherweise ein elektrisch ansteuerbares Antriebselement genutzt.
Relais haben oft als Aktor einen Linearmotor, welcher beispielsweise aus einer Spule
und einem dazu beweglich gelagerten Anker besteht. Auf den Anker wirkt bei eingeschalteter
Spule eine Kraft, die den Anker bewegt. Der bewegliche Anker ist in der Regel mit
den beweglichen ersten Kontaktstücken oder den dazugehörigen Kontaktfinger gekoppelt,
so dass diese bei einer Bewegung des Ankers mitbewegt werden.
[0007] Bei Hochstromanwendungen, wie z.B. dem zuvor genannten Wechselrichter, haben Relais
zur Erhöhung der Ausfallsicherheit bzw. der Stromtragfähigkeit oft zwei parallel geschaltete
Hauptkontaktpaare mit je einem ersten beweglichen Kontakt und je einem zweiten Kontakt.
Jeder der vier Kontakte hat ein Kontaktstück, welches einem komplementären Kontaktstück
gegenüber sitzt. Ein gemeinsamer Aktor wirkt auf die beiden beweglichen Kontakte.
[0008] US 2014/0062626 A1 beschreibt ein elektromagnetisches Relais. Die Grundlegende Idee ist es ein prellarmes
Relais mit einem einstellbaren Kontaktabstand zu realisieren.
[0009] DE 7323597 U betrifft einen elektrischen Schalter mit parallel geschalteten Polen pro Phase und
Mitteln zur Symmetrierung der Stromverteilung.
[0010] WO 2008/116432 A1 beschreibt ein mehrphasig schaltendes Relais. Die einzelnen Kontaktelemente werden
über eine thermisch leitende Brücke aus elektrisch isolierendem Material verbunden.
[0011] DE 3843359 A1 betrifft ein Doppelrelais. Das Relais besteht jeweils aus zwei voneinander unabhängigen
Wechselkontakten. Die Kontakte sind so ausgeführt, dass diese zwischen jeweils zwei
verschiedene Stellungen gesteuert werden können.
Darstellung der Erfindung
[0012] Relais werden im Photovoltaikbereich in Wechselrichtern genutzt. Ein Relaisausfall
führt im Regelfall zu einem Ausfall der gesamten Anlage. Damit ist ein durch die unterbleibende
Einspeisung hervorgerufener Gewinnausfall verbunden.
[0013] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, die Ausfallwahrscheinlichkeit von Relais
mit wenigstens zwei parallel geschalteten Hauptkontakten bei Ausfall eines Hauptkontaktes
zu verringern und einen Weiterbetrieb der gesamten Anlage zu ermöglichen.
[0014] Die Erfindung beruht auf der Beobachtung, dass Relais mit zwei parallel geschalteten
Hauptkontakten ausfallen, wenn aufgrund äußerer Umstände die Übergangswiderstände
zwischen den beiden Kontaktpaaren unterschiedlich sind oder einer der beiden parallelen
Strompfade in anderer Weise gestört wird, z.B. weil einer der Hauptkontakte auf Grund
eines Montagefehlers oder Verschmutzung, Verzunderung oder eines sonstigen Mangels
nicht korrekt kontaktiert wurde. Durch den Ausfall eines Hauptkontaktes kann nur noch
über den einen verbleibenden Hauptkontakt Strom fließen. Dabei fließt über den verbleibenden
Hauptkontakt, das heißt dessen Kontaktfinger und Kontaktstücke ein Strom, der höher
als der spezifizierte Strom des verbleibenden Hauptkontaktes ist. Der spezifizierte
Strom wird im Folgenden Nennstrom genannt. Durch den erhöhten Strom über den verbleibenden
Hauptkontakt, wird das Relais soweit erwärmt, so dass thermische Schäden an dem Relais
oder an Teilen davon entstehen.
[0015] Kern der Erfindung ist es den verbleibenden Hauptkontakt oder die verbleibenden Hauptkontakte
derart zu kühlen, so dass diese den ausgefallenen Hauptkontakt ersetzen können oder
das Relais zumindest eine Zeit lang weiter betrieben werden kann. Durch die Kühlung
wird die Stromtragfähigkeit, also der Nennstrom den der mindestens eine verbleibenden
Hauptkontakt tragen kann erhöht, ohne den mindestens einen verbleibenden Hauptkontakt
sonst zu verändern. Dazu werden die mindestens zwei Hauptkontakte thermisch leitend
miteinander verbunden. In anderen Worten, wenigstens zwei der Hauptkontakte sind über
einen Wärmeleiter, z.B. über eine thermische Brücke miteinander verbunden. Dadurch
wird der defekte Hauptkontakt zum Kühlkörper des mindestens einen verbliebenen Hauptkontaktes.
[0016] Sobald einer der wenigstens zwei Hauptkontakte ausfällt, wird der Laststrom über
den wenigstens einen verbleibenden Hauptkontakt geführt. Hierbei kann zumindest ein
Teil der an dem wenigstens einem der verbleibenden Hauptkontakte als Wärme frei werdenden
Verlustleistung über wenigstens einen mit dem verbleibenden Hauptkontakt thermisch
leitend verbundenen Kühlkörper abgeführt werden.
[0017] Die mindestens zwei ersten Kontakte der Hauptkontakte werden hierzu erfindungsgemäß
thermisch leitend miteinander verbunden und / oder können jeder für sich mit einer
Einrichtung zum Abführen der an den Kontaktstücken und den Kontaktfingern entstehenden
Wärme ausgestattet sein, so dass im Störungsfall das Relais sicher weiterbetrieben
werden kann.
[0018] Die thermisch leitfähige Verbindung kann auf der gleichen Seite wie die zwei ersten
Kontaktstücke angebracht sein. Ebenfalls ist eine Anbringung der thermisch leitenden
Verbindung auf der Rückseite der Kontaktfinger möglich. Zur Verbesserung der thermisch
leitfähigen Verbindung kann zwischen den Kontaktfingern und der thermisch leitfähigen
Verbindung Wärmeleitpaste aufgebracht sein.
[0019] Die thermische leitfähige Verbindung zwischen den mindestens zwei beweglichen ersten
Kontakten kann durch wenigstens einen Metallstreifen realisiert werden, der bzw. die
mindestens zwei Kontaktfinger und / oder Kontaktstücke verbindet. An der Verbindungsstelle
kann zwischen dem Kontaktfinger und der thermisch leitenden Verbindung Wärmeleitpaste
aufgetragen sein.
[0020] Alternativ können die ersten Kontaktfinger auch über anders geformte thermische Leiter
welche ebenfalls elektrische Eigenschaften haben wie zum Beispiel mittels einer hängenden
Litze realisiert werden. Die Position der thermischen Verbindung zwischen dem ersten
Kontakt des ersten Hauptkontaktes und dem ersten Kontakt des mindestens einen weiteren
Hauptkontakts wird vorzugsweise auf Höhe der Kontaktstücke angebracht. Hierdurch wird
der thermische Widerstand auf Grund des möglichst kurzen Weges zum Abführen der abzuführenden
thermischen Verlustleistung verringert.
[0021] Nach der Erfindung wird somit ein Verfahren zum Schalten eines Laststroms mit einem
Relais mit wenigstens zwei elektrisch parallel geschalteten Hauptkontakten angegeben.
Der Laststrom ist der Strom, der bei geschlossenen Hauptkontakten im Normalbetrieb
z.B. eines Wechselrichters durch das Relais fließt. Die wenigstens zwei elektrisch
parallel geschalteten Hauptkontakte haben jeweils mindestens einen beweglichen ersten
Kontaktfinger mit einem ersten Kontaktstück. Diese bilden den sogenannten ersten Kontakt.
Die Kontaktfinger sind auf einem Träger befestigt. Durch die Befestigung am Träger
ist das jeweils zweite Ende zum ersten Ende beweglich. Zum Schließen des Laststromkreises
werden diese ersten Kontaktstücke vorzugsweise zumindest in etwa synchron jeweils
in Anlage mit je einem komplementären zweiten Kontaktstück des entsprechenden Hauptkontaktes
gebracht. Um die wenigstens zwei Hauptkontakte wieder (elektrisch) zu öffnen wird
das erste Kontaktstück vom zweiten Kontaktstück entfernt, d.h. die Kontaktstücke werden
auseinanderbewegt, so dass sich eine räumliche Distanz (galvanische Trennstrecke)
zwischen Ihnen einstellt. Der Laststromkreis ist folglich wieder geöffnet und somit
unterbrochen.
[0022] Der zweite Kontakt kann eine feststehende unflexible Trägerschiene als Kontaktfinger
aufweisen, die mit einem Ende an einem Träger befestigt ist. Die zweiten Kontaktstücke
sind z.B. am freien Ende des zweiten Kontaktfingers befestigt. Der zweite Kontaktfinger
kann aber ebenfalls flexibel ausgeführt sein.
[0023] Die Kontaktfinger können aus Blechstreifen, welche federnde Eigenschaften haben bestehen
oder auch als starrer Träger ausgeführt sein. Die Blechstreifen können ebenfalls aus
mehreren miteinander verbundenen Lagen bestehen so, dass sich zwischen den einzelnen
Lagen ein Luftspalt ausbildet wird, was zu einer Erhöhung der Federkonstante sowie
zu einer verbesserten Kühlwirkung führt. Das jeweils erste und jeweils zweite Kontaktstück
zusammen mit Trägern und / oder Kontaktfingern werden auch als sogenannte Hauptkontakte
bezeichnet. Die Kontaktstücke können aus leifähigen Materialien wie zum Beispiel Kupfer,
Aluminium oder Messing bestehen. Zur Verbesserung der Oberflächenleifähigkeit oder
zum Korrosionsschutz können die Kontaktstücke auch noch mit einer Oberflächenbeschichtung
wie zum Beispiel Gold oder Silber versehen sein. Zur Verbesserung verschiedener Eigenschaften
ich auch die Verwendung von Legierungsmetallen wie zum Beispiel die Hinzunahme von
Wolfram möglich, was zu einer Verbesserung der Abbrandeigenschaften führt. Erfindungsgemäß
sind die mindestens zwei Hauptkontakte thermisch leitend über einen Kühlkörper verbunden
der als thermische Brücke wirkt, so dass der defekte Hauptkontakt als (zweiter) Kühlkörper
für den wenigstens einen verbleibenden Hauptkontakt verwendet werden kann. Alternativ
kann die thermisch leitende Brücke auch aus mehreren parallel zueinander angeordneten
Kühlkörpern bestehen. Als thermisch leitend werden im Zusammenhang mit Feststoffen
Materialen mit einer spezifischen Wärmeleitfähigkeit ab

bezeichnet. Zusätzlich können die ersten Kontaktfinger im Bereich der ersten Kontaktstücke
Durchbrüche aufweisen, die das Anströmverhalten der ersten Kontaktfinger verbessern
und somit zu einer besseren Kühlung der ersten Kontaktfinger und der ersten
[0024] Kontaktstücke führen und somit zu einer besseren Kühlung. Die thermisch leitende
Verbindung kann hierbei die mindestens zwei ersten Kontaktstücke vorzugsweise unmittelbar
verbinden. Unmittelbar ist hierbei als eine Verbindung auf kürzestem Weg zu verstehen.
Vorzugsweise ist hierzu die thermisch leitfähige Verbindung auf Höhe der mindestens
zwei ersten Kontaktstücke vorgesehen, um den thermischen Übergangswiderstand zwischen
den beiden ersten Kontaktstücken möglichst gering zu halten.
[0025] Vorzugsweise wird die Funktionsfähigkeit wenigstens eines der wenigstens zwei Hauptkontakte
überwacht. Im Falle des Ausfalls eines Hauptkontaktes kann der Laststrom durch das
Relais über eine Steuerung z.B. eines Wechselrichters oder eines anderen Gerätes reduziert
und / oder eine Fehlermeldung ausgegeben werden. Zur Überwachung kann z.B. die Temperaturdifferenz
zwischen den beiden Hauptkontakten überwacht werden. Ist diese größer als ein Differenzgrenzwert,
dann kann die Steuerung dies als Ausfall eines Hauptkontaktes interpretieren. Alternativ
kann zur Überwachung auch die Temperatur eines der beiden Hauptkontakte überwacht
werden. Ein Ausfall liegt vor, wenn die Temperatur eines der beiden Hauptkontakte
einen Grenzwert übersteigt. Die Temperaturmessung kann u.a. mittels Temperatursensoren
wie PTC oder NTC Leitern oder in sonstiger Weise erfolgen. Die Temperatursensoren
können im Relaisgehäuse angeordnet sein oder auch außerhalb am Relais oder auf der
Platine z.B. des Wechselrichters deren Leiterplatten ebenfalls als Kühlflächen genutzt
werden können. Alternativ kann jeweils ein Temperatursensor auf jedem der mindestens
zwei Kontaktpaare aufgebracht werden. Beispielsweise kann alternativ oder zusätzlich
auch die Temperatur der Zuleitung des Relais bestimmt werden. In der Praxis werden
Relais oft auf Platinen montiert, wobei die zur Montage vorhandenen Anschlussfahnen
oder Lötfahnen des Relais aufgelötet oder in einen auf der Platine vorhandenen Stecksockel
eingesetzt werden. Die Anschlussfahnen können dann über zusätzlich auf der Platine
vorhandenen Kühlkörper oder Kühlflächen zur Wärmeableitung genutzt werden.
[0026] Eine alternative Möglichkeit zur Detektion eines Kontaktausfalls ist es den Spannungswert
über die mindestens zwei Hauptkontakte zu detektieren. Die Detektion des Spannungsabfalls
kann ebenfalls über die Anschlussfahnen des Relais erfolgen. Fällt oder steigt der
Spannungsabfall an mindestens einem der der mindestens zwei Kontaktfinger unter oder
über einen bestimmten Wert, so kann ebenfalls der Laststrom reduziert und / oder eine
Fehlermeldung ausgegeben werden. Eine andere Alternative zur Überwachung des fehlerfreien
Betriebes ist die Detektion des durch die Hauptkontakte fließenden Stroms, z.B. mittels
eines verbauten Messwiderstandes, eines induktiven Messwandlers oder eines Hallsensors.
Steigt oder fällt der Strom durch einen der Hauptkontakte oder die Differenz zwischen
den Strömen durch die Hauptkontakte über oder unter einen vorbestimmten Wert, so kann
ebenfalls eine der vorgenannten Maßnahmen ausgelöst werden, um einen sicheren Weiterbetrieb
des Relais zu ermöglichen. Die Auswertung der Messung sowie die Einleitung der genannten
Maßnahmen kann über die im Wechselrichter vorhandene Steuerung oder Regelung erfolgen.
[0027] Das beschriebene Verfahren dient zum Betrieb eines Relais zum Schalten eines Laststroms.
Das Relais ist dazu mit wenigstens zwei elektrisch parallel geschaltet zu betreibenden
Hauptkontakten ausgestattet, die jeweils einen ersten beweglichen Kontaktfinger aufweisen.
Die elektrische Parallelschaltung kann durch eine Brücke zwischen den Hauptkontakten
im Relais oder durch eine externe elektrisch leitende Brücke z.B. auf der Platine
erfolgen. Die ersten Kontaktfinger tragen jeweils wenigstens ein erstes Kontaktstück,
welches jeweils wenigstens einem komplementären zweiten Kontaktstück gegenüberliegend
angeordnet ist. Die jeweils ersten Kontaktfinger bzw. die ersten Kontaktstücke können
mit wenigstens einem Aktor in Wirkverbindung stehen, um die ersten Kontaktstücke synchron
zueinander jeweils in Anlage mit dem entsprechend komplementären zweiten Kontaktstücken
zu bringen. Durch die Kontaktierung der ersten und der zweiten Kontaktstücke wird
der Laststromkreis geschlossen. Werden die Kontaktstücke voneinander getrennt, wird
der Laststromkreis geöffnet. Wenigstens zwei bewegliche Kontaktfinger der wenigstens
zwei Hauptkontakte sind thermisch leitend miteinander verbunden. Dadurch wird eine
besonders gute Kühlung erreicht. Die beweglichen Kontaktfinger haben in der Regel
eine kleinere Querschnittsfläche als die statischen Kontaktfinger. Daher ist die Wärmeableitung
der beweglichen Kontaktfinger über die Anschlüsse des Relais vergleichbar schlecht.
Dieses Problem kann durch die thermisch leitfähige Kopplung der beweglichen Kontaktfinger
kompensiert werden.
[0028] Der Querschnitt A der thermisch leitenden Verbindung kann vorzugsweise der nachfolgenden
Relation genügen:

[0029] Wobei P
v ist die Verlustleistung eines Hauptkontaktes bei seinem Nennstrom, I die Länge der
thermisch leitenden Verbindung zwischen den Hauptkontakten, λ die spezifische Wärmeleitfähigkeit
der thermisch leitenden Verbindung und ΔT die maximal zulässige Temperaturdifferenz
zwischen Anfang und Ende der thermisch leitenden Verbindung ist.
[0030] Da die mindestens zwei Hauptkontakte elektrisch parallel geschaltet sind, teilt sich
der über diese fließende Strom auf. In der Praxis erfolgt diese Aufteilung jedoch
oft ungleichmäßig, z.B. wie 70:30 oder 60:40. Im Nennbetrieb fließt über jeden der
mindestens zwei Hauptkontakte im Mittel der Nennstrom.
[0031] Die hierbei entstehende Verlustleistung
PV pro Hauptkontakt lässt sich im Nennbetrieb, was dem Betrieb ohne Defekt entspricht,
mit der Gleichung
PV =
RK· (
IN)
2 berechnen.
RK bezeichnet den entsprechenden ohmschen Widerstand des Hauptkontaktes und
IN ist der der durch den jeweiligen Hauptkontakt fließende Nennstrom. Die im Kontaktfinger
entstehende Verlustleistung kann hierbei vernachlässigt werden, da diese im Vergleich
zu der Verlustleistung an der Kontaktstelle, das heißt zu der an den Kontaktstücken
entstehenden Verlustleistung vernachlässigbar ist. Im Fall eines Kontaktausfalls eines
Hauptkontaktes muss der mindestens eine noch vorhandene Hauptkontakt den doppelten
Nennstrom durch den Hauptkontakt tragen. Hierdurch entsteht an diesem Hauptkontakt
die doppelte Verlustleistung. Um eine unzulässige Erwärmung des verbleibenden Hauptkontaktes
zu vermeiden, wird die zusätzliche Verlustleistung über den defekten Hauptkontakt
und /oder wenigstens einen am noch funktionsfähigen Hauptkontakt im Bereich der Kontaktstücke
angebrachten Kühlerkörper abgeführt. Für die Ableitung von Wärme über die thermisch
leitende Verbindung ist die Gleichung

näherungsweise anwendbar.
Q̇ entspricht dem Wärmefluss,
A der zum Wärmefluss senkrecht stehende Fläche des für die Wärmeableitung genutzten
Wärmeleiters,
λ entspricht der Wärmeleitfähigkeit des Wärmeleitermaterials,
ΔT dem Temperatunterschied zwischen Anfang und Ende des Wärmeleiters und
l der Länge des Wärmeleiters in Richtung des zweiten Hauptkontaktes. Um den funktionsfähigen
Hauptkontakt unterhalb der maximal spezifizierten Temperatur, welche auch Nenntemperatur
genannt wird zu halten, wird die zusätzliche Verlustleistung zumindest zu einem überwiegenden
Teil über den Wärmeleiter abgeführt, folglich gilt näherungsweise:

[0032] Bei der Berechnung der abzuführenden Verlustleistung kann ein Vorfaktor berücksichtigt
werden, wenn jeder der mindestens zwei Hauptkontakte für etwas mehr als den im Normalbetrieb
durch das Relais fließenden Strom ausgelegt ist. Alternativ wäre dies auch möglich,
falls eine höhere obere Grenztemperatur der Hauptkontakte als im Normalbetrieb zulässig
ist. Dementsprechend also nicht die volle Nennverlustleitung abgeführt werden muss.
[0033] Zur Detektion eines Kontaktfehlers kann über den Lötfahnen oder über den Hauptkontakten
oder an einem separaten Ausgang die Spannung oder ein sonstiges Messsignal abgegriffen
und einer Steuerung oder Regelung des Wechselrichters zugeführt werden. In der Folge
kann die Steuerung oder Regelung des Wechselrichters den Strom durch das Relais soweit
reduzieren, dass dieser der Stromtragfähigkeit eines gekühlten Hauptkontaktes entspricht.
Zusätzlich kann der Wechselrichter über eine vorhandene Netzwerkverbindung oder eine
sonstige Kommunikationsmöglichkeit eine Fehlermeldung über den Defekt eines Relais
an z.B. eine Betriebszentrale absetzen. Hierdurch kann das Relais vor einem Totalausfall
der Anlage schnellstmöglich getauscht werden.
[0034] Alternativ kann in dem Relaisgehäuse oder auf einem oder allen der mindestens zwei
Kontaktfinger ein Temperatursensor angebracht sein. Im Falle eine Kontaktausfalls
kann eine dafür zuständige Schaltung den Laststrom durch das Relais vermindern und
eine Fehlermeldung an eine Betriebszentrale absetzen.
[0035] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltungform ist ein Verfahren zum Betrieb eines Wechselrichters
mit mindestens einem der beschriebenen Relais welches auf einer Platine angeordnet
sein kann. Zusätzlich kann der Wechselrichter eine Steuerung oder Regelung aufweisen.
Auf der Platine des Wechselrichters können ebenfalls Kühlkörper oder Leiterbahnflächen
angeordnet sein. Die Leiterbahnflächen können ebenfalls als Kühlkörper genutzt werden.
Das Relais kann direkt mit Leiterbahnen die zum Anschluss und / oder als Kühlkörper
genutzt werden verlötet sein. Alternativ kann es auf einen Montagesockel zur Befestigung
und elektrischen Kontaktierung eingesetzt bzw. aufgesteckt sein.
Beschreibung der Zeichnungen
[0036] Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens
anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen exemplarisch
beschrieben:
- Figur 1
- eine Ansicht einer Ausführungsform eines Relais.
- Figur 2
- zeigt eine Ansicht eines teilmontierten Relais mit zwei Kontaktfingern und den dazugehörigen
Kontaktstücken nach dem Stand der Technik.
- Figur 3
- zeigt einen Ausschnitt aus einer Ausführungsform eines Relais mit thermischer Brücke.
- Figur 3a
- zeigt einen Ausschnitt aus einer Ausführungsform eines Relais mit thermischer Brücke.
- Figur 4
- zeigt eine weitere Fig. 1 entsprechende Ansicht einer Ausführungsform eines Relais.
- Figur 5
- zeigt eine weitere Fig. 1 entsprechende Ansicht einer Ausführungsform eines Relais.
- Figur 6
- zeigt eine weitere Fig. 1 entsprechende Ansicht einer Ausführungsform eines Relais.
[0037] Figur 1 zeigt ein Relais 10 in Schrägansicht. Das Relais 10 besitzt einen ersten
Hauptkontakt 19 und einen zweiten Hauptkontakt 20 die über einen Montagesockel 41
oder über eine Platine elektrisch parallel geschaltet werden können. Jeder der Hauptkontakte
19, 20 ist jeweils mit einer ersten Lötfahne 21, 23 sowie einer zweiten Lötfahne 22,
24 elektrisch verbunden. Die Lötfahnen 21, 22, 23, 44 sind in dem Montagesockel oder
Träger 41 angeordnet. Über die Lötfahnen 21, 22, 23, 24 können die Hauptkontakte von
außen elektrisch kontaktiert werden. Die ersten Lötfahnen 21, 23 sind jeweils auf
einen ersten Kontaktfinger 29, 30 geführt und mit diesen elektrisch kontaktiert. Am
oberen Ende der ersten Kontaktfinger 29, 30 sind die ersten Kontaktstücke 25, 27 der
ersten und des zweiten Hauptkontaktes 19, 20 angebracht. Gegenüberliegend hierzu sind
an einer ersten und einer zweiten leitfähigen Halteschiene 33, 34 jeweils ein zweites
Kontaktstück 26, 28 als Gegenkontakt zu den entsprechend ersten Kontaktstücken 25,
27 angebracht. Die ersten Kontaktstücke 25, 27 und die zweiten Kontaktstücke 26, 28
werden bei geschlossenem Hauptkontakt 19, 20 gegeneinander gedrückt und stellen den
elektrischen Kontakt her.
[0038] Auf dem Träger ist ein Aktor mit einer Spule 40 und einem nicht dargestellten beweglichen
Anker, welcher in Wirkverbindung mit den ersten Kontaktfingern 29, 30 bzw. mit den
ersten Kontaktstücken 25, 27 steht um eine gleichzeitige Bewegung der Kontaktfinger
29, 30 sowie der Kontaktstücke 25, 27 zu ermöglichen. Die Spule 40 wird über ein paar
von Spulenanschlüssen 11, 12 elektrisch kontaktiert. Die Kontaktfedern 29, 30 werden
bei Bestromung der Spule 40 über einen nicht gezeigten Bügel der Spule, der mit dem
beweglichen Anker der Spule verbunden ist, in Richtung der Halteschienen 33, 34 verschoben
und so in Anlage mit den zweiten Kontaktstücken 26, 28 gebracht. Dadurch wird der
Laststromkreis über die Kontaktstücke 25, 26, 27, 28 geschlossen. An dem ersten Kontaktfinger
29 sowie dem zweiten Kontaktfinger 30, ist ein Kühlblech 50 zur Abführung der zusätzlich
entstehenden Abwärme bei Ausfall eines der beiden Hauptkontakte 19, 20 angebracht.
[0039] Figur 2 zeigt ein teilmontiertes Relais mit einem Träger 41 an dessen Unterseite
Anschlüsse, welche auch Lötfahnen 21, 23 genannt werden, für das Relais angeordnet
sind. Die beiden Lötfahnen 21, 23 sind elektrisch leitend mit je einem federelastischen
Metallstreifen 25, 27 der als Kontaktfinger dient verbunden und können anschlussseitig
21, 23 parallel geschaltet sein.
[0040] An dem den Anschluss abgewandten Endbereich (kurz am Ende) der Kontaktfinger 29,
30 ist je ein erstes Kontaktstück 25, 27 eines Kontaktpaares angebracht. Ein nicht
dargestellter Aktor wirkt auf die Kontaktfinger 29, 30, um die Kontaktfinger 29, 30
jeweils in Richtung eines komplementären zweiten Kontaktes (nicht dargestellt) des
entsprechenden Kontaktpaares zu bewegen und/oder um die Kontaktepaare zu öffnen.
[0041] Die zweiten nicht gezeigten Kontakte der Kontaktpaare können ebenfalls parallel geschaltet
sein, d.h. z.B. an einem gemeinsamen metallischen Träger angeordnet sein (nicht dargestellt).
[0042] Ist nun der Übergangswiderstand der beiden Kontakte 25, 26, 27, 28, 29, 30 unterschiedlich
hoch oder einer der beiden parallelen Strompfade in anderer Weise gestört, dann fließt
ein überwiegender Teil oder der gesamte Laststrom über den verbleibenden besser leitenden
oder noch funktionsfähigen Strompfad und der entsprechende Kontaktfinger 29, 30 sowie
die Kontaktstücke 25, 26, 27, 28 erwärmen sich zusätzlich.
[0043] Nach der Erfindung sind die beiden Kontaktfinger 29, 30 vorzugsweise thermisch leitend
miteinander verbunden, z.B. durch eine thermische Brücke 31 (vgl. Figuren 3 - 6) aus
einem thermisch möglichst gut leitenden Material, wie z.B. Kupfer oder Aluminium.
Durch die thermisch leitende Brücke 31 wirkt der Kontaktfinger 29, 90 des defekten
Strompfads als Kühlkörper 50 für die Elemente des intakten Strompfads, wodurch die
Wärme kontrolliert abgeführt werden kann. Dies ist in den Figuren 3 bis 5 angedeutet:
Figur 3 zeigt einen ersten Kontaktfinger 29 mit einem Kontaktstück 25, die über einen
Kühlkörper, welcher als thermische Brücke 31 dient, mit einem zweiten Kontaktfinger
30 verbunden ist. Die thermische Brücke 31 hat eine Querschnittsfläche A und eine
Länge I, hier gemessen zwischen den ersten Kontaktstücken 25, 27. Das Kreuz in der
Querschnittsfläche A, symbolisiert die Rückseite eines Pfeils und zeigt die Wärmeflussrichtung
im Fehlerfall vom wärmeren Kontaktfinger 29 zum kälteren Kontaktfinger 30. Das bedeutet,
dass im Fall dass der zweite Hauptkontakt 20 ausfällt, der gesamte Strom über das
Kontaktstückepaar 25, 26 fließt. Auf Grund dieser Tatsache erwärmt sich der erste
Hauptkontakt 19 insbesondere das erste Kontaktstück 25, 26 zusätzlich und die Wärme
fließt in Richtung des ersten Kontaktstückepaar 27, 28 über den Kühlkörper 50 oder
die thermisch Leitende Brücke 31 ab. Die zweite Kontaktfeder 30 des zweiten Hauptkontaktes
20 wirkt hierbei auf Grund der thermisch leitenden Brücke als Kühlkörper. Zur Verbesserung
der Wärmeabfuhr kann wie beispielhaft dargestellt die thermisch leitende Brücke optional
mit Kühlrippen versehen sein.
[0044] Figur 3a zeigt eine alternative Ausführungsform mit den Merkmalen der Figur 3. Die
thermische Brücke 31 ist im Unterschied zu der in Figur 3 gezeigten Ausführungsform
auf der Seite der ersten Kontaktstücke 25, 27 angebracht. Diese Ausgestaltung führt
zu einer zusätzlichen Reduzierung des thermischen Übergangswiderstandes zwischen den
beiden ersten Kontaktfingern 29, 30 und somit zu einer schnelleren Wärmeableitung
beim Ausfall eines Hauptkontaktes 19, 20. Die Kühlrippen 50 sind optional.
[0045] In der Figur 4 ist die thermische Brücke 31 eine metallische Litze, die die beiden
Kontaktfinger 29, 30 thermisch miteinander verbindet. Die thermische Brücke 31 kann
z.B. mit den Kontaktfingern 29, 30 und / oder den Kontaktstücken 25, 27 verlötet und/oder
vernietet sein. Anders als dargestellt ist die Litze vorzugsweise auf Höhe der Kontaktstücke
25, 27 an den Kontaktfingern 29, 30 oder unmittelbar an den Kontaktstücken 25, 27
befestigt.
[0046] In Figur 5 beispielhaft dargestellt hat die thermische Brücke 31 mehrere thermisch
leitende Verbindungen zwischen den Kontaktfingern 29, 30, welche aus thermisch leitenden
Streifen 31, z.B. aus einem Blech hergestellt sind. Vorzugsweise sind die thermisch
leitenden Streifen 31 mit den Kontaktfingern 29, 30 verlötet, verschweißt oder vernietet.
Ebenso können die Streifen 31 und die Kontaktfinger 29, 30 einstückig, z.B. aus einem
Blech gestanzt, ausgeführt sein. Zusätzlich können in den oberen Teil der Kontaktfinger
29, 30 Durchbrüche 35 eingestanzt sein, um die Kühlung zu verbessern.
[0047] Bei der Ausführungsform nach Fig. 6 sind die beiden Kontaktfinger 29, 30 einstückig
mit der thermischen Brücke 31 hergestellt, z.B. aus einem Blech ausgeschnitten oder
gestanzt. Auch in diesem Beispiel ist die thermische Brücke 31 auf Höhe der Kontaktstücke
25, 27 zwischen den Kontaktfingern 29, 30 welche auch Kontaktfinger genannt werden
angeordnet.
[0048] Sofern der Defekt eines der beiden parallelen Strompfade auf einen defekten, z.B.
Anschluss zurückzuführen ist, ist es vorteilhaft, wenn die thermische Brücke 31 auch
elektrisch leitend ist, weil der Strom dann durch die thermische Brücke 31 wieder
auf die beiden Kontaktfinger 29, 30 aufgeteilt werden kann, wodurch die Wärmeentwicklung
insgesamt reduziert wird (gilt für alle Ausführungsformen). Dem Prinzip nach würde
aber eine rein thermische Verbindung der Kontaktfinger 29, 30 genügen, d.h. die Verbindung
könnte durchaus elektrisch isolierend sein (gilt für alle Ausführungsformen).
[0049] Vorstehend wurde der Begriff Metallstreifen als Synonym für "elektrischen Leiter"
verwendet. In den gezeigten Beispielen haben die Metallstreifen, welche auch Kontaktfinger
29, 30 genannt werden sowohl eine mechanische als auch eine elektrische Funktion.
Diese Funktionen können aber auch getrennt werden. Verallgemeinert lässt sich die
Erfindung zusammenfassen als zumindest thermisch leitende Verbindung zwischen wenigstens
zwei parallelen Strompfaden beispielsweise in einem Relais, wodurch die bei Ausfall
eines der Strompfade im noch funktionsfähigen Strompfad entstehende Wärme über den
ausgefallenen Strompfad abgeführt wird. Die Bauteile des ausgefallene Strompfads wirken
als oder sind dann der Kühlkörper des noch intakten Strompfads. Auch die thermische
Brücke wirkt als Kühlkörper.
Bezugszeichenliste:
[0050]
- 10
- Relay
- 11
- A1, Erster Spulenanschluss
- 12
- A2, Zweiter Spulenanschluss
- 19
- Erster Hauptkontakt
- 20
- Zweiter Hauptkontakt
- 21
- Erste Lötfahne des ersten Hauptkontakt
- 22
- Zweite Lötfahne des ersten Hauptkontakt
- 23
- Erste Lötfahne des zweiten Hauptkontakt
- 24
- Zweite Lötfahne des zweiten Hauptkontakt
- 25
- Erstes Kontaktstück des ersten Hauptkontakt
- 26
- Zweites Kontaktstück des ersten Hauptkontakt
- 27
- Erstes Kontaktstück des zweiten Hauptkontakt
- 28
- Zweites Kontaktstück des zweiten Hauptkontakt
- 29
- Erster Kontaktfinger des ersten Hauptkontakt
- 30
- Erster Kontaktfinger des zweiten Hauptkontakt
- 31
- Thermische Brücke
- 32
- Wärmeflussrichtung
- 33
- Erste Halteschiene, Zweiter Kontaktfinger des ersten Hauptkontakt
- 34
- Zweite Halteschiene, Zweiter Kontaktfinger des zweiten Hauptkontakt
- 35
- Durchbrüche
- 40
- Spule mit Anker
- 41
- Träger
- 50
- Kühlkörper / Kühlblech
- l
- Länge des Kühlkörpers
1. Verfahren zum Schalten eines Laststroms mit einem Relais (10) mit wenigstens zwei
elektrisch parallel geschalteten Hauptkontakten (19, 20), die jeweils mindestens einen
beweglichen ersten Kontaktfinger (29, 30) mit einem ersten Kontaktstück (25, 27) aufweisen,
welche:
- jeweils in Anlage mit je einem komplementären zweiten Kontaktstück (26, 28) des
entsprechenden Hauptkontaktes (19, 20) gebracht werden, um den Hauptkontakt (19, 20)
zu schließen wobei ein Laststrom auf die wenigstens zwei Hauptkontakte (19, 20) aufgeteilt
wird, und bei Ausfall eines Hauptkontaktes (19, 20) der gesamte Laststrom über den
wenigstens einen verbleibenden Hauptkontakt (19, 20) geleitet wird,
- jeweils von dem entsprechenden zweiten Kontaktstück (26, 28) entfernt werden, um
den Hauptkontakt (19, 20) zu öffnen,
dadurch gekennzeichnet dass
beim Ausfall eines Hauptkontaktes (19, 20) zumindest ein Teil der an wenigstens einem
der verbleibenden Hauptkontakte (19, 20) als Wärme frei werdenden Verlustleistung
über wenigstens einen mit dem verbleibenden Hauptkontakt (19, 20) thermisch leitend
verbundenen Kühlkörper (50) an den ausgefallenen Hauptkontakt (19, 20) abgeführt wird,
wodurch der
ausgefallene Hauptkontakt (19, 20) als Kühlkörper für den wenigstens einen der verbleibenden
Hauptkontakte (19, 20) verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass
die beiden Hauptkontakte (19, 20) über eine thermische Brücke (31) miteinander verbunden
werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass
der Laststrom reduziert und/oder eine Fehlermeldung ausgegeben wird, sofern die Temperaturdifferenz
zwischen den beiden Hauptkontakten (19, 20) größer als ein Differenzgrenzwert ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
der Laststrom reduziert und/oder eine Fehlermeldung ausgegeben wird, sofern die Temperatur
wenigstens einer der beiden Hauptkontakte (19, 20) einen Grenzwert übersteigt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
der Laststrom reduziert und/oder eine Fehlermeldung ausgegeben wird, sobald der Spannungsabfall
an einem der Kontaktfinger (29, 30) über Grenzwert steigt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass
der Laststrom reduziert wird und/oder eine Fehlermeldung ausgegeben wird, wenn die
Differenz der durch die Kontaktfinger (29, 30) fließenden Stromstärken einen Grenzwert
übersteigt.
7. Relais (10) zum Schalten eines Laststromkreises mit
- wenigstens zwei parallel geschaltet zu betreibenden Hauptkontakten (19, 20), die
jeweils einen ersten beweglichen Kontaktfinger (29, 30) aufweisen, der jeweils wenigstens
ein erstes Kontaktstück (25, 27) trägt, welches jeweils wenigstens einem komplementären
zweiten Kontaktstück (26, 28) gegenüberliegend angeordnet ist und
- wenigstens einem Aktor (40), der mit den ersten Kontaktstücken in Wirkverbindung
(25, 27) steht, um diese jeweils in Anlage mit dem komplementären zweiten Kontaktstück
(26, 28) zu bringen, wodurch der Laststromkreis geschlossen wird, wobei die Hauptkontakte
(19, 20) so ausgebildet sind, dass bei Ausfall eines Hauptkontaktes (19, 20) der gesamte
Laststrom über den wenigstens einen verbleibenden Hauptkontakt (19, 20) geleitet wird,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei der ersten Kontaktfinger (29, 30) der wenigstens zwei Hauptkontakte
(19, 20) thermisch leitend über wenigstens einen Kühlkörper (50) verbunden sind, wobei
der wenigstens eine Kühlkörper (50) ausgebildet ist, beim Ausfall eines dieser Hauptkontakte
(19, 20) zumindest ein Teil der an wenigstens einem der verbleibende Hauptkontakte
(19, 20) als Wärme frei werdenden Verlustleistung an den ausgefallenen Hauptkontakt
(19, 20) abzuführen, wodurch der ausgefallene Hauptkontakt (19, 20) als Kühlkörper
für den wenigstens einen der verbleibenden Hauptkontakte (19, 20) wirkt.
8. Relais (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass
die thermisch leitende Verbindung eine Wärmebrücke (31) ist, welche die beiden ersten
Kontaktfinger (29, 30) miteinander verbindet.
9. Relais (10) nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass
der Kühlkörper (31, 50) die beiden ersten Kontaktfinger (29, 30) und/oder die beiden
ersten Kontaktstücke (25, 27) miteinander verbindet.
10. Relais (10) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass
die thermisch leitende Verbindung (31) die beiden ersten Kontaktstücke (25, 27) unmittelbar
verbindet.
11. Relais (10) nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass
die thermisch leitende Verbindung (31) die beiden ersten Kontaktfinger (29, 30) auf
Höhe der beiden ersten Kontaktstücke (25, 27) miteinander verbindet.
12. Relais (10) nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass
die ersten Kontaktfinger (29, 30) je wenigstens einen Metallstreifen aufweisen, deren
erstes Ende an einem Träger (41) befestigt ist und deren zweites Ende relativ zu dem
ersten Ende beweglich ist und das wenigstens eine erste Kontaktstück (25, 27) trägt.
13. Relais (10) nach einem der Ansprüche 7 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Querschnitt A der thermisch leitenden Verbindung der folgenden Relation genügt:

wobei
Pv die Verlustleistung eines Hauptkontaktes (19, 20) bei seinem Nennstrom, l die Länge
der thermisch leitenden Verbindung zwischen den mindestens zwei Hauptkontakten (19,
20), λ die spezifische Wärmeleitfähigkeit der thermisch leitenden Verbindung und
ΔT die maximal zulässige Temperaturdifferenz zwischen Anfang und Ende der thermisch
leitenden Verbindung (31) ist.
1. A method for switching a load current with a relay (10) having at least two main contacts
(19, 20) electrically connected in parallel, each having at least one movable first
contact finger (29, 30) with a first contact piece (25, 27) which:
- are each contacted with one respective complementary second contact piece (26, 28)
of the corresponding main contact (19, 20) to close the main contact (19, 20), wherein
a load current is split on the at least two main contacts (19, 20), and wherein in
case of failure of a main contact (19, 20) the total load current is led through the
at least one remaining main contact (19, 20),
- are each removed from the corresponding second contact piece (26, 28), in order
to open the main contact (19, 20),
characterized in that
in case of failure of a main contact (19, 20) at least a part of the power loss released
as heat at at least one of the remaining main contacts (19, 20) is dissipated via
at least one heat sink (50) being thermally conductively connected with the remaining
main contact (19, 20), thereby using the failed main contact (19, 20) as a heat sink
for the at least one of the remaining main contacts (19, 20).
2. Method according to claim 1,
characterized in that
the two main contacts (19, 20) are connected to each other by means of a thermal bridge
(31).
3. Method according to one of claims 1 to 2,
characterized in that
the load current is reduced and/or a fault message is output, if the temperature difference
between the two main contacts (19, 20) is greater than a difference threshold value.
4. Method according to one of claims 1 to 3,
characterized in that
the load current is reduced and/or a fault message is output if the temperature of
at least one of the two main contacts (19, 20) exceeds a threshold value.
5. Method according to one of claims 1 to 3,
characterized in that
the load current is reduced and/or a fault message is output if the voltage drop at
one of the contact fingers (29, 30) rises above a threshold value.
6. Method according to one of claims 1 to 4,
characterized in that
the load current is reduced and/or a fault message is output, if the difference between
the currents flowing through the contact fingers (29, 30) exceeds a threshold value.
7. A relay (10) for switching a load circuit with
- at least two main contacts (19, 20) to be operated while being electrically connected
in parallel, each having a first movable contact finger (29, 30), which each carries
at least one first contact piece (25, 27), which each is arranged opposed to a complementary
second contact piece (26, 28), and
- at least one actuator (40) which is in operative connection with the first contact
pieces (25, 27) to bring the latter into contact with the complementary second contact
piece (26, 28), whereby the load circuit is closed,
wherein the main contacts (19, 20) are configured such that in case of a failure of
one main contact (19, 20) the entire load current is passed via the at least one remaining
main contact (19, 20),
characterized in that
at least two of the first contact fingers (29, 30) of the at least two main contacts
(19, 20) are connected to one another in a thermally conductive manner via at least
one heat sink (50), wherein the at least one heat sink (50) is configured to, in case
of failure of one of the main contacts (19, 20), dissipate at least a part of the
power loss released as heat at at least one of the remaining main contacts (19, 20)
to the failed main contact (19, 20), whereby the failed main contact (19, 20) serves
as a heat sink for the at least one of the remaining main contacts (19, 20).
8. Relay according to claim 7,
characterized in that
the thermally conductive connection is a thermal bridge (31) which connects the two
first contact fingers (29, 30) to one another.
9. Relay according to one of claims 7 or 8,
characterized in that
the heat sink (31, 50) connects the two first contact fingers (29, 30) and/or the
two first contact pieces (25, 27) to one another.
10. Relay (10) according to one of claims 7 to 9,
characterized in that
the thermally conductive connection (31) directly connects the two first contact pieces
(25, 27).
11. Relay (10) according to one of claims 7 to 10,
characterized in that
the thermally conductive connection (31) connects the two first contact fingers (29,
30) to one another at the level of the two first contact pieces (25, 27).
12. Relay (10) according to one of claims 7 to 11,
characterized in that
the first contact fingers (29, 30) each have at least one metal strip, the first end
of which is fixed to a carrier (41) and the second end of which is movable relative
to the first end and carries the at least one first contact piece (25, 27).
13. Relay (10) according to one of claims 7 to 12,
characterized in that
cross-section A of the thermally conductive connection satisfies the following relation:

where P
V is the power loss of a main contact (19, 20) at its nominal current, l is the length
of the thermally conductive connection between the at least two main contacts (19,
20), λ is the specific thermal conductivity of the thermally conductive connection,
and ΔT is the maximum permissible temperature difference between the beginning and
the end of the thermally conductive connection (31).
1. Procédé pour commuter un courant de charge avec un relais (10) muni d'un moins deux
contacts principaux (19, 20) montés électriquement en parallèle, qui présentent chacun
au moins une première languette de contact (29, 30) mobile avec un premier contact
(25, 27), qui :
- peut être amené chacun contre un deuxième contact (26, 28) complémentaire du contact
principal correspondant (19, 20) pour fermer le contact principal (19, 20), un courant
de charge étant réparti sur les au moins deux contacts principaux (19, 20) et tout
le courant de charge étant conduit, en cas de défaillance d'un contact principal (19,
20), par l'au moins un contact principal (19, 20) restant,
- est éloigné du deuxième contact (26, 28) correspondant pour ouvrir le contact principal
(19, 20),
caractérisé en ce qu'en cas de défaillance d'un contact principal (19, 20), une partie au moins de la puissance
dissipée sous forme de chaleur au niveau d'au moins un des contacts principaux (19,
20) restants est évacuée par au moins un radiateur (50) au niveau du contact principal
(19, 20) défaillant relié de façon conductrice thermique au contact principal (19,20)
restant, de sorte que le contact principal (19, 20) défaillant est utilisé comme radiateur
pour l'au moins un des contacts principaux (19, 20) restants.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les deux contacts principaux (19, 20) sont reliés entre eux par un pont thermique
(31).
3. Procédé selon l'une des revendications 1 à 2, caractérisé en ce que le courant de charge est réduit et/ou un message d'erreur est émis tant que la différence
de température entre les deux contacts principaux (19, 20) est supérieure à une limite
de différence.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le courant de charge est réduit et/ou un message d'erreur est émis tant que la température
d'au moins un des deux contacts principaux (19, 20) est supérieure à une valeur limite.
5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le courant de charge est réduit et/ou un message d'erreur est émis dès que la baisse
de tension sur l'une des languettes de contact (29, 30) est supérieure à la limite.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le courant de charge est réduit et/ou un message d'erreur est émis quand la différence
des intensités de courant passant par les languettes de contact (29, 30) est supérieure
à une valeur limite.
7. Relais (10) pour commuter un circuit de courant de charge, avec
- au moins deux contacts principaux (19, 20) montés en parallèle, qui présentent chacun
une première languette de contact (29, 30) mobile portant chacune au moins un premier
contact (25, 27) disposé en face d'au moins un deuxième contact (26, 28) complémentaire
et
- au moins un actionneur (40) en liaison active avec les premiers contacts (25, 27)
pour amener ceux-ci contre le deuxième contact (26, 28) complémentaire pour fermer
le circuit de courant de charge,
les contacts principaux (19, 20) étant conformés de telle sorte qu'en cas de défaillance
d'un contact principal (19, 20), tout le courant de charge est conduit par l'au moins
un contact principal (19, 20) restant,
caractérisé en ce qu'au moins deux des premières languettes de contact (29, 30) des au moins deux contacts
principaux (19, 20) sont reliées de façon conductrice thermique par au moins un radiateur
(50), l'au moins un radiateur (50) étant conformé pour, en cas de défaillance de l'un
de ces contacts principaux (19, 20), évacuer au moins une partie de la puissance dissipée
au niveau de l'au moins un des contacts principaux (19, 20) restants sous forme de
chaleur au niveau du contact principal (19, 20) défaillant, de sorte que le contact
principal (19, 20) défaillant sert de radiateur pour l'au moins un des contacts principaux
(19, 20) restants.
8. Relais (10) selon la revendication 7, caractérisé en ce que la liaison conductrice thermique est un pont thermique (31) qui relie entre elles
les deux premières languettes de contact (29, 30).
9. Relais (10) selon l'une des revendications 7 ou 8, caractérisé en ce que le radiateur (31, 50) relie les deux premières languettes de contact (29, 30) et/ou
les deux premiers contacts (25, 27).
10. Relais (10) selon l'une des revendications 7 à 9, caractérisé en ce que la liaison conductrice thermique (31) relie directement les deux premiers contacts
(25, 27).
11. Relais (10) selon l'une des revendications 7 à 10, caractérisé en ce que la liaison conductrice thermique (31) relie les deux premières languettes de contact
(29, 30) entre elles à la hauteur des deux premiers contacts (25, 27).
12. Relais (10) selon l'une des revendications 7 à 11, caractérisé en ce que les premières languettes de contact (29, 30) portent chacune une bande métallique
dont la première extrémité est fixée à un support (41) et dont la deuxième extrémité
est mobile par rapport à la première extrémité et porte l'au moins un premier contact
(25, 27).
13. Relais (10) selon l'une des revendications 7 à 12,
caractérisé en ce que la section A de la liaison conductrice thermique satisfait la relation suivante :

où
Pv est la puissance dissipée par un contact principal (19, 20) à son intensité nominale,
l est la longueur de la liaison conductrice thermique entre les au moins deux contacts
principaux (19, 20),
λ est la conductibilité thermique spécifique de la liaison conductrice thermique et
ΔT est la différence de température maximale autorisée entre le début et la fin de la
liaison conductrice thermique (31).