Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Bitumenbahn
mit einem Träger, der zumindest auf einer Seite mit einer Bitumendeckschicht versehen
ist, die mit einem Muster paralleler Rillen und dazwischenliegender Rippen versehen
ist. Sie betrifft weiters eine Bitumenbahn mit einem Träger, der zumindest auf einer
Seite mit einer Bitumendeckschicht versehen ist, die mit einem Muster paralleler Rillen
und dazwischenliegender Rippen versehen ist, wobei die Rippen unmittelbar an die darunter
liegende Bitumendeckschicht anschließen
Stand der Technik
[0002] Ein Verfahren bzw. eine Bitumenbahn der oben genannten Art ist aus der
EP 483274 B bekannt. Die dort beschriebene Bitumenbahn ist wie üblich mit einer Trennfolie versehen,
die verhindert, dass die einzelnen Lagen der Bahn miteinander verkleben, solange diese
aufgerollt ist. Beim Verlegen wird die Bitumenbahn mit einem Propangasbrenner erhitzt,
wodurch einerseits die Trennfolie verbrennt und andererseits die Deckschicht so weich
wird, dass sie mit dem Untergrund verklebt. Durch die Rillen soll erreicht werden,
dass weniger Energie zum Erhitzen der Bitumenbahnen notwendig ist, was nicht nur eine
Energieersparnis zur Folge hat, sondern - bei gegebener Leistung des Propangasbrenners
- auch eine höhere Verlegegeschwindigkeit möglich machen soll. Gemäß dieser Schrift
können derartige Bitumenbahnen hergestellt werden, indem das Material gekämmt wird,
solange es noch heiß und viskos ist. Der Abstand der Rillen beträgt maximal 10 mm,
vorzugsweise zwischen 1 mm und 5 mm.
[0003] Nachteilig bei diesem Verfahren ist, dass das Material der Rippen, welches zwischen
den Rillen verbleibt, und das Material der darunter liegenden Schicht zwangsläufig
identisch ist. Dadurch lassen sich derartige Bitumenbahnen nur schlecht für bestimmte
Zwecke optimieren.
Kurzbeschreibung der Erfindung
[0004] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, diesen Nachteil zu beseitigen und ein
Verfahren zu schaffen, mit dessen Hilfe sich Bitumenbahnen für spezielle Zwecke optimieren
lassen bzw. preisgünstiger herstellen lassen.
[0005] Diese Aufgabe wird gemäß der vorliegenden Erfindung durch ein Verfahren der eingangs
genannten Art dadurch gelöst, dass man auf den Träger zunächst eine Schicht Bitumenmasse
gleichmäßig aufbringt und dass man danach mit einer Auftragswalze unmittelbar auf
die Schicht die Rippen aufbringt. Im Gegensatz zum Stand der Technik, wo die Rippen
dadurch gebildet werden, dass man Rillen in die bituminöse Schicht eindrückt, werden
erfindungsgemäß die Rippen durch zusätzlich aufgebrachtes Material gebildet. Auf diese
Weise ist es möglich, dass sich das Material der Rippen von dem darunter liegenden
Material der Bitumendeckschicht unterscheidet.
[0006] Die entsprechenden Bitumenbahnen sind somit dadurch gekennzeichnet, dass das Material
der Rippen sich von dem Material der darunter liegenden Bitumendeckschicht unterscheidet.
[0007] Besonders vorteilhaft lässt sich die vorliegende Erfindung bei selbstklebenden Bitumenbahnen
anwenden. Selbstklebende Bitumenbahnen müssen nicht erhitzt werden, sondern verkleben
selbstständig, sobald sie auf einen entsprechenden Untergrund aufgelegt werden. Nachteilig
bei diesen Bahnen ist der erhöhte Preis, weil das selbstklebende Material teurer als
herkömmliche, heiß zu verklebende bituminöse Masse ist.
[0008] Durch die vorliegende Erfindung ist es möglich vorzusehen, dass nur das Material
der Rippen selbstklebend ist. Die unter den Rippen liegende bituminöse Masse kann
aus kostengünstigerem Material bestehen.
[0009] Bei einer selbstklebenden Bitumenbahn haben die Rippen den Vorteil, dass die Trennfolie
nicht vollflächig anliegt, sondern nur im obersten Bereich der Rippen. Wenn die Trennfolie
vollflächig anliegt, so kommt es insbesondere an heißen Tagen oft zu Schwierigkeiten
beim Abziehen der Folie, insbesondere dann, wenn dies unterbrochen wird. Dann kann
es an heißen Tagen nämlich passieren, dass das weiche Bitumen an der Trennfolie hinaufkriecht,
sodass der zum Abziehen der Folie notwendige spitze Winkel nicht mehr erreicht werden
kann.
[0010] Die Rippen dienen erfindungsgemäß nicht zum Dampfdruckausgleich. Sie können daher
relativ dünn sein, d.h. der Abstand der Rippen von Spitze zu Spitze beträgt vorzugsweise
nur zwischen 1 mm und 10 mm, besser zwischen 1 mm und 5 mm. Schmale Rippen haben den
Vorteil, dass sie nach dem Verlegen verfließen können, sodass letztlich eine vollflächige
oder zumindest fast vollflächige Verklebung entstehen kann.
Kurze Beschreibung der Zeichnungsfiguren
[0011] Anhand der beiliegenden Zeichnung wird die vorliegende Erfindung näher erläutert.
Die einzige Figur zeigt eine erfindungsgemäße Bitumenbahn im Schnitt.
Beschreibung der Ausführungsarten
[0012] Ein zum Beispiel textiler Träger 11 ist mit bituminösem Material getränkt, sodass
sich bituminöses Material 12 oberhalb des Trägers 11 und bituminöses Material 13 unterhalb
des Trägers 11 befindet. Dieses bituminöse Material 12, 13 ist herkömmliches, nicht
selbstklebendes und somit kostengünstiges Material. Auf dem bituminösen Material 13
unterhalb des Trägers 11 sind Rippen 14 vorgesehen, die aus selbstklebendem bituminösen
Material, welches teurer ist, bestehen. Es ist unmittelbar ersichtlich, dass vergleichsweise
wenig von dem teuren Material benötigt wird. Dennoch erhält man eine vollwertige selbstklebende
Bitumenbahn.
[0013] Diese selbstklebende Bitumenbahn ist herkömmlichen selbstklebenden Bitumenbahnen
sogar überlegen, weil die notwendige Trennfolie 15 nicht vollflächig aufliegt, sondern
die Rippen 14 nur an deren äußersten Bereichen berührt. Die Trennfolie 15 lässt sich
daher auch an sehr heißen Tagen, an denen die bituminöse Masse bereits zähflüssig
wird, ohne Schwierigkeiten abziehen.
[0014] Zwei konkrete Bitumenbahnen haben folgenden Aufbau:
Beispiel 1:
[0015]
Gesamtdicke: 5 mm
Träger: Polyestervlies
Deckmasse: SBS-Bitumen (4 mm inkl. Träger)
Rillenmasse: APP-Bitumen (ca. 1 mm)
Oberfläche oben: Schiefer
Oberfläche unten: Abschweißfolie
Beispiel 2:
[0016]
Gesamtdicke: 4 mm
Träger: Glasgewebe
Deckmasse: SBS-Bitumen (3 mm inkl. Träger)
Rillenmasse: Selbstklebemasse (ca. 1 mm)
Oberfläche oben: Sand oder Abschweißfolie
Oberfläche unten: Abziehfolie
1. Verfahren zum Herstellen einer Bitumenbahn mit einem Träger (11), der zumindest auf
einer Seite mit einer Bitumendeckschicht versehen ist, die mit einem Muster paralleler
Rillen und dazwischenliegender Rippen (14) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass man auf den Träger (11) zunächst eine Schicht (13) Bitumenmasse gleichmäßig aufbringt
und dass man danach mit einer Auftragswalze unmittelbar auf die Schicht (13) die Rippen
(14) aufbringt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Material der Rippen (14) von dem darunter liegenden Material (13) der Bitumendeckschicht
unterscheidet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der Rippen (14) von Spitze zu Spitze zwischen 1 mm und 10 mm, vorzugsweise
zwischen 1 mm und 5 mm, beträgt.
4. Bitumenbahn mit einem Träger (11), der zumindest auf einer Seite mit einer Bitumendeckschicht
versehen ist, die mit einem Muster paralleler Rillen und dazwischenliegender Rippen
(14) versehen ist, wobei die Rippen (14) unmittelbar an die darunter liegende Bitumendeckschicht
anschließen, dadurch gekennzeichnet, dass das Material der Rippen (14) sich von dem Material (13) der darunter liegenden Bitumendeckschicht
unterscheidet.
5. Bitumenbahn nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass nur das Material der Rippen (14) selbstklebend ist.
6. Bitumenbahn nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der Rippen (14) von Spitze zu Spitze zwischen 1 mm und 10 mm, vorzugsweise
zwischen 1 mm und 5 mm, beträgt.