[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Tiefziehverpackungsmaschine gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] DE 10 2006 006 523 A1 offenbart eine Tiefziehverpackungsmaschine mit mehreren Transportmitteln in Form
von Transportketten, auch Klammerketten genannt. Eine Unterfolienbahn wird in einem
vorderen Bereich von einer ersten Klammerkette bis an einen Übergangsbereich transportiert
und dort von einer zweiten Klammerkette aufgenommen und entlang eines hinteren Bereichs
der Tiefziehverpackungsmaschine bis zu einer Schneidstation weitertransportiert. Nachteilig
ist bei einer solchen Tiefziehverpackungsmaschine, dass die Klammerkette im Einlegebereich
bzw. in einer Einlegestation von Produkten verschmutzt werden kann und eine aufwendige
Reinigung die Folge sein kann.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine verbesserte Tiefziehverpackungsmaschine
zur Verfügung zu stellen, die ein Verschmutzen von Klammerketten minimiert oder die
Kontamination von Produkten durch verschmutzte Klammerketten verhindert.
[0004] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Tiefziehverpackungsmaschine mit den Merkmalen
des Anspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0005] Die erfindungsgemäße Tiefziehverpackungsmaschine umfasst eine Formstation, eine Einlegestation,
eine Siegelstation und eine Schneidstation sowie eine Folientransporteinrichtung mit
wenigstens einer Klammerkette zum Transportieren einer Unterfolienbahn in einer Produktionsrichtung,
wobei ungeformte Bereiche der Unterfolienbahn in einer horizontalen Folienebene entlang
der Stationen bewegbar sind und wobei eine erste Kettenführungsvorrichtung eines oberen
Kettentrums der Klammerkette in einer oberen Kettenführungsebene im Bereich der Formstation,
der Siegelstation und der Schneidstation vorgesehen ist. Die erfindungsgemäße Tiefziehverpackungsmaschine
zeichnet sich dadurch aus, dass eine zweite Kettenführungsvorrichtung des oberen Kettentrums
der Klammerkette in einer unteren Kettenführungsebene im Bereich der Einlegestation
vorgesehen ist. Dies ermöglicht einen Einlegebereich ohne eine Klammerkette am Rand
der Unterfolienbahn, so dass es nicht zu einer Verschmutzung der Klammerkette beim
Füllen oder Einlegen von beispielsweise flüssigen oder pastösen Produkten oder marinierten
Fleischstücken kommt. Bei medizinischen Produkten wird die Gefahr einer Kontamination
der Produkte durch Schmierstoffe an der Klammerkette reduziert, da die Klammerkette
nicht mit der Unterfolienbahn im Bereich der Produktzuführung in Kontakt steht.
[0006] Vorzugsweise liegt die untere Kettenführungsebene tiefer als eine Unterseite von
in die Unterfolienbahn geformten Mulden, um einen möglichst großen Abstand zwischen
Unterfolienbahn und der Klammerkette zu erzeugen.
[0007] Bevorzugt ist die untere Kettenführungsebene parallel zur oberen Kettenführungsebene,
um eine einfache Konstruktionsweise zu ermöglichen.
[0008] In einer besonders vorteilhaften Ausführung ist eine erste Kettenumlenkvorrichtung
stromabwärts nach der Formstation vorgesehen, um das obere Kettentrum von der oberen
Kettenführungsebene in die untere Kettenführungsebene umzulenken. So ist ein sicheres
Halten der Unterfolienbahn im Bereich der Formstation gewährleistet.
[0009] Dabei ist vorzugsweise eine zweite Kettenumlenkvorrichtung stromaufwärts vor der
Siegelstation vorgesehen, um das obere Kettentrum von der unteren Kettenführungsebene
in die obere Kettenführungsebene umzulenken. So ist ein sicheres Halten der Unterfolienbahn
und/oder Oberfolienbahn im Bereich der Siegelstation gewährleistet.
[0010] Bevorzugt ist das obere Kettentrum, das innerhalb der Einlegestation parallel zur
Folientransportebene ausgerichtet ist, mittels einer Abdeckung von oben gegen Verschmutzung
geschützt oder von einem Tunnel umschlossen, um ein Verschmutzen des oberen Kettentrums
der Klammerkette im Bereich der Einlegestation durch seitlich der Unterfolienbahn
nach unten fallende oder tropfende Produktreste zu verhindern.
[0011] Dabei ist vorzugsweise auch das untere Kettentrum, das innerhalb der Einlegestation
parallel zur Folientransportebene ausgerichtet ist, mittels einer Abdeckung von oben
gegen Verschmutzung geschützt oder von einem Tunnel umschlossen.
[0012] Der Tunnel ist z.B. einteilig oder mehrteilig ausgeführt und weist bevorzugt an seiner
Unterseite Reinigungsöffnungen auf.
[0013] Im Folgenden werden Ausführungsformen der Erfindung durch die nachfolgenden Figuren
erläutert. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Tiefziehverpackungsmaschine,
- Fig. 2
- eine schematische Ansicht der Folientransporteinrichtung,
- Fig. 3
- eine Schnittansicht der unteren Kettenführungsvorrichtung mit einer Abdeckung und
- Fig. 4
- eine weitere Ausführungsform der Abdeckung.
[0014] Fig. 1 zeigt in schematischer Ansicht eine erfindungsgemäße Tiefziehverpackungsmaschine
1. Diese Tiefziehverpackungsmaschine 1 weist eine Formstation 2, eine Einlegestation
3, eine Siegelstation 4, eine Schneidstation 5 mit einer Querschneideeinrichtung 5a
und eine Längsschneideeinrichtung 5b auf, die in dieser Reihenfolge in einer Produktionsrichtung
R an einem Maschinengestell 6 angeordnet sind. Eingangsseitig befindet sich an dem
Maschinengestell 6 eine Zufuhrrolle 7, von der eine Unterfolienbahn 8 abgezogen wird.
Im Bereich der Siegelstation 3 ist ein Materialspeicher 9 vorgesehen, von dem eine
Oberfolienbahn 10 abgezogen wird. Ausgangsseitig ist an der Tiefziehverpackungsmaschine
1 eine Abfuhreinrichtung 11 in Form eines Transportbandes vorgesehen, mit der fertige,
vereinzelte Verpackungen 12 abtransportiert werden. Ferner weist die Tiefziehverpackungsmaschine
1 eine Folientransporteinrichtung 13 auf, die die Unterfolienbahn 8 ergreift und in
einem Hauptarbeitstakt taktweise in einer Folienebene E in der Produktionsrichtung
R weitertransportiert. Die Folientransporteinrichtung 13 kann zum Beispiel durch eine
oder mehrere seitlich der Unterfolienbahn 8 angeordnete Klammerketten 14 realisiert
sein.
[0015] In der dargestellten Ausführungsform ist die Formstation 2 als eine Tiefziehstation
ausgebildet, in der in die Unterfolienbahn 8 durch Tiefziehen Mulden 15 geformt werden.
Dabei kann die Formstation 2 derart ausgebildet sein, dass in der Richtung senkrecht
zur Produktionsrichtung R mehrere Mulden nebeneinander gebildet werden. In der Einlegestation
3 werden Produkte 16 in die Mulden 15 eingelegt bzw. die Mulden 15 mit dem Produkt
16 befüllt. Die Mulden 15 weisen eine Unterseite 15a auf.
[0016] Die Siegelstation 3 verfügt über eine verschließbare Kammer 17, in der die Atmosphäre
in den Mulden 15 vor dem Versiegeln zum Beispiel durch Gasspülen mit einem Austauschgas
oder mit einem Austausch-Gasgemisch ersetzt werden kann.
[0017] Die Querschneideeinrichtung 5a ist als Stanze ausgebildet, die die Unterfolienbahn
8 und die Oberfolienbahn 10 in einer Richtung quer zur Produktionsrichtung R zwischen
benachbarten Mulden 15 durchtrennt. Dabei arbeitet die Querschneideeinrichtung 5a
derart, dass die Unterfolienbahn 8 nicht über die gesamte Breite aufgeteilt wird,
sondern zumindest in einem Randbereich nicht durchtrennt wird. Dies ermöglicht einen
kontrollierten Weitertransport durch die Folientransporteinrichtung 13.
[0018] Die Längsschneideeinrichtung 5b ist in der dargestellten Ausführungsform als eine
Messeranordnung ausgebildet, mit der die Unterfolienbahn 8 und die Oberfolienbahn
10 zwischen benachbarten Mulden 15 und am seitlichen Rand der Unterfolienbahn 8 durchtrennt
werden, so dass hinter der Längsschneideeinrichtung 5b vereinzelte Verpackungen 12
vorliegen.
[0019] Die Tiefziehverpackungsmaschine 1 verfügt ferner über eine Steuerung 18. Sie hat
die Aufgabe, die in der Tiefziehverpackungsmaschine 1 ablaufenden Prozesse zu steuern
und zu überwachen. Eine Anzeigevorrichtung 19 mit Bedienelementen 20 dient zum Visualisieren
bzw. Beeinflussen der Prozessabläufe in der Tiefziehverpackungsmaschine 1 für bzw.
durch einen Bediener.
[0020] Fig. 2 zeigt eine schematische Ansicht der Folientransporteinrichtung 13 mit einer
ersten Klammerkette 14 und einer zweiten parallel dazu angeordneten zweiten Klammerkette
21, die dazu konfiguriert sind, die Unterfolienbahn 8 beidseitig in den Bereichen
der Formstation 2, der Siegelstation 4 und der Schneidstation 5 zu halten und entlang
der Produktionsrichtung R zu transportieren. Die horizontale Folienebene E wird durch
die nicht geformten Bereiche, nämlich außerhalb der Mulden 15, der Unterfolienbahn
8 definiert. Diese Folienebene E liegt auch im Bereich der Einlegestation 3 vor, auch
wenn dort die Klammerketten 14, 21 die Unterfolienbahn 8 nicht halten.
[0021] Die Klammerketten 14, 21 weisen jeweils ein oberes Kettentrum 22 auf, das in Produktionsrichtung
R mittels eines motorischen Antriebs 23 am Ende der Folientransporteinrichtung 13
bewegt wird. Analog weisen die Klammerketten 14, 21 ein unteres Kettentrum 24 auf,
das entgegen der Produktionsrichtung R vom Ende bis zum Anfang hin zurückbewegt wird.
[0022] In den Bereichen der Formstation 2, der Siegelstation 4 und der Schneidstation 5
ist eine erste Kettenführungsvorrichtung 25 in einer oberen Kettenführungsebene OE
vorgesehen. Im Bereich der Einlegestation 3 ist eine zweite Kettenführungsvorrichtung
26 in einer tiefer als die obere Kettenführungsebene OE liegenden unteren Kettenführungsebene
UE vorgesehen. Am Übergang von der ersten Kettenführungsvorrichtung 25 der Formstation
2 zur zweiten Kettenführungsvorrichtung 26 der Einlegestation 3 ist eine erste Kettenumlenkvorrichtung
27 und am Übergang von der zweiten Kettenführungsvorrichtung 26 zur ersten Kettenführungsvorrichtung
25 ist eine zweite Kettenumlenkvorrichtung 28 vorgesehen. Dabei wird das obere Kettentrum
14 mittels mehrerer Umlenkräder 29 von einer horizontalen Richtung in eine beispielsweise
vertikale Richtung und umgekehrt umgelenkt, so dass der dargestellte Kettenverlauf
ausführbar ist.
[0023] An der zweiten Kettenführungsvorrichtung 26 in der unteren Kettenführungsebene UE
ist eine Abdeckung 30 vorgesehen, um das obere Kettentrum 14 innerhalb der Einlegestation
3 gegen von oben kommende Produktreste zu schützen.
[0024] Fig. 3 zeigt in einer Schnittansicht in Produktionsrichtung R der zweiten Kettenführungsvorrichtung
26 eine erste Variante der Abdeckung 30 in Form einer U-förmig geformten Abdeckhaube
31, so dass Produktreste und Reinigungsmittel leicht seitlich ablaufen können. Die
Abdeckhaube 31 ist mittels eines Halters 34 an der zweiten Kettenführungsvorrichtung
26 angebracht. Alternativ kann die Abdeckhaube 31 am Maschinengestell 6 angebracht
sein.
[0025] Fig. 4 zeigt eine zweite Variante der Abdeckung 30 in Form eines rohrförmigen Tunnels
32. Der Tunnel 32 weist an seiner Unterseite 32a mehrere Reinigungsöffnungen 33 auf,
durch die Reinigungsflüssigkeit im Inneren des Tunnels 32 leichter ablaufen kann.
Die Verbindung zwischen dem Tunnel 32 und der zweiten Kettenführungsvorrichtung 26
ist mittels des Halters 34 realisiert. Auch hier kann der Tunnel 32 alternativ am
Maschinengestell 6 angebracht sein.
[0026] Wenn die Klammerkette 14, 21 an der ersten Kettenumlenkvorrichtung 27 die obere Kettenführungsebene
OE verlässt, wird die bis dahin von ihr erfasste bzw. geklammerte Unterfolienbahn
8 freigegeben, z.B. durch Öffnen der Klammern 35. Wenn die Klammerkette 14, 21 an
der zweiten Kettenumlenkvorrichtung 28 wieder die obere Kettenführungsebene erreicht,
ergreift sie die Unterfolienbahn 8 wieder, insbesondere durch Schließen der Klammern
35.
1. Tiefziehverpackungsmaschine (1), umfassend eine Formstation (2), eine Einlegestation
(3), eine Siegelstation (4) und eine Schneidstation (5) sowie eine Folientransporteinrichtung
(13) mit wenigstens einer Klammerkette (14) zum Transportieren einer Unterfolienbahn
(8) in einer Produktionsrichtung (R), wobei ungeformte Bereiche der Unterfolienbahn
(8) in einer horizontalen Folienebene (E) entlang der Stationen (2, 3, 4, 5) bewegbar
sind und wobei eine erste Kettenführungsvorrichtung (25) eines oberen Kettentrums
(22) der Klammerkette (14) in einer oberen Kettenführungsebene (OE) im Bereich der
Formstation (2), der Siegelstation (4) und der Schneidstation (5) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet, dass eine zweite Kettenführungsvorrichtung (26) des oberen Kettentrums (22) der Klammerkette
(14) in einer unteren Kettenführungsebene (UE) im Bereich der Einlegestation (3) vorgesehen
ist, wobei die untere Kettenführungsebene (UE) tiefer liegt als die obere Kettenführungsebene
(OE).
2. Tiefziehverpackungsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Kettenführungsebene (UE) tiefer liegt als eine Unterseite (15a) von in
die Unterfolienbahn (8) geformten Mulden (15).
3. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Kettenführungsebene (UE) parallel zur oberen Kettenführungsebene (OE)
ist.
4. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste Kettenumlenkvorrichtung (27) stromabwärts nach der Formstation (2) vorgesehen
ist, um das obere Kettentrum (22) von der oberen Kettenführungsebene (OE) in die untere
Kettenführungsebene (UE) umzulenken.
5. Tiefziehverpackungsmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine zweite Kettenumlenkvorrichtung (28) stromaufwärts vor der Siegelstation (3)
vorgesehen ist, um das obere Kettentrum (22) von der unteren Kettenführungsebene (UE)
in die obere Kettenführungsebene (OE) umzulenken.
6. Tiefziehverpackungsmaschine nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das obere Kettentrum (22), das innerhalb der Einlegestation (3) parallel zur Folientransportebene
(E) ausgerichtet ist, mittels einer Abdeckung (31) von oben gegen Verschmutzung geschützt
oder von einem Tunnel (32) umschlossen ist.
7. Tiefziehverpackungsmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass auch das untere Kettentrum (24), das innerhalb der Einlegestation (3) parallel zur
Folientransportebene (E) ausgerichtet ist, mittels einer Abdeckung (31) von oben gegen
Verschmutzung geschützt oder von einem Tunnel (32) umschlossen ist.
8. Tiefziehverpackungsmaschine nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Tunnel (32) einteilig oder mehrteilig ausgeführt ist.
9. Tiefziehverpackungsmaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Tunnel (32) an seiner Unterseite (32a) Reinigungsöffnungen (34) aufweist.