[0001] Die Erfindung betrifft ein Türsteuersystem, umfassend ein Fahrzeug zur Personenbeförderung
mit wenigstens einer Fahrzeugtür und einen Bahnsteig mit einer Zugangsschutzeinrichtung,
wobei die Zugangsschutzeinrichtung wenigstens eine Bahnsteigtür aufweist. Jeder Fahrzeugtür
ist ein Fahrzeugtüraktor mit Mitteln zur Bewegung der jeweiligen Fahrzeugtür und jeder
Bahnsteigtür ein Bahnsteigtüraktor mit Mitteln zur Bewegung der jeweiligen Bahnsteigtür
zugeordnet.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Ansteuerung von Fahrzeugtüren und
Bahnsteigtüren über zugehörige Aktoren für die Bewegung der jeweiligen Türen.
[0003] Im Bereich der Fahrzeuge für die Personenbeförderung ist es bekannt, die Türen dieser
Fahrzeuge über jeweilige Türsteuerungen anzusteuern. Über diese Türsteuerungen werden
Türen bei Bedarf geöffnet, geschlossen, eingeklemmte Objekte oder Personen in Türen
erkannt, etc. Auch Anbauteile wie beispielsweise Schiebetritte können durch solche
Türsteuerungssystem ein- und ausgefahren werden. Ferner ist es bekannt, Bahnsteige
für derartige Fahrzeuge der Personenbeförderung mit einer Zugangsschutzwand zu versehen,
welche die Bahnsteigkante vom übrigen Bereich eines Bahnhofs bzw. einer Haltestelle
abgrenzt. Bei derartigen Trennwänden handelt es sich typischerweise um Glaswände,
die zwar die Sicht auf den Bahnsteig zulassen, jedoch keinen unkontrollierten Zutritt
zur Bahnsteigkante.
[0004] Auf diese Weise kann insbesondere die Sicherheit an einer Haltestelle erhöht werden.
Eine solche Trennwand kann jedoch auch für eine Optimierung der Klimatisierung eines
Bahnhofs verwendet werden. Beispielsweise kann der innere Bereich vor der Glaswand
gegenüber dem Bereich an der Bahnsteigkante gekühlt oder erwärmt werden, ohne dass
dies durch Luftaustausch mit der Umgebung erschwert wird, in der sich das Fahrzeug
befindet.
[0005] Der kontrollierte Zutritt von Personen zur Bahnsteigkante, um in ein Fahrzeug einzusteigen,
aber auch der Zutritt von Personen von der Bahnsteigkante in den übrigen Bahnhofsbereich
wird typischerweise durch mehrere Türen innerhalb der Trennwand ermöglicht. Diese
Türen öffnen somit nur, wenn ein Fahrzeug eingefahren ist und ein Ein- und Aussteigen
am Bahnhof erfolgen kann. In anderen Situationen bleiben die Türen vorzugsweise geschlossen.
Auch ein solches Bahnsteigtürsystem verfügt üblicherweise über ein eigenes Türsteuerungssystem,
welches das Öffnen, Schließen, Erkennen von eingeklemmten Objekten, etc. steuert.
Derartige Systeme werden typischerweise auch in automatisierten Nahverkehrssystemen
mit fahrerlosem Fahrzeugbetrieb eingesetzt, da dort gewährleistet sein muss, dass
ein Fahrgastwechsel nur dann möglich ist, wenn ein Fahrzeug an einer vorgegebenen
Position zum Halt gekommen ist. Beispielsweise können für ein Öffnen und Schließen
der Bahnsteigtüren dabei Informationen aus dem Signalsystem verwendet werden.
[0006] Damit die Öffnungs- und Schließvorgänge des Fahrzeugtürsystems mit den entsprechenden
Vorgängen am Bahnsteigtürsystem koordiniert werden können, ist es ferner aus der Patentanmeldung
EP 2 708 432 A1 bekannt, Mittel zum Erfassen des korrekten Haltens eines Fahrzeugs vorzusehen. Ferner
erfasst ein Laserscanner das Öffnen und Schließen von Fahrzeugtüren, wobei eine bahnsteigseitige
Türsteuereinheit dazu ausgebildet ist, die Bahnsteigtüren anhand dieser Informationen
anzusteuern.
[0007] Darüber hinaus ist es aus der Patentschrift
2 509 842 B1 bekannt, am Fahrzeug und am Bahnsteig jeweils ein zentrales Türsteuergerät vorzusehen.
Das Steuergerät des Fahrzeugs steuert dabei die Fahrzeugtüren an, während das Steuergerät
am Bahnsteig die Bahnsteigtüren ansteuert. Durch eine Kommunikation zwischen diesen
beiden Türsteuerungen wird ermöglicht, dass jede Türsteuerung Informationen über den
Zustand des jeweils anderen Systems erhält.
[0008] Ausgehend hiervon ist es die Aufgabe der Erfindung, ein einfacheres und sichereres
System und Verfahren bereitzustellen, mit dem Fahrzeugtüren und Bahnsteigtüren in
einer Zugangsschutzeinrichtung an einem Bahnsteig angesteuert werden können. Erfindungsgemäß
wird diese Aufgabe durch ein Türsteuersystem gemäß dem unabhängigen Anspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen des Systems ergeben sich aus den Unteransprüchen 2-10.
Ferner wird die Aufgabe durch ein Verfahren gemäß dem unabhängigen Anspruch 11 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen des Verfahrens ergeben sich aus den Ansprüchen 12-14.
[0009] Es ist darauf hinzuweisen, dass die in den Ansprüchen einzeln aufgeführten Merkmale
in beliebiger, technisch sinnvoller Weise miteinander kombiniert werden können und
weitere Ausgestaltungen der Erfindung aufzeigen. Die Beschreibung charakterisiert
und spezifiziert die Erfindung insbesondere im Zusammenhang mit den Figuren zusätzlich.
[0010] Das erfindungsgemäße Türsteuersystem umfasst ein Fahrzeug zur Personenbeförderung
mit wenigstens einer Fahrzeugtür und einen Bahnsteig mit einer Zugangsschutzeinrichtung,
wobei die Zugangsschutzeinrichtung wenigstens eine Bahnsteigtür aufweist. Bei dem
Fahrzeug handelt es sich insbesondere um ein Schienenfahrzeug, es kann sich jedoch
auch um ein Fahrzeug ohne Schienenanbindung wie einen Bus handeln. Bei der Zugangsschutzeinrichtung
des Bahnsteigs kann es sich beispielsweise um eine Schutzwand handeln, welche den
Bereich der Bahnsteigkante vollständig von anderen Bereichen einer Haltestelle abgrenzt.
In diese Schutzwand sind ein oder mehrere Bahnsteigtüren eingebracht, die kontrolliert
geöffnet und geschlossen werden können. Durch diese Bahnsteigtüren können Fahrgäste
hindurchtreten, um zu einem Fahrzeug zu gelangen und in dieses einzusteigen bzw. ein
solches Fahrzeug zu verlassen.
[0011] Bei der Zugangsschutzeinrichtung kann es sich jedoch auch um eine gatterförmige Zugangsbarriere
handeln, in die ein oder mehrere Zugangsschranken eingebracht sind. Diese Türen oder
Zugangsschranken werden vorzugsweise geschlossen, wenn sich kein Fahrzeug am Bahnsteig
befindet. Sie werden geöffnet, wenn ein Fahrzeug an den Bahnsteig heranfährt, so dass
aussteigende Personen das Fahrzeug verlassen und einsteigende Personen das Fahrzeug
betreten können. Eine Zugangsschutzeinrichtung und darin befindliche Zugangseinrichtungen
wie Türen oder Schranken, die geöffnet und geschlossen werden können, können auf jegliche
Art realisiert werden, wobei die Zugangseinrichtungen im Sinne dieser Erfindung allgemein
als Bahnsteigtüren bezeichnet werden. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei Fahrzeugtüren
um Zugangseinrichtungen am Fahrzeug.
[0012] Für die Öffnungs- und Schließvorgänge ist jeder Fahrzeugtür ein Fahrzeugtüraktor
mit Mitteln zur Bewegung der jeweiligen Fahrzeugtür und jeder Bahnsteigtür ein Bahnsteigtüraktor
mit Mitteln zur Bewegung der jeweiligen Bahnsteigtür zugeordnet. Diese Aktoren bestehen
wenigstens aus einem Antrieb, mit dem eine jeweilige Tür auf- und zubewegt werden
kann. Bei dem Antrieb handelt es sich vorzugsweise um einen elektrischen Antrieb,
der durch Steuerbefehle angesteuert werden kann. In einer Ausführungsform der Erfindung
ist dabei jeder Tür ein eigener Aktor zugeordnet, so dass eine Tür unabhängig von
jeder anderen Tür bewegt werden kann. Alternativ können auch mehrere Türen gleichzeitig
von einem einzelnen Aktor bewegbar sein.
[0013] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass das Fahrzeug eine zentrale Türsteuereinheit
aufweist, welche dazu ausgebildet ist, den wenigstens einen Fahrzeugtüraktor und den
wenigstens einen Bahnsteigtüraktor anzusteuern. Die zentrale Türsteuereinheit eines
Fahrzeugs kann somit die Öffnungs- und Schließvorgänge mehrerer Fahrzeugtüren ansteuern,
was gegenüber einzelner Türsteuerungen für jede Tür den Vorteil einer reduzierten
Komponentenanzahl mit sich bringt. Ferner kann die zentrale Türsteuerung des Fahrzeugs
auch direkt die Bahnsteigtüren eines Bahnsteigs ansteuern, den ein Fahrzeug anfährt.
Am Bahnsteig muss somit keine zentrale Türsteuereinheit vorhanden sein, welche für
die Ansteuerung aller Bahnsteigtüren zuständig ist, sondern dies kann von der Türsteuereinheit
des jeweils einfahrenden Fahrzeugs übernommen werden. Dabei kann die zentrale Türsteuerung
mit Steuerbefehlen direkt auf die Aktoren der Bahnsteigtüren zugreifen.
[0014] Dazu ist der wenigstens eine Fahrzeugtüraktor dazu ausgebildet, die Bewegung einer
Fahrzeugtür aufgrund eines von der zentralen Türsteuereinheit empfangenen Steuerbefehls
zu bewirken, und der wenigstens eine Bahnsteigtüraktor ist dazu ausgebildet, die Bewegung
einer Bahnsteigtür aufgrund eines von der zentralen Türsteuereinheit empfangenen Steuerbefehls
zu bewirken. Die zentrale Türsteuereinheit des Fahrzeugs kann somit über entsprechende
Steuerbefehle direkt mit den jeweiligen Aktoren kommunizieren. Dabei besteht eine
erste Kommunikationsverbindung zwischen der zentralen Türsteuereinheit und dem wenigstens
einen Fahrzeugtüraktor, über welche Steuerbefehle für eine Bewegung einer Fahrzeugtür
an den jeweiligen Fahrzeugtüraktor übermittelbar sind. Diese erste Kommunikationsverbindung
besteht vorzugsweise dauerhaft und ist fest innerhalb des Fahrzeugs realisiert. Für
die Ansteuerung des wenigstens einen Bahnsteigtüraktors ist eine temporäre zweite
Kommunikationsverbindung zwischen der zentralen Türsteuereinheit und dem wenigstens
einen Bahnsteigtüraktor herstellbar, über welche Steuerbefehle für eine Bewegung einer
Bahnsteigtür von der zentralen Türsteuereinheit an den jeweiligen Bahnsteigtüraktor
übermittelbar sind.
[0015] Das erfindungsgemäße Türsteuersystem hat beispielsweise den Vorteil, dass auf einem
Bahnsteig keine Türsteuerung zur Bewegung der Bahnsteigtüren erforderlich ist. In
einer Ausführungsform der Erfindung ist daher vorgesehen, dass eine solche bahnsteigseitige
Türsteuerung auch nicht vorhanden ist, so dass Komponenten eingespart werden können.
Die Bahnsteigtüren verfügen lediglich über Aktoren mit Antrieben zur Bewegung der
Bahnsteigtüren, welche aber ohne Steuerbefehle von außen nicht in der Lage sind, die
Türen zu bewegen. Die Aktoren sind somit nicht als Türsteuerungen zu bezeichnen.
[0016] Ferner erhöht sich die Verlässlichkeit des Gesamtsystems, da die Bewegung der Fahrzeugtüren
einfacher und besser mit der Bewegung der Bahnsteigtüren koordiniert werden kann.
Das Fahrzeug gibt vor, wann sich Türen öffnen und schließen und registriert sowohl
die Zustände der Fahrzeugtüren als auch der Bahnsteigtüren, ohne dass eine zwischengeschaltete
Zentraleinheit des Bahnsteigs erforderlich ist, welche Steuerbefehle für die Bahnsteigtüren
erzeugt und ihre Zustandsinformationen sammelt. Somit ist auch keine Abstimmung zwischen
verschiedenen Türsteuereinheiten erforderlich.
[0017] Die temporäre zweite Kommunikationsverbindung zur Ansteuerung der Bahnsteigtüren
kann auf verschiedene Arten herstellbar sein. Beispielsweise weist das Fahrzeug eine
Fahrzeugschnittstelle auf, die mit der zentralen Türsteuereinheit verbunden ist. Der
Bahnsteig weist dagegen eine Bahnsteigschnittstelle auf, die mit dem wenigstens einen
Bahnsteigtüraktor verbunden ist. Dabei sind die Fahrzeugschnittstelle und die Bahnsteigschnittstelle
so ausgebildet, dass eine temporäre Kommunikationsverbindung zwischen diesen beiden
Schnittstellen herstellbar ist.
[0018] Die temporäre Kommunikationsverbindung zwischen den beiden Schnittstellen kann kontaktlos
oder kontaktbehaftet sein. Auch eine Kombination aus beiden Verbindungsarten kann
eingesetzt werden. In einer Ausführungsform der Erfindung ist die erste Kommunikationsverbindung
zwischen der zentralen Türsteuereinheit und dem wenigstens einen Fahrzeugtüraktor
beispielsweise ein CAN-Bus. Der CAN-Bus beinhaltet auch die Verbindung zwischen der
zentralen Türsteuereinheit und der Fahrzeugschnittstelle. Bei der Verbindung zwischen
der Bahnsteigschnittstelle und dem wenigstens einen Bahnsteigtüraktor kann es sich
ebenfalls um einen CAN-Bus handelt. Die Türen am Fahrzeug und am Bahnsteig können
somit jeweils über einen fest installierten CAN-BUS angesteuert werden. Die Protokolle
der ersten Kommunikationsverbindung zwischen der zentralen Türsteuereinheit und dem
wenigstens einen Fahrzeugtüraktor, der Verbindung zwischen der zentralen Türsteuereinheit
und der Fahrzeugschnittstelle und der Verbindung zwischen der Bahnsteigschnittstelle
und dem wenigstens einen Bahnsteigtüraktor sind dabei vorzugsweise identisch.
[0019] Die temporäre Kommunikationsverbindung zwischen dem Fahrzeug und dem Bahnsteig kann
dann kontaktlos beispielsweise über eine Funkverbindung realisiert werden. Über diese
Funkverbindung kann die Schnittstelle des Fahrzeugs mit der Schnittstelle des Bahnsteigs
kommunizieren, wenn sich das Fahrzeug im Bereich des Bahnsteigs befindet. Vorzugsweise
werden Funkverbindungen im Niederfrequenzbereich von etwa 50 bis 200 kHz gewählt,
damit diese nicht von WLAN-Netzen, Mobiltelefonen oder Bluetooth-Verbindungen gestört
werden. Die Reichweite dieser Funkverbindung kann beispielsweise danach ausgewählt
werden, wie genau das Fahrzeug eine definierte Halteposition anfahren soll bzw. kann,
um in den Funkbereich der Bahnsteigschnittstelle zu gelangen. Soll die Toleranz hierfür
groß sein, wird eine Funkverbindung mit größerer Reichweite gewählt, während die Reichweite
geringer ist, wenn das Fahrzeug eine bestimmte Halteposition mit größerer Genauigkeit
anfahren soll.
[0020] Ferner kann eine kontaktbehaftete Verbindung verwendet werden, um die Fahrzeugschnittstelle
temporär mit der Bahnsteigschnittstelle in Kontakt zu bringen, wenn das Fahrzeug an
den Bahnsteig heranfährt. Dies kann beispielsweise über einen Gleitoder Schleifkontakt
realisiert werden. Ein solcher Gleit- oder Schleifkontakt kann durch eine Schleifschiene
und eine Bürste gebildet werden, über die bei Kontakt Energie und auch Informationen
übermittelbar sind. Dabei kann sich die Schleifschiene am Bahnsteig und die zugehörige
Bürste am Fahrzeug befinden oder umgekehrt. Der Gleitkontakt hat gegenüber einer Funkverbindung
den Vorteil, dass er schwerer gestört oder sogar manipuliert werden kann. Allerdings
ist er empfindlicher gegenüber Beschädigungen und Verschmutzungen und unterliegt einem
gewissen Verschleiß.
[0021] In einer Ausführungsform der Erfindung sind die beiden Schnittstellen am Fahrzeug
und am Bahnsteig so angeordnet, dass sie nur in einer definierten Halteposition des
Fahrzeugs miteinander kommunizieren können. Dies ist insbesondere bei Funkverbindungen
mit geringerer Reichweite von beispielsweise 50-80cm oder der Verwendung von Gleitkontakten
der Fall. Bei der Verwendung von Gleitkontakten ist in einer Ausführungsform der Erfindung
eine Bahnsteigschnittstelle vorgesehen, die durch eine lang gestreckte Kontaktschiene
gebildet wird. Am Fahrzeug ist wenigstens ein entsprechender Bürstenkontakt vorgesehen,
mit dem das Fahrzeug Kontakt zu der Kontaktschiene aufnimmt, wenn es in einen Bahnsteig
einfährt und in einer Halteposition zum Stehen kommt. Aufgrund der langestreckten
Kontaktschiene ist das Fahrzeug dabei nicht auf eine genau definierte Halteposition
festgelegt, sondern der mögliche Haltebereich ergibt sich aus der Länge der Kontaktschiene.
Dieser Effekt kann umgekehrt auch mit einer Kontaktschiene am Fahrzeug und einer lokalen
Kontaktbürste am Bahnsteig erreicht werden.
[0022] In einer Ausführungsform der Erfindung ist die Fahrzeugschnittstelle dabei im vorderen
Bereich des Fahrzeugs angeordnet bzw. beginnt dort, so dass sie möglichst früh in
Kontakt mit der Schnittstelle des Bahnsteigs treten kann. So könnten der zentralen
Türsteuerung Zustandsinformationen von den Bahnsteigtüren übermittelt werden, bevor
das Fahrzeug angehalten hat. Dadurch verfügt die Türsteuerung sehr frühzeitig über
Informationen insbesondere bezüglich defekter oder blockierter Bahnsteigtüren. Wird
beispielsweise eine Bahnsteigtür als nicht benutzbar erkannt, kann die zentrale Türsteuerung
vorsehen, die zugehörige Fahrzeugtür in diesem Bahnsteigbereich nicht zu öffnen. Je
nach Bauart des Bahnsteigs könnten Fahrgäste nach dem Aussteigen ansonsten vor einer
verschlossenen Bahnsteigtür stehen. In diesem Fall kann es vorteilhafter sein, Fahrgäste
durch eine andere Fahrzeugtür aussteigen zu lassen. Dies kann den Fahrgästen optisch
und/oder akustisch angezeigt werden, bevor das Fahrzeug zu einem endgültigen Halt
kommt, so dass die Fahrgäste rechtzeitig die Fahrgasttür wechseln können.
[0023] In einer Ausführungsform der Erfindung weist eine Bahnsteigtür wenigstens ein Sensormittel
auf, und die zentrale Türsteuereinheit hat über die temporäre zweite Kommunikationsverbindung
Zugriff auf Informationen des jeweiligen Sensormittels. Bei dem Sensormittel kann
es sich um einen oder mehrere Sensoren handeln, die den Zustand einer Bahnsteigtür
erfassen und an die zentrale Türsteuereinheit weitergeben können. Dabei kann dies
aktiv durch das Sensormittel oder passiv mittels Abruf durch die zentrale Türsteuereinheit
des Fahrzeugs erfolgen. Ein Sensormittel kann jedoch auch durch einen Türantrieb gebildet
sein, der lediglich seinen Zustand, d.h. die Position einer Tür, wiedergeben kann.
[0024] Ergänzend zu den Fahrzeugtüren und den Bahnsteigtüren kann die zentrale Türsteuereinheit
auch einen oder mehrere Ausstiegshilfen an den Fahrzeugtüren ansteuern. Bei diesen
Ausstiegshilfen handelt es sich beispielsweise um ausfahrbare Schiebetritte unterhalb
der Fahrzeugtüren.
[0025] Von der Erfindung umfasst ist ferner ein Verfahren zur gemeinsamen Ansteuerung wenigstens
einer Fahrzeugtür eines Fahrzeugs zur Personenbeförderung, insbesondere eines Schienenfahrzeug,
und wenigstens einer Bahnsteigtür eines Bahnsteigs, welche sich innerhalb einer Zugangsschutzeinrichtung
des Bahnsteigs befindet. Erfindungsgemäß steuert die zentrale Türsteuereinheit des
Fahrzeugs wenigstens einen Fahrzeugtüraktor an, indem über eine erste Kommunikationsverbindung
ein Steuerbefehl von der zentralen Türsteuereinheit an den Fahrzeugtüraktor übermittelt
wird. Der Fahrzeugtüraktor bewirkt dabei die Bewegung der ihm zugeordneten Fahrzeugtür
aufgrund dieses von der zentralen Türsteuereinheit empfangenen Steuerbefehls. Eine
temporäre zweite Kommunikationsverbindung wird zwischen der zentralen Türsteuereinheit
und wenigstens einem Bahnsteigtüraktor hergestellt, woraufhin die zentrale Türsteuereinheit
des Fahrzeugs den wenigstens einen Bahnsteigtüraktor ansteuert, indem über diese temporäre
zweite Kommunikationsverbindung ein Steuerbefehl von der zentralen Türsteuereinheit
an den Bahnsteigtüraktor übermittelt wird. Der Bahnsteigtüraktor bewirkt die Bewegung
einer ihm zugeordneten Bahnsteigtür ebenfalls aufgrund dieses von der zentralen Türsteuereinheit
empfangenen Steuerbefehls.
[0026] Analog zu dem erfindungsgemäßen System kann die zentrale Türsteuereinheit somit über
Steuerbefehle sowohl die Fahrzeugtüren als auch die Bahnsteigtüren ansteuern. Insbesondere
kann vorgesehen sein, dass ein Steuerbefehl gleichzeitig von der zentralen Türsteuereinheit
an wenigstens einen Fahrzeugtüraktor und wenigstens einen Bahnsteigtüraktor übermittelt
wird. Beispielsweise kann ein Befehl "Tür öffnen" oder "Tür schließen" gleichzeitig
an eine Fahrzeugtür und eine Bahnsteigtür im Bereich dieser Fahrzeugtür gesendet werden,
so dass sich beide Türen gleichzeitig öffnen bzw. schließen. Steuerbefehle können
jedoch auch zeitlich versetzt zueinander gesendet werden, wenn eine Bahnsteigtür beispielsweise
vor einer Fahrzeugtür geöffnet und nach einer Fahrzeugtür geschlossen werden soll.
[0027] Insbesondere wird die temporäre Kommunikationsverbindung dabei hergestellt, bevor
das Fahrzeug an dem Bahnsteig zu einem Halt kommt. So verfügt die zentrale Türsteuerung
bereits sehr früh über Informationen bezüglich der Bahnsteigtüren und/oder kann Steuerbefehle
an diese senden. Auch Informationen von Sensormitteln der Bahnsteigtüren können so
sehr früh von der zentralen Türsteuerung ausgewertet werden.
[0028] Insgesamt führt die Erfindung zu einer Einsparung von Steuereinheiten, was insbesondere
die Zuverlässigkeit des Gesamtsystems erhöht. Bei einer reduzierten Anzahl von Komponenten
verringert sich die Ausfallwahrscheinlichkeit. Ferner können mit der Erfindung vereinfachte
Redundanzkonzepte zur Verfügung gestellt werden. Weitere Vorteile, Besonderheiten
und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der nachfolgenden Darstellung bevorzugter Ausführungsbeispiele anhand der Abbildungen.
[0029] Von den Abbildungen zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Türsteuersystems;
und
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer Verbindung zwischen Fahrzeug- und Bahnsteigschnittstelle.
[0030] Fig. 1 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Systems, umfassend
ein Fahrzeug 10 zur Personenbeförderung und einen Bahnsteig 20. Bei dem Fahrzeug 10
handelt es sich insbesondere um ein Schienenfahrzeug wie beispielsweise eine Straßenbahn,
U-Bahn, Schwebebahn oder einen Zug. Das System kann jedoch bei entsprechender Ausführung
auch für andere Fahrzeuge wie beispielsweise Busse eingesetzt werden.
[0031] Der Bahnsteig 20 befindet sich im Bereich einer Haltestelle für Fahrzeuge, so dass
das Fahrzeug 10 dort für Ein- und Aussteigevorgänge von Fahrgästen zum Halten kommen
kann. Bei dem Bahnsteig kann es sich um eine befestigte Plattform handeln, neben welcher
das Fahrzeug temporär zum Halten kommt. Unter einem Bahnsteig im Sinne dieser Erfindung
ist jedoch jede Art von Haltestelle zu verstehen, an der ein Fahrzeug halten kann.
In einer Ausführungsform mit befestigter Plattform weist der Bahnsteig 20 eine Bahnsteigkante
21 auf, neben welcher das Fahrzeug 10 hält. In einem bestimmten Abstand zu dieser
Bahnsteigkante 21 ist eine Zugangsschutzeinrichtung beispielsweise in Form einer Zugangsschutzwand
30 angeordnet, welche den Bereich der Bahnsteigkante und damit auch ein anhaltendes
Fahrzeug vom Rest der Haltestelle abgrenzt. Ist die Zugangsschutzwand bis zur Decke
des Bahnsteigs beispielsweise innerhalb eines U-Bahntunnels ausgeführt, kann sie so
zur Aufrechterhaltung bestimmter Umgebungsbedingungen im Bahnhof genutzt werden. Beispielsweise
kann der Bereich des Bahnhofs geheizt oder gekühlt werden. Im Ausführungsbeispiel
der Fig. 2 könnte dann der Bereich links von der Schutzwand 30 entsprechend klimatisiert
werden, ohne dass dies durch kalte oder warme Luft aus dem Fahrzeugbereich rechts
beeinträchtigt würde.
[0032] Ferner verhindert die Zugangsschutzwand 30 ein Betreten des Bahnsteigs 20 im Bereich
der Bahnsteigkante 21, wenn kein Fahrzeug am Bahnsteig steht. Nur bei Einfahren eines
Fahrzeugs 10 werden Zugangseinrichtungen innerhalb der Schutzeinrichtung 30 kontrolliert
geöffnet, so dass Fahrgäste auf den Bahnsteig 20 treten können. Hierdurch erhöht sich
die Sicherheit.
[0033] Die Zugangsschutzeinrichtung 30 weist im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 mehrere Bahnsteigtüren
31, 32, und 33 auf, durch welche Personen hindurchtreten können. Diese werden auch
als Platform Screen Doors (PSD) bezeichnet. Im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 wird
die Erfindung beispielhaft anhand von drei Bahnsteigtüren 31, 32, und 33 dargestellt,
es kann sich jedoch auch um eine andere Anzahl von Türen handeln. Für Öffnungs- und
Schließvorgänge ist jeder Bahnsteigtür 31, 32, 33 jeweils ein Bahnsteigtüraktor 41,
42 und 43 zugeordnet. Diese Bahnsteigtüraktoren 41, 42, 43 umfassen Mittel zur Bewegung
der Bahnsteigtüren 31, 32, 33, d.h. wenigstens Antriebe zum Öffnen und Schließen der
Bahnsteigtüren. Sie können jedoch auch Mittel zum Abbrechen einer Bewegung, d.h. eines
Öffnungs- oder Schließvorgangs umfassen, um beispielsweise eine Bewegung zu unterbrechen,
wenn ein Objekt oder eine Person in der Bahnsteigtür detektiert wurde. Daher umfasst
jede Bahnsteigtür vorzugsweise Sensormittel, um solche Ereignisse zu detektieren.
Dabei sind die Bahnsteigtüraktoren 41, 42, 43 insbesondere so ausgebildet, dass sie
den Zustand einer Bahnsteigtür erfassen können, d.h. beispielsweise "Tür geschlossen",
"Tür geöffnet", etc.
[0034] Das Fahrzeug 10 weist mehrere Fahrzeugtüren auf, wobei im Ausführungsbeispiel der
Fig. 1 beispielhaft drei Fahrzeugtüren 11, 12 und 13 gezeigt sind. Wenn das Fahrzeug
10 am Bahnsteig 20 hält, kann vorgesehen sein, dass die Fahrzeugtüren 11, 12, 13 genau
gegenüber den Bahnsteigtüren 31, 32, 33 liegen, so dass der Personenstrom an einsteigenden
Fahrgästen von den Bahnsteigtüren zu den Fahrzeugtüren gelenkt werden kann. Für aussteigende
Fahrgäste kann vorgesehen sein, dass diese auf der anderen Seite des Fahrzeugs aussteigen,
auf der sich ebenfalls ein Bahnsteig mit Zugangsschutzeinrichtung befindet.
[0035] Jede Fahrzeugtür 11, 12, 13 ist über einen jeweiligen Fahrzeugtüraktor 51, 52, 53
bewegbar. Die Fahrzeugtüraktoren 51, 52, 53 sind über eine erste Kommunikationsverbindung
60 mit einer zentralen Türsteuereinheit 50 verbunden. Diese Türsteuereinheit 50 befindet
sich am Fahrzeug 10 und ist Teil der Gesamtsteuerung des Fahrzeugs.
[0036] Die erste Kommunikationsverbindung 60 im Fahrzeug kann drahtlos bzw. kontaktlos ausgeführt
sein, wobei beispielsweise ein WLAN-Netz verwendet werden kann. Eine drahtgebundene
Lösung kann beispielsweise durch ein Bussystem im Fahrzeug 10 realisiert werden, was
insbesondere einen CAN-Bus (Controller Area Network) beinhalten kann. Hierbei handelt
es sich um ein serielles Bussystem zur Datenübertragung zwischen den Fahrzeugtüraktoren
51, 52, 53 und der zentralen Türsteuereinheit 50 über einen gemeinsamen Übertragungsweg.
Die zentrale Türsteuereinheit 50 steht ferner in Verbindung mit einer Fahrzeugschnittstelle
54, über welche Daten außerhalb des Fahrzeugs 10 gesendet und empfangen werden können.
[0037] Die Bahnsteigtüraktoren 41, 42, 43 sind über eine Kommunikationsverbindung 40 mit
einer Bahnsteigschnittstelle 44 verbunden. Diese Kommunikationsverbindung 40 kann
ebenfalls über einen CAN-Bus realisiert werden. Über die Bahnsteigschnittstelle 44
können Daten empfangen und gesendet werden, wobei die Bahnsteigschnittstelle 44 mit
der Fahrzeugschnittstelle 54 in Kommunikation treten kann.
[0038] Fährt das Fahrzeug 10 neben dem Bahnsteig 20 ein, kann somit ab einer bestimmten
Position des Fahrzeugs 10 eine zweite Kommunikationsverbindung zwischen der zentralen
Türsteuereinheit 50 des Fahrzeugs 10 und den Bahnsteigtüraktoren 41, 42, 43 hergestellt
werden. Dies erfolgt über eine Kommunikationsverbindung 61 zwischen den beiden Schnittstellen
44 und 54, welche zusammen mit der Kommunikationsverbindung 40 am Bahnsteig 20 eine
temporäre Verbindung zwischen der zentralen Türsteuereinheit 50 des Fahrzeugs 10 und
den Bahnsteigtüraktoren 41, 42, 43 herstellt. Das Protokoll der ersten Kommunikationsverbindung
60 im Fahrzeug 10 und der zweiten Kommunikationsverbindung 40,61 zu den Bahnsteigtüraktoren
ist zweckmäßigerweise identisch.
[0039] Die Schnittstellen 44 und 54 können auf unterschiedliche geeignete Arten ausgeführt
sein. Beispielsweise kann es sich um Schnittstellen für eine kontaktlose Kommunikationsverbindung
handeln, wobei insbesondere Funksender bzw. Funkempfänger verwendet werden können.
Dabei kann vorgesehen sein, dass die Kommunikationsverbindung 61 einen bestimmten
Maximalabstand hat, innerhalb dessen eine ausreichende Signalstärke gegeben ist. Dieser
Maximalabstand kann beispielsweise in der Größenordnung von 50 bis 80 cm liegen. Das
Fahrzeug mit der Schnittstelle 54 muss somit entsprechend nah an die Schnittstelle
44 des Bahnsteigs heranfahren, um temporär die zweite Kommunikationsverbindung 40,
61 herstellen zu können.
[0040] Die Schnittstellen 44 und 54 können beispielsweise so angeordnet sein, dass sie auf
einer Höhe liegen, wenn das Fahrzeug seine vorgeschriebene Halteposition am Bahnsteig
erreicht hat. Eine solche Ausführungsform ist der schematischen Darstellung der Fig.
2 zu entnehmen, bei der eine Bahnsteigschnittstelle 44 unterhalb der Bahnsteigkante
21 angebracht ist und dort mit einer entsprechend angebrachten Schnittstelle 54 des
Fahrzeugs 10 kommunizieren kann.
[0041] Die Ausformung der Schnittstellen 44 und 54 in den Figuren ist dabei nur schematisch
zu verstehen, da insbesondere die Fahrzeugschnittstelle 54 bündig mit der Außenseite
des Fahrzeugs 10 ausgebildet sein kann, so dass sie nicht vom Fahrzeug absteht. So
ist die Schnittstelle besser vor Beschädigung und Verschmutzung geschützt. Um auch
die Bahnsteigschnittstelle 44 gegen Beschädigung und Verschmutzung zu schützen, kann
diese versetzt nach hinten angebracht sein, so dass sie oben von der Bahnsteigkante
21 geschützt ist. Ferner können die Schnittstellen 44 und 54 bei einer Funkverbindung
auch auf unterschiedlichen Höhen liegen. Auch ausfahrbare Schnittstellen sind denkbar
oder Schnittstellen, deren Lage veränderbar ist.
[0042] Über die Schnittstellen 44 und 54 kann eine temporäre Funkverbindung 61 hergestellt
werden, wie sie in Fig. 1 schematisch angedeutet ist. In einer anderen Ausführungsform
der Erfindung handelt es sich bei den Schnittstellen 44 und 54 um zwei Komponenten
eines Gleit- bzw. Schleifkontakts. Über diesen Gleitkontakt kann beim Anfahren eines
Fahrzeugs 10 an den Bahnsteig 20 ein schleifender Kontakt zwischen der Schnittstelle
54 des Fahrzeugs 10 und der Schnittstelle 44 des Bahnsteigs 20 hergestellt werden,
wobei die Kontaktstellen temporär Kontakt miteinander erhalten. Im Laufe dieses Kontakts
kann eine Datenübertragung von der Schnittstelle 54 des Fahrzeugs 10 an die Schnittstelle
44 des Bahnsteigs 20 und umgekehrt erfolgen.
[0043] Bei einem Gleitkontakt sind die Schnittstellen 44 und 54 so angeordnet, dass sie
auf einer Höhe liegen, wenn das Fahrzeug 10 seine vorgeschriebene Halteposition am
Bahnsteig 20 erreicht hat. Vorzugsweise vor dem endgültigen Halten des Fahrzeugs 10
wird der Kontakt hergestellt, so dass bereits vor dem endgültigen Halten alle notwendigen
Daten und/oder Steuerbefehle über die so hergestellte zweite Kommunikationsverbindung
40, 61 zwischen der zentralen Türsteuereinheit 50 des Fahrzeugs und den Bahnsteigtüraktoren
41, 42, 43 übertragen werden können.
[0044] Die Schnittstelle 54 des Fahrzeugs 10 kann beispielsweise so im vorderen Bereich
des Fahrzeugs 10 angeordnet sein, dass sie Kontakt zu einer entsprechenden Kontaktstelle
44 am Bahnsteig 20 erhält, sobald das Fahrzeug 10 an den Bahnsteig 20 heranfährt.
Die Kontaktstelle 44 des Bahnsteigs 20 befindet sich somit in seinem Einfahrtbereich,
damit bereits vor dem Halten des Fahrzeugs alle notwendigen Daten und/oder Steuerbefehle
über die temporär hergestellte zweite Kommunikationsverbindung 40, 61 zwischen der
zentralen Türsteuereinheit 50 des Fahrzeugs und den Bahnsteigtüraktoren 41, 42, 43
übertragen werden konnten.
[0045] Die Kontaktstelle 44 des Bahnsteigs 20 kann dabei sehr lang und somit so ausgeführt
sein, dass die Kontaktstelle 54 des Fahrzeugs 10 kontinuierlich und auch noch nach
dem Halten Kontakt zum Bahnsteig hat. Eine solche Ausführungsform ist schematisch
in der Fig. 1 mit einer langen Kontaktschiene 44 gezeigt.
[0046] Auch eine Funkverbindung kann so gewählt werden, dass das Fahrzeug 10 bereits beim
Einfahren an den Bahnsteig 20 Funkkontakt zur Schnittstelle 44 des Bahnsteigs hat
und dieser bis zum Halten des Fahrzeugs aufrecht gehalten wird.
[0047] Das Fahrzeug 10 kann neben mehreren Fahrzeugtüren 11, 12, 13 auch Anbauteile wie
Schiebetritte aufweisen. Diese Schiebetritte befinden sich unterhalb einer Fahrzeugtür
und können ein- und ausgefahren werden, um den Fahrgästen das Ein- und Aussteigen
zu erleichtern und insbesondere auch den Abstand zwischen Fahrzeugtür und einer Bahnsteigkante
zu überbrücken. Insbesondere kann eine Fahrzeugtür auch zwei über einander liegende
Schiebetritte aufweisen, die in Abhängigkeit von der Höhe der jeweiligen Bahnsteigkante
ausgefahren werden. Schematisch sind daher in Fig. 1 unterhalb der Fahrzeugtüren 11,
12 und 13 jeweils zwei übereinander angeordnete Schiebetritte dargestellt. Beispielhaft
sind die beiden Schiebetritte der Fahrzeugtür 13 mit den Bezugsziffern 14 und 15 gekennzeichnet.
Jeder dieser Schiebetritte 14, 15 verfügt über einen eigenen Aktor 55, 56, mit dem
der jeweilige Schiebetritt bewegt werden kann. Auch diese Schiebetrittaktoren 55,
56 sind über die erste Kommunikationsverbindung 60 an die zentrale Türsteuerung 50
des Fahrzeugs angeschlossen und können über diese angesteuert werden.
[0048] Zweckmäßigerweise werden die Öffnungs- und Schließvorgänge der Fahrzeugtüren 11,
12, 13, der Bahnsteigtüren 31, 32, 33 und optional auch der Schiebetritte 14, 15 so
aufeinander abgestimmt, dass für Fahrgäste ein sicheres und schnelles Ein- und Aussteigen
möglich ist. Beim Einsteigevorgang kann dies beispielsweise beinhalten, dass die Bahnsteigtüren
erst geöffnet werden, wenn die Fahrzeugtüren geöffnet und die Schiebetritte ausgefahren
sind. Die Bahnsteigtüren können jedoch auch gleichzeitig mit den Fahrzeugtüren öffnen
oder auch vor ihnen, so dass Fahrgäste bereits an die Bahnsteigkante treten können,
bevor die Fahrzeugtüren öffnen.
[0049] Dabei hat die Erfindung insbesondere den Vorteil, dass die Türsteuerung des Fahrzeugs
sicher stellen kann, dass alle Fahrzeugtüren geöffnet und gegebenenfalls Schiebetritte
ausgefahren sind, bevor sie die Bahnsteigtüren öffnet. Im Falle einer blockierten
oder nicht vollständig funktionierenden Fahrzeugkomponente kann sie die Öffnung der
Bahnsteigtüren verzögern oder sogar ganz unterbinden. Dabei müssen dem Bahnsteig keine
diesbezüglichen Informationen von dem Fahrzeug übermittelt werden, was fehleranfällig
sein kann, sondern das Fahrzeug selbst verfügt über diese Information und gibt so
die gesamte Türansteuerung vor.
[0050] Die Abstimmung zwischen den einzelnen Zugangseinrichtungen kann ferner beinhalten,
dass Bahnsteigtüren nach dem Abfahren des Fahrzeugs für einen bestimmten Zeitraum
geöffnet bleiben. Anderenfalls müssten Fahrgäste zwingend an der Bahnsteigkante verbleiben,
wenn sie nicht schnell genug durch die Türen getreten sind und das Fahrzeug sich bereits
entfernt hat. Auch kann es zu blockierten Bahnsteigtüren kommen, welche das Abfahren
des Fahrzeugs unnötig verzögern könnten, wenn Bahnsteigtüren ausschließlich durch
das Fahrzeug angesteuert werden können. Daher ist es in einer Ausführungsform der
Erfindung vorgesehen, dass die zentrale Türsteuerung des Fahrzeugs nur das Öffnen
von Bahnsteigtüren übernimmt, wenn es an einem Bahnsteig einfährt. Schließvorgänge
werden hingegen von einer weiteren Türsteuerung am Bahnsteig angesteuert. Zwar erfordert
dies eine ergänzende Türsteuerkomponente am Bahnsteig, welche jedoch einfacher ausgestaltet
sein kann als eine Bahnsteigtürsteuerung, die auch Öffnungsvorgänge ansteuert, die
mit den Öffnungsvorgängen am Fahrzeug koordiniert werden müssen. Schließvorgänge am
Bahnsteig können hingegen einfacher ohne umfangreiche Zustandsinformationen vom Fahrzeug
durchgeführt werden. Sobald vom Fahrzeug über die temporäre Kommunikationsverbindung
die Information erhalten wurde, dass alle Fahrzeugtüren geschlossen wurden, kann die
Türsteuerung des Bahnsteigs übernehmen. Es kann auch vorgesehen sein, dass eine Türsteuerung
des Bahnsteigs übernimmt, sobald das Fahrzeug den Bahnsteig verlassen hat.
[0051] Ferner kann vorgesehen sein, dass Fahrgäste nur auf einer Fahrzeugseite einsteigen
können, während das Aussteigen auf der gegenüber liegenden Fahrzeugseite zu erfolgen
hat. Somit können die Bahnsteigtüren auf der Einstiegsseite von der zentralen Türsteuerung
50 des Fahrzeugs 10 angesteuert werden, während die Bahnsteigtüren auf der Ausstiegsseite
am gegenüber liegenden Bahnsteig durch eine eigene Türsteuerung des Bahnsteigs angesteuert
werden.
[0052] In einer anderen Ausführungsform der Erfindung weist die Zugangsschutzeinrichtung
30 verschiedene Türen auf, wobei einige Türen ausschließlich für das Betreten des
Bahnsteigs und andere Türen ausschließlich für das Verlassen des Bahnsteigs vorgesehen
sind. Auch kann nur eine einzelne, größere Tür für das Verlassen des Bahnsteigs vorgesehen
sein, während mehrere nebeneinander liegende Türen für das Betreten vorgesehen sind.
Auf diese Weise können die Personenströme zu Stoßzeiten unter Umständen besser gelenkt
werden. Die zentrale Türsteuerung 50 des Fahrzeugs kann dann nach dem Einfahren des
Fahrzeugs an dem Bahnsteig erst die Fahrzeugtüren und diejenigen Bahnsteigtüren öffnen,
die für das Verlassen des Bahnsteigs vorgesehen sind. Auf diese Weise können Fahrgäste
zuerst das Fahrzeug und dann den Bahnsteig verlassen. Nach einem bestimmten Zeitintervall
werden auch die Bahnsteigtüren für das Betreten des Bahnsteigs geöffnet, so dass neue
Fahrgäste in das Fahrzeug einsteigen können, ohne dass sie durch ihnen entgegen strömende
Personen daran gehindert werden.
[0053] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass ein Bahnsteig zwar eine eigene Türsteuerung
aufweist, mit welcher die Bahnsteigaktoren der Bahnsteigtüren angesteuert werden können.
Die zentrale Türsteuerung des Fahrzeugs kann die Bahnsteigaktoren jedoch ebenfalls
durch direkte Steuerbefehle ansteuern. Bei dieser Ausführungsform erfolgt zwar keine
Einsparung von Komponenten, insbesondere beim Einfahren und Halten eines Fahrzeugs
können jedoch die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren verbundenen Vorteile genutzt
werden, wenn die Türsteuerung des Fahrzeugs auch die Bahnsteigtüren ansteuert und
somit die Türsteuerung des Bahnsteigs zeitweilig ersetzt.
[0054] Um Bahnsteigtüren bei Bedarf auch öffnen und schließen zu können, wenn kein Fahrzeug
am Bahnsteig angehalten hat, kann vorgesehen sein, dass beispielsweise eine mobile
Bahnsteigtürsteuereinheit 70 an die Kommunikationsverbindung 40 angeschlossen werden
kann. Dies kann kontaktbehaftet über einen Stecker oder kontaktlos beispielsweise
über eine Funkverbindung erfolgen. Mit dieser mobilen Bahnsteigtürsteuereinheit 70
kann Servicepersonal die Bahnsteigtüren kontrollieren, warten, reparieren, etc. und/oder
Zugang zur Bahnsteigkante erlagen, um dort Arbeiten durchzuführen. In diesem Fall
sendet die Bahnsteigtürsteuereinheit 70 Steuerbefehle an die Bahnsteigaktoren 41,
42, 43 der Bahnsteigtüren 31, 32, 33. Wie zuvor erwähnt, kann eine bahnsteigseitige
Türsteuereinheit 70 auch fest installiert sein, jedoch insbesondere für Öffnungsvorgänge
von Bahnsteigtüren beim Einfahren eines Fahrzeugs nicht zuständig sein. Steuerbefehle
der zentralen Türsteuereinheit 50 des Fahrzeugs senden in diesem Fall direkt Steuerbefehle
über die Kommunikationsverbindung 40, 61 an die Bahnsteigaktoren 41, 42, 43, ohne
dass die bahnsteigseitige Türsteuereinheit 70 zwischengeschaltet ist. Steuerbefehle
der Fahrzeugtürsteuerung 50 werden somit nicht von der bahnsteigseitigen Türsteuereinheit
70 empfangen, gegebenenfalls verarbeitet und dann an die Bahnsteigaktoren 41, 42,
43 weitergeleitet, sondern die zentrale Türsteuerung 50 des Fahrzeugs greift direkt
beispielsweise auf den CAN-Bus 40 zu.
Bezugszeichenliste:
[0055]
- 10
- Fahrzeug, Schienenfahrzeug
- 11,12,13
- Fahrzeugtür
- 14
- Oberer Schiebetritt
- 15
- Unterer Schiebetritt
- 20
- Bahnsteig, Haltestelle
- 21
- Bahnsteigkante
- 30
- Zugangsschutzeinrichtung, Bahnsteigwand
- 31,32,33
- Bahnsteigtür, Schranke
- 40
- Kommunikationsverbindung Bahnsteig, Bussystem
- 41,42,43
- Bahnsteigtüraktor
- 44
- Schnittstelle, Bahnsteigschnittstelle, Kontaktschiene
- 50
- Zentrale Türsteuereinheit
- 51,52,53
- Fahrzeugtüraktor
- 54
- Schnittstelle, Fahrzeugschnittstelle, Kontaktbürste
- 55,56
- Schiebetrittaktuator
- 60
- Erste Kommunikationsverbindung, Bussystem
- 61
- Zweite Kommunikationsverbindung, Funkverbindung, Gleit-/ Schleifkontakt
- 70
- Mobile Bahnsteigtürsteuereinheit
1. Türsteuersystem, umfassend ein Fahrzeug (10) zur Personenbeförderung, insbesondere
ein Schienenfahrzeug, mit wenigstens einer Fahrzeugtür (11;12;13) und einen Bahnsteig
(20) mit einer Zugangsschutzeinrichtung (30), wobei die Zugangsschutzeinrichtung (30)
wenigstens eine Bahnsteigtür (31;32;33) aufweist, und jeder Fahrzeugtür (11;12;13)
ein Fahrzeugtüraktor (51;52;53) mit Mitteln zur Bewegung der jeweiligen Fahrzeugtür
(11;12;13) und jeder Bahnsteigtür (31;32;33) ein Bahnsteigtüraktor (41;42;43) mit
Mitteln zur Bewegung der jeweiligen Bahnsteigtür (31;32;33) zugeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Fahrzeug (10) eine zentrale Türsteuereinheit (50) aufweist, welche dazu ausgebildet
ist, den wenigstens einen Fahrzeugtüraktor (51;52;53) und den wenigstens einen Bahnsteigtüraktor
(41 ;42;43) anzusteuern, wobei der wenigstens eine Fahrzeugtüraktor (51;52;53) dazu
ausgebildet ist, die Bewegung einer Fahrzeugtür (11;12;13) aufgrund eines von der
zentralen Türsteuereinheit (50) empfangenen Steuerbefehls zu bewirken und der wenigstens
eine Bahnsteigtüraktor (41;42;43) dazu ausgebildet ist, die Bewegung einer Bahnsteigtür
(31;32;33) aufgrund eines von der zentralen Türsteuereinheit (50) empfangenen Steuerbefehls
zu bewirken, und dass
- eine erste Kommunikationsverbindung (60) zwischen der zentralen Türsteuereinheit
(50) und dem wenigstens einen Fahrzeugtüraktor (51 ;52;53) besteht, über welche Steuerbefehle
für eine Bewegung einer Fahrzeugtür (11;12;13) an den jeweiligen Fahrzeugtüraktor
(51;52;53) übermittelbar sind, und
- für die Ansteuerung des wenigstens einen Bahnsteigtüraktors (41 ;42;43) eine temporäre
zweite Kommunikationsverbindung (40;61) zwischen der zentralen Türsteuereinheit (50)
und dem wenigstens einen Bahnsteigtüraktor (41 ;42;43) herstellbar ist, über welche
Steuerbefehle für eine Bewegung einer Bahnsteigtür (31 ;32;33) von der zentralen Türsteuereinheit
(50) an den jeweiligen Bahnsteigtüraktor (41;42;43) übermittelbar sind.
2. Türsteuersystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrzeug (10) eine Fahrzeugschnittstelle (54) aufweist, die mit der zentralen
Türsteuereinheit (50) verbunden ist und der Bahnsteig (20) eine Bahnsteigschnittstelle
(44) aufweist, die mit dem wenigstens einen Bahnsteigtüraktor (41;42;43) verbunden
ist, wobei die Fahrzeugschnittstelle (54) und die Bahnsteigschnittstelle (44) so ausgebildet
sind, dass eine temporäre Kommunikationsverbindung (61) zwischen diesen beiden Schnittstellen
(44;54) herstellbar ist.
3. Türsteuersystem nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die temporäre Kommunikationsverbindung (61) zwischen den beiden Schnittstellen (44;54)
kontaktlos oder kontaktbehaftet ist.
4. Türsteuersystem nach einem oder beiden der Ansprüche 2 und 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die erste Kommunikationsverbindung (60) zwischen der zentralen Türsteuereinheit (50)
und dem wenigstens einen Fahrzeugtüraktor (51 ;52;53) und/oder die Verbindung zwischen
der Bahnsteigschnittstelle (44) und dem wenigstens einen Bahnsteigtüraktor (41;42;43)
ein CAN-Bus ist.
5. Türsteuersystem nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Protokolle der ersten Kommunikationsverbindung (60) zwischen der zentralen Türsteuereinheit
(50) und dem wenigstens einen Fahrzeugtüraktor (51;52;53) und der Verbindung zwischen
der Bahnsteigschnittstelle (44) und dem wenigstens einen Bahnsteigtüraktor (41;42;43)
identisch sind.
6. Türsteuersystem nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Schnittstellen (44;54) so angeordnet sind, dass sie in einer definierten
Halteposition des Fahrzeugs (10) miteinander kommunizieren können.
7. Türsteuersystem nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den beiden Schnittstellen (44;54) ein Gleitkontakt herstellbar ist.
8. Türsteuersystem nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Bahnsteigschnittstelle (44) eine lang gestreckte Kontaktschiene ist.
9. Türsteuersystem nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrzeugschnittstelle (54) im vorderen Bereich des Fahrzeugs (10) angeordnet
ist.
10. Türsteuersystem nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Bahnsteigtür (31;32;33) wenigstens ein Sensormittel aufweist, und die zentrale
Türsteuereinheit (50) über die temporäre zweite Kommunikationsverbindung (40;61) Zugriff
auf Informationen des jeweiligen Sensormittels hat.
11. Verfahren zur gemeinsamen Ansteuerung wenigstens einer Fahrzeugtür (11;12;13) eines
Fahrzeug (10) zur Personenbeförderung, insbesondere eines Schienenfahrzeug, und wenigstens
einer Bahnsteigtür (31;32;33) eines Bahnsteigs (20), welche sich innerhalb einer Zugangsschutzeinrichtung
(30) des Bahnsteigs (20) befindet, wobei jeder Fahrzeugtür (11;12;13) ein Fahrzeugtüraktor
(51;52;53) mit Mitteln zur Bewegung der jeweiligen Fahrzeugtür (11;12;13) und jeder
Bahnsteigtür (31 ;32;33) ein Bahnsteigtüraktor (41 ;42;43) mit Mitteln zur Bewegung
der jeweiligen Bahnsteigtür (31 ;32;33) zugeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- eine zentrale Türsteuereinheit (50) des Fahrzeugs (10) den wenigstens einen Fahrzeugtüraktor
(51;52;53) ansteuert, indem über eine erste Kommunikationsverbindung (60) ein Steuerbefehl
von der zentralen Türsteuereinheit (50) an den Fahrzeugtüraktor (51;52;53) übermittelt
wird, und der Fahrzeugtüraktor (51;52;53) die Bewegung der ihm zugeordneten Fahrzeugtür
(11;12;13) aufgrund dieses von der zentralen Türsteuereinheit (50) empfangenen Steuerbefehls
bewirkt, und
- eine temporäre zweite Kommunikationsverbindung (40;61) zwischen der zentralen Türsteuereinheit
(50) und dem wenigstens einen Bahnsteigtüraktor (41 ;42;43) hergestellt wird, woraufhin
die zentrale Türsteuereinheit (50) des Fahrzeugs (10) den wenigstens einen Bahnsteigtüraktor
(41;42;43) ansteuert, indem über diese temporäre zweite Kommunikationsverbindung (40;61)
ein Steuerbefehl von der zentralen Türsteuereinheit (50) an den Bahnsteigtüraktor
(41 ;42;43) übermittelt wird, und der Bahnsteigtüraktor (41;42;43) die Bewegung einer
ihm zugeordneten Bahnsteigtür (31;32;33) aufgrund dieses von der zentralen Türsteuereinheit
(50) empfangenen Steuerbefehls bewirkt.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Steuerbefehl gleichzeitig von der zentralen Türsteuereinheit (50) an wenigstens
einen Fahrzeugtüraktor (51;52;53) und wenigstens einen Bahnsteigtüraktor (41 ;42;43)
übermittelt wird.
13. Verfahren nach einem oder beiden der Ansprüche 11 und 12,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Bahnsteigtür (31 ;32;33) Informationen über ihren Zustand an die zentrale Türsteuereinheit
(50) übermittelt.
14. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die temporäre Kommunikationsverbindung (40;61) hergestellt wird, bevor das Fahrzeug
(10) an dem Bahnsteig (20) zu einem Halt kommt.