(19)
(11) EP 3 124 659 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
01.02.2017  Patentblatt  2017/05

(21) Anmeldenummer: 16178032.5

(22) Anmeldetag:  05.07.2016
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D01H 5/72(2006.01)
D01H 5/86(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(30) Priorität: 09.07.2015 DE 102015111133

(71) Anmelder: MASCHINENFABRIK RIETER AG
8406 Winterthur (CH)

(72) Erfinder:
  • STOPP, Nora
    73326 Deggingen (DE)

(74) Vertreter: Bergmeier, Werner 
Canzler & Bergmeier Patentanwälte Partnerschaft mbB Friedrich-Ebert-Straße 84
85055 Ingolstadt
85055 Ingolstadt (DE)

   


(54) SPINNMASCHINE, FÜHRUNGSSTANGE UND RIEMCHEN


(57) In einer Spinnmaschine mit einer Vielzahl nebeneinander angeordneter Spinnstellen (1), weist jede Spinnstelle (1) ein Streckwerk (2) zum Verstrecken eines Faserverbundes (5), eine nach dem Streckwerk (2) angeordnete Verdichtungseinrichtung (3) zur Verdichtung des verstreckten Faserverbundes (5) sowie eine in einer Spindellinie (SL) angeordnete Spindel zur Erzeugung eines Garnes auf. Die Verdichtungseinrichtung (3) weist ein Saugrohr mit einem insbesondere schräg zur Laufrichtung des Faserverbundes (5) angeordneten Saugschlitz (14) und einem darüber angeordneten Riemchen (12) mit Saugöffnungen auf und das Riemchen (12) ist in Umfangsrichtung endlos ausgebildet. Das Riemchen (12) ist seitlich versetzt zur Spindellinie (SL) angeordnet, so dass der Faserverbund das Riemchen (12) außermittig kontaktiert. Eine entsprechende Führungsstange dient zur seitlichen Führung zumindest eines, vorzugsweise mehrerer Riemchen (12) für Verdichtungseinrichtungen (3) einer Spinnmaschine, wobei die Führungsstange (13) für jedes Riemchen (12) zumindest eine Führung zur seitlichen Führung des Riemchens (12) aufweist und der Abstand der Führung/en von einem ersten Ende der Führungsstange (13) größer als der Abstand der Führung/en von einem zweiten Ende der Führungsstange (13) ist. Das Riemchen (12) weist eine Markierung (18) zur Kennzeichnung einer Laufrichtung auf.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Spinnmaschine mit einer Vielzahl nebeneinander angeordneter Spinnstellen, wobei jede Spinnstelle ein Streckwerk zum Verstrecken eines Faserverbundes, eine nach dem Streckwerk angeordnete Verdichtungseinrichtung zur Verdichtung des verstreckten Faserverbundes sowie eine in einer Spindellinie angeordnete Spindel zu Erzeugung eines Garnes aufweist und wobei die Verdichtungseinrichtung ein Saugrohr mit einem insbesondere schräg zur Laufrichtung des Faserverbundes angeordneten Saugschlitz und einem darüber angeordneten Riemchen mit Saugöffnungen aufweist und das Riemchen in Umfangsrichtung endlos ausgebildet ist, sowie eine Führungsstange zur seitlichen Führung eines Riemchens und ein entsprechendes Riemchen.

[0002] Aus der DE 10 2013 112 941 A1 ist eine Spinnmaschine bekannt, bei welcher der Faserverbund seitlich versetzt zur Spindellinie geführt ist. Hierdurch wird der Vorteil erhalten, dass die Oberwalzen, welche den Faserverbund auf eine Gegenfläche drücken, außermittig verschleißen und durch ein Umschlagen um eine Mittellinie des Belastungsarms ein anderer Bereich der Oberwalzen den Faserverbund auf die Gegenfläche drückt. Die Standzeit der Oberwalzen kann hierdurch verdoppelt werden. Nachteilig bei dieser Ausführung ist es jedoch, dass besaugte Riemchen, welche eine Gegenfläche für eine der beiden Oberwalzen bilden, dennoch an nur einer Stelle verschleißen. Um dies zu vermeiden wird häufig vorgesehen, dass die Siebriemchen ausgebaut werden und gewendet wieder in die Verdichtungseinrichtung eingebaut werden, um den Verschleiß hierdurch auf einen anderen Bereich des Siebriemchens zu verlagern. Dabei entsteht der Nachteil, dass beim Ausbau einer Vielzahl von Siebriemchen nur noch schwer feststellbar ist, in welcher ursprünglichen Lage das Siebriemchen eingebaut war. Es geschieht daher häufig, dass versehentlich das Siebriemchen wieder in der ursprünglichen Lage eingebaut wird und somit ein erhöhter Verschleiß bei einzelnen dieser Siebriemchen entstehen kann.

[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher sicherzustellen, dass die Riemchen einer Verdichtungseinrichtung sicher gewechselt und gewendet einer weiteren Verwendung zu Verfügung gestellt werden können.

[0004] Die Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche.

[0005] Eine erfindungsgemäße Spinnmaschine weist eine Vielzahl nebeneinander angeordneter Spinnstellen auf. An jeder Spinnstelle ist ein Streckwerk zum Verstrecken eines Faserverbundes, eine nach dem Streckwerk angeordnete Verdichtungseinrichtung zur Verdichtung des verstreckten Faserverbundes, sowie eine in einer Spindellinie angeordnet Spindel zur Erzeugung eines Garnes angeordnet. Die Verdichtungseinrichtung weist ein Saugrohr mit einem insbesondere schräg zur Laufrichtung des Faserverbundes angeordneten Saugschlitz und einem darüber angeordneten Riemchen mit Saugöffnungen auf. Das Riemchen ist in Umfangsrichtung endlos ausgebildet.

[0006] Erfindungsgemäß ist das Riemchen seitlich versetzt zur Spindellinie angeordnet, so dass der Faserverbund das Riemchen außermittig kontaktiert. Dadurch, dass das Riemchen nicht zentral, sondern außerhalb seiner mittleren Linie den Faserverbund aufnimmt, ist ein Teilbereich des Siebriemchens, auf der gegenüberliegenden Seite der Mittellinie nicht von dem Faserverbund beaufschlagt. Hierdurch wird dieser nicht beaufschlagte Teil des Riemchens geschont, bzw. unterliegt keinem oder nur wenig Verschleiß. Wenn der Teilbereich des Riemchens, welcher von dem Faserverbund kontaktiert wurde, verschlissen ist, ist es erfindungsgemäß möglich, dass das Riemchen derart in der Verdichtungseinrichtung eingebaut wird, dass bei folgender Benutzung die andere, zuvor noch ungenutzte Teilfläche des Riemchens nunmehr mit dem Faserverbund beaufschlagt wird. Hierdurch ist die Verwendung des Riemchens im Wesentlichen doppelt so lange wie bei Riemchen des Standes der Technik möglich.

[0007] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Position des Riemchens in Bezug auf die Spindellinie durch eine mit Seitenführungen für das Riemchen versehene Führungsstange gehalten ist. Die Führungsstange mit Seitenführungen dient dazu, dass das Riemchen so in der Verdichtungseinrichtung positioniert ist, dass nur ein Teil seitlich einer Mittellinie des Riemchens von dem Faserverbund kontaktiert wird. Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass das Riemchen, dass über dem Saugschlitz des Saugrohres angeordnet ist, derart positioniert ist, dass der Saugschlitz nicht im Bereich der mittleren Linie des Riemchens, sondern seitlich versetzt dazu angeordnet ist. Damit wird gewährleistet, dass der Faserverbund nur in einem Bereich, vorzugsweise einer Hälfte des Riemchens, über den Saugschlitz transportiert wird und bei einem Wenden des Riemchens die andere Hälfte bzw. der Bereich auf der anderen Seite der Mittellinie über dem Saugschlitz zu liegen kommt. Die Seitenführung der Führungsstange sorgt dafür, dass das Riemchen in Bezug auf den Saugschlitz entsprechend positioniert werden kann.

[0008] Vorteilhaft ist es auch, wenn die Führungsstange Seitenführungen für mehrere Riemchen, insbesondere für die Riemchen einer Maschinensektion aufweist. Der Abstand der Riemchen ist dabei derart vorgesehen, dass er im Wesentlichen der Spindelteilung, d.h. dem Abstand bzw. der Breite benachbarter Spinnstellen, entspricht. Jede der Seitenführungen führt dabei ein Riemchen im Bereich des Saugschlitzes einer Spinnstelle. Ein Austausch bzw. eine Einstellung der Siebriemchen bzw. der Führungsstange kann somit für mehrere Spinnstellen gleichzeitig erfolgen.

[0009] Sind die mehreren Seitenführungen außermittig der Führungsstangen angeordnet, so ist beispielsweise der Abstand der beiden endseitigen Führungen unterschiedlich weit von den Enden der Führungsstangen angeordnet. Es entsteht hierdurch eine asymmetrische Führungsstange, welche die Riemchen seitlich versetzt zur Spindellinie positionieren und führen.

[0010] Ist die Führungsstange in insbesondere den Stanzen angeordneten Halterungen gehalten und wahlweise in einer ersten oder einer zweiten, um 180° gedrehten Position, in den Halterungen angeordnet, so ist es möglich durch ein Wenden der Führungsstangen um 180° den seitlichen Versatz der Seitenführungen bzw. Riemchen in Bezug auf die Spindellinie zu verändern. Vor dem Wenden der Führungsstangen befinden sich die Riemchen beispielsweise mit ihrem linken Bereich und nach dem Wenden mit in ihrem rechten Bereich über dem Saugschlitz. Der Faserverbund wird dementsprechend an unterschiedlichen Stellen des Riemchens geführt. Verschleiß ist dort zu erwarten, wo der Faserverbund geführt wird. Da jeweils nur auf einer Hälfte der Riemchenfläche Verschleiß entstehen wird, ist die andere Hälfte unmittelbar nach dem Wechsel noch weitgehend unverschlissen und kann erneut wie ein neuwertiges Riemchen verwendet werden.

[0011] Eine erfindungsgemäße Führungsstange zur seitlichen Führung zumindest eines, vorzugsweise mehrerer Riemchen für Verdichtungseinrichtung/en einer Spinnmaschine, wobei die Führungsschiene für jedes Riemchen zumindest eine Seitenführung aufweist, ist erfindungsgemäß derart ausgeführt, dass der Abstand der Führungen bzw. der Führung von einem ersten Ende der Führungsstange größer als der Abstand der Führungen bzw. der Führung von einem zweiten Ende der Führungsstange ist. Durch eine derartige Ausgestaltung der Führungsstange ist es möglich, dass die Riemchen seitlich versetzt zu einem Saugschlitz eines Saugrohres angeordnet werden können und dadurch nur einseitig verschleißen. Durch die unterschiedlichen Abstände von den beiden Enden der Führungsstange sind die Führungen für die Riemchen versetzt zur Spindellinie angeordnet, wodurch ein dezentraler Transport des Faserverbundes auf dem Riemchen erfolgen kann. Eine derartige erfinderische Führungsstange kann auch problemlos in bestehenden Spinnmaschinen mit Führungsstangen des Standes der Technik eingesetzt, ausgetauscht und nachgerüstet werden.

[0012] Vorteilhafterweise ist die Seitenführung als eine Nut in der Führungsstange zur Aufnahme des Riemchens ausgeführt. Das Riemchen läuft dabei in dem Nutgrund zwischen den beiden Seitenflächen der Nut. Alternativ kann eine Seitenführung auch als eine ballige Erhöhung an der Führungsstange vorgesehen sein, über welche sich das Riemchen zentriert und ebenfalls geführt wird.

[0013] Ist die Führungsstange in einer ersten Position und in einer zweiten, um 180° gewendeten Position in Halterungen zu lagern, so kann durch ein einfaches Umschlagen der Führungsstangen bewirkt werden, dass die daran angeordneten, geführten Riemchen in der ersten Position in einer Hälfte und in der zweiten Positionen der anderen Hälfte des Riemchens mit dem Faserverbund in Verbindung kommen und dort verschleißen. Ein Verschleiß kann sich beispielsweise dadurch zeigen, dass die Öffnungen des Riemchens mehr oder weniger verstopfen oder dass die Oberfläche des Riemchens glatter oder auch rauer, je nach zu transportierendem Material, wird. Auch die Dicke des Riemchens im Bereich des Fasertransportes kann im Lauf der Zeit abnehmen, so dass ein Reißen des Riemchens befürchtet werden müsste.

[0014] Weist die Führungsstange an ihren Enden Aufnahmen zur Lagerung der Führungsstange in den Halterungen der Spinnmaschine auf, so kann die Führungsstange sehr einfach von der ersten Position in die zweite Position gebracht und dort wieder fixiert werden.

[0015] Ein erfindungsgemäßes Riemchen für eine Verdichtungseinrichtung einer Spinnmaschine weist eine Markierung zur Kennzeichnung einer Laufrichtung auf. Mit einer derartigen Markierung kann sichergestellt werden, dass auch bei einem nicht sofort erkennbaren Verschleiß die Riemchen bei ihrer zweiten Verwendung auf der noch unbenutzten Seite eingesetzt werden und den Faserverbund transportieren.

[0016] Durch die Markierung kann in einer besonders vorteilhaften Ausführung sehr schnell erkannt werden, ob alle Riemchen, welche an einer Führungsstange angeordnet sind oder welche sich an der Spinnmaschine befinden, in derselben Ausrichtung angeordnet sind. Die Markierungen sollten in diesem Falle alle an der gleichen Position oder in der gleichen Weise dem Bediener ersichtlich sein.

[0017] In einer besonders vorteilhaften Ausführung ist die Markierung ein auf dem Riemchen angebrachter Pfeil. Während in der ersten Position des Riemchens der Pfeil in die eine Richtung zeigt, würde er bei einem Wenden des Riemchens in die andere Richtung zeigen. Bei einem ordnungsgemäßen Einsatz einer Vielzahl von Riemchen an einer Maschine ist es dementsprechend vorteilhaft, wenn bei der ersten Anwendung die Pfeile aller Riemchen in derselben Richtung zeigen und bei der zweiten Verwendung des Riemchens alle Pfeile der verwendeten Riemchen in dieselbe, aber entgegengesetzte Richtung zeigen.

[0018] Besonders vorteilhaft ist es auch, wenn die Markierung außermittig angeordnet ist. So kann dies ein Zeichen sein, dass bei einer ersten Verwendung alle Markierungen beispielsweise auf der linken Seite des Riemchens sind, während sie bei der zweiten Verwendung aller Riemchen auf der rechten Seite sind.

[0019] Ganz besonders vorteilhaft ist es, wenn die Markierung asymmetrisch an dem Riemchen angeordnet ist. Auch hierdurch kann eine gleiche Anordnung der Markierungen an allen Riemchen einer Führungsstange oder Spinnstellen auf eine erste Verwendung und bei einer Anordnung der Markierung auf der anderen Seite auf eine zweite Verwendung hindeuten.

[0020] Weitere Vorteile der vorliegenden Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben. Es zeigt
Figur 1
die schematische Darstellung einer Seitenansicht einer Spinnstelle,
Figur 2
den seitlichen Versatz von Riemchen,
Figur 3
je einen Bereich einer ersten und einer zweiten Verwendung eines Siebriemchens,
Figur 4
je einen Bereich einer ersten und einer zweiten Verwendung eines Lochriemchens,
Figur 5a und b
einen Ausschnitt einer seitlich zur Mittellinie des Belastungsarms versetzten Führungsstange und
Figur 6a und b
eine komplette, seitlich zur Mittellinie des Belastungsarms versetzte Führungsstange.


[0021] Figur 1 zeigt eine Seitenansicht einer Spinnstelle 1 in schematischer Darstellung. Die Spinnstelle 1 weist ein Streckwerk 2, eine Verdichtungseinrichtung 3 und eine Spindeleinheit 4 auf. Durch das Streckwerk 2 mit verschiedenen Walzenpaaren bzw. einem Riemchenpaar, die Verdichtungseinrichtung 3 und in die Spinneinheit 4 hinein wird ein Faserverbund 5 gefördert und von einer Lunte zu einem Garn versponnen. Am Ausgang des Streckwerks 2 ist ein Ausgangswalzenpaar 7 mit einer Unterwalze 8 und einer Oberwalze 9 angeordnet. Im Anschluss an das Ausgangswalzenpaar 7 ist die Verdichtungseinrichtung 3 mit einer Klemmwalze 10, einem Saugrohr 11, einem Riemchen 12 und einer Führungsstange 13, welche hier als Umlenkung ausgebildet ist, angeordnet. Die Klemmwalze 10 ist in dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel mit einem Riemen oder alternativ bspw. mit einem Getriebe über die Oberwalze 9 angetrieben und bewegt dadurch das Riemchen 12 auf einem Teil der Oberfläche des Saugrohrs 11 und auf der Führungsstange 13. Im Bereich des Faserlaufs des Faserverbundes 5 ist in dem Saugrohr 11 ein Saugschlitz 14 vorgesehen. In dem Saugrohr 11 herrscht Unterdruck, wodurch der Faserverbund 5 an das mit Öffnungen versehene Riemchen 12 im Bereich des Saugschlitzes 14 angesaugt wird. Die Fasern des Faserverbundes 5 werden an dieser Stelle verdichtet.

[0022] Oberwalze 9 und Klemmwalze 10 sind über einen Walzenträger 15 mit einem Belastungsarm 16 verbunden. Der Belastungsarm 16 trägt die Oberwalzen bzw. das Oberriemchen und die Klemmwalzen 10 der Verdichtungseinrichtungen 3 zweier benachbarter Streckwerke 2 von benachbarten Spinnstellen 1. Die beiden Spinnstellen 1 sind im Abstand einer Spindelteilung voneinander beabstandet. Mittig zu der Spindelteilung ist die Mittellinie des Belastungsarms 16 angeordnet. Im Bereich der Spindelteilung verläuft die Spindellinie.

[0023] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung eines von einer Spindellinie SL beabstandeten Faserlaufs 20. Die Spindellinie SL bezeichnet den geradlinigen Verlauf durch die Spinneinheit 4. Der Eingangsbereich der Verdichtungseinrichtung 3, hier des Saugschlitzes 14, ist im Wesentlichen in einem Abstand A von der Spindellinie SL beabstandet. Am Ende des Saugschlitzes 14 ist der Faserlauf näher an der Spindellinie SL. Er hat nur noch den kleineren Abstand a. Die Abstände A und a müssen dabei so groß sein, dass der auf der Oberwalze 9 entstehende Verschleiß soweit von der Spindellinie SL beabstandet ist, dass bei einem seitlichen Verschieben der Riemchen 12 der daraufhin entstehende Verschleiß beabstandet von dem zuerst entstandenen Verschleiß erfolgt.

[0024] Eine Mittellinie M bezeichnet die Lage des Belastungsarms 16. An diesem Belastungsarm 16 sind unter anderem die Oberwalzen 9 der beiden benachbarten Spinnstellen 1 und 1' befestigt. Die benachbarten Oberwalzen 9 und Klemmwalzen 10 sind mittels einer Achse miteinander verbunden. Die benachbarten Spindellinien SL sind in einem Abstand der Spindelteilung ST angeordnet. Bei einem Wenden bzw. Umschlagen der Riemchen 12 um die Spindellinie SL gelangt der zuvor rechts von der Spindellinie SL angeordnete Bereich des Riemchens 12 auf die linke Seite und umgekehrt. Hierdurch ist der Faserlauf 20 nach dem Umschlagen deutlich unterschieden vom Faserlauf 20 vor dem Umschlagen auf dem Riemchen 12. Der Verschleiß, welcher nach dem Umschlagen entsteht, ist somit deutlich beabstandet von dem Verschleiß vor dem Umschlagen.

[0025] Die Führungsstange 13, welche die Riemchen12 seitlich in der gewünschten Position hält, weist Nuten 17 auf. Die Nuten 17 führen mit Seitenflächen 17.1 das jeweilige Riemchen 12, das auf dem Nutgrund 17.2 läuft. Die Führungsstange 13 kann als Umlenkstange für das Riemchen 12 dienen und das Riemchen 12 je nach Bedarf auch spannen. Durch die Anordnung der Nuten 17 auf der Führungsstange 13 wird der Abstand der Riemchen 12 zueinander festgelegt.

[0026] Auf jedem der Siebriemchen ist eine Markierung 18, hier in Form eines Pfeiles angeordnet. Der Pfeil dient als Orientierungshilfe, damit bei einem Wenden bzw. Umschlagen der Riemchen 12 diese auch tatsächlich in der vorgesehenen Richtung wieder montiert werden. Vorzugsweise wird dabei vorgesehen, dass die Markierungen an allen Riemchen gleich orientiert sind, also zum Beispiel bei einem Pfeil alle Pfeile in die gleiche Richtung zeigen. Aber auch eine andere Markierung, wie beispielsweise ein Punkt oder eine Prägung oder Lochung können aussagekräftig sein, wenn diese nicht in der Mitte des Riemchens 12, sondern außermittig angebracht sind. Vorzugsweise sind die Markierungen auch außerhalb des Bereichs angeordnet, in dem der Faserlauf sein wird, um einen Abrieb an dieser Stelle und damit eine Entfernung der Markierung im Laufe der Zeit zu vermeiden.

[0027] Figur 3 und 4 zeigen zwei verschiedenen Riemchen 12 mit angedeutetem Saugschlitz 14. Durch ein seitliches Versetzen der Riemchen 12 befindet sich der Saugschlitz entweder in der linken oder in der rechten Hälfte des Riemchens. In Figur 3 ist ein Siebriemchen angedeutet, während in Figur 4 ein Lochriemchen dargestellt ist. Während beim Siebriemchen ein seitliches Versetzen nur so zu erfolgen hat, dass der zu erwartende Verschleiß neben dem bestehenden Verschleiß erfolgen wird, ist bei dem Lochriemchen vorzusehen, dass eine zweite Reihe Löcher vorhanden ist, mit der der zweite Bereich besaugt werden kann.

[0028] Während bei dieser Darstellung ein seitlicher Versatz der Riemchen 12 gezeigt ist, kann natürlich auch durch ein Wenden bzw. Umschlagen des Riemchens 12 der darunter angeordnete Saugschlitz 14 entgegengesetzt zu der zuvor ausgerichteten Neigung sein.

[0029] In den Figuren 5a und 5b sind seitlich zur Mittellinie M bzw. zur Spindellinie SL versetzte Führungsstangen 13 dargestellt. Der Abstand benachbarter Nuten 17 zur Mittellinie M ist unterschiedlich. Während sich in Figur 5a der Faserverbund 5 bzw. der Faserlauf 20 auf der linken Seite der Riemchen 12 befindet und die Markierungspfeile 18 nach oben gerichtet sind, wurden bei der Figur 5b die Riemchen 12 gewendet. Dementsprechend befindet sich der Faserverbund 5 bzw. der Faserlauf 20 auf der rechten Seite der Riemchen 12 und die Markierungspfeile 18 sind nach unten gerichtet. Am einfachsten kann dies dadurch erreicht werden, dass die Führungsstange 13 zusammen mit den daran angeordneten Riemchen 12 um die Mittellinie M umgeschlagen wird.

[0030] Das Umschlagen der Führungsstange 13 zeigen die Figuren 6a und 6b. Die Führungsstange 13 weist ein Anfangs- und ein Endstück 21, 22 auf. Das Anfangsstück 21 ist länger als das Endstück 22. Anfangs- und Endstück 21, 22 sind beispielsweise in einem Halter 23 gelagert oder angeschlagen. Hierdurch ist der Abstand der Führungen von einem ersten Ende der Führungsstange 13 größer als der Abstand der Führungen von einem zweiten Ende der Führungsstange 13. Die Halter 23 können Aufnahmen für die Führungsstange 13 aufweisen.

[0031] In Figur 6a befinden sich die Spindellinien SL auf der linken Seite der Riemchen 12. Wird die Führungsstange, bevorzugt zusammen mit den daran geführten Riemchen 12 umgeschlagen, so gelangt das kurze Endstück 22 von der rechten Seite auf die linke Seite, wie aus Figur 6b ersichtlich ist. Bei gleicher Position der Halter 23 und der Spindellinien SL befindet sich nunmehr die Spindellinie auf der rechten Seite der Riemchen 12. Nach dem Verschleiß der ersten, linken Seite der Riemchen 12 kann nun die ursprünglich rechte Seite der Riemchen 12 Kontakt mit dem Faserverbund haben und wird entsprechend verschleißen.

[0032] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. Kombinationen der einzelnen Ausführungsbeispiele sind im Rahmen der Patentansprüche und der übrigen Offenbarung jederzeit möglich.

Bezugszeichenliste



[0033] 
1
Spinnstelle
2
Streckwerk
3
Verdichtungseinrichtung
4
Spindeleinheit
5
Faserverbund
7
Ausgangswalzenpaar
8
Unterwalze
9
Oberwalze
10
Klemmwalze
11
Saugrohr
12
Riemchen
13
Führungsstange
14
Saugschlitz
15
Walzenträger
16
Belastungsarm
17
Nut
17.1
Seitenfläche
17.2
Nutgrund
18
Markierungspfeile
20
Faserlauf
21
Anfangsstück
22
Endstück
23
Halter
SL
Spindellinie
ST
Spindelteilung
M
Mittellinie
A,a
Abstand



Ansprüche

1. Spinnmaschine mit einer Vielzahl nebeneinander angeordneter Spinnstellen (1),

- wobei jede Spinnstelle (1) ein Streckwerk (2) zum Verstrecken eines Faserverbundes (5),

- eine nach dem Streckwerk (2) angeordnete Verdichtungseinrichtung (3) zur Verdichtung des verstreckten Faserverbundes (5) sowie

- eine in einer Spindellinie (SL) angeordnete Spindel zur Erzeugung eines Garnes aufweist,

- und wobei die Verdichtungseinrichtung (3) ein Saugrohr mit einem insbesondere schräg zur Laufrichtung des Faserverbundes (5) angeordneten Saugschlitz (14) und einem darüber angeordneten Riemchen (12) mit Saugöffnungen aufweist, und

- das Riemchen (12) in Umfangsrichtung endlos ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass

das Riemchen (12) seitlich versetzt zur Spindellinie (SL) angeordnet ist, so dass der Faserverbund das Riemchen (12) außermittig kontaktiert.
 
2. Spinnmaschine nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Position des Riemchens (12) in Bezug auf die Spindellinie (SL) durch eine mit Seitenführungen (17.1) für das Riemchen (12) versehene Führungsstange (13) gehalten ist.
 
3. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsstange (13) Seitenführungen (17.1) für mehrere Riemchen (12), insbesondere für die Riemchen (12) einer Maschinensektion aufweist.
 
4. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mehreren Seitenführungen (17.1) außermittig der Führungsstange (13) angeordnet sind.
 
5. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsstange (13) in insbesondere in Stanzen angeordneten Halterungen gehalten ist und wahlweise in einer ersten oder einer zweiten, um 180° gedrehten Position, in den Halterungen angeordnet sein kann.
 
6. Führungsstange zur seitlichen Führung zumindest eines, vorzugsweise mehrerer Riemchen (12) für Verdichtungseinrichtungen (3) einer Spinnmaschine, wobei die Führungsstange (13) für jedes Riemchen (12) zumindest eine Führung zur seitlichen Führung des Riemchens (12) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der Führung/en von einem ersten Ende der Führungsstange (13) größer als der Abstand der Führung/en von einem zweiten Ende der Führungsstange (13) ist.
 
7. Führungsstange nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Führung eine Nut (17) in der Führungsstange (13) zur Aufnahme des Riemchens (12) ist.
 
8. Führungsstange nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsstange (13) in einer ersten Position und in einer zweiten, um 180° gewendeten Position in Halterungen zu lagern ist.
 
9. Führungsstange nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsstange (13) an ihren Enden Aufnahmen zur Lagerung der Führungsstange (13) in den Halterungen der Spinnmaschine aufweist.
 
10. Riemchen für Verdichtungseinrichtungen einer Spinnmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass das Riemchen (12) eine Markierung (18) zur Kennzeichnung einer Laufrichtung aufweist.
 
11. Riemchen nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Markierung (18) ein auf dem Riemchen (12) angebrachter Pfeil ist.
 
12. Riemchen nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Markierung (18) außermittig angeordnet ist.
 
13. Riemchen nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Markierung (18) asymmetrisch an dem Riemchen (12) angeordnet ist.
 




Zeichnung

















Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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