[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Spinnmaschine mit einer Vielzahl nebeneinander
angeordneter Spinnstellen, wobei jede Spinnstelle ein Streckwerk zum Verstrecken eines
Faserverbundes, eine nach dem Streckwerk angeordnete Verdichtungseinrichtung zur Verdichtung
des verstreckten Faserverbundes sowie eine in einer Spindellinie angeordnete Spindel
zu Erzeugung eines Garnes aufweist und wobei die Verdichtungseinrichtung ein Saugrohr
mit einem insbesondere schräg zur Laufrichtung des Faserverbundes angeordneten Saugschlitz
und einem darüber angeordneten Riemchen mit Saugöffnungen aufweist und das Riemchen
in Umfangsrichtung endlos ausgebildet ist, sowie eine Führungsstange zur seitlichen
Führung eines Riemchens und ein entsprechendes Riemchen.
[0002] Aus der
DE 10 2013 112 941 A1 ist eine Spinnmaschine bekannt, bei welcher der Faserverbund seitlich versetzt zur
Spindellinie geführt ist. Hierdurch wird der Vorteil erhalten, dass die Oberwalzen,
welche den Faserverbund auf eine Gegenfläche drücken, außermittig verschleißen und
durch ein Umschlagen um eine Mittellinie des Belastungsarms ein anderer Bereich der
Oberwalzen den Faserverbund auf die Gegenfläche drückt. Die Standzeit der Oberwalzen
kann hierdurch verdoppelt werden. Nachteilig bei dieser Ausführung ist es jedoch,
dass besaugte Riemchen, welche eine Gegenfläche für eine der beiden Oberwalzen bilden,
dennoch an nur einer Stelle verschleißen. Um dies zu vermeiden wird häufig vorgesehen,
dass die Siebriemchen ausgebaut werden und gewendet wieder in die Verdichtungseinrichtung
eingebaut werden, um den Verschleiß hierdurch auf einen anderen Bereich des Siebriemchens
zu verlagern. Dabei entsteht der Nachteil, dass beim Ausbau einer Vielzahl von Siebriemchen
nur noch schwer feststellbar ist, in welcher ursprünglichen Lage das Siebriemchen
eingebaut war. Es geschieht daher häufig, dass versehentlich das Siebriemchen wieder
in der ursprünglichen Lage eingebaut wird und somit ein erhöhter Verschleiß bei einzelnen
dieser Siebriemchen entstehen kann.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher sicherzustellen, dass die Riemchen
einer Verdichtungseinrichtung sicher gewechselt und gewendet einer weiteren Verwendung
zu Verfügung gestellt werden können.
[0004] Die Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche.
[0005] Eine erfindungsgemäße Spinnmaschine weist eine Vielzahl nebeneinander angeordneter
Spinnstellen auf. An jeder Spinnstelle ist ein Streckwerk zum Verstrecken eines Faserverbundes,
eine nach dem Streckwerk angeordnete Verdichtungseinrichtung zur Verdichtung des verstreckten
Faserverbundes, sowie eine in einer Spindellinie angeordnet Spindel zur Erzeugung
eines Garnes angeordnet. Die Verdichtungseinrichtung weist ein Saugrohr mit einem
insbesondere schräg zur Laufrichtung des Faserverbundes angeordneten Saugschlitz und
einem darüber angeordneten Riemchen mit Saugöffnungen auf. Das Riemchen ist in Umfangsrichtung
endlos ausgebildet.
[0006] Erfindungsgemäß ist das Riemchen seitlich versetzt zur Spindellinie angeordnet, so
dass der Faserverbund das Riemchen außermittig kontaktiert. Dadurch, dass das Riemchen
nicht zentral, sondern außerhalb seiner mittleren Linie den Faserverbund aufnimmt,
ist ein Teilbereich des Siebriemchens, auf der gegenüberliegenden Seite der Mittellinie
nicht von dem Faserverbund beaufschlagt. Hierdurch wird dieser nicht beaufschlagte
Teil des Riemchens geschont, bzw. unterliegt keinem oder nur wenig Verschleiß. Wenn
der Teilbereich des Riemchens, welcher von dem Faserverbund kontaktiert wurde, verschlissen
ist, ist es erfindungsgemäß möglich, dass das Riemchen derart in der Verdichtungseinrichtung
eingebaut wird, dass bei folgender Benutzung die andere, zuvor noch ungenutzte Teilfläche
des Riemchens nunmehr mit dem Faserverbund beaufschlagt wird. Hierdurch ist die Verwendung
des Riemchens im Wesentlichen doppelt so lange wie bei Riemchen des Standes der Technik
möglich.
[0007] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Position des Riemchens in Bezug auf die Spindellinie
durch eine mit Seitenführungen für das Riemchen versehene Führungsstange gehalten
ist. Die Führungsstange mit Seitenführungen dient dazu, dass das Riemchen so in der
Verdichtungseinrichtung positioniert ist, dass nur ein Teil seitlich einer Mittellinie
des Riemchens von dem Faserverbund kontaktiert wird. Anders ausgedrückt bedeutet dies,
dass das Riemchen, dass über dem Saugschlitz des Saugrohres angeordnet ist, derart
positioniert ist, dass der Saugschlitz nicht im Bereich der mittleren Linie des Riemchens,
sondern seitlich versetzt dazu angeordnet ist. Damit wird gewährleistet, dass der
Faserverbund nur in einem Bereich, vorzugsweise einer Hälfte des Riemchens, über den
Saugschlitz transportiert wird und bei einem Wenden des Riemchens die andere Hälfte
bzw. der Bereich auf der anderen Seite der Mittellinie über dem Saugschlitz zu liegen
kommt. Die Seitenführung der Führungsstange sorgt dafür, dass das Riemchen in Bezug
auf den Saugschlitz entsprechend positioniert werden kann.
[0008] Vorteilhaft ist es auch, wenn die Führungsstange Seitenführungen für mehrere Riemchen,
insbesondere für die Riemchen einer Maschinensektion aufweist. Der Abstand der Riemchen
ist dabei derart vorgesehen, dass er im Wesentlichen der Spindelteilung, d.h. dem
Abstand bzw. der Breite benachbarter Spinnstellen, entspricht. Jede der Seitenführungen
führt dabei ein Riemchen im Bereich des Saugschlitzes einer Spinnstelle. Ein Austausch
bzw. eine Einstellung der Siebriemchen bzw. der Führungsstange kann somit für mehrere
Spinnstellen gleichzeitig erfolgen.
[0009] Sind die mehreren Seitenführungen außermittig der Führungsstangen angeordnet, so
ist beispielsweise der Abstand der beiden endseitigen Führungen unterschiedlich weit
von den Enden der Führungsstangen angeordnet. Es entsteht hierdurch eine asymmetrische
Führungsstange, welche die Riemchen seitlich versetzt zur Spindellinie positionieren
und führen.
[0010] Ist die Führungsstange in insbesondere den Stanzen angeordneten Halterungen gehalten
und wahlweise in einer ersten oder einer zweiten, um 180° gedrehten Position, in den
Halterungen angeordnet, so ist es möglich durch ein Wenden der Führungsstangen um
180° den seitlichen Versatz der Seitenführungen bzw. Riemchen in Bezug auf die Spindellinie
zu verändern. Vor dem Wenden der Führungsstangen befinden sich die Riemchen beispielsweise
mit ihrem linken Bereich und nach dem Wenden mit in ihrem rechten Bereich über dem
Saugschlitz. Der Faserverbund wird dementsprechend an unterschiedlichen Stellen des
Riemchens geführt. Verschleiß ist dort zu erwarten, wo der Faserverbund geführt wird.
Da jeweils nur auf einer Hälfte der Riemchenfläche Verschleiß entstehen wird, ist
die andere Hälfte unmittelbar nach dem Wechsel noch weitgehend unverschlissen und
kann erneut wie ein neuwertiges Riemchen verwendet werden.
[0011] Eine erfindungsgemäße Führungsstange zur seitlichen Führung zumindest eines, vorzugsweise
mehrerer Riemchen für Verdichtungseinrichtung/en einer Spinnmaschine, wobei die Führungsschiene
für jedes Riemchen zumindest eine Seitenführung aufweist, ist erfindungsgemäß derart
ausgeführt, dass der Abstand der Führungen bzw. der Führung von einem ersten Ende
der Führungsstange größer als der Abstand der Führungen bzw. der Führung von einem
zweiten Ende der Führungsstange ist. Durch eine derartige Ausgestaltung der Führungsstange
ist es möglich, dass die Riemchen seitlich versetzt zu einem Saugschlitz eines Saugrohres
angeordnet werden können und dadurch nur einseitig verschleißen. Durch die unterschiedlichen
Abstände von den beiden Enden der Führungsstange sind die Führungen für die Riemchen
versetzt zur Spindellinie angeordnet, wodurch ein dezentraler Transport des Faserverbundes
auf dem Riemchen erfolgen kann. Eine derartige erfinderische Führungsstange kann auch
problemlos in bestehenden Spinnmaschinen mit Führungsstangen des Standes der Technik
eingesetzt, ausgetauscht und nachgerüstet werden.
[0012] Vorteilhafterweise ist die Seitenführung als eine Nut in der Führungsstange zur Aufnahme
des Riemchens ausgeführt. Das Riemchen läuft dabei in dem Nutgrund zwischen den beiden
Seitenflächen der Nut. Alternativ kann eine Seitenführung auch als eine ballige Erhöhung
an der Führungsstange vorgesehen sein, über welche sich das Riemchen zentriert und
ebenfalls geführt wird.
[0013] Ist die Führungsstange in einer ersten Position und in einer zweiten, um 180° gewendeten
Position in Halterungen zu lagern, so kann durch ein einfaches Umschlagen der Führungsstangen
bewirkt werden, dass die daran angeordneten, geführten Riemchen in der ersten Position
in einer Hälfte und in der zweiten Positionen der anderen Hälfte des Riemchens mit
dem Faserverbund in Verbindung kommen und dort verschleißen. Ein Verschleiß kann sich
beispielsweise dadurch zeigen, dass die Öffnungen des Riemchens mehr oder weniger
verstopfen oder dass die Oberfläche des Riemchens glatter oder auch rauer, je nach
zu transportierendem Material, wird. Auch die Dicke des Riemchens im Bereich des Fasertransportes
kann im Lauf der Zeit abnehmen, so dass ein Reißen des Riemchens befürchtet werden
müsste.
[0014] Weist die Führungsstange an ihren Enden Aufnahmen zur Lagerung der Führungsstange
in den Halterungen der Spinnmaschine auf, so kann die Führungsstange sehr einfach
von der ersten Position in die zweite Position gebracht und dort wieder fixiert werden.
[0015] Ein erfindungsgemäßes Riemchen für eine Verdichtungseinrichtung einer Spinnmaschine
weist eine Markierung zur Kennzeichnung einer Laufrichtung auf. Mit einer derartigen
Markierung kann sichergestellt werden, dass auch bei einem nicht sofort erkennbaren
Verschleiß die Riemchen bei ihrer zweiten Verwendung auf der noch unbenutzten Seite
eingesetzt werden und den Faserverbund transportieren.
[0016] Durch die Markierung kann in einer besonders vorteilhaften Ausführung sehr schnell
erkannt werden, ob alle Riemchen, welche an einer Führungsstange angeordnet sind oder
welche sich an der Spinnmaschine befinden, in derselben Ausrichtung angeordnet sind.
Die Markierungen sollten in diesem Falle alle an der gleichen Position oder in der
gleichen Weise dem Bediener ersichtlich sein.
[0017] In einer besonders vorteilhaften Ausführung ist die Markierung ein auf dem Riemchen
angebrachter Pfeil. Während in der ersten Position des Riemchens der Pfeil in die
eine Richtung zeigt, würde er bei einem Wenden des Riemchens in die andere Richtung
zeigen. Bei einem ordnungsgemäßen Einsatz einer Vielzahl von Riemchen an einer Maschine
ist es dementsprechend vorteilhaft, wenn bei der ersten Anwendung die Pfeile aller
Riemchen in derselben Richtung zeigen und bei der zweiten Verwendung des Riemchens
alle Pfeile der verwendeten Riemchen in dieselbe, aber entgegengesetzte Richtung zeigen.
[0018] Besonders vorteilhaft ist es auch, wenn die Markierung außermittig angeordnet ist.
So kann dies ein Zeichen sein, dass bei einer ersten Verwendung alle Markierungen
beispielsweise auf der linken Seite des Riemchens sind, während sie bei der zweiten
Verwendung aller Riemchen auf der rechten Seite sind.
[0019] Ganz besonders vorteilhaft ist es, wenn die Markierung asymmetrisch an dem Riemchen
angeordnet ist. Auch hierdurch kann eine gleiche Anordnung der Markierungen an allen
Riemchen einer Führungsstange oder Spinnstellen auf eine erste Verwendung und bei
einer Anordnung der Markierung auf der anderen Seite auf eine zweite Verwendung hindeuten.
[0020] Weitere Vorteile der vorliegenden Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen
beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- die schematische Darstellung einer Seitenansicht einer Spinnstelle,
- Figur 2
- den seitlichen Versatz von Riemchen,
- Figur 3
- je einen Bereich einer ersten und einer zweiten Verwendung eines Siebriemchens,
- Figur 4
- je einen Bereich einer ersten und einer zweiten Verwendung eines Lochriemchens,
- Figur 5a und b
- einen Ausschnitt einer seitlich zur Mittellinie des Belastungsarms versetzten Führungsstange
und
- Figur 6a und b
- eine komplette, seitlich zur Mittellinie des Belastungsarms versetzte Führungsstange.
[0021] Figur 1 zeigt eine Seitenansicht einer Spinnstelle 1 in schematischer Darstellung.
Die Spinnstelle 1 weist ein Streckwerk 2, eine Verdichtungseinrichtung 3 und eine
Spindeleinheit 4 auf. Durch das Streckwerk 2 mit verschiedenen Walzenpaaren bzw. einem
Riemchenpaar, die Verdichtungseinrichtung 3 und in die Spinneinheit 4 hinein wird
ein Faserverbund 5 gefördert und von einer Lunte zu einem Garn versponnen. Am Ausgang
des Streckwerks 2 ist ein Ausgangswalzenpaar 7 mit einer Unterwalze 8 und einer Oberwalze
9 angeordnet. Im Anschluss an das Ausgangswalzenpaar 7 ist die Verdichtungseinrichtung
3 mit einer Klemmwalze 10, einem Saugrohr 11, einem Riemchen 12 und einer Führungsstange
13, welche hier als Umlenkung ausgebildet ist, angeordnet. Die Klemmwalze 10 ist in
dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel mit einem Riemen oder alternativ bspw.
mit einem Getriebe über die Oberwalze 9 angetrieben und bewegt dadurch das Riemchen
12 auf einem Teil der Oberfläche des Saugrohrs 11 und auf der Führungsstange 13. Im
Bereich des Faserlaufs des Faserverbundes 5 ist in dem Saugrohr 11 ein Saugschlitz
14 vorgesehen. In dem Saugrohr 11 herrscht Unterdruck, wodurch der Faserverbund 5
an das mit Öffnungen versehene Riemchen 12 im Bereich des Saugschlitzes 14 angesaugt
wird. Die Fasern des Faserverbundes 5 werden an dieser Stelle verdichtet.
[0022] Oberwalze 9 und Klemmwalze 10 sind über einen Walzenträger 15 mit einem Belastungsarm
16 verbunden. Der Belastungsarm 16 trägt die Oberwalzen bzw. das Oberriemchen und
die Klemmwalzen 10 der Verdichtungseinrichtungen 3 zweier benachbarter Streckwerke
2 von benachbarten Spinnstellen 1. Die beiden Spinnstellen 1 sind im Abstand einer
Spindelteilung voneinander beabstandet. Mittig zu der Spindelteilung ist die Mittellinie
des Belastungsarms 16 angeordnet. Im Bereich der Spindelteilung verläuft die Spindellinie.
[0023] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung eines von einer Spindellinie SL beabstandeten
Faserlaufs 20. Die Spindellinie SL bezeichnet den geradlinigen Verlauf durch die Spinneinheit
4. Der Eingangsbereich der Verdichtungseinrichtung 3, hier des Saugschlitzes 14, ist
im Wesentlichen in einem Abstand A von der Spindellinie SL beabstandet. Am Ende des
Saugschlitzes 14 ist der Faserlauf näher an der Spindellinie SL. Er hat nur noch den
kleineren Abstand a. Die Abstände A und a müssen dabei so groß sein, dass der auf
der Oberwalze 9 entstehende Verschleiß soweit von der Spindellinie SL beabstandet
ist, dass bei einem seitlichen Verschieben der Riemchen 12 der daraufhin entstehende
Verschleiß beabstandet von dem zuerst entstandenen Verschleiß erfolgt.
[0024] Eine Mittellinie M bezeichnet die Lage des Belastungsarms 16. An diesem Belastungsarm
16 sind unter anderem die Oberwalzen 9 der beiden benachbarten Spinnstellen 1 und
1' befestigt. Die benachbarten Oberwalzen 9 und Klemmwalzen 10 sind mittels einer
Achse miteinander verbunden. Die benachbarten Spindellinien SL sind in einem Abstand
der Spindelteilung ST angeordnet. Bei einem Wenden bzw. Umschlagen der Riemchen 12
um die Spindellinie SL gelangt der zuvor rechts von der Spindellinie SL angeordnete
Bereich des Riemchens 12 auf die linke Seite und umgekehrt. Hierdurch ist der Faserlauf
20 nach dem Umschlagen deutlich unterschieden vom Faserlauf 20 vor dem Umschlagen
auf dem Riemchen 12. Der Verschleiß, welcher nach dem Umschlagen entsteht, ist somit
deutlich beabstandet von dem Verschleiß vor dem Umschlagen.
[0025] Die Führungsstange 13, welche die Riemchen12 seitlich in der gewünschten Position
hält, weist Nuten 17 auf. Die Nuten 17 führen mit Seitenflächen 17.1 das jeweilige
Riemchen 12, das auf dem Nutgrund 17.2 läuft. Die Führungsstange 13 kann als Umlenkstange
für das Riemchen 12 dienen und das Riemchen 12 je nach Bedarf auch spannen. Durch
die Anordnung der Nuten 17 auf der Führungsstange 13 wird der Abstand der Riemchen
12 zueinander festgelegt.
[0026] Auf jedem der Siebriemchen ist eine Markierung 18, hier in Form eines Pfeiles angeordnet.
Der Pfeil dient als Orientierungshilfe, damit bei einem Wenden bzw. Umschlagen der
Riemchen 12 diese auch tatsächlich in der vorgesehenen Richtung wieder montiert werden.
Vorzugsweise wird dabei vorgesehen, dass die Markierungen an allen Riemchen gleich
orientiert sind, also zum Beispiel bei einem Pfeil alle Pfeile in die gleiche Richtung
zeigen. Aber auch eine andere Markierung, wie beispielsweise ein Punkt oder eine Prägung
oder Lochung können aussagekräftig sein, wenn diese nicht in der Mitte des Riemchens
12, sondern außermittig angebracht sind. Vorzugsweise sind die Markierungen auch außerhalb
des Bereichs angeordnet, in dem der Faserlauf sein wird, um einen Abrieb an dieser
Stelle und damit eine Entfernung der Markierung im Laufe der Zeit zu vermeiden.
[0027] Figur 3 und 4 zeigen zwei verschiedenen Riemchen 12 mit angedeutetem Saugschlitz
14. Durch ein seitliches Versetzen der Riemchen 12 befindet sich der Saugschlitz entweder
in der linken oder in der rechten Hälfte des Riemchens. In Figur 3 ist ein Siebriemchen
angedeutet, während in Figur 4 ein Lochriemchen dargestellt ist. Während beim Siebriemchen
ein seitliches Versetzen nur so zu erfolgen hat, dass der zu erwartende Verschleiß
neben dem bestehenden Verschleiß erfolgen wird, ist bei dem Lochriemchen vorzusehen,
dass eine zweite Reihe Löcher vorhanden ist, mit der der zweite Bereich besaugt werden
kann.
[0028] Während bei dieser Darstellung ein seitlicher Versatz der Riemchen 12 gezeigt ist,
kann natürlich auch durch ein Wenden bzw. Umschlagen des Riemchens 12 der darunter
angeordnete Saugschlitz 14 entgegengesetzt zu der zuvor ausgerichteten Neigung sein.
[0029] In den Figuren 5a und 5b sind seitlich zur Mittellinie M bzw. zur Spindellinie SL
versetzte Führungsstangen 13 dargestellt. Der Abstand benachbarter Nuten 17 zur Mittellinie
M ist unterschiedlich. Während sich in Figur 5a der Faserverbund 5 bzw. der Faserlauf
20 auf der linken Seite der Riemchen 12 befindet und die Markierungspfeile 18 nach
oben gerichtet sind, wurden bei der Figur 5b die Riemchen 12 gewendet. Dementsprechend
befindet sich der Faserverbund 5 bzw. der Faserlauf 20 auf der rechten Seite der Riemchen
12 und die Markierungspfeile 18 sind nach unten gerichtet. Am einfachsten kann dies
dadurch erreicht werden, dass die Führungsstange 13 zusammen mit den daran angeordneten
Riemchen 12 um die Mittellinie M umgeschlagen wird.
[0030] Das Umschlagen der Führungsstange 13 zeigen die Figuren 6a und 6b. Die Führungsstange
13 weist ein Anfangs- und ein Endstück 21, 22 auf. Das Anfangsstück 21 ist länger
als das Endstück 22. Anfangs- und Endstück 21, 22 sind beispielsweise in einem Halter
23 gelagert oder angeschlagen. Hierdurch ist der Abstand der Führungen von einem ersten
Ende der Führungsstange 13 größer als der Abstand der Führungen von einem zweiten
Ende der Führungsstange 13. Die Halter 23 können Aufnahmen für die Führungsstange
13 aufweisen.
[0031] In Figur 6a befinden sich die Spindellinien SL auf der linken Seite der Riemchen
12. Wird die Führungsstange, bevorzugt zusammen mit den daran geführten Riemchen 12
umgeschlagen, so gelangt das kurze Endstück 22 von der rechten Seite auf die linke
Seite, wie aus Figur 6b ersichtlich ist. Bei gleicher Position der Halter 23 und der
Spindellinien SL befindet sich nunmehr die Spindellinie auf der rechten Seite der
Riemchen 12. Nach dem Verschleiß der ersten, linken Seite der Riemchen 12 kann nun
die ursprünglich rechte Seite der Riemchen 12 Kontakt mit dem Faserverbund haben und
wird entsprechend verschleißen.
[0032] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt.
Kombinationen der einzelnen Ausführungsbeispiele sind im Rahmen der Patentansprüche
und der übrigen Offenbarung jederzeit möglich.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 1
- Spinnstelle
- 2
- Streckwerk
- 3
- Verdichtungseinrichtung
- 4
- Spindeleinheit
- 5
- Faserverbund
- 7
- Ausgangswalzenpaar
- 8
- Unterwalze
- 9
- Oberwalze
- 10
- Klemmwalze
- 11
- Saugrohr
- 12
- Riemchen
- 13
- Führungsstange
- 14
- Saugschlitz
- 15
- Walzenträger
- 16
- Belastungsarm
- 17
- Nut
- 17.1
- Seitenfläche
- 17.2
- Nutgrund
- 18
- Markierungspfeile
- 20
- Faserlauf
- 21
- Anfangsstück
- 22
- Endstück
- 23
- Halter
- SL
- Spindellinie
- ST
- Spindelteilung
- M
- Mittellinie
- A,a
- Abstand
1. Spinnmaschine mit einer Vielzahl nebeneinander angeordneter Spinnstellen (1),
- wobei jede Spinnstelle (1) ein Streckwerk (2) zum Verstrecken eines Faserverbundes
(5),
- eine nach dem Streckwerk (2) angeordnete Verdichtungseinrichtung (3) zur Verdichtung
des verstreckten Faserverbundes (5) sowie
- eine in einer Spindellinie (SL) angeordnete Spindel zur Erzeugung eines Garnes aufweist,
- und wobei die Verdichtungseinrichtung (3) ein Saugrohr mit einem insbesondere schräg
zur Laufrichtung des Faserverbundes (5) angeordneten Saugschlitz (14) und einem darüber
angeordneten Riemchen (12) mit Saugöffnungen aufweist, und
- das Riemchen (12) in Umfangsrichtung endlos ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass
das Riemchen (12) seitlich versetzt zur Spindellinie (SL) angeordnet ist, so dass
der Faserverbund das Riemchen (12) außermittig kontaktiert.
2. Spinnmaschine nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Position des Riemchens (12) in Bezug auf die Spindellinie (SL) durch eine mit
Seitenführungen (17.1) für das Riemchen (12) versehene Führungsstange (13) gehalten
ist.
3. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsstange (13) Seitenführungen (17.1) für mehrere Riemchen (12), insbesondere
für die Riemchen (12) einer Maschinensektion aufweist.
4. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mehreren Seitenführungen (17.1) außermittig der Führungsstange (13) angeordnet
sind.
5. Spinnmaschine nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsstange (13) in insbesondere in Stanzen angeordneten Halterungen gehalten
ist und wahlweise in einer ersten oder einer zweiten, um 180° gedrehten Position,
in den Halterungen angeordnet sein kann.
6. Führungsstange zur seitlichen Führung zumindest eines, vorzugsweise mehrerer Riemchen
(12) für Verdichtungseinrichtungen (3) einer Spinnmaschine, wobei die Führungsstange
(13) für jedes Riemchen (12) zumindest eine Führung zur seitlichen Führung des Riemchens
(12) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der Führung/en von einem ersten Ende der Führungsstange (13) größer als
der Abstand der Führung/en von einem zweiten Ende der Führungsstange (13) ist.
7. Führungsstange nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Führung eine Nut (17) in der Führungsstange (13) zur Aufnahme des Riemchens (12)
ist.
8. Führungsstange nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsstange (13) in einer ersten Position und in einer zweiten, um 180° gewendeten
Position in Halterungen zu lagern ist.
9. Führungsstange nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsstange (13) an ihren Enden Aufnahmen zur Lagerung der Führungsstange
(13) in den Halterungen der Spinnmaschine aufweist.
10. Riemchen für Verdichtungseinrichtungen einer Spinnmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass das Riemchen (12) eine Markierung (18) zur Kennzeichnung einer Laufrichtung aufweist.
11. Riemchen nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Markierung (18) ein auf dem Riemchen (12) angebrachter Pfeil ist.
12. Riemchen nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Markierung (18) außermittig angeordnet ist.
13. Riemchen nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Markierung (18) asymmetrisch an dem Riemchen (12) angeordnet ist.